Browsed by
Autor: hera

Andreas Heidtmann: Storys aus dem Baguette

Andreas Heidtmann: Storys aus dem Baguette

Woher nimmt ein Autor seine Einfälle? In der ersten Geschichte im Buch verdankt Tommy Stern seine Ideen kleine Zettelchen, die er ausgerechnet in einem Baguette findet. Es sieht nicht so aus, als hätte der Bäcker selbst das Papier mit eingebacken. Aber das ist dem Autor ohnehin egal. Hauptsache es läuft wieder. Die Schreibblockade ist vorbei. Was macht es da schon, dass das Brot nur durchschnittlich schmeckt. Er greift die Sätze auf und lässt sich inspirieren. Das setzt einen fast schon magischen Kreislauf zwischen dem zu lesenden Text, den Sätzen aus dem Baguette und dem was Tommy Stern schließlich schreibt in Gang. Die auf so wundersame Weise entstandenen Geschichten können sich sehen lassen und verhelfen dem Autor doch tatsächlich zum ersehnten Erfolg. Es scheint, als war es nur wenig Zauber im Alltag, der ihm gefehlt hat.

Auch die folgenden Geschichten wohnt etwas Fantastisches inne. Sie alle haben etwas Geheimnisvolles oder Unergründliches und doch lässt man sich gerne darauf ein, ohne diese inhaltlich hinterfragen zu müssen. Die Protagonisten brechen aus gewohnten Bahnen aus, folgen nicht irgendwelchen Erwartungen und tauchen nicht selten in eine Traumwelt ein, in der alles möglich scheint. So folgt man dem Autor gerne hinein in die Geschichten, die aus dem Rahmen fallen und die durch ihre Ungewöhnlichkeit einen ganz besonderen Reiz ausüben. Es ist ein Buch für Menschen, die noch zu träumen wagen, auch auf die Gefahr hin, das zwischen schöne Träume auch mal ein Albtraum gerät.

Über den Autor:
Andreas Heidtmann wurde 1961 bei Wesel geboren. Er absolvierte ein Klavierstudium in Köln und studierte Germanistik und Philosophie in Berlin. Er schreibt Prosa und komponiert für das Klavier. Außerdem ist er der Herausgeber des Poetenladens (www.poetenladen.de). Andreas Heidtmann erhielt mehrere Stipendien und Preise. Er lebt in Berlin und Leipzig.

Rezension von Heike Rau

Andreas Heidtmann
Storys aus dem Baguette
Einundzwanzig Geschichten
Edition exemplum
127 Seiten, Klappenbroschur
ATHENA-Verlag, Oberhausen
ISBN: 3-89896-239-3
Bestellen

Das Kindermädchen

Das Kindermädchen

Die Frau hatte Joachim Vernau schon auf einer Beerdigung gesehen, aber nicht weiter beachtet. Nun steht sie vor der Zernikowschen Villa. Sie hat einen Brief für Utz von Zernikow, will eine Unterschrift unter eine Bescheinigung. Joachim übergibt seinem zukünftigen Schwiegervater das Schriftstück, doch der verbrennt den vermeintlichen Bettelbrief. Wenig später erfährt Joachim mehr über die Frau. Ausgerechnet aus der Zeitung. Die Ukrainerin Olga W., die eine ehemalige Zwangsarbeiterin war, ist angeblich im Landwehrkanal ertrunken. Dann muss er feststellen, dass die Kopie, die er von dem Brief gemacht hat, aus seinem Büro verschwunden ist. Joachim trifft sich mit einer ehemaligen Kollegin zum Essen. Sie hat das Originalfax, das er ihr geschickt hat, um den Brief zu übersetzen, will es aber so schnell nicht wieder rausrücken. Nun ist Joachim auch noch erpressbar, ausgerechnet jetzt, wo die beiden sich wegen eines Falles uneinig sind. Dann wird Joachim zuhause von einer Frau überfallen und übel zugerichtet. Dabei hat sie es gar nicht auf ihn, sondern auf Utz von Zernikow abgesehen. Sie macht ernst und bedroht ihn mit einer Waffe. Joachim erfährt, dass ihre Mutter im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde und als Kindermädchen im Haushalt der Familie von Zernikow arbeiten musste. Doch Utz von Zernikow ist sich in einer Sache vollkommen sicher: Sein Kindermädchen Natalja Tscherednitschenkowa ist im November 1944 in Berlin gestorben. Und jetzt versucht jemand, an ihre Entschädigung zu kommen.

Wie man in der Danksagung der Autorin entnehmen kann, war es ein Zeitungsausschnitt, der die Idee zu diesem Buch lieferte. Sie hat aufwändig recherchiert und in Kiew Frauen ausfindig gemacht, die damals nach Nazi-Deutschland verschleppt wurden sind und als Kindermädchen arbeiten mussten. Den brisanten Stoff hat die Autorin zu einem spannenden Krimi verarbeitet.
Das Auftauchen der Ukrainerin wirft den Berliner Anwalt Joachim Vernau aus der Bahn. Seine zukünftige Frau Sigrun ist eine aufstrebende Politikerin und kann keinen Skandal gebrauchen. Und dennoch bahnt sich ein Drama an, das nicht aufzuhalten ist. Die Sache zu vertuschen, ist nicht Joachims Sache. Andere sind dagegen offensichtlich bereit, über Leichen zu gehen. Der Spannungsbogen in diesem Buch ist perfekt ausgearbeitet. Der Leser wird sozusagen gefesselt und am Buch festgezurrt. Man kann sich dieser unglaublichen Geschichte, die so explosiv ist, nicht entziehen. Die verschiedenen Erzählstränge, die immer wieder perfekt verbunden werden, sorgen dabei für ein gutes Maß an Abwechslung. Aber gerade dadurch entfalten die historischen Hintergründe ihre Wirkung so eindrucksvoll. Das ist anspruchsvolle Unterhaltung und ein Stück weit Aufklärung über geschichtliche Details in einem.

Über die Autorin:
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Nach einer abgebrochenen Bauzeichnerlehre hat sie als Betonbauerin und Maurerin gearbeitet. Sie holte ihr Abitur nach und studierte in Frankfurt und Berlin, arbeitet nun als Fernsehjournalistin der Abendschau des RBB. Für ihren ersten Roman „Mondspaziergänge“ wurde sie mit dem „Frauengeschichtenpreis“ ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Elisabeth Herrmann
Das Kindermädchen
433 Seiten, gebunden
Rotbuch Verlag / EVA Europäische Verlagsanstalt, Hamburg
ISBN: 3-434-53138-6
Bestellen

Gehölze für den Hausgarten

Gehölze für den Hausgarten

Neben bewährten und bekannten Arten werden in diesem Buch auch unbekannte oder exotisch wirkende Arten gezeigt, die nach den Erfahrungen des Autors im heimischen Garten aber gut gedeihen. Das Angebot in den Gartencentern ist groß, da fällt es mitunter schwer, eine Auswahl zu treffen, die für die eigenen Bedürfnisse genau zugeschnitten ist, gerade auch in kleinen Gärten, wo vielleicht nur ein Baum für eine ganz besondere Atmosphäre und für einen ausgewogenen Anblick sorgen soll.

Im ersten Kapitel werden Bäume vorgestellt, die in jeden Garten passen und dennoch ihren Reiz haben, wie Rotbuche, Magnolie oder Robinie. Viele Hobbygärtner möchten ihrem Garten aber ein ganz besonderes Flair verleihen und ihre Bäume nach besonderen Gesichtspunkten auswählen. Dem trägt der Autor in den folgenden Kapiteln Rechnung.

So entfaltet ein Garten mit Gehölzen aus Japan oder China eine ganz besondere Wirkung. Dargestellt werden Gehölze wie der Japanische Fächer-Ahorn, Strauch-Päonie oder Higan-Kirsche. Auch immergrüne Gehölze stellt der Autor vor. Dazu zählen der Gemeine Wachholder, in interessante Formen geschnittene Buchsbäume oder die Lorbeer-Schneebälle. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Ein Blickfang sind sicher sehr schön blühende Gehölze wie Zier-Äpfel, Magnolie oder Japanische Blüten-Kirsche. Wer das ganze Jahr über blühende Gehölze in seinem Garten habe möchte, findet ebenfalls Anregungen im Buch, damit es tatsächlich auch im Winter blüht.

Der Autor stellt aber noch mehr Varianten vor. Interessant sind Bäume, die zwar im Winter kein Laub tragen, dafür aber einen Blick auf ihre auffällige Wuchsform oder die außergewöhnliche Rinde zulassen. Aber auch Kletterkünstler, die sich Hauswände hinaufwagen oder die Zäune für fremde Blicke undurchschaubar machen, findet man im Buch. Auch Gehölze, die sich in schattigen Ecken wohlfühlen, werden benannt. Ebenso wie Bäume, die für ein Dschungel-Feeling sorgen. Auch die buntlaubigen Gehölze dürften schnell Liebhaber finden. Aber auch wer einen klassischen Obstbaum in seinem Garten haben möchte, wird gut beraten. Zu entdecken gibt es im Buch aber noch viel, viel mehr.

Die Vielfalt der Sorten und Arten ist riesengroß. Damit man hier den Überblick nicht verliert, hat der Autor das Buch in 16 Kapitel unterteilt. „Nadelbäume für jeden Garten“, „Für Herbstfreunde“, „Für Kenner und Liebhaber“, „Für schwierige Standorte“ sind nur einige davon.
Der Autor informiert immer ganz genau, wie der ausgewählte Baum sich entwickeln wird, welchen Platzbedarf er hat, welche Ansprüche und an welchen Standorten er sich besonders gut macht. Dabei werden die Besonderheiten eines jeden Baumes herausgestrichen und die Wirkung auf den Betrachter beschrieben. Und natürlich gibt es auch Vorschläge zu effektvollen Pflanzenkombinationen. In aller Kürze können sämtliche Baumdaten dann auch noch mal in kleinen Steckbriefen nachgelesen werden.

Die Faszination des Autors für Gehölze wird in den Texten spürbar. Mit seinem gefälligen Schreibstil, vermag er zu begeistern. Seinen Ausführungen zu folgen, ist eine Freude. Der Funken springt über. Man fühlt sich gut informiert und sachgerecht beraten. Den eigenen Vorstellungen der Hobbygärtner wird dabei aber nicht der Platz genommen. Im Gegenteil, die eigene Kreativität wird gezielt angeregt. Nur die Schrift, die ist wirklich sehr klein geraten. Dafür haben die Fotos viel Platz. Von den stimmungsvoll in Szene gesetzten Gartenbildern kann man sich kaum losreißen. So wirkt das Buch in seiner Gestaltung sehr harmonisch und ansprechend.

Über den Autor:
Oliver Kipp ist Redakteur der Zeitschrift „Eden – das Magazin für Gartengestaltung. Er beschäftigt sich seit seiner Kindheit intensiv in der Gartenpraxis mit Gehölzen.

Das vorliegende Buch entstand in Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Baumschule Lorenz von Ehren.

Rezension von Heike Rau

Lorenz von Ehren / Oliver Kipp
Gehölze für den Hausgarten
Die schönsten Arten und Sorten
256 Seiten, gebunden, 400 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4893-3
Bestellen

Die einsame Giraffe

Die einsame Giraffe

Morgens im Dschungel. Die Kakadus schütteln ihre Federn, Elefanten und Schlangen begrüßen den Tag. Beim Frühstück am Fluss gibt es viel Neues zu erzählen. Auch die Giraffe hätte etwas zu sagen. Leider ist sie nicht gerade auf Augenhöhe mit den anderen Tieren und sich so weit hinunterzubeugen, fällt ihr schwer. Und die Tiere, die in den Baumwipfeln leben, erschrecken wenn plötzlich ihr Kopf zwischen den Blättern auftaucht. Die Giraffe scheint zur Einsamkeit verdammt.

Dann kommt die Regenzeit. Die großen Tiere machen sich zur Hochebene auf und die kleinen suchen Schutz im Gebüsch. Ununterbrochen regnet es. Alle haben Angst, dass der Fluss über die Ufer treten könnte. Immer höher steigt er. Und plötzlich ist ein fernes Grollen zu hören. Die Giraffe mit dem langen Hals hält Ausschau und sieht eine Wasserwand kommen. Zum Weglaufen ist es längst zu spät. Also, rauf auf die Bäume! Doch einige Tiere können nicht klettern. Da hat die Giraffe die rettende Idee.

Es ist eine spannende Geschichte über Freundschaft und Hilfsbereitschaft, die auch sehr gut nachvollziehbar ist. Genau richtig zum Vorlesen für Kindergartenkinder. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh und ausdrucksstark. Die Darstellung der Tiere begeistert. Die verschiedenen Szenen wirken sehr lebendig. Und da auf unnötige Details verzichtet wurde, sind sie auch leicht erfassbar. Kinder können beim Betrachten der Bilder sehen, ob sie die Tiere des Dschungels benennen können oder nach bestimmten Tieren suchen. So können die Kleinen auch nach dem Vorlesen noch eine Weile beschäftigt werden, was sicher viel Spaß macht.

Rezension von Heike Rau

Peter Blight
Die einsame Giraffe
illustriert von Michael Terry
aus dem Englischen von Monica Plange
28 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Bloomsbury Kinder & Jugendbücher, Berlin
ISBN: 3-8270-5049-9
Bestellen

Burkhard Bohne und Peter: Dietze:Taschenatlas Heilpflanzen

Burkhard Bohne und Peter: Dietze:Taschenatlas Heilpflanzen

Die 130 vorgestellten Heil- und Gewürzpflanzen wachsen überwiegend in heimischen Gärten und finden oft auch in der Volksmedizin Verwendung. Der Wunsch nach einem eigenen Kräutergarten am Haus bietet viele Vorteile. Ohnehin sind viele Kräuter nicht mehr in ausreichender Menge in der Natur zu finden, also sollte man ihnen Erholung gönnen. Auch die Gefahren, die eine Verwechslung der Pflanzen mit sich bringen, sind nicht zu unterschätzen.

Mit Hilfe der Heilpflanzenbuches kann man sich gezielt über Heil- und Gewürzpflanzen informieren und aussuchen, welche zukünftig im eigenen Kräutergarten angebaut werden sollen. Die Pflanzenporträts sind dabei sehr hilfreich.

Sehen wir uns eins genauer an. Melissa offincinalis (Zitronen-Melisse, Melisse) Zuerst fallen natürlich die Fotos ins Auge. Zu sehen ist ein ganzseitiges Foto, ein Detailfoto und ein Foto mit den zur Verwendung aufbereiteten Pflanzenteilen, hier beispielsweise die getrockneten Blätter der Melisse. Symbole informieren darüber, dass die Pflanze für Menschen ungiftig ist, dass es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze handelt, die vorwiegend im Sommer blüht und die einen sonnigen bis schattigen Standort bevorzugt. Dargestellt werden in kurzen stichpunktartigen Texten nun Details zu folgenden Punkten: Verbreitung, Blatt, Blüte, Frucht, Wuchs, Standort, Drogen, Inhaltsstoffe, Wirkungen, Verwendungen und Allgemeines. Es folgt eine Kästchen mit zusätzlichen, immer sehr interessanten Informationen. Findet eine Pflanze in der Homöopathie Verwendung, wird darauf hingewiesen. Warnhinweise zu giftigen Pflanzen oder zu Pflanzen deren Anwendung nicht ratsam ist, sind nicht zu übersehen.

Der Taschenatlas ist sehr gut zum Nachschlagen geeignet. Botanische Merkmale und Heilwirkungen werden kurz und knapp vermittelt. Der Seitenaufbau ist dabei sehr übersichtlich. Vorhanden ist auch eine kurze Einführung zur Geschichte, dem Anbau und der Pflege von Heilpflanzen. Die Fotos sind aussagekräftig. Es macht aber auch Spaß, in diesem handlichen Buch zu blättern und sich zu informieren, ohne gezielt nach einer bestimmten Pflanze zu suchen.
Im Anhang befinden sich ein Glossar und ein Register, aber auch zwei Seiten mit Adressen zu Heilpflanzengärten ist vorhanden.

Über die Autoren:
Der Gärtnermeister Burkhard Bohne leite den Arzneipflanzengarten der TU Braunschweig. Peter Dietze, ebenfalls Gärtnermeister, arbeitet an der Georg. August-Universität in Göttingen.

Rezension von Heike Rau

Burkhard Bohne / Peter Dietze:
Taschenatlas Heilpflanzen
130 Pflanzenporträts
192 Seiten, über 300 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4759-9
Bestellen

Everwood – Ein neues Leben

Everwood – Ein neues Leben

Ephram tut sich schwer damit, sich in Everwood einzuleben. Amy ist weiterhin für ihn unerreichbar. Erst recht, seit ihr Freund Colin nach einer riskanten Operation endlich aus dem Koma erwacht ist. Zwar hat er sein Gedächtnis verloren, doch er holt schnell auf und geht schließlich sogar wieder zur Schule. Im Grunde ist er dort so neu wie Ephram. Und wohl deshalb sucht Colin ausgerechnet Ephrams Freundschaft. Ephram rauscht von einem Gefühlschaos ins nächste. Dann lernt er Colins Schwester Laynie kennen, die eine Zeit lang im Internat war. Beim Skifahren hat er Gelegenheit sie näher kennen zu lernen. Die beiden liegen zwar auf gleicher Wellenlänge, aber das Ephram sich und ihr nur etwas vormacht, merkt Laynie schließlich. Aus dieser Freundschaft kann keine Liebe werden.

Die Schatten der Vergangenheit liegen noch auf den Ereignissen. Auch in diesem Band steht der schwierige Vater-Sohn-Konflikt im Vordergrund. Außerdem muss Ephram damit klar kommen, dass seine Liebe zu Amy unerwidert bleibt. Es sind die typischen Probleme eines Jugendlichen mit denen er sich auseinander zu setzen hat.
Das zweite Buch unterhält eben so gut wie das erste. Trotz aller Dramatik schwingt in Situationen, in denen es passt, eine ganze Menge mehr Humor mit. Auch wirkt der zweite Teil von der Schreibweise her etwas flotter . Die Geschichte berührt, ist sie doch mit viel Sensibilität geschrieben.

Rezension von Heike Rau

Emma Harrison
Everwood – Ein neues Leben
Aus dem Amerikanischen von Antje Göring
Auf Basis der gleichnamigen Serie von Greg Berlanti
212 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3443-3
Bestellen

Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet

Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet

Als die Mutter der Familie Brown bei einem Unfall ums Leben kommt, bricht für die drei anderen Familienmitglieder eine Welt zusammen. Es geht einfach nicht mehr weiter und so beschließt der Vater, die Neurochirurgie an den Nagel zu hängen und mit seiner Familie einen Neuanfang zu wagen. Mit seiner Tochter und seinem Sohn zieht er von New York in die kleine Stadt Everwood. Die kleine Delia nimmt den Umzug scheinbar gelassen, aber der 15-jährige Ephram rebelliert gegen den Vater.

In der Schule lernt Ephram die gleichaltrige Amy kennen. Er verliebt sich in sie. Doch sie hat einen Freund. Der liegt jedoch nach einem Unfall im Krankenhaus im Koma. Es sieht so aus, als suche Amy Ephrams Freundschaft nur wegen ihres Freundes. Denn vielleicht kann Ephrams berühmter Vater helfen und Colin aus dem Koma holen.

Die neue Serie beginnt mit einem harten Schicksalsschlag. Die Familie muss irgendwie damit fertig werden und näher zusammenrücken. Doch Vater und Sohn sind sehr unterschiedliche Menschen, die zunächst gegeneinander arbeiten, sich viele Wortgefechte liefern und unter Missverständnissen leiden. Dabei übersieht Ephram, dass auch der Vater unter dem Verlust der Mutter, und damit seiner Ehefrau, leidet. Zukunftsängste plagen ihn, hat er doch die Erziehung der Kinder bisher weitgehend seiner Frau überlassen und sich um seine anspruchsvolle Arbeit gekümmert. So werden viele Probleme, die ein solcher Schicksalsschlag mit sich bringt auf sehr sensible Art und Weise aufgegriffen. Das Buch ist die perfekte Ergänzung für alle, die die Serie mögen.

Rezension von Heike Rau

Melinda Metz / Laura J. Burns
Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet
Aus dem Amerikanischen von Antje Göring
Auf Basis der gleichnamigen Serie von Greg Berlanti
180 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3442-5
Bestellen

Anna fängt Feuer

Anna fängt Feuer

Anna ist in Sorge um ihren Bruder. Seit er eine geheimnisvolle Entdeckung gemacht hat, hat er sich verändert. Sie erzählt Finn von ihren Befürchtungen und dass Leifer vor ihr verbirgt, was er im Wald gefunden hat.
Dann offenbart Leifer seine Meinung über die fremdländische Prinzessin Isi, die Annas Freundin ist. Es entbrennt ein Streit. Leifer kann seine Wut nicht im Zaum halten und plötzlich steht Annas Rock in Flammen. Das wollte er natürlich nicht.

Anna und Finn wissen nun um Leifers Geheimnis. Für Finn ist es vorstellbar, dass Leifer das Feuer in sich trägt, so wie Isi den Wind. So beschließt Anna in die Stadt zu reisen, die sie einst wegen ihrer Mutter, die nun verstorben ist, verlassen hat. Sie muss Isi um Hilfe bitten. Vielleicht enthält auch das Pergament, das Leifer versteckt hält, eine Anleitung zum Erlernen der Feuersprache.

Isi ist auch nicht frei von Sorgen. Ihre Gabe hat sich verändert. Mittlerweile kann sie Wind aus dem Nichts erschaffen, der zum Sturmwind wird. Aber Anna hört auch von ihrer Freundin, dass es Krieg geben wird. Die Grenzen sind bereits durchbrochen wurden.

Leifer hat seine Meinung über Prinzessin Isi geändert. Er will an der Seite der Burbunen gegen Tira kämpfen. Anna begleitet Isi als Zofe, obwohl Prinz Geric gar nicht möchte, dass ihn seine Frau begleitet.
Der Kampf entbrennt. Leifer nutzt seine Fähigkeiten und verhilft den Burbunen in diesem Kampfgetümmel zum Sieg. Doch er bezahlt dafür mit seinem Leben und auch der König stirbt. Prinz Gerik und seine Prinzessin übernehmen die Herrschaft. Anna nimmt Leifers Pergament an sich. Vielleicht kann sie die Feuersprache erlernen und damit die Geschicke ihres Landes lenken.

Das Buch lebt von Mythen und führt damit in eine völlig fremde, einzigartige Welt, die vor Magie und Fantasie sprüht. Das spiegelt sich auch im Schreibstil der Autorin wieder, die Stimmungen perfekt einfängt und in einer sehr schönen, wohlklingenden Sprache schreibt. Es geht aber nicht nur um die Beherrschung der Elemente sondern auch um die Vermittlung von Botschaften an den Leser. Freundschaft und Liebe sind Stützpfeiler der Geschichte. Spannend ist auch, wie Anna sich entwickelt. Herausgerissen aus der Normalität muss sie sich bewähren, ihre Zweifel und ihre immer wieder aufkeimenden Ängste besiegen. Es ist eine Geschichte mit Tiefgang, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Über die Autorin:
Shannon Hale studierte in England, Mexiko, Paraguay und den USA. Die Jugendbuchautorin lebt heute mit ihrem Mann in Salt Lake City.

Rezension von Heike Rau

Shannon Hale
Anna fängt Feuer
351 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher und Jugendbücher
ISBN: 3-8270-5054-5
Bestellen

Tara und die Reiter des Windes

Tara und die Reiter des Windes

Nachdem Tara ein Internat im chinesischen Chengdu besucht hat, kehrt sie nach Hause zurück, nach Chamdo, der Hauptstadt Khams, in Tibet. Sie erkennt die Stadt kaum wieder. Überall wird gebaut. Touristen mit ihren Digitalkameras bevölkern die Stadt. Das alte Haus ihres Vaters, das wie alle traditionell errichteten tibetischen Häuser nach Süden ausgerichtet ist, ist restauriert worden und nun eine Art Museum. Die Touristengruppen kommen, um die Räume zu besichtigen.

Taras Großmutter Deyang, eine Nomadin, hat sich ihr gewohntes Leben bewahrt. Sie lebt mit ihren Tieren im Hochtal in einer Jurte. Tara geht sie wieder besuchen. Die Großmutter will Tara von nun an unterrichten. Das Mädchen hat die Gabe, zu heilen. So lernt sie auch Lieder in alter Geheimsprache, der Sprache der Feen, die auch die Tiere verstehen können.

Auf ihrem Weg zur Großmutter sieht Tara eines Tages auf einer Baustelle ein Pferd. Chinesische Arbeiter schinden es, damit es seine Arbeit leistet. Diesen Anblick erträgt Tara nicht. Sie entführt das Pferd, das sie Gesar nennt, und bringt es zur Großmutter in die Berge. Tara und Gesar werden Freunde. Doch bei einem Ausritt stürzt Tara schwer. Ein Mann, der hier oben in einer Höhle wie ein Einsiedler lebt und Tiere aus Fallen rettet, nimmt sich ihrer an. Aus dieser Begegnung wird Liebe.

Die Geschichte ist abenteuerlich und spannend. Sie spielt in einer fremden Welt. Dabei verbindet die Autorin alte Traditionen mit der Moderne. In ihrem Buch hinterfragt sie die Politik, zeigt Engagement für den Tierschutz und gibt damit viel Stoff zum Nachdenken. Aber es ist auch eine bewegende Liebesgeschichte, die aber an den Gegebenheiten der Zeit, zu zerbrechen droht. Geschrieben ist das Buch in einem sehr stimmungsvoll wirkenden Stil, mit faszinierenden Naturbeschreibungen. Der Zauber alter Legend wird wieder lebendig. So ist es eine bewegende Geschichte, die oftmals zu Tränen rührt und die man so schnell nicht vergisst.

Über die Autorin:
Frederica de Cesco hat zahlreiche Länder auf allen Kontinenten bereist und oft mehrer Monate in fremden Kulturen gelebt. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin spricht fließend Französische, Italienisch und Deutsch. Ihre Bücher, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, wurde in viele Sprachen übersetzt.

Rezension von Heike Rau

Frederica de Cesco
Tara und die Reiter des Windes
22 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Arena Verlag, Würzburg
ISBN: 3-401-05758-8
Bestellen

Das Buch der Engel

Das Buch der Engel

Bücher über Engel gibt es viele. Mit diesem hier versuchen die Autoren aber ein vollständiges Bild dieser himmlischen Wesen zu zeichnen und haben dafür aufwändig recherchiert. Sie haben untersucht woher der Glaube an die Engel kommt und welche Vorstellungen Menschen von Engeln haben, ob sie an die Helfer Gottes glauben oder eher nicht. Dabei gehen sie auf die Bedeutung der Engel in verschiedenen Religionen ein. Dargestellt werden die möglichen Erscheinungsformen der Engel und wie genau man sich diese Wesen vorstellen muss. Erzählt wird von den Fähigkeiten, die sie haben, ob sie nun als Schutzengel oder Todesengel unterwegs sind. Die Autoren nehmen Bezug zu Bibelstellen, Märchen, Geschichten, auf Gedichte und Verfilmungen. Sie beleuchten unterschiedliche Thesen und stellen Meinungen über die Engel gegenüber, die oft erstaunlich weit auseinandergehen. Dabei kommen auch Menschen zu Wort, die überzeugend behaupten, Engeln begegnet zu sein. Bei den Recherchearbeiten kam auch wenig Engelhaftes und regelrecht Kurioses zum Vorschein. Der Leser darf also gespannt sein.

Dennoch sind die Autoren mit Ernsthaftigkeit und ohne voreingenommen zu wirken an ein Thema herangegangen, über das doch sehr unterschiedliche Meinung herrschen. Ein solches Buch zu schreiben, muss wie eine Gratwanderung gewesen sein. Und doch bewahren sich Ditte und Giovanni Bandini auch hier, wie in den anderen Büchern „Das Buch der Elfen und Feen“ und „Das Zwergenbuch“ ihren unvergleichlichen Humor. So manch Widersprüchliches lässt sich nun mal nicht von der Hand weisen. Das Buch liest sich so gut wie ein unterhaltsamer Roman, ist ein Quell an vielfältigen Informationen und eignet sich auch gut zum Nachschlagen, da ein Register vorhanden ist. Auch die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen und Bildtafeln gefällt ausgesprochen gut. Wer selbst zum Thema Engel forschen will, findet eine Liste mit ausgewählten Internetseiten oder orientiert sich an der Bibliographie mit vielen interessanten Titeln.

Über die Autoren:
Ditte Bandini, Jahrgang 1956, studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.
Giovanni Bandini, Jahrgang 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet als freier Übersetzer.

Rezension von Heike Rau

Ditte und Giovanni Bandini
Das Buch der Engel
258 Seiten, Klappenbroschur
Deutscher Taschenbuchverlag, München
ISBN: 3-423-24519-0
Bestellen