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    Vater,Vater lichterloh

    Von | 18.April 2002

    In zwei skurrilen, witzigen Erzählungen wird der Tod in unserer heutige Welt mit ihren Eigenheiten aufgespießt und zu Thema gemaht.
    Worum geht es ?
    Die erste Erzählung behandelt die Trauerfeier für einen im frühen Alter von 34 Jahren verstorbenen Masseur.
    Alle möglichen und unmöglichen Leutchen versammeln sich in der Kirche, um des Toten zu gedenken. Pater Jolliffe hält die Gedenkrede.
    Auch er hat den Toten sehr persönlich gekannt, wie so viele der Anwesenden.
    In der Menge herrscht Unruhe und Angst, denn die Todesursache ist unklar.
    Da Clive, so heißt der Verstorbene, ganz offensichtlich als Masseur neben den eigentlichen Gesundheitsaufgaben darüber hinaus noch andere Gelüste der Klienten befriedigt hat, steht die Vermutung im Raum , daß er an Aids gestorben sein könnte. Man spürt wachsende Spannung, da jeder sich fragt, was der Verblichene einem jeden womöglich hinterlassen haben könnte.
    Alleine die Idee, anläßlich der Trauerfeier eines Verstorbenen etwas über die Ängste, den Zustand einer bestimmten Gesellschaftsschicht, die Erleichterung bei Bekanntwerden der Todesursache zu schreiben , hat mich erheitert.
    Pater Jolliffe kann am Ende glücklich einen Dankgottesdienst zelebrieren!
    Das Ganze wird mit einer gewissen Leichtigkeit und einem skurrilen Witz dahererzählt,–wirklich, es ist unterhaltsam und aufschlußreich, intelligent und humorvoll , so daß trotz der möglichen Tragik der Geschichte ein Lachen bleibt.

    In der zweiten , der Titelgeschichte : Vater,Vater lichterloh, wird noch drastischer die Hand auf die Wunde der Gesellschaft gelegt.
    Der Vater von Midgley liegt im Sterben. Außer dem Sohn erscheint so nach und nach die ganze Familie: Bruder, Schwester, Nichte,Neffe ,Kinder und die Enkelkinder.
    Die Anmerkungen und Handlungen der Besucher offenbaren, mit wieviel Heuchelei, Verlogenheit und Scheinheiligkeit dem Tod begegnet wird.
    Einzig die jüngeren Kinder sind ganz unbefangen im Erledigen des Sterbens, indem sie zu ihrer Tagesordnung übergehen.
    Midgley, der Sohn des Sterbenden, scheint gequält von dem Gedanken, wie er sich nun von seinem Vater verabschieden und trennen soll.Er ist die längste Zeit bei ihm, nur nicht im entscheidenen Augenblick!
    Mit so viel Witz, mit dem die Hilflosigkeit und Angst vor dem Tod demaskiert wird, habe ich noch nicht über das Sterben reden hören . Es ist ein gutes, treffend beschriebenes Bild, in dem uns der Tod als das erscheint, was er ist:fremd und unerklärlich, fern den Lebenden, die sich mit Liebe, Hass und Lust beschäftigen. Der Humor, mit dem uns das alles dargeboten wird, macht den Tod verträglich , so daß der Leser schmunzelnd an eigene Erfahrungen denken mag. Das Buch sollte unbedingt jeder lesen, der dem Tod in einer leichten Aufmachung begegnen möchte.
    Claudine Borries

    Alan Bennett
    Vater,Vater lichterloh
    Zwei Geschichten um den Tod einmal mit Humor erzählt….
    ISBN:3803131685
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