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    Der Blaubeersommer

    Von hera | 25.Mai 2005

    Ratsche ist fassungslos, als ihre überforderte Mutter ihr eröffnet, dass sie den Sommer bei ihren Urgroßcousinen Tilly und Penpen Menuto in Maine verbringen soll. Viel Zeit zum Nachdenken hat sie allerdings nicht, denn am selben Abend geht es schon los. In der Hektik wird sogar Ratsches Koffer zu Hause stehen gelassen. Aber die schrecklich alten Tanten wohnen sowieso weit ab vom Schuss, da spielt das nicht so eine große Rolle. Sie nehmen Ratsche auch nicht allzu gerne auf. In ihrem fortgeschrittenen Alter könnten sie jederzeit sterben. Und dann sitzt Ratsche allein mitten im Wildniswald, kann nicht mal Autofahren oder Hilfe herbeitelefonieren. Diese Funktion gibt es nicht, mit dem Telefon der alten Tanzen kann man nur angerufen werden. Und einfach in die nächste Stadt zu laufen, ist wegen der Bären unmöglich.

    Tilly und Penpen erzählen Ratsche uralte Geschichten aus ihrem Leben. Dabei sind die Leute, um die es geht, schon längst unter der Erde. Sie erzählen von ihren Familiengeheimnissen und wie sie aus den Blaubeeren, die hier in Massen wachsen, eine Geschäftsidee entwickelt haben. Die Tanten leben weiter in ihrer eigenen Welt mit selbstgewählter Einsamkeit. Ratsche passt gut dazu. Doch dann wird die Ruhe gestört. Die hochschwangere Miss Madison und ihre Pflegetochter Harper haben die falsche Straße erwischt und sind nun hier auf Glen Rosa gelandet statt im Waisenhaus. Aber das ist kein Problem. Kurz entschlossen nehmen die schrulligen Tanten auch Harper bei sich auf. Schließlich braucht Ratsche Gesellschaft. Und so kommt Leben in das alte Haus. „Sie hat was von einem angezündeten Knallfrosch“, sagt Penpen einmal und bringt damit Harpers Charaktereigenschaften auf den Punkt. Doch auch sie lebt sich ein. Beide Mädchen wollen auf Glen Rosa bleiben. Ratsche und Harper, sind 13 und 14 Jahre alt, die Tanten über neunzig. Ihr Ziel ist es, am Leben zu bleiben, bis die Mädchen erwachsen sind.

    Ferien bei chaotischen Tanten in einem alten Haus zwischen Blaubeeren und wilden Bären. Das ist sicher kein geeigneter Aufenthalt für junge Mädchen. Für Ratsche und Harper, die in ihrem bisherigen Leben nichts zu lachen hatten, bringt dieser Aufenthalt jedoch die Wende. Auch wenn die Tanten chaotisch, vergesslich, schrullig und seltsam sind, sie geben ihre über die ganzen Jahre angestaute Liebe an die Mädchen weiter und versuchen ihnen eine Zukunft zu geben. Erzählt wird die Geschichte auf eine ganz besonders tiefgründige Art und Weise, mit einer Mischung aus Melancholie und schwarzem Humor. Die Autorin verzaubert mit ihrer Geschichte und bringt eine ganz außergewöhnliche Stimmung zum Tragen, der man sich nicht entziehen kann. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen und einmal beendet, nimmt man sich vor, es irgendwann noch einmal zu lesen, ganz in Ruhe und mit Genuss.

    Über die Autorin:
    Polly Horvath, geboren 1957 in Kalamazoo/Michigan, begann mit acht Jahren zu schreiben. Sie ist Autorin zahlreicher preisgekrönter Kinder- und Jugendbücher. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und den beiden Töchtern in Metchosin, Kanada.

    Rezension von Heike Rau

    Polly Horvath
    Der Blaubeersommer
    268 Seiten, gebunden
    Bloomsbury Kinderbücher und Jugendbücher
    ISBN: 3-8270-5016-2
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