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Schlagwort: Vampire

Alex Bell: Dark Charm

Alex Bell: Dark Charm

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Jude lebt mit ihrem pflegebedürftigen Vater in ärmlichen Verhältnissen in einer engen Wohnung in einem Haus in New Orleans. Sie spielt Trompete in einer Jazz-Band, die selten Aufträge bekommt, und versucht dennoch, den Lebensunterhalt damit zu sichern. Die einfachen Bewohner werden von den Adligen und wohl auch von den Vampiren und Hexen als Lumpenpack bezeichnet.

Wieder steht ein Auftritt an; die Jazz-Band soll auf einer Beerdigung spielen. Da es die Trauerfeier der Cajou-Queen ist, mag kaum einer der Musiker kommen. Aber Jude kann die Miete nicht zahlen und muss auftreten. Die Folgen sind gravierend. Ivory Monette nimmt ihren Tod nicht hin. Sie will ihren Mörder finden. So belegt sie Jude mit einem Voodoo-Zauber und legt noch nach mit einer Erpressung. Vor Jude liegt eine Aufgabe, deren Erfüllung unvorstellbar ist.

Alex Bell begeistert von Anfang an mit einem sehr gut lesbaren Schreibstil. Sie entführt in eine Welt dunkler Magie. Ebenso unheimlich wirkt die Kulisse der Stadt mit ihren alten Häusern und dunklen Gassen. Hier zu überleben, muss für die arme Bevölkerung unendlich schwierig sein. Doch nun schickt die Autorin Jude noch in Orte der Stadt, zu denen sie bisher keinen Zutritt hatte. Nichts ist hier so, wie es scheint. Jude bekommt es mit Personen zu tun, die ihre Magie ausleben und mit Opfergaben und abstoßenden Ritualen beflügeln. Doch sie wird als mutige Person dargestellt, die bereit ist, etwas zu riskieren, um den Mord an Ivory Monette aufzuklären. Ein Spinnennetz aus Details gilt es zu entwirren. Unsterbliche und Geister mit nicht eben ehrenhaften Absichten haben ihre Finger im Spiel. Das garantiert ein Gänsehautgefühl!

Es entsteht eine außergewöhnlich spannende Atmosphäre, die nur in der Mitte des Buches etwas abflaut. Es mag an Einzelheiten liegen und an zu ausführlichen Beschreibungen eher nebensächlicher Handlungen, die zu diesem Eindruck geführt haben. Im letzten Drittel nimmt das Buch wieder an Fahrt auf bis hin zu einem überraschenden Ende.

Rezension von Heike Rau

Alex Bell
Dark Charm
Aus dem Englischen von Sabine Rainhardus
320 Seiten, gebunden
cbt, Juli 2020
ISBN-10: 3570313344
ISBN-13: 978-3570313343
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Amanda Hocking: Unter dem Vampirmond – Verführung

Amanda Hocking: Unter dem Vampirmond – Verführung

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Es sind Ferien. Und die verbringen Alice und ihr Bruder Milo bei Jack im Haus am See. Wo Peter ist, weiß Alice nicht. Wichtig ist, dass beide Abstand wahren, auch wenn sie einander nach einem uralten Gesetz verbunden sind. Es ist für Alice zu gefährlich in Peters Nähe, wie sich gezeigt hat. Auch zu Jack fühlt sich Alice nach wie vor hingezogen. Aber auch er hält Abstand, auch wenn es ihm schwerfällt. Alices Gefühle sind vollkommen durcheinander.

Dann geschieht ein schrecklicher Unfall. Alice muss daraufhin für ihren Bruder eine Entscheidung treffen. Dieser Entschluss hat auch einen weitreichenden Einfluss auf ihr eigenes Leben. Ihren Wunsch, sich in einen Vampir verwandeln zu lassen, muss aufgeschoben werden. Vielleicht beruht dieser Wunsch ohnehin auf einer falschen Vorstellung von den Vampiren. Kannte sie bisher nur Jack, seine Brüder Peter und Ezra und dessen Frau Mae, so lernt sie nun auch noch andere Vampire kennen. Vampire, die offenbar keine Selbstbeherrschung haben, und die es auch bald auf ihr Blut abgesehen haben. Und so ist Alice in einer unglaublich gefährlichen Lage, in der es dann nur ums Überleben geht.

Dieser zweite Band von „Unter dem Vampirmond“ ist eine echte Überraschung und fast gar nicht mit dem ersten Band zu vergleichen, was die Spannung betrifft. Jetzt beginnt die Geschichte nämlich erst richtig und nimmt ordentlich Fahrt auf. Alices Bruder Milo und auch ihre Freundin Jane, werden auf sehr dramatische Art und Weise in die Welt der Vampire mit hineingezogen. Überhaupt muss Alice ihre romantischen Vorstellungen und unrealistischen Träume begraben. Mit der märchenhaften Stimmung ist es vorbei.
Der Autorin ist hier wirklich eine phänomenale Gratwanderung gelungen. Ernsthaftigkeit kommt in die Handlung. Auch die Stimmung wandelt sich hin zu mehr Melancholie.

Die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Und auch Alice stellt sich nun ihren Problemen. Sehr viel erwachsener ist sie geworden. Aber natürlich schimmert auch immer mal wieder die alte naive Alice durch, die bei Jack und Peter die Instinkte weckt, sie beschützen zu müssen.
Der Schreibstil ist geblieben. Das Buch liest sich flüssig. Weiterhin wird man gut unterhalten. Aber nun hat die Geschichte auch das gewisse Etwas.

Rezension von Heike Rau

Amanda Hocking
Unter dem Vampirmond
Teil 2: Verführung
Aus dem Amerikanischen von Anne Emmert
304 Seiten, Klappenbroschur
cbt, München
ISBN-10: 3570161366
ISBN-13: 978-3570161364
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Lynn Raven: Blutbraut

Lynn Raven: Blutbraut

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Sie dachte, er liebt sie. Das schwört er auch immer noch. Doch Cris hat Lucinda Moreira auch eine Falle gestellt. Lucinda ist für Cris Bruder Joaquín de Alvaro bestimmt. Sie ist seine Blutbraut. Nur sie kann mit ihrem Blut verhindern, dass der große Hexer der Hermandad zum Nosferatu wird.

Lucinda wird zum Familiensitz Santa Reyada gebracht. Sie trägt eine kaum beherrschbare Angst vor dem Mann in sich, dem sie nun begegnen wird. Entgegen ihren Erwartungen verhält Joaquín sich wie ein Gentleman. Doch irgendwann wird er seine Zähne in ihren Hals schlagen wollen oder müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Die junge Frau startet in ihrer Verzweiflung einen Fluchtversuch. Mit Blutmagie vermag Joaquín sie zu finden. Sie flieht noch einmal. Wieder holt er sie zurück, bittet sie, mit dem Versprechen, ihr nicht zu nahe zu kommen, für eine gewisse Zeit zu bleiben und wird ihre Lehrmeister in Sachen Magie. Ihre Angst ihm gegenüber will und kann sie nicht bezwingen. Doch muss sie zugeben, dass sie ebenso fasziniert von Joaquín de Alvaro ist. In dem gleichen Maße, wie sie sich angstvoll von ihm abzuwenden versucht, fühlt sie sich auch angezogen von ihm.
Für Joaquín de Alvaro läuft die Zeit davon. Er braucht Lucinda. Er kann sich nehmen, was er von ihr will. Doch er liebt Lucinda viel zu sehr, um sie zu etwas zu zwingen, das sie so rigoros ablehnt.

Am Anfang liest sich das Buch relativ zäh. Doch dann auf einmal, fast übergangslos, ist man plötzlich mittendrin in einer spannenden Geschichte um Liebe und Verrat, um Leidenschaft, Hass und Blutgier.

Der Autorin ist es gelungen, hier zwei außergewöhnlich spannende Charaktere zusammenzuführen. Lucinda Moreira ist eine sehr zerbrechlich wirkende junge Frau, verfügt aber dennoch über Mut und Willenskraft. Lynn Raven hat es geschafft, dass Lucinda dennoch nicht naiv rüberkommt. Man kann ihre Gefühle und die daraus resultierende Handlung gut nachvollziehen.

Im Grunde hat sie Joaquín nichts entgegenzusetzen. Aber er ist nicht das Scheusal, für den man ihn anfangs halten könnte, für den Lucinda ihn hält. Niemals würde er ihr wehtun oder auch nur ihre Gefühle verletzen, auch wenn er nicht verhindern kann, dass andere dies tun. Er liebt Lucinda über alles, ist gebannt von ihr, vermag aber nicht ihren Kreis aus Angst zu durchdringen und sie für sich zu gewinnen und so beschützt er sie einfach nur.

Die Autorin lässt den Leser diese widersprüchlichen Eindrücke hautnah spüren. Man wird beim Lesen in ein Gefühlschaos gerissen, das selten ein Buch zu vermitteln versteht, spürt Gefährlichkeit und Faszination gleichzeitig.
Das Buch ist, um zwei öfter im Zusammenhang benutzte Wörter der Autorin zu gebrauchen, entsetzlich schön.

Rezension von Heike Rau

Lynn Raven
Blutbraut
736 Seiten, Klappenbroschur
cbt, München
ISBN-10: 357016070X
ISBN-13: 978-3570160701
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Amanda Hocking: Unter dem Vampirmond – Versuchung

Amanda Hocking: Unter dem Vampirmond – Versuchung

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Alice und Jane lernen Jack unter seltsamen Umständen kennen. Er rette die beiden aus einer brenzligen Situation. Während Jane hin und weg von Jack ist, versteht Alice die Gefühle ihrer Freundin nicht. Doch offenbar reagiert jeder auf Jack mit dieser unglaublichen Faszination – nur Alice nicht. Sie schlägt er nicht in seinen Bann. Und gerade das ist es, was wiederum Jack an Alice fasziniert.
Jack bringt die beiden Mädchen nach Hause. Alice‘ Handynummer hat er längst herausgefunden und seine in ihr Handy eingegeben.

Jack und Alice treffen sich bald wieder. Er rettet ihr ein zweites Mal das Leben. Aber das macht ihn nur noch geheimnisvoller. Jack scheint über ungewöhnliche Kräfte zu verfügen. Und offenbar gehört er einer sehr reichen Familie an. Alice wohnt mit ihrer Mutter und ihrem etwas jüngeren Bruder in einer kleinen Wohnung, während er in einer riesigen Villa lebt, nicht zur Schule geht und nicht arbeitet. Jacks Familie besteht aus seinen zwei Brüdern Peter und Ezra und dessen Frau Mae. Als Alice Peter kennenlernt, wird sie geradezu von ihren Gefühlen überwältigt. Sie fühlt sich wie hypnotisiert von ihm.
Alice versteht nicht, was vorgeht und warum diese Familie von Nachtschwärmern sie so herzlich aufnimmt und sie jederzeit willkommen heißt. Bis Jack ihr offenbart, dass sie wollen, dass sie eine von ihnen wird.

Amanda Hocking hat lange Zeit versucht, für ihre Bücher einen Verlag zu finden. Weil dies nicht gelang, bot sie ihre Geschichten als E-Books an und hat Millionen Dollar damit verdient.
„Unter dem Vampirmond – Versuchung“ ist der erste Band einer vierteiligen Reihe, die nun doch noch als gedrucktes Buch erscheint.
Die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Was macht wohl den Erfolg des Buches aus? Man weiß vom Klappentext, dass es sich um einen Vampir-Roman handelt, es gibt unzählige davon. Was macht Amanda Hocking anders?

Nun, sie hat keinen komplizierten Plot erfunden. Ihre Geschichte ist nicht vielschichtig und verstrickt, sondern von Einfachheit geprägt. Man kann sich also, auch wenn man nicht viel Fantasie hat, wunderbar hineinversetzen und diesen Traum, den Alice lebt, einfach mitträumen. Alice träumt von einem aufregenden Leben und von leidenschaftlicher Liebe. Aber nichts gibt es, ohne einen Preis dafür zu zahlen. Alice müsste ihr Leben als normaler Mensch aufgeben und selbst ein Vampir werden, wollte sie sich auch noch den Traum von der Unsterblichkeit erfüllen. Es geht sehr viel um Gefühle und Vorstellungen eines jungen Mädchens in diesem Buch. Da zügelt sich die Autorin kein bisschen, sondern bauscht Leidenschaft und Verlangen ordentlich auf. Herzklopfen ist angesagt.

Einerseits macht es sich die Autorin wirklich sehr einfach. Aber warum sollte ein Buch nicht einfach nur unterhaltsam und kurzweilig sein? Man muss beim Lesen nicht nachdenken, sich nicht besonders konzentrieren. Man kommt nicht ins Grübeln. Man muss keine komplizierten Erzählstränge auseinanderdröseln. Und auch keine große Zahl an Personen auseinanderhalten. Jedenfalls nicht bei diesem ersten Teil. Vermutlich wird es mit dem zweiten Teil ein wenig anders weitergehen. Das Ende weist jedenfalls daraufhin.

Rezensionen von Heike Rau

Amanda Hocking
Unter dem Vampirmond
Band 1: Versuchung
Aus dem Amerikanischen von Ines Klön
320 Seiten, Klappenbroschur
cbt, München
ISBN-10: 3570161358
ISBN-13: 978-3570161357
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Claire Knightley: Dark Heart

Claire Knightley: Dark Heart

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Die Gefahr scheint gebannt. Charles Solomon ist tot. Lydia ist nun Vertraute von Lilith McCleery, der Königin der Vampire. Immer noch ist sie mit Mark zusammen. Aber ihr Herz schlägt auch für Jack Valentine, der jedoch zurzeit nicht in ihrer Nähe ist. Jack ist in einem geheimen Auftrag für die Königin im hohen Norden unterwegs. In Gedanken hat Lydia noch Kontakt zu ihm. Doch Jack geht auf Distanz.

Dann verschwindet Solomons Leichnam. Erst glaubt man, er wäre entführt worden. Dann stellt sich heraus, dass er wieder auferstanden ist. Er setzt alles daran, seinen Weg weiter zu gehen und fährt fort, die Vampirfürsten zu beseitigen. Denn er will die Macht über alle Nachtgeschöpfe erlangen. Das Voynich-Manuskript könnte ihm eine Hilfe sein, auch wenn es unvollständig ist.

Solomon wird es auch auf Lydia abgesehen haben. So sucht sie Schutz bei Lilith McCleery. Dann geschieht etwas mit Jack. Lydia spürt es deutlich. Der Kontakt reißt schließlich ab und Lydia kann nur hoffen, dass Jack nicht in Lebensgefahr schwebt, auch wenn ein Vampir nicht so einfach umzubringen ist. Jacks Mission war viel wichtiger als Lydia dachte. Jack sollte das Voynich-Manuskript finden, bevor es Charles Solomon tut. Der ist nun aber im Vorteil und auch schon auf dem Weg, wie man weiß. Nun muss Lydia versuchen, ihm zuvorzukommen.

„Dark Heart“ schließt an den ersten Band „Dark Moon“ unmittelbar an. Man ist sofort wieder drin im Geschehen. Auch dieses Buch ist wieder äußerst spannend. Im Vordergrund steht der Kampf gegen Charles Solomon, einem wirklich gespenstigen Gegner, der immer wieder für böse Überraschungen sorgt.

Lydia muss sich ihrer Berufung stellen und sie tut dies mit sehr viel Mut, aber nicht kopflos. Sie hat nichts Heldenhaftes an sich. Deshalb überzeugt sie mit dem, was sie tut. Mark steht ihr zur Seite, obwohl er um ihre Gefühle zu Jack weiß. So schwingt eine traurige Stimmung zwischen den Zeilen. Lydia wird sich zwischen Mark und Jack endgültig entscheiden müssen. Aber sie will keine herzlose Entscheidung treffen. Das macht sie zu einer sehr sympathischen und vor allem glaubwürdigen Protagonistin.
Die Dinge entwickeln sich also auf eine faszinierende und super spannende Art weiter. Besonders das Ende ist spektakulär.

Rezensionen von Heike Rau

Claire Knightley
Dark Heart
2. Band
352 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473400688
ISBN-13: 978-3473400683
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Claire Knightley: Dark Moon

Claire Knightley: Dark Moon

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Wegen finanzieller Schwierigkeiten steht das Haus von Marks Eltern zum Verkauf. Emilia Frazetta, eine alte Frau, die überraschend jung aussieht, übernimmt die Villa. Emilia nimmt sofort viel Raum in Lydias Leben ein, die Marks Freundin ist. Als Emilia bei Nebel in Lydias altes Auto hineinfährt, gibt sie sich sehr hilfsbereit, kauft sogar einen neuen Wagen als Wiedergutmachung.
Lydias Großmutter, Roseann Kinequon, scheint Emilia zu kennen, gibt sich aber sehr bedeckt. Doch bevor Lydia mehr über Emilia herausfinden kann, stirbt diese an einer Hirnblutung. Als sie und ihre Mutter im Haus nach Unterlagen suchen, um eventuelle Verwandte ausfindig zu machen, stößt Lydia auf ein Buch mit alten Legenden, das sie mitnimmt. Unterlagen werden nicht gefunden, auch keine Hinweise auf den fremden jungen Mann, in dessen Begleitung man Emilia einmal gesehen hat. Mutter und Tochter vermuten die Unterlagen im Weinkeller, der allerdings abgeschlossen ist.

Aber nicht nur die bevorstehende Beerdigung drückt auf die Stimmung. Auch die seltsamen Tiermorde machen den Bewohnern der Gegend immer mehr Angst. Völlig blutleer werden die Tiere aufgefunden. Niemand kann sich erklären, was hier passiert sein könnte.

Als sich Mark, Lydia und ihre Mutter Zutritt zum Weinkeller verschafft haben, stellt sich heraus, dass Emilia unter einigen verschiedenen Identitäten gelebt hat.
Bei der Beisetzung taucht Emilias Nachlassverwalter auf. Er kannte die Verstorbene, ist aber auch nicht bereit, etwas mehr über Emilias Vergangenheit preiszugeben. Er ist ein unsympathischer Mensch, der andere manipuliert und mit Hypnose beeinflusst. Nur bei Lydia gelingt ihm dies zu seiner Verwunderung nicht. Auch den Anwalt schein Lydias Großmutter zu kennen. Sie ist von seinem Auftauchen alarmiert.

Als Lydia sich auf dem Weg von ihrer Großmutter nach Hause verfährt, weil sie in Gedanken ist, macht sie eine Entdeckung. Emilias Auto steht hier auf einem abgelegenen Parkplatz. Lydia folgt den Weg in den Wald hinein und entdeckt ein weiteres Tieropfer. Außerdem versteckt sich hier ein Fremder. Er bittet Lydia um Hilfe. Obwohl sie wegrennen und die Polizei verständigen sollte, hilft sie ihm, da er sonst sterben würde. Er ist der geheimnisvolle Liebhaber, mit dem Emilia gesehen wurde.

Die Geschichte wird von einer alten, sehr unheimlichen Legende getragen. Lydias Mutter wollte ihre Tochter immer davor bewahren und nun stolpert diese unvorbereitet in das Abenteuer. Doch Lydia ist interessiert und ihre Neugier überträgt sich bald auch auf den Leser.
Die Geschichte ist anfangs sehr geheimnisvoll und undurchsichtig, wird dann aber immer unheimlicher. Erst nach und nach wird deutlich, was man beizeiten ahnt, dass es um Vampire geht.

Das Besondere an diesem Vampir-Roman ist, dass die Autorin sich nicht nur an die üblichen Klischees hält, sonder auch neue Aspekte einfließen lässt, was den Vampir-Mythos angeht. Auch ist ihre Hauptfigur nicht blind vor Liebe. Sie hat bereits einen festen Freund und sieht die sich später für den Fremden entwickelnden Gefühle realistisch. Es entwickelt sich eine andere Art von Romantik.
Der ruhige Anfang und der spannende Mittelteil, mit überraschenden Wendungen, werden von einem aufregenden Ende beschlossen. Außerdem liest sich das Buch ausgesprochen flüssig.
„Dark Moon“ ist der erste Teil einer Reihe, der Lust macht auf das nächste Buch.

Rezension von Heike Rau

Claire Knightley
Dark Moon
Erster Band
345 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 347335337X
ISBN-13: 978-3473353378
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David Lozano Garbala: Puerta Oscura – Totenreise

David Lozano Garbala: Puerta Oscura – Totenreise

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Was da im Bad im Haus seiner Großmutter vor sich geht, kann Pascal nicht erklären. Beinahe hätte ihn eine geisterhafte Gestalt in den Spiegel gezogen. Das muss ein böser Traum gewesen sein.
Auch die Wahrsagerin, zu der Dominique ihn schleppt, versetzt ihn in Schrecken. Eigentlich hatte er nur wissen wollen, wie Michelle zu ihm steht.
An der Ghost-Party bei Jules Marceaux möchte Pascal im Grunde auch nicht teilnehmen. So hat er nicht mal eine geeignete Verkleidung. Auf dem Dachboden des Gastgebers sucht er schließlich nach etwas Brauchbarem und steigt in eine alte Kleidertruhe. Doch irgendetwas passiert und plötzlich ist Pascal darin gefangen. Es ist, als wäre er lebendig begraben, bis er den Tunnel in einer Truhenwand entdeckt.
Dieser führt Pascal in eine anderen unheimlichen Welt. Von den Toten erfährt er, dass er die Pforte durchschritten hat und sich auf dem Friedhof von „Montparnasse“ befindet, natürlich in einer anderen Dimension. Die Wahrsagerin hatte also Recht, auch wenn er das damals nicht verstanden hat. Aber hatte sie nicht auch gesagt, Michelle würde bei ihm sein?

Das Tor steht für Pascal nun offen. Er kann also zurück und auch wiederkommen, wenn er sich an bestimmte Regeln hält, die um jeden Preis einzuhalten sind, wenn ihm sein Leben lieb ist. So kehrt er zurück zur Ghost-Party in perfekter Verleidung. Seine Freunde kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Doch die Öffnung der Pforte hat etwas ins Rollen gebracht. Bald wird ein Lehrer ermordet aufgefunden. Zwei Partygäste, Raoul und Melanie, werden vermisst. Und dann verschwindet auch noch Melanie auf mysteriöse Art und Weise. Pascal ist nicht der einzige Reisende. Ein Untoter hat den Weg in die Welt der Lebenden gefunden und treibt hier sein Unwesen. Und Pascal ist, wie es scheint, der einzige, der diesen blutrünstigen Vampir in seine Welt zurückschicken kann.

Das Buch überrascht. Vampir-Romane gibt es schon so viele. Doch dieses ist anders. Auch wenn hier ebenfalls das Gute und das Böse gegeneinander kämpfen. Die Gegenspieler sind Pascal, ein ganz normaler Schüler, und dieser Vampir, der seine Mitmenschen täuscht. Er hat nur eins im Sinn, die Pforte zu zerstören und dafür geht der Blutsauger über Leichen.
Das Thema ist also inhaltlich sehr originell aufbereitet. Natürlich lebt auch diese Buch von Klischees, die man auch erwartet. Sie sind aber toll umgesetzt. Weiterhin sind die Charaktere sehr authentisch beschrieben. Und mancher ist hier für eine Überraschung gut. Die Rolle eines Akteurs ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.
Dazu kommt, dass die Geschichte in verschiedenen Welten, ja sogar mehreren Zeitepochen spielt. Dabei sind es die flotten Szenewechsel, die für ordentlich Tempo sorgen.
Das Buch ist spannend und zeitweise auch überaus gruselig und unheimlich. Selbst romantisch wird es, denn Pascal liebt Michelle. Vor allem für sie wird er zum Held.
Der Autor hat sich also viel einfallen lassen, damit über die 600 Seiten hinweg keine Langeweile aufkommt. Und trotzdem ist es ihm gelungen dem Leser noch Raum für die eigene Fantasie zu lassen.

Rezension von Heike Rau

David Lozano Garbala
Puerta Oscura
Totenreise
Aus dem Spanischen von Susanne Mende
607 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Loewe Verlag
ISBN-10: 3785568630
ISBN-13: 978-3785568637
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Lynn Raven: Das Blut des Dämons

Lynn Raven: Das Blut des Dämons

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Es geht zu Ende mit Dawn, so scheint es. Nur das Blut ihres Freundes Julien hält sie noch am Leben. Doch Julien muss Dawn allein lassen, um etwas zu holen. Das gerade sein Bruder Adrien in Dawns Nähe aufkreuzt, muss die junge Frau hinnehmen.
Julien ist nach Marseille aufgebrochen. Er hofft, das etwas dran ist, an den alten Legenden. Denn wenn, dann kann das Blut der Ältesten, das er aus seinem Versteck zu holen gedenkt, möglicherweise Dawn das Leben retten.
Adrien ist dagegen, dass Julien es als Heilmittel einsetzen will. Er würde Dawn lieber sterben sehen, als dass er zulässt, dass Julien die Gesetzte der Lamia bricht.

Als Julien zurück ist, geraten die Brüder unweigerlich aneinander. Julien gelingt es Adrien kampfunfähig zu machen. Es scheint aber, als würde das Mittel bei Dawn nicht anschlagen. Es geht ihr zusehends schlechter.
Abgelenkt werden die beiden von den neuen Heiratsplänen, die der Rat für Dawn geschmiedet hat. Onkel Flad überbringt die Nachricht telefonisch. Nur ein paar Tage kann Julien gewinnen, dann muss Dawn sich dieser Sache wohl oder übel stellen. Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes. Dawn macht den Wechsel durch und tut Julien in ihrer Unbeherrschbarkeit etwas an, womit beide nie gerechnet hätten.

Es geht diesmal ordentlich zur Sache. Die etwas melancholisch beginnende Geschichte wird zum Albtraum. Dawn und Julien werden aus ihrer romantischen Beziehung gerissen. Beide wandeln sich in ihrem Charakter, werden zu fast schon blutrünstigen Bestien. Und trotzdem schafft es die Autorin, dass man die Sympathie zu ihnen nicht verliert. Die beiden haben im Grunde keine Wahl.

Es wird ein ordentliches Tempo vorgelegt. Aus hochspannender Unterhaltung entwickelt sich der blanke Horror. Man wundert sich, dass kein Blut aus dem Buch tropft oder vielmehr spritzt. Da muss man als Leser schon hin und wieder die Zähne zusammenbeißen, um die Fassung nicht zu verlieren. So unglaublich Mitreißendes liest man nicht oft.

Am Ende tritt die Autorin dann auf die Bremse. Zu sehr allerdings. Da fehlt es dann an Tiefgang, was die Glaubwürdigkeit schmälert. Es wirkt als wäre die Luft raus und das nach allem was passiert ist. Von Horror wieder auf pure Romantik runterzuschalten, ist eben keine einfache Sache.
Sehen muss man natürlich das Buch im Ganzen. Für Fans der Genre Horror und Fantasy ist es unbedingt zu empfehlen. Es ist der beste und überzeugendste Teil der Trilogie. Nach „Der Kuss des Dämons“ und „Das Herz des Dämons“ und nun nach „Das Blut des Dämons“ ist man eigentlich nicht bereit, sich von Dawn und Julien zu trennen.

Rezension von Heike Rau

Lynn Raven
Das Blut des Dämons
446 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
ISBN-10: 3800055392
ISBN-13: 978-3800055395

Bettina Belitz: Splitterherz

Bettina Belitz: Splitterherz

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Kaulenfeld ist ein kleines Dorf im Westerwald. Hierher ist die Familie aus Köln gezogen. Elisabeth gefällt es in der Einöde nicht, auch wenn ihre Eltern da ganz anderer Meinung sind. Elisabeth wird von unerklärbaren Träumen und Angstgefühlen geplagt. Selbst tagsüber hat sie keine Ruhe. Den seltsamen geisterhaften Reiter, dem sie im Wald begegnet, hält sie für eine Erscheinung, bis sie ihn kennen lernt. Elisabeth beobachtet ihn heimlich in der Turnhalle beim Training und erkennt ihn an seinen Bewegungen wieder. Von Colin Blackburn geht eine seltsame Faszination aus, die ihr unerklärlich ist. Der junge Mann zeigt sich unnahbar. Eigentlich müsste Elisabeth auf Abstand gehen, doch sie lässt nicht locker, ihm näher zu kommen. Bald muss sie erkennen, dass zwischen ihm und ihrem Vater eine unheilvolle Verbindung besteht. Ihre Liebe zu Colin stürzt ihre Familie in Verzweiflung, denn bisher Verschwiegenes, wird offenbar. Trotzdem gibt sich Elisabeths Vater weiter rätselhaft. Er verbietet seiner Tochter den Umgang mit Colin. Weil Elisabeth nicht auf ihn hören will und kann, entwickelt sich eine schicksalhafte Beziehung zwischen ihr und dem jungen Mann, deren Fortbestehen in einer Katastrophe zu enden droht.

Die Geschichte ist sehr romantisch. Gefühle spielen also eine Hauptrolle im Buch. Elisabeth verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Mann, zu dem sie besser Abstand halten sollte. Aber jegliche Vernunft kommt ihr abhanden, weil sie ihre Gefühle nicht mehr im Zaum halten kann. Von Anfang an ist es eine unheilvolle Verbindung. Gruselige und unwirkliche Szenen verursachen beim Leser Gänsehaut. Nur nach und nach offenbart die Autorin Geheimnisse.
Colin ist eine sehr mysteriöse Person. Man kann ihn schlecht einschätzen. So muss man auch annehmen, dass Elisabeth seine Gefährlichkeit unterschätzt. Sie schlägt alle Warnungen in den Wind. Colin als Vampir zu bezeichnen, wäre falsch. Er hat es nicht auf das Blut seiner Opfer abgesehen. Und trotzdem raubt er etwas, das auch lebenswichtig ist.

Dass die Eltern ihrer Tochter vieles verschwiegen haben, macht das Buch noch einmal spannender. Man weiß nie so recht, woran man ist und kann so gut nachvollziehen, wie Elisabeths handelt. Die Faszination, die Elisabeth für Colin empfindet, auf den Leser zu übertragen, gelingt der Autorin ganz gut. Es kommt eben darauf an, inwieweit man bereit ist zu glauben und sich auf die Geschichte einzulassen.
Das Buch ist in sich abgeschlossen. Es ist aber der Auftakt zu einer Trilogie. Man darf also darauf hoffen, dass sich Elisabeth und Colin wieder begegnen.

Rezension von Heike Rau

Bettina Belitz
Splitterherz
632 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
script 5 im Loewe Verlag
ISBN-10: 3839001056
ISBN-13: 978-3839001059

Nina Blazon: Totenbraut

Nina Blazon: Totenbraut

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Eigentlich sollte Jasna nicht vor ihrem 16. Lebensjahr verheiratet werden. Doch der Fremde Jovan VukoviÄ sucht eine Frau für seinen Sohn. Der Gutsherr hat Geld und Jasnas Vater ist bereit, eine seiner sieben Töchter zu verkaufen. Die beiden älteren kommen nicht infrage und so muss Jasna gehen. Noch am Tag ihrer Ankunft wird sie mit Danilo verheiratet. Sie weiß, dass sie ihn nie lieben wird. Schon in der Hochzeitsnacht versucht sie zu fliehen, doch der alte Simeon redet es ihr aus. Jasna fühlt sich auf dem Gut nicht wohl. Es herrscht ein Unfriede, den sie sich nicht erklären kann. Auch im Dorf hält man nichts von ihrer neuen Familie und so wird Jasna mit ausgegrenzt. Doch sie findet Menschen, die mit ihr sprechen. Dušan, ein fahrender Holzfäller, und auch Frauen, die ebenfalls keinen guten Stand in der Gemeinschaft haben. Jasna hört, dass Danilo gar nicht Jovans Sohn sein soll, sondern Gorans. Danilos Mutter hat ihn am Grab geheiratet, so wie es gegen ihren Willen bestimmt wurde. Marja war eine Totenbraut. Damit begann das Unheil. Goran kehrte wieder.

Die Männer aus dem Gut sind verflucht und von der Kirche ausgeschlossen. Es ist eine unheimliche Gegend. Die tote Marja ist auf eine furchterregende Weise allgegenwärtig. Nema, die stumme Alte, zu der Jasna am Anfang noch etwas Vertrauen hatte, wendet sich bald ab. Danilo ist nicht bereit, so wie sein Vater es wünscht, Nachkommen mit Jasna zu zeugen. Das Gespinst aus Lügen, Geheimnissen und Rätseln wird immer dichter. Doch Jasna will dem Aberglaube keine neue Nahrung geben. Sie will herausfinden, was wirklich auf dem Gut und im Dorf vorgeht.

Es gibt sie, die Bücher, die man nicht einfach nur liest, sondern verschlingt. „Die Totenbraut“ ist eines davon. Die Geschichte beginnt im Jahre 1731 im heutigen Serbien. Im Anhang kann man lesen, was an historisch Belegtem der Geschichte zu Grunde liegt.
Mit Fantasie ausgefüllt, ist daraus ein spannendes Buch geworden, getragen vom Aberglaube jener Zeit, romantisch und gruselig zugleich.
Die Stimmung im Buch wird vor allem vom Schreibstil der Autorin getragen. Sie versteht es, die richtigen Worte zu finden. Diese perfekte Ausformulierung lässt die Geschichte fließen. Man lebt diese förmlich mit, fühlt sich nah an Jasnas Seite, die wahrhaft Albtraumhaftes erlebt. Sie ist eine zarte Persönlichkeit, so dass ihre Stärke überrascht. Dušan nennt sie „Distel“. Das passt sehr gut.
Auch wenn Jasna ihren Mann nicht liebt, so ist das Buch doch auch eine Liebesgeschichte. Dušan, der fahrende Holzfäller, wird zum Mann ihrer Träume. Man sieht ihn als Retter bis er sich als Schlitzohr entpuppt.
Das Vampir-Thema wurde auf eine interessante Art und Weise aufgegriffen. Keine Klischees, sonder wirklicher Volksglaube liegt der Geschichte zugrunde.

Rezension von Heike Rau

Nina Blazon
Totenbraut
429 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473353043
ISBN-13: 978-3473353040