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    Dr. Olivier Ameisen: Das Ende meiner Sucht

    Von hera | 7.September 2009

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    Dr. Olivier Ameisen schildert in seinem Buch, wie er den Kampf gegen die Alkoholsucht gewonnen hat und gibt damit Betroffenen neue Hoffnung

    Es ist eine spektakuläre Entdeckung die Dr. Ameisen dazu bewogen hat, diese Buch zu schreiben. Er hat ein Heilmittel gegen seine Alkoholsucht gefunden. Dem voraus geht eine lange Karriere als Alkoholiker, von der er berichtet. Dr. Ameisen erzählt von seinen für ihn nicht auszuhaltenden Angstzuständen, die er nur mit dem Griff zur Flasche ertragen konnte.
    Dr. Ameisen beweist durch seinen beruflichen Erfolg, dass es ihm nicht an Willenskraft und Entschlossenheit fehlt. Er geht gegen seine Sucht mit Entzug, Therapien und Medikamenten an. Lange Zeit gesteht er vor anderen seine Alkoholprobleme nicht ein, hofft immer wieder einen Weg zu finden, davon loszukommen. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich allerdings immer mehr, so dass Dr. Ameisen nicht mehr als Arzt praktizieren kann. Was die Alkoholsucht betrifft, forscht er weiter. Er ist der Ansicht, dass er der Sucht nur entkommen kann, wenn die Grundursache, seine Angstzustände, behoben sind. Eines Tages hört er von dem muskelrelaxierenden Medikament Baclofen. Seit Jahren wird es erfolgreich eingesetzt. Laut neuesten Studien scheint es auch gegen Suchverhalten zu helfen. Hellhörig geworden, recherchiert er nach und kommt zu der Ansicht, dass es für ihn infrage kommt. Kein Arzt will ihm das Medikament verschreiben, nicht gegen die Sucht. Gegen seine Muskelverkrampfungen dagegen schon, auch wenn er die Dosierung so für ihn nicht stimmt. Im Selbstversuch gilt es herauszufinden, wie Baclofen bei ihm wirkt. Der Erfolg ist als spektakulär zu bezeichnen.

    Dr. Olivier Ameisen beschreibt im Buch seinen langen Leidensweg als Alkoholiker. Es ist schwer mit anzusehen, wie er trotz seiner Intelligenz und seiner Willensstärke es nicht schafft, die Sucht zu besiegen. Als Arzt weiß er, dass vielmehr dahintersteckt, dass es nicht ausreicht sich zusammenzureißen und den ärztlichen Rat zu befolgen. So erklärt er das Wesen dieser Krankheit auf anschauliche, nachvollziehbare Art und Weise. Als Leser kommt man nicht umhin, Vorurteile über Bord zu werfen.
    Die Entdeckung, dass Baclofen gegen Süchte helfen könnte, ist spektakulär. Dr. Ameisen ist praktisch der Erste, der beweist, dass diese Annahme stimmt. Das bedeutet aber nicht, dass nun jedem Suchtkranken Baclofen zur Verfügung gestellt werden kann. Was es für ein langer Weg dahin ist, beschreibt Dr. Ameisen in seinem Buch ebenfalls. Schließlich soll das Medikament sicher sein in der Anwendung. Bürokratische Hürden müssen genommen werden. Studien sind teuer und aufwändig. Es ist zermürbend mit anzusehen, wie viele Jahre ins Land gehen, wo doch die Hilfe für Suchtkranke zum Greifen nah scheint. Dr. Ameisen gibt nicht auf. Als Arzt hat er die Möglichkeit sein Ziel voranzutreiben. Und auch das Buch wird ein Stück weit dazu beitragen. Es ist für Betroffene, Angehörige, Ärzte, Therapeuten, Forscher und Interessierte eine spannende Lektüre.

    Rezension von Heike Rau

    Dr. Olivier Ameisen: Das Ende meiner Sucht
    in Zusammenarbeit mit Hilary Hinzmann
    Aus dem Englischen von Ursel Schäfer
    320 Seiten, gebunden
    Verlag Antje Kunstmann
    ISBN: 978-3888975851
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    ... 12.918 Aufrufe 14 Kommentare » | Kategorie Sachbuch | Tags , , , | Trackback: URL/trackback

    14 Kommentare to “Dr. Olivier Ameisen: Das Ende meiner Sucht”

    1. Linkliste Baclofen « Innenansichten des Alkoholismus meint:
      15.Oktober 2009 at 13:48

      [...] Das Buch von Oliver Ameisen liegt in einer deutschen und englischen Fassung vor. Eine Rezension gibt es hier. [...]

    2. Heiko meint:
      18.Oktober 2009 at 13:00

      Dieses Buch ist Anfang September 2009 auf Deusch erschienen und erzählt die bewegende Geschichte eines hochbegabten Mediziners, dessen Leben im Alkohol versinkt. Es ist aber auch die Geschichte einer aufsehenerregenden Entdeckung. Dr. Ameisen beschreibt sehr ausführlich den Selbstversuch mit „Baclofen“. Er nimmt dieses Muskelentspannende Mittel seit 2 Jahren und berichtet über gute Erfahrungen.Selbst als Betroffener und sehr Skeptisch habe ich dieses Buch gelesen.Ich bin begeistert endlich gibt es ein Mittel gegen Alkoholsucht. Was Baclofen mit mir gemacht hat ist schon unglaublich. Ich fühle mich gut bin wieder motiviert, habe absolut kein Craving (Saufdruck) und die Gedanken sind frei von Alkohol. Ich habe wieder richtig Spass am Leben gehe häufiger aus und habe mich beim Fitnessstudio angemeldet,was vor ein paar Wochen noch undenkbar war.Ich war zwar trocken habe es aber nie zur zurfriedenen Abstinenz gebracht.
      Danke Dr.Ameisen

    3. hera meint:
      19.Oktober 2009 at 05:55

      Das ist wirklich toll, Heiko, wenn man solche Erfolgsmeldungen hört!! Weiterhin alle Gute!

    4. Ines Wutzler meint:
      26.Oktober 2009 at 13:32

      Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, mich aber dafür ausführlich im Internet belesen.
      Nach fast 30 Jahren Kampf mit der Angst,Panik,
      Alkoholabhängigkeit und Benzodiazepan bin ich den selben Leidensweg gegangen wie Herr Ameisen.
      Das Ende vom Lied ist, das ich vor 4 Jahren meinen
      krisensicheren Job im öffentlichen Dienst verloren
      habe. Dann ging gar nichts mehr. Selbst ohne die
      Suchtmittel war ich wegen der Angst und Panik nicht mehr in der Lage ein eigenständiges Leben zu führen. Ich habe mir einen Betreuer genommen und wohne seit dem in einem Heim. Nun habe ich seit 3 Jahren keinen Tropfen Alkohol und auch keine Benzos mehr genommen,aber auch bei mir ist die Angst schon vor meiner Abhängigkeit aufgetreten und auch jetzt ist diese Versagensangst immer noch da. Das schlimme ist, ich komme jetzt keinen Schritt weiter. Jeder sagt,
      ob Betreuer, Sozialarbeiter oder Arzt, ich soll den nächsten Schritt wieder zurück in die Selbstständigkeit gehen.Aber die Angst ist stärker. Was ist, wenn das schiefgeht? Wenn die Sucht dann wieder Vorrang hat, nur um die Anst zu besiegen? Ich bin 45 J. und habe eigentlich nicht
      das Ziel, Zeit meines Lebens in einem Heim zu verbringen.
      Was mache ich, wenn ich meinen Arzt nicht davon überzeugen kann, mir Baclofen zu verschreiben?
      Wahrscheinlich begebe ich mich dann auf die Suche nach einem anderen.
      Wie gesagt, ich bin seit 3 Jahren trocken, aber es ist trotzdem ein täglicher Kampf mit der Angst zu leben. Baclofen macht nicht abhängig und das Leben kann man sich damit auch nicht nehmen, also was spricht dagegen?
      Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich bei meinem Kampf unterstützt.
      Vielen Dank
      Ines

    5. Michael meint:
      7.November 2009 at 19:33

      Hallo Ines,

      ich bin zwar selbst nicht Alkoholabhängig, aber leider eine Menge Leute in meinem Bekanntenkreis.

      Ich habe gehört das Baclofen in Spanien in den Apotheken frei erhältlich ist.
      Ich würde es mal im Rahmen eines Urlaubes auf Mallorca oder einer anderen Urlaubsinsel versuchen.

      Viel Glück Michael

    6. Klaus meint:
      23.Februar 2010 at 17:58

      Kleiner Tipp: Du bekommst Baclofen per Import aus Spanien im Andalusienshop. So mache ich das auch. :-)

    7. Ali meint:
      11.Oktober 2010 at 20:21

      Ich wünsche Herrn Ameisen alles Gute und allen von Sucht betroffenen Menschen auch. Ich glaube wir Nicht-Süchtigen können uns gar nicht vorstellen wie schrecklich das Leben in diesem Teufelskreis ist. Auch weiß ich das Süchtige oft abgestempelt werden, es muss in der Gesellschaft ein größeres Bewusstsein für Ihre Krankheit geschaffen werden. Niemand richtet sich einfach so aus “Spaß an der Freude” zu Grunde.

    8. Petrocelli meint:
      3.November 2010 at 12:44

      Hallo,

      ich leide seit gut 25 Jahren an Angststörungen und bin gerade bei einem Selbstversuch mit Baclofen meine Angst und Panik zu ‘heilen’. Alkohol war nie mein Problem, aber ich bin dennoch guter Hoffnung, das es auch ohne Suchtproblematik hilft.

      Wer den Verlauf verfolgen will, kann dies in meinem Blog unter : http://www.angst-nein-danke.de

      Über Twitter hier: @AngstFrei

      Vielen Dank an Euch!
      Petrocelli

    9. Berndo meint:
      24.März 2011 at 14:01

      Habe viel über das Buch gehört und auch reingelesen. Meinem Bruder habe ich es geschenkt
      auch den Beitrag von Heiko weitergeleitet, da ich finde, das es einen Versuch für einen Ausweg gibt
      ..doch wie wir alle wissen, muss der Betroffene selbst erjkennen, wann es soweit ist. Aus meiner Sicht wäre er schon lange soweit…

    10. Jacqueline meint:
      18.August 2011 at 18:25

      Das Buch ist super!!!!! Habe mir Baclofen im Andalusien-Shop besorgt- kann es nur weiterempfehlen!!!! Nach unendlichen Versuchen von dem Alkohol weg zu kommen einschließlich Klinikaufenthalt ect. habe ich Dank Dr. Oliver Ameisen etwas gefunden was wirklich hilft!!!!
      Verstehe nur nicht das es in deutschland nicht zugelassen wird!
      Jedenfalls wünsche ich NIEMANDEN durch die Hölle der Alkoholsucht oder überhaupt einer Sucht zu gehen! Ich glaube die Betroffenen können mir nachempfinden!
      Good Luck!

    11. Jacqueline meint:
      18.August 2011 at 18:30

      @Berndo zwecks den Beitrag vom 24.11.
      Ich kann nachvollziehen was Dein Bruder durchmacht- und du hast recht er muß selber einsehen das es so nicht weitergehen kann.

      Aber Baclofen hilft! Ich weiß es weil ich erst auch nicht geglaubt habe weg zu kommen oder “nur” mal ein Glässchen mir nicht schaden würde…. alles Blödsinn!

      Alles Gute

    12. hansjörg gaube meint:
      20.Oktober 2011 at 23:34

      habe das buch mit grossem interesse gelesen.bin alkoholiker und drogen süchtig.ich war in den lezten jahren schon 9mal in einer entzugsklinik in pfäfers (schweiz).habe baclofen schon vor einem jahr mit meinem arzt besprochen,leider ohne erfolg.bin nun seit 5 tagen wieder zuhause.bekomme von meinem hausarzt naltrexin,werde es 28 tage testen und erst dan beckomme ich baclofen.bin ein wenig verunsichert da die nebenwirkungen von naltrexin sehr hoch sind.verstehe unsere ärzte nicht warum nicht baclofen direkt.ich bin überzeugt von diesem medikament würde auch an einer studie mitmachen.bin 41 und suche einen anker

    13. Burkhard Schröer meint:
      27.Juni 2012 at 17:59

      Nach Langem warten, habe ich heute Baclefon bekommen.Ich werde das Med. einnehmen, in der Hoff-
      nung Einiges Ändern zu können. Ich will und möchte mein Leben zu Ändern. Werde euch auf dem Laufenden halten. BUS

    14. Didier meint:
      10.September 2012 at 19:52

      Nehme seit Freitag nach heftigem Rückfall und nach 6monatiger ziehmlich qualvoller Abstinenz, nun Baclofen. Ich habe einen Hausarzt, der mich mit Hingabe begleitet und mir nun auf meine Bitte hin “Baclofen” off-label verschrieben hat.
      Im Augenblick bin ich bei 37,5 mg und es ist fast wie ein Wunder! Meine Ängste, auch bei mir ein Symptom für über 40 Jahre Abhängigkeit, werden weniger und ich verspüre keinerlei craving.
      Ich kann es kaum glauben, daß ich dank Dr. Olivier Ameisen, nun endlich auf ein selbstbestimmtes, suchtfreies und endlich gesundes Leben hoffen kann.

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