Rabenbraten

Rabenbraten

In ihrem Leben scheint es keine Grenzen zu geben. Ständig spricht sie in Rätseln. Ihre Worte wirken verworren. Wirklichkeit und Traumwelt verschwimmen miteinander. Ihr Bewusstsein ist verzerrt. Ist sie wirklich krank oder nutzt sie ihre Begabung als Journalistin, die Wahrheit hinter Geschichten zu verstecken. Verbirgt sich etwas hinter ihren Wahnvorstellungen? Spielt sie ein Spiel? Steht sie auf der Bühne und rechtfertigt einen Mord? Hat sie ihm Schlafmittel gegeben und den Gashahn aufgedreht oder nicht. Versucht sie den Kopf aus der Schlinge zu ziehen oder existiert am Ende auch der Mord nur in ihrer Fantasie?

Die Geschichte ist unglaublich. Bilder entstehen, auf die man sich nicht einlassen will, die Angst machen und befremdlich wirken. Dennoch kann man dem Buch eine gewisse, fast schon unheimliche Faszination nicht absprechen. Die alles entscheidende Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Hat sie gemordet oder nicht?
Wenig an der Geschichte ist nachvollziehbar, vieles bleibt undurchsichtig. Fest steht nur, dass die Frau auf der Suche ist. Nach sich selbst möglicherweise und einem für sie annehmbaren Leben. Es ist, als liest man sich durch eine verworrene Traumwelt. Es wird und wird nicht besser. Und auch von dem vermeintlichen Psychologen braucht man keine Hilfe zu erwarten. Am Ende ist der vielleicht auch nur ihrer Fantasie entsprungen, immer bereit ihr zuzuhören und zu analysieren, in welcher Gestalt auch immer.
„Rabenbraten“ ist ein Buch, das sich nicht so leicht begreifen lässt, weil es zu verrückt ist. Nach dem Lesen fühlt man sich, als hätte man einen Albtraum gehabt, der noch lange beschäftigt.

Über die Autorin:
Monika Wogrolly wurde 1967 in Graz geboren. Sie studierte Philosophie und Germanistik und hat die erste Grazer Philosophische Praxis eröffnet. Monika Wogrolly erhielt neben Projektstipendien das Staatsstipendium für Literatur und den Förderungspreis der Stadt Wien.

Rezension von Heike Rau

Monika Wogrolly
Rabenbraten
364 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag, Wien-München
ISBN: 3-216-30733-6
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Bauen mit Holz im Garten

Bauen mit Holz im Garten

Holz ist ein vielseitiger und vor allem natürlicher Baustoff, der gerne in der Gartengestaltung eingesetzt wird. Holz ist relativ einfach zu bearbeiten. Besonders kreative und handwerklich begabte Menschen finden hier ein breites Betätigungsfeld.

Gegliedert ist das Buch in drei Kapitel:

„Holz – ein Baustoff zwischen Tradition und Experiment“
Holz hat die Entwicklungsgeschichte des Menschen begleitet. Holz dient als Ausgangsmaterial für Häuser, Geräte und Kunstgegenstände. Es wird schon seit jeher im Außenbereich für Zäune und Bänke verwendet. Doch neue Baustoffe wie Ziegel, Beton, Stahl und Kunststoffe verdrängten den Baustoff Holz immer mehr. Doch das Holz wurde wiederentdeckt. Um es einsetzten zu können, sind natürlich vielfältige Kenntnisse nötig. Hier setzt das Buch an.

„Holzarbeiten – Schritt für Schritt“
In diesem Kapitel werden die Vielfältigkeit und die Besonderheiten des Baustoffs Holz genau erklärt. So werden beispielsweise die wichtigsten Wachstumszonen im Text, in Bildern und in einer Tabelle dargestellt. Auch was man hinsichtlich der Holzfeuchte, Fehlern im Holz, den verschiedenen Güteklassen oder zu Schnittholzarten wissen muss, wird thematisiert. Vorgestellt werden verschieden Holzverbindungen. Erklärt wird aber auch, welche Einflüsse holzzerstörend wirken können und welche Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen werden sollten. Zu beachten sind hierbei auch die verschiedenen Dauerhaftigkeitsklassen von Holz. So wird schnell klar, welches Holz sich für die geplanten Arbeiten am besten eignet. Auch zum Streitthema Tropenholz wird Stellung genommen. Natürlich fehlen auch Tipps zur fachgerechten Verarbeitung von Lasuren oder Lacken nicht.
Im Anschluss werden verschiedene Einzelprojekte wie Terrasse, verschiedene Sicht- und Lärmschutzwände, Pergolen, Palisadenwand, Rankgitter, Lattenzaun und Treppen vorgestellt. Zunächst werden die Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und die benötigten Materialien aufgelistet. Dann wird der Bauablauf genau beschrieben. Die Zeichnungen sind beschriftet und mit Maßen versehen. Dazu kommen eine Reihe von Fotos, die verschiedene Arbeitsschritte zeigen.

„Holzarbeiten – Angebot und Ausschreibung“
Sicher wird nicht jeder Bauherr alle Holzarbeiten selbst durchführen können, wenn es zu kompliziert wird. Aber um Streitigkeiten mit der Ausführungsfirma zu vermeiden, sollten die geplanten Leistungen genau beschrieben werden. Was zu beachten ist bei Angebot und Ausschreibung wird ausführlich erläutert. Zur Verfügung gestellt werden Checklisten und Ausschreibungsbeispiele. Es folgen Adressen zu Fachverbänden und Bezugsquellen von Holzartikeln.

„Bauen mit Holz im Garten“ ist ein interessanter, vielseitiger und umfangreicher Ratgeber. Die Themenvielfalt ist beeindruckend. Die verschiedenen Holzarbeiten werden ganz genau und bis ins Detail erläutert. Aufgezeigt werden auch immer hilfreiche Listen mit Hinweisen, die man vorab überdenken sollte. Die Beiträge zeichnen sich durch gute Übersichtlichkeit aus. Auf dem breiten Rand ist genug Platz für Notizen. Die Fotos zu den Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind nicht gestellt, sondern während der Arbeit entstanden.
Das Buch ist geeignet für handwerklich begabte Laien, egal ob sie die Arbeiten ganz oder nur teilweise ausführen wollen, aber auch für Handwerker, die beruflich mit Holzarbeiten zu tun haben wie etwa im Garten- und Landschaftsbau.

Rezension von Heike Rau

Peter Mair
Bauen mit Holz im Garten
167 Seiten, gebunden, 99 Farbfotos, 39 Zeichnungen, 20 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4489-1
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Keine Paraden mehr

Keine Paraden mehr

Captain Tietjens befindet sich kurz hinter der Front. Hier tut er einen recht ungefährlichen Job. Zwar kämpft er mit einer Reihe von Problemen, doch die meisten Gedanken macht er sich um seine schöne Frau. Ihr gegenüber gibt sich Tietjens äußerst reserviert. Sie hält seine Unnahbarkeit, seine Komplexe und seine Steifheit nicht aus, reagiert darauf mit Männergeschichten und fein gesponnenen Intrigen. Tietjens versucht das Spiel seiner Frau zu durchschauen und er lenkt sich ab mit leidenschaftlichen Gedanken an Valentine Wannop. Obwohl es bei einer Schwärmerei bleibt, glaubt er, an seiner gescheiterten Ehe die alleinige Schuld zu tragen.
Seine Frau Sylvia treibt ihre Intrigen, auch aus unbegründeter Eifersucht, auf die Spitze. Sie stellt ihren Mann bloß. Doch ein Skandal muss um jeden Preis verhindert werden. Aber genau das könnte Tietjens nun das Leben kosten.

Zugegeben, das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen. Aber die Geschichte ist interessant. Heute erscheinen die Moralvorstellungen Tietjens sehr befremdlich. Er ist so geradlinig und ehrlich, dass es fast nicht zu glauben ist. Trotzdem schlittert er geradewegs in eine Katastrophe, lösen seine biederen Wertvorstellungen den folgenschweren Konflikt aus. Seine Frau Sylvia sträubt sich mit Händen und Füßen. Sie, die im Buch in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird, sieht es als ihr gutes Recht an, sich zu wehren. Sie quält Tietjens, macht ihn fertig. Er lässt es sich bieten. Er schützt Sylvia sogar, rechtfertigt ihr Verhalten und wird dennoch nicht Herr der Lage. So werden die damaligen gesellschaftlichen Zwänge regelrecht vorgeführt. Eine dramatische Geschichte, die es zu lesen lohnt.

Über den Autor: Ford Madox Ford, 1873-1939, wurde unter dem Namen Ford Hermann Hueffer als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin geboren, einer Familie von Malern, Schriftstellern und Intellektuellen. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Zusammen mit Joseph Conrad schrieb er zwei Bücher und mit seinen Literaturzeitschriften „The English Review“ und „Transatlantic Review“ wurde er zum Entdecker, Förderer und Freund von Joseph Conrad, Henry James, James Joyce und Ernest Hemingway, um nur einige zu nennen. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er auf englischer Seite teilnahm, legte er seinen deutschen Namen ab, lebte in Frankreich und Amerika.

Das englische Original erschien 1925 unter dem Titel „No More Parades“ bei Duckworth & Co., London.

Rezension von Heike Rau

Ford Madox Ford
Keine Paraden mehr
Aus dem Englischen von Joachim Utz
328 Seiten, gebunden
Eichborn Berlin
ISBN: 3-8218-0711-3
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Toter Strand

Toter Strand

Was steckt wirklich hinter dem Tankerunglück? War es überhaupt ein Unfall? Oder ging es um die Versicherungssumme oder wirtschaftlicher Interessen? Oder war es gar ein terroristischer Anschlag? Der Auslandskorrespondent und Publizist Pierre Morgan hat sich eine eigene Meinung gebildet und er scheint damit voll ins Schwarze getroffen zu haben. Mit seiner These macht er sich nämlich keine Freunde. Bald muss er feststellen, dass er mit seinen Recherchen irgendjemandem zu Nahe getreten ist. Sein Leben ist nicht mehr sicher. Doch wer will ihn umbringen? Wem kann Pierre Morgan jetzt noch trauen, wem nicht?

Es geht um ein brisantes Thema. Dennoch bevorzugt der Autor eher die leisen Töne und verzichtet auf energiegeladene, atemlose Action. Er legt Wert auf genaue Beschreibungen der einzelnen Szenen und der Details, die aber, das ist oft erst später zu erkennen, überraschend wichtig für die Story sind. Die Hauptfigur, Pierre Morgan, ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er sieht sich auf seinem Weg der Wahrheitsfindung bald rücksichtslosen, undurchschaubaren Gegnern und angeblichen Freunden ausgesetzt. An ein normales Leben ist nicht mehr zu denken, als die ersten Morde geschehen und auch sein Leben bedroht wird. Pierre Morgan wird jedoch als ein sehr besonnener und überlegt handelnder Mensch beschrieben. Er sucht weiter nach einem Zeugen, der seine Version zu den Ursachen des Tankerunfalls bestätigen kann. Dabei versucht er, sich auch in komplizierten Situationen nicht beirren zu lassen. Die Stärke des Romans liegt also in den sehr bildhaften Beschreibungen der Ereignisse und Orte. Den Mangel an Spannung und Tempo vermag das jedoch nicht auszugleichen.

Über den Autor:
Peter Zeindler wurde 1934 in Zürich geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte, Promotion bei Emil Staiger. Der Dozent an Goethe-Instituten, Redakteur beim Schweizer Fernsehen und bei Radio DRS ist seit 1974 freier Schriftsteller und Journalist in Zürich. Er verfasste zahlreicher Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Seine Agenten- und Kriminalromane wurden mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Peter Zeindler
Toter Strand
320 Seiten, gebunden
Arche Verlag, Zürich-Hamburg
ISBN: 3-7160-2334-5
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Füße vom Tisch

Füße vom Tisch

Wer glaubt, dass gutes Benehmen out ist, braucht sich nicht wundern, wenn er /sie unbeliebt ist, seine/ihre Sprüche nicht ankommen, und er/sie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, er/sie bei Familienfeiern schräg angesehen wird oder trotz seiner/ihrer Meinung nach cool gelaufenem Bewerbungsgespräch nicht eingestellt wird.

Ein paar Regeln müssen einfach eingehalten werden. Da kommt niemand drum herum. Doch wie verkauft man solche Regeln an Jugendliche? Wie überzeugt man, dass gutes Benehmen von Vorteil ist?
Die Autoren erheben nicht rechthaberisch den Zeigefinger oder legen starre Benimmregeln fest. Sie erzählen mit Humor und überzeugen mit Beispielen und Begründungen. Sie machen Vorschläge, die man wirklich annehmen kann, damit das tägliche Miteinander einfacher wird und peinliche Situationen vermieden werden können.
Es geht um Image, Outfit und Charakter, um Freude und Bekannte, um Beziehung und Partnerschaft, um Eltern und andere Katastrophen, um das Überleben in Schule und Beruf, um den Umgang mit Lehrern und anderen Chefs, um Kommunikation und Kontaktpflege und anderes.

Damit sind viele Lebenslagen abgedeckt. Schnell wird klar, dass das Leben, hat man ein Einsehen und hält sich an die gemachten Vorschläge und Tipps, leichter wird und man auf so mache Situationen besser vorbereitet ist, weiß man, wie angemessen zu handeln ist. Die Autoren erklären den Sinn und Zweck von Zauberwörtern wie bitte und danke und Entschuldigung, wie man beim Essen im Nobelrestaurant eine gute Figur macht und sich unterhält, wie man besser mit den Eltern klarkommt, wie man bei einem Bewerbungsgespräch am besten auftritt, wer eigentlich bezahlen muss, wenn man mit dem Freund oder der Freundin etwas Essen geht, was man bei Mobbing tun kann, was bei einem Krankenhausbesuch zu beachten ist, wie man Mitgefühl ausdrücken kann, und vieles mehr. Vermittelt wird, wie wichtig Respekt, Freundlichkeit und Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen sind und wie das eigene Verhalten bei anderen ankommt. Nicht unerwähnt bleiben soll das gut gemachte und vielsagende Cover, das zwei junge Leute darstellt, die auf ihre ganz eigene Art und Weise zeigen, dass sie verstanden haben, worum es für sie persönlich geht. Schon das macht Lust auf das Buch.

Fazit: Ein gelungener Ratgeber, der Jugendliche direkt anspricht und sehr überzeugend wirkt.

Über die Autoren:
Gerit Kopietz und Jörg Sommer, beide Jahrgang 1963, sind miteinander verheiratet und haben vier Kinder. Gerit Kopietz ist gelernte Erzieherin und ehemalige Kindergartenleiterin und Jörg Sommer ist Sozialwissenschaftler und Geschäftsführer einer PR-Agentur.

Rezension von Heike Rau

Gerit Kopietz / Jörg Sommer
Füße vom Tisch
Stil in allen Lebenslagen
144 Seiten, laminierter Pappband
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-1593-5
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Mit Musik …

Mit Musik …

Für angehende Klavierspieler hat Uli Stein ganz besondere Anfängerhandschuhe parat. Für alle, die dagegen Flöte lernen wollen, empfiehlt sich eine Anfängerblockflöte mit nur einem Loch. Wer sich nicht für ein Instrument entscheiden kann, sollte zunächst an einem Kombi-Instrument ausprobieren. Und wer überhaupt kein Interesse daran hat, das Spielen eines Musikinstrumentes zu erlernen, macht eben mit dem Buch Musik. Das klingt zwar etwas sonderbar, macht aber Spaß.

Uli Stein hat seine ganz eigene Meinung zu Musik. Musiker nimmt er ordentlich auf die Schippe, aber auch die Probleme mit einigen Musikinstrumenten sind ihm nicht fremd. Die Cartoons sind urkomisch. Steins Humor ist eben unverwechselbar. Und diesmal hält das Buch auch noch eine kleine Überraschung bereit. Es sieht aus wie eine CD und es spielt tatsächlich auch Musik, die ebenso schräg ist, wie die Cartoons, von denen man gerne doppelt so viele im Buch hätte.

Ulli Stein, geboren 1946, ist der bekannteste und erfolgreichste deutsche Cartoonist. Er studierte einige Semester Pädagogik, arbeitete als Fotograf und Journalist. Als Satireschreiber für den Rundfunk kam er schließlich zum Zeichnen von Cartoons.

Rezension von Heike Rau

Uli Stein
Mit Musik…
Hardcover, 48 farbige Seiten
Lappan Verlag
ISBN: 3-8303-4122-9

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Vögel im Garten

Vögel im Garten

Die verschiedenen Vögel, die rund ums Haus leben zu beobachten, macht Spaß. Man kann den Vögeln aber auch helfen, im eigenen Garten genügend Futter und Nisthilfen zu finden. Dazu muss man wissen welche Nisthilfe oder Bruthöhle für welche Vogelart in Frage kommt, und welches Futter sie bevorzugen.

Unterteilt ist das Buch in verschiedene Kapitel. Im ersten geht es um Nisthilfen. Für einen Garten mit 500 Quadratmetern Grundfläche reichen sechs unterschiedliche Nisthilfen, ausgestattet für verschiedene Vogelarten, aus. Welche in Frage kommen, wo sie angebracht werden können und was beachtet werden muss, wird genau beschrieben. Die Nistkästen kann man käuflich erwerben. Wer aber handwerkliche Fähigkeiten besitzt, wird selbst zu Holz und Säge greifen wollen. Zeichnungen und genaue Arbeitsanweisungen sind vorhanden.

Das nächste Kapitel ist der Fütterung heimischer Vögel gewidmet. Nachdem das Für und Wider der Bereitstellung zusätzlichen Futters im Winter besprochen wurde, folgen Grundregeln und praktische Tipps. Der Auswahl des Standortes kommt natürlich eine besondere Beachtung zu. Erklärt wird, welches Futter für welche Vogelart das richtige ist. Auch das Futter kann selbst hergestellt werden. Verschiedene Rezepte sind vorhanden. Erläutert wird zudem wie ein Futterhaus selbst gebaut werden kann.

Nun möchte man natürlich auch benennen können, welche Vogelarten im heimischen Garten zu sehen sind. Von Buntspecht über Stieglitz bis Mehlschwalbe werden sie in Wort und Bild in einem weitern Kapitel vorgestellt.
Besonders interessant sind hier die Ausführungen über die Jungenaufzucht.

Das Sachbuch ist sehr übersichtlich gegliedert und ansprechend illustriert. Die einzelnen Kapitel sind zur besseren Orientierung farbig abgesetzt. Egal ob man für Nisthilfen im Garten sorgen will oder die Vögel im Winter mit zusätzlichem Futter versorgen möchte, alles wird detailreich und verständlich beschrieben. Gut geeignet ist das Buch auch für Hobbyhandwerker, die versuchen wollen, selbst ein Vogelhäuschen oder eine Nisthilfe zu bauen. Die Arbeitsanleitungen sind gut nachvollziehbar und mit Skizzen versehen. Selbst wer nur ein Vogelhäuschen auf dem Fensterbrett bereitstellen möchte, findet Interessantes zu den verschiedenen Vogelarten und dem jeweils bevorzugten Futter. So kann man auch ganz bestimmte Vögel ans Futterhäuschen locken und beobachten. Mit im Buch ist zudem ein Jahresarbeitskalender. Hier kann man mit einem Blick feststellen, welche vorbereitenden Arbeiten und welche Pflegearbeiten im jeweiligen Monat anfallen.

Über den Autor:
Hans Egidius ist Fachjournalist, beispielsweise zu den Themen Vögel, Jagd- und Wildtierkunde und Kleintierzucht. Als langjährig praktizierender Vogelkundler, aber auch als ehrenamtlicher Landschaftswart im Landkreis Friesland gibt er im vorliegenden Buch sein Praxiswissen zum aktiven Vogelschutz weiter.

Rezension von Heike Rau

Hans Egidius
Vögel im Garten
Futterhäuschen, Nisthilfen und Vogelporträts
96 Seiten, gebunden, 68 Abbildungen, 32 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-3194-3
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Olaf, der Elch

Olaf, der Elch

Lesung mit Musik

Olaf ist ein Elch wie jeder andere auch, wäre da nicht dieses riesige Geweih. Schon als Kind stieß er immer und überall damit an. Kein Wunder, dass die anderen Elche sich immer wieder Späße mit ihm erlauben. Eines Tages passiert ein Unglück und eine der großen Schaufeln bricht ab. Nun ist Olaf entgültig ein Außenseiter. Was soll nur aus ihm werden? Elche verdienen ihr Geld eigentlich im Weihnachtsgeschäft, beim Ziehen von Schlitten beispielsweise. Aber dazu braucht man nun mal ein vollständiges Geweih. Und doch gibt es einen Weihnachtsmann, der mit Olaf zusammenarbeiten will und ihm eine Partnerschaft anbietet.

Gelesen wird „Olaf, der Elch“ von Dirk Bach. Seine unverwechselbare und ausdrucksstarke Stimme bringt Leben in die anrührende Geschichte um den Pechvogel Olaf, die für die ganze Familie geeignet ist. Begleitet wird der Text von stimmungsvoller Musik, komponiert von Rainer Oleak. Dass Stimme, Musik und Text so gut zusammenpassen, dafür hat der Regisseur Torsten Feuerstein gesorgt. Ein sehr harmonisch wirkendes und klingendes Werk ist so entstanden. Es macht Spaß, sich diesen außergewöhnlichen Hörgenuss in der Weihnachtszeit zu gönnen, die Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Zur CD gehört aber auch eine Textfassung, originell illustriert von Volker Kriegel.

Über den Autor:
Volker Kriegel, Jahrgang 1943, wurde vor allem als Jazzmusiker bekannt. In den letzten Jahren machte er sich auch einen Namen als Autor, Illustrator und Dokumentarfilmer hervor. Volker Kriegel starb im Sommer 2003.

Rezension von Heike Rau

Volker Kriegel
Olaf, der Elch
Lesung mit Musik
Sprecher: Dirk Back
Musik: Rainer Oleak
Hörbuchfassung und Regie: Torsten Feuerstein
1 CD, Spielzeit 36:34 Minuten
mit Textfassung im Booklet, illustriert von Volker Kriegel
Eichborn Lido
ISBN: 3-8218-5362-X
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Bernd das Brot – Mein Leben ist die Hölle

Bernd das Brot – Mein Leben ist die Hölle

Man hat es nicht leicht, wenn man so ein Miesepeter ist wie Bernd das Brot. Sein Leben ist die Hölle und wie das so ist, zeigt er im Buch. Hier sind die Sprüche gesammelt worden, die er immer von sich gibt. Vielleicht denkt der eine oder andere Leser ebenso und sonnt sich mit im Elend.

In diesem kleinen Buch ist immer einem Schlechte-Laune-Spruch von Bernd ein treffendes Foto gegenübergestellt. Bernd, das Kastenbrot mit den viel zu kurzen Armen, hat es wirklich nicht leicht, das merkt man, das sieht man. Er kann keiner Situation etwas Erfreuliches abgewinnen, ist ständig depressiv. Sogar dieses Buch hält er für überflüssig. Es ist zum Heulen. Aber so ist Bernd nun mal und so mögen ihn seine zahlreichen Fans.

Rezension von Heike Rau

Norman Köster/Tommy Krappweis
Bernd das Brot – Mein Leben ist die Hölle
48 Seiten, laminierter Pappband
Egmont vgs verlagsgesellschaft
ISBN: 3-8025-3422-0
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Eine Stadt im Laufe der Zeit

Eine Stadt im Laufe der Zeit

In diesem Sachbuch werden die Veränderungen einer Stadt im Laufe der Zeit in Wort und Bild anschaulich beschrieben.
Wie heute unsere Städte aussehen, weiß jedes Kind und doch regt das Buch an, einmal genauer hinzuschauen, den Straßenverkehr zu betrachten, die Hochhäuser und Läden, Flughäfen und Marktplätze.

Doch wie sah es hier aus, geht man viele Jahrhunderte zurück. Wie fing es an? Wie sahen die ersten Siedlungen aus, und wie entwickelte sich daraus eine große Stadt? Jedes Kind kann mit Hilfe des Buches auf eine überaus interessante Zeitreise gehen. Betrachtet werden können zum Beispiel eine griechische Siedlung (550 v. Chr.), eine Römische Stadt (120 n. Chr.), eine Stadt im Mittelalter (1250), eine Burganlage (1250), ein Rathaus (1650) oder eine industrielle Hafenstadt (1880), ein Bahnhof (1880)und vieles mehr.

Die Bilder sind sehr lebendig. Sie zeigen, welchen Menschen man in der jeweiligen Zeit begegnet wäre und was sie taten. Auch Einblicke in die Gebäude sind möglich. Die Zeichnungen sind zudem beschriftet. Die Einleitungstexte zu jedem Bild stimmen auf die jeweilige Zeit ein. Für das Betrachten der Bilder muss man sich Zeit nehmen, um die vielen kleinen Details aufnehmen zu können. Mit im Buch ist ein Glossar mit Erklärungen zu Fachbegriffen der Architektur, Technik, Arbeit, Freizeit und Kleidung. Ein Zeitreisequiz schließt sich an und ein Register bildet den Abschluss.

Rezension von Heike Rau

Steve Noon (Illustrator)
Philip Steele (Erzähler)
Eine Stadt im Laufe der Zeit
Von der Antike bis heute
Aus dem Englischen von Christiane Burkhardt
32 Seiten, gebunden, 14 großformatige, farbige Zeichnungen
ab 8 Jahren
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0628-8
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