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    Zugzwang

    Von Claudine Borries | 14.Oktober 2007

    Ronan Bennett Zugzwang Bloomsbury Berlin
    ISBN 3827006813

    Im den vorrevolutionären Jahren um 1914 geht es in Petersburg ungemütlich zu.
    Dr. Otto Spethmann, ein Psychoanalytiker, betreibt eine gut gehende Praxis Petersburg. Hier finden Patienten Hilfe in seelischer Not.
    Leider erweisen sich einige von Spethmanns Patienten in vielfache revolutionäre Machenschaften verstrickt.

    Die Vorzeichen der Revolution sind allenthalben spürbar.
    Geheimdienste des Zaren, Bolschewiki, Kriminelle,–hier tritt jeder mit eigenen Zielen an und bekämpft den anderen.
    Die murrenden, sich auflehnenden Revolutionäre bereiten den Sturz des Zarenreichs vor. Man will die Gunst der Stunde zu einem Komplott nutzen und das Zarenregime durch ein Attentat beenden. Im Zentrum steht ein spektakuläres Schachturnier, bei dem auf perfide Art und Weise eine Entscheidung fallen soll. Vorbild ist das epochale Petersburger Schachturnier von 1914, bei dem erstmals Großmeister ermittelt wurden.
    Einige der wichtigsten Protagonisten stammen aus dem polnischen Judentum. Ihnen wird eine besondere Rolle zu eigenem politischen Nutzen zugedacht.

    Die gesponnenen Intrigen sind unzählbar. In den Vorstellungen der Drahtzieher sind alle Mitspieler nur Marionetten zur Erreichung des angepeilten Ziels.

    Anhänger der sich bekämpfenden Gruppierungen suchen bei Spethmann Hilfe,–und trachten danach, sein Wissen über den jeweiligen Gegner auszuspionieren. Spethmann gerät mit den Regeln der Psychoanalyse in Konflikt, wenn er zu Aussagen über seine Patienten von der einen oder anderen Seite gedrängt wird. Unwillentlich gerät er in den Mittelpunkt der Intrigen.

    Verfolgungen, Morde und konspirative Treffen führen den Leser in die Irre. Man weiß nicht, wer auf welcher Seite steht, und wer mit wem zusammenspielt.
    Spethmann gerät in Zugzwang wie beim Schachspiel und muß um sein Leben bangen.
    Mit Phantasie und Einfallsreichtum ist die Geschichte ausgestattet. Liebe, Mord, Täuschungen und Begegnungen führen zu laufendem Szenenwechsel. Das Schachspiel als Parabel auf das Leben gibt der Geschichte einen anspruchsvollen Anstrich.
    Für Schachspieler bietet das Buch den besonderen Anreiz, dass Schachpartien in Bild und Gespräch abgebildet werden.

    In rasantem Tempo wechseln Handlungsstränge und Schauplätze.
    Verwegen und verwinkelt bewegt sich die Handlung auf ein Ende zu, das unerwartet, passend und sogar realistisch aussieht.

    Da man mit den politischen Verhältnissen in Russland vor der letzten Revolution von 1917 konfrontiert wird, rückt ein Stück damaliger Zeitgeschichte ins Blickfeld.

    Ronan Bennett hat den filmreifen Roman mit vielen Tricks zu einem spannenden Politthriller ausgearbeitet.

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