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Autor: hera

Jon Kabat-Zinn: Momente der Achtsamkeit: Wochenkalender 2016

Jon Kabat-Zinn: Momente der Achtsamkeit: Wochenkalender 2016

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Viele leben einen stressigen Alltag. Einfach einmal innezuhalten und zur Ruhe zu kommen, fällt schwer. Das Mühlrad dreht sich stetig weiter, die Tage, Monate und Jahre vergehen, kaum dass man sich dessen bewusst ist. Dabei ist es wichtig, auch einmal stillzustehen, zur Ruhe zu kommen und sich selbst bewusst wahrzunehmen. Die Zeit für sich selbst ist da. Man muss sie sich nur nehmen.

Der Kalender leitet zu mehr Achtsamkeit im Alltag an. Die Texte stammen aus dem Buch „Gesund durch Meditation“. Ein Jahr lang sind diese inspirierenden und nachdenklich stimmenden Zeilen und die dazugehörigen Fotos persönlicher Begleiter. Woche für Woche gibt es neue Denkanstöße, die mit stimmungsvollen Bildern harmonisieren. Man muss sich Zeit dafür nehmen. Da man aber ohnehin jeden Tag in den Kalender schaut, wird man an die Minuten, die man braucht, um sich damit zu beschäftigen, immer wieder erinnert. Es ist eine Art sanftes Heranführen an das Ziel. Ein Ziel, das man selbst bestimmen muss. Und auch aufschreiben kann. Im Kalender ist reichlich Platz für Notizen und eigene Erfahrungen.
Orientierung geben zunächst auch die sieben Säulen der Achtsamkeitsübung, die im Kalender abgedruckt sind. Diese zu verinnerlichen, braucht eine Weile. Ein Jahr mag hier ein gutes Maß sein, besonders für diejenigen, die es schon einmal versucht haben, und aufgegeben haben. Dem Autor gelingt es, gut zu motivieren.

Der Kalender ist sehr schön aufgemacht. Durch die Ringbindung liegt er gut auf dem Tisch auf und man kann problemlos hineinschreiben. Jede Woche hat eine Seite. Es ist also ausreichend Platz für Termine. Es gibt zudem Jahreskalender für 2016 und 2017. Schulferien und Feiertage sind übersichtlich aufgelistet. Der zusätzliche Platz für Notizen und Erfahrungen im Zuge des Achtsamkeitstrainings ist reichlich bemessen.

Rezension von Heike Rau

Jon Kabat-Zinn
Momente der Achtsamkeit
Wochenkalender 2016
O.W. Barth
ISBN-13: 4260308350092
ASIN: B00PFUPSVG
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Katerina Dimitriadis: Käts Lunchbox – gesund, günstig, gut

Katerina Dimitriadis: Käts Lunchbox – gesund, günstig, gut

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Man kann natürlich in die Kantine gehen, sich eine Bratwurst holen oder irgendwas vom Bäcker nehmen. Auf Dauer ist das für viele Menschen aber keine Lösung. Selber gemachtes Essen ist ihnen lieber, weil es einfach gesünder und nährstoffreicher ist. Aber dafür braucht man Ideen. Katerina Dimitriadis hat sich Gedanken gemacht. Ihr Buch ist gefüllt mit Vorschlägen für Essen zum Mitnehmen.

Zunächst beschreibt die Autorin die „Lunchbox-Grundausstattung“. Hier erfährt man, was im Vorratsschrank sein sollte, wie man vorbereitet und welche Verpackungen benutzt werden können. Zur Sprache kommt auch, wie man Reste verwerten kann. Dann folgen auch schon die Rezepte.

Den Anfang machen „Müsli, Porridge & Co“. Hier hat mir der Apfelstrudelreis mit Mandeln, Rosinen und Zimt gut gefallen. „Sandwich und Burger“ lassen sich natürlich auch gut mitnehmen. Sehr lecker sieht das Hähnchen-Ciabatta mit Roquefort, Kürbiskernen & Radicchio aus. Salate & Taboulés folgen. Hier haben wir beispielsweise einen Tomaten-Brotsalat mit Pesto & Pinienkernen im Angebot. Auch Eintöpfe & Suppen gibt es. Wer eine Mikrowelle zur Verfügung hat, kann sich also auch schnell etwas Aufwärmen. Bei vielen Gerichten kann man sich aber aussuchen, ob man diese warm oder kalt genießen möchte. Das ist zum Beispiel beim Kichererbsen-Chili mit Basmatireis der Fall. Auch Pasta eignet sich sehr gut zum Mitnehmen. Ein Beispiel sind die Möhren-Dinkel-Spaghetti mit Schafskäse & Sesam. Kalt essen oder schnell aufwärmen kann man auch „Herzhaftes aus Teig“. Dazu gehören die Paprika-Tartelettes mit Gorgonzola. Wer es auch gerne mal süß mag, kann die Blaubeer-Kokos-Waffeln probieren.

Die Rezepte sind sehr vielfältig und ich habe beim Durchsehen des Buches sehr viele Klebezettelchen angebracht an Rezepten, die ich unbedingt ausprobieren muss. Die Rezepte sind fantasievoll und oftmals wirklich leicht vorzubereiten. Wie viel Zeit man für ein Gericht braucht und ob man es am Vorabend vorbereiten kann, sieht man immer auf einen Blick. Meist sind es 10 bis 15 Minuten, die man veranschlagen muss. Es kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, ob man Erfahrung hat oder nicht, also wie schnell man im Gemüseschnippeln ist.
Die Rezeptanleitungen sind gut zu lesen. Das Buch bleibt auch aufgeschlagen gut liegen und blättert nicht von selbst um. Die Fotos sind ansprechend, auch wenn es keine Hochglanzfotos sind. Dafür sind sie eben einfach realistisch. Außerdem gibt es einige Grafiken, die das Buch ebenfalls illustrieren.
Das Kochbuch ist also wirklich brauchbar und wird dem, der es besitzt, lange Freude bereiten und für gute Mahlzeiten zum Mitnehmen sorgen.

Rezension von Heike Rau

Katerina Dimitriadis
Käts Lunchbox – gesund, günstig, gut
Fotografie Pilar Schacher
Grafik Andrea Schindler
192 Seiten, gebunden
Dorling Kindersley
ISBN-10: 383102779X
ISBN-13: 978-3831027798
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Jürgen Schäfer: Der Krankheitsermittler – Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen

Jürgen Schäfer: Der Krankheitsermittler – Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen

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Prof. Jürgen Schäfer arbeitet an der Universitätsklinik Marburg. Hier gibt es das einzigartige „Zentrum für unerkannte Krankheiten“. Menschen, die nicht mehr weiterwissen, oder ohne Erfolg austherapiert sind, kommen zu ihm. Sie sind krank, oft schwer krank und das meist schon lange. Doch die richtige Diagnose konnte nie gestellt werden. Oft werden die Ursachen für diese gesundheitlichen Beschwerden sogar als physisch abgetan. Das Team um Prof. Schäfer sieht allerdings etwas genauer hin. Es besteht aus Krankheitsermittlern, also Spezialisten, die oft mit unerklärlichen Krankheitsbildern konfrontiert werden und nicht müde werden, einer Sache auf den Grund zu gehen.

Interessante Fälle wurden im Buch zusammengefasst. Der Leser erfährt hier genau, wie Ursachenforschung betrieben, genauestens hingehört und untersucht wird. Zusammenhänge müssen erkannt und schließlich eine Diagnose gestellt werden, auf die dann die erfolgversprechende Behandlung erfolgen kann.

Das Buch ist äußerst spannend. Es gibt eine Reihe von seltenen Krankheiten, die dann eben, weil sie so selten sind, nur von darauf spezialisierten Ärzten erkannt werden können. In den einzelnen Fällen wird der Leidensweg der Patienten beschrieben, bis sie dann endlich in das „Zentrum für unerkannte Krankheiten“ kamen. Man kann nachverfolgen wie schwierig die Ursachenfindung für Beschwerden oder sogar auch lebensbedrohliche Krankheiten ist. Die Ärzte werden buchstäblich zu Detektiven, die Puzzleteile zusammensetzten.

Das Buch ist leicht lesbar und gut verständlich. Es wird nicht nur der Fall selbst beschrieben, sondern auch ein Teil der Lebensgeschichte der Patienten. Man wird sensibilisiert für mysteriöse Krankheiten. Krankheiten die den Anschein haben, unheilbar zu sein, und die mit der richtigen Diagnose doch therapiert werden können.

Rezension von Heike Rau

Jürgen Schäfer
Der Krankheitsermittler – Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen
256 Seiten, gebunden
Droemer Verlag
ISBN-10: 3426276445
ISBN-13: 978-3426276440
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Florian Wagner: 100 % Abenteuer: Pferde

Florian Wagner: 100 % Abenteuer: Pferde

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Florian Wagner liebt das Abenteuer. Das beweisen sein Beruf und seine Hobbys. Beides lässt sich verbinden und so sind es die Pferde, die der Fotograf mit seiner Kamera ins Visier nimmt. Seine Abenteuer werden zu Geschichten, die erzählt werden. Sachwissen wird ganz nebenher vermittelt.

Der Autor begibt sich mit seiner Kamera auf eine ungewöhnliche Reise um die Welt. Kein Ort scheint ihm zu weit. Er genießt die „Freiheit zu Pferde“ mit anderen Reitern bei einem Wanderritt durch Andalusien und beschreibt genau, wie so etwas abläuft. „Löwen, Gnus und Elefanten“ begegnet er bei einer Safari zu Pferde durch die Savanne Kenias. Es ist eine Reise voller unglaublicher Gefahren. „Die Reiter vom Todeshügel“ trifft Florian Wagner in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Washington. Hier findet das spektakuläre „Omak Suicide Race“ statt. In der Wüste Abu Dhabis, besucht er das königliche Gestüt Al-Asayl und befindet sich damit „Im Paradies für Pferde“.

Florian Wagner hat seine Abenteuer mit der Kamera dokumentiert. Die Fotos, von denen jedes einzelne eine ausführliche Bildunterschrift hat, sind außergewöhnlich. Es sind bewegende Bilder, die besondere Situationen einfangen oder spektakuläre Momente erfassen. Es ist die Perspektive, der andere Blickwinkel und die leidenschaftliche Art zu fotografieren, die begeistern. Mensch und Tier bilden nicht selten eine Einheit.

Die Texte sind dem entsprechend spannend. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass Florian Wagner aus der Ich-Perspektive schreibt. Diese persönliche Schreibweise wäre sicher noch authentischer gewesen.
Das ergänzende Sachwissen wird in Kästchen oder am Bildrand präsentiert. Wissenswertes und Fakten werden hier dargestellt. Diese sind für die Zielgruppe, das sind Kinder im Alter von 10-14 Jahren, ausgelegt.
Aber auch allen anderen pferdebegeisterten Menschen wird das Buch gefallen.

Rezension von Heike Rau

Florian Wagner
100 % Abenteuer: Pferde
60 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473554235
ISBN-13: 978-3473554232
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Helen Mcdonald: H wie Habicht

Helen Mcdonald: H wie Habicht

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Falknerin zu werden, war schon immer das Ziel von Helen McDonald. Schon als sie noch ein Kind war, nahm dieses Vorhaben Gestalt an. Ihr Vater ermutigte und unterstützte sie. Und so ging Helen ihren Weg. 2007 starb der Vater plötzlich. Helen gerät in eine tiefe Krise. Immer weiter zieht sie sich zurück. Beschließt dann aber, sich ein Habicht-Weibchen zu kaufen. Es wird ein anderer, als der ursprünglich zum Kauf stehende Vogel, weil es Faszination auf den ersten Blick ist. Sie nennt ihren Habicht Mabel. Die Abtragung geht langsam vonstatten. Aber Helen stellt sich dieser äußerst schwierigen Aufgabe.

Orientierung gibt ihr T. H. White mit seinem Buch „The Goshawk“. Die Zeit, die zwischen der Erscheinung dieses Buches im Jahre 1951 und der Gegenwart liegt, ist lang. Die Fehler, die man heute machen kann, sind dieselben wie damals. Helen will sie nicht wiederholen und arbeitet hart, mit Geduld und Zuversicht. Aber auch mit Besorgnis und Zweifeln. Bald hat sie erste Erfolge zu verzeichnen, aber immer sind auch Rückschläge hinzunehmen.

So konzentriert Helen auch arbeitet, die Zurückgezogenheit lähmt sie in allen anderen Bereichen. Doch sie braucht diese Zeit, um zu trauern und um sich zu erinnern. Die Natur und die Wildheit des Habichts helfen ihr, die Bodenhaftung nicht gänzlich zu verlieren. Letztendlich kann ein wildes Tier aber kein Gefährte sein. Doch die Realität muss warten.

Es ist ein autobiographisches Buch, das berührt. Helens Trauer scheint so unbezähmbar wie der Habicht. Das als Leser nachvollziehen zu dürfen, heißt, über das Leben nachzudenken und über den Tod. Es heißt, sich der Mediation der Autorin anzuschließen.

Es ist nicht so, dass mir das Buch durchweg gefallen hat. Es ist eine traurige und auch sehr persönliche Geschichte. Manche Zusammenhänge haben sich mir nicht offenbart. Trauer und Schmerz mit der Zähmung eines wilden Habichts zu verarbeiten, ist einfach für mich schwer nachvollziehbar. Manchmal konnte ich mich darauf einlassen, manchmal nicht. Aber wie auch immer: Es ist der Weg von Helen McDonald gewesen und für sie war es der richtige.

Rezension von Heike Rau

Helen Mcdonald
H wie Habicht
Aus dem Englischen von Ulrike Kretschmer
416 Seiten, gebunden
Allegria Verlag
ISBN-10: 3793422984
ISBN-13: 978-3793422983
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Martin Amanshauser: Der Fisch in der Streichholzschachtel

Martin Amanshauser: Der Fisch in der Streichholzschachtel

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Eine Karibik-Kreuzfahrt kann ein recht langweiliges Unterfangen sein. Aber irgendwas muss man seiner Frau ja zum Geburtstag schenken, vor allem, wenn es der vierzigste ist. Tatsache ist, dass Fred Dreher die Reise, die auch die zwei Kinder mit antreten, wegen der Schräglage seiner Firma vorerst nicht bezahlen kann und Tamara in Vorkasse gehen muss.
Etwas Spannung kommt auf, als er einer ehemaligen Freundin an Bord begegnet. Bisher war Fred treu, aber Amélie wäre einen Seitensprung wert, zumal sie nicht abgeneigt scheint.
Eine etwas andere Art von Abenteuer bringt ein Orkan mit sich, der das Schiff vollkommen lahmlegt. Weiterfahren kann es ohne Hilfe nicht. Allerdings gibt es keinen Kontakt zur Außenwelt.
Dann kommt ein Piratenschiff aus einem längst vergangenen Jahrhundert in Sicht und jeder vernünftige Mensch glaubt, im falschen Film zu sein. Oder es ist alles arrangiert. Schließlich ist Faschingsdienstag. Die Piraten spielen ihre Rolle überzeugend. Der Spaß hört allerdings auf, als sie Freds Tochter entführen …

Auf diese Geschichte lässt man sich gern ein. Haarsträubende Situationen entstehen, als Gegenwart und Vergangenheit aufeinandertreffen. Die Piraten sind äußerst kritisch mit dem, was sie sehen. Der Autor hat hier sehr witzige Beschreibungen für technische Errungenschaften und die heutige Art zu leben gefunden, die ein Pirat natürlich hinterfragen und auf seine Weise kommentieren muss. Interessant, wie ignorant dagegen die Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff sind. Was nicht sein kann, existiert einfach nicht. Man tut, als gäbe es kein Problem. Wenn das Schiff nicht langsam Schräglage bekommen würde, könnte alles so bleiben, wie es ist.

Das Buch ist trotz ihrer Unterhaltsamkeit hin und wieder etwas langatmig. Besonders am Anfang macht sich das bemerkbar. Es fällt schwer, sich in den Roman hineinzufinden. Mit dem Orkan ändert sich das dann. Die Geschichte beginnt immer mehr zu überraschen, zu verblüffen und Sprachwitz und Komik sind bald nicht mehr zu übertreffen. Desweiteren kann man als Leser darüber sinnieren, wie die Geschichte nun wirklich zu interpretieren ist. Eine wirklich schlüssige oder wenigstens halbwegs glaubwürdige Erklärung für die Geschehnisse, außerhalb der möglichen Zeitverschiebung, ist gefragt.

Rezension von Heike Rau

Martin Amanshauser
Der Fisch in der Streichholzschachtel
576 Seiten, gebunden
Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552062920
ISBN-13: 978-3552062924
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Hildegard Möller: Kohl – Rezepte mit dem Kultgemüse

Hildegard Möller: Kohl – Rezepte mit dem Kultgemüse

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Kohl ist doch ein eher langweiliges Gemüse. Das dachte ich jedenfalls bisher. Beim Durchblättern des Buches „Kohl – Rezepte mit dem Kultgemüse“ habe ich meine Meinung aber schlagartig geändert. Das mag zunächst an der Gestaltung des Buches liegen. Die Fotografen Rogge & Jankovic haben das Gemüse nämlich auf außergewöhnliche Art und Weise in Szene gesetzt. Man sieht den Kohl sofort mit anderen Augen. Und die Autorin führt dann auch direkt in die Szene ein. Der Kohl mausert sich nämlich zum Trendgemüse und das nicht nur hierzulande. Der Grünkohl zum Beispiel rückt direkt ins Rampenlicht. Da muss man einfach genauer hinsehen, hat doch das grüne Gemüse eine lange Geschichte.

Die Autorin streicht den Gesundheitswert von Kohlgemüse heraus. Die Vielfalt ist groß und reicht von Grünkohl über Chinakohl bis hin zu Brokkoli. Die Rezepte im Buch sind innovativ. Damit Kohl überzeugen kann müssen außergewöhnliche Kochanleitungen her.

Der Zeit angepasst, sind die Gerichte im Buch alle vegetarisch. Aber, und das finde ich wirklich gut, sie sind auch individuell anpassbar und können mit Fisch und Fleisch ergänzt werden. In einem extra Kästchen werden einige Rezepte erweitert. So kann beim Blumenkohl-Bruschetta die Oliven-Tapenade durch Koriander-Limetten-Shrimps ersetzt werden. Und der Wirsing-Kartoffelsalat kann wunderbar mit gebratenen Schinkenspeckwürfeln ergänzt werden.

Kohl kann mehr als eine Vorspeise oder ein Mittagsgericht sein. Wobei ich die „Grünen Pfannkuchen mit Honig-Senf-Dip“ schon sehr überzeugend fand. Auch roh schmeckt das Gemüse gut. Für Salat sind viele Sorten bestens geeignet.
Interessant ist, dass der Kohl auch ein gesunder Snack sein kann. Grünkohl-Chips sind wirklich mal etwas anders. Selbst grüne Smoothies lassen sich zubereiten.

Mit Kohl kann man also wirklich viel anfangen, das beweist die Autorin auf jeden Fall. Mit dem letzten Kapitel wird ihre Kreativität über jede Grenze hinausgetragen. Grünkohl-Brownies? Kohl-Schoko-Hupf mit Vanillesauce? Grünkohl-Orangen-Cupcakes mit Schoko-Topping? Unglaublich!

Rezension von Heike Rau

Hildegard Möller
Kohl – Rezepte mit dem Kultgemüse
Fotos von Rogge & Jankovic Fotografen
160 Seiten, gebunden
Franckh Kosmos Verlag
ISBN-10: 344014819X
ISBN-13: 978-3440148198
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Irene Ruttmann: Adèle

Irene Ruttmann: Adèle

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Die Notizbücher sind abgegriffen. Erst lange nach dem Tod ihres Vaters beschließt die Tochter, darin zu lesen. Der erste Eintrag wurde im Sommer 1916 gemacht. Der Vater ist Anfang 20. Er hat sich freiwillig zum Sanitätsdienst gemeldet. Im Dezember 1916 ist er an der Aisne in Frankreich. Hier soll nach schlimmen Wochen etwas Ruhe einkehren. Es ist eine Zeit des Wartens in Ungewissheit. Als Kameraden unter Bauchschmerzen leiden, weiß Max, was helfen kann. Im Ort hatte er eine Apotheke gesehen und macht sich auf den Weg, um Salbeiblätter zu beschaffen. Das Geschäft hat nicht geöffnet. Ein Haus gegenüber weckt sein Interesse. Es hat einen Garten und hier könnte es auch Salbei geben. Er macht sich auf die Suche, ist aber nicht allein. Eine junge Frau sitzt hinter dem Haus auf einer Bank. Sie spricht kaum Deutsch und er auch nur ein paar Worte Französisch, dennoch gelingt eine Verständigung. So kehrt Max nicht mit leeren Händen zum Quartier zurück. Lange reicht der kleine Vorrat jedoch nicht. Wieder muss Max zu Adèle. Die beiden verlieben sich ineinander. Es ist eine Liebe auf Zeit, denn der Krieg geht weiter.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf eine sehr schlicht wirkende Art und Weise, die dennoch die Vorstellungskraft anspricht und vor allem auch das Mitgefühl des Lesers weckt. Eine tiefe Melancholie liegt zwischen den Zeilen. Es gibt keine Zukunft für die Liebenden, denn Max wird gezwungen sein, weiterzuziehen. Die kurzen Zusammenkünfte sind gestohlener Zeit zu verdanken. Und Max wagt mit seinen Besuchen viel zu viel. Jedes Treffen kann das letzte sein. Auch ohne Abschied könnte die Liebe ein Ende nehmen. Es schmerzt unendlich, sich in dieser Gewissheit zu begegnen. Die Geschichte berührt. Die Autorin beschränkt sich auf Wesentliches. Die Handlung wird nicht besonders ausgeschmückt. Aber es sind gerade die nicht gesagten Worte, die die Tragik verdeutlichen.

Rezension von Heike Rau

Irene Ruttmann
Adèle
160 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag
ISBN-10: 3552057382
ISBN-13: 978-3552057388
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Reinhard Rohn: Leise, stirb leise

Reinhard Rohn: Leise, stirb leise

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Niemand weiß, dass er ein Mörder ist. 26 Jahre vergehen, bis ein ähnliches Verbrechen geschieht. Opfer ist wieder eine Prostituierte. Dass ein Zusammenhang besteht, ist ihm sofort klar. Er erkennt das Muster. Es deutet alles auf ihn hin, nur steht er nicht unter Verdacht. Dass er den zweiten Mord nicht begangen hat, heißt aber nicht, dass er nun keine Probleme hat. Zwar ist ihm die Polizei nicht auf der Spur, aber er wird mit einer Erpressung konfrontieret. Jemand ist hinter sein Geheimnis gekommen und droht nun, seine Familie zu zerstören. Er ist verheiratet und hat erwachsene Kinder, denen nun Unheil droht.

Kommissarin Lena Archer und ihr Kollege Henning Mahn gehen die Ermittlungsarbeiten an die Substanz. Beide sind mit privaten Problemen überladen. Sie arbeiten auf eine unkonventionelle Art, versuchen sich irgendwie durchzuschlagen. Archer ist sofort klar, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Mordfällen geben muss, auch wenn es 26 Jahre sind, die dazwischen liegen. Larchers Vater, heute im Ruhestand, hat in dem ersten Mord ermittel und immer noch damit zu kämpfen, dass er den Täter nicht überführen konnte.

Im Vordergrund stehen die Ermittlungsarbeiten. Es ist spannend zu sehen, wie Erkenntnisse zusammengetragen werden und wie alles voran geht. Dabei erfährt der Leser in parallelen Handlungssträngen schon sehr viel mehr über den Mörder, während der Erpresser unerkannt bleibt. Ein bisschen verwirrend sind die vielen Personen, die eine scheinbar eher untergeordnete Rolle spielen. Hier muss man sehr aufpassen, den Faden nicht zu verlieren.
Der Autor beschreibt sehr ausführlich. Dabei wird eine gewisse Spannung immer gehalten. Der Krimi ist also aufwändig konstruiert und damit auch sehr glaubwürdig. Am Ende gibt es dann eine unverhoffte Überraschung, was die Auflösung des Falles betrifft.

Rezension von Heike Rau

Reinhard Rohn
Leise, stirb leise
320 Seiten, gebunden
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 342321600X
ISBN-13: 978-3423216005
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Hilma Wolitzer: Charmanter Mann aus Erstbesitz

Hilma Wolitzer: Charmanter Mann aus Erstbesitz

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Edward Schuyler stürzt sich nach dem Tod seiner Frau in die Arbeit. Er ist Biologielehrer und denkt noch lange nicht daran, in den Ruhestand zu gehen. Seine Schüler geben ihm Halt. Er ist beschäftigt und wird abgelenkt. Und die Zeit, die er an der Schule verbringt, strukturiert seinen Tag, so dass er zurechtkommt.

Dass Edward wieder zu haben ist, spricht sich herum. Frühere Bekannte rufen den charmanten Mann an. Doch er hat kein Interesse, ist er doch noch in seiner Trauer um seine verstorbene Frau Bee versunken. Er hat sie über alles geliebt. Doch auch die erwachsenen Kinder von Bee, zu denen er ein sehr gutes Verhältnis hat, wollen ihn nicht allein sehen und geben eine Kontaktanzeige auf. Edward ist davon nicht begeistert, lässt sich aber darauf ein. Doch die Begegnungen mit anderen Frauen, die auf Männerjagd sind, haben etwas Skurriles. Und so gibt er das Unterfangen wieder auf. Ewig allein bleiben, will der 62-jährige aber dennoch nicht. Und irgendwann ist die Vorstellung, sich doch noch einmal verlieben zu können, wieder da.

Auch wenn das Buch mit sehr viel Humor geschrieben ist, so ist es doch eher ein ernsthaftes. Den geliebten Partner zu verlieren, ist tragisch und macht hoffnungslos und Edward scheinen die Erinnerungen und die Trauer nicht loszulassen. Erst mit der Zeit wagt er es, sich wieder zu öffnen, nach vorn zu sehen und Pläne zu machen. Doch mit den Frauen erlebt er eher Abenteuerliches. Eine Frau, mit der er den Rest des Lebens verbringen kann, so wie er es eigentlich mit Bee vorhatte, scheint es nicht zu geben. Die Autorin offenbart die Gedanken, die in Edwards Kopf kreisen, auf eine sehr sensible und vor allem auch respektvolle Art und Weise.
Die Geschichte könnte sich genauso ereignet haben. Sie ist realistisch geschrieben und damit genauso, wie das Leben tatsächlich ist.

Rezension von Heike Rau

Hilma Wolitzer
Charmanter Mann aus Erstbesitz
Aus dem Englischen von Anne Braun
320 Seiten, gebunden
Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552062955
ISBN-13: 978-3552062955
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