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Autor: hera

Das geheime Buch vom Weihnachtsmann

Das geheime Buch vom Weihnachtsmann

Dass der Weihnachtsmann von seiner langen Reise ganz müde wird, ist verständlich. Aber als ihm dann die Augen zufallen, werden die Rentiere übermütig. Als sie den Schlitten Richtung Südpol etwas zu schwungvoll wenden, fällt dem Weihnachtsmann das geheime Buch herunter.

Die Pinguine sehen, als sie zum Himmel schauen, etwas fallen. Es ist kein Schnee, das ist sofort klar. Es ist das kleine rote und sehr geheimnisvolle Buch vom Weihnachtsmann. Es gibt nur das eine. Kein weiteres wird im Wasser gefunden. die ganze Pinguinfamilie will sehen, was in dem Büchlein steht. Ordentlich in einer Reihe wird sich aufgestellt, damit jeder einmal in das Buch blicken kann.

Was es da zu sehen gibt, gefällt ausgesprochen gut und wirkt auf die Pinguine inspirierend. Sofort machen sie sich an die Arbeit und gestalten ihre Eisscholle weihnachtlich, während der Weihnachtsmann in seinem Rentierschlitten umherfährt und nach dem verlorenen Buch sucht.

Das Buch gefällt ausgesprochen gut, sowohl von der Motiv-, aber auch von der Farbauswahl. Die kleine Geschichte wird mit wenigen Worten erzählt. In der Hauptsache sprechen hier die Bilder, die überaus gelungen sind. Am meisten Spaß macht es, wenn Kinder das Buch mit ihren Eltern ansehen. Es gibt nämlich vieles im Buch, über das man sprechen kann, da es die Fantasie von Kindern anregt. Das Buch fördert so auch die Sprache der Kinder, die sicher vieles in die Geschichte hineininterpretieren können.

Dem großen Buch liegt das geheime Buch vom Weihnachtsmann bei. Das ist eine tolle Idee, kann man doch mal sehen, was andere Kinder sich wünschen. Das muss auch gar nicht unbedingt etwas Materielles sein. Die Wünsche der fremden Kinder regen deshalb auch zum Nachdenken an. Hinten im kleinen roten Buch ist dann noch Platz für die eigenen Wünsche.

Rezension von Heike Rau

Angelika Stubner
Das geheime Buch vom Weihnachtsmann
36 Seiten, gebunden
Loewe Verlag
ISBN: 978-3785558744
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Einsatz in 4 Wänden – Ein Königreich für Kids und Teens

Einsatz in 4 Wänden – Ein Königreich für Kids und Teens

Das Kinderzimmer ist nicht selten der kleinste Raum in der Wohnung. Dabei werden hohe Ansprüche an dieses Zimmer gestellt. Es soll einerseits ein Rückzugsgebiet für das Kind sein und Geborgenheit geben, nicht nur zum Schlafen. Es soll zum Spielen einladen, die Fantasie anregen und das Lernen fördern und auch noch genug Stauraum bieten, damit Ordnung gehalten werden kann.

So manches Kinderzimmer wirkt aber wie eine Abstellkammern, farblos und mit ausrangierten Möbeln. Es fehlt einfach an Ideen, das Zimmer kind- und altersgerecht zu gestalten. Tine Wittler zeigt, wie man ein Kinderzimmer den Anforderungen anpassen kann und vermittelt die richtigen Konzepte für Geschwisterzimmer, Zimmer für Mädchen oder Jungen verschiedenen Alters und sie richtet ihr Augenmerk auch auf besonders kleine Räumen. Natürlich werden auch einige der beliebten Themen-Zimmer gezeigt.

Die Umgestaltung eines Zimmers wird genau erklärt. Orientierung auf den ersten Blick bieten die Vorher-Nachher-Fotos. Man sieht hier sofort die Veränderungen. Für besondere Probleme, werden Lösungsvorschläge gegeben. In einem ausführlichen Text wird die Umsetzung des Konzepts erklärt. Hobbyhandwerker können dies selbst tun. Wer noch keine Erfahrung hat, sich aber dennoch an die Arbeit heranwagen will, wird mit vielen Ratschlägen unterstützt. So wird zum Beispiel Schritt für Schritt erklärt wie man eine Fototapete anbringt, einen unansehnlichen Heizkörper verkleidet, wie man ein Podest baut, wie man ein Wandbild anbringt, eine Trennwand aufstellt und vieles mehr.

Das Buch ist ausgesprochen inspirierend. Man kann den Konzepten genau folgen, wie beispielsweise bei den Themenzimmern, man kann aber auch die Vorschläge zur Umgestaltung aufgreifen und ganz nach eigener Fantasie und Kreativität abwandeln. Selbst Hand anzulegen, macht Spaß und spart viel Geld. Wer keine neuen Möbel kaufen möchte, kann die alten mit frischer Farbe umgestalten und so dem Farbkonzept des neuen Zimmers anpassen. Auch eine gekonnte Dekoration, kann ein Zimmer zum Vorteil hin verändern. Tine Wittler gibt so viele Tipps, dass mit den Vorgaben eigentliches jedes Kinderzimmer umgestaltet werden kann, ob nun komplett oder auch nur teilweise.

Die Texte im Buch sind leicht verständlich. Man kann den Beschreibungen auch sehr gut entnehmen, welches Zimmer zum eigenen Kind passt. Die Arbeitsanleitungen für bestimmte Gestaltungsideen sind gut nachvollziehbar, wenn man handwerkliches Geschick mitbringt. Die Fotos hierzu sind sehr anschaulich.

Das Buch überzeugt besonders durch seine Vielfalt. Man wird in die Lage versetzt ein Kinderzimmer nicht nur zweckmäßig, sondern auch sehr ansprechend einzurichten und zu dekorieren.

Rezension von Heike Rau

Tine Wittler
Einsatz in 4 Wänden – Ein Königreich für Kids und Teens
Die besten Ideen für Kinder- und Jugendzimmer
140 Seiten, broschiert
Egmont vgs Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3802517471
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1001 Naturwunder

1001 Naturwunder

Die Welt mit einem Buch zu erkunden, ist eine schöne Vorstellung. 1001 Naturwunder aus den Bereichen Geologie, physische Geographie, Flora und Fauna werden gezeigt. Damit man sich gut im Buch zurechtfindet, sind die einzelnen Artikel nach Kontinenten und dann wiederum nach Ländern sortiert. Sucht man nach etwas Bestimmten, kann man das Orts- und das Sachregister nutzen.

Am meisten Spaß macht es, einfach im Buch zu blättern und sich von der Vielfalt der Artikel überraschen zu lassen, sich ein Bild unserer einzigartigen Welt mit Flüssen, Wasserfällen, Regenwälder, Wüsten, Bergen, Felsen, Gletschern, Hochebenen, Pässen, Schluchten, Höhlen, Vulkanen, Riffs, Wäldern, Canyons, Klippen und vielen weiteren Naturphänomenen mehr zu machen.

Jedes der Naturwunder, also zum Beispiel die Riesenmammutbäume in Kalifornien/USA, die Schmetterlingsbäume Mexikos, die Nordlichter Lapplands, das Hölloch in der Schweiz, die Cango-Höhlen in Western Cape/Südafrika, die Wälder und Wasserfälle von Khao Yai in Thailand, der Uluru in Australien oder die Kaiserpinguine der Antarktis werden in einem kurzen Text mit Hinblick auf die Besonderheiten beschrieben.

Nicht zu jedem Artikel gibt es ein Foto, das ist schade, aber das Buch ist mit seinen 960 Seiten auch so schon viel zu dick und recht unhandlich und schwer. Aber die Fotos, die es gibt, sind überaus beeindruckend, manche wünscht man sich größer, um sie besser im Detail betrachten zu können.
Das Buch anzusehen und zu lesen ist dennoch ein einzigartiges Erlebnis. Es macht aber auch nachdenklich, angesichts des drohenden Klimawandels.

Rezension von Heike Rau

Michael Bright
1001 Naturwunder
Die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist
960 Seiten, Klappenbroschur
Edition Olms, Zürich
ISBN: 978-3283005429
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Der Fall untreue Klára

Der Fall untreue Klára

Dr. Denis Pravda sieht es mit Staunen, als der berühmte Autor Norbert Černý in seiner Kanzlei auftaucht, um für einen Roman zu recherchieren. Bereitwillig erzählt der Privatdetektiv über seine Arbeit. Doch schon beim nächsten Treffen, diesmal in einem Restaurant, gibt der Autor zu, gelogen zu haben. Er will kein Buch schreiben. Vielmehr leidet er unter Eifersucht, glaubt, seine viel jüngere Freundin gehe fremd. Nie habe er sich vorstellen können, einen Privatdetektiv zu engagieren. Doch nach diesen vielversprechenden Gesprächen, will er das Wagnis eingehen und seine Freundin, mit der er seit zwei Jahren zusammen ist, beschatten lassen. Doppeltes Honorar will er zahlen, falls Pravda es schafft, sie in flagranti zu erwischen.
Pravda und sein Team legen sich ins Zeug, lassen Klára keine Sekunde aus den Augen. Ihre Spritztouren sind, was sie sind – Spritztouren. Es passiert absolut nichts, was darauf hindeuten könnte, dass sie sich einem anderen Mann zugewandt hat. Entweder ist sie so harmlos oder sie hat die Observation bemerkt und geht nun äußerst geschickt vor.

Die Charaktere im Buch sind wirklich unglaublich. An dem makaberen Spiel sind bald nicht mehr nur Pravda und Černý beteiligt, auch wenn sich in der Hauptsache alles um die beiden dreht. Der eine gerät in ein Netz aus Lügen, der andere verstrickt sich in seinen Verdächtigungen. Trotzdem, beide spielen eine Rolle vor dem anderen. Wer hier wen ausspielt, bleibt lange unklar, das macht das Buch so spannend.
Die Handlung ist überspitzt dargestellt, aber nicht unglaubwürdig. Es ist sehr reizvoll zu verfolgen, wie der Autor die Geschichte immer weiter entwickelt, wie er die Figuren tanzen lässt.
Der Autor verblüfft mit psychologischer Hintergründigkeit und sehr viel Fingerspitzengefühl. Es liegt viel Ironie in der Geschichte, in der Gefühle überhand nehmen und dem Leben jede Normalität nehmen. Menschen in Ausnahmesituationen verwandeln sich derart, dass sie nicht mehr wiederzuerkennen sind, so sehr laufen sie dem sonst gelebten Leben zuwider.
Der Autor zeigt diese Gefühle sehr genau, spielt mit seinen Protagonisten, er hat die Macht dazu, sie in jede Richtung laufen zu lassen. Literarisch ist das Thema Eifersucht perfekt umgesetzt. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Rezension von Heike Rau

Michal Viewegh
Der Fall untreue Klára
206 Seiten, gebunden
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 978-3552060692
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Norbert Golluch und Dorothea Tust: Mein erstes Buch vom Computer

Norbert Golluch und Dorothea Tust: Mein erstes Buch vom Computer

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Familie Lohmann braucht unbedingt einen Computer. Die Mutter möchte Texte damit schreiben, der Vater möchte öfter mal etwas im Internetlexikon nachschlagen. Die Kinder Till und Saskia brauchen ihn für die Schule und natürlich wollen sie auch mal damit spielen. Die ganze Familie will außerdem Emails schreiben und bekommen.

Zunächst informiert sich die Familie über das, was auf dem Markt angeboten wird. Dazu lassen sie sich im Geschäft beraten. Der Techniker erklärt auch gleich, welche Teile zu einem Computer gehören und was man sonst noch braucht, wie zum Beispiel die Software. Auch welche Geräte man anschließen kann, wird erläutert.

Nun wird der passende Computer für die Familie gekauft und alle sind begeistert. Damit aber jeder mal an den Computer kann und auch niemand zu lange daran sitzt, wird ein Plan mit Nutzungszeiten aufgestellt.

Einen Computer für die Familie anzuschaffen, ist eine spannende Sache, bei der doch einiges bedacht werden muss. Mit Hilfe des Buches können Kinder hier gut mit einbezogen werden. Es wird kindgerecht und ohne zu überfordern erklärt, wie ein Computer aufgebaut ist und was man alles damit tun kann. Besprochen wird auch wie wichtig der Virenschutz ist. Kinder erfahren Wissenswertes über die Geschichte des Computers, die Entstehung des Internets und wie man es nutzen kann. Es gibt sogar ein kleines Computerlexikon. Hier kann man die wichtigsten Begriffe nachschlagen.

Das Buch ist durchgehend mit informativen Zeichnungen illustriert. Vor allem sieht man Familie Lohmann, wie sie sich mit dem Computerthema auseinandersetzt.

Dass Kinder oft zu viel vorm Computer sitzen, ist bekannt. Mit Hilfe des Buches kann man bei den Kindern hier aber gleich die Weichen richtig stellen. Familie Lohmann hat einen Zeitplan für die Computernutzung gemacht, damit noch genügend Zeit für Spiel und Bewegung am Nachmittag bleiben.

Rezension von Heike Rau

Norbert Golluch / Dorothea Tust
Mein erstes Buch vom Computer
28 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 978-3219112993
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Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen

Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen

Die Naturheilkunde erfreut sich wachsender Beliebtheit. Mit Heilpflanzen lassen sich viele Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden behandeln. Hier zählen Erfahrungswerte. Mittlerweile ist die Wirksamkeit vieler Pflanzen aber auch wissenschaftlich nachgewiesen. Das vorliegende Buch ist ein guter Einstieg für alle, die sich Pflanzenwissen aneignen wollen.

Im ersten Teil des Buches geht es um die Arbeit mit den Heilpflanzen. Erklärt wird, wie die Pflanzen in der Natur gesammelt werden. Wer nicht selbst sammeln möchte, kann auch in die Apotheke oder den Kräuterladen gehen. Und natürlich können Heilkräuter auch im eigenen Garten angebaut werden. Auch die Weiterverarbeitung wird erklärt. Der Leser erfährt wie man sein Sammelgut am besten trocknet. Man findet Grundrezepturen für Tees, lernt wie man Tinkturen, Salben, Cremes, Auszugsöle, Medizinalwein und Kräuterkissen herstellt und erfährt die Anwendung von Heilpflanzenbäder, Auflagen, Kompressen und Wickeln. Besprochen werden auch die wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanzen.

Im zweiten Teil des Buches findet man die Heilpflanzenporträts von Acker-Schachtelhalm über Fenchel, Gänse-Fingerkraut, Honigklee, Ingwer, Löwenzahn und Ringelblume bis hin zur Zwiebel. Die Pflanzenporträts sind ausgesprochen ausführlich gehalten und damit auch sehr aussagekräftig und genau. Man erfährt über die jeweilige Pflanze Geschichtliches und Botanisches, liest, wie sie angebaut und geerntet wird und welche Wirkung sie hat und auch auf welche Art und Weise sie zur Heilung eingesetzt wird. Altes Wissen wird neuem Wissen gegenübergestellt. Medizinisch relevante Details findet man in einem grün hinterlegten Kästchen. Hier kann man die Inhaltsstoffe nachlesen, die Anwendungsmöglichkeiten, erfährt, ob die Wirkung medizinisch nachgewiesen ist, bekommt Hinweise zur Dosierung, zu Neben- und Wechselwirkungen und Gegenanzeigen.
Diese Porträts sind auch sehr schön gestaltet. Neben wunderbaren Zeichnungen auf denen sich Details sehr gut erkennen lassen, findet man auch eine Vielzahl von Fotos.

Im dritten Teil des Buches werden die Erkrankungen vorgestellt, die sich erfahrungsgemäß gut mit Heilpflanzen behandeln lassen. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen des Bewegungsapparates, Verdauungsbeschwerden, Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkältungs- und Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen oder auch seelische Beschwerden. Der Leser erhält hier natürlich auch Tipps, wann von einer Selbstbehandlung abgeraten und ein Arzt aufgesucht werden muss. Aber gerade für Befindlichkeitsstörungen und leichteren Beschwerden findet man viele hilfreiche Tipps zur Selbstbehandlung oder zur Ergänzung zur Schulmedizin.

Im Anhang findet man Literaturvorschläge, Bezugsquellen, Internetadressen, ein Glossar, eine übersichtliche Tabelle mit Beschwerden und den hier helfenden Pflanzen, ein Sachregister und Register der deutschen und botanischen Pflanzennamen.

Fazit: „Alles über Heilpflanzen“ ist ein sehr ausführlicher Ratgeber. Die Texte sind ausgesprochen detailliert gehalten, so dass man sich umfassend informiert fühlt. Die Fotos und Zeichnungen sind nicht nur sehr schön anzusehen, sondern auch sehr hilfreich, um Pflanzen im Detail kennen zu lernen.
In den Porträts werden die Pflanzen sehr genau vorgestellt. Man bekommt nicht nur Anfängerwissen präsentiert, sondern erhält ein sehr tiefgehendes, um fassendes Werk über Heilpflanzen. So kann das Buch auch gut als Nachschlagewerk für Naturheilkundler und zur Weiterbildung empfohlen werden.
Und ganz nebenbei gesagt: Man wird beim Lesen auch wunderbar unterhalten. Der Schreibstil der Autorin gefällt ausgesprochen gut.

Über die Autorin:
Ursel Bühring ist Heilpraktikerin, Krankenschwester, Naturpädagogin, Phytotherapeutin und die Gründerin und Leiterin der Heilpflanzenschule Freiburg. (www.heilpflanzenschule.de) Sie ist Autorin vieler Heilpflanzenartikel in Fachzeitschriften und Fachbüchern und tritt als Expertin für Heilpflanzen in Fernseh- und Radiosendungen auf. Außerdem ist sie seit vielen Jahren als Dozentin im In- und Ausland tätig.

Rezension von Heike Rau

Ursel Bühring
Alles über Heilpflanzen
Erkennen – anwenden – gesund bleiben
Zeichnungen von Lutz-Erich Müller
361 Seiten, gebunden, 208 Farbfotos, 71 farbige Zeichnungen, 2 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-4979-7
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Der Rote

Der Rote

Hermann Pauli, Zoologe und Hochschullehrer an der Uni in Kiel, hat seine Forschungsreise beendet. Seine Rückreise von Neuseeland nach Deutschland steht kurz bevor. Nur die Wale will er sich noch ansehen. Viele kommen deswegen nach Kaikoura, so tritt er die Bootsfahrt mit einer Gruppe Familien mit Kindern und älteren Leuten an. Der Achtundfünfzigjährige hofft, dass ihn das etwas aufmuntert, leidet er doch seit dem Tod seiner Frau an Depressionen.

Besonders ein junger Pottwal begeistert die Touristen. Doch was fast niemand sieht, er ist verletzt. Außer ihm, dem Kapitän und einem Kind bemerkt das keiner. Hermann ist ohnehin alarmiert. Die See hat einen ungewöhnliche Farbe angenommen. Dann plötzlich, einige Seemeilen voraus, kommt es zu einem Seebeben, das aussieht wie ein Vulkanausbruch. Die See kocht, braune Fontänen bahnen sich ihren Weg in Richtung Himmel. Das Boot wird hin und her geworfen. Eine riesige Welle rast heran.

Die Menschen auf dem Boot überleben. Auch Hermann, der vom Kapitän aus seiner Bewusstlosigkeit geholt wird. An Land hat es Tote gegeben, alles ist verwüstet. Auch die Besatzung eines Forschungsbootes hat überlebt. Aber die eben noch von ihnen beobachteten Wale sind weg. Doch irgendetwas anderes ist ganz in der Nähe. Es scheint ein riesiger Kalmar zu sein, größer als ihr Boot, die „Warrior“.

Ein alter Mann erzählt Hermann von den Kalmaren, die es an der Küste zwischen South und Goose Bay angespült worden sind. Hermann, der ja ein Kalmar-Experte ist, lässt das keine Ruhe. Er begibt sich an den Strand und was er dort entdeckt, kann man ruhig als wissenschaftliche Sensation bezeichnen. Dass der Wissenschaftler bald etwas noch Spektakuläreres entdecken wird, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Der Rote“ ist ein Wissenschaftsthriller. Erzählt wird von einer Naturkatastrophe, die etwas ans Tageslicht befördert, was so ein Mensch noch nie gesehen hat. Schon das macht das Buch ungeheuer spannend.
Hauptperson der Geschichte ist Hermann Pauli, ein Wissenschaftler, dem das Leben sehr zugesetzt hat, so dass er sich schon fast aufgegeben hat. Zu leben ist ihm eine Last geworden. Er ist dennoch eine faszinierende Persönlichkeit, denn als er sich seiner spektakulären Entdeckung gegenüber sieht, packt ihn der alte Ehrgeiz und sein Forschergeist erwacht zu neuem Leben.

Seine Begeisterung springt auch auf den Leser über.
Die Story ist wirklich gut aufgebaut und wird in einem atemberaubenden Tempo erzählt. Das ist keine Fantasy, genau so etwas könnte wirklich passieren. Auf der einen Seite ist es beängstigend, auf der anderen Seite wird das Bewusstsein dafür geschärft, dass unsere Erde durchaus noch mit Unentdecktem aufwarten kann.
Die Geschichte trägt damit auch eine Botschaft, bei der es um Natur- und Artenschutz geht. Hermann Pauli ist ein Forscher. Er sieht sich aber denen gegenüber, die in Unbekanntem eine Gefahr sehen und nur an Vernichtung denken. Für Pauli beginnt damit ein Kampf, den er eigentlich nicht gewinnen kann.

Rezension von Heike Rau

Bernhard Kegel
Der Rote
544 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 978-3866480674
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Zwischenwelten

Zwischenwelten

Es gibt viele Dinge, die sich scheinbar nicht erklären lassen. Manche machen uns Angst, manche sind einfach „nur“ erstaunlich. „Zwischenwelten“ geht den mysteriösen Phänomenen nach und versucht, wo immer es geht, Erklärungen anzubieten.

Vorgestellt werden Spukerscheinungen wie Geisterfotografien, Geisterschiffe, und Geister, die in Häusern spuken. Erklärt wird, was es mit unserem sechsten Sinn auf sich hat oder wie Vorahnungen unser Leben beeinflussen, welche Macht Farben haben und was man von Glücksbringern zu halten hat. Hinterfragt wird auch, ob Katzen Pech oder Glück bringen oder ob das alles nur Aberglaube ist. Auch Naturphänomene spielen eine Rolle. Berichtet wird von der Macht des Mondes und von Kugelblitzen. Interessantes kann man auch über Seeungeheuer und Monster nachlesen. Und auch uralte Geheimnisse der Menschheit werden beleuchtet. So wird der Frage nachgegangen, ob es den Heiligen Gral tatsächlich gibt. Erklärt wird auch, was man über Steinkreise wie Stonehenge weiß. Auch seltsame Wunder werden im Buch aufgezeigt. So geht es um Wundermittel oder Wünschelrutengänger. Wer wissen will, was es mit den seltsamen Kornkreisen auf sich hat, findet ebenfalls interessante Informationen mit Erklärungsversuchen. Gesprochen wird auch über Ufos und Außerirdische.

„Begegnungen mit dem Übersinnlichen“ sind faszinierend. Die Autorin hat viele entsprechende Phänomene, seltsame Erscheinungen und beunruhigende Vorkommnisse im Buch zusammengefasst und diese in kurzen Texten dargestellt. Nur weniges wird wissenschaftlich hinterfragt. Nur zu wenigen Phänomenen findet man Erklärungsversuche, aber oftmals bleiben diese das, was sie sind, nämlich mysteriös. Hier bleibt viel Raum für eigene Spekulationen. Und doch macht sich ein wenig Unmut breit, denn viele Phänomene zu denen es durchaus noch eine Menge zu sagen geben würde, bleiben unkommentiert.

Das Buch ist aufwändig mit Fotos und Grafiken illustriert. Die Gestaltung ist sehr aufwändig. Das Buch ist großformatig, die Seiten aus stabilem Fotokarton. Auch die Seitengestaltung mit Texten in verschiedenen Schriftarten auf farbigem Hintergrund gefällt. Das Cover erfüllt die Erwartungen an das Buch.

Mit dem Buch bekommt man einen umfassenden Überblick über unheimliche Phänomene und Vorkommnisse unserer Welt. Es regt die Fantasie an und öffnet die Augen für das Übersinnliche. Viele der Beschreibungen sorgen für Gänsehaut und andere wecken tiefgehendes Erstaunen oder sie zeigen, wie weit der eigene Aberglaube reicht.

Rezension von Heike Rau

Judy Allen
Zwischenwelten
Begegnungen mit dem Übersinnlichen
Aus dem Englischen von Uwe Müller
144 Seiten, gebunden
Loewe Verlag, Bindlach
ISBN: 978-3785560068

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Der Pirat von Barataria

Der Pirat von Barataria

Im Jahre 1810. Die Geschwister Kelly, Henry und Bobby können, nun wo ihr Vater verstorben ist, nicht länger in ihrer Heimat St. Louis bleiben. Victor Leroux, ein Freund des Vaters, den die Kinder allerdings nicht kannten, ist bereit, die Kinder aufzunehmen. So ist die kleine Gruppe unterwegs mit dem Schaufellraddampfer auf dem Mississippi. Es geht südwärts nach New Orleans.

Als Henry ein Gespräch belauscht, dass Leroux mit einem Fremden führt, wird sein Misstrauen geweckt. Kelly soll offensichtlich mit Leroux Sohn Armand verheiratet werden. Das klingt allerdings so abwegig, dass Kelly der Geschichte keinen Glauben schenken kann. Doch in der Nacht werden die Kabinen der Kinder durchwühlt. Der Dieb entkommt.

Maison Leroux ist ein düsteres Gemäuer. Sich im Haus heimisch zu fühlen, fällt den Kindern nicht gerade leicht. Ohnehin kommen sie sich in den Südstaaten fremd vor. Armand macht Kelly tatsächlich den Hof. Kelly fühlt sich geschmeichelt, während Henry die Situation nur schwer ertragen kann. Bald wird Kelly offenbart, dass eine Heirat arrangiert ist. Sie erklärt sich einverstanden, denn nur so, kann sie ihren Brüdern ein Zuhause sichern.

Henry hat weiter Bedenken und davon will er seine Schwester überzeugen. Ohne Beweise wird das jedoch nichts. Zusammen mit seinem Bruder Bobby steigt er hinunter in den verbotenen Keller. Dort finden die beiden Spuren von Jean Lafitte. Ihr verstorbener Vater wusste viele Geschichten über den berüchtigten Piraten zu erzählen. Dass die Geschwister den Schlüssel zu seinem Piratenschatz haben, ahnen sie zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.

„Der Pirat von Barataria“ spielt sich nicht auf einem Piratenschiff ab. Vielmehr geht es um das Erbe von Jean Lafitte, also seinem bisher unentdeckt gebliebenen Piratenschatz, zu dem die Kinder den Schlüssel besitzen. Davon ahnen diese allerdings zunächst nichts. Victor Leroux weiß da schon mehr, er glaubt, die Kinder halten eine Schatzkarte versteckt. Mit allen Mitteln versucht er zusammen mit seinem Sohn an diese heranzukommen.

Der Autor erzählt die Geschichte auf eine sehr spannende Art und Weise. Keine Minute ist langweilig, im Gegenteil, es gibt Szenen, das stockt einem der Atem, so unheimlich wird es.

Die Kinder sind sechzehn, dreizehn und acht Jahre alt, wobei Henry der Mutigste ist. Er ahnt, was gespielt wird, jedoch fehlen ihm die Beweise, so dass er gezwungen wird, ein Wagnis einzugehen. Der kleine Bobby ordnet sich seinem Bruder unter, folgt ihm, gewinnt im Laufe der Geschichte jedoch an Selbstvertrauen. Ihre Schwester Kelly erkennen die beiden bald nicht mehr wieder, weil sie nach der Pfeife der Leroux’ tanzt und allen Problemen aus dem Weg gehen möchte. Die Charaktere sind also alle sehr lebendig geschildert, man entwickelt sehr schnell Interesse für sie.

Auch die historischen Hintergründe sind gut recherchiert und bilden somit den perfekten Hintergrund für die Geschichte.
Das Buch ist ein Leseerlebnis. Die Schatzsuche ist äußerst spannend und gefahrvoll.

Rezension von Heike Rau

Michael Peinkofer
Der Pirat von Barataria
303 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 978-3800053551
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Wetter & Klimaphänomene

Wetter & Klimaphänomene

Was gibt es Interessanteres, als über das Wetter zu reden? Jeden Tag ist es unser Begleiter, ob es nun regnet oder die Sonne scheint oder ob es uns mit Aufsehen erregenden Phänomenen überrascht. Um Naturerscheinungen geht es in dieser zweiten und völlig neu überarbeiteten Auflage.

Der Leser erfährt, warum der Himmel blau ist, wie ein Regebogen entsteht, wann sich Schäfchenwolken bilden, wie Eiszapfen zustande kommen und was eine Fee mit einer Fata Morgana zu tun hat. Ganz alltäglich Phänomene werden genauso beleuchtet, wie seltene. Das Wetter in all seinen Facetten wird beschrieben.

Für alle am Wetter interessierte Menschen ist das Buch eine hervorragende Informationsquelle, um die vielfältigen Wettererscheinungen aus den Bereichen Sonnenstrahlung, atmosphärische Optik, Wärmestrahlung, Ausbreitung von Luftinhaltsstoffen, Föhn, Nebel, Regen Schnee, Hagel, Gewitter, Eis, Wind und Sturm in ihrem Zustandekommen verstehen zu lernen. Und natürlich wird auch der Klimawandel thematisiert. Viele Geheimnisse der Meteorologie werden gelüftet.

Die Texte sind sehr verständlich gehalten und daher auch für Laien sehr gut lesbar. Das Besondere am Buch sind die vielen Fotos. Man sieht das Alpenglühen, seltsame Lichtreflexionen auf Wasseroberflächen, einen Doppelregenbogen, ein Brockengespenst im Nebel, eine Luftspiegelung auf dem Feldberg im Schwarzwald, ein nebelerfülltes Tal bei Inversionswetterlage, Eiskristalle an Glasscheiben, Dünnschnitte großer Hagelkörner und vieles mehr.
Da wo kein Foto zur Verfügung steht, weil manche Phänomene nun mal extrem selten sind, wird es durch das Bild eines Laborexperimentes ersetzt. Und jedes Fotos wird genau erklärt. Auch wie es entstanden ist, also unter welchen Vorrausetzungen, wird beschrieben. Das dürfte gerade Hobbyfotografen freuen, die es sich zum Ziel gemacht haben, Wetterphänomene einmal abzulichten.

Das Buch besitzt Klappen. Hier kann der Leser alles über die zwölf Windstärken erfahren und er bekommt anhand eines Beispiels die Wetterkarte erklärt.

Fazit: Ein wirklich interessantes Buch für alle, die sich für das Wetter und seine Phänomene interessieren und die sich verständliche, gut nachvollziehbare Informationen hierzu wünschen.

Rezension von Heike Rau

Hans Häckel
Wetter & Klimaphänomene
336 Seiten, 315 Farbfotos, 49 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5414-2
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