Browsed by
Kategorie: Kinderbuch

Amanda Noll: Ich brauche mein Monster

Amanda Noll: Ich brauche mein Monster

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Der kleine Tom hat ein Monster unter dem Bett. Er mag es gerne, denn ohne das Monster kann er nicht einschlafen. Eines Tages ist das Monster weg. Es hat einen Zettel zurückgelassen, auf dem steht, dass es zum Fischen gegangen ist und in einer Woche zurück sein wird.

Tom fällt es wirklich schwer, ohne sein Monster zu schlafen, ohne seinen Keuchatem und das schreckliche Krallenkratzgeräusch. Wenn Nick nicht da ist, braucht Tom eben ein anderes Monster. Also klopft er auf den Boden und wartet.
Das Monster, das kommt, gefällt ihm aber nicht. Paul ist nicht gruselig. Er hat weder lange Zähne, noch scharfe Krallen. Also schickt er das Monster weg.
Kurz darauf meldet sich ein neues Monster. Ralf hat tatsächlich sehr beeindruckende Krallen. Nur sind diese mit Nagellack lackiert. Tom weiß nicht, was er davon halten soll. Ein gepflegtes Monster gruselt ihn nicht. Auch Ralf darf also nicht bleiben.

Das nächste Monster dagegen hat Krallen wie Messerklingen so scharf. Das macht Tom dann doch ein wenig nervös. Doch als Tom die rosa Schleife am Schwanz des Monsters sieht, ist jedes Gruselgefühl dahin. Außerdem ist Lucy ein Monster-Mädchen. Ein Junge sollte jedoch ein Jungen-Monster unter dem Bett haben. Und dann ist auch Lucy wieder verschwunden. Das scheint nichts zu werden mit den fremden Monstern. Tom will Nick zurück.

Angst vor dem Unbekannten plagt viele Kinder. Ein Monster steht stellvertretend dafür. Mit dem Kinderbuch „Ich brauche mein Monster“ kann man Kindern die Angst vor der Nacht ein wenig nehmen. Oft lassen sich Kinder ihr Monster nicht ausreden, also wird hier eine bunte Geschichte daraus.

Tom ist nämlich ganz anders. Er kann ohne Monster nicht schlafen. Er gruselt sich gerne ein wenig, findet das spannend und sogar lustig. Er weiß, dass Monster mit Angst gefüttert werden müssen, damit sie bleiben. Nick fühlt sich ja bei Tom so wohl, weil er zu hören bekommt, wie viel Angst er Tom macht. Zeigt man keine Angst, verschwinden die Monster.
Man kann Ängste, die Kinder vor dem Alleinsein nachts in ihrem Bett haben, mit Hilfe des Buches also spielerisch verarbeiten. Das Thema wurde wirklich gut umgesetzt.

Rezensionen von Heike Rau

Amanda Noll
Ich brauche mein Monster
Illustriert von Howard McWilliam
32 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311842
ISBN-13: 978-3830311843
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Francesco Pittau und Bernadette Gervais: Rot, grün, blau – Mein erstes Bildwörterbuch

Francesco Pittau und Bernadette Gervais: Rot, grün, blau – Mein erstes Bildwörterbuch

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Rot, grün und blau sind nicht die einzigen Farben, die Kinder mit diesem Buch kennenlernen können. Wie man an der Farbpalette gleich auf der ersten Seite sehen kann, sind es insgesamt zehn Farben, nach denen die vielen Bilder im Buch sortiert sind. Farbkleckse in der jeweiligen Farbe stimmen auf den nun folgenden Farbton ein. Rot macht den Anfang. Man findet hier Tiere, Pflanzen und Gegenstände, also einen roten Turnschuh, eine Erdbeere, Kirschen, den Marienkäfer, die Mohnblume, ein rotes Fahrrad, Radieschen, einen Goldfisch, eine Tomate und einen roten Schal. Interessant ist auch das Violett mit Aubergine, violettem T-Shirt, einer Halskette, dem Stiefmütterchen, einem Schmetterling, einem violettem Knopf, den Trauben, einer violetten Socke, einem Veilchen und einer Pflaume.
Unter der Zeichnung findet man den deutschen Namen dafür, aber nicht nur diesen, sondern auch den englischen und französischen Begriff.

Viele Kinder kommen heute schon im Kindergarten mit Fremdsprachen in Berührung, da ist ein solches mehrsprachiges Bildwörterbuch recht praktisch. Die Zeichnungen sind schön anzusehen, allerdings sind diese sehr groß, so dass das Buch sehr großformatig und damit doch ein wenig unhandlich für kleine Kinderhände ist. Zum Unterrichten im Kindergarten oder der Vorschule ist das große Format dann aber wieder von Vorteil.

Die Auswahl an Begriffen ist weit gefächert. Es gibt insgesamt knapp einhundert Darstellungen. Auch Farbnuancen werden abgedeckt und sind immer der Hauptfarbe zugeordnet. Dank der kreativen Farbkleckse am Anfang und den zugeordneten farbiger Randleisten finden Kinder schnell zur Lieblingsfarbe. Das Buch ist ausgestatte mit einem sehr schönen und farbenfrohen Cover, das jedem Kind gefallen sollte. Es lädt ein zum Blättern und Entdecken der Welt der Farben und zum ersten Kennenlernen einer Fremdsprache.

Rezension von Heike Rau

Francesco Pittau und Bernadette Gervais
Rot, grün, blau – Mein erstes Bildwörterbuch
120 Seiten, gebunden
cbj, München
ISBN-10: 3570153533
ISBN-13: 978-3570153536
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Sabine Lohf: Alles Banane?

Sabine Lohf: Alles Banane?

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Kinder sind fantasievoll. Stets gibt es für sie Neues zu entdecken. Das Buch „Alles Banane?“ kommt dem entgegen. Eine Banane ist nämlich nicht einfach nur eine Banane. Ihre interessante Form regt die Fantasie an. Geformt wie ein lachender Mund, passt die Banane auch in ein Kindergesicht oder eben auch in das Gesicht einer freundlichen Katze. Eine Banane kann aber auch ein Boot sein. Vielleicht auch das Schiff eines Piraten? Möglicherweise eignet sich eine Banane auch als Bett für den kleinen Teddybär, der damit schön in den Schlaf geschaukelt werden kann. Die Banane kann aber auch der Mond sein, der hoch am Himmel steht und über den Schlaf des Teddybären wacht.

Auch Wolken zu beobachten, macht sehr viel Spaß. Manchmal kann man Formen entdecken, die an etwas erinnern. An Schäfchen beispielsweise. Man kann auch selbst ganz kuschelweiche Schäfchen basteln. Aus bemalter Pappe und weißer Watte.

Besondere Formen weisen auch manchmal Kartoffeln auf. Hat man eine mit einer Knollennase entdeckt, braucht diese bloß noch ein Auge und einen Mund. Lustig sieht das aus. Aber allein sein will das Kartoffelmännlein nicht. Vielleicht bastelt man aus ein paar schön geformten Kartoffeln einige Kartoffelkäfer. Schon ist Gesellschaft da.

Die Interpretation der Bilder im Buch kann auch ganz anders ausfallen. Der Fantasie werden keine Grenzen gesetzt. Kinder können das Buch einfach nur ansehen und sich ihre Gedanken machen und träumen. Sie können ihre Eindrücke mit den Eltern teilen. So kann man die Bilder als Grundlage für schöne Gespräche nutzen. Kinder können sich aber auch inspirieren lassen zu kleinen Bastelarbeiten oder zur Erstellung von kleinen Bildern oder Collagen. Gegenstände und Dinge, die uns alltäglich begegnen, kann man kreativ zum Spielen nutzen. Im Buch findet man genügend Vorschläge. Das regt dazu an, etwas genauer hinzusehen und spannende Entdeckungen zu machen.
Dabei steht im Buch kein einziges Wort. Die farbenfrohen Bilder sprechen für sich. Es ist ein wirklich schönes Kinderbuch.

Rezension von Heike Rau

Sabine Lohf
Alles Banane?
36 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473432881
ISBN-13: 978-3473432882
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Matthias Sodtke: Bist du krank, Rolli-Tom?

Matthias Sodtke: Bist du krank, Rolli-Tom?

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Hase Nulli liegt gemütlich in der Hängematte und liest. Auch Frosch Priesemut möchte gerne mal eine Runde abhängen, aber Nulli lässt ihn nicht. Dann wird Priesmut abgelenkt. Es klingelt. Als Nulli hört, dass es sein alter Schulfreund Tommi ist, springt er natürlich sofort aus der Hängematte. Die Freunde begrüßen sich herzlich. Aber Priesmut wundert sich schon, dass Tom in einen seltsamen rollenden Stuhl sitzt und fragt, ob das ein Zauberstuhl ist. Begeistert von diesem Wort fährt Tom gleich ganz geschickt eine „8“ um Nulli und Priesemut.

Es dauert, ehe Nulli begreift, dass Tom nicht zum Spaß im Rollstuhl sitzt. Von da an ist er sehr befangen. Er weiß gar nicht, wie er mit dem Freund umgehen soll. Und weil Priesemut den Ernst der Situation gar nicht zu erkennen scheint, beginnen Frosch und Hase zu streiten. Priesemut zieht sich schließlich zurück. Nulli kümmert sich allein um Tom. Er gibt sein Bestes, bietet Tom etwas zum Trinken im Schnabelbecher an und den extra zubereiteten Möhrenbrei will er ihm sogar füttern. Doch das kommt bei Rolli-Tom gar nicht gut an. Er möchte nicht behandelt werden, als wäre er krank.

Auch das ist wieder eine schöne Geschichte aus dem Alltag. Nulli und Priesemut werden mit einer Situation konfrontiert, die neu für sie ist. Beide verhalten sich ganz unterschiedlich. Priesemut schätzt die Situation falsch ein. Nulli gibt sich über alle Maßen besorgt und fürsorglich und glaubt, damit das Richtige zu tun. Und Tom schweigt zunächst. So entstehen Missverständnisse, die ausgeräumt werden müssen.

Der Autor nähert sich dem Thema also auf sehr direkte, aber eben auch auf die bekannte humorvolle Art und Weise. Feinfühligkeit schließt diese Direktheit nicht aus. Die Gefühle und Gedanken der drei Figuren werden nicht nur durch den Text verdeutlicht, sondern auch sehr schön durch die Bilder. Mimik und Gestik sind wie immer sehr deutlich. Schön ist auch, dass die drei sich wieder zusammenraufen und dann bei einer gemeinsamen Unternehmung richtig viel Spaß haben. Das Buch ist damit für Kinder sehr anschaulich gemacht. Es zeigt, wie wichtig es ist, aufeinander zuzugehen.

Rezensionen von Heike Rau

Matthias Sodtke
Bist du krank, Rolli-Tom?
Band 17. Nulli und Priesemut
72 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311796
ISBN-13: 978-3830311799
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Jutta Richter: Ich bin hier bloß der Hund

Jutta Richter: Ich bin hier bloß der Hund

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Anton ist ein ungarischer Hütehund. Zackelschafe hütet er nun allerdings nicht mehr. Er lebt jetzt bei Friedbert und Emily und ihrer kleinen Tochter. Wie eine Schafherde lassen die drei sich allerdings nicht behandeln. Aber mit der Kleinen kommt er sehr gut klar. Sie teilt sogar ihre Kekse mit ihm oder lässt sich dazu ganz leicht überreden. Sogar kämpfen kann man mit ihr. Mit ein bisschen Training könnte man aus ihr auch einen guten Hütehund machen, so schnell, wie sie auf ihren vier Füßen ist. Aber nein, die Herrschaften sind bestrebt, ihr das Laufen zu lernen.

Katze Mizzi dagegen nervt. Nicht nur, dass sie ihm seine Lieblingsplätze, wie zum Beispiel den auf der Gartenbank streitig macht und dazu auch schon mal ihre Krallen benutzt. Sie wird auch noch von Friedbert und Emily in Schutz genommen. Ungerecht ist das!

Friedbert ist der Rudelführer. Was er sagt, wird gemacht. Nur für einen Hund ist das nicht immer nachvollziehbar. Weil nicht geduldet wird, dass Anton sich wie ein ungarischer Hütehund verhält, muss er zur Hundeschule gehen. Wenigstens bekommt er, wenn er brav ist und sich angepasst verhält, auch wenn es aus Hundesicht Unfug ist, Leckerlis. Und für Schweineohren würde er ohnehin fast alles tun.

Das Familienleben wird hier aus der Sicht des Hundes betrachtet. Es sind die vielen kleinen Begebenheiten aus dem Alltag, die das Buch so liebenswert machen. Missverständnisse zwischen Mensch und Tier werden mit Humor beschrieben. Die kleine Geschichten und Anekdoten sind es wirklich wert, gelesen zu werden.

Die Zeichnungen sind eigentlich recht einfach gehalten. Aber Hildegard Müller versteht es, mit wenigen Strichen der Mimik von Hund und Mensch Ausdrucksstärke zu verleihen.

Es ist ein Kinderbuch. Und für Kinder ist es auch unbedingt zu empfehlen. Aber auch Erwachsenen dürften die kleinen Geschichten gut gefallen. Im Grunde jeder Familie mit Hund.

Rezension von Heike Rau

Jutta Richter
Ich bin hier bloß der Hund
Illustrationen von Hildegard Müller
128 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446237925
ISBN-13: 978-3446237926
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Katja Kiefer: Die Muddeldings – Chaos im Kinderzimmer

Katja Kiefer: Die Muddeldings – Chaos im Kinderzimmer

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Auch wenn das Kinderzimmer noch so unordentlich aussieht, Max hat keine Lust zum Aufräumen. Ihm gefällt es. Die Hängehöhle, die er für sich und seinen großen Hund gebaut hat, soll bleiben, auch wenn diese mittlerweile einem Schweinestall gleicht. Die Muddeldings lieben dieses Chaos, keine Wunder also, dass sie eines Tages vor der Türe stehen und Einlass verlangen. Die strubbligen Wesen mit den Riesenknubbelnasen machen es sich in Max‘ Zimmer gemütlich. Die vorhandene Unordnung ist ihnen nicht genug. Sie fegen alles aus dem Schrank, besorgen sich Essbares aus der Küche und richten sich nach ihrem Geschmack ein.

Bald herrscht Chaos und es stinkt. Max‘ Eltern wundern sich. Und bald bekommen auch die Nachbarn mit, dass die Muddeldings Einzug gehalten haben. Die werden immer übermütiger. Der Unrat türmt sich schon auf. Als Max seinen Hund in den Müllbergen nicht mehr finden kann, reicht es ihm. Er beschließt, dem Ganzen ein Ende zu bereiten.

Es ist nicht leicht, Kinder zum Aufräumen zu bringen. Vielleicht gelingt es mit dem Buch ein wenig besser. Denn es wird sehr schön vor Augen geführt, was passiert, wenn man es lässt. Wobei hier auch die Eltern nicht konsequent sind, als unbeteiligt dargestellt werden und Max sich daher überfordert fühlen muss.
Die Muddeldings sind nicht furchterregend dargestellt. Sie sind schmuddelige Fantasiegestalten, die das Chaos lieben und ihre Körperpflege vernachlässigen. Was Unordnung betrifft, kennen sie keine Grenzen.

Beim Anblick der Verwüstung in Max‘ Kinderzimmer kann es einem schon angst und bange werden. Bis unter die Decke türmt sich der Schmutz auf, so dass man im Wirrwarr keine Details mehr erkennen kann.
Die Situation wird überspitzt dargestellt, und dürfte Kinder ordentlich zum Staunen bringen. Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Was anfangs noch lustig wirkt, wird äußerst unangenehm. Mit den Muddeldings will dann wohl kein Kind mehr Bekanntschaft schließen. Aber da hilft nur eins: Aufräumen!

Rezension von Heike Rau

Katja Kiefer
Die Muddeldings – Chaos im Kinderzimmer
32 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311826
ISBN-13: 978-3830311829
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Martina Wildner: Das schaurige Haus

Martina Wildner: Das schaurige Haus

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Der Vater wechselt den Job und die Familie zieht deswegen von der Stadt aufs Land. Das gemietete Einfamilienhaus liegt abseits eines Dorfes und sieht heruntergekommen aus. Aber es ist preiswert. Bald geht Eddi in den Kindergarten, während Hendrik die Schule besucht. Hendrik hat es von Anfang an nicht leicht. Besonders ein Junge will ihn einfach nicht in Ruhe lassen und denkt sich immer neue Schikanen aus. Hendrik dagegen ist begeistert von der Schneckenplage. Bald beherrschen die Schnecken sogar seine Träume.

An einem Nachmittag, als es zum ersten Mal schneit, erkunden Eddi und Hendrik das Haus. Auch den Keller. Durch Zufall entdecken die beiden hinter einem Schrank eine versteckte Tür. Öffnen lässt sie sich aber nicht. Dennoch wirkt das Haus nun noch unheimlicher. Eddi leidet so schon unter Albträumen. Vielleicht liegt es an der alten Tapete, die in seinem Zimmer an den Wänden ist. Eigentlich darf im Haus nichts verändert werden. Aber diese Tapete muss ab. Darunter findet man etwas Geschriebenes. Es will sich gar nicht entfernen lassen. Womöglich ist es ein Fluch. Überhaupt scheint mit dem Haus etwas ganz und gar nicht zu stimmen. Es soll ein Spukhaus sein, sagt Ida aus der Nachbarschaft. Zwei Kinder sind ermordet worden.

Die Geschichte beginnt recht hoffnungsvoll für die Familie. Doch schon bald merkt man, dass etwas nicht stimmt und es wird zunehmend unheimlicher. Besonders der kleine Eddi scheint das zu spüren. Die Mutter ebenfalls. Sie fühlt Unbehagen. Der Vater versucht dem Ganzen mit Vernunft beizukommen, allerdings ohne Erfolg. Die Lage wird immer unheilvoller. Dass ein kleiner Friedhof direkt nebenan liegt und die Schneckenplage immer weiter zunimmt, untermalt diese Stimmung.
Das abgewohnte Haus, mit der scheußlichen Einrichtung der vormaligen Besitzer, hat offenbar Geheimnisse. Sich in das Dorfleben zu integrieren, fällt der Familie auch nicht leicht. Hendrik will unbedingt herausfinden, was Sache ist.

Von Anfang an wird man gefangengenommen von dieser unheimlichen Geschichte. Es ist ein echtes Kinderbuch, vom Inhalt her, aber auch vom Schreibstil. Die Sätze sind kurz und gut zu erfassen. Das Buch eignet sich zum Selberlesen und zum Vorlesen gleichermaßen.

Die Kinder im Buch sind ganz normale Kinder. Hendrik spielt die Hauptrolle. Aus seiner Sicht wird die Handlung beschrieben, aus der bald ein handfester Kinderkrimi wird. Dass nach und nach Licht ins Dunkel kommt, ist vor allem Eddi zu verdanken. Seine Schnecken-Albträume weisen den Weg. Allerdings, und das ist der einzige Kritikpunkt, gehen seine Fähigkeiten zum Ende hin doch zu weit. Das sonst so realistische geschriebene Buch wird dann doch ein wenig unglaubwürdig.

Rezension von Heike Rau

Martina Wildner
Das schaurige Haus
Vignetten von Anke Kuhl
205 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407799950
ISBN-13: 978-3407799951
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Amanda Grant: Erdbeerglück für Möhrenzwerge

Amanda Grant: Erdbeerglück für Möhrenzwerge

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Mit Kindern zu gärtnern, macht sehr viel Spaß. Anleitung dazu gibt das vorliegende Buch. Kinder werden hier direkt angesprochen. Es ist dann ganz einfach mit dem Kind zu planen, was angebaut werden soll. Man braucht dazu nicht unbedingt einen Garten. Vieles kann in großen Töpfen oder Balkonkästen angepflanzt werden. Selbst wer so gut wie keinen Platz hat, kann etwas auf das Fensterbrett stellen.
Von der Aussaat bis zur Ernte wird der kleine Gärtner begleitet. Aber auch, und das ist das Besondere im Buch, darüber hinaus. Die Ernte wird verarbeitet und hierzu gibt es Anleitung und Rezepte im Buch, die auch Kinder mit etwas Hilfe umsetzen können.

Zunächst werden die Grundlagen des Gärtnerns vermittelt und Küchengrundlagen erklärt. Was man anbauen kann, ist nach Kapiteln gegliedert: „Kräuter und Blattgemüse“, „Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln“, „Zucchini und Tomaten“, Erbsen und Bohnen“ und „Erdbeeren und Himbeeren“.

Ein Kapitel sehen wir uns näher an. „Kräuter und Blattgemüse“. Hier ist alles möglich. Der Anbau in kleinen Beeten, in Blumentöpfen auf der Terrasse oder dem Balkon und auch auf dem Fensterbrett. Es wird erklärt, wie man kleine Kräuterpflänzchen in Töpfe oder das Beet setzt, wie man Salat aussät und Radieschen. Die Pflege ist recht einfach. Auf was mach achten muss, wird genau beschrieben. Es ist aufregend, die Pflanzen wachsen zu sehen bis man dann ernten kann. Woran man erkennt, dass es soweit ist, wird aufgezeigt. Es gibt einige sehr einfache Vorschläge zur Verarbeitung wie die „Kräutereiswürfel“ oder „Radieschen mit Frischkäse“, aber auch ganze Mahlzeiten. Dazu gehören „Großer Gartensalat mit Croutons“, „Grüner Reis“ oder „ Nudeln mit Spinatsahnnesoße“

Das Buch ist inhaltlich sehr einfach gehalten. Auch Eltern, die sich bisher nicht um einen Garten gekümmert haben, und keine Ahnung vom Säen und Pflanzen haben, können mit ihren Kindern zum Hobbygärtner werden. Man wird mit dem Buch praktisch durch das ganze Gartenjahr begleitet, wobei verschiedene Altersgruppen angesprochen werden, vom Kindergartenkind bis hin zum Grundschüler. Die Bilder sind sehr motivierend, gerade auch für Kinder, die man hier bei vielfältigen Aktionen im Garten und in der Küche sieht. Der Text ist sehr kindgerecht gestaltet und vor allem auch sehr motivierend für die Kleinen. Kinder können eine Menge lernen und Erfahrungen sammeln.
Das Thema wurde hier wirklich sehr gut umgesetzt.

Rezension von Heike Rau

Amanda Grant
Erdbeerglück für Möhrenzwerge
Gärtnern und Kochen mit Kindern
Fotos von Tara Fisher
128 Seiten, Klappenbroschur
Thorbecke Verlag
ISBN-10: 3799535705
ISBN-13: 978-3799535700
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Meine ersten Kinderreime

Meine ersten Kinderreime

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Zu den kleinen Ritualen im Alltag eines Kindes gehören auch Kinderreime. Zum Aufwachen, zum Einschlafen, als Trost, zur Ermunterung, zum Essen, als Beschäftigung, um Langeweile zu vertreiben oder auch einfach nur zum Spaß werden diese Reime aufgesagt.

Viele dieser Kinderreime werden von Generation zu Generation weitergetragen. Manche werden gesungen, wie zum Beispiel „Hoppe, hoppe, Reiter!“, „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ oder „Häschen, hüpf!“. Die meisten Reime werden einfach betont aufgesagt. Mit den Fingern oder mit bestimmten Bewegungen werden die Reime den Kindern veranschaulicht. Bekannt sind „Das ist der Daumen“, „Komm in meine Arme!“ oder „Da kommt die Maus!“
Diesen alten Reimen aus dem Volksgut stehen neue Kinderreime von Cornelia Nitsch gegenüber.

Die Sammlung gefällt gut, weil Reime zu ganz unterschiedlichen Themen aufgeführt sind. Schon das Inhaltsverzeichnis ist sehr schön angelegt. Man findet hier keine Seitenzahlen, sondern kleine Zeichnungen neben dem Seitentitel. Kinder werden sich sehr schnell merken, welches kleine bunte Bildchen zu welchem Reim gehört. Man findet diese nämlich ähnlich in den Illustrationen wieder. Man kann, wenn man möchte ein Suchspiel daraus machen.

Zu vielen Kinderreimen gibt es eine kleine Anleitung. Gerade wer manche Reime nicht kennt, erfährt wie Bewegungsabläufe den Reim lebendig werden lassen. Zu den Liedtexten gibt es aber leider keine Noten. Allerdings sind diese auch sehr bekannt.

Die Kinderreime sind aufwändig und detailreich illustriert. Sehr farbenfroh und heiter sind die großformatigen Seiten gestaltet. Es gibt viel zu sehen und entdecken. Das Buch ist zudem sehr stabil. Die dicken Seiten lassen sich auch sehr schön von Kinderhänden umblättern.

Die Beschäftigung mit dem Buch, den Liedern, Reimen und Fingerspielen, sollte also Eltern, Großeltern, Kindern und Enkelkindern viel Spaß machen.

Rezension von Heike Rau

Meine ersten Kinderreime
Eine Sammlung bekannter Kinderreime
aus dem Volksgut und
neue Kinderreime von Cornelia Nitsch
Illustrationen von Susanne Szesny
36 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473324671
ISBN-13: 978-3473324675
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Das Ferienhaus auf Island gleicht eher einer Hütte. Das meint jedenfalls Rosa. Nicht mal einen Fernseher gibt es hier. Und ihr Handy darf Rosa auch nicht benutzen. Dabei hat sie Bruno eine SMS geschrieben und wartet auf Antwort. Bruno ist Schauspieler. Rosa hatte in seinem Film eine klitzekleine Nebenrolle. Ein halbes Jahr ist inzwischen vergangen und nun würde Rosa gerne wieder etwas von Bruno hören und nicht nur von ihm träumen. Leider hat Stefan das Handy einkassiert, so dass Rosa nun gar nicht weiß, ob sie schon Antwort hat. Stefan ist nicht Rosas richtiger Vater, aber seit er mit Rosas Mutter zusammen ist, hat er die Vaterrolle übernommen. Zur Familie gehört auch noch Rosas kleiner Bruder Heinrich, den sie aber gerne Heini nennt, weil das jeden ärgert.

Für Abwechslung soll ein Ausflug ins Geistermuseum sorgen. Hier gibt es auch eine Elfenabteilung. Stefan erzählt so wunderbar gruselige Geschichten, dass man fast glauben könnte, Elfen gäbe es tatsächlich. Zumindest wäre die Vorstellung schön. Dann könnte auch der Wunsch, den Rosa am Elfenwunschstein hinterlässt, in Erfüllung gehen. Wenn sie nur an ihr Handy käme und nachsehen könnte, ob bereits eine SMS eingetroffen ist!

Weil Rosa im Museum ein für Besucher verbotenes Territorium betritt, lernt sie Cosma kennen. Sie ist eine echte Elfe und hat es verpasst, sich zur rechten Zeit unsichtbar zu machen. Beide stellen nach einem Streitgespräch fest, dass sie gerne in die Rolle des anderen schlüpfen würden. Dass Cosma dies, auch wenn sie eine Elfe ist, wirklich bewerkstelligen kann, hätte Rosa nie gedacht. Doch der Wunsch nach einem Rollentausch wird prompt erfüllt.

Eigentlich geht es Rosa in ihrer Familie ganz gut. Aber wie das so ist, weiß sie es nicht so ganz zu schätzen. Es gibt immer was, was ihr nicht passt. So ist auch der Urlaub gar nicht nach ihrem Geschmack. Ohne Fernseher, Computer und Handy ist es Rosa zu langweilig, auch weil sie keine Lust auf Unternehmungen mit der Familie hat.

Das Thema wir mit viel Humor angegangen. Die zunächst sehr realistische Handlung wird dann in eine fantastische Welt verlegt. Rosa tauscht mit Cosma die Rolle. Ein Elfenleben stellt sie sich viel spannender als ein Menschenleben vor. Allerdings wird Rosa dann mit Problemen konfrontiert, die sie sich nie hätte träumen lassen. Ein Elfenleben ist offenbar auch nicht einfach nur märchenhaft schön. Als sie hört, wie Cosma von ihrer Familie schwärmt und dass sie selbst den nervigen kleinen Bruder gerne mag, kommt Rosa ins Grübeln. Das regt natürlich Kinder dazu an, einmal über die eigene Familiensituation nachzudenken.

Rosa ist 13 Jahre alt, wirkt aber jünger. Die Geschichte ist auch eher für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren geeignet. Das spiegelt sich auch im Cover wider.
Der Ton ist locker und humorvoll. Das Buch liest sich leicht und unterhält gut. Rosas langweiliger Urlaub wird schließlich zu einem Abenteuer. Das Ende lässt darauf hoffen, dass man irgendwann mehr von Rosa Rabenstein lesen kann.

Rezension von Heike Rau

Katja Henkel
Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht
272 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN-10: 3827054060
ISBN-13: 978-3827054067
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen