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Autor: hera

Christian Pott: Pflanzen und Tiere der Küste

Christian Pott: Pflanzen und Tiere der Küste

Bei einem Küstenspaziergang an Nord- oder Ostsee gibt es viel zu entdecken. Da wäre es doch schön, wenn man die Tiere und Pflanzen auch benennen könnte. Mit diesem handlichen Naturführer gelingt das garantiert. Er enthält 260 Pflanzen- und Tierarten.

Wie man das Buch benutzt, wird natürlich ganz genau beschrieben. Und auch eine Einführung informiert zunächst über Wissenswertes der Tier- und Pflanzenwelt im Allgemeinen. Dann folgen die Porträts. Berichtet wird über Merkmale und Vorkommen. Dazu kommt die Rubrik Wissenswertes. Die Porträts sind sehr gut verständlich geschrieben – nicht in Stichpunkten, sondern in ganzen Sätzen. Natürlich findet man Informationen zu deutschen und wissenschaftlichen Namen. Es gibt Symbole, so dass man bestimmte Eigenschaften der Pflanzen und Tiere auf einen Blick ablesen kann.

Der Naturführer ist auch sehr übersichtlich gestaltet. Im Bestimmungsteil Pflanzen nach Standorten, also Strand und Weißdünen, Graudünen, Braundünen, obere Salzwiesen und untere Salzwiesen sowie Verlandungszonen. Der Bestimmungsteil Tiere ist geordnet nach Gruppen, also Schnecken und Muscheln, Algen und Tiere in Angespül und Watt, sowie Meeresvögel. So kann man sich sehr gut orientieren.

Im Buch gibt es aber noch mehr zu entdecken. So findet man im Anhang einen Blühzeitenkalender und ein kleines Küstenlexikon, so dass man auch mal nachlesen kann, was eine Flutmarke oder eine Gezeitenzone ist.

Fazit: „Pflanzen und Tiere der Küste“ ist ein interessanter Naturführer mit spannenden uns sehr unterhaltsamen Tier- und Pflanzenporträts und sehr aussagekräftigen Bildern. Er ist handlich und zeigt im Pflanzenteil alle wichtigen Wildblumen, Gräser, Gehölze und im Tierteil Muscheln, Krebse, Seeigel, Würmer, Säugetiere und Seevögel. Damit ist der Naturführer sehr empfehlenswert für alle naturinteressierten Küstenspaziergänger.

Über den Autor:
Christian Pott, geboren 1977, ist Biologe. Sein Interesse an der Flora und Fauna der Küster begann während seiner Zeit als Vogelwart auf der Insel Spiekeroog. Er erforscht zur Zeit an der Universität Münster das Leben 230 Millionen Jahre alter fossiler Pflanzen.

Rezension von Heike Rau

Christian Pott
Pflanzen und Tiere der Küste
Ulmer Naturführer
256 Seiten, Klappenbroschur, 280 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 3-8001-4890-0
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Die Tour de France – Der Comic

Die Tour de France – Der Comic

Fans des Radsports sind begeistert von der Tour de France. Lauren Jalabert offenbart dem Leser mit diesem Comic eine Blick hinter die Kulissen dieses spannenden Mannschaftssports. Zum Team gehören ganz unterschiedliche Radsportler. Sie wollen alle gewinnen und doch haben sie verschiedene Ziele. Angelo möchte eine Etappe gewinnen und die Schönheitskönigin küssen. Fred möchte am liebsten durchfahren bis zum Atlantik, dem Surferparadies. Der Masseur Guilhem träumt von einer Kartoffelschälmaschine und Claude, der Sportdirektor, hofft, dass seine Mannschaft auch mal außerhalb seiner Träume gewinnt. Natürlich geben die Radsportler ihr Bestes und essen auch jede Menge Kartoffelbrei, aber so ein Wettstreit hat auch sein Tücken. Da geht es im Eifer des Geschäfts schon mal drunter und drüber. Es ist nichts vorhersehbar. Vor Überraschungen ist man nie sicher, auch was die Konkurrenz betrifft.

Laurent Jalabert erzählt Gags, witzige Erlebnisse und Anekdoten, die das anstrengende Tour-Leben ausmachen. Dabei gönnt er dem Leser keine Pause. Von einem Spaß geht es zum nächsten. Das ist sehr amüsant und unterhaltsam. Und das alles ist auch noch perfekt bebildert und in Szene gesetzt und das mit viel Freude zum Detail. Es gibt viel Interessantes zu entdecken. Die Bilder begeistern. Besonders gut wurden die Mimik und Gestik der Sportler zum Ausdruck gebracht gesetzt. Das ist ein wahrer Augenschmaus. Der Comic ist damit das ideale Begleitbuch zur Tour de France.

Rezension von Heike Rau

Laurent Jalabert
Die Tour de France – Der Comic
47 Seiten, Softcover
Ehapa Comic Collection
Egmont vgs verlagsgesellschaft
ISBN : 3-7704-2920-6
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Mein Hund ist rot!

Mein Hund ist rot!

Da kann man sich nur wundern. Der Hund des kleinen Jungen ist wirklich auffällig. Er unterscheidet sich von anderen Hunden durch seine rote Fellfarbe. Es ist ein sehr auffälliges Rot. Man kann es nicht übersehen. Dabei gibt es eigentlich gar keine roten Hunde. Der Hund muss sich als blöder Hund beschimpfen lassen. Da kommen auch dem Jungen Bedenken. Vielleicht gibt es eigentlich gar keine roten Hunde.
Aber als das Fell des Hundes weiß eingefärbt wird, gibt es auch wieder welche, die sich wundern. Es hilft sowieso nichts. Bei Regen kommt alles raus. Er spült die weiße Farbe weg. Nur nachts ist der Hund grau und damit halbwegs normal. Doch nachts sieht ihn keiner.

„Mein Hund ist rot“ ist ein Buch vom Anderssein. Es regt an, einmal darüber nachzudenken, denn es lässt sich auf viele alltägliche Begebenheiten beziehen. Der Text, eigentlich ein Dialog, ist knapp bemessen. Die Illustratorin hat sich auf das Wesentliche beschränkt. Die Botschaft wird so deutlich gemacht. Auf Details wurde verzichtet. Auch die Farbauswahl ist begrenzt. Einige wenige Farbtöne beherrschen das Bild. Ob Kindern das gefällt, wird sich zeigen. Das Buch ist aber ohnehin eher eine Einladung zum Diskutieren über das Anderssein. Wie wichtig sind Äußerlichkeiten und wie bewertet man sie. Bei Kindern wird das viele Fragen aufwerfen. Am besten ist es, wenn Kind und Eltern das Buch gemeinsam ansehen, um die auftretenden Fragen gleich beantworten zu können.

Rezension von Heike Rau

Maria Vohn
Mein Hund ist rot!
16 Seiten, Pappband
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0049-3
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Pferde – Die neue Enzyklopädie

Pferde – Die neue Enzyklopädie

In diesem Buch findet man nicht nur Pferdeporträts, sondern auch viel Wissenswertes rund ums Pferd. Das Interessante an dieser Enzyklopädie ist die Gliederung. Zunächst geht es um die Geschichte des Pferdes, seine Domestikation und auch um die Bedeutung des Pferdes für die verschiedenen Kulturen. Es gibt aber auch ein Kapitel in dem die klassische Reitkunst behandelt wird und eines, wo große Gestüte vorgestellt werden. Dargestellt wird das Pferd auch hinsichtlich seines Einsatzes in Kriegen, aber auch als Arbeitspferd oder Sportpferd. In weiteren Kapiteln erfährt man Interessantes über die Pferdehaltung, die Ausbildung und auch die Ausrüstung.

Dazwischen findet man die Porträts der Pferde- und Ponyrassen, immer passend zum jeweiligen Kapitelthema vom kleinen Urwaldbewohner bis hin zu den Rassen des 20. Jahrhunderts. Diese Porträts gehen immer über zwei Seiten. Der Leser erfährt, wie das Tier aussieht und welche Merkmale es hat. Besonderheiten der Rasse werden herausgestrichen. Neben seiner Herkunft (mit Kartenmaterial) werden aber auch geschichtliche Hintergründe beleuchte. Und auch wie das Pferd eingesetzt wurde bzw. wird erklärt der Autor. Dazu gibt es eine Reihe von Fotos.

Die Enzyklopädie enthält grundsätzliche Fakten und eine Menge Wissenswertes und über Pferde und Ponys. Das Buch eignet sich gut zum Nachschlagen, aber es macht auch sehr viel Spaß einfach so darin zu lesen. Es gibt so viel zu entdecken! Das ist wirklich beeindruckend. Inhaltlich ist das große, schwere Werk überzeugend. Und auch die Aufmachung gefällt gut. Bildmaterial ist reichlich vorhanden. Aber es gibt nicht nur einfach Fotos der Pferde. Der Leser kann beispielsweise auch Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde betrachten. Bildunterschriften zum besseren Verständnis sind vorhanden. Die Texte sind sehr gut durchstrukturiert, gut zu lesen und sehr unterhaltsam.

Fazit: „Pferde – Die neue Enzyklopädie“ ist ein beeindruckendes Standartwerk und damit allen Pferdefreunden sehr zu empfehlen.

Über den Autor:
Ewlyn Hartley Edwards zählt weltweit zu den bekanntesten Pferdeexperten. Er hat bereits 30 Fachbücher veröffentlicht und war 18 Jahrelang Herausgeber der renommierten englischen Pferdezeitschrift „Riding“ und fünf Jahre redaktioneller Berater der Zeitschrift „Horse & Hound. Edwards hält Fachvorträge und er ist als Turnierrichter tätig. Er wurde 1993 für seine herausragenden Leistungen von der „British Horse Society“ ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Elwyn Hartley Edwards
Pferde – Die neue Enzyklopädie
Aus dem Englischen von Susanne Müller
464 Seiten, gebunden, über 1200 Farbfotografien, Zeichnungen und Karten
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0844-2
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Grimms Märchen

Grimms Märchen

Märchen sind bei Jung und Alt beliebt. Vier davon gibt es jetzt als Comic in einem Buch. „Hänsel und Gretel“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“.
Diese Geschichten sind sehr bekannt und doch ist man gespannt, welche Wirkung die Märchen nun haben und auf welche Art und Weise der Stoff als Comic adaptiert wurde.
Die Zeichner sind Philip Petit, Mazan, Cécile Chicault. Und die Zeichnungen begeistern sofort. Natürlich unterscheiden sie sich in der Umsetzung nach dem Zeichner, aber detailreich, farbenfroh und aussagekräftig sind sie alle. Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Zeichner sich die Märchenfiguren vorstellen. Da ist viel Fantasie mit im Spiel. Auch die verschiedenen Stimmungen werden in den Zeichnungen sehr schön deutlich.
Die Texte in den Sprechblasen sind vom Sprachstil her sehr modern gehalten. Oft schmunzelt man über die interessante Wortwahl und den Witz so mancher Dialoge. Es gibt einige verblüffende Details zu entdecken.
Das ist garantiert nicht nur was für Kinder. Auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben, die alten Märchen wiederzuentdecken. Und es dürfte auch Lesemuffeln gefallen, da es mehr zu sehen, als zu lesen gibt. Das Buch ist ein schöner Beitrag, Grimms Märchenschatz zu bewahren.

Rezension von Heike Rau

Philip Petit, Mazan, Cécile Chicault
Grimms Märchen
Bekannte Märchen als Comic
ISBN:3770428412
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Happy Valley

Happy Valley

Tomei kommt ins Buschkrankenhaus, um zu sehen, ob seine Frau schon entbunden hat. Endlich wurde der ersehnte Junge geboren. Diesen Wunsch haben ihm die Geister erfüllt. Der Zauber hat gewirkt. Als Tomei das Baby zum ersten Mal sieht, merkt er jedoch gleich, das hier etwas nicht in Ordnung ist. Zwar versichern ihm die Schwestern, dass das Baby gesund ist, aber es sieht einfach nicht aus wie er. Keiner scheint seine Bedenken zu teilen, auch seine Frau nicht. Das Baby ist hübsch, ganz im Gegensatz zu seinem Vater. Auch das wäre noch kein Problem. Aber, es lässt sich nicht leugnen, das Baby ist weiß. Es kann also unmöglich von ihm sein. So machen ihm die Glückwünsche der anderen keine Freude. Tomei glaubt, die Leute machen sich über ihn lustig. Am liebsten würde er seiner Frau verbieten, das Baby zu zeigen.

Das Interesse an dem kleinen Jungen ist allerdings groß, nach neun Töchtern. Nur wer einen Sohn hat, kann Anführer des Volkes werden. So ist es Tradition. Doch was werden die Ratsmitglieder von einem weißen Kind halten? Wieder und wieder geht Tomei zum Zauberheiler. Vielleicht kann er die Geister bewegen, noch einmal einzugreifen. Tomei ahnt nicht, dass auch ein anderer sich in dieser Sache an den alten Zauberheiler gewandt hat. Dieser hat für das kleine Baby allerdings etwas Unheilvolles im Sinn.

Tomei ist das Opfer einer Verwechslung geworden. Doch dafür gibt es keine Beweise. So muss er den neugeborenen Jungen annehmen, wohl wissend, dass er nicht von ihm sein kann. Seine Frau hat weit weniger Probleme damit. Das Kind ist gesund, das ist die Hauptsache. Von Äußerlichkeiten lässt sie sich nicht leiten. Sie nimmt ihr Kind an, so wie es ist und dafür kann man sie nur bewundern. Tomei dagegen wird nicht müde, einen Ausweg zu suchen und auch einem anderen ist das Kind ein Dorn im Auge. Doch Tomei merkt nicht, was vorgeht, er vertraut dem Hexer blind, ist bereit jeden Preis zu zahlen, damit die Geister den Jungen in einen Sohn verwandeln, der ihm ähnlich sieht.
Die Geschichte ist mit viel Humor geschrieben, wirkt oft sagenhaft komisch, so dass man immer wieder schmunzeln muss. Die unterschiedlichen Meinungen der Eheleute werden gut herausgestrichen, eine klare Botschaft vermittelt. Auch vom Schreibstil her lässt sie sich gut lesen. Das Ende ist überzeugend. Als Leser ahnt man natürlich, wie die Geschichte ausgehen wird. Und trotzdem bleibt die Spannung erhalten.

Über den Autor:
Meja Mwangi ist Jahrgang 1948 Er wurde in Nanyuki/Kenia geboren und ging nach dem Abi als technischer Angestellter zur French Broadcasting Corporation. Seit 1973 ist er freier Schriftsteller und Drehbuchautor, erhielt viele Auszeichnungen.

Rezension von Heike Rau

Meja Mwangi
Happy Valley
Aus dem Englischen von Thomas Brückner
152 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0051-5
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Das Topfgartenbuch

Das Topfgartenbuch

Natürlich kann man einfach im Gartenmarkt ein paar Kübelpflanzen kaufen und dann auf der Terrasse oder dem Balkon arrangieren. Ob man damit die gewünschte Wirkung erzielt, ist fraglich. Für Ellen Fischer ist das Gestalten eine Topfgartens eine Kunst. Ihre Erfahrungen gibt sie gerne weiter, ob es sich nun um eine „Klassischen Topfgarten“, einen „Rustikalen Topfgarten“, einen „Topfgarten im Schatten“, einen „Topfgarten heiter und romantisch“ oder um einen Topfgarten „Auf dem Balkon“ handelt.
Jedes ihrer Pflanzenarrangements beschreibt sie auf eine fast schon poetisch wirkende Art und Weise. Sie beschreibt ausschweifend, wie die Pflanzenzusammenstellungen in ihrer Umgebung wirken. Die Autorin beflügelt damit die Fantasie des Lesers, regt die Vorstellungskraft an, macht Sehnsucht, sich den eigenen Topfgarten-Traum zu erfüllen.
Auch das Drumherum wird ausführlich erläutert. So kommt es auch auf die Auswahl des passenden Topfes an. Auch hier kann man sich an den meisterhaft fotografierten Topfgärten von der Wirkung verschiedener Pflanzgefäße überzeugen.
Aber auch Zeichnungen vermitteln, wie der Topfgarten, an einen bestimmten Stil angepasst, aussehen könnten. Hier gibt es konkrete Listen mit Beispielpflanzen, die man genauso einkaufen kann, wenn man möchte. Diese Zeichnungen mit Listen gibt es immer wieder. So findet man beispielsweise auch Bepflanzungsvorschläge für Balkonkästen oder auch für Treppen. Von einfach bis raffiniert ist alles dabei. Über Pflanzenporträts und Listen, die auch die Anforderungen der Pflanzen aufzeigen, kann man sich aber auch selbst ein Arrangement zusammenstellen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Im Kapitel „Topfgartenpraxis“ von A bis Z kann man zum Beispiel nachlesen, wie man einen Topfgarten pflegt. Hier wird sogar aufgezeigt wie man die Arbeit durch gute Organisation rationalisieren kann. Aber auch wie man richtig düngt oder was man bei kranken Pflanzen tun kann, wird beschrieben.

Fazit: Das Buch fasziniert durch den inspirierenden Schreibstil der Autorin und die stimmungsvollen Fotos. So sollte es jedem Hobbygärtner gelingen sich den Traum vom eigenen Topfgarten zu erfüllen.

Über die Autorin:
Ellen Fischer, Fotografin und Pflanzenkennerin, beschäftigt sich mit der Kunst, Pflanzen zu kombinieren, zu arrangieren und den richtigen Ort für sie zu finden. Außerdem schreibt sie für verschiedene Gartenzeitschriften.

Rezension von Heike Rau

Ellen Fischer
Das Topfgartenbuch
200 Seiten, gebunden, 131 Farbfotos, 46 Zeichnungen
4., überarbeitete Auflage
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 10: 3-8001-5161-8
ISBN 13: 978-8001-5161-5
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Rund um die Welt – Mein erster bunter Atlas

Rund um die Welt – Mein erster bunter Atlas

„Rund um die Welt“ ist ein bunter Atlas für Grundschulkinder. Auf den ersten Seite können die Kinder sich ein Überblick über die Lage der Kontinente verschaffen, die Welt der Pflanzen, der Tiere und der Menschen. Dann geht es etwas mehr ins Detail und die einzelnen Kontinente mit ihren Ländern werden dargestellt. Begonnen wird mit Europa. Auf einer Klappseite gibt es Informationen zur Natur. Hier kann man beispielsweise entnehmen, welche Vegetation vorherrscht. Kinder erfahren aber auch, wie die Menschen leben. Zu den Ländern gibt es dann Bilder und ein paar Sätze mit wichtigen Informationen, zum Beispiel kurze Geschichten aus dem Alltag der Kinder oder auch welche Feste gefeiert werden. Und auch ein Wimmelbild, das einen Markt in den Gassen von Palermo zeigt, ist vorhanden. Die anderen Kontinente folgen. Hinten im Buch sind die Nationalflaggen abgebildet. Natürlich gibt es auch ein Register. Als besonderes Extra findet man im Buch auch eine Weltkarte zum Heraustrennen.

Der Atlas ist sehr übersichtlich gestaltet. Kinder können hier eine Menge entdecken und viele Informationen entnehmen, die nicht nur interessant sind, sondern auch wichtig für die Schule und das Allgemeinwissen. Viel Spaß macht es, die Wimmerlbilder zu betrachten, die immer in eine bestimmte Region oder Stadt führen. Hier gibt es viel zu sehen. Aber auch alle anderen Seiten sind farbenfroh illustriert.
Die vielen kurzen Texte sind interessant gestaltet und leicht verständlich. Man kann nachlesen, wie Menschen in anderen Ländern leben, welche Sprache sie sprechen, welcher Religion sie angehören, welche Feste sie feiern, was sie essen, aber auch geschichtliche Details oder Interessantes aus der Natur. Immer wieder gibt es in diesem Buch etwas Neues zu entdecken. Auch nach mehrmaligem Ansehen, wird es nicht langweilig. Es ist als Ringbuch gebunden und das Papier ist stabil, so dass dieser Atlas auch einiges aushalten dürfte.

Rezension von Heike Rau

Benoît Delalandre
Rund um die Welt – Mein erster bunter Atlas
Illustrationen von Jérémy Clapin
52 Seiten, teils mit Klappen, Weltkarte mit Poster zum Heraustrennen
ab 6 Jahren
moses. Verlag
ISBN: 3-89777-304-X
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Die Wellenläufer: Band 1 Muschelmagie

Die Wellenläufer: Band 1 Muschelmagie

Bei einem Beben 1692 in Port Royal in Jamaika starben mehr als 2000 Menschen. Bei diesem Beben wurde etwas Magisches freigesetzt. Diese Magie ist in die neugeborenen Kinder gefahren, die ganz in der Nähe waren, und hat sie mit einer besonderen Fähigkeit ausgestattet. Wellenläufer oder auch Quappen werden diese Kinder genannt, weil sie fortan über Wasser gehen konnten. Zu ihnen gehört auch die 14jährige Jolly, die glaubt, dass außer ihr mittlerweile kein Wellenläufer mehr am Leben ist.

Jolly ist auf einem Piratenschiff zuhause, der „Mageren Maddy“ unter Captain Bannon. Die Freibeuter haben einen lohnenden Fang ausgemacht. Es ist ein spanisches Schiff, dass aussieht, als hätte es Probleme. Die Mannschaft gelingt es, die Schlacht zu gewinnen. Doch irgendetwas stimmt nicht und schnell wird klar, dass die Besatzung der „Mageren Maddy“ in eine Falle gelockt gegangen ist. Da ihr eigenes Schiff am sinken ist, müssen sie die Flucht mit dem gekaperten Schiff antreten. Doch als die Piraten die Segel öffnen und die mächtigen Stoffpakete entrollen, fallen große Tonkrüge herab, die beim Aufprall in Stücke zerbrechen. Heraus krabbeln zahllose giftige Spinnen. Nur Jolly entkommt, da sie über das Wasser laufen kann. Sie rettet sich hinüber zur sinkenden „Mageren Maddy“. Die Galionsfigur ist ein getarntes kleines Rettungsboot, das sie an Land bringen kann.

Doch Jolly übersieht eine Spinne, die sich ebenfalls mit in das kleine Boot gerettet hat und wird gebissen. Ein Junge, der auf einer der äußeren Inseln der östlichen Bahamas lebt, entdeckt das Mädchen. Er schafft es, sie an Land zu holen und ihr ein Gegengift zu verabreichen. Munk zeigt Jolly die Insel und auch die Kanone. Zu gerne würde Munk ausprobieren, ob diese noch funktioniert und Jolly bietet ihre Hilfe an. Der Kanonenschuss kracht ohrenbetäubend durch die Luft und scheint den Himmel auseinander zu reißen. Munks Eltern sind wenig begeistert von der Aktion. Sie erzählen nun die ganze Geschichte von den Wellenläufern und Jolly erfährt, dass sie keineswegs die einzige noch lebende Quappe ist. Auch Munk kann über das Wasser gehen. Nun wird klar, dass die Falle mit dem spanischen Schiff allein Jolly galt. Es besteht die Möglichkeit, dass die Männer, die auf der Suche nach den Wellenläufern sind, nun auch hier auf die Insel kommen.

Der Geisterhändler bietet seine Hilfe an. Doch Jolly und Munk trauen diesem sehr mysteriös scheinenden Mann nicht recht. Als Munks Eltern bei einem unerklärlichen Unglück ums Leben kommen, haben sie jedoch keine Wahl mehr. Sie folgen dem Geisterhändler auf sein Schiff. Der erzählt ihnen von den Mächten des Mahlstroms, die schon einmal versucht haben, die Welt unter ihre Herrschaft zu bringen. Und diese Mächte sind es auch, die Jolly und Munk, aufgrund ihrer Fähigkeiten in ihre Gewalt bringen wollen. Mehr will der Geisterhändler zunächst jedoch nicht verraten. So müssen sich Jolly und Munk auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang einlassen.

Soweit der Inhalt des spannenden Buchs. Die Geschichte wirkt im Comic allerdings sehr zusammengefasst und gekürzt. Anfangs fällt es nicht ganz leicht, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Doch dank der vielen Zeichnungen gelingt das von Seite zu Seite immer besser. Im Buch spielen viele magische Geschöpfe eine Rolle, doch leider gehen einige davon im Comic völlig unter. Dennoch wird nach und nach Spannung aufgebaut. Allerdings hat man das Gefühl, dass der Comic nicht mit dem Buch mithalten kann. Die großen detailreichen Zeichnungen entschädigen nur ein bisschen dafür. Diese einzigartige magische Stimmung, die man beim Lesen des Buches empfindet, will nicht so recht aufkommen. Empfehlenswert ist die Bildergeschichte deshalb eher für Kinder, die das Buch nicht gelesen haben.

Rezension von Heike Rau

Kai Meyer
Die Wellenläufer
Band 1: Muschelmagie
Comic-Adaption: Yann Krehl
Zeichnungen: Christian Nauck
Farbe: Sven Strangmeyer
48 Seiten, Softcover
EHPA COMIC COLLECTION
Egmont vgs
ISBN: 3-7704-0978-7
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Jamie Oliver: Genial italienisch

Jamie Oliver: Genial italienisch

Jamie Oliver hat sich auf eine Reise durch Mittel- und Süditalien begeben und dabei jede Menge Rezepte gesammelt, 120 um genau zu sein. Darunter sind Rezepte für Pizza, Suppen, Pasta, Fisch und Fleisch, aber auch für vegetarische Gerichte.

Das Buch beginnt mit den Vorspeisen. Es folgen zwei Gänge und zum Abschluss die Nachspeisen. So kann man sich ein komplettes Menü, ganz nach eigenem Geschmack, zusammenstellen. So könnte es als Vorspeise Bruschette geben. Die belegten Röstbrotscheiben kann man mit Tomaten und Basilikum oder auch mit mariniertem Gemüse belegen. Danach könnte es eine Ministrone geben. Bei dieser Gemüsesuppe kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen, allerdings sollte man Gemüse, das gerade Saison hat, den Vorzug geben.
Und danach? Vielleicht Spiedini di salsiccia e manzo, also Rindfleischspieße mit italienische Wurst und Speck. Als Dessert könnte man Tiramisù veloce, also ein schnelles Tiramisu zubereiten.

Die Rezepte sind abwechslungsreich. Sicher ist nicht jeder Vorschlag jedermanns Sache. Doch die Auswahl an Rezepten ist so groß, dass man genug Auswahl hat. Teilweise sind die Rezepte genial einfach, so dass auch Menschen ohne große Erfahrung im Kochen ihre Freude daran haben dürften. Aber es gibt auch etwas kompliziertere Rezepte. Hier dürfte man hierzulande schon Mühe haben, so manche Zutat zu bekommen oder man muss etwas mehr Zeit einplanen. Gekocht wird aber immer mit frischen Zutaten, Kräutern und Olivenöl. Schon beim Lesen bekommt man unbändigen Appetit. Dafür sorgen auch die vielen stimmungsvollen Fotos.

Was so gut an Jamie Olivers Kochbüchern gefällt, ist, das er es versteht für seine Küche zu begeistern. Immer wieder regt er an, kreativ zu sein. Seine Rezepte müssen nicht stur nachgekocht werden. Hat man Lust sie abzuwandeln, dann darf man das auch gerne tun. Aber „Genial italienisch“ ist nicht nur ein Kochbuch. Es ist auch ein kulinarischer Reiseführer. Dabei hat Jamie Oliver den Leuten in die Töpfe gesehen und ihre Gastfreundschaft genossen. Man merkt ihm an, wie viel Freude ihm das gemacht hat. Er ist aber auch kritisch. So erklärt er beispielsweise, worauf man beim Kauf von Fleisch unbedingt achten sollte. Seine Art, die Speisen zu beschreiben, ist einzigartig. Seine lockere Art begeistert dabei besonders.

Fazit: Ein tolles Kochbuch mit vielfältigen Gerichten aus der italienischen Küche – lecker, anregend, kreativ – eben genial italienisch!

Rezension von Heike Rau

Jamie Oliver
Genial italienisch
Fotos von David Loftus und Chris Terry
336 Seiten, gebunden
Dorling Kindersley
ISBN: 3-8310-0879-5
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