Katie Cat

Katie Cat

Zu ihrem 15. Geburtstag erhält Katie ein mysteriöses Paket. Sie weiß nicht, von wem es ist. Katie hat außer ihrer Großmutter und ihrem Onkel, der ihr Vormund ist, keine Verwandten. Ihre Eltern starben vor acht Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Das merkwürdige Paket enthält eine Musik-CD mit Liedern von Jim Blend. Niemand weiß, das Katie sich diese CD gewünscht hat.

Aber nicht nur Musik ist auf der CD. Eine Stimme ruft nach Katie. „Sieh mich an!“ Katie geht in den Laden, um zu sehen, ob diese Stimme auch auf einer anderen CD ist. Dem ist nicht so. Katie sucht daraufhin ihren besten Freund Ming auf, um ihm die Stelle auf der CD vorzuspielen. Auch er hört die Rufe. Katie hat also nicht fantasiert.

Auf der CD befindet sich auch ein Video. Katie ist sehr erstaunt, was sie zu sehen bekommt. Ihre Eltern übermitteln ihr eine Botschaft. Offensichtlich leben sie noch und sind nicht bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Die Eltern warnen ihre Tochter, die aber ohnehin schon gemerkt hat, dass sie anders ist, als ihre Mitmenschen.

Wie Katie erfährt, sind ihre Eltern Biochemiker, die sich mit Gentechnik auseinandergesetzt haben. Offensichtlich haben sie auch mit den Genen ihrer Tochter experimentiert. Doch dann geschieht etwas, was Katie vorerst noch viel mehr beschäftigt. Ihre Großmutter soll zur Mörderin geworden sein.

Man braucht etwas, um in die Geschichte hineinzufinden. Der Anfang ist nicht sehr interessant geschrieben. Es ist eher eine Einleitung. Dann nimmt die Geschichte aber an Spannung zu. Es gehört viel Fantasie dazu, die Geschichte so anzunehmen, wie sie ist. Es kommt darauf an, ob man glauben mag, was mit Katie geschieht oder ob die Vorstellungskraft dafür nicht ausreicht. Der Autor hätte viel tiefgreifender auf die Gefühle Katies, die Katzengene in sich trägt, eingehen müssen. Katie nimmt ihr Anderssein viel zu leicht an. Schließlich ändert sich ihr Leben mit ihrem 15. Geburtstag völlig. Sie erfährt Dinge, von denen sie nicht mal gewagt hätte, zu träumen. Sie muss mit ihrem veränderten Körper klar kommen. Und einen Mord muss sie auch aufklären, glaubt sie doch nicht daran, dass ihre Großmutter zu so etwas fähig wäre.
Das Ende ist sehr dramatisch und hört, auch wenn die Geschichte an sich abgeschlossen ist, mit einem harten Schnitt auf und man fragt sich, ob es wohl eine Fortsetzung geben wird.

Rezension von Heike Rau

Thomas Brezina
Katie Cat
Katies Leben ändert sich mit ihrem 15. Geburtstag drastisch, sie entdeckt ein Geheimnis
ISBN:3505122882
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Heilpflanzen & Giftpflanzen CD-ROM

Heilpflanzen & Giftpflanzen CD-ROM

Zunächst muss man die CD-Rom installieren. Das geht sehr einfach und dauert nur wenige Minuten. Man braucht für die vollständige Installation 500 MB. Dann kann man alle Punkte des Startbildschirmes öffnen. Das „Lexikon der Heil- und Giftpflanzen“ umfasst 400 Einträge. Dazu gibt es etwa 1500 Abbildungen. Unter anderem kann man die botanischen Merkmale der jeweiligen Pflanze einsehen und zahlreiche Informationen nachlesen, etwa zur Verwendung (auch in der Homöopathie) oder auch zur Giftigkeit. Auch Wissenswertes über die Pflanze findet man. Besonders gut gefällt, dass es immer mehrere Fotos gibt. So kann man sich ein umfassendes Bild der jeweiligen Pflanze machen. Das Lexikon zu nutzen, ist nach einer kleinen Kennenlern-Phase sehr einfach.

Mit dem Lexikon kann man eine Menge machen. So kann man Pflanzen vergleichen, Listen, Bildtafeln und Drucksammelmappe erstellen, Zusammenfassungen von Pflanzenbilder anzeigen lassen und in einer Diashow betrachten. Prima ist auch, dass man eigene Notizen im Programm eintragen kann. Auch die Suchfunktion ist komfortabel, ob man nun nach botanischem oder deutschem Namen sucht. Es gibt sogar einen Abfrageteil. Hier muss eine Pflanze, deren Namen man nicht kennt, beschrieben werden, damit eine Suchanfrage erfolgen kann. So hat man alles zur Verfügung, was man beispielsweise zur Planung eines Kräutergartens braucht.

Damit man Pflanzen besser kennen lernen kann, gibt es ein Quiz. Das macht Spaß, ist unterhaltsam und eignet sich auch gut zum Lernen der botanischen Namen. Es gibt aber noch mehr zu entdecken. Denn das Programm enthält noch weitere Rubriken: „Zur Geschichte der Heilkräuter“, „Der Kräutergarten“, „Wichtige Wirkstoffe und Drogen“, „Zur Verwendung der Heilkräuter“, „Erläuterungen“, „Literatur“, „Adressen“ und „Botanische Zeichnungen von Heilpflanzen“. Man erfährt also alles über die Anlage und Pflege eines Kräutergartens, über die Ernte, das Trocknen und Aufbewahren der Pflanzen und ihre Verwendung in Teeaufgüssen, Salben, Tinkturen oder Kräuterbädern.

Fazit: Die „Heilpflanzen & Giftpflanzen CD-ROM“ beeindruckt durch ihre Vielfältigkeit. Trotz der vielen Möglichkeiten, die man hat, damit zu arbeiten, ist es sehr einfach zu bedienen.

Systemvoraussetzungen:
Ab Windows 95, Windows NT 4.0 SP3; Pentium 90 MHz, 16 MB RAM (empfohlen werden 32 RAM) und etwa 250 MB Festplattenspeicher; Grafikkarte mit mindestens 800 x 600 Punkten (empfohlen werden 1024 x 786 Punkte) bei mindestens 65000 Farben. CD-ROM-Laufwerk mit 6-facher Geschwindigkeit.

Rezension von Heike Rau

Burkhard Bohne / Peter Dietze
Heilpflanzen & Giftpflanzen CD-ROM
400 Pflanzenporträts
Eugen Ulmer Verlag Stuttgart
ISBN: 3-8001-4492-1
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Freundinnen

Freundinnen

Rosa und Linda sind gute Freundinnen. Sie machen alles zusammen und mögen die gleichen Dinge. Sogar ihre Zukunft planen sie schon gemeinsam, obwohl sie gerade mal im Kindergartenalter sind.
Doch eines Tages taucht die freche Henriette auf. Munter und vergnügt bringt sie Leben in den Alltag. Jeder will mit ihr spielen. So kann Henriette sich ihre Freunde aussuchen.
Eines Tages ist auch Linda dran. Und Rosa darf nicht dabei sein. Trotzdem macht Linda einfach mit. Ohne Rücksicht auf Rosa. Die könnte zwar bei Paul mitspielen, aber das will sie auch nicht.
Rosa bekommt richtig dicke Wut. Ihre Gedanken kann sie gar nicht im Zaum halten. Was ihr da alles in den Sinn kommt, um sich an Henriette zu rächen, ist schon ziemlich derb. Wie kommt man da nur wieder raus?

„Freundinnen“ ist ein Buch zum Thema Eifersucht. Gefühle kommen hier sehr gut zum Ausdruck. Jedes Kind wird eine ähnliche Situation bereits erlebt haben. Doch Kinder müssen erst noch lernen, mit so starken Empfindungen wie Eifersucht, Wut und Verzweiflung umzugehen. Die Autoren zeigen viel Verständnis und Einfühlungsvermögen. So bietet das Buch kindgerecht verpackte Denkansätze hierzu. Der Text ist einfach strukturiert, gut zu verstehen und er lässt sich prima vorlesen.
Auch die Bilder gefallen. Die Illustrationen sind großformatig und farbenfroh. Von der sehr deutlichen Mimik und Gestik der gezeichneten Kinder kann man gut auf ihre Gefühle schließen, obwohl die Strichführung sehr einfach gehalten ist. Das Bilderbuch ist gedacht für Kinder ab 5 Jahren.

Über die Autoren:
Sibylle Rieckhoff wurde 1955 geboren, studierte Illustration an der FH Hamburg, war danach Art-Directorin in der Werbung. Seit 1990 ist sie selbständige Grafikerin, seit 1999 Kinderbuchautorin.
Jürgen Rieckhoff wurde 1953 geboren, studierte Illustration und Kommunikationsdesign in Hamburg, ist seit 1984 freiberuflich als Cartoonist und Illustrator tätig und seit 1995 Professor für Zeichnen an der Hochschule Anhalt in Dessau.

Rezension von Heike Rau

Sibylle Rieckhoff / Jürgen Rieckhoff
Freundinnen
32 farbige Seiten, gebunden
ab 5 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN-10: 3-8303-1109-5
ISBN-13: 978-3-8303-1109-6
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Der Elfenwald

Der Elfenwald

Celandine ist unendlich traurig, als ihr über alles geliebtes Pony stirbt. Es hat Rattengift gefressen. Ein schrecklicher Unfall. Celandine ist verzweifelt. Nur so lässt es sich erklären, dass sie ihre verhasste Hauslehrerin mit einer Schere verletzt. Jetzt bleibt dem Mädchen nur die Flucht.
An diesem Tag sieht Celandine Fin wieder. Er gehört zum kleinen Volk. Schon vor Jahren hatte sie diese kleine Wesen entdeckt. Doch was sie anderen erzählte, wurde ihrer überschießenden Fantasie zugeschrieben.
Celandine folgt Fin durch einen Tunnel zwischen den dichten Hecken hindurch in seine Welt. Hier ist sie eine Riesin und bedeutet Gefahr. Eigentlich können die kleinen Wesen Celadine nicht wieder gehen lassen, könnte sie doch von ihrer Entdeckung erzählen. Aber die 13-jährige verspricht, niemals etwas zu verraten und man glaubt ihr.

Die Lehrerin geht nach diesem Angriff auf ihre Person. Celandine muss nun alleine lernen und das darf sie auch draußen tun. Statt zu lernen, besucht sie aber regelmäßig das kleine Volk. Die Eltern merken nichts davon, haben andere Sorgen, wo doch Krieg herrscht. So lebt Celandine in zwei Welten. Vormittags liest sie den kleinen Wesen vor, die sich sehr für Bücher interessieren. Die Nachmittage verbringt sie auf dem Hof.

Doch dann soll Celandine wieder zur Schule gehen. Die Eltern haben für sie ein Internat, das viele Meilen weit weg ist, ausgesucht. Celandine muss gehen, ob sie will oder nicht. In der Schule herrscht eine eisige Atmosphäre. Hier, wo ihr die Flausen ausgetrieben werden sollen, fühlt sie sich von Anfang an kein bisschen wohl. Immer wieder wandern ihre Gedanken zu ihren Freunden vom kleinen Volk. Und irgendwann kommt Celandine auf die Idee aus dem Internat zu fliehen.

„Der Elfenwald“ ist ein traumhaft schöner fantastischer Roman. Das Schicksal von Celandine berührt zutiefst. Sie ist sehr einsam. Dass sie Kontakt zum kleinen Volk hat, darf sie niemandem verraten. Aber ohnehin würde ihre keiner glauben. Die kleinen Wesen, das weiß jeder, sind Fantasiegestalten. Dennoch kämpft das Mädchen um diese außergewöhnlichen Freundschaften. Wenigstens hier fühlt sie etwas Geborgenheit.
Der Autor erzählt mit sehr viel Feingefühl und Sinn für Details und Stimmungen. Er regt die Fantasie des Lesers an und hinterlässt mit dieser märchenhaften Geschichte einen anhaltenden Eindruck. Bei der Lektüre kann man vollkommen abschalten, so gefangen genommen wird man von dieser außergewöhnlichen Geschichte.

Über den Autor:
Steve Augarde wurde in Birmingham geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Er ist Illustrator, Papier-Ingenieur und Jazz-Musiker, hat zahlreiche Bilderbücher veröffentlicht und Pop-up-Bücher konzipiert. Zudem hat Steve Augarde zwei Trickfilm-Serien des BBS die Illustrationen und auch die Musik beigesteuert.

Rezension von Heike Rau

Steve Augarde
Der Elfenwald
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
456 Seiten, gebunden
Arena Verlag, Würzburg
ISBN: 3-401-05828-2
ISBN: 978-3-401-05828-3
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Hui Buh – Das Schlossgespenst

Hui Buh – Das Schlossgespenst

Im Jahre 1399. Ritter Balduin spielt für sein Leben gern Karten. Am liebsten mit Ritter Adolar und Ritter Ottokar. Allerdings betrügt er heimlich. Bei einem neuen Spiel, dass Balduin noch nie gespielt hat, verliert er allerdings alles. Schließlich setzt er seine Ländereien. Adolar setzt die Besitzurkunde von Schloss Burgeck und Ottokar steigt aus. Balduin gewinnt. Dass er wieder betrogen hat, kommt diesmal allerdings raus. Im anschließenden Ritterkampf lässt Balduin sein Leben, nicht durch das Schwert, sondern durch einen Blitzschlag. Nun ist er Geist Hui Buh und dazu verdammt auf Schloss Burgeck herumzuspuken.

500 Jahre später. Schloss Burgeck ist verfallen und heruntergekommen. König Julius der 109. hat es in die Obhut eines Kastellans gegeben. Dieser ist von den Spukkünsten Balduins nicht besonders beeindruckt. Doch die beiden kommen miteinander zurecht. Der Alltag lässt sich gut bewältigen. Bis König Julius der 111. mit seinem königlichen Tross anreist, weil sein Hauptwohnsitz abgebrannt ist. Seine Majestät will heiraten. Allerdings hat er sich seiner Angebeteten Gräfin Leonora zu Etepetete noch nicht anvertraut.

Das Ganze gefällt Hui Buh überhaupt nicht. Auch, dass das Schloss von den Bediensteten von Staub und Spinnweben befreit wird, geht ihm gehörig gegen den Strich. Er will Schloss Burgeck von den Eindringlingen befreien und fängt an, ordentlich herumzuspuken.

„Hui Buh“ ist ein witziges, verrücktes Buch und sehr unterhaltsam. Hui Buh ist kein schrecklich gruseliges Gespenst. Er muss sich als Landplage, Holzkopf und Nervensäge beschimpfen lassen. Selbst sein schrecklichstes Geistergeheul bringt jedem zum Lachen. Auch als kopfloser Henker vermag er niemanden zu erschrecken. Seine Aktionen gehen immer schief. Dementsprechend witzige Szenen gibt es jede Menge. Man kam vor Lachen kaum an sich halten. Die Lachmuskeln werden ordentlich trainiert.
Das Buch ist die perfekte Ergänzung zum Kinofilm und auch für alle die den Film nicht sehen können, ist es empfehlenswert. Es gibt auch viele Fotos aus dem Film zu sehen. Außerdem liest sich die Geschichte ganz wunderbar. Am Ende gibt es sogar ein Interview mit Hui Buh, den es ja schon seit 1969 gibt.

Rezension von Heike Rau

Roman zum Film von: Dirk Ahner
Hui Buh – Das Schlossgespenst
Nach einem Drehbuch von: Dirk Ahner und Sebastian Niemann
Nach Motiven und Figuren von Eberhard Alexander-Burgh
248 Seiten, gebunden, mit Fotos
Egmont Franz Schneider Verlag
ISBN-10: 3-505-12253-X
ISBN-13: 978-3-505-12253-X
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Sag nie, Du gehst den letzten Weg

Sag nie, Du gehst den letzten Weg

Lin Jaldati ((Rebekka Brilleslijper) war eine jüdische Tänzerin und Sängerin. Geboren wurde sie in den Niederlanden. Ihre Autobiografie erschien vor der Wende und wurde später neu aufgelegt: Eberhard Rebling/Lin Jaldati: Sag nie, Du gehst den letzten Weg (1995).

Es ist ein faszinierendes Buch. Sie und ihr Mann, Eberhard Rebling, schrieben abwechselnd über Kindheit, Jugend und ihr Leben bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg. (In einem weiteren Buch beschrieben sie die Zeit danach.)

Sie war in einer armen Familie geboren, so musste sie schon zeitig die Schule verlassen und lernte Textilarbeiterin (Näherin). Ihre Liebe aber galt dem Tanz. Es gelang ihr, gegen den Willen ihrer Eltern Tanzunterricht zu nehmen, obwohl sie nur wenig bezahlen konnte. Mit 21 (damals Volljährigkeit) ging sie von zu Hause fort. Sie begann, die Lieder ihres Volkes zu singen, nahm dafür auch Gesangsunterricht, und sie in Körpersprache des Tanzes umzusetzen. Schließlich fand sie eine feste Anstellung bei verschiedenen Revues. (Sie hörte dort wieder auf, nachdem sie Eberhard Rebling, ihren späteren Mann, kennengelernt hatte, der aus Deutschland emigriert war.)

Heiraten durften sie nicht, wegen der Nürnberger Gesetze, die auch in den Niederlanden für Deutsche beachtet wurden.

Im zweiten Weltkrieg wurden die Niederlande überfallen und besetzt. Lin Jaldati und Eberhard Rebling, der der Einberufung entgehen wollte, um nicht für das faschistische Regime zu kämpfen, waren in ein illegales Quartier gezogen, zusammen mit ihrer kleinen Tochter, später auch Lins Eltern und ihrer Schwester und anderen Flüchtlingen, in ein Landhaus, das sie gemietet hatten.

1944 wurden sie entdeckt und verhaftet. Einer der Polizisten rettete die Kinder, er brachte sie bei einem Arzt unter. Später brachte ihm das mildernde Umstände.

Eberhard Rebling gelang es zu fliehen, so entging er der Todesstrafe wegen Desertierens.

Lin kam zusammen mit ihrer Familie ins KZ, ihre Eltern kamen in die Gaskammer. Lin und ihre Schwester entgingen dem, weil sie mit Deutschen verheiratet waren. (Eberhard Rebling hatte eine gefälschte Heiratsurkunde geschickt, nach der sie in England geheiratet hatten.) Zunächst kamen sie nach Auschwitz-Birkenau, später nach Bergen Belsen, wo sie auch Anne Frank und deren Schwester wieder traf, mit denen sie bekannt war.
Im Lager organisierten sie mehrere Konzerte, aber das half nichts gegen den Hunger. Denn sie bekamen fast nichts mehr zu essen. So starben Anne Frank und deren Schwester an Hunger und dadurch bedingte Krankheiten.

Lin hatte Glück. Sie kam durch, wie durch ein Wunder. Sie wog noch 29 Kg und wurde von den amerikanischen Befreiern langsam wieder hochgepäppelt. Auch ihre Schwester kam durch. Alle anderen Verwandten waren tot.

Sobald sie konnte, kehrte sie in die Niederlande zurück und fand dort ihren Mann wieder und ihr Kind. Hier hört das Buch auf, und es folgt ein zweites, das ich noch nicht kenne.

Das Buch ist sehr gut und spannend geschrieben und man lernt viel über die Kultur und das Leben der Juden in den Niederlanden kennen.

Ich kannte Lin Jaldati von ihren Liedern. Eine Sammlung der Lieder erschien kürzlich auf CD.

In einem weiteren Buch beschrieb Lin Jaldati später ihr Leben in der DDR. Beide Bücher erschienen auch zusammengefasst in einem Band.

Lin Jaldati, Eberhard Rebling
Sag nie, Du gehst den letzten Weg
Autobiografie von Lin Jaldati
ISBN:3924684553
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Egon Binder: Alles was scharf macht

Egon Binder: Alles was scharf macht

Scharfe Messer, Scheren und Werkzeuge sind in der Küche, im Garten und in der Hobbywerkstatt unentbehrlich, sonst wird die Arbeit zur Last. Für das Selberschleifen braucht man aber einiges an Wissen und natürlich eine Grundausstattung.

Zunächst gibt der Autor aber einen Überblick über die Kulturgeschichte des Schleifens, von der Steinzeit bis in die Neuzeit, von Faustkeilen mit scharfer Schneide bis zur bekannten Messerschmiede in Solingen. Er beschreibt, was alles möglich wurde, dank eines guten Schliffs. Dabei macht der Autor sogar einen Ausflug in die Märchenwelt.

Über den Berufsstand des Scherenschleifers, der über Land zog, wird der Leser ebenfalls informiert. Und auch die Qualität von Schneidwerkzeugen wird thematisiert. Der Autor erläutert, wann geschliffen werden muss und welches Verfahren sich hier am besten eignet, vom manuellen Trocken-Schleifen bis hin zum maschinellen Nass-Schleifen. Dem Leser wird genau erklärt, was nötig ist, um nach und nach eine kleine Werkstatt einzurichten.

Im Buch gibt es aber noch mehr zu entdecken. So ist ein kleines Schleif-Lexikon, mit allem, was sich schleifen lässt, vorhanden. Die Sicherheit wird beim Schleifen ebenfalls großgeschrieben. Dann gibt es noch Bezugsquellen für Schärfwerkzeuge und -zubehör, Literaturtipps und mehr.

Das kleine Buch begeistert. Es ist inhaltlich wirklich beeindrucken. Der Autor schreibt in einem lockeren und humorvollem Stil, so dass die Lektüre zum Vergnügen wird. Die Texte sind also leicht verständlich und sehr gut nachvollziehbar. Hat man sich erst mal die Grundausstattung besorgt, gibt es nie mehr stumpfe Messer und Werkzeuge. Klar, man braucht schon einige handwerkliche Fähigkeiten und auch Übung. Aber die Tipps und Tricks des Autors sind sehr hilfreich. Außerdem kann man sich gut anhand der Zeichnungen und Fotos orientieren.

Über den Autor:
Egon Binder ist Journalist und Autor zahlreicher Sachbücher zu den Themen Essen und Trinken, Wandern, Volkskunde und mehr.

Rezension von Heike Rau

Egon Binder
Alles was scharf macht
Messer, Scheren, Werkzeuge schärfen
121 Seiten, broschiert, 50 Farbfotos, 10 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3-8001-4151-5
ISBN-13: 978-3-8001-4151-7
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Die Bruderschaft vom Heiligen Gral – Der Fall von Akkon

Die Bruderschaft vom Heiligen Gral – Der Fall von Akkon

Palästina im Jahre 1291. Akkon, die reiche und stark befestigte Hafenstadt, wird der Belagerung nicht mehr lange standhalten. Bis auf diese Stadt haben die christlichen Kreuzfahrer Jerusalem schon an die Mamelucken verloren. Es gibt also kaum noch Hoffnung. Die vier Ordensritter Gerolt von Weisenfels, Maurice von Montfontaine, Tarik el-Kharim und McIvor von Conneleagh wollen jedoch nicht aufgeben. Im Kampf gegen die muslimischen Belagerer stellen sie ihren Mut und ihre Tapferkeit unter Beweis. Da König Heinrich II. aber offenbar nicht in der Lage ist, ein ausreichend starkes Heer zur Verstärkung zu schicken, geraten sie immer mehr in Bedrängnis.

Ihre wahre Berufung ist ohnehin eine andere. Das erfahren die Ordensbrüder in der Kirche des heiligen Josef von Arimathäa von dem alten weißhaarigen Templer Villard von Saint-Omer. Er ist der Hüter des Heiligen Grals und will diese Aufgabe nun an die vier Ritter weitergeben. Der Heilige Gral befindet sich im Besitz der Geheimen Bruderschaft der Arimathäer und ist hier in Akkon. Die Aufgabe der vier Ritter soll es sein, den Heiligen Gral nach Frankreich in die Ordensburg von Paris zu bringen. Eine schwierige Aufgabe, denn der Kelch darf auf keinen Fall in falsche Hände gelangen.

Der Einstieg in diese Geschichte ist etwas schwierig zu bewältigen. Das mag an den schwer zu erfassenden, aber dennoch sehr interessanten, historischen Hintergründen liegen. Aber der Autor hilft mit informativen Fußzeilen, so dass man bald keine Probleme mehr hat.
Mit den vier Ordensrittern hat der Autor sehr interessante Charaktere entwickelt. Gerolt ist ruhig und besonnen, Tarik sehr selbstbewusst, Maurice großspurig und McIvor bärenstark und wortkarg. Sie ergänzen sich perfekt und sind bereit bedingungslos füreinander einzustehen. Man begleitet sie gern auf ihrer abenteuerlichen und ausgesprochen spannenden Reise.
Die Geschichte lebt von alten Legenden. So hat der Autor auch viele fantastische Elemente mit eingearbeitet. Die vier Gralshüter werden, um ihre Aufgabe erfüllen zu können, mit magischen Fähigkeiten ausgestattet. Das Trinken aus dem heiligen Kelch bleibt nicht ohne Wirkung. Es wird immer interessanter, regelrecht packend. Und da nicht alles nach Plan läuft, gibt es auch immer wieder ungeahnte Wendungen. Man darf gespannt sein, ob die vier tapferen Männer ihr Ziel erreichen werden.

Über den Autor:
Rainer M. Schröder wurde 1951 geboren. Er lebt nach vielseitigen Studien und der Ausübung mehrerer Berufe seit 1977 als freier Autor in Deutschland und Amerika.

Rezension von Heike Rau

Rainer M. Schröder
Die Bruderschaft vom Heiligen Gral
Der Fall von Akkon
488 Seiten, gebunden
Arena Verlag
ISBN: 3-401-05878-9
ISBN: 978-3-401-05878-8
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Tod im Tal der Heiden

Tod im Tal der Heiden

Irland im 7. Jahrhundert. Schwester Fidelma und Bruder Eadulf sind auf dem Weg nach Gleann Geis. Doch kurz bevor sie Laisres Gebiet erreichen, stoßen sie auf Leichen. Während Eadulf am liebsten die Flucht ergreifen möchte, beginnt Fidelma, die auch Anwältin ist, sofort mit der Untersuchung. Es sind genau dreiunddreißig Leichen, angeordnet im Sonnenlauf. Erlitten haben alle Männer einen dreifachen Tod. Sie wurden erstochen, erdrosselt und erschlagen. Das alles deutet auf einen Ritualmord hin.

Es ist offensichtlich ein schlechter Zeitpunkt nach Gleann Geis zu gehen, um über die Gründung einer christlichen Kirche und einer Schule zu verhandeln. Tatsächlich sind Fidelma und Eadulf nicht gerade willkommen. Orla, die Schwester König Laisres, zeigt das ganz offen. Aber Fidelma, als Abgesandte von Cashel und Anwältin bei den Gerichten von Brehons, lässt sich nicht beirren. So muss Orla Fidelma und Eadulf Geleit geben.

Im Gästehaus wohnen noch zwei weitere Gäste. Das überrascht Fidelma. Es sind Bruder Solin, Sekretär des Erzbischhofs Ultan von Armagh und Bruder Dianach, sein Schreiber. Was die beiden im Schilde führen, ist Fidelma ein Rätsel.

Die Aufklärung des Ritualmordes wird Fidelma aus der Hand genommen. Aber auch hier in Gleann Geis weiß niemand wer die Toten sind und wer ihre Mörder. Die erste Ratssitzung wird zur Farce. Die Gespräche gestalten sich derart schwierig, dass Fidelma erwägt abzureisen. Zum Glück tut sie das nicht. Was sie nicht wissen kann ist, dass die Sicherheit der fünf Königreiche auf dem Spiel steht. Auch dass sie bald selbst unter Mordverdacht stehen wird, kann sie nicht ahnen.

Damit man gut hineinfindet in das Irland des 7. Jahrhundert, hat der Autor seinem Roman wichtige historische Informationen vorangestellt, die sehr interessant sind. Mit dem Keltenkrimi wird man dann auch wirklich gut unterhalten. Getragen wird die Geschichte von Schwester Fidelma, die sehr gebildet ist. Sie ist eine Meisterin der Diplomatie, spitzfindig und verschlagen noch dazu. Sie ist eine gute Beobachterin und Menschenkennerin. Die Dialoge sind dementsprechend spannend und bringen den Leser immer wieder zum Schmunzeln. Aber auch Eadulf tritt noch aus dem Schatten hervor, als Fidelma eingesperrt wird und er ihre Unschuld beweisen muss. Die beiden sind ein ungewöhnliches Team, dennoch arbeiten sie ausgesprochen gut zusammen.
Auch vom Schreibstil her lässt sich das Buch sehr gut lesen. Der Autor drückt sich sehr ansprechend und wohlüberlegt aus, der Text ist perfekt ausgearbeitet. Es ist das reine Lesevergnügen.
Der Keltenkrimi lässt auch an Spannung nichts zu wünschen übrig. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Es ist wie ein Puzzle. Doch Fidelma gibt nicht auf, Teilchen um Teilchen zusammenzutragen. So kommt sie einer unglaublichen und sehr gefährlichen Verschwörung auf die Spur.
Von Anfang bis Ende ein lesenswertes Buch.

Über den Autor:
Peter Tremayne ist ein Pseudonym. Der anerkannte Historiker hat sich auf die versunkene Kultur der Kelten spezialisiert. 2002 wurde der Autor zum Ehrenmitglied der Irish Literary Society auf Lebenszeit ernannt.

Rezension von Heike Rau

Peter Tremayne
Tod im Tal der Heiden
Historischer Kriminalroman
Aus dem Englischen von Friedrich Baadke
420 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3-7466-2211-5
ISBN-13: 978-3-7466-2211-8
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Züchte deine eigenen Dino-Krebse

Züchte deine eigenen Dino-Krebse

Dino-Krebse als Haustiere? Warum nicht! Der wissenschaftliche Name der Tierchen lautet Triops longicaudatus. Dino-Krebs ist also nur ein Spitzname. Die ältesten Fossilien sind ungefähr 200 Millionen Jahre alt. Die dem Buch beiliegenden Dino-Krebs-Eier stammen allerdings von gezüchteten Tieren ab. Einer erfolgreichen eigenen Zucht steht nun nichts mehr im Wege.

Wie das gemacht wird und was man alles dazu braucht, steht genau im Buch. Es ist recht einfach die Ansprüche der Dino-Krebse zu erfüllen. Man braucht ein Aquarium, eine Lampe, destilliertes Wasser und zwei Thermometer. Wissenschaftliche Informationen rund um den Dino-Krebs gibt es zur Genüge. Da kann man eine Menge lernen, was auch im Biologieunterricht hilfreich sein wird. Es gibt sogar ein kleines Triops-Öko-Lexikon. Der Leser erfährt aber auch, wie die Krebse gefüttert und versorgt werden müssen. Sogar ein Tagebuch gibt es. Hier beschreibt Till, was er mit seinen Krebsen erlebt hat. Dino-Krebse sind ein wirklich spannendes Forschungsobjekt.

Das Buch wird jeden Naturfreund begeistern. Klar, es braucht ein wenig Geduld. Aber die Autorin schreibt sehr motivierend. Ihren Ausführungen kann man sehr gut folgen. Alle Texte sind sehr gut verständlich. Alle Fragen, die bei der Zucht der Dino-Krebse aufkommen könnten, werden beantwortet. Wer nicht genug bekommen kann, für den ist die Liste mit Internetadressen sicherlich sehr interessant. Gut gefallen hat auch, dass die Autorin mit sehr viel Humor schreibt. Es gibt viel zu lachen. Auch die Bilder sind super. Neben ergänzenden Zeichnung zum Text gibt es auch viel lustige Illustrationen.

Eigene Erfahrungen:
Meine Tochter hat es ausprobiert. Da wir kein Aquarium kaufen wollten, haben wir ein großes Gurkenglas genommen. Auf die Lampe haben wir verzichtet, weil es in den letzten Wochen warm genug war. Unsere Geduld wurde allerdings auf eine harte Probe gestellt. Es hat über eine Woche gedauert, bis wir einen klitzekleinen Dinokrebs mit der Lupe entdeckt haben. Meine Tochter hat ihn Fridolin genannt. Wir hatten etwas Sorge, dass er genug Sauerstoff bekommt und haben mit einem Strohhalm immer mal etwas Luft hineingepustet. Es sind noch zwei weitere Krebse geschlüpft, die allerdings ganz klein geblieben und auch bald wieder verschwunden sind. Fridolin ist jedoch schön gewachsen und hat es auf etwa sieben Millimeter gebracht. Ungefähr vierzehn Tage haben wir ihn beobachtet und auch immer schön gefüttert. Dann war auch er im Glas nicht mehr zu finden. Der Katzenjammer war groß. Aber sicher hat Fridolin Eier hinterlassen. Also haben wir den Großteil des Wassers rausgenommen. Den Rest lassen wir eintrocknen. Im nächsten Sommer will meine Tochter den kleinen Fridolin wieder auferstehen lassen.

Rezension von Heike Rau

Anita van Saan
Züchte deine eigenen Dino-Krebse
Illustrationen von Stephanie Entrich
46 Seiten, Klappenbroschur
moses. Verlag
ISBN-10: 3-89777-061-X
ISBN-13: 978-89777-061-4
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