Browsed by
Autor: hera

Hier werden Sie Deutsch gelernt

Hier werden Sie Deutsch gelernt

Ausländer, die Deutsch lernen wollen, haben es nicht leicht. Deutsch ist eine schwere Sprache. Selbst Muttersprachler tun sich mitunter schwer, sich in korrektem Deutsch auszudrücken. Besonders die Grammatik hat ihre Tücken. Die richtigen Worte zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Besonders, wenn man positive Worte finden muss, für etwas, dass gar nicht gut ist.
Gerade in der Politik wird vieles schön geredet. Hohlwörter werden gerne und oft benutzt. „Reform“ ist so ein Wort. Es verspricht Verbesserung, allerdings sieht die Wahrheit oft anders aus. „Steuermindereinnahmen“ sind keine Einnahmen, sondern Minusbeträge. Ganz schlimm sind die sogenannten Unworte des Jahres. Diese kann man sich noch mal ins Gedächtnis rufen. Der Autor nennt sie und erläutert die Hintergründe, die zur Auswahl führten.

Aber das ist längst noch nicht alles, was man im Buch entdecken kann. Der Autor hat sich umfassend mit unserer Sprache auseinandergesetzt. Er zeigt, wie die englische Sprache immer weiter Einzug in unseren Sprachgebrauch hält und welche Auswirkungen das Internet hat. Denglisch ist immer mehr auf dem Vormarsch. Nebenbei gibt es auch noch einige Spezialsprachen wie den Motorradfahrerjargon oder den Gefängnisjargon. Der Autor nimmt diese unter die Lupe. Gezeigt wird auch, warum wir immer wieder Opfer der Werbung werden. Die komplizierte scheinende Beamtensprache wird ebenfalls analysiert. Da kann man als Leser einiges lernen!

Der Autor geht mit Ernsthaftigkeit an das Thema. Aber zwischen den Zeilen spürt man die Ironie. Es macht Spaß, das Buch zu lesen und zu sehen, was aus unserer deutschen Sprache geworden ist. Manches ist lustig, anderes erschreckend. Man wird wohl nach der Lektüre aufmerksamer hinsehen und hinhören, was unseren Augen und Ohren in der Presse und in den Medien geboten wird und sich nicht mehr von Phrasendresch, Höhlwörtern und Plastikdeutsch beeindrucken lassen.

Rezension von Heike Rau

Roman Leuthner
Hier werden Sie Deutsch gelernt
Schluss mit Phrasendresch, Hohlwörtern und Plastikdeutsch
176 Seiten, gebunden
Grondrom Verlag
ISBN: 978-3811230279
Bestellen

Christian Berg und Manuel J. Hartung: Welt retten für Einsteiger

Christian Berg und Manuel J. Hartung: Welt retten für Einsteiger

Der Klimawandel hat längst Einzug gehalten. Mit unserer Umwelt steht es nicht zum Besten. Man müsste wirklich umschwenken. Statt dessen wird resigniert. Doch nichts zu tun, macht ein schlechtes Gewissen.
Inzwischen sind die Menschen gut versorgt mit Tipps und Ratschlägen für eine bessere Umwelt. Man soll Sparlampen einsetzten, das Wasser nicht unnötig laufen lassen, den Müll trennen, das Auto stehen lassen und Biogemüse kaufen.
Doch die Art, wie das bisher vermittelt wird, scheint nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Vielleicht fehlt eine genaue Handlungsanleitung, wo zusammenfassend erklärt wird, was jeder Einzelne tun kann, ohne zu viel Aufwand, ohne Stress und ohne gleich als fanatischer Umweltschützer dazustehen.

Genau das ist das Ziel des vorliegendes Buches. Schritt für Schritt werden die verschiedenen Bereiche des alltäglichen Lebens durchgegangen. Und tatsächlich kann man eine Menge für die Umwelt tun. Die Autoren erklären was sinnvolle Maßnahmen sind. Diese werden aber nicht einfach in den Raum gestellt, sondern ausführlich erklärt. Natürlich wird der Leser auch darüber informiert, wie oft man es tun muss, was man berücksichtigen muss, wie aufwändig es ist und was es überhaupt bringt. Sehr interessant sind auch die Nebeneffekte. Mit manchen Aktivitäten schont man nämlich nicht nur die Umwelt, man spart auch bares Geld.

Sicher sind viele der Tipps im Buch bekannt, aber es werden auch Vorschläge gemacht, die überraschen. Der Leser erfährt, wie man Altkleider richtig entsorgt, warum man beim Kauf von Fisch wählerisch sein sollte, warum man bestimmten Weinsorten den Vorzug geben sollte und vieles mehr.
Damit auch die nachfolgende Generation sich nicht so schwer tut, gibt es außerdem Erziehungstipps. In diesem Zusammenhang erfahren Eltern, wie sie ihre Kinder für die Natur begeistern können. Schließlich soll für mehr Nachhaltigkeit fortgeführt werden, was die Eltern nun beginnen.

Die Autoren überzeugen mit ihrem Buch. Sie kommen nicht mit erhobenen Zeigefinger daher, sie regen vielmehr zum Nachdenken und damit zum Handeln an. Die meisten ihrer Tipps und Ratschläge kann man gut annehmen. Es sind die kleinen Schritte, die wirken, wenn sie viele Menschen tun. Interessante Rechenbeispiele beweisen das. Damit ist das Buch sehr empfehlenswert.

Rezension von Heike Rau

Christian Berg / Manuel J. Hartung
Welt retten für Einsteiger
30 Gründe für ein gutes Gewissen
180 Seiten, Klappenbroschur
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3423246491
Bestellen

Die Vampirschwestern – Eine Freundin zum Anbeißen

Die Vampirschwestern – Eine Freundin zum Anbeißen

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Familie Tepes ist gerade umgezogen – von Transsilvanien nach Deutschland. Mihai Tepes ist ein Vampir, während seine Frau Elvira ein Mensch ist. Die Kinder Silvania und Daka sind demzufolge Halbvampire. Es ist nicht leicht, sich anzupassen. Mihai wird als Gerichtsmediziner in Nachtschicht arbeiten und Elvira will einen Laden mieten und ganz besondere Klobrillen verkaufen. Es ist nicht einfach sich als normaler Familie zu geben und nicht aufzufallen. Zum Glück gibt es die sieben radikalen Regeln. So darf man nicht bei Tageslicht fliegen, keine Snacks wie Fliegen oder Würmer essen, man muss immer an den Sonnenschutz denken, Haustiere wie Blutegel geheim halten, Spiegel und Knoblauch meiden und man muss aufpassen, dass die Eckzähne immer schön kurz gefeilt sind.

Der erste Schultag wird trotzdem zur Katastrophe. Schon auf dem Weg schaffen es die Mädchen nicht, sich normal zu verhalten. Silvania hat einen heftigen Zusammenstoß mit einem Mann, der wie sich später herausstellt, auch noch ihr Lehrer ist. Aber die beiden lernen auch ein nettes Mädchen kennen, das scheinbar ebenfalls ein Geheimnis mit sich herumträgt.
Nach der Schule stellt Silvania fest, dass ihre Kette mit dem Anhänger verschwunden ist. In dem Anhänger ist nicht nur ein Bild von Oma Zezci, sondern auch etwas Heimaterde. Ohne diese Erde wird ein Vampir immer schwächer und schwächer. Er kann ins Koma fallen und nie wieder daraus erwachen. Daka und Silvania müssen die Kette unbedingt finden. Die Zeit läuft davon.

Die Hauptrollen in diesem Buch spielen zwei ganz unterschiedliche Schwestern. Obwohl die beiden Zwillinge sind, möchte die eine lieber Mensch, die andere lieber Vampir sein. Aber beide geben sich Mühe bei ihrer Integration. Doch die beiden fallen auf, wie bunte Hunde. Auch in der Nachbarschaft sorgen sie für Aufregung. Das sie schon bald beobachtet werden, ahnen sie nicht. Besonders der Vater kann nicht an sich halten. Tagsüber schläft er zwar in seinem Sarg im Keller, aber nachts geht er auf die Pirsch. Hunger ist bekanntlich schlimmer als Heimweh.

Die Autorin beschreibt die urkomischen Situationen, in die die Familie gerät. Es gibt also viel zu lachen. Besonders spannen ist es, zu verfolgen, wie die Familie sich immer wieder herausredet, wenn etwas für andere Menschen merkwürdig Scheinendes passiert ist. Damit wird auch schon die Neugier auf den nächsten Band geweckt.
Der Schreibstil der Autorin gefällt gut. Das Buch ist leicht zu lesen. Man wird großartig unterhalten. Die Charaktere im Buch sind gut beschrieben. Man folgt den Mädchen gerne in ihr neues Leben, das so spannend ist, weil so viel Unvorhersehbares geschieht.
„Eine Freundin zum Anbeißen“ ist ein guter Einstieg in die neue Reihe um die beiden Halbvampirschwestern Silvania und Daka.

Rezension von Heike Rau

Franziska Gehm
Die Vampirschwestern
Eine Freundin zum Anbeißen
Loewe Verlag
176 Seiten, gebunden
ab 10 Jahren
ISBN-10: 3785561083
ISBN-13: 978-3785561089
Bestellen

Der geheime Zirkel – Circes Rückkehr

Der geheime Zirkel – Circes Rückkehr

Es ist Weihnachten. Gemma, Felicity und Ann, die Schülerinnen der Spence-Akademie für junge Damen in London sind, haben kein großes Interesse an den Weihnachtsvorbereitungen teilzunehmen. Sie gehen zur alten Eiche, die in der Nähe der zugemauerten Höhle liegt, um ihrer Freundin Pippa zu gedenken.
Gemma gibt vor, im Moment das Magische Reich nicht betreten zu können. Sie befürchtet, damit nicht richtig umgehen zu können. Ohnehin müssen zunächst die anderen Mitglieder des Ordens gefunden werden.
In einem Versteck im Baum findet Gemma eine Botschaft. Kartik ist zurück. Doch Gemma kann ihn nur schwer einschätzen. Sie weiß nicht aus welchen Interessen heraus er handelt.

Kartik nutzt eine Gelegenheit, um Gemma zu sehen. Er berichtet ihr von Problemen im Magischen Reich, weil die Zauberkraft nun frei ist. Die Magie muss unbedingt wieder gebunden werden, damit nicht die Falschen Macht über sie erlangen können, wie die geheimnisvolle, mächtige Circe. Dazu muss der Tempel mit der Quelle der Magie gefunden werden.
Gemma weiß, sie kann nicht länger warten, so geht sie doch wieder in Begleitung ihrer Freundinnen in das Magische Reich zurück, um nach dem Tempel zu suchen. Zu ihrer Überraschung treffen die Mädchen hier auf Pippa, die eigentlich nicht mehr am Leben ist. Noch ist sie in einer Zwischenwelt gefangen. Doch vielleicht kann die Freundin bei der Suche nach dem Tempel helfen. Gemma kann sonst niemandem trauen.

Auch der zweite Teil der Trilogie ist wieder äußerst spannend. Die Geschichte ist noch mysteriöser. Gemma muss mit der Hilfe ihrer Freundinnen eine Aufgabe lösen, die eigentlich unlösbar scheint. Dabei muss sie Charakterstärke beweisen und Weitblick. Ihr Leben gerät dabei immer wieder in Gefahr.
Die Autorin beschreibt, in welcher schwierigen Lage sich Gemma befindet. Außer ihren Freundinnen Felicity und Ann kann sie eigentlich niemandem vertrauen, tut es dennoch immer wieder und wird enttäuscht.
Als Leser wird man in dieses Verwirrspiel mit ungewissem Ausgang hineingezogen. Man kann sich ganz wunderbar in die Geschichte hineinvertiefen.

Dem Schreibstil der Autorin mutet etwas Geheimnisvolles, ja Geisterhaftes an, dem man sich nicht entziehen kann.
Der Schauplatz ist diesmal ein anderer, denn Gemma und Felicity verbringen die Weihnachtsferien nicht in der Spence-Akademie, sondern bei ihren Familien, mit Ann, die keine nahen Verwandten hat und eigentlich in Spence hätte bleiben müssen. Das wertet die Geschichte noch einmal auf und sorgt für Abwechslung, denn die gesellschaftlichen Verpflichtungen halten die Mädchen auf Trab.
Das Buch ist damit rundherum gut gelungen und sehr empfehlenswert. Die Neugier auf den dritten Band ist geweckt.

Rezension von Heike Rau

Libba Bray
Der geheime Zirkel
Circes Rückkehr
Aus dem Amerikanischen von Ingrid Weixelbaumer
656 Seiten, Klappenbroschur
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3423712729
Bestellen

Die Affäre Calas

Die Affäre Calas

Die verstorbene Charlotte hat Sandrine zu ihrer Alleinerbin bestimmt. Sandrine wusste, dass ihre Tante sehr vermögend war. Sie muss nun ihren Beruf als Anwältin nicht mehr unbedingt ausüben. So bleibt sie nach der Beerdingung erst einmal in Südfrankreich, um alle Angelegenheiten in Ruhe zu regeln. Henri, einem Freund aus Kindertagen, dem es im Moment nicht allzu gut geht, erlaubt sie, ins Dachgeschoss des Hauses der Tante einzuziehen.
Zum Erbe gehört auch ein Brief Charlottes. Die alte Dame vertraut Sandrine hier nachträglich ein Familiengeheimnis an. Sie weist den Weg zu einer eisernen Kassette, die eingemauert in einer Kellerwand des Landhauses versteckt liegt. So erfährt Sandrine von der Affäre Calas und dass sie selbst ein Abkömmling dieser Familie ist – ihre Urgroßmutter stammte aus der berühmten Toulouser Familie. Die Tante wünscht, dass die Dokumente, die Sandrine vorfinden wird von ihr als Anwälin begutachtet und veröffentlicht werden.

Henri hilft den Schatz zu heben und Sandrine erfährt, was hinter der Affäre Calas steckt. Sie liest vom mysteriösen Tod des ältesten Sohnes der Familie, der 1761 geschah. Der Vater wurde ohne Beweise zum Mörder erklärt und hingerichtet. Die Briefe, Abschriften Voltaires, also keine Originale der Zeugen, erzählen von dem undurchsichtigen Fall, der immer noch Rätsel aufgibt.
Sandrine will ihn zusammen mit ihrem Jugendfreund Henri, in den sie sich verliebt, aufklären. Sie will wissen, ob der Vater den Sohn tatsächlich ermordet hat, ob es eventuell Selbstmord war, wie Voltaire vermutet, oder ob die Weißen Büßer, eine ominöse Bruderschaft, etwas mit dem Tod des jungen Mannes zu tun haben, vor denen die Tante bis zu ihrem Tod Angst hatte. Dass der Versuch der Aufklärung des Falles einige Menschen und auch Sandrine selbst geradewegs ins Verderben führen wird, ahnt die junge Anwältin nicht.

Die Autorin hat sich in ihrem Buch einem historischen Kriminalfall angenommen und lässt ihn noch einmal aufleben. Ihre Version der Geschichte (was Fiktion ist und was geschichtlichen Tatsachen entspricht, kann man dem Nachwort entnehmen) ist äußert spannend. Man liest das Buch mit wachsender Begeisterung.

Sandrine, eine junge Anwältin nimmt den Auftrag ihrer Tante an und beginnt, zusammen mit ihrem Jugendfreund Henri, nachzuforschen. Was sie zunächst als interessanten Zeitvertreib sieht, wird bald zu einem gefährlichen Spiel mit unbekannten Drahtziehern, die vor nichts zurückschrecken, um die Wahrheit zu vertuschen. Sandrine tatstet sich trotzdem immer weiter vor, versucht die Geschehnisse um den Mord zu rekonstruieren. Als Henri spurlos verschwindet, arbeitet sie mit einer Freundin weiter und später noch mit einem Vertrauten Henris.

Man braucht ein gutes Vorstellungsvermögen, um ihren Theorien folgen zu können. Wie nahe die drei der Wahrheit kommen, erfährt man aber erst zum Schluss. Bis dahin kann man kaum erahnen, in welche Richtung die Geschichte laufen wird.
Die Autorin kündigt das nahende Unheil immer wieder an, hält den Leser dadurch neugierig und hilft damit auch durch schwierige Stellen des Buches.

Sandrine ist eine interessante Persönlichkeit. Sie bleibt dran an dem Fall, auch als sie gesundheitliche Probleme bekommt und ihre Nerven nicht mehr mitspielen wollen. Sie wird dennoch nicht zur Heldin stilisiert und bleibt dadurch stets glaubwürdig.
Nicht zuletzt lebt das Buch von der Stimmung, die die Autorin geschaffen hat. Die Geschichte ist mysteriös und bleibt es bis zum Schluss.

Rezension von Heike Rau

Helene Luise Köppel
Die Affäre Calas
Aufbau Taschenbuch Verlag
400 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3746623702
Bestellen

Nicht so schlimm

Nicht so schlimm

Er ist fremdgegangen, jedenfalls fast, will seine Frau verlassen. Doch ganz schnell ändert er seine Meinung wieder. Dennoch ist die Ehekrise perfekt. Sie schlägt ihn fast tot, er erträgt es aus dem Schuldgefühl heraus, glaubt, es verdient zu haben. Sie verprügelt ihn, bis sie denkt, mit ihm quitt zu sein. Dann verarztet sie ihn.

Aber es wird nicht wieder gut. Jetzt betrügt sie ihn, nicht nur fast. Es ist ihre Rache. Er schafft es nicht, sie zu verlassen. Will seine Ruhe haben, ein trautes Familienleben mit Frau und Kindern.

Und doch lässt er sich wieder auf eine andere Frau ein. Nicht er selbst beginnt den Flirt, sondern sie, die andere, die ihm ihre Telefonnummer durch einen Kellner hat geben lassen. Sie könnte seine nächste große Liebe werden. Doch seine Ehefrau wird zur Furie.

Der Autor schafft eine ungeahnte Nähe, lässt seinen Icherzähler den Leser direkt ansprechen, als wäre er sein bester Freund. Er vertraut ihm seine intimsten Gedanken an. Sein ganzes Herz schüttet der Protagonist aus, erzählt vom Ende seiner Ehe. Schonungslos und ohne einmal zwischendurch Luft zu holen. Das Buch hat Tiefgang, fast kommt es einer Beichte gleich.

Die Geschichte erschüttert. Erzählt sie doch vom Ende der Beziehung zweier Menschen, die eigentlich für immer zusammenbleiben wollten. Wenn die Liebe geht, kommt der Schmerz. Der Prozess des Auseinandergehens ist geprägt von Eifersucht. So nah zum Zeuge dieser Entwicklung zu werden, ist nicht leicht zu verkraften. Aber der Autor nimmt dem Leser nicht jede Hoffnung, sonder nur seine Illusionen.

Rezension von Heike Rau

Nicolas Fargues
Nicht so schlimm
Deutsch von Frank Wegner
187 Seiten, gebunden
Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3498021177
Bestellen

Mark Beaman: Handbuch der Vogelbestimmung – Europa und Westpaläarktis

Mark Beaman: Handbuch der Vogelbestimmung – Europa und Westpaläarktis

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Vögel zu beobachten ist ein sehr beliebtes Hobby. Die Vögel, die ans Futterhäuschen kommen, lernt man sicher sehr schnell kennen. So wird das Interesse geweckt, auch die weniger bekannten Vogelarten kennen zu lernen. Aber um umfangreiche Feldforschungen betreiben zu können, ist ein sehr breitgefächertes Wissen erforderlich. Ein gutes Nachlagewerk ist unerlässlich.
„Handbuch der Vogelbestimmung“ ist solch ein Werk. Beschrieben werden alle Vogelarten (über 850), die in Europa, bzw. in den Grenzen der westlichen Paläarktis beobachtet worden sind. Auch seltene Ausnahmegäste und eingebürgerte Arten werden beschrieben.

Es gibt einen ausführlichen, etwa 25 Seiten langen Einführungstext. Hier wird die Kunst der Vogelbestimmung erklärt. Es wird erörtert, was bei der Vogelbestimmung beachtet werden muss und was von besonderer Bedeutung ist. Damit ist das Buch für Anfänger, erfahrene Beobachter und Ornithologen gleichermaßen geeignet.

Zur Verfügung gestellt wird ausgesprochen viel Bildmaterial. Die Zeichnungen sind äußerst detailliert. Präsentiert werden diese in Bildtafeln, so dass man gut Vergleiche ziehen kann. Andererseits kann man so nicht den Text mit dem Bild direkt vergleichen, sondern muss hin und her blättern. Die Verbreitung der Arten kann man dem Kartenmaterial entnehmen. Die Porträts der Vögel erfolgen in Texten, die stichpunktartig gehalten und dennoch sehr umfangreich sind. Die Formulierungen sind gut gewählt und äußerst treffend. Die Autoren helfen dem Vorstellungsvermögen sehr gut auf die Sprünge. Wer sich mit den verwendeten Fachbegriffen nicht gut auskennt, findet Erklärungen im Buch. Es gibt auch ein Glossar. Selbstverständlich verfügt das Buch über ein Register der lateinischen und der deutschen Vogelnamen.

Fazit: Das Buch ist ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk, dass durch seine Einzigartigkeit fasziniert.

Rezension von Heike Rau

Mark Beaman / Steve Madge
Handbuch der Vogelbestimmung – Europa und Westpaläarktis
Aus dem Englischen von Detlef Singer
2. korrigierte Auflage
869 Seiten, 8000 Farbzeichnungen, 641 Verbreitungskarten
Verlag Eugen Ulmer Stuttgart
ISBN 978-3-8001-5494-4
Bestellen

Markus Grill: Kranke Geschäfte

Markus Grill: Kranke Geschäfte

Gesundheit ist ein wertvolles Gut. Unbestritten wird viel Geld dafür ausgegeben. Neben den Krankenkassenbeiträgen und den zusätzlichen Leistungen und Gebühren, stehen auch hohe Kosten für Medikamente an. Das Vertrauen in die Ärzteschaft, die Pharmaindustrie und in das Gesundheitswesen allgemein ist gesunken.

Der Titel des Buches verspricht Aufklärung. Es ist als Informationsquelle für Patienten gedacht und sicherlich auch interessant zu lesen. Der Autor hat für sein Buch viele Quellen genutzt und präsentiert nun die daraus gewonnenen Daten in zusammengefasster Form. Auch wenn das Zahlenmaterial oft etwas angestaubt wirkt und nicht immer durch Aktualität glänzt, die Pharmaindustrie kommt dabei nicht gut weg. Das war zu erwarten. Panikmache kann man dem Autor aber nicht unterstellen, viel mehr geht es darum, die Missstände aufzudecken. Das ist spannend, aber sicher ist auch in anderen Branchen ähnliches Vorgehen üblich. Nicht selten wird Gewinn um jeden Preis gemacht. Wie die Marketingstrategien der Pharmaindustrie aussehen, erfährt der Leser bis ins Detail und auch in welche Rolle er als Patient dabei gedrängt wird.

Was vom Buch bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber die Verdienste der Pharmaindustrie werden in diesem Buch nicht erwähnt. Es wirkt darum sehr einseitig geschrieben. So ist der Nutzen, der für den Patienten durch das Lesen entsteht, eher gering. Aber das Buch bietet interessante Einblicke und vermittelt Wissen um die Vorgänge im Gesundheitswesen, sehr genau recherchiert, nachprüfbar durch Quellenangaben und gut lesbar aufbereitet.

Rezension von Heike Rau

Markus Grill
Kranke Geschäfte
Wie die Pharmaindustrie uns manipuliert
224 Seiten, Klappenbroschur
Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3498025090
Bestellen

Golden

Golden

Lissys Familie zieht in einen anderen Bundesstaat, um ein neues Leben zu beginnen. Alles soll von nun an ganz normal werden. Für Lissy bedeutet das, Schluss mit der Farbsicht. Alle weiblichen Mitglieder der Familie verfügen über eine übersinnliche Gabe, auch wenn sich bei Schwester Lexie noch keine gezeigt hat. Aber nicht zuletzt sind diese Fähigkeiten Schuld daran, dass die Familie umziehen muss. Es geht zurück in die Heimat von Lizzys Mutter. Hier leben noch andere Verwandte.

Lissy lernt Violetta, Lilah und Tracy kennen und erfährt, dass es an ihrer zukünftigen Schule, der Emory High eine Rangordnung, bestehend aus den Goldenen und dem traurigen Rest, gibt. Lilah ist die Anführerin der Goldenen und hat dementsprechend großen Einfluss. Lissy will sich dem nicht unterordnen, sie schließt sich Andra an, die nicht zu den Goldenen gehört und handelt sich damit Ärger ein. Sie wird weitgehend geschnitten und als Außenseiterin behandelt. Ihre Gabe, die Aura von Menschen zu sehen, lässt sich natürlich nicht unterdrücken. Als sie der schmutzigen Aura ihres Mathelehrers gewahr wird, haut es Lizzy um. Ihn umgibt die Farbe des Nichts. Lizzy weiß, was das heißt. Der Mathelehrer ist ein sehr gefährlicher Mensch. Er könnte sogar ein Mörder sein.

Lizzy vertraut sich ihrer Familie an. Doch niemand schenkt ihr Glauben. Alle sind der Meinung, dass der Lehrer ein wunderbarer Mensch ist. Lizzy muss etwas tun. Sie schließt sich mit ihrer Schwester, die ihr seltsamerweise glaubt und den wenigen Freunden, die sie gefunden hat, zusammen, um hinter das Geheimnis des Mathelehrers zu kommen.

„Golden“ ist ein spannender Mystery-Thriller für Jugendliche. Die Geschichte beginnt recht harmlos. Lissy muss sich in die neue Umgebung eingewöhnen und kämpft mit den üblichen Problemen. Dank ihrer Gabe, kann sie Menschen aber besser einschätzen und ist damit klar im Vorteil. Diese Übersinnlichkeit nimmt man ihr ab, auch wenn die Autorin übertreibt, als sie Lizzy ihren Körper verlassen lässt.

Das Buch entwickelt sich nach dem ruhigen ersten Drittel schnell zum Thriller. Es fehlt der Geschichte hin und wieder an Tempo, dennoch bleibt die Spannung erhalten. Schließlich findet eine Wende statt, die man so nicht erwartet.
Da die Autorin auf Schockeffekte verzichtet, stellt sich kein Gänsehautgefühl ein. Sicher wäre aus dieser Story mehr herauszuholen gewesen. Andererseits kann man diesen Krimi lesen, ohne Herzrasen befürchten zu müssen. Das Buch ist damit auch für nicht ganz so nervenstarke Leser geeignet.

Rezension von Heike Rau

Jennifer Lynn Barnes
Golden
Deutsch von Ulrike Nolte
256 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher
ISBN: 978-3827051523
Bestellen

Lola Löwenherz

Lola Löwenherz

Lola ist seit einer Woche die stolze Besitzerin eines Kätzchens. Leider ist Schneewittchen keine Schmusekatze. Immer versteckt sie sich. Heraus kommt sie nur zum Fressen oder wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Lola ist sehr traurig darüber, dass das Kätzchen sich nicht streicheln lässt.
In der Schule sieht es auch nicht so gut aus. In Mathe schreibt Lola wieder eine sechs. Außerdem steht der Schulwechsel kurz bevor. Wenigstens wird sie die neue Schule gemeinsam mit ihrer Freundin Flo besuchen können.
Lina hat ganz andere Sorgen, ihr Opa ist schwer krank. Da braucht sie jetzt Lolas Trost.
Annalisa hat zu ihrem Geburtstag, zu dem Lola nicht eingeladen war, ein Katzenbaby geschenkt bekommen. Nun muss Lola sich anhören, wie lieb das Kätzchen ist. Ihres lässt sich dagegen nicht mal mit „Katzenknusperspaß“ locken. Omas Buch „Geheimtipps für Kätzchenbesitzer“ hilft auch nicht weiter.
Als ein Zirkus im Viertel Halt macht, lernt Lola eine kleine Ziege kennen. Sie erfährt, das diese sich nicht dressieren lässt und deswegen immer angebunden auf der Wiese steht.
Aber nun muss erst einmal die neue Schule kennen gelernt werden. Es ist Tag der offenen Tür. Die Schule gefällt Lola. Überhaupt wendet sich alles zum Besseren. Alex ruft endlich an. Lola hat schon ewig auf seinen Anruf gewartet.
Dann läuft das scheue Kätzchen weg und sucht sich einfach ein neues Zuhause. Was soll Lola da nur machen?

Lola ist ein ganz normales Mädchen. Jedes Kind kann sich sicher gut mit ihr identifizieren. Sie hat ihre Sorgen und Nöte wie jeder andere. Die Geschichte ist dem Leben entnommen und sehr realistisch. Beschrieben wird also Lolas Alltag zu Hause und in der Schule. Dabei geht es manchmal sehr turbulent zu, manches stimmt aber auch nachdenklich. Man lacht mit Lola, wenn ihr Lustiges passiert und man fühlt mit ihr, wenn sie traurig ist.
Lola ist ein liebenswertes Mädchen mit sehr viel Fantasie, man kann nur staunen, was sie sich in ihren Träumen so alles ausdenkt. Dennoch steht sie mit beiden Beinen fest im Leben, setzt sich ein für die Dinge, an die sie glaubt. Auch dass sie ein großes Herz für Tiere hat, beweist sie in diesem Band.

Der Schreibstil der Autorin gefällt gut. Die Geschichte lässt sich gut verfolgen. Die große Schrift erleichtert das Lesen. Es gibt sogar einige schwarz-weiße Illustrationen. Gut ist es, wenn man die vorangegangenen Bände kennt. Die Autorin bezieht sich immer wieder darauf. Das Buch ist weitgehend in sich abgeschlossen und doch ist das Ende offen, so dass man sich sicher auf ein weiteres Buch mit Lola freuen darf.

Rezension von Heike Rau

Isabel Abedi
Lola Löwenherz
Band 5
Illustrationen von Dagmar Henze
283 Seiten, gebunden
ab 8 Jahren
Loewe Verlag
ISBN: 978-3785556740
Bestellen