Caroline Thompson: Die Tyrannei der Liebe

Caroline Thompson: Die Tyrannei der Liebe

Die Erziehung unserer Kinder ist heute geprägt von Liebe. Kinder wachsen sehr behütet auf. Sie sollen sich frei entfalten können, ganz ohne Grenzen und Zwänge. Doch offenbar ist das nicht der richtige Weg. Immer mehr Kindern fällt es schwer auf diese Weise einen Alltag zu Hause, im Kindergarten oder in Schule zu leben. Viele der Kleinen sind verhaltensaufällig. Psychologen haben gut zu tun. Offenbar reicht es längst nicht aus, den Kindern nur Liebe auf ihrem Weg mitzugeben.

Die Autorin streift in Gedanken durch die Jahrhunderte und zeigt, wie die Erziehung von Kindern sich entwickelt hat und stellt dar, wie die verschiedenen Erziehungsstile sich auf die Kinder ausgewirkt haben. Es ist die Sichtweise einer Psychologin, die genau hinschaut und analysiert und auch andere Meinungen mit einschließt. Oftmals bezieht sie sich zum Beispiel auf Sigmund Freund und seine Ansichten.

Die Familie hat heute einen anderen Stellenwert als früher. Ein Kind ist heute nicht mehr einfach nur ein Kind. Es ist Partner der Eltern, wird wie ein kleiner Erwachsener behandelt. Doch ein Kind, das keine Grenzen kennt, das keine Regeln einhalten muss, das sich nicht anpassen muss, das nicht lernt Verantwortung zu übernehmen und das keine Werte vermittelt bekommt, wird es schwer haben im Leben und immer abhängig von seinen Eltern sein, die ihrerseits auch gar nicht wollen, dass das Kind, auch wenn es längst erwachsen ist, sie verlässt.

Kinder sollen wieder Kinder sein dürfen, so die Botschaft der Autorin, und dazu müssen die Eltern ihre Rolle als Erzieher wieder einnehmen. Die Richtigkeit dieser Botschaft untermauert die Autorin mit vielen Beispielen aus ihrer Praxis. Dennoch versteht sich das Buch nicht unbedingt als Erziehungsratgeber. Vielmehr geht es darum, den Stand der Familie im Laufe der Jahrhunderte zu analysieren, um den Eltern begreiflich zu machen, dass sie heute auf dem falschen Weg sind. Es ist ein langer, komplizierter Text, den man am besten mit Fremdwörterbuch liest. Man muss sich lange damit beschäftigen, um ihn nachzuvollziehen und verstehen zu können. Die Grundbotschaft scheint aber immer durch. Und man kommt nicht umhin, nach der Lektüre, die eigene Erziehungsarbeit kritisch unter die Lupe zu nehmen, will man den offensichtlichen Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs entgegentreten.

Rezension von Heike Rau

Caroline Thompson
Die Tyrannei der Liebe
Wenn Eltern zu sehr lieben: Perfekte Erziehung und die Ambivalenz unserer Gefühle
Aus dem Französischen von Ursel Schäfer
192 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN: 978-3888975288
Bestellen

Das Lied von Leben und Tod

Das Lied von Leben und Tod

Der Latein sprechende Wolf war wahrscheinlich nicht real. Die Frau scheint es aber zu sein, zumindest verarztet sie Teos Wunden, die er sich auf der Flucht vor dem möglicherweise imaginären Wolf zugezogen hat.
Pat lebt mit ihrer Tochter in einiger Entfernung vom Dorf Santa Brígida in Patagonien. Eine Gegend, die Teo gefällt. Er ist ein Riese, der immer auffällt, deswegen mag er die Abgeschiedenheit. Im Moment ohne Arbeit, hat er die Freiheit zu bleiben und tut dies auch. Nicht nur die eine Nacht, die mit ihr zu verbringen, Pat ihn überredet hat. Auch Pats Tochter Miranda freundet sich mit die Riesen an. Pat und Teo leben zusammen ohne Pläne, ohne Versprechen und ohne Bedingungen. Das geht auch eine Weile gut.

In dieser Geschichte kommen zwei Menschen zusammen, die sich eigentlich nicht kennen. Das Pat auf der Flucht ist, und ein Geheimnis mit sich herumträgt, ahnt Teo aber schon bald. Weil Pat sich ihm nicht anvertrauen will, wird ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Ihr Handeln müssen die beiden vor dem Kind verantworten, es findet aber auch eine Beeinflussung von außen statt, etwa durch die Dorfbewohner. Man spürt als Leser die Bedrohung, die auf die kleine Familie zukommt sehr deutlich. Unbehagen macht sich breit. Die Familiengeschichte gerät immer mehr zum tragikkomischen Drama, dessen Höhepunkt das Sever ist. Dieses Dorffest setzt dem Ganzen die Krone auf. Es fungiert als Spiegel und zeigt die Verlogenheit hinter der Wahrheit.

Das Drama gerät zum Krimi. Wo andere Geschichten aufhören, geht diese unbarmherzig weiter. Die Vergangenheit holt jeden ein. Und bald zeigt sich, warum der Autor die politischen Hinergründe, der Geschichte, die im Jahre 1984 spielt, so anschaulich aufzeigt. Für den Leser ist das eine ungeahnte Wendung.
Das Buch lebt von den teils grotesken Figuren. Teo, Pat und Miranda sind die Hauptfiguren, aber auch viele Bewohner des Dorfes müssen ihr Innerstes offen legen und kommen dabei nicht gut weg.
Es scheint zunächst verwirrend, dass hier auch fantastische Elemente zum Tragen kommen. Auf der anderen Seite verstärkt dies die Wirkung des Buches.
Die Geschichte ist traurig, auch wenn der Autor zwischendurch immer wieder versucht, für Auflockerung zu sorgen. „Das Lied von Leben und Tod“ ist eine ewige Tragödie, der man aber immer auch Positives abgewinnen kann.

Rezension von Heike Rau

Marcelo Figueras
Das Lied von Leben und Tod
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
Nagel & Kimche
528 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3312004171
Bestellen

Alice Sherwood: Das Allergiker-Kochbuch

Alice Sherwood: Das Allergiker-Kochbuch

Mit einer Nahrungsmittelallergie zu leben, ist nicht leicht. In erster Linie bedeutet es Verzicht. Verzweifeln muss man aber nicht, denn es besteht die Möglichkeit, die Allergie auslösenden Zutaten, das sind Eier, Nüsse, Gluten und Milch, gegen andere auszutauschen. Alternativen werden auch für Soja, Sellerie und Chili genannt. Die Rezepte sind alltagstauglich. Gerade für Familien ist das wichtig.

Dem Kochbuch vorangestellt, ist eine Einleitung. Hier erklärt die Autorin, was eine Lebensmittelallergie ist und welche Krankheitsbilder sie umfasst. Die Allergie auslösenden Lebensmittel werden benannt und es wird gezeigt, wie man sie gegen andere austauschen kann. Der Leser erfährt, wie ein Leben mit einer Allergie, sich hinsichtlich der Ernährung gut meistern lässt, auch dann, wenn man Kinder mit Allergien im Haushalt hat.

Dass der Genuss keinesfalls auf der Strecke bleiben muss, beweist die Autorin mit ihren Rezepten. Man findet Vorschläge für das Frühstück, für Vorspeisen und leichte Gerichte, für das Mittagessen und für Desserts, für Brot und Backwaren. Vom Knuspermüsli über Frühlingsrollen, mariniertes Lachsfilet, Hackfleisch-Lasagne, Pizza Margherita, Apfeltarte, klassischen Milchreis, Mango-Joghurt-Eis, Vollkornbrot bis hin zu Schokokeksen ist alles dabei. Die Gerichte sind abwechslungsreich. Die Autorin sieht über den Tellerrand hinaus und lässt die Küche anderer Länder mit einfließen.

Jedes Rezept im Buch erscheint in verschiedenen Varianten. Je nach Allergiker-Typ sucht man das passende heraus. Anhand von kleinen Symbolen kann man sich gut orientieren. Hinweise auf weitere möglicherweise problematische Inhaltsstoffe werden gegeben. Die Autorin hilft mit vielen Tipps und gibt auch Serviervorschläge.

Das Buch ist etwas Besonderes. Die Autorin zeigt nicht nur Rezepte, sie gibt wichtiges Basiswissen an Allergiker weiter und geht auf Sorgen und Nöte ein. Dabei spricht sie aus eigener Erfahrung So erfährt man auch, wie man sich in einem Restaurant verhalten sollte oder wie man eine Geburtstagsfeier für ein Kind ausrichten kann.

Das Buch ist gut strukturiert und damit übersichtlich. Die Fotos beweisen, dass die vorgestellten Gerichte auch sehr lecker aussehen. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. entstanden. Man kann es uneingeschränkt empfehlen.

Rezension von Heike Rau

Alice Sherwood
Das Allergiker-Kochbuch
100 Rezepte für Genießer
224 Seiten, gebunden
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 978-3831011261
Bestellen

Städte-Puzzle Dresden

Städte-Puzzle Dresden

Dresden ist immer eine Reise wert. Hier gibt es viel zu sehen. Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gilt, reihen sich aneinander, darunter der Zwinger, die Brühlsche Terrasse, die Augustusbrücke, die Frauenkirche und viele mehr. Diese findet man auch als Motive auf dem Puzzle wieder. Plant man einen Ausflug nach Dresden, kann man sich mit dem Puzzle also schon ein bisschen vorbereiten. Interesse für diese schöne Stadt kann man so auch leicht bei Kindern wecken. Die Zeichnung von Dresden ist ansprechend und kindgerecht gestaltet. Sie ist farbenfroh und detailreich.

Das Puzzle zu legen, macht sehr viel Spaß. Man findet recht schnell, die passenden Teile, wenn man auf die entsprechenden Details in der Zeichnung achtet. Jedem Karton liegt ein Einleger bei, mit den Bezeichnungen der Sehenswürdigkeiten im Bild. Entsprechend der Zeichnung wird gepuzzelt. Es macht viel Freude, sich auf diese Art und Weise mit einer Stadt vertraut zu machen. Da leinengeprägter, fester Puzzlepappe für die Teile Verwendung gefunden hat, wirkt es sehr stabil. Einem mehrmaligen Legen des Puzzles steht also nichts im Wege.

Rezension von Heike Rau

Städte-Puzzle Dresden
Illustration von Johanna Fritz
54 x 38 cm, 200 Teile
ab 7 Jahren
atregio, Städtler MediaMarketing
ASIN: B001D2L3BY

Johanna Fritz
Städte-Puzzle Dresden
Ein Puzzle mit dem Motiv der Stadt Dresden
ISBN:B001D2L3BY
Bestellen

Liverpool Street

Liverpool Street

Die elfjährige Ziska Mangold wusste nicht, dass sie Jüdin ist. Der Hass schlägt ihr vollkommen überraschend entgegen. Ziksa verliert Freunde, wird verprügelt. Die Angst geht um. Es lässt sich kein Alltag mehr leben. Wie die anderen will die Familie nun Deutschland verlassen. Die Auswanderungsanträge sind gestellt.

Als die Nazis gewaltsam in die Wohnung der Familie Mangold eindringen, gelingt es Ziska, mit einem gewagten Sprung aus ihrem Fenster in einen Baum hinein zu fliehen. Christine hilft ihr weiter, obwohl es dem Mädchen verboten ist, mit Juden zu reden. Ziska rettet sich zu ihrer besten Freundin Bekka. Ihre Mutter bekommt Ziska wieder, ihr Vater ist verhaftet worden. Die beiden leben fortan bei der Schwester der Mutter. Die Möglichkeit das Land zu verlassen, wird nicht wahrgenommen. Ohne ihren Mann will Ziskas Mutter nicht gehen. Aber es gibt noch eine Chance. Ziksa könnte mit einem Kindertransport nach England. Sie wäre dann in Sicherheit und könnte eine Arbeitserlaubnis für die Eltern besorgen.

Ziska fällt der Abschied unglaublich schwer. Ohne ihre Eltern zu sein, ist für sie nicht vorstellbar. Und doch lässt sie sich überreden. Leicht wird ihr der Anfang in London nicht gemacht. Das Mädchen wird von ihren Pflegeeltern gar nicht erst abgeholt.

Die Autorin lässt eine erwachsene Franziska die Geschichte im Rückblick erzählen. Ziska ist eins von fast zehntausend jüdischen Kindern, die Nazi-Deutschland mit einem Kindertransport verlassen haben. Ihr Schicksal steht stellvertretend für die anderen. Geschichtliches Hintergrundwissen über den Zweiten Weltkrieg wird mit der Buch sehr gut begreifbar vermittelt. Das Schicksal der Kinder wird ein Stück weit nachfühlbar. Die Geschichte ist emotional aufwühlend … schmerzlich. Aber auch wenn die Tränen aus Mitgefühl beim Leser fließen, ist es wichtig, sich mit dem Thema zu befassen, das die Autorin in einer sehr feinfühlig geschriebenen Geschichte verarbeitet hat, in dessen Vordergrund Ziska steht. Mit ihr erlebt man die Geschichte, leidet mit ihr. Man bekommt Einblick in ihre Gefühle, in ihre Ängste und Hoffnungen.

Das Buch wurde mit dem „Buxtehuder Bullen 2008“ ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Anne C. Voorhoeve
Liverpool Street
480 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473352647
Bestellen

Werwolf

Werwolf

Eigentlich wollte André Darnaux nur der völlig verstörten Frau helfen. Aber als er dann den schrecklich zugerichteten Toten anschaut, sieht er sich zwei Gewehrläufen gegenüber. Dass er vom Bischof Noriér geschickt wurde und vom Comte d’Abrâigne erwartet wird, weiß der Wildhüter nicht. Die Frau kann auch nicht bezeugen, dass André unschuldig ist, sie ist spurlos verschwunden.
Dennoch, Andrés Geschichte ist wahr. Der Comte ist froh über Andrés Eintreffen, soll er doch beweisen, dass hinter den schrecklichen Morden der letzten Zeit kein Teufel steckt, sondern eher ein menschenfressender Wolf. Dem abergläubischen Gerede in der Gegend will er ein Ende setzen. André ist ein begnadeter Jäger. Er soll das tun, was dem Wildhüter Pierre Chastel, bisher nicht gelungen ist, und den Wolf zur Strecke bringen. Pierre zeigt Andre, die Tatorte gerade, als wieder ein Mord geschieht. Beide sehen sich der Bestie gegenüber. Ein Kampf entbrennt, bis sich das Tier sich geschlagen gibt und das Weite sucht. Um Andrés Wunden muss Martine sich kümmern, das Mündel des Comte. Sie erobert sofort Andrés Herz. Zeit für Erholung bleibt nicht. Schon gibt es den nächsten Toten und die Spur der Bestie wird aufgenommen. Es kommt jedoch zu einer Auseinandersetzung zwischen André und den Männern, die mit auf die Jagd gekommen sind. André rastet aufgrund einer Beleidigung aus und gebärdet sich wie ein tollwütiger Hund. Als die Bestie wieder zuschlägt, tritt das aber in den Hintergrund. André folgt nicht einfach nur der Spur. Er hat die Witterung einer Wölfin aufgenommen. Er muss die Jagd abbrechen, um sich selbst zu schützen und um sich nicht vor Pierre zu verraten.

Es ist sehr unterhaltsam diesen Werwolf-Roman, der im historischen Gewand daherkommt, zu lesen. Der Jäger der „Bestie“ wird bald selbst zum Gejagten, denn er hat ein Geheimnis, von dem besser niemand erfahren sollte. Die Sicherheit in der sich André wiegt, zeigt sich jedoch als trügerisch. Er wird manipuliert und ahnt nichts von den wahren Beweggründen der Drahtzieher.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Eine immer wiederkehrende Gänsehaut ist dem Leser also sicher. Immer wieder werden übel zugerichtete Leichen gefunden, wobei die Identität der „Bestie“ sehr lange im Dunkeln bleibt. So manch einer könnte auf die falsche Fährte, die die Autorin gelegt hat, hereinfallen. Aber auch das macht die Faszination für dieses Buch aus. Sehr gut ausgearbeitet ist auch die unheimliche Kulisse, vor der die das Buch spielt: eine kleine abgelegene düstere Ortschaft in den Pyrenäen.
Von der ersten bis zur letzen Seite ist die Geschichte ausgesprochen fesselnd geschrieben. Man kann sich ganz wunderbar die Zeit damit vertreiben.

Rezension von Heike Rau

Lynn Raven
Werwolf
245 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter
ISBN: 978-3800054305
Bestellen

Ein Vampir im Haus

Ein Vampir im Haus

Es ist schon eine unheimliche Vorstellung, einen Vampir im Haus zu haben. Aber genau diese Vermutung haben Thomas und Lucia. Und das ist nicht einmal unbegründet. Der neue Nachbar Herr Lucarda aus dem Erdgeschoss hat seine Wohnung seltsam eingerichtet, wie die Pförtnerin, die dort putzt, zu erzählen weiß. Nicht nur das Schwarz die dominierende Farbe in den Zimmern ist, Herr Lucarda besitzt auch ein große Truhe, die ihm gut als Sarg und damit als Schlafgelegenheit, dienen könnte. Keiner im Haus mag den wortkargen Mann, außer Camilla, eine weitere Nachbarin.
Das Interesse der Kinder ist geweckt. Gemeinsam sehen sie sich den Film „Dracula“ an und stellen mit Erschrecken fest, dass Herr Lucarda dem Hauptdarsteller Bela Lugosi sehr ähnlich sieht. Die beiden haben den gleichen stechenden Blick. Thomas und Lucia lesen auch das Buch und erfahren weitere gruselige Details. Nächtliche Albträume sind die Folge. Sorgen machen sich die beiden auch um Herrn Oliva aus dem zweiten Stock. Er ist derart blass, dass man meinen könnte, ein Vampir wäre über ihn hergefallen. Außerdem schnüffelt er Camilla nach. Die Gefahr scheint also real.

Es ist sehr spannend, zu verfolgen, wie die Geschichte sich entwickelt. Die Kinder haben zwar gute Gründe für ihren Verdacht gegenüber Herrn Lucarda, aber ein bisschen anders als gedacht, entwickelt sich die Geschichte schon.
Thomas und Lucia sind zwei tolle Kinder mit sehr viel Fantasie. Thomas sieht sehr schnell Gespenster, wogegen Lucia sich eigentlich eher von Vernunft leiten lässt. Dennoch gehen beide in die Falle. Die Dialoge der beiden sind dem entsprechend spannend und auch oft sehr humorvoll, so dass beim Lesen bei allem „Grauen“ immer wieder ein Lächeln ins Gesicht des Lesers gezaubert wird. Das Buch zu lesen, macht also sehr viel Spaß. Es eignet sich aber auch gut zum Vorlesen für Grundschulkinder. Mit im Buch sind einige Zeichnungen, die das Vorstellungsvermögen anregen, auch diese gefallen gut.

Rezension von Heike Rau

Carlo Frabetti
Ein Vampir im Haus
112 Seiten, gebunden
ab 8 Jahren
Bloomsbury Kinderbücher und Jugendbücher
ISBN: 978-3827052155
Bestellen

Städte-Puzzle Leipzig

Städte-Puzzle Leipzig

Das Puzzeln ist bei Groß und Klein beliebt. Es macht Spaß, sich die Freizeit damit zu vertreiben. Das Städte-Puzzle Leipzig ist ein besonderes Motiv. Man kann die Sehenswürdigkeit der Stadt kennen lernen, wie das Völkerschlachtdenkmal, die Nikolaikirche, aber auch die Leipziger Messe, das alte Rathaus oder den Zoologische Garten. Der Stadtplan wurde mit viel Fantasie in eine Zeichnung umgesetzt, die farbenfroh und detailreich ist. Das Puzzle ist eine Empfehlung für Einwohner, Touristen und jeden, der die Stadt ein bisschen kennen lernen möchte. Die Teile sind recht groß, so dass schon Kinder ab sieben Jahren sich an das Puzzle bedenkenlos heranwagen können. Als Vorlage dient eine beiliegende Zeichnung. Hier findet man die Sehenswürdigkeiten auch benannt und durchnummeriert zum leichteren Auffinden im Bild.
Das Puzzle lässt sich recht zügig legen. Aufgrund des Detailreichtums des Bildes fällt es nicht schwer, die richtigen Teile zu finden und zu platzieren. Das Motiv in der Größe 54 x 38 cm ansehen zu können, ist eine schöne Belohnung für die Arbeit.

Rezension von Heike Rau

Städte-Puzzle Leipzig
Illustration von Johanna Fritz
54 x 38 cm, 200 Teile
ab 7 Jahren
atregio, Städtler MediaMarketing
ASIN: B001D2HRN2

Johanna Fritz
Städte-Puzzle Leipzig
Ein Puzzle mit einem ganz besonderen Motiv
ISBN:B001D2HRN2
Bestellen

Die Küche der Provence

Die Küche der Provence

Liegt Ihr Urlaub in Südfrankreich schon eine Weile zurück, die Lust auf die Küche der Provence wird aber immer größer? Dann ist das Kochbuch genau das richtige für Sie. In nur einer Woche lernt man zu kochen wie Gui Gedda, einem Kenner der ländlichen Küche Frankreichs.

Die sonst übliche Aufteilung eine Kochbuches in verschiedene Kapitel vermisst man keinen Augenblick. Die sieben Tageslektionen machen den Kochkurs sehr abwechslungsreich. Am ersten Tag, dem Montag, werden dem Leser die Zutaten gezeigt, mit denen die Köche in der Provence kochen. Dabei kommt es natürlich auch auf eine ausgewogene Vorratshaltung an und auch die Ausstattung der Küche muss stimmen. Am zweiten Tag wird ein Markt besucht. Es gibt eine kleine Warenkunde mit Einkaufsberatung. Gekocht wird dann direkt mit dem frischen Gemüse. Wie wäre es mit Ratatouille, dem klassischen Gemüseragout aus der Provence? Am Mittwoch geht es um das Olivenöl. Der Kochschüler lernt, wie man klassische Saucen und Eierspeisen zubereitet. Wer mag kann sich am Abend dem leckeren Drei-Gänge-Menü zuwenden: Artischocken mit Pilzfüllung, gebratenen Kabeljau mit Rotweinsauce und als Dessert Pfirsichkuchen mit Karamell-Schaum-Sauce. Das ist noch längst nicht alles gewesen. Tag für Tag geht es weiter bis zum Sonntag. Nach einem Besuch in einer Molkerei verabschiedet sich Gui Gedda mit dem folgenden Abendmenü: Tomaten mit heißem Ziegenkäse, Feigen-Sardellen-Farce, gefüllte Ente auf provenzalische Art und Orangen-Tartes

Nach diesem einwöchigen Kochkurs hat man wirklich viel gelernt und ist in der Lage einfache Gerichte, aber auch ganze Menüs zu kochen. Es macht Spaß Gui Gedda auf dieser kulinarischen Reise zu folgen, auch weil der Kochkurs so abwechslungsreich ist und man nicht nur am Herd steht. Ausflüge auf den Gemüse- oder Fischmarkt, der Besuch einer Molkerei oder einer Bäckerei lockern das Geschehen auf. Die Rezepte sind köstlich, ihre Vielfalt verspricht Abwechslung im Speisenplan. Zu jedem gibt es eine kleine Einführung. Die Kochanleitungen sind übersichtlich und gut nachvollziehbar.
Beim Durchblättern des Buches fällt die schöne Gestaltung sofort auf. Schon beim Ansehen bekommt man Lust auf diesen wirklich einzigartigen Kochkurs!

Rezension von Heike Rau

Gui Gedda / Marie-Pierre Moine
Die Küche der Provence
Eine Kochschule für Genießer
Dorling-Kindersley Verlag
352 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3831011292
Bestellen

Der Fluch des Goldes

Der Fluch des Goldes

Neue Welten zu finden, war das Ziel mutiger Entdecker, die keine Mühen scheuten. Das Buch konzentriert sich auf die ersten 50 Jahre der Europäer in der neuen Welt. Darunter Christoph Kolumbus, Francisco Pizarro, Hernando Cortéz und Ambrosius Alfinger. Im Buch werden sie nicht nur als Entdecker gezeigt, sondern vor allem als Eroberer, die nur eins im Sinn hatten. Sie strebten nach Reichtum, Macht und Ruhm und das versprach das sagenumwobene Goldland El Dorado, das es zu finden galt. Die Gier ließ viele von ihnen Mitleid und Erbarmen vergessen. Der Goldrausch wurde zum Blutrausch.

Der Autor beleuchtet ein Kapitel unserer Geschichte aus anderer Sicht als gewöhnlich. Die Endecker werden nicht als Helden dargestellt, wie in so manchen Roman, vielmehr wird von ihren Gräueltaten berichtet, die sie an den Einwohnern der neuen Welt verübten. Für an Geschichte Interessierte ist das Buch sehr interessant. Es bietet viel Stoff zum Nachdenken. Der Text wirkt sehr gerafft, man hätte ihn gerne ausführlicher gehabt. So erfordert er sehr konzentriertes Lesen. Dennoch schreibt der Autor sehr verständlich. Man wird gefesselt von der Lektüre.

Rezension von Heike Rau

Peter Braun
Der Fluch des Goldes
Deutsche Eroberer und der Schatz des El Dorado
160 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher
ISBN: 978-3827052124
Bestellen