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Schlagwort: Hirnforschung

Jens Foell: Mein Gehirn, das Denken & ich – Wie wir unser komplexestes Organ besser verstehen und benutzen

Jens Foell: Mein Gehirn, das Denken & ich – Wie wir unser komplexestes Organ besser verstehen und benutzen

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Eine Gebrauchsanweisung für das Gehirn? Vielleicht ist das gar keine so schlechte Idee, schließlich nutzen wir es ja ständig, wenn auch die meiste Zeit unbewusst, denn wer denkt schon beim Denken ans Gehirn? Der Hirnforscher Dr. Jen Foell beleuchtet im Buch die Erkenntnisse, welche die Forschung bis heute gewonnen hat. Da ist viel Interessantes dabei. Das Spannendste ist, dass wir Einfluss auf unser Denkorgan nehmen können.

Den Inhalt des Buches zusammenzufassen, ist nicht einfach, da es inhaltlich schon ziemlich vollgepackt ist mit Wissenswertem. Es liest sich aber problemlos. Und obwohl es manche Punkte sicher wert sind, sich näher damit zu befassen, habe ich es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen, weil es mich so gefesselt hat. Es gibt auch keine Verständnisprobleme für Laien, denn es wird viel in erzählendem Ton erklärt und das auf ausgesprochen unterhaltsame und teils sogar humorvolle Weise.

Es ist schon spannend, zu sehen, wie das Gehirn im Detail funktioniert, warum wir den ganzen Tag am Denken sind, was uns befähigt zu lernen oder wie unsere Gefühle gesteuert werden. Auch wer denkt, alles im Griff zu haben, kann komplett falsch liegen. Schon allein, weil das Gehirn einen manchmal anlügt, falsche Erinnerungen präsentiert, an Denkfehlern festhält oder schlicht nicht richtig ausgeschlafen ist. Aber es gibt Strategien, die hilfreich sein können.

Interessant fand ich auch die Ausführungen zu Chatbots wie ChatGPT und hier insbesondere den Vergleich zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Und was diese neue Technologie betrifft, wagt der Autor auch einen spannenden Blick in die Zukunft. Er hat das Buch übrigens aus gutem Grund entsprechend ohne die Hilfe einer KI geschrieben.

Ein wirklich interessantes Sachbuch, das einen tiefen Einblick in die Welt der Neuropsychologie gewährt! Ich habe viel gelernt, einige Denkfehler ausmerzen können und weiß jetzt, dass der IQ nicht alles im Leben ist.

Rezension von Heike Rau

Jens Foell
Mein Gehirn, das Denken & ich – Wie wir unser komplexestes Organ besser verstehen und benutzen
240 Seiten, Klappenbroschur
Droemer, Mai 2026
ISBN-10: 3426568446
ISBN-13: 978-3426568446
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Franzobel: Einsteins Hirn

Franzobel: Einsteins Hirn

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Eigentlich soll Albert Einstein nach seinem Tod umgehend verbrannt werden. Doch der Pathologe Thomas Stoltz Harvey erdreistet sich, bei der Autopsie das Gehirn zu entnehmen, nicht ahnend, dass es ihn über 40 Jahre lang begleiten wird. Die Familie empört sich, aber schließlich stimmt der Nachlassverwalter Otto Nathan, der auch ein enger Freund Albert Einsteins war, unter gewissen Bedingungen einer entsprechenden Forschungsarbeit zu, die den Pathologen allerdings gnadenlos überfordert. Harvey will der Genialität des Physikers auf die Spur kommen, hat aber nicht die entsprechenden Möglichkeiten. Er pokert hoch, wird berühmt und zahlt dafür einen Preis. Er lügt, hält hin und erfindet dies und das. Aber er ist fasziniert von diesem Hirn, das von ihm zersäbelt und konserviert in Einmachgläsern ausharrt und schließlich beginnt, mit ihm zu sprechen.

Die Jahre kommen und gehen. Das Rad der Geschichte dreht sich weiter. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in das Leben des Pathologen und das Zeitgeschehen. Das Hirn des Nobelpreisträgers beendet seine berufliche Laufbahn, bringt ihm Ärger ein, lässt drei Ehen scheitern, setzt ihn unter Druck und zieht Aufmerksamkeit auf sich. Und doch will er es nicht hergeben.

Es ist eine erstaunliche Geschichte entstanden, die sich genau so ereignet haben könnte oder zumindest so ähnlich. Der Rahmen stimmt jedenfalls und die Hintergründe sind perfekt recherchiert und soweit Tatsache. Und so einiges, das die Geschichte spannender macht, ist mit viel künstlerischer Freiheit und einem gewissen Hang zu bissiger Ironie eingewoben. Das funktioniert ganz gut. Es ist schon interessant, wie der Autor die Vorstellungskraft anregt, indem er Personen zeichnet, das Zeitgeschehen einfließen lässt und Begebenheiten auf seine Weise ausschmückt. Das nicht eben geradlinig verlaufende Leben des Pathologen Thomas Stoltz Harvey ist auf faszinierende Weise dargestellt. Im letzten Drittel zieht es sich allerdings dann doch ein bisschen.

Rezension von Heike Rau

Franzobel
Einsteins Hirn
544 Seiten, gebunden
‎Paul Zsolnay, Januar 2023
ISBN-10: 3552073345
ISBN-13: 978-3552073340
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