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    Weiberwirtschaft

    Von hera | 26.Februar 2004

    1482. Um die Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und Magdeburg zu festigen, wird die Ehe zwischen Richard Alemann, Sohn einer Magdeburger Patrizierfamilie und Regina Jessen, Tochter eines Hamburger Kaufmanns, arrangiert. Gebildet soll sie sein, diese Regina. Singen, tanzen und musizieren könne sie. Wahrscheinlich ist sie hässlich. Doch Richards Befürchtungen bestätigen sich nicht. Seine anverlobte Braut ist eine Schönheit. Er freut sich schon aufs Brautbett. Doch es kommt etwas dazwischen. Als er sich nach einer Feier mit zuviel Zerbster Bitterbier am Ufer der Elbe erleichtern will, findet er zu seinem Schrecken die Leiche des Kaiserlichen Rats Wulffenstein. In seinem Rachen steckt ein blutverschmiertes Dokument, welches an die Hansestadt Hamburg gerichtet ist. Und in der Hand hält der Ermordete einen gut gefüllten Geldbeutel. Das ist ein ungewöhnliches Zeichen – nur für was? In diesen abscheulichen Mordfall will der junge Stadtschreiber Richard sich nicht verwickeln lassen. So geht er nicht zum Stadthaus und alarmiert die Wache, sondern nach Haus in sein Bett.
    Doch so leicht kommt er nicht davon. Schon am nächsten Morgen stehen zwei grimmig dreinschauende Angehörige der Stadtwache vor seinem Bett. Als Mörder scheint Richard überführt, denn er hat am Elbufer etwas zurückgelassen. Und seine blutverschmierten Hände sind ebenfalls sehr aussagekräftig.

    Das Buch beginnt überaus turbulent und geht auch so weiter bis zum Schluss. Es ist das reinste Vergnügen, den Zeilen zu folgen und vor mittelalterlicher Kulisse zu beobachten wie Intrigen gesponnen, Pläne geschmiedet und wenn alles schief läuft, eben improvisiert wird. Die Akteure sind herrlich lebendig, schlagfertig und einfallsreich, auch wenn so machen Schuss nach hinten losgeht. Es geht hoch her, hauptsächlich dann, wenn die Frauen, die ja eigentlich in dieser Zeit nicht viel zu sagen haben, sich einmischen. Besonders aufregend gezeichnet ist die Figur der Regina Jessen, die ihren Bräutigam auch lieb gewonnen hat und ihn nicht im Kerker verrotten lassen will. Sie ist die treibende Kraft, nutzt ihre Bildung und ihren wachen Verstand und unternimmt etwas, um den Mord aufzuklären und ihren Verlobten reinzuwaschen.
    Das Lachen kann man sich beim Lesen des Krimis kaum verbeißen, so herrlich ironisch und witzig ist das Buch geschrieben. Eine Katastrophe jagt die nächste und so mancher Akteur stellt sich sagenhaft blöd an. Immer wieder kommt völlig Unerwartetes dazwischen.
    Kurz – dieser Krimi hat ordentlich Feuer. Den muss man einfach lesen!

    Rezension von Heike Rau

    Waltraud Lewin / Miriam Margraf
    Weiberwirtschaft
    Ein Hansekrimi
    205 Seiten, Taschenbuch
    Die Hanse / Sabine Groenewold Verlage, Hamburg
    ISBN: 3-434-52810-5
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