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    Leila Slimani: All das zu verlieren

    Von Claudine Borries | 19.Mai 2019

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    Ein sehr unglückliches Wesen bildet die Hauptfigur dieses kleinen Romans.

    Adèle ist Mitte dreißig. Sie hat alles was sie will: einen netten Mann, den Arzt Richard, ihren kleinen Sohn Lucien und ein auskömmliches Leben. Aber all das genügt ihr nicht!
    Sie selbst ist eine lustlos ihrer Arbeit nachgehende Journalistin.

    Immer auf der Suche nach dem großen Glück stürzt sie sich von einer Liebschaft in die nächste. Von der Sexualität erwartet sie sich die letzte große Erfüllung. Das lässt sie von einem Mann zu anderen taumeln, denn sie bekommt nicht, was sie sucht.
    Sie scheut keine Mühen, sich heimlich auf die Suche nach dem besten Liebhaber zu machen.
    Dazu gehören die Heimlichkeiten, die Lügen, die Langeweile einer Ehe, die im täglichen Einerlei versinkt und die brutalen Fantasien, mit denen sie Befriedigung zu erreichen trachtet.

    Leila Slimani hat ein Gespür für die abartigen Charaktere und die innerlich kaputten Menschen, die in krankhafter Weise dem Glück hinterherlaufen. Das hat sie schon mit ihrem Roman „Dann schlaf auch Du“ bewiesen. Diese innerlich zerbrochenen Frauen bieten reichlich Anlass, einmal psychologisch den Ursprüngen ihrer verkorksten Vergangenheit nachzugehen.

    Doch leider ist hier die Ursachenforschung nur wenig ergiebig.

    Die Sexsucht ist eine Krankheit. Sie wird nur selten erkannt und als solche benannt.

    Die ausschweifenden Fantasien und immer neuen Versuche, sexuelle Erfüllung zu erlangen, misslingen gründlich. Hier wird eine Frau beschrieben, die sich selbst nicht lieben kann und damit auch niemanden sonst. Ihr Mann und der Sohn bleiben auf der Strecke. Richard ist als Chirurg nicht geschult genug, um die Defizite im Charakter seiner Frau wahrzunehmen und entsprechende Schritte zu unternehmen, sie in eine Heilbehandlung zu vermitteln. Auch er hat Defizite, denn er stellt sich nicht wirklich der Realität. Er ergeht sich in Träumen, die ihn seine Frau zurückgewinnen lassen könnten und richtet den Blick auf eine Zukunft, in der sie als altes Paar noch ein wenig Glück bei einander finden würden. So dümpeln alle Figuren und besonders Adèle in ihrer Sehnsucht nach Erfüllung und vor allem nach Liebe vor sich hin.

    Berücksichtigt man die Herkunft von Leila Slimani aus Marokko, so ist dieses Werk eine Provokation gegen die traditionsreichen und hierarchisch geordneten Verhältnisse ihres Ursprungslandes. Dazu aber ist die Geschichte zu westlich orientiert angelegt, so dass man keinen Ansatz für einen Zusammenhang erkennt.

    Der LeserIn wird den endlosen sexuellen Gelüsten der Hauptprotagonistin ausgesetzt, und es bietet sich keine Gelegenheit nach Entlastung und Leichtigkeit. All das zu verlieren bleibt die einzige Alternative. Eine traurige, düstere und lüsterne Atmosphäre macht die Lektüre schwer verdaulich. Es gibt nur den Untergang, keine Hoffnung.

    Leila Slimani hat schon eindrucksvollere Einblicke in ihr Können geboten!

    Leila Slimani
    All das zu verlieren
    224 Seiten, gebunden
    Luchterhand Literaturverlag, 13. Mai 2019
    ISBN-10: 363087553X
    ISBN-13: 978-3630875538
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