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    Die Liebhaber unserer Mutter

    Von Claudine Borries | 8.März 2007


    Ulrike Edschmid hat einen Erinnerungsroman geschrieben.
    Beginnend in den letzten Kriegsjahren des zweiten Weltkriegs wirkt die Geschichte vom ersten Moment an lebendig und sehr anschaulich.
    Ein Liebhaber der Mutter erzählt den Kindern die Geschichten aus Tausend und eine Nacht und sie betrachten den Himmel über der Rhön, wo ihnen die Sternbilder erklärt werden.
    Ein anderes schönes Bild ist der über die Rhön segelfliegende Vater, an den sich die Erzählerin aber nicht mehr erinnern kann.

    Unbeschwert und heiter schildert U.E. mit amüsierter Distanz und gleichzeitiger Empathie, wie es sich im Krieg mit einer allein erziehenden Mutter und einem Bruder auf einer Fluchtburg in der Rhön leben ließ. Daß diese Zeit keinesfalls leicht zu ertragen und zu bewältigen war, ist aus vielen Nachkriegsberichten und Familienromanen gleichen Genres bekannt.
    Ungewöhnlich aber ist das Einfühlungsvermögen der Erzählerin, wenn sie über den im Krieg gefallenen Vater berichtet und sein Verhältnis zur Mutter als glücklich aber schwierig bezeichnet. Er war ein Frauenheld und Verführter des Naziregimes, dem das böse Erwachen und mögliche Niederlagen im Leben nach dem Kriegsende durch den Tod erspart blieben. In den Augen der Tochter war und blieb er der einzige Mann der Mutter.

    U.Edschmid gibt nicht vor, als kindliche Erzählerin aufzutreten, sondern berichtet aus der Perspektive der Erwachsenen aus eigenem Erleben und den Berichten der Mutter, wie es im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland zuging.
    Die glückliche Gabe der Mutter, sich den täglichen Anforderungen zu stellen und schwierige Fragen des Alltags zu lösen, wird von der Tochter mit Bewunderung vermerkt.
    Selbst leidvollste Erfahrungen wie Kindstode kann diese starke Mutter verkraften.

    In einem munteren Erzählton geht die Geschichte über die vielen Liebhaber der Mutter weiter. Sie verstand es, sich das Glück zu nehmen, wenn sich die Gelegenheit dazu bot, ohne sich von ihrer einmal gewonnenen selbst bestimmten Lebensweise zu trennen. Da taucht einmal ein Student auf, ein Hausarzt und der Mann der schönen Schwester. Kein Liebhaber bleibt lange, weil die Mutter ihre einmal gewonnene Selbständigkeit vor einem möglichen tristen Alltag in Abhängigkeit bevorzugt.

    Nicht nur die kleinen Alltäglichkeiten machen die Erzählung aus, sondern der ganze Rahmen eines Lebens unter Verlusten und Neuorientierungen bestimmte den Tag.
    Es ist keine Verherrlichung oder Idealisierung zu spüren. Diese Mutter ruhte in sich selber und war mit der glücklichen Gabe der Zufriedenheit ausgestattet.
    Das alles versteht U.Edschmid mit einer Sprache zu erzählen, die eine gewisse Leichtigkeit erkennen läßt.
    Dass die Mutter spät noch zu Glück, einem Studium und Beruf kam, der ihren eigentlichen Möglichkeiten entsprach, zeigt das abgerundete Bild einer Frau, der die Anerkennung der Leser gelten wird. Daneben gilt die Anerkennung einer Erzählerin, die in feinsten Details eine Lebenswirklichkeit wiedergibt, der kein falscher Ton anhaftet.
    Unbedingt lesenswert!

    Ukrike Edschmid
    Die Liebhaber unserer Mutter
    Kriegserinnerungen
    ISBN:3458173080
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