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Kategorie: Belletristik

Kevin Powers: Die Sonne war der ganze Himmel

Kevin Powers: Die Sonne war der ganze Himmel

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Nie wieder Krieg!

Kevin Powers hat das ungewöhnliche Zeugnis einer Kriegsteilnahme mit allen Schrecken und Schmerzen in seinem Debütroman zum Thema genommen. Er ist in Gestalt des Icherzählers der Protagonist, der den Irakkrieg mit gemacht hat.

Zwischen den Jahren 2003, 2004, 2005 und 2009 beschreibt er seine Erlebnisse als Teilnehmer des kruden und grausamen Krieges im Irak. Fast kein Soldat wusste so richtig, was ihn beim Aufbruch in den Irak erwarten würde.

John Bartle und sein 18-jähriger Truppenkamerad Daniel Murphy ziehen mit Ängsten aber auch Erwartung in diesen Krieg, der sich ihnen bald schon als barbarisch, heimtückisch und sinnlos erweist.

Die beiden haben sich wie vielleicht viele andere freiwillig aus jugendlichem Überdruss und einer Laune heraus zur Army gemeldet. Diese Jungs sind fast noch Kinder, als sie sich zum Töten bereit fanden. Im nun anstehenden Kampf sehen sie erst, dass es ums Überleben geht und sonst nichts. Sie sehen die Leichen und erfahren eine bestialische Zerstörung an Körper und Seele und müssen sich in alles schicken.

Die Hitze, die Unwägbarkeiten und Überfälle in der Stadt Al Tafar sind schrecklich und werden nur ertragen, indem man sich hart gegen die Toten macht. John hat leichtsinnigerweise der Mutter von Murph versprochen, ihn heil wieder nach Hause zu bringen. Solche Versprechungen waren nicht haltbar, doch John konnte sich den Bitten von Murphys Mutter nicht entziehen. Dass alles ganz anders kommt als erwartet, zeigt erst den ganzen Wahnsinn des Krieges.

In einer Mischung aus Neugierde, Angst, Wut und dem Strudel der Kriegsereignisse zeigt John Bartle emotionsgeladen das Entsetzen im Angesicht von Zerstörung und Kampf.

Kevin Powers ist sprachmächtig und gewandt. Mit seinem feinsinnigen und urteilssicheren Wortschatz schildert er Heimweh, die Natur in seiner Heimatstadt Richmond/Virginia oder Sonnenaufgänge und stille Augenblicke im Irak.

In Gestalt von John Bartle hat er wahrhaftig die Gabe, Emotionen der verschiedensten Schattierungen in differenzierter Weise auszudrücken. So ist er einmal nachdenklich, dann wieder aufgewühlt, melancholisch und anrührend in seinen Gefühlen dem jungen Murph und anderen Kameraden gegenüber. Die Wucht, mit der er die Grausamkeiten und die Heimtücke dieses Krieges aufzeigt, ist faszinierend. Da das Buch kein Heldenepos ist, sondern eine reine und wahrhaftige Bekanntgabe der eigenen Befindlichkeit im Zustand der Verzweiflung und Zerstörung, liest man gebannt und ergriffen, zu welchen Gefühlen dieser junge Autor fähig ist.

Man kann seinen Debütroman nur empfehlen. Henning Ahrens hat ihn treffend und sensibel übersetzt.

Kevin Powers
Die Sonne war der ganze Himmel
240 Seiten, gebunden
S. FISCHER, März 2013
ISBN-10: 3100590295
ISBN-13: 978-3100590299
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Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so

Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so

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Familie in Not!

Inspiriert von Toni Morrison hat Taiye Selasi sich an ihren ersten Roman gewagt. Er beinhaltet eine Familiengeschichte und ist ein seltenes Gemisch aus Trauer, Wirklichkeit und Erinnerung.

Kweku Sai, ein aus Ghana stammende Arzt und Familienvater, stirbt eines Tages einfach so. Man findet ihn eines Morgens im feuchten Gras. Er ist erst 57 Jahre alt und niemand begreift, wie er so unauffällig sterben konnte. War er doch ein hervorragender Arzt, der die Vorzeichen eines Infarkts hätte bemerken können. Er lebte zuletzt in Ghana mit seiner zweiten Frau Ama.

Warum ist er vor 16 Jahren zurückgekehrt in das Land seiner Väter?
Das ist die Ausgangslage für einen Familienroman der seinesgleichen sucht.
In langen assoziativen Passagen erlebt man Kweku als jungen Arzt in Amerika mit seiner Frau Fola und den vier gemeinsamen Kindern.

Die Erinnerungen an sein Herkunftsland Ghana sind stets gegenwärtig. Seine letzte heiße, urwüchsige und einfache Behausung in Ghana steht gegen ein schönes, großes und praktisches Haus in Boston/Amerika. Kweku arbeitete leidenschaftlich gerne. Er rettete Menschen- und Säuglingsleben, so auch das seiner jüngsten Tochter Sadie.

Als schweren Schicksalsschlag erreicht den berühmten und hervorragenden Arzt Kweku aufgrund einer Intrige eines Tages die Kündigung aus seinem erfolgreichen Job. Nachdem die Prozesse, die er gegen die Kündigung angestrengt hat, verloren sind, kehrt er beschämt und verarmt seiner Frau und den vier Kindern den Rücken und verschwindet unauffindbar. Er lebt bis zu seinem frühen Tod in Ghana.

Die Kinder machen auf verschiedene Weise ihren eigenen Weg. Die je eigenwilligen Berufswege zeigen sie als außergewöhnliche und individuelle Charaktere. Fola bleibt allein.

Der Tod Kwekus führt die Familienmitglieder nach vielen Jahren alle noch einmal in Ghana zusammen.

Insgesamt ist die Geschichte traurig. Die bürgerliche Ordnung, die Kweku und seine Frau anstrebten, geht unter der Infamie einer Intrige und bodenloser Beschuldigungen gegen den erfolgreichen Chirurgen zugrunde. Auch rassistische Elemente spielen hier keine geringe Rolle.

Freie Assoziationen bilden den Humus, auf dem die Geschichte entwickelt wird. Es gibt keinen durchgehenden Erzählstrang. Wie im Traum folgt man Erinnertem mit Gegenwärtigem. Über Kontinente und Großstädte hinweg bleibt die Familie zwar verbunden. Innerlich jedoch geht ein Riss durch ihr Leben.

Als folgte man einer sporadisch ablaufenden Gedankenkette, findet man sich in einer Erzählform wieder, in der es Wärme, Liebe und Geborgenheit neben Ehrgeiz und Erfolg und Verlorenheit gibt. Hat man sich einmal in die poetischen Feinheiten, die zwischen den Ereignissen zu finden sind, eingelesen, kann man sich der Faszination der Erzählung nicht mehr entziehen. Hingerissen lauscht man den atmosphärischen Klängen, mit denen man in die wechselnden Stimmungen und das Ambiente hineingezogen wird.

Ein außergewöhnlicher Roman ist Tayie Selasi gelungen. Nicht umsonst wird sie als „neue internationale Stimme jenseits von Afrika“ gepriesen.

Ihre Vorfahren stammen selber aus Ghana. Sie wuchs in London und Massachusetts auf. Ihre Eltern waren Bürgerrechtler und Ärzte.

Taiye Selasi
Diese Dinge geschehen nicht einfach so
400 Seiten, gebunden
S. FISCHER, 7. März 2013
ISBN-10: 3100725255
ISBN-13: 978-3100725257
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J.-K. Huysmans: Monsieur Bougran in Pension

J.-K. Huysmans: Monsieur Bougran in Pension

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Literarisches Kleinod aus dem Haus der Friedenauer Presse.

Die vorliegende delikate kurze Novelle von J.-K. Huysmans ist von bezaubernder Einfachheit in ihrer Darstellung der Welt eines kleinen untergeordneten Büroangestellten. Er lebt und arbeitet in Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Im Fokus steht der unbedeutende Angestellte  Monsieur Bougran. Ihm wird die Frühverrentung angetragen, und sein geordnetes Leben gerät aus dem Gleis. Die Arbeit hat dem allein lebenden skurrilen Kleinbürger Sinn und Lebensfreude beschert. Soll das alles nun vorbei sein? Monsieur Bougran kann es nicht fassen, dass er seinen Arbeitplatz räumen muss. Ist er doch erst 50 Jahre alt und hat sein Leben ganz der Arbeit gewidmet. Wie soll er die Tage verbringen? Wie dem Tag noch etwas Gutes abgewinnen? Er fügt sich, und man erlebt einen geknechteten Charakter, den diese schmerzliche Erfahrung umtreibt.

Mit fein ziselierten Beobachtungen beschreibt der Autor die Atmosphäre und das Interieur des Büros, in dem Bougran die Entlassung von seinem Büroleiter verkündet wird. Die Teppiche, der Schreibtisch und der Bücherschrank mit den Gesetzestexten werden detailgenaue gewürdigt.

Huysmans zeigt in dieser kurzen Schrift sein ganzes Können eines Schriftstellers von Rang. Die Gedanken, das Ambiente und die Wege, die Bougran am Tage geht, sind äußerst penible beschrieben, so wie der ganze Mann von einer Aura aus Gewissenhaftigkeit und Fleiß umgeben ist, die plötzlich zerbricht.

Monsieur Bougran gestaltet den Alltag neu und verfällt darauf, zu Hause sein Büro nachzubauen und einen Laufburschen einzustellen. Er versucht beharrlich, sein altes Leben beizubehalten.

Es geht hier also auch um eine ungewöhnliche Sozialstudie, die von makaberen Zügen begleitet ist.

„In der Auflehnung von Monsieur Bougran gegen die Regeln des Öffentlichen Dienstes, die Heimsuchungen des Alters und die unwiederbringlich vergehende Zeit manifestiert sich ein wahrhaft heroischer Widerstand.“

In dieser Form birgt der Text eine Menge kostbarer Details, die das Lesen zu einem Genuss werden lässt.

Huysmans war selbst Beamter. Er hat den vorliegenden Text als Auftragsarbeit geschrieben. In dieser Form wurde die Arbeit vom Auftraggeber abgelehnt. Erst 1964 gewann der 1888 verfasste Text die Aufmerksamkeit eines Verlegers.

Heute nun haben uns die Mitarbeiter der Friedenauer Presse wieder einmal eines ihrer Kleinodien präsentiert, mit denen sie immer wieder Aufmerksamkeit erregen.

In der Aufmachung und dem Inhalt nach eignet sich das fast an eine Broschüre gemahnende kleine Büchlein als edles Geschenk zu passenden Gelegenheiten.

J.-K. Huysmans
Monsieur Bougran in Pension
32 Seiten, broschiert
Friedenauer Presse, Oktober 2012
ISBN-10: 3932109724
ISBN-13: 978-3932109720
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Yejide Kilanko: Der Weg der Töchter

Yejide Kilanko: Der Weg der Töchter

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Nigerianisches Familienleben heute.

Hier wird die Geschichte eines mutigen, aufgeweckten und neugierigen kleinen Mädchens in Nigeria erzählt.

Sie wächst in einer lauten, freundlichen und lebhaften Großfamilie in Ibadan/Nigeria auf. Der Vater ist Geschäftsmann und viel unterwegs. Es geht der Familie wirtschaftlich gut. Sie bewohnt ein hübsches großes Haus. Im Verwandtenkreis nimmt man Anteil an einander und hilft sich gegenseitig. Morayo und ihre kleine Schwester Eniayo sind zwei fröhliche Kinder, die erfolgreich die Schule besuchen. Später werden sie sogar studieren.

Die Ereignisse umfassen den Zeitraum zwischen 1982 bis 2007.

Das unbeschwerte Leben für Morayo endet sehr plötzlich, als der Cousin Tayo, genannt Bros T, in die Familie aufgenommen wird. Seine Mutter, eine von vielen Verwandten, hat um Hilfe gebeten, weil sie mit ihrem verzogenen Sohn nicht mehr fertig wurde.

Er stellt den Frauen nach, lügt, ist ein Flegel und nicht sehr erfolgreich in seinen schulischen Leistungen.

Morayo wächst inzwischen zum Teenager heran. Sie ist hübsch und gut mit ihrem Schulfreund Kachi befreundet. Ist nicht sogar erste Liebe mit im Spiel?

Wie bei allen Völkern der Erde ist die Pubertät eine aufregende Zeit. Morayo und Kachi pflegen eine zugleich zärtliche aber zurückhaltende Beziehung. Kachi zieht eines Tages mit seiner Familie fort aus Ibadan. Er und Morayo erleben die erste schmerzliche Trennung ihres Lebens.

Als Bros T in der Schule bessere Leistungen erbringt, versöhnt sich Morayos Vater mit ihm und erkennt ihn zunehmend an. Außerhalb des Hauses verkehrt er jedoch in anrüchigen Kneipen mit ebenso anrüchigen Freunden. Dann beginnt er Morayo nachzustellen und wird zudringlich. Morayo findet sich daraufhin verfemt und abseits der Familie wieder. Das glückliche Familienleben ist zu Ende. Sie trägt ihr Leid lange alleine, bis sie bei einer älteren Cousine mit ähnlichen Erfahrungen Unterstützung findet.

Die Annäherung des brutalen Cousins an Morayo zeigt in ihren tragischen Auswirkungen das ganze Maß weiblicher Unterdrückung, von dem Frauen hier wie anderswo betroffen sind. Man glaubt nicht dem Opfer sondern misst diesem eine Mitschuld zu. Morayo hat einen langen Irrweg vor sich. Ihre Beziehungen zu Männern bleiben lange gestört.

Yejide Kilanko ist eine feinsinnige und sensible Beobachterin. Sie ist selbst in Nigeria geboren und aufgewachsen. Ihre Geschichte zeugt von ausdrücklicher Kenntnis über des Leben, Lieben und Aufwachsen in Nigeria.

Mit ihrer aufrüttelnden Erzählung macht sie sich zur Sprecherin der unterdrückten Frauenwelt in ihrem Heimatland. Atemlos folgt man dem Schicksal Morayos, das erst über Umwege und zahlreiche Stolpersteine zu einem guten Ende führt. Wütend begreift man, wie verstörend für ein Mädchen die Verständnislosigkeit der Eltern sein muss. Aus dem verschreckten jungen Mädchen wird später eine kämpferische Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

In ihrem breit angelegten Familienepos einer nigerianischen Familie erfährt man viel über die Riten und Geflogenheiten in dem Land.

Heiraten und Kinderkriegen sind auch hier noch erstrebenswerte Ziele für Eltern mit ihren Kindern. In den aufgeklärten und gebildeten Kreisen aber ist Berufstätigkeit durchaus erwünscht.

Die Autorin gewährt uns mit ihrer Familiengeschichte einen umfassenden Blick in ihr Land. Hier kämpfen Aufklärung und Vergangenheit noch um die Vormacht mit einander.

Yejide Kilanko
Der Weg der Töchter
384 Seiten, gebunden
Graf Verlag, März 2013
ISBN-10: 386220037X
ISBN-13: 978-3862200375
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Eberhard Rathgeb: Kein Paar wie wir

Eberhard Rathgeb: Kein Paar wie wir

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Schwestern auf gemeinsamen Lebenspfaden.

Die Schwestern Vika und Ruth sind aus Hitlerdeutschland mit den Eltern Mitte bis Ende der dreißiger Jahre nach Argentinien geflüchtet. Hier hat der Vater seine Lebensgrundlage als Brückenbauer gefunden und führt in der Familie ein eisernes Regiment, während die Mutter im Haushaltsalltag untergeht. Sie hat den Abschied aus ihrem Dorf irgendwo in Deutschland nie verwunden.

Beide Mädchen haben eine triste und belastende Kindheit mit dem von der schwermütigen Mutter geprägten Kinderalltag hinter sich. Sie können sich mit etwa dreißig Jahren aus den Zwängen des herrschsüchtigen Vaters und der depressiven Mutter befreien. Zuerst wandert Ruth nach New York aus. Später folgt Vika der Schwester, und beide leben glücklich wie in ihrer Kindheit eng zusammen. Sie sprechen  fließend drei Sprachen und sind beruflich gut etabliert. Hier in New York geht es ihnen gut, und sie genießen das Leben ihrer Zweisamkeit. Sie sind wahrlich ein ungewöhnliches Paar!

Jetzt sind sie alt und in ihren Gesprächen ziehen die Jahre noch einmal an ihnen vorbei. Teils melancholisch und teilweise trotzig bekräftigen sie ihre Entscheidung, keinen Mann und keine Kinder gewollt zu haben. Gewiss gab es da den einen oder anderen Verehrer. Doch sie sind sich sicher, dass ihrer beider Beziehung sie vor unnötigen Enttäuschungen oder Irrtümern bewahrt hat. Kein Mann und keine Kinder: das ist nach ihrer Meinung die wahre Freiheit, die sie sich erhalten haben. In ihrer beinahe symbiotischen Zweisamkeit scheinen sie das Glück ihres Lebens gefunden zu haben.

In geradezu zärtlicher und rührender Weise veranschaulicht uns Eberhard Rathgeb die Wohnung, das Behagen und die täglichen Verrichtungen der beiden Schwestern. Ihre Reflexionen bewegen sich in ruhigen Bahnen. Da gibt es keine unnötigen Aufregungen oder gar Streitereien. Sie sind sich so zugetan wie nur möglich. Das Leben ihrer Kindheit erleben sie in der Rückschau allerdings als niederdrückende, sprachlose und freudlose Hölle. In ihrem Lebensrückblick erfährt man hautnah, wie traurig das Leben im Elternhaus war. Erst spät lernten sie mit dem Abschied aus dem Elternhaus ihr Leben selbständig zu gestalten. Die Trennung durch den Tod befreite sie  schließlich von den eher bedrückenden Eltern. Große Reisen boten ihnen den Blick auf die Welt außerhalb ihrer engen Grenzen. Als aber Ruth, die ältere der beiden Schwestern, nach dem Tod von Vika übrig bleibt, kommt einem das ganze Elend des Alters und Alleinseins zu Bewusstsein. „Ich werde die Welt nicht mehr sehen. Mir bleiben nur die kleinen Dinge. Ein Teller, eine Gabel, ein Tisch, ein Stuhl, ein Fenster…..“ Kann man besser nachempfinden, wie leer das Leben zum Ende hin sein kann?

Abschied, Heimatlosigkeit und Einsamkeit sind die Begleiter der überlebenden Schwester Ruth.

Eberhard Rathgeb hat ein großartiges in einer bilderreichen Sprache erdichtetes Lebensbild zweier ungewöhnlicher Schwestern gezeichnet, das lange im Gedächtnis haften bleibt.

Eberhard Rathgeb
Kein Paar wie wir
192 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag, Februar 2013
ISBN-10: 3446241310
ISBN-13: 978-3446241312
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Anne Tyler: Abschied für Anfänger

Anne Tyler: Abschied für Anfänger

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Abschied für Anfänger ist ein stiller Roman mit Potenzial zu Gewaltigem. Die aus Minnesota stammende Schriftstellerin hatte 1989 für ihren Roman „Atemübungen“ bereits den Pulitzerpreis erhalten. Man kann also davon ausgehen, dass sie mächtig etwas vom Schreiben versteht.

Bereits der Titel dieses neuen Buches deutet an, dass es in der Geschichte um Abschied geht. Und Abschied hat immer etwas mit Trauer zu tun. Der Titel deutet noch etwas anderes an. Das „für Anfänger“ scheint einer Artikelreihe eines Ratgeberverlages zu entstammen. Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen. Im Buch werden viele weitere solcher Buchtitel genannt, beispielsweise „Weinratgeber für Anfänger“, „Hundetraining für Anfänger“ oder „Schwangerschaft für Anfänger“. Das kommt daher, weil der Protagonist und seine Schwester den Druckkostenzuschussverlag ihres Vaters nach dessen Tod weiterführen.

Aaron Woolcott, der Ich-Erzähler dieser Geschichte, ist der Lektor der Anfänger-Reihe im Verlag. Aaron erzählt in amüsanter Weise den Lesern die Geschichte seiner Ehe. Grund hierfür ist der Unfalltod seiner Frau Dorothy. Sie wurde im eigenen Haus von einem umgestürzten Baum erschlagen. Aaron ist Mitte 30 und bereits Witwer. Nur schwer wird er damit fertig. Da nützen auch die Hilfen und Ratschläge vieler Menschen um ihn herum nichts. Kaum einer scheint bis zu ihm durchzudringen. Dies alles und wie er die robuste Ärztin Dorothy, die ihre Tasche immer diebstahlsicher über Schulter und Brust hängen hatte, kennen gelernt und geheiratet hat, erzählt Aaron. Und er erzählt, dass Dorothy nach ihrem Tod zurückgekehrt ist. Keiner seiner Angehörigen, Nachbarn und Kollegen hat sie gesehen, außer er selbst. Dabei ist er sich aber auch nicht sicher, doch wie sonst hätte er sich mit Dorothy nach deren Tod unterhalten sollen? Dem Protagonisten fällt der Abschied von seiner Frau sichtlich schwer.

Nun könnte man denken, es müsste sich bei diesem Thema um einen depressiven Roman handeln. Dem ist allerdings ganz und gar nicht so. Aaron, der körperlich leicht behindert ist und etwas stottert, scheint sich über alle Hilfsbereitschaft der Menschen um ihn herum zu amüsieren. Es hängt ihm zum Halse raus, wie sie ihn, den frischen Witwer, bemuttern. Er will davon nichts wissen, sie aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Während sie ihm also gut gemeint eine gekochte Mahlzeit nach der anderen bringen, kippt er sie quasi hinter ihren Rücken gleich in den Müll.

Anne Tyler, und mit ihr die Übersetzerin Christine Frick-Gerke haben eine äußerst anregende Sprache für den Ich-Erzähler Aaron Woolcott gefunden. Leiser Humor schwingt ständig mit, aber je weiter man sich dem Schluss nähert, umso großartiger wird dieser Humor, der so manches Mal zum lauten Lachen führt. Beinahe zum Running Gag mutiert das Wort „auftauchen“, denn sobald Dorothy die Bühne der Handlung betritt, taucht sie in der Handlung auf. Doch nicht genug, dass die Geschichte von einem stillen See zu einem tosenden Meer wird, präsentiert sie ein überraschendes Ende, welches den Leser zufrieden zurücksinken lässt, wenn er das Buch zu klappt.

Zum Abschluss einen winzigen Ausschnitt, in welchem Aaron erkennt, dass Dorothy nach ihrem Tod vielleicht noch viel öfter nach ihm gesucht hat.
„Ich wartete. Und wartete.
Tagelang blieb ich im Ausnahmezustand und wartete darauf, dass sie wieder kam.
Da Sie in unserer Straße aufgetaucht war, glaubte ich, sie würde dort am ehesten wieder auftauchen. Tatsächlich hätte ich mich dafür ohrfeigen können, nicht schon früher dorthin gegangen zu sein. War sie in all den Monaten auf der Rumor Road herumgeirrt und hatte sich gefragt, wo ich sei? Es war kaum zu ertragen, wenn ich in all die verpassten Gelegenheiten dachte.“

Ein sehr einfühlsames, keineswegs trauriges Buch von der Verabschiedung eines nahen Menschen. Die Traurigkeit kann man eigentlich schon vergessen, wenn man an der Ratgebertitel dieses Buches denkt.

Tyler, Anne
Abschied für Anfänger
Kein und Aber, Zürich
ISBN-10: 3036956425
ISBN-13: 9783036956428
© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

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Eine weitere Rezension zum Buch Abschied für Anfänger von Anne Tyler finden Sie auch unter Gedenkseiten.de.

Claudia Piñeiro: Betibú

Claudia Piñeiro: Betibú

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Die Hausangestellte des Unternehmers Pedro Chazarreta macht eine grausige Entdeckung, als sie den Mann tot im Haus vorfindet. Mit aufgeschlitzter Kehle sitzt er im Sessel. Schon vor drei Jahren gab es einen Todesfall im Haus. Da verunglückte seine Frau Gloria Echagüe und zog sich beim Sturz durch die Terrassentür eine Schnittverletzung am Hals zu, an der sie starb. Chazaretta geriet allerdings unter Mordverdacht, nur konnte ihm dieses Verbrechen nicht mit allerletzter Sicherheit nachgewiesen werden.

Jaime Brena ist Reborter beim „Tribuno“. Früher wäre der Mord an Chazarreta in sein Ressort gefallen. Doch er ist für weniger Wichtiges abgestellt und ein junger Kollege schreibt nun darüber. Lorenzo Rinaldi hält beim „Tribuno“ die Fäden in der Hand. Er beauftragt zudem die Schriftstellerin Nurit Iscar ebenfalls Artikel zu verfassen. Dafür bezieht sie ein Haus im Country Club „La Maravillosa“. Die Wohnsiedlung ist abgeschottet. Wer hinein will, muss durch eine Kontrolle. Auch der Mörder muss also auf diesem Weg in das Haus hereingekommen sein oder eben schon dagewesen sein.

Nurit Iscar und der junge Polizeireporter arbeiten Hand in Hand. Jaime Brena, auch wenn es nicht mehr sein Aufgabengebiet ist, lässt es sich nicht nehmen, die beiden zu unterstützten. Er ist es auch, der einen Freund bei der Polizei hat, und so an Insiderinformationen kommt. Was die drei schließlich herausfinden, ist allerdings kaum zu glauben und schon gar nicht zu beweisen.

Der Krimi ist ungewöhnlich, die Ermittler sind es ebenfalls. Spannendende und dennoch alltägliche Figuren haben hier ihren Auftritt. Es geht um Gerechtigkeit und nichts anderes haben Nurit Iscar, der junge Polizeireporter und Jaime Brena im Sinn. Doch sie kommen einer Sache auf die Spur, der sie nicht gewachsen sind. Die Autorin beschreibt die Verstrickungen sehr genau. Hinter dem Mord steckt eine Geschichte, die weite Kreise zieht. Es geht um eine nicht wieder gut zu machende Schuld. Außer durch Mord, wie der Täter meint.

Es ist ein eigenwilliger Krimi, der durch Figuren lebt, die die Wahrheit wissen wollen. So wird die Handlung immer dramatischer. Bis hin zu einem Ende, das den Leser zufrieden machen müsste, es aber wahrscheinlich nicht tut. Es geht um Moral und die Frage, wie weit Regeln aus Rache gebrochen werden dürfen, um noch akzeptiert zu werden.

Rezension von Heike Rau

Claudia Piñeiro
Betibú
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
352 Seiten, gebunden
Unionsverlag, Zürich
ISBN-10: 3293004539
ISBN-13: 978-3293004535
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Susann Pásztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

Susann Pásztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

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Heilslehre und Liebessehnsucht als seltsame Symbiose.

Etwas mokant eröffnet die Teilnehmerin eines Meditationswochenendes ihren Bericht mit Eindrücken über die „Mitspieler“ und den Seminarleiter dieses Kurses.

Es geht um stundenlanges Stillsitzen und Schweigen im Wechsel mit Haus- und Gartenarbeit und erklärenden Worten des Seminarleiters Gerald. Mila, unsere Hauptprotagonistin, ist leicht amüsiert bis angeödet von einer schnarchenden Mitbewohnerin und von den malerisch-buddhistisch sich gerierenden Teilnehmern dieses Meditationskurses. Das „Nicht mehr denken Wollen“ macht wohl allen zu schaffen, und auch Mila kann sich häufig nicht wirklich dem „Nichts“ und der Gedankenleere in diesen Sitzungen überlassen. Zwischen Transzendenz und Gegenwart mäandern ihre Gedanken hin und her. Zuletzt ist sie froh, als der Kurs sein Ende findet.

Ist es Scharlatanerie oder besitzt die Lehre von der Meditation eine ernsthafte Heilwirkung?

Just hier aber beginnt eine neue Episode!

Susann Pásztor stellt uns einen neuen Protagonisten vor. Dieser beginnt eine heilig-unheilige Affäre mit Mila, den zwei Teilnehmern unter vielen anderen in der Gruppe.
Eine Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, die traurig, ernst, heiter, verliebt endlich und unendlich zu sein scheint.

Meditation und Selbstfindung, Liebe, Vergangenheit und geliebt werden, Schicksal und Endsagen sind die Kernpunkte dieses Romans, in dem es neben der Heiterkeit und der Liebe auch um die Lebensformen geht, die ein jeder für sich wählt, und die immer die Gegenpole von Glück und Unglück sein können. Es handelt sich um einen netten, weise, klug und leicht zu lesenden Roman mit Tiefgang und Wahrheitsgehalt. Susann Pásztor erzählt witzig und genau, wie das Leben so spielt, und nicht immer haben wir Menschen alles in der Hand!

Schon mit dem Roman „Ein fabelhafter Lügner“ hat sich Susann Pasztor hervorgetan. Sie kann wirklich schreiben!

Susann Pásztor
Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts
256 Seiten, broschiert
KiWi-Paperback, März 2013
ISBN-10: 3462045261
ISBN-13: 978-3462045260
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Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde

Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde

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„Meine 500 besten Freunde“, das sind mehr oder weniger wichtige oder anerkannte Größen im Berliner Polit- und Showgeschäft. „Dazu zu gehören“ ist alles, dafür würde man womöglich sogar die eigene Seele verkaufen. So jedenfalls lesen sich die Geschichten von Damen, Herren, Journalisten und solchen, die es sein möchten. Wer im Restaurant „Borchardt“ in Berlin verkehrt, hat es zu etwas gebracht. Aber natürlich nicht alle! Zuweilen möchte man nur gesehen werden, sich in der Gunst der Stunde sonnen und schlicht gesagt „mehr scheinen als sein“. Die Eitelsten der Eitlen, die Angeber, Gernegroße und wer sie nun alle sein mögen: Filmsternchen, Journalisten, Politiker und Theaterleute kommen dort zusammen. Auch der Dirigent Daniel Barenboim ist hier schon gesehen worden. Er gehört zu den hoch geachteten Honoratioren der Stadt.

Johanna Adorján benutzt zum Einstieg in ihr Buch mit Porträts ihrer besten Freunde das Treffen zweier Freundinnen. Klatsch und Tratsch bieten den Hintergrund, mit dem sich auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten „tout Berlin“ trifft, um sich zu zeigen, gelegentlich anzugeben, sich im Ruhm des Gegenübers zu sonnen, hintergründige Affären zu offenbaren oder mit dem eitlen Gehabe einer  wichtigtuerischen Gemeinde das Treffen dort zur Show hoch zu stilisieren.

Dennoch: Klatsch regiert die Welt, und so ist das Buch eine unterhaltsame Studie über die eingebildeten oder vorhandenen Fähigkeiten und das Gebaren einiger, die das Gesellschaftsbild der Hauptstadt Berlin mit prägen.

Freundinnen sind oft geheime Rivalinnen um die Ehemänner oder Liebsten ihrer getäuschten Partnerinnen.

Mit einem ebenfalls enttäuschten Journalisten, der sich vergeblich einen Preis gewünscht hat, empfindet man Mitleid. Seine Ehe ist ein Desaster, nur er hat das bisher nicht erkannt.

Doch gibt es in Berlin auch die Drogenabhängigen und die Lebeleute, die sich einfach das Leben schön machen wollen. Ob sie alle glücklich sind? Man darf daran zweifeln.

Die Autorin kann Witz mit trockenem Humor verbinden und auf eine ernste und komische Weise dieses Panoptikum unserer Berliner Gesellschaft karikieren. Sie schreibt mit der nötigen Distanz, die einem die Gesellschaft am Ende nahe bringt.

Eine unterhaltsame Lektüre ist ihr mit ihrem zweiten Buch gelungen, die allerdings nicht ganz an die erste mit dem Titel „Eine exklusive Liebe“ heranreicht, in der sie sich mit dem Schicksal ihrer Großeltern auseinander gesetzt hat.

Johanna Adorján ist eine hervorragende Feuilletonistin, deren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fast immer mit besonderer Freude zu lesen sind.

Johanna Adorján
Meine 500 besten Freunde
256 Seiten, gebunden
Luchterhand Literaturverlag, Februar 2013
ISBN-10: 3630873545
ISBN-13: 978-3630873541
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Tomas Gonzalez: Das spröde Licht

Tomas Gonzalez: Das spröde Licht

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Eine Geschichte von Liebe, Schmerz und Verlust…

Die Familie von David aus Kolumbien ist glücklich und zufrieden, bis sie ein unvorhergesehenes tragisches Unglück trifft: Jacobo, der älteste Sohn, wird bei einem Autounfall schwer verletzt, und es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Er ist vom Hals ab gelähmt und kämpft einen verzweifelten Kampf um die Rückkehr ins Leben.

Früher hat die Familie in Miami gelebt und zuletzt in New York, wo David als Maler Erfolg hat. Die drei Söhne gehen ihren Studien– und Schulbesuchen nach. Wir schreiben das Jahr 1999.

Die Familiengeschichte mit den charaktervollen Söhnen und der hübschen und tatkräftigen Mutter Sara ist eingebettet in ein lebhaftes Familienleben, in dem es bis dahin keine Betrübnis gab. David hat einen grünen Daumen, so dass er hübsche Gewächse in den Räumen und auf den Balkonen gepflanzt hat. Ein Papagei und der Kater Cristóbal ergänzen das Leben in dieser Oase des Friedens.

Nach Jacobos Unfall ändert sich das Leben der Familie komplett.

Über längere Zeit muss der Sohn mit den heftigsten Schmerzen leben, bis er und seine Familie zu einer schweren Entscheidung finden.

Jacobo beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil er die Schmerzen nicht mehr ertragen kann. In Gedanken und Taten begleiten ihn Familienmitglieder und Freunde, und diese Zeit des Abschieds ist dramatisch und packend in ihrer Dynamik.

David ist zuletzt alt und bereits Witwer als ihn die Erinnerung an Sara und die Söhne noch einmal tief in die Vergangenheit blicken lässt.

Tomas Gonzalez schreibt emphatisch, tief verbunden mit seinen Figuren und mit Leidenschaft und Verve. Vor uns entfaltet er in einer blumigen  Sprache das Familienleben einer Latinofamilie von gehobenem Stand in Amerika. Seine Protagonisten mit ihrem Leid der Unheilbarkeit und der Verzweiflung bieten die eine Seite der Geschichte. Die andere zeigt das Leben in Miami und New York und später das in Kolumbien. Die Geräusche der Straße, der Duft der Blumen und die Pracht der Bäume im Central Park sind äußerst gegenwärtig.

In einer so innigen und zugleich sachlichen Weise hat man selten über Freundschaft, Liebe, Altern, Tod und Vergänglichkeit gelesen. Hier liegen Glück und Schmerz, Freude und Verlust nahe beieinander. Im Ton überzeugend und echt erlebt man jeden einzelnen mit den Gefühlen von Abschied und Erinnerung. Doch bleibt der Rahmen immer einer der verstehenden Zuwendung mit zärtlichen Familienbindungen.

Die Übersetzer haben sich in das fremde Leben eingefühlt und sind bemüht, auch in der Übersetzung die gleichen Effekte zu erzielen, wie im Original. Mir scheint das sehr gelungen.

Es ist ein kurzer aber inhaltsvoller kleiner Roman, in dem man sich den Menschen und den Hauptdarstellern eng verbunden fühlt.

Tomas Gonzalez ist ein bemerkenswerter latein-amerikanischer Dichter, dessen Entdeckung sich lohnt.

Tomas Gonzalez
Das spröde Licht
176 Seiten, gebunden
S. FISCHER, 2.Auflage, September 2012
ISBN-10: 3100266056
ISBN-13: 978-3100266057
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