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Autor: hera

Züchte deine eigenen Dino-Krebse

Züchte deine eigenen Dino-Krebse

Dino-Krebse als Haustiere? Warum nicht! Der wissenschaftliche Name der Tierchen lautet Triops longicaudatus. Dino-Krebs ist also nur ein Spitzname. Die ältesten Fossilien sind ungefähr 200 Millionen Jahre alt. Die dem Buch beiliegenden Dino-Krebs-Eier stammen allerdings von gezüchteten Tieren ab. Einer erfolgreichen eigenen Zucht steht nun nichts mehr im Wege.

Wie das gemacht wird und was man alles dazu braucht, steht genau im Buch. Es ist recht einfach die Ansprüche der Dino-Krebse zu erfüllen. Man braucht ein Aquarium, eine Lampe, destilliertes Wasser und zwei Thermometer. Wissenschaftliche Informationen rund um den Dino-Krebs gibt es zur Genüge. Da kann man eine Menge lernen, was auch im Biologieunterricht hilfreich sein wird. Es gibt sogar ein kleines Triops-Öko-Lexikon. Der Leser erfährt aber auch, wie die Krebse gefüttert und versorgt werden müssen. Sogar ein Tagebuch gibt es. Hier beschreibt Till, was er mit seinen Krebsen erlebt hat. Dino-Krebse sind ein wirklich spannendes Forschungsobjekt.

Das Buch wird jeden Naturfreund begeistern. Klar, es braucht ein wenig Geduld. Aber die Autorin schreibt sehr motivierend. Ihren Ausführungen kann man sehr gut folgen. Alle Texte sind sehr gut verständlich. Alle Fragen, die bei der Zucht der Dino-Krebse aufkommen könnten, werden beantwortet. Wer nicht genug bekommen kann, für den ist die Liste mit Internetadressen sicherlich sehr interessant. Gut gefallen hat auch, dass die Autorin mit sehr viel Humor schreibt. Es gibt viel zu lachen. Auch die Bilder sind super. Neben ergänzenden Zeichnung zum Text gibt es auch viel lustige Illustrationen.

Eigene Erfahrungen:
Meine Tochter hat es ausprobiert. Da wir kein Aquarium kaufen wollten, haben wir ein großes Gurkenglas genommen. Auf die Lampe haben wir verzichtet, weil es in den letzten Wochen warm genug war. Unsere Geduld wurde allerdings auf eine harte Probe gestellt. Es hat über eine Woche gedauert, bis wir einen klitzekleinen Dinokrebs mit der Lupe entdeckt haben. Meine Tochter hat ihn Fridolin genannt. Wir hatten etwas Sorge, dass er genug Sauerstoff bekommt und haben mit einem Strohhalm immer mal etwas Luft hineingepustet. Es sind noch zwei weitere Krebse geschlüpft, die allerdings ganz klein geblieben und auch bald wieder verschwunden sind. Fridolin ist jedoch schön gewachsen und hat es auf etwa sieben Millimeter gebracht. Ungefähr vierzehn Tage haben wir ihn beobachtet und auch immer schön gefüttert. Dann war auch er im Glas nicht mehr zu finden. Der Katzenjammer war groß. Aber sicher hat Fridolin Eier hinterlassen. Also haben wir den Großteil des Wassers rausgenommen. Den Rest lassen wir eintrocknen. Im nächsten Sommer will meine Tochter den kleinen Fridolin wieder auferstehen lassen.

Rezension von Heike Rau

Anita van Saan
Züchte deine eigenen Dino-Krebse
Illustrationen von Stephanie Entrich
46 Seiten, Klappenbroschur
moses. Verlag
ISBN-10: 3-89777-061-X
ISBN-13: 978-89777-061-4
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Im Bann des Schattenpferdes

Im Bann des Schattenpferdes

Eine alte Burg wird nun Jannikas neue Heimat sein. Ihre Eltern, die Geschichtsforscher sind, haben hier Arbeit gefunden. Jannikas Vater plant und richtet das neue Museum ein und ihre Mutter bringt das Archiv des Grafen von Falkenfels in Ordnung.
Die Burg ist sehr abgelegen. Trotzdem findet Annika hier schnell eine Freundin in Mona von Falkenfels. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und verbringen bei Ausritten ihre Zeit miteinander.
Nur eine Sache macht Jannika Sorgen. Sie hat seit dem Umzug Albträume. Davon wird sie aber abgelenkt als bei Restaurierungsarbeiten ein Wandgemälde auf der Kapellenwand entdeckt wird. Es zeigt einen Ritter auf seinem Pferd. Jannika kann es nicht glauben. Das Gemälde passt perfekt zu ihrem letzten Albtraum. Auch von dem Hengst auf dem Bild träumt das Mädchen. Und dann wird der Traum Wirklichkeit. Annika sieht von ihrem Fenster aus ein Pferd am Strand. Niemand vermag zu sagen, woher das Tier in der Nacht gekommen ist und wem es gehört.
Jannika und Mona wollen das unruhige Tier nicht allein über Nacht im Stall lassen. Als Jannika es beruhigen will, flieht es jedoch an ihr vorbei nach draußen. Es läuft zu einer schattenhaften Gestalt, die allerdings ganz schnell wieder ins Nichts verschwindet. Jannika fragt sich, ob der Nebel ihr einen Streich gespielt hat. Das glaubt jedenfalls Mona. Doch der Spuk will kein Ende nehmen. Jannikas Schicksal ist besiegelt. Sie ist ausersehen, ein spannendes Geheimnis der Vergangenheit zu lösen.

Mit dieser Geschichte wird eine alte Legende zu neuem Leben erweckt. Das ist äußerst spannend. Ausgerechnet ein junges Mädchen muss das Rätsel um den Ritter mit seinem Pferd, den das Wandgemälde zeigt, lösen. Auch wenn Annika die unheimlichen Vorkommnisse natürlich Angst machen, ist sie doch mutig genug, sich dem zu stellen. Die Autorin beschreibt Annika so, dass man sich gut in das Mädchen hineinversetzten kann. Es ist, als erlebt man dieses Abenteuer hautnah mit.
Die Geschichte ist spannend gemacht. Es entsteht ein perfektes Gänsehautgefühl. Das ist sehr fesselnd und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Immer wieder geschehen neue unheimliche Dinge und doch kommt man der Lösung des Rätsels um den Ritter immer weiter auf die Spur.
Aus der Luft gegriffen sind die geschichtlichen Hintergründe zum Buch nicht. In einem Nachwort erklärt die Autorin, wo die Wirklichkeit endet und die Fantasie beginnt. So erfährt man viele interessante Details über die Slawen und den Slawen-Kreuzzug.
Die Autorin schreibt in einem einfachen, sehr gut lesbaren Stil. Das abenteuerliche Buch ist damit unbedingt allen, die unheimliche und geheimnisvolle Geschichten mögen, sehr zu empfehlen.

Über die Autorin:
Angela Waidmann wurde 1965 geboren. Sie liebt Pferde und hatte 20 Jahre lang zwei Haflingerstuten. Sie studierte Geschichte, Vor- und Frühgeschichte und Volkskunde und machte sich als Journalistin im Fachbereich „Pferde“, aber auch als Autorin von Sachbüchern und Jugendromanen selbständig. Angela Waidmann lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Unterfranken.

Rezension von Heike Rau

Angela Waidmann
Im Bann des Schattenpferdes
184 Seiten, gebunden
Ensslin im Arena Verlag
ISBN: 3-401-45234-7
ISBN: 978-3-401-45234-0
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Italienische Gärten

Italienische Gärten

Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise durch verschiedene Regionen Italiens, wie Latium, Kampanien, Toskana, Venetien, Ligurien, Lombardei und Piemont. Überall in diesen Gebieten gibt es bezaubernde Gärten, die es lohnt, kennen zu lernen. Besucht wird der Garten von Ninfa (Sermoneta) mit seinen Ruinen, die Villa d’Este (Tivoli)mit einem Wassergarten in den Bergen, die Villa Borghese (Rom) mit den geheimen Gärten oder der Garten des Palazzo Patrizi (Giuliano) mit einem Meer von Rosen, Palazzo Reale (Caserta) ein italienisches Versailles, Villa Castello (Florenz), der klassische toskanische Garten oder auch der Garten der Villa Gamberaia (Settignano), ein wahrer Architektentraum. Insgesamt werden die 60 schönsten und wichtigsten Gärten beschrieben.

Liebhaber der Gartenkunst werden ihre Freude an diesem Buch haben. Nach einem ausführlichen Vorwort ist es, als würde man die Autorin auf ihrer Reise begleiten. Sie zeichnet die Atmosphäre eines jeden Gartens nach, beschreibt die Wirkung auf den Betrachter. Die Fotos sprechen dabei für sich. Die Autorin skizziert ganz genau Stimmungen und lässt bestimmte Szenen aufleben. Dabei sieht sie auch immer wieder zurück in die Vergangenheit. Bei ihrem Spaziergängen durch die Gärten streicht sie Besonderheiten heraus, lenkt die Blicke auf Ungewöhnliches und Sehenswertes. Sie beschreibt wie die Gärten genutzt wurden und heute genutzt werden, erzählt Geschichten dazu und Anekdoten. Es macht viel Freude, die Texte zu lesen, sich verzaubern zu lassen von den Ausführungen der Autorin. Auch für den eigenen Garten können die vorgestellten Gärten Inspiration sein.

„Italienische“ Gärten ist ein bezauberndes, sehr aufwändig gestaltetes Buch. Der Schreibstil der Autorin gefällt. Ihre Ausführungen begeistern. Und auch die Fotos betrachtet man gerne länger. Am liebsten würde man sie gerahmt an der Wand sehen. Oftmals gibt es auch Zeichnungen von den Gärten. So kann man sich gut ein Bild von der Architektur und den Ausmaßen machen. Auch die Lage der Gärten kann man dank des vorhandenen Kartenmaterials ersehen. Zu öffentlich zugänglichen Gärten gibt es Informationen mit Adressen, Internetseiten, Emailadressen, Öffnungszeiten und Telefonnummern. Wer mehr lesen möchte, findet zudem eine Liste mit ausgewählter Literatur.

Über die Autorin:
Ann Larås ist Journalistin, Fotografin und Garten-Historikerin. Sie arbeitet für das staatliche Fernsehen Schwedens.

Rezension von Heike Rau

Ann Larås
Italienische Gärten
Aus dem Englischen von Susanne Stopfel und Ulrike Stopfel
Fotos von Ann Larås und Åke E:son Lindman
208 Seiten, gebunden
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4818-8
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Die Frau mit den Seidenaugen

Die Frau mit den Seidenaugen

Marie Thérèse, auch Madame Royale genannt, ist die erstgeborene Tochter König Ludwigs und Marie Antoinettes. Wohlbehütet wächst das empfindsame Mädchen auf. Doch in Versailles gibt es Veränderungen als Ernestine de Lambriquet in die Familie aufgenommen wird. Die beiden Mädchen sollen von nun an zusammen lernen und ihre Freizeit verbringen. Die Begeisterung von Marie Thérèse hält sich in Grenzen. Doch zum ersten Mal erfährt sie etwas aus erster Hand von der Welt draußen und die Zustände in Frankreich. Ernestine ist auch für Klatsch und Tratsch zu haben. Sie hat ihre Augen und Ohren überall. Sie scheut sich auch nicht, gegenüber Marie Thérèse beleidigend zu werden. Die Prinzessin ist erstaunt, als sie erfährt, dass Ernestine nicht davor zurückschreckt, zu spionieren. Doch diese unbezähmbare Neugier steckt an und schon wird Marie Thérèse hineingezogen in die Intrigen und Skandale des Hofes. Doch bald treten wichtigere Dinge als Hofintrigen in den Vordergrund. Die Stimmung im Lande verschlechtert sich rapide. 1789 bricht die Revolution aus. Das Volk erhebt sich. Marie Thérèse verliert ihr Zuhause, muss um ihr Leben fürchten. Doch was für ein hartes Schicksal ihr bevor steht, hätte sie sich niemals träumen lassen.

„Die Frau mit den Seidenaugen“ ist ein opulenter historischer Roman, geschrieben mit einer unglaublichen Detailgenauigkeit, was die historischen Hintergründe betrifft, die offensichtlich aufwändig recherchiert sind. Auch die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Große Gefühle werden zum Leben erweckt. Das Leben von Marie Thérèse ist sehr bewegend und tiefgreifend geschildert. Es könnte so gewesen sein. (Zusätzliche Informationen kann man dem Nachwort des Autors entnehmen.) Auch vom Schreibstil her, lässt sich das Buch sehr gut lesen, ohne dafür an Anspruch zu verlieren. Der Autor beschreibt das Schicksal Marie Thérèses sehr einfühlsam. Er nimmt sich Zeit zu erzählen, was sehr gut gefällt. Die Handlung ist nun mal sehr komplex, aber eben perfekt ausgearbeitet. Auch der Erzählrhythmus stimmt. Unbedingt lesen!

Über den Autor:
Guido Dieckmann wurde 1969 in Heidelberg geboren. Er studierte Geschichtswissenschaft und Anglistik. Der Autor lebt in Hassloch in der Pfalz.

Rezension von Heike Rau

Guido Dieckmann
Die Frau mit den Seidenaugen
491 Seiten, gebunden
Rütten & Loening
ISBN: 3-352-00732-2
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Christian Pott: Pflanzen und Tiere der Küste

Christian Pott: Pflanzen und Tiere der Küste

Bei einem Küstenspaziergang an Nord- oder Ostsee gibt es viel zu entdecken. Da wäre es doch schön, wenn man die Tiere und Pflanzen auch benennen könnte. Mit diesem handlichen Naturführer gelingt das garantiert. Er enthält 260 Pflanzen- und Tierarten.

Wie man das Buch benutzt, wird natürlich ganz genau beschrieben. Und auch eine Einführung informiert zunächst über Wissenswertes der Tier- und Pflanzenwelt im Allgemeinen. Dann folgen die Porträts. Berichtet wird über Merkmale und Vorkommen. Dazu kommt die Rubrik Wissenswertes. Die Porträts sind sehr gut verständlich geschrieben – nicht in Stichpunkten, sondern in ganzen Sätzen. Natürlich findet man Informationen zu deutschen und wissenschaftlichen Namen. Es gibt Symbole, so dass man bestimmte Eigenschaften der Pflanzen und Tiere auf einen Blick ablesen kann.

Der Naturführer ist auch sehr übersichtlich gestaltet. Im Bestimmungsteil Pflanzen nach Standorten, also Strand und Weißdünen, Graudünen, Braundünen, obere Salzwiesen und untere Salzwiesen sowie Verlandungszonen. Der Bestimmungsteil Tiere ist geordnet nach Gruppen, also Schnecken und Muscheln, Algen und Tiere in Angespül und Watt, sowie Meeresvögel. So kann man sich sehr gut orientieren.

Im Buch gibt es aber noch mehr zu entdecken. So findet man im Anhang einen Blühzeitenkalender und ein kleines Küstenlexikon, so dass man auch mal nachlesen kann, was eine Flutmarke oder eine Gezeitenzone ist.

Fazit: „Pflanzen und Tiere der Küste“ ist ein interessanter Naturführer mit spannenden uns sehr unterhaltsamen Tier- und Pflanzenporträts und sehr aussagekräftigen Bildern. Er ist handlich und zeigt im Pflanzenteil alle wichtigen Wildblumen, Gräser, Gehölze und im Tierteil Muscheln, Krebse, Seeigel, Würmer, Säugetiere und Seevögel. Damit ist der Naturführer sehr empfehlenswert für alle naturinteressierten Küstenspaziergänger.

Über den Autor:
Christian Pott, geboren 1977, ist Biologe. Sein Interesse an der Flora und Fauna der Küster begann während seiner Zeit als Vogelwart auf der Insel Spiekeroog. Er erforscht zur Zeit an der Universität Münster das Leben 230 Millionen Jahre alter fossiler Pflanzen.

Rezension von Heike Rau

Christian Pott
Pflanzen und Tiere der Küste
Ulmer Naturführer
256 Seiten, Klappenbroschur, 280 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 3-8001-4890-0
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Die Tour de France – Der Comic

Die Tour de France – Der Comic

Fans des Radsports sind begeistert von der Tour de France. Lauren Jalabert offenbart dem Leser mit diesem Comic eine Blick hinter die Kulissen dieses spannenden Mannschaftssports. Zum Team gehören ganz unterschiedliche Radsportler. Sie wollen alle gewinnen und doch haben sie verschiedene Ziele. Angelo möchte eine Etappe gewinnen und die Schönheitskönigin küssen. Fred möchte am liebsten durchfahren bis zum Atlantik, dem Surferparadies. Der Masseur Guilhem träumt von einer Kartoffelschälmaschine und Claude, der Sportdirektor, hofft, dass seine Mannschaft auch mal außerhalb seiner Träume gewinnt. Natürlich geben die Radsportler ihr Bestes und essen auch jede Menge Kartoffelbrei, aber so ein Wettstreit hat auch sein Tücken. Da geht es im Eifer des Geschäfts schon mal drunter und drüber. Es ist nichts vorhersehbar. Vor Überraschungen ist man nie sicher, auch was die Konkurrenz betrifft.

Laurent Jalabert erzählt Gags, witzige Erlebnisse und Anekdoten, die das anstrengende Tour-Leben ausmachen. Dabei gönnt er dem Leser keine Pause. Von einem Spaß geht es zum nächsten. Das ist sehr amüsant und unterhaltsam. Und das alles ist auch noch perfekt bebildert und in Szene gesetzt und das mit viel Freude zum Detail. Es gibt viel Interessantes zu entdecken. Die Bilder begeistern. Besonders gut wurden die Mimik und Gestik der Sportler zum Ausdruck gebracht gesetzt. Das ist ein wahrer Augenschmaus. Der Comic ist damit das ideale Begleitbuch zur Tour de France.

Rezension von Heike Rau

Laurent Jalabert
Die Tour de France – Der Comic
47 Seiten, Softcover
Ehapa Comic Collection
Egmont vgs verlagsgesellschaft
ISBN : 3-7704-2920-6
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Mein Hund ist rot!

Mein Hund ist rot!

Da kann man sich nur wundern. Der Hund des kleinen Jungen ist wirklich auffällig. Er unterscheidet sich von anderen Hunden durch seine rote Fellfarbe. Es ist ein sehr auffälliges Rot. Man kann es nicht übersehen. Dabei gibt es eigentlich gar keine roten Hunde. Der Hund muss sich als blöder Hund beschimpfen lassen. Da kommen auch dem Jungen Bedenken. Vielleicht gibt es eigentlich gar keine roten Hunde.
Aber als das Fell des Hundes weiß eingefärbt wird, gibt es auch wieder welche, die sich wundern. Es hilft sowieso nichts. Bei Regen kommt alles raus. Er spült die weiße Farbe weg. Nur nachts ist der Hund grau und damit halbwegs normal. Doch nachts sieht ihn keiner.

„Mein Hund ist rot“ ist ein Buch vom Anderssein. Es regt an, einmal darüber nachzudenken, denn es lässt sich auf viele alltägliche Begebenheiten beziehen. Der Text, eigentlich ein Dialog, ist knapp bemessen. Die Illustratorin hat sich auf das Wesentliche beschränkt. Die Botschaft wird so deutlich gemacht. Auf Details wurde verzichtet. Auch die Farbauswahl ist begrenzt. Einige wenige Farbtöne beherrschen das Bild. Ob Kindern das gefällt, wird sich zeigen. Das Buch ist aber ohnehin eher eine Einladung zum Diskutieren über das Anderssein. Wie wichtig sind Äußerlichkeiten und wie bewertet man sie. Bei Kindern wird das viele Fragen aufwerfen. Am besten ist es, wenn Kind und Eltern das Buch gemeinsam ansehen, um die auftretenden Fragen gleich beantworten zu können.

Rezension von Heike Rau

Maria Vohn
Mein Hund ist rot!
16 Seiten, Pappband
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0049-3
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Pferde – Die neue Enzyklopädie

Pferde – Die neue Enzyklopädie

In diesem Buch findet man nicht nur Pferdeporträts, sondern auch viel Wissenswertes rund ums Pferd. Das Interessante an dieser Enzyklopädie ist die Gliederung. Zunächst geht es um die Geschichte des Pferdes, seine Domestikation und auch um die Bedeutung des Pferdes für die verschiedenen Kulturen. Es gibt aber auch ein Kapitel in dem die klassische Reitkunst behandelt wird und eines, wo große Gestüte vorgestellt werden. Dargestellt wird das Pferd auch hinsichtlich seines Einsatzes in Kriegen, aber auch als Arbeitspferd oder Sportpferd. In weiteren Kapiteln erfährt man Interessantes über die Pferdehaltung, die Ausbildung und auch die Ausrüstung.

Dazwischen findet man die Porträts der Pferde- und Ponyrassen, immer passend zum jeweiligen Kapitelthema vom kleinen Urwaldbewohner bis hin zu den Rassen des 20. Jahrhunderts. Diese Porträts gehen immer über zwei Seiten. Der Leser erfährt, wie das Tier aussieht und welche Merkmale es hat. Besonderheiten der Rasse werden herausgestrichen. Neben seiner Herkunft (mit Kartenmaterial) werden aber auch geschichtliche Hintergründe beleuchte. Und auch wie das Pferd eingesetzt wurde bzw. wird erklärt der Autor. Dazu gibt es eine Reihe von Fotos.

Die Enzyklopädie enthält grundsätzliche Fakten und eine Menge Wissenswertes und über Pferde und Ponys. Das Buch eignet sich gut zum Nachschlagen, aber es macht auch sehr viel Spaß einfach so darin zu lesen. Es gibt so viel zu entdecken! Das ist wirklich beeindruckend. Inhaltlich ist das große, schwere Werk überzeugend. Und auch die Aufmachung gefällt gut. Bildmaterial ist reichlich vorhanden. Aber es gibt nicht nur einfach Fotos der Pferde. Der Leser kann beispielsweise auch Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde betrachten. Bildunterschriften zum besseren Verständnis sind vorhanden. Die Texte sind sehr gut durchstrukturiert, gut zu lesen und sehr unterhaltsam.

Fazit: „Pferde – Die neue Enzyklopädie“ ist ein beeindruckendes Standartwerk und damit allen Pferdefreunden sehr zu empfehlen.

Über den Autor:
Ewlyn Hartley Edwards zählt weltweit zu den bekanntesten Pferdeexperten. Er hat bereits 30 Fachbücher veröffentlicht und war 18 Jahrelang Herausgeber der renommierten englischen Pferdezeitschrift „Riding“ und fünf Jahre redaktioneller Berater der Zeitschrift „Horse & Hound. Edwards hält Fachvorträge und er ist als Turnierrichter tätig. Er wurde 1993 für seine herausragenden Leistungen von der „British Horse Society“ ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Elwyn Hartley Edwards
Pferde – Die neue Enzyklopädie
Aus dem Englischen von Susanne Müller
464 Seiten, gebunden, über 1200 Farbfotografien, Zeichnungen und Karten
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0844-2
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Grimms Märchen

Grimms Märchen

Märchen sind bei Jung und Alt beliebt. Vier davon gibt es jetzt als Comic in einem Buch. „Hänsel und Gretel“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“.
Diese Geschichten sind sehr bekannt und doch ist man gespannt, welche Wirkung die Märchen nun haben und auf welche Art und Weise der Stoff als Comic adaptiert wurde.
Die Zeichner sind Philip Petit, Mazan, Cécile Chicault. Und die Zeichnungen begeistern sofort. Natürlich unterscheiden sie sich in der Umsetzung nach dem Zeichner, aber detailreich, farbenfroh und aussagekräftig sind sie alle. Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Zeichner sich die Märchenfiguren vorstellen. Da ist viel Fantasie mit im Spiel. Auch die verschiedenen Stimmungen werden in den Zeichnungen sehr schön deutlich.
Die Texte in den Sprechblasen sind vom Sprachstil her sehr modern gehalten. Oft schmunzelt man über die interessante Wortwahl und den Witz so mancher Dialoge. Es gibt einige verblüffende Details zu entdecken.
Das ist garantiert nicht nur was für Kinder. Auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben, die alten Märchen wiederzuentdecken. Und es dürfte auch Lesemuffeln gefallen, da es mehr zu sehen, als zu lesen gibt. Das Buch ist ein schöner Beitrag, Grimms Märchenschatz zu bewahren.

Rezension von Heike Rau

Philip Petit, Mazan, Cécile Chicault
Grimms Märchen
Bekannte Märchen als Comic
ISBN:3770428412
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Happy Valley

Happy Valley

Tomei kommt ins Buschkrankenhaus, um zu sehen, ob seine Frau schon entbunden hat. Endlich wurde der ersehnte Junge geboren. Diesen Wunsch haben ihm die Geister erfüllt. Der Zauber hat gewirkt. Als Tomei das Baby zum ersten Mal sieht, merkt er jedoch gleich, das hier etwas nicht in Ordnung ist. Zwar versichern ihm die Schwestern, dass das Baby gesund ist, aber es sieht einfach nicht aus wie er. Keiner scheint seine Bedenken zu teilen, auch seine Frau nicht. Das Baby ist hübsch, ganz im Gegensatz zu seinem Vater. Auch das wäre noch kein Problem. Aber, es lässt sich nicht leugnen, das Baby ist weiß. Es kann also unmöglich von ihm sein. So machen ihm die Glückwünsche der anderen keine Freude. Tomei glaubt, die Leute machen sich über ihn lustig. Am liebsten würde er seiner Frau verbieten, das Baby zu zeigen.

Das Interesse an dem kleinen Jungen ist allerdings groß, nach neun Töchtern. Nur wer einen Sohn hat, kann Anführer des Volkes werden. So ist es Tradition. Doch was werden die Ratsmitglieder von einem weißen Kind halten? Wieder und wieder geht Tomei zum Zauberheiler. Vielleicht kann er die Geister bewegen, noch einmal einzugreifen. Tomei ahnt nicht, dass auch ein anderer sich in dieser Sache an den alten Zauberheiler gewandt hat. Dieser hat für das kleine Baby allerdings etwas Unheilvolles im Sinn.

Tomei ist das Opfer einer Verwechslung geworden. Doch dafür gibt es keine Beweise. So muss er den neugeborenen Jungen annehmen, wohl wissend, dass er nicht von ihm sein kann. Seine Frau hat weit weniger Probleme damit. Das Kind ist gesund, das ist die Hauptsache. Von Äußerlichkeiten lässt sie sich nicht leiten. Sie nimmt ihr Kind an, so wie es ist und dafür kann man sie nur bewundern. Tomei dagegen wird nicht müde, einen Ausweg zu suchen und auch einem anderen ist das Kind ein Dorn im Auge. Doch Tomei merkt nicht, was vorgeht, er vertraut dem Hexer blind, ist bereit jeden Preis zu zahlen, damit die Geister den Jungen in einen Sohn verwandeln, der ihm ähnlich sieht.
Die Geschichte ist mit viel Humor geschrieben, wirkt oft sagenhaft komisch, so dass man immer wieder schmunzeln muss. Die unterschiedlichen Meinungen der Eheleute werden gut herausgestrichen, eine klare Botschaft vermittelt. Auch vom Schreibstil her lässt sie sich gut lesen. Das Ende ist überzeugend. Als Leser ahnt man natürlich, wie die Geschichte ausgehen wird. Und trotzdem bleibt die Spannung erhalten.

Über den Autor:
Meja Mwangi ist Jahrgang 1948 Er wurde in Nanyuki/Kenia geboren und ging nach dem Abi als technischer Angestellter zur French Broadcasting Corporation. Seit 1973 ist er freier Schriftsteller und Drehbuchautor, erhielt viele Auszeichnungen.

Rezension von Heike Rau

Meja Mwangi
Happy Valley
Aus dem Englischen von Thomas Brückner
152 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0051-5
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