„Black Box“

„Black Box“

Tarek ist Reporter. Besser gesagt, er war es. Bis vor einem Jahr. Da machte er einige grausige Entdeckung. Bedingt durch seinen Beruf fand er die Leiche eines Entführungsopfers. Er schoss Fotos von der Leiche und machte sich dann aus dem Staub. Die Fotos gab er aber nie an seinen Chefredakteur weiter, dass konnte er nicht. Deswegen wurde er gefeuert.
Nun schägt er sich als Taxifahrer durch und versucht dabei seine Alpträume zu vergessen.
Als er in einer Amzeige von einem Experiment liest, bei dem 9 Männer 2 Wochen lang von 12 anderen unter Gefängnisbedingungen gefangengehalten werden sollen (Bei einer Entschädigung von 200 DM/Tag) wittert er eine große Story.
Aber es steckt mehr dahinter. Er leidet unetr Klaustrophobie. Die „Haft“ bietet ihm die Möglichkeit, es sich selbst zu zeigen. Und seine Journalismuskarriere wieder in Gang zu bringen.
Er meldet sich und wird auch angenommen. Am Abend vor seiner Einkehr ins Gefängnis lernt er die Niederländerin Dora kennen. Es kommt zum One-Night Stand. Doch beide empfinden mehr, können es sich nicht sagen. Tarek nicht, weil er sowieso nicht so gut in sowas ist. Und Dora nicht, weil sie noch nicht wieder gefestigt ist, nachdem sie ein Jahr zuvor ihren Bruder verloren hat.
So geht Tarek ins Gefängnis. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass es sich nicht um eine Spielerei handelt. Denn die als Wärter eingeteilten
Versuchspersonen missbrauchen ihre Macht. Und die Projektleitung ordnet die Situation falsch ein. Den Insassen geht es schlecht, aufgrun schlechter Behandlung. Dazu gehören mangelnde Ernährung, Privatsphäre, Freiheiten und Strafen. Die schlimmste Strafe ist die 1×1 m große Black Box. Sie ist absolut schalldicht, ebenso ist es mit Licht. Tarek versucht alles um nicht in sie zu gelangen, denn er hat schon so seine Probleme mit der Enge des Gefängnisses, andererseits rebelliert etwas in ihm gegen die Behandlung. Doch er hat keinen Verbündeten, der einzige dem er trauen kann ist der undurchsichtige Steinhoff, ein Mitinsasse. Der aber scheint aus irgendinem Grund wenig kooperativ.
Die Lage im Gefängnis spitzt sich zu. Draußen wird Dora immer mehr vom Gefühl der Liebe zu Tarek erfasst, sie macht kehrt nach Deutschland, m ihn zu sehen, als sie ihn nicht findet, tut sie alles um ihn zu finden. Dabei kommt sie hinter Tarek’s Geheimnis. Ob sie ihm trotzdem hilft, und wie sich Tarek überhaupt aus seiner misslichen Lage befreit, sei nicht verraten.

Der Roman weißt teilweise wesentliche Unterschiede zum Film auf. Die beiden sind nicht zu vergleichen, da sie beide exzellent sind, aufgrund ihrer schnellen direkten, aber trotzdem präzisen Erzählweise.
Man hat sicher seinen Spaß mit Film und Buch, da man die Grundidee der Story auf zwei Arten erlebt.

Mario Giordano
„Black Box“
Der Roman zum Spielfilm „Das Experiment“ (D 2000)
ISBN:3499230461
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Quecksilber

Quecksilber

„Ein schönes Buch hast du mir da angetan … soviel Unterhaltung habe ich noch nie pro Zeile in einem Buch vor die Augen bekommen! Amélie Nothomb hat mich bisher mit allen Belangen der Kunst des Schreibens begeistert und beeindruckt, wenngleich ich erst 2/3 gelesen habe. Müsste ich nicht noch verdammt viel lernen, hätte mich dieses Buch wohl bis zum Schluss gefesselt! Witz (obgleich mir französischer Humor etwas sonderbar erscheint), Liebe, Krimi, grauenvolle Surrealität, Roman, Thriller … dieses Buch in ein Genre zu zwängen ist mir auch mit größter Anstrengung nicht gelungen. Unglaublich, mit wie viel Witz eine solch surreal ernste Thematik erzählt werden kann … du kannst mir glauben, ich habe mir schon das nächste Buch „Die Reinheit des Mörders“ bestellt. Nur irgendwie ist mir das Buch mit seinem Drang zur feministischen Bevormundung etwas ungewohnt.“

So oder so ähnlich habe ich reagiert, als ich das erste Mal wieder mit der Person gesprochen habe, die mir dieses Buch empfohlen hat. Es ließ sich natürlich nicht vermeiden, ein wenig Enthusiasmus mitschwingen zu lassen – dafür war ich zu sehr beeindruckt! Auch nachdem ich ein wenig Abstand zu dem Buch gewonnen hatte, hat sich meine Meinung nur Geringfügig verändert. Die Reaktion bezog sich auf das Werk „Quecksilber“ – „Die Reinheit des Mörder“ und „Die Metaphysik der Röhren“ habe ich mir danach sofort zu Gemüte geführt. Alle drei Romane (so untertitelt Diogenes die Bücher) dürften in Deutschland eher unbekannt sein, die Autorin selbst dürfte ebenfalls nur bestimmten Kreisen in Deutschland ein Begriff sein. Oder eben mir (und jetzt auch euch!), denn zugegeben hat mir lediglich ein kleiner Zufall diesen Floh ins Ohr gesetzt.

Zur Autorin: Die Belgierin Amélie Nothomb, 1967 in Kobe geboren, hat ihre Kindheit auf Grund des Berufes ihres Vaters in China und Japan verbracht. In Frankreich erstürmt sie seit Erscheinen ihres Erstlings „Die Reinheit des Mörders“ mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten. Momentan lebt sie in Paris und wurde durch „Mit Staunen und Zittern“ mit dem Preis ausgezeichnet. Insgesamt sind von ihr schon 6 Werke in Deutschland erschienen. Aber Schluss mit der mageren statistischen Biografie – beschäftigen wir uns etwas mit den Büchern!

Für mehr als drei Bücher hatte ich bisher noch keine Zeit (obgleich ich alle in kürzester Zeit verschlungen habe), dennoch versuche ich, auch euch einen Eindruck von dem zugänglich zu machen, was mich so begeistert hat. Erst einmal möchte ich ausgiebiges Lob aussprechen. An stilistischem Genie mangelt es Frau Nothomb auf jeden Fall nicht, was mitunter zur Kurzweile ihrer Bücher beiträgt. Das ganze Werk über fühlt man sich eingebunden und gefesselt in die Handlung und vergisst nicht selten die Zeit. Ja, leider sind die Romane ein sehr zeitloses Erlebnis, was nicht nur daran liegt, dass jeder der Romane nur mit Mühe über die 200 Seiten kommt. Aber diese 200 Seiten triefend vor Genialität sind keines Falls zu verachten! Doch nicht nur das haben „Die Reinheit des Mörder“, „Quecksilber“ und „Die Metaphysik der Röhren“ gemeinsam. Wirr, chaotisch – und eben genial, so befasst sich Nothomb durchweg mit Problemen im und durch das Leben und dessen Fragen. Diese werden elegant und nüchtern beantwort. Und zwar verpackt in eine Handlung – manchmal eine grausame, manchmal eine auf den ersten Blick schillernd schöne.
Beispiel „Quecksilber“: „Ein Blendwerk, glänzend wie Quecksilber, das uns in die Falle lockt mit seiner trügerischen Einfachheit. Fast ein Geschichte für Kinder, nur ein wenig grausamer. Dieses Buch ist ein Plädoyer für alle, die von der Schönheit besessen sind. Ein Freispruch für jede List aus Leidenschaft. Und eine Einladung zur Sinnlichkeit.“ So beschreibt es die „Lire“ und „Le Magazine littéraire“. Das Buch handelt von der Krankenschwester Francoise, die die angebliche Tochter Hazel des Kapitäns Loncours auf der einsamen Insel Mortes-Frontières pflegen soll. Dieser hat jedoch ein grausames Geheimnis zu Verbergen, auf das Francoise im Laufe des Romans trifft, jedoch durch ihre Nachforschungen selbst Opfer Loncours wird. Ein phantastischer philosophischer Thriller über Freundschaft, Liebe und deren Grenzen.

Ein absolutes Gegenstück zu „Quecksilber“ ist „Die Reinheit des Mörder“. Fast schon ein Lehrbuch für Zyniker – und absolut grausam. Der geniale Autor Prétextat Tach erfährt von seinem plötzlichen Tod in 2 Wochen – und lockt sofort die bedeutendsten Journalisten in sein Haus, um ihn zu interviewen. Unvorbereitete treten die Journalisten einer nach dem anderen ins Fettnäpfchen und kassieren ihre gerechte Strafe. In den geistreichsten Dialogen, die ich je gelesen habe, verschleißt Tach jeden einzelnen der vier Journalisten in einem atemberaubenden Verhör. Doch dann die Wende: die letzte und fünfte Journalistin betritt Tachs Raum. Ein intelligenter, überragender verbaler Schlagabtausch beginnt, in dem ein Mord aufgeklärt wird und schließlich ein unverhofftes Ende nimmt. „Wie herrlich kann Bosheit sein, wenn sie in guter Prosa daherkommt! Amélie Nothomb: eine prächtige Ladung Vitriol in die gepflegte Visage unserer Literatur. Eine Entdeckung!“, so empfindet es „Le Nouvel Observateur“. Tatsächlich, ein Roman, der überrascht, beunruhigt und verändert. Persönlich ist dieser Roman meiner bisher liebster unter den genannten drei. Zwar besteht „Die Reinheit des Mörders“ fast nur aus einem einzigen Dialog, was jedoch nichts daran verändert, dass dieser Roman inspiriert, anregt zum Nachdenken und Hinterfragen. Nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen hatte, habe ich sogar bedauert, dass dieser wirklich brillante Autor Tach nicht real existiert, denn sonst würden seine 22 Bücher sicher alle samt meine Bücherregale füllen.
Wer jedoch Amélie Nothomb einmal lesen will, der sollte mit „Die Metaphysik der Röhren“ den Anfang machen. Zugegeben kein zugkräftiger Name, betrachtet man das Buch auf den ersten Blick. Nichtsdestotrotz beschreibt es treffend den Inhalt dieses Buches. Über diesen möchte ich nichts verraten – ihr sollt euch überraschen lassen! Doch eines kann man zu diesem Werk, in der Ich-Perspektive geschrieben, sagen: Nothomb behandelt die Frage des Lebens und dessen Sinn und schreibt von dem Verlust naiv-göttlicher Glückseligkeit, Beziehungen, Identität und Herkunft. Nichts anderes könnte diesen Roman besser beschreiben als folgende drei Worte: traurig, zuckersüß-ironisch und überragend-intelligent. Jedes weitere Wort über den Inhalt würde das Buch entzaubern und das eigentümlich-geniale Vergnügen zerstören, das Nothomb ihren Lesern ein weiteres Mal meisterhaft bereitet.

Leider sind mir auch einige Tatsachen negativ aufgestoßen, die sich auf alle drei Romane beziehen lassen können. Die eigentümliche Surrealität ist höchst gewöhnungsbedürftig – und lässt ungeübte Leser mit Nothomb die Enden als eine ungewöhnliche Erfahrung erleben lassen. Ja, sie sind alle höchst ungewöhnlich und fordern den Leser zur einen gewissen Freiheit auf. Besteht diese nicht, lässt das den ganzen Roman im Nachhinein verkommen, was den Gesamteindruck erheblich negativ beeinflusst. Auch der französische Humor ist nicht für alle gleich erkenntlich – man gewöhnt sich jedoch im Laufe der Zeit daran! An Diogenes möchte ich noch bemängeln, dass sie einiges an Fehlern (zumindest in Quecksilber) abgedruckt haben – das darf wirklich nicht sein!

Trotzdem kann ich die Autorin und deren Bücher ungeschränkt empfehlen. Sie sind wirklich einmalig – hätte ich nicht schon alle möglichen Adjektive verbraten, würde ich hier sicherlich noch ein paar aufzählen! Lasst euch aber bitte daran nicht stören – ihr verpasst was! Unglaublich, dass Amélie Nothomb weitaus unbekannt in Deutschland ist, betrachtet man doch die Werke, die sie bisher vollbracht hat. Ich danke der Person, die mir diese Autorin näher gebracht hat! Ich hätte etwas verpasst.

Die Metaphysik der Röhren: ISBN: 3257062990, Diogenes
Die Reinheit des Mörders: ISBN: 3257228279, Diogenes
Quecksilber: ISBN: 3257062885, Diogenes
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Lydia Rood: Wo immer ich gehe, ich nehme dich mit

Lydia Rood: Wo immer ich gehe, ich nehme dich mit

Fort Sint Joris, Elmina, 1700. Hierher wird der aus Ghana stammende 15jährige Kofi von Sklavenhändlern verschleppt. Zum ersten Mal sieht er Weiße. Er hat von ihnen gehört, konnte aber nicht glauben, dass sie tatsächlich weiße Haut hätten. Nach einer längeren Zeit, in Ketten gefangen gehalten, geht die Reise weiter per Schiff über den Atlantischen Ozean nach Suriname und schließlich auf die holländische Plantage Fortuin. Es ist eine Zuckerrohrplantage und Kofi muss hier unter unmenschlichen Bedingungen zusammen mit vielen anderen Sklaven arbeiten. Auch Efua ist hier. Ihr gilt seine ganze Liebe.

300 Jahre später im heutigen Amsterdam, beginnen drei Jugendliche etwas über ihre Herkunft in Erfahrung zu bringen. Die Holländerin Helmi, Kofi aus Ghana und der Surinamer Weston beschäftigen sich mit alten Briefen, die ein Vorfahre von Helmi vor langer Zeit geschrieben hat. Fort Joris, Elmina steht über den Briefen. Sie wollen diesen Ort besuchen. Da sie das Geld für eine solche Reise nicht aufbringen können, beginnen sie Anansi-Geschichten aufzuführen. Und sie fangen an, ihre Vorurteile abzubauen.

Die Autorin schildert anhand einer bewegenden Familiensage die Geschichte der Sklaverei. Sie erzählt über die unmenschlichen Verschleppungen, die harte Arbeit auf den Plantagen, die widrigen Lebensumstände, die zu erdulden waren. Sie erzählt über die Sklaven, die die Flucht wagten, um endlich wieder frei zu sein. Lange Jahre mussten sie sich versteckt halten, immer mit der Angst leben, entdeckt zu werden. Um ihr Schicksal ertragen zu können, erzählten sie sich Geschichten aus ihrer Heimat, trugen sie von Generation zu Generation weiter.
Durch dieses Buch werden viele Vorurteile abgebaut und es wird eindringlich für Toleranz und Völkerverständigung geworben.
Die Autorin schreibt in einem leicht lesbaren Stil. Sie beweist Fingerspitzengefühl, schreibt mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität.

Über die Autorin:
Lydia Rood wurde 1957 in Velp in den Niederlanden geboren. Sie lebt heute in Marken. Lydia Rood studierte Journalistik und Spanisch. Lange Zeit arbeitete sie als Journalistin. Seit 1982 ist sie freie Schriftstellerin. Das vorliegende Buch wurde 2002 mit dem IBBY-Award ausgezeichnet

Rezension von Heike Rau

Lydia Rood
Wo immer ich gehe, ich nehme dich mit
Aus dem Niederländischen von
Jeanne Oidtmann-van Beck und Peter Oidtmann
Ab 12 Jahren
360 Seiten, Leinen m. Schutzumschlag
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5027-7
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Anruf aus dem Jenseits

Anruf aus dem Jenseits

Der Sprengstoffexperte John Cox kam bei einen Arbeitsunfall ums Leben. Seine Leiche wurde eindeutig identifiziert. Die Familie muss dieser Tatsache ins Auge sehen und sich mit dem Unfassbaren abfinden. Hayley, seine Schwester, findet jedoch keine Ruhe. Sie sieht John manchmal, natürlich nicht wirklich. Ihre Unterbewusstsein spielt ihr einen Streich.
Johns Freundin Annie dagegen will keine Ruhe geben. Sie glaubt nicht an Johns Tod. Denn bei der Explosion hätte auch sein Handy kaputt gehen müssen. Doch für einen kurzen Moment hatte sie Kontakt. Obwohl Annie im Rollstuhl sitzt, will sie sich auf die weite Reise nach Sibirien machen. Hayley begleitet sie.

Frosja findet unterdessen einen Fremden im Wald. Er hat hohes Fieber, ist schwer krank. Sie nimmt ihn mit in ihr kleines abgeschiedenes Dorf. Nur wenige Menschen leben hier. Sie sind alle gesundheitlich angeschlagen und bis auf Frosja sehr alt. Trotzdem sind sie bereit, das Wenige zu teilen, das sie besitzen. Nur ganz langsam erholt sich der Fremde. Doch er hat keine Erinnerung an Vergangenes, weiß nicht, wer er ist.

Diese zwei Erzählstränge laufen nebeneinander ab. Die Reise der zwei jungen Frauen nach Sibirien ist kein Spaziergang. Doch richtig bissig und in befehlendem Ton treibt Annie das Unternehmen vorwärts. Hayley nimmt nur ihre Befehle und Anweisungen entgegen. Doch sie ist froh, dass Annie das Sagen hat und immer wieder neue Ideen. Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Auch den Fremden treibt es vorwärts. Er weiß zwar nicht warum, aber er fühlt sich bedroht und verfolgt. Im Dorf will er nicht bleiben. Und so macht er sich, kaum gesund, auf den Weg, um herauszufinden, wer er ist.
Es ist sehr spannend, zu beobachten, wie das Schicksal hier agiert oder wie Zufälle verhindern, dass das Buch zu einem schnelleren Ende kommt. Zeitweise wird die Spannung richtig nervenaufreibend. So kann man das Buch auch kaum aus der Hand legen, bis endlich aus den beiden Erzählsträngen einer wird und das Buch auf dramatische Art und Weise endet.

Über die Autorin:
Gillian Cross studierte Englische Literatur an der Sussex University. Sie arbeitete unter anderem als Lehrerin und als Assistentin eines Parlamentsabgeordneten. Gillian Cross schreibt seit mehr als 20 Jahren Bücher für Kinder und Jugendliche. Sie gewann den „Carnegie Medal“ und den „Whitbread Children’s Novel Award“.

Gillian Cross
Anruf aus dem Jenseits
Aus dem Englischen von Ulla Neckenauer
Für Jugendliche
304 Seiten, lam. Pappband
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-2969-3

Rezension von Heike Rau
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NOVA 1-3

NOVA 1-3

Hrsg. Hahn, Iwoleit, Mommers : NOVA
Das deutsche Magazin für Science Fiction & Spekulation
http://www.nova-sf.de/index.htm

Das Magazin NOVA ist der Versuch, an die Tradition innovativer amerikanischer SF Magazine wie Galaxy anzuknüpfen.
Zitat der Herausgeber : „Wir wollen anspruchsvolle, gut geschriebene, unterhaltsame SF-Stories veröffentlichen.“

Kurzbeschreibung:
Nach der Lektüre der ersten drei Bände lautet mein persönliches Fazit wie folgt :
NOVA ist ein Magazin, dessen Kauf sich lohnt, ist es doch unterhaltsam aufgemacht. In der Art eines Lesebuchs überbrücken die Herausgeber die einzelnen Beiträge durch ihre Kommentare und kreieren so ein Gesamtwerk, das Spaß macht. ( Ähnlich dem Perry Rhodan Werkstattband von 1986 ).
Das Spektrum der Geschichten ist recht breit, womit jeder seine ganz persönlichen Favoriten und auch Ausreißer im negativen Bereich findet.
Ein solches Magazin kann einem dabei den ein oder anderen Autoren näher bringen, aber auch das Gegenteil bewirken.
Die vertretenen Autoren sind vielfältig, es reicht von bekannten Autoren wie Horst Pukallus bis zu hoffnungsvollen Nachwuchsautoren wie Thorsten Küper.
Abgerundet wird jeder Band durch zwei Essays. Meine Favoriten sind Robert Hector in NOVA1 und Michael K. Iwoleit in NOVA 3 . In der Art würde ich mir sogar mehr Essays wünschen, selbst wenn es auf Kosten einer Kurzgeschichte ginge.
Dazu kommt noch eine Übersetzung ( Greg Egan, Brian W. Aldiss und Jack London ).

Mein persönlicher Eindruck :
Gerade bei den unbekannteren Autoren vermisse ich freche unverbrauchte Texte, mir scheint, der Mut der neuen Autorengeneration etwas unterentwickelt. Diese sollten sich ein Beispiel an Horst Pukallus´ Geschichte „Schatten ohne Lächeln“ nehmen, die genau den Spritzer „Ironie“ enthält, der sonst fehlt. Zu den Highlights gehören die Geschichten vom Combacker Helmuth W. Mommers, die in der Tradition eines Frederic Browns geschrieben sind. Gerade die Story „Geschenk von den Sternen“ gehört ( ebenso wie „Palimpest“ von Florian F. Marzin, beide NOVA 3 ) zu meinen Favoriten.
Bei den unbekannteren Autoren möchte ich vor allem Thorsten Küper erwähnen, dessen Geschichte „Hayun“ zum Highlight der bisherigen drei Ausgaben gehört.
Meine goldene Zitrone erhält die Geschichte „Small Talk“ von Arno Behrend, die zu allem Überfluss den Deutschen Science Fiction Preis 2002 gewonnen hat.

Urteil : Steigerungsfähig, aber Kultpotential für alle SF-Fans ist vorhanden.

Inhaltsübersicht :

NOVA 1
ISBN 3-8311-4084-7 182 Seiten 2002

Marc-Ivo Schubert : Die Flucht
Horst Pukkallus : Schatten ohne Lächeln
Florian Marzin : Was von uns bleibt…?
Marcus Gebelein : Der Wahrheitsmann
Arno Behrend : Small Talk
Holger Eckhardt : Wie ein Bild von Radziwill
Helmuth W. Mommers : Spinne im Netz

Gaststory :
Greg Egan : Der Andere im Kopf

Essays :
Robert Hector : Relikte aus der Urzeit des Sonnensystems
Holger Eckhardt : SF_Schriftstellerei : Eine Form von Dilettantenemanzipation?

NOVA 2
ISBN 3-83334-0184-2 182 Seiten 2003

Holger Eckhardt : Mord an Bord?
Andreas Gruber : Sieben Ampullen
Klaus Vor der Landwehr : Mondsilber
Marc-Ivo Schubert : Der Fremde
Helmuth W. Mommers : Immer wieder Sonntag
Thorsten Küper : Hayun
Hugh Walker : Die wilden Leut

Gaststory :
Brian W. Aldiss : Das Geheimnis einer großen Stadt

Essays :
Klaus-Dieter Diedrich : Jihad Fake, Realitäten
Holger Eckhardt : Grenzgänger zwischen magischem Realismus und SF

NOVA 3
ISBN 3-83334-0184-2 182 Seiten 2003

Frank W. Haubold : Die weißen Schmetterlinge
Robert Kerber : Tiefgeschoß
Florian F. Marzin : Palimpest
Holger Eckhardt : Gustavsons letzter Satz
Helmuth W. Mommers : Geschenk von den Sternen
Marc-Ivo Schubert : Loro liebt Lara
Jürgen vom Scheidt : Der Geschichten-Erfinder
Arno Behrend : Prägenesis

Klassiker :
Jack London : Der erste Dichter

Essays :
Michael K. Iwoleit
Holger Eckhardt : Krause-Endkolben, absoluter Sex und Menschheitsdämmerung
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Dem König klaut man nicht das Affenfell

Dem König klaut man nicht das Affenfell

Mister Serengeti, so genannt, weil er Touristen durch den Serengeti-Nationalpark fährt und ihnen die Tiere zeigt, verschafft seinen Bruder, dem 12jährigen Temeo, ein paar Tage schulfrei. Doch die Sache hat einen Haken. Temeo muss sich bereit erklären, den Reiseleiter für eine Gruppe Europäer zu spielen, um mit ihnen zur Insel Ukerewe zu fahren. Er willigt ein und holt sich zusätzliche Hilfe von seinem Freund Jackson. Da die beiden zu wissen glauben, dass Europäer sehr anspruchsvoll sind, denken sie sich etwas ganz besonderes aus. Sie organisieren einen kleinen Spuk für den Besuch des Schlosses von Bukindo. Irgendetwas verhindert den Auftritt des bestellten Geistes. König Rukonge selbst beehrt die Reisegruppe durch sein unerklärbares Auftreten und versetzt die Touristen damit in eine längst vergangene Zeit. Auf diese Weise wird der Zauber Afrikas lebendig und die Reise nach Ukerewe zu einem unvergleichlichen Abenteuer.

„Dem König klaut man nicht das Affenfell“ ist ein lesenswertes Jugendbuch. Verpackt in ein spannendes Abenteuer erfährt der Leser Wissenswertes aus einer Zeit, in der die Deutschen Kolonialherren waren.
Der Autor beschreibt die Insel Ukerewe, eine der schönsten und größten Inseln im Victoriasee, auf faszinierende Art und Weise. Und auch die Lebensumstände der Inselbewohner werden beleuchtet und so Afrika dem Leser ein wenig näher gebracht. Der Autor erzählt mit Leichtigkeit. So ist die Geschichte ausgesprochen flüssig zu lesen.
Die Hintergründe zum Buch werden in im Anhang erklärt und auch ein paar Worterklärungen sind aufgeführt. Auf dem Vorsatzpapier befindet sich eine Ukerewe-Karte.

Über den Autor:
Hermann Schulz wurde 1938 in Ostafrika geboren. Seine Kindheit und Jugend verlebte er am linken Niederrhein. Er wurde Buchhändler und leitete von 1967 bis 2001 den Peter Hammer Verlag.

Rezension von Heike Rau

Hermann Schulz
Dem König klaut man nicht das Affenfell
Ab neun Jahren
127 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
Missio
ISBN: 3-87294-942-X
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Sex, Love Cyberspace

Sex, Love Cyberspace


Im vorliegenden Paperback sind 10 Geschichten vereinigt, die sich mit den Möglichkeiten des virtuellen Raumes auseinandersetzen.

Inhalt:

2030 – Safer Sex:
Zwei junge Menschen, gerade dem Kindheitsalter erwachsen. Lori feiert ihren 14. Geburtstag. Und ihren Abschied von der Unschuld. Wie werden sie und Michael ihr erstes Mal begehen?
Fazit : Eine naheliegende Alternative zu der heutigen Zeit. Und eine erleichternde Alternative für Eltern

2042 – Szenen einer Ehe
Auch 2042 gibt es Streit in den ehelichen Schlafzimmern. Doch sind die Probleme 2042 ganz andere…
Fazit : Man sieht, die Zeiten ändern sich, doch generell bleiben die Probleme die Gleichen.

2053 – Bermuda-Dreieck:
Kennen Sie den Mystery-Park von Erich von Däniken? Stellen sie sich vor, ihn nicht nur real, sondern auch virtuell zu besuchen. Doch geben Sie acht, sie könnten auf Gefahren treffen. Gefahren im virtuellen Raum, die aber ganz reale Auswirkungen haben können. Wo ist der Unterschied zwischen einem Avatar und einem realen Mensch. Und ist ein virtueller sexueller Übergriff mit einer physikalischen Vergewaltigung gleichzusetzen?
Fazit : Eine bedenkliche Zukunftsvision, sehr spannend und lebendig geschrieben. Leider ist dieser Zukunftskrimi ein wenig voraussehbar. Trotzdem sehr lesenswert.

2060- Romanze in e-moll:
Richard und Jasmin sind Nachbarn. Doch 2060 sind Nachbarn so weit entfernt wie Menschen auf der anderen Seite des Globus. Letztere sind wieder nah, wenn man sich im Cyberspace trifft. Jasmin ist auf der Suche nach einem Partner. Ihr gefällt Richard und so macht sie sich an ihn heran. Virtuell. Wird er es merken?
Fazit: Die Geschichte ist abwechselnd aus Richards und Jasmins Perspektive geschrieben. Und auf sehr interessante Art und Weise haben beide die gleichen Ängste, die gleichen Hoffnungen.

2070- Schlaraffenland:
Robert ist ein besonderes Kind. Bei der Geburt schon 7260 Gramm schwer, wird er zu einem wahren Koloss. Doch dann bricht er zusammen, fast vierhundert Kilo schwer. Doch eine Gruppe von Ärzten kümmert sich um ihn. Er wird geheilt, ein neues Verfahren macht ihn zu einem gutgebauten, jungen Mann, der Essen kann, ohne zuzunehmen. Doch irgendetwas stimmt nicht. In seinen Träumen erscheint eine Frau, die reinste Göttin. Doch im realen Leben kennt sie ihn nicht. Was ist mit ihm los?
Fazit: Schlaraffenland war der Ausgangspunkt der Anthologie. Geplant war eine Kurzgeschichte, es wurde ein kurzer Roman daraus. Eine sehr gelungene Story, die den Leser mitfiebern lässt. Einzig das Ende ist ein wenig unbefriedigend, wie das reale Leben halt.

2100 – Spinne im Netz:
Kennen Sie Serienmörder? Sexualstraftäter? Im virtuellen Raum? Und was passiert, wenn die Bedrohung sich auf die reale Welt erweitert? Wer ist die schwarze Witwe in Wirklichkeit?
Fazit: Ein bedrohliches Szenario. Dabei könnte man meinen, die Realität ist schlimm genug.

2156- Rache ist süß:
Titus ist ein betrogener Ehemann. Sein bester Freund hat ihm die Hörner aufgesetzt. Ellie ist samt Kinder zu ihm gegangen, seitdem hat Titus Albträume. Doch da gibt es ErosSpace. Ein Brainscan, nicht ganz legal, und Titus erschafft sich seine eigene Ellie, eine eEllie. Und die Unterschiede verwischen. Ist Ellie gleich eEllie? Wo sind die Unterschiede?
Fazit: Echt erschreckend der Gedanke, man ist nur ein Speicherplatz, die Seele als Anhäufung von Bits und Bytes, die jederzeit erneuert wird. Nur die Erfahrungen seit dem letzten Brain-Scan fehlen. Körperlich sorgt das Klonen für mögliche Erneuerung. Das Ende der Geschichte fand ich unverständlich, doch die Idee, die dahinter steckt, wäre einem ganzen Roman angemessen.

2160- Cogito ergo sum:
Ben und Nora treffen sich zum Liebesspiel. Wie in einer Endlosschleife gefangen, fehlt Nora die Zeit zwischen den Liebesakten. Was ist mir ihr los? Wer ist sie in Wirklichkeit
Fazit: Die Geschichte wurde völlig zu Recht in c´t 7/2003 abgedruckt. Geschickt spielt der Autor mit den Erwartungen der Leser. Klasse!

2187- Für immer und e-wig:
2187 gibt es kaum noch den Tod. Man klont sich und wird wieder jünger. Doch gibt es immer noch Fälle von unheilbaren Krankheiten. Und wenn jemand stirbt, wie sieht dann das Jenseits aus?
Fazit: Nette Idee, wobei sich mir der Grund für ein Afterlife nicht erschließt.

2200- Wir sind doch keine Wilden:
Die virtuelle Welt dominiert. Alles wird dort erlebt und erfahren. Wirklichkeit ist die Ausnahme, eigentlich ist die Virtualität die Realität. Stellen Sie sich vor, sie kennen nichts anders, als die virtuelle Welt. Welchen Reiz wird die Realität auf sie ausüben? Diese geheimnisvolle Welt mit schwitzenden, sich liebenden Leibern..
Fazit: Die Geschichte wurde ebenfalls vorab in phantastisch 8/2002 abgedruckt. Eine sehr spannende Zukunftsvision, die zeigt, wie erschreckend unwirklich die Rückkehr aus dem virtuellen Raum sein kann.

Zehn Geschichten über eine mögliche Zukunft. Das Spielen mit den Erwartungen über das World Wide Web, über die Gentechnik und das Klonen. Der Band fängt ein wenig schwach an, doch steigert er sich mit jeder Geschichte. Gerade in seiner Gesamtheit bietet er ein recht umfangreiches Bild einer Zukunftsvision, die uns einerseits Hoffnung macht, andererseits mit Schrecken erfüllt.
Und lesenswert ist es auf jeden Fall. Ich kann einen Kauf nur empfehlen. Wenn mir an mancher Stelle auch einfach zuviel Sex war: Ein Klassebuch. Nicht immer die Innovation, aber sehr lesenswert.

Helmuth W. Mommers
Sex, Love Cyberspace
Cyberspace und Erotik – eine erotische Zukunftsversion der Menschheit
ISBN:389840854X
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Jekka McVicar: Kräuter

Jekka McVicar: Kräuter

Begonnen wird in diesem, schon wegen seiner Größe, sehr eindrucksvollen Buch, mit Informationen zu Kräutern allgemein. Dann folgen schon erste Vorbereitungen. Ein Kräutergarten sollte genau geplant werden. So wird beispielsweise auch der Boden analysiert. Der Kräutergarten wir dann nach einem Pflanzplan angelegt. Es folgen zahlreiche ausführliche Tipps, beispielsweise zur Herstellung eines biologischen Flüssigdüngers oder wie man selbst Kräuter vermehren kann.
Der Anbau der Kräuter erfolgt nach erprobten biologischen Methoden.
Wichtig ist natürlich die Pflege, die die Pflanzen rund um das Jahr brauchen. Dazu gibt es Erläuterungen in Form eines Pflegekalenders. Dabei kommt es auf die natürliche Pflege an. Aufmerksamkeit ist gefragt, damit man schnell eingreifen kann, wenn erste Anzeichen von Krankheiten zu sehen sind, um so zu verhindern, dass sich das Problem ausbreitet.
Belohnt wird man, wenn die Ernte ansteht. Die verschiedenen Erntetechniken werden umfassend erläutert.
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Kräutern in der Küche, der Herstellung von heißen und kalten Getränken wie Metpunsch oder Kräuterbowle. Auch zu Salaten passen Kräuter gut. Hergestellt werden eine Minzevinaigrette und ein Blütensalat. Gut verarbeitet werden können Kräuter auch in Mayonnaise oder Senf. Sehr beliebt sind Kräuteressig und Kräuteröl. Kräuter können für Marinaden oder die Herstellung einer Kräuterbutter Verwendung finden, für süße oder herzhafte Saucen oder zum Würzen der verschiedensten Gerichte.
Auch im Haushalt finden Kräuter Verwendung. Anhand der Anleitungen kann ein Fensterreiniger oder ein Polstershampoo hergestellt werden. Auch Kräutersäckchen für den Kleiderschrank sind leicht zu fertigen.
Mit Kräutern kann man heilen. Vorgeschlagen wird die Herstellung einer Ringelblumencreme und eines Aloe-Gels. Bedeutung kommt auch den Heiltees zu. Für die Schönheit empfiehlt sich ein Gesichtsdampfbad oder ein ganz besonderes Haarshampoo.
Auch in der Tierpflege sind Kräuter einsetzbar. Leicht hergestellt werden können Beruhigungsmittel oder ein Flohpulver.

Natürlich ist es wichtig, die richtigen Kräuter für den eigenen Bedarf gezielt auszuwählen. Vorgestellt werden im Buch 100 Kräuter, die in der Küche Verwendung finden oder als Heilmittel unentbehrlich sind. Aber auch in unseren Gegenden noch weitgehend unbekannte, aber empfehlenswerte Kräuter werden vorgestellt. Und natürlich kommen auch duftende Kräuter nicht zu kurz. Wissenswertes über die einzelnen Kräuter wird in Texten vermittelt. Eine wahre Augenweide sind die großen Fotos. Dill, Arnika, Ringelblume, Balsamstrauch, Kornblume, Zitronengras, Afrikanischer Rosmarin, Lavendel, Curryblatt sind Pflanzen, die hier stellvertretend für alle genannt werden sollen.

Das Buch in seiner Vielfalt überzeugt. Hier bleiben keine Wünsche offen. Die Autorin bringt ihr umfassendes Wissen dem Leser auf einfachste Weise nahe und lädt zum Nachmachen ein. Ihre Begeisterung für Kräuter ist spürbar und überträgt sich auf den Leser. Die vielen kreativen Rezepte sind leicht nachzumachen. Die zahlreichen Fotos machen Lust, mit der Arbeit zu beginnen und durch die Verarbeitung von Kräuter, Abwechslung ins Leben zu bringen.
Gefallen hat, dass die Kräuter biologisch angebaut werden, ohne Kunstdünger und Pestizide. Ganz bewusst werden viele Nützlinge, Bienen, Vögel und Schmetterlinge in den Garten gelockt. So wird auch ein Beitrag zur Gesunderhaltung unserer Natur geleistet.

Über die Autorin:
Jekka McVikar ist Gärtnerin. Auf ihrer Kräuterfarm baut sie über 400 Kräuterarten an. Für ihre Arbeit ist sie mit sechs Chelsea-Goldmedaillen ausgezeichnet worden. In Großbritannien ist sie als Journalistin im Gartenbereich tätig. Seit vielen Jahren ist sie in Garten- und Kochsendungen präsent. Und seit drei Jahren leitet sie bei der BBC die Kräutersendung „Herbs Pure and Simple“.

Rezension von Heike Rau

Jekka McVicar
Kräuter
Garten – Kochen – Gesundheit – Haushalt
288 Seiten, gebunden
Dorling Kindersley
ISBN: 3-8310-0443-9
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Von Plastikbrücken, Rasenstechern und anderen Müllproblemen

Von Plastikbrücken, Rasenstechern und anderen Müllproblemen

Alles ist zugebaut und asphaltiert. Es gibt keine Wiesen und Wälder mehr. Wald ist wild. Dem Wildwuchs wird Einhalt geboten, denn wir sind nun mal keine Wilden. Der Wunsch nach Natur ist überwunden. Wir sind endlich frei. Und doch wurde ein kleines Stück Natur vergessen, ein Tal mit wildwachsenden Büschen und einem Baum an einem Bach. Nur die Alten können sich noch erinnern, dass das eine Birke ist. Sogar ein Vogel lebt dort. Es ist wie im Zoo. Der Fund dieses unberührten Stücks Natur ist ein unglaublicher Skandal. Die Köpfe rollen. Der Bürgermeister wird umgehend seines Amtes enthoben. Der neue Bürgermeister handelt sofort. Er lässt das Tal zuschütten und eine Asphaltdecke darüber ziehen. Zum Wohle der Menschen.

Liest man den Titel, weiß man es schon. Es geht um die Welt, in der wir leben. Thematisiert wird unser leichtfertiger und schonungsloser Umgang mit der Natur und die daraus resultierenden Umweltprobleme, das Konsumverhalten unserer Wohlstandsgesellschaft, das ausufernde Bedürfnis nach materiellen Dingen, die drohende Vermüllung unserer Gesellschaft mit den dadurch wachsenden Problemen mit der Müllbeseitigung.

Die 21 Geschichten sind alles andere als direkt. Der Autor zeigt nicht geradeheraus mit dem Finger auf das, was ihm Sorgen macht. Er verpackt es in ironische Geschichten, die sehr nachdenklich stimmen und auch froh, weil es (noch) nicht soweit gekommen ist, wie beschrieben. Und trotzdem sind die Geschichten so erschreckend nah an der Realität, egal wie übertrieben sie scheinen. Der Autor regt den Leser auf unaufdringliche Art und Weise an, sich mit den Themen der Umweltproblematik und den wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinander zu setzen und sein eigenes Verhalten einmal zu analysieren.

Über den Autor:
Theo Schmich ist Jahrgang 1935. Neben seinem Hauptberuf als Chemie-Ingenieur schreibt er vor allem Kurzgeschichten. Er veröffentlicht in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und Schulbüchern. Der Autor lebt in Essen.

Rezension von Heike Rau

Theo Schmich
Von Plastikbrücken, Rasenstechern und anderen Müllproblemen
Geschichten zur Umwelt
123 Seiten, Taschenbuch
Wiesenbug Verlag
ISBN: 3-932497-99-6
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Der Dieter

Der Dieter

Dieter Bohlens Biographien sind in aller Munde. Wer keine Lust hat sich durch die vielen Seiten zu wühlen, sollte sich dieses kleine Büchlein mit erfreulich wenig Text gönnen und sich die schrägen, farbenfrohen Cartoons ansehen. Die sind auch witzig und peinlich und wenig schmeichelhaft. Vor allem aber sind sie garantiert ungeschwärzt.

Beschrieben ist Dieters ganzer Lebensweg. Und das auf lachhaften 48 Seiten. Alle wichtigen und unwichtigen Stationen sind enthalten. Das geht schon vor der Geburt los und endet bei Dieters sagenhaften Zukunftsträumen.

Rezension von Heike Rau

Hans Borghorst
Der Dieter
THE BEST OF
Mit Cartoons von Tom Breitenfeldt
Coverzeichnung Arno Funke
48 Seiten
Lappan Verlag
ISBN: 3-8303-6068-1
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