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Schlagwort: Ferien!

Ingrid Uebe: Ferien in Beekbüll

Ingrid Uebe: Ferien in Beekbüll

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Emma und Tobi fahren mit ihren Eltern nach Beekbüll. Die Familie will an der Nordsee bei Tante Gesine Urlaub machen. Die Kinder glauben nicht, dass das besonders spannend sein wird, bis sie von dem leer stehenden Gruselhaus hören. Es soll dort spuken. Jemand geht dort in der Nacht ein und aus. Die Gänsehaut der Kinder wird dann noch verstärkt durch die seltsamen Erzählungen von Tante Gesine.

Emma und Tobi finden im Dorf schnell Kontakt zu anderen Kindern. Schließlich ist ihr Vater hier aufgewachsen und kennt die Leute von früher. Alle hier wissen um die Geschichte von Jan Bart, dem Piraten, der seinen Geburtstag im Heidekrug mit einer Party feierte, obwohl er zu diesem Zeitpunkt mit der „ Roten Theresa“ westlich von Afrika bei einem Sturm versank. Er muss also als Geist anwesend gewesen sein.

Emma und Toby lässt das alles keine Ruhe. Sie wollen wissen, ob Jahn Bart tatsächlich noch im Haus als Geist spukt. Und tatsächlich sehen Sie etwas, das sich nicht so einfach erklären lässt.

Die Geschichte wird auf eine sehr spannende Art und Weise erzählt. Da kommt ein ordentliches Gruselgefühl auf. Die ganzen Ferien werden dann auch praktisch von den Geistergeschichten bestimmt und der Neugier der Kinder, die natürlich gerne wissen wollen, was wirklich Sache ist, auch wenn sie dazu ihren ganzen Mut aufbringen müssen. Aber Emma und Tobi halten natürlich zusammen.

Die Autorin gibt immer neue Details zu Jan Barts Geschichte preis, sodass junge Leser einfach immer weiter lesen müssen bzw. auch vorlesende Eltern oder Großeltern ihren Spaß an dem Buch haben. Für gute Unterhaltung sorgen dabei auch die Illustrationen, die die Geschichte bildhaft untermalen. Auch das Ende des Buches gefällt gut. Die Auflösung des Rätsels um Jan Bart ist verblüffend. Und, tja, das hätte man sich aber auch denken können!

Rezension von Heike Rau

Ingrid Uebe
Ferien in Beekbüll
Mit Illustrationen von Cathy Ionescu
128 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473368989
ISBN-13: 978-3473368983
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Silvia Avalone: Ein Sommer aus Stahl

Silvia Avalone: Ein Sommer aus Stahl

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Die 13jährigen Mädchen Anna und Francesca leben in der italienischen Hafenstadt Piombino. Das Leben der heranwachsenden Mädchen spielt sich zwischen dem Strand und der Via Stalingrado ab, hier sind sie umgeben von Stahlarbeitern, Staub und der Sommerhitze. Gerne kokettieren sie mit den älteren Jungs. Und obwohl sich die nur wenige Jahre älteren Mädchen abfällig über die provozierenden Freundinnen unterhalten, müssen Sie sich doch eingestehen, dass sie selbst wenige Jahre zuvor nicht anders waren. Die Väter der beiden Freundinnen sind bzw. waren in dem nahe gelegenen Stahlwerk beschäftigt. Sie sind alles andere als treuliebende Familienväter. Im Gegenteil, Alkohol und Prügel für die Ehefrau als auch für die Kinder stehen auf dem Fahrplan. Da wundert es nicht, dass sich der ältere Bruder von Anna um sie kümmert und auf sie aufpasst. Er hält ein waches Auge auf seine kleine Schwester, damit sie nicht von den Jungs angemacht oder gar geschmälert wird. Anna lässt sich davon trotzdem nicht abhalten, den Jungs schöne Augen zu machen.

Was mich an diesem Roman besonders fasziniert hat, ist die Atmosphäre, die durch die Schriftstellerin und deren Übersetzer Michael von Killisch-Horn, erzeugt wird. Da ist zunächst einmal die Stimmung von Sommer, Sonne, Strand und Ferien. Infolge des nahe befindlichen Stahlwerks kommt aber auch ein Hauch von Dortmund aus den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Vorschein. Die Atmosphäre in dem Mietshaus brachte bei mir ein Gefühl von Duisburg, Essen oder Köln-Kalk hervor. Die Brutalität in der Familie erinnert an das dümmliche Klischee von Hartz-IV-Familien. Diese dort herrschende drückende Enge belastet die heranwachsenden Freundinnen. Sie wollen ausbrechen aus diesem System. In noch während Francesca keine großen Chancen sieht, jemals den Duft der großen weiten Welt einatmen zu können, ist Anna ganz anderer Meinung und möchte ihr Leben richtig anpacken. Während sie mit den Jungs auf dem Motorroller die Via Stalingrado auf- und abfahren, träumen sie von der Insel Elba, die sie in der Ferne am Horizont sehen können und die für sie schon ein Stück der großen weiten Welt bedeutet.

Diese Atmosphäre wird durch unterschiedliche Erzählperspektiven geschaffen, mit denen die Autorin Sylvia Avalone experimentiert. Obwohl es im Wesentlichen um eine Liebesgeschichte geht, ist es weitaus mehr als eine solche. Ein ganz großes Thema sind schließlich die sozialen Spannungen die in dieser Region herrschen, welche von der Stahlindustrie geprägt ist. Dennoch scheint alles mit Leichtigkeit erzählt zu sein. Auch wenn das Leben trotz der blauen Flecke auf den Armen so sorglos scheint und der Leser das Gefühl hat, die Mädel würden einfach nur so in den Tag hinein leben.

Obwohl ich anfangs skeptisch war und das Buch in die Ecke der Jugendliteratur stellen wollte, wurde ich eines Besseren belehrt. Mich hat die Geschichte der Mädchen gepackt. Ich habe sie gerne auf dem Weg ins Erwachsensein begleitet und dabei Spaß gehabt. Ein weiteres Mal habe ich festgestellt, dass mich neben der Spannung der Geschichte auch die Atmosphäre einfangen kann. Wenn dann beides stimmt, um besser. Gerne volle Punktzahl.

Avalone, Silvia
Ein Sommer aus Stahl
Aus dem Italineischen von Michael von Killisch-Horn
414 Seiten, gebunden
Klett-Cotta, Stuttgart
ISBN-10: 3608938982
ISBN-13: 9783608938982

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013
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Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

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Das Ferienhaus auf Island gleicht eher einer Hütte. Das meint jedenfalls Rosa. Nicht mal einen Fernseher gibt es hier. Und ihr Handy darf Rosa auch nicht benutzen. Dabei hat sie Bruno eine SMS geschrieben und wartet auf Antwort. Bruno ist Schauspieler. Rosa hatte in seinem Film eine klitzekleine Nebenrolle. Ein halbes Jahr ist inzwischen vergangen und nun würde Rosa gerne wieder etwas von Bruno hören und nicht nur von ihm träumen. Leider hat Stefan das Handy einkassiert, so dass Rosa nun gar nicht weiß, ob sie schon Antwort hat. Stefan ist nicht Rosas richtiger Vater, aber seit er mit Rosas Mutter zusammen ist, hat er die Vaterrolle übernommen. Zur Familie gehört auch noch Rosas kleiner Bruder Heinrich, den sie aber gerne Heini nennt, weil das jeden ärgert.

Für Abwechslung soll ein Ausflug ins Geistermuseum sorgen. Hier gibt es auch eine Elfenabteilung. Stefan erzählt so wunderbar gruselige Geschichten, dass man fast glauben könnte, Elfen gäbe es tatsächlich. Zumindest wäre die Vorstellung schön. Dann könnte auch der Wunsch, den Rosa am Elfenwunschstein hinterlässt, in Erfüllung gehen. Wenn sie nur an ihr Handy käme und nachsehen könnte, ob bereits eine SMS eingetroffen ist!

Weil Rosa im Museum ein für Besucher verbotenes Territorium betritt, lernt sie Cosma kennen. Sie ist eine echte Elfe und hat es verpasst, sich zur rechten Zeit unsichtbar zu machen. Beide stellen nach einem Streitgespräch fest, dass sie gerne in die Rolle des anderen schlüpfen würden. Dass Cosma dies, auch wenn sie eine Elfe ist, wirklich bewerkstelligen kann, hätte Rosa nie gedacht. Doch der Wunsch nach einem Rollentausch wird prompt erfüllt.

Eigentlich geht es Rosa in ihrer Familie ganz gut. Aber wie das so ist, weiß sie es nicht so ganz zu schätzen. Es gibt immer was, was ihr nicht passt. So ist auch der Urlaub gar nicht nach ihrem Geschmack. Ohne Fernseher, Computer und Handy ist es Rosa zu langweilig, auch weil sie keine Lust auf Unternehmungen mit der Familie hat.

Das Thema wir mit viel Humor angegangen. Die zunächst sehr realistische Handlung wird dann in eine fantastische Welt verlegt. Rosa tauscht mit Cosma die Rolle. Ein Elfenleben stellt sie sich viel spannender als ein Menschenleben vor. Allerdings wird Rosa dann mit Problemen konfrontiert, die sie sich nie hätte träumen lassen. Ein Elfenleben ist offenbar auch nicht einfach nur märchenhaft schön. Als sie hört, wie Cosma von ihrer Familie schwärmt und dass sie selbst den nervigen kleinen Bruder gerne mag, kommt Rosa ins Grübeln. Das regt natürlich Kinder dazu an, einmal über die eigene Familiensituation nachzudenken.

Rosa ist 13 Jahre alt, wirkt aber jünger. Die Geschichte ist auch eher für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren geeignet. Das spiegelt sich auch im Cover wider.
Der Ton ist locker und humorvoll. Das Buch liest sich leicht und unterhält gut. Rosas langweiliger Urlaub wird schließlich zu einem Abenteuer. Das Ende lässt darauf hoffen, dass man irgendwann mehr von Rosa Rabenstein lesen kann.

Rezension von Heike Rau

Katja Henkel
Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht
272 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN-10: 3827054060
ISBN-13: 978-3827054067
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Per Olov Enquist: Großvater und die Schmuggler

Per Olov Enquist: Großvater und die Schmuggler

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Im Sommer kommen die Enkelkinder wieder zu Großvater und seiner Frau Gunilla. Sie wollen die Ferien in der Abgeschiedenheit von Söderås verbringen.
Geplant ist die Besteigung des Dreihöhlenberges. Diesmal wollen die Kinder es bis zur dritten Höhle schaffen. Vor drei Jahren musste die Tour nämlich vorzeitig abgebrochen werden, weil der Großvater sich ein Bein gebrochen hatte. Über die gefährliche Wanderung hatte er dann ein Kinderbuch geschrieben.

Bei einem Angelausflug mit dem Boot wird am Ufer etwas entdeckt. Hund Pelle ist es, der Großvater, Marcus und Gabriel darauf aufmerksam macht. Es ist ein verstecktes Zelt. Die drei beschließen, sich umzusehen und finden hier das vom Großvater geschriebene Kinderbuch, dem eine Karte mit dem Weg und den drei Höhlen beiliegt. Der Großvater ahnt, dass hier etwas nicht stimmt. Möglicherweise gehört Schmugglern das Zelt.

Wieder zu Hause angekommen, wird die Polizei verständigt. Doch als man das Zelt besichtigen will, ist es weg. Überhaupt geben die Polizisten sich sehr desinteressiert. Nachts kommt dann ein Anruf, den Marcus entgegennimmt. Ein Fremder bedroht den Großvater.
Dennoch oder gerade weil man wissen muss, was da überhaupt gespielt wird, plant der Großvater den Dreihöhlenberg mit den älteren Kindern trotz der Gefahr zur besteigen. Dann wird man ja sehen, ob der alte Mann mit seinen Vermutungen richtig liegt.

Viel brauchen die Kinder nicht, um in Söderås glücklich zu sein. Großvater und Gunella sorgen gut für die Enkel und die Natur ist ihr Spielplatz. Der Großvater, obwohl schon sehr alt und auch ein bisschen wunderlich, ist für jedes Abenteuer zu haben. Und schon ist man mittendrin.

Dieses Mal geht es um Schmuggler. Weil die Polizei kein Interesse an dem Fall zu haben scheint, wollen der Großvater und die älteren Enkelkinder Marcus Gabriel und Mina mit Hund Pelle selbst herausfinden, was Sache ist. So werden die Ferien sehr abenteuerlich.

Die Geschichte liest sich ganz wunderbar. Auch zum Vorlesen ist sie bestens für die ganze Familie geeignet. Man begleitet die Enkelkinder und den Großvater gerne auf ihrer abenteuerlichen Tour, die nicht nur spannend, sondern auch sehr gefährlich ist. Aber auch daneben ist die Geschichte sehr schön ausgeschmückt. Die lebhaften Kinder sind der Natur sehr verbunden und auch den frei lebenden Tieren gegenüber verhalten sie sich liebevoll und zeigen Respekt. Spannende Themen werden in diesem Zusammenhang aufgegriffen.

Dem Familienhund kommt eine besondere Rolle zu. Weil die Kinder ihm so zugetan sind, können sie aus seinem Verhalten Schlüsse ziehen. So erweist sich Pelle als große Hilfe.
Es ist kein Buch, das man einfach so weg liest. Es gibt vieles das zum Nachdenken anregt und über das man sprechen kann. Es ist ein richtig guter Kinderkrimi.

Rezension von Heike Rau

Per Olov Enquist
Großvater und die Schmuggler
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Mit Bildern von Leonard Erlbruch
157 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446236597
ISBN-13: 978-3446236592
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Schöne Ferien!

Schöne Ferien!

„Schöne Ferien!“ richtet sich an Jugendleiter ab 16 Jahren, aber auch an Gruppenleiter und Lehrer die Klassenfahrten begleiten wollen. Das vorliegende Buch ist eine Neubearbeitung der ersten Ausgabe, die vor zehn Jahren erschienen ist.
Das Buch erzählt aber nicht einfach die Geschichte einer erlebnisreichen Gruppenreise mit den möglichen Hürden, sondern fordert vom Leser Aktivität. Im Verlauf der Reise muss man als Begleiter immer wieder Entscheidungen treffen. Es ist wie ein Spiel, entscheidet man richtig, verläuft die Reise gut bis zum Schluss. Entscheidet man falsch, können die Ferien auch mal ganz schnell zu Ende sein.

Im Verlauf dieses Rollenspiels kann man sehen, ob man im Falle eines Falles richtig entscheiden würde. Was ist zu tun, wenn ein Schüler zur angegebenen Zeit nicht am Abfahrtsort erscheint? Welche Regeln sind den Kindern und Jugendlichen abzuverlangen? Darf in der Ferienfreizeit geraucht werden? Ist Alkohol erlaubt. Oder was ist zu tun, wenn ein Handy verschwunden ist und was, wenn jemanden das Heimweh plagt. Dürfen Pärchen ein gemeinsames Zimmer beziehen?

Diese Fragen und noch viele weitere werden im Buch beantwortet. Und das sehr anschaulich. Wo immer es nötig ist, wird auf geltende Gesetzestexte hingewiesen. Wert wird natürlich auch auf ein gutes Gruppenklima gelegt und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Betreuern wird beleuchtet.
Da alle Informationen als Spiel vermittelt werden, macht es natürlich sehr viel Spaß, sich hier als Reisebegleiter für Ferienreisen weiterzubilden. Die Texte sind einfach geschrieben und damit sehr gut verständlich. Weitere Erkundigungen kann man unter www.juleiqua.de einholen.

Rezension von Heike Rau

Gerit Kopietz / Jörg Sommer
Schöne Ferien!
Mit Illustrationen von Waltraud Haarlammert
Institut für Jugendleiter und Qualifikation e.V.
Neuauflage 2007
ISBN: 9783000216176
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