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Autor: Claudine Borries

Yejide Kilanko: Der Weg der Töchter

Yejide Kilanko: Der Weg der Töchter

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Nigerianisches Familienleben heute.

Hier wird die Geschichte eines mutigen, aufgeweckten und neugierigen kleinen Mädchens in Nigeria erzählt.

Sie wächst in einer lauten, freundlichen und lebhaften Großfamilie in Ibadan/Nigeria auf. Der Vater ist Geschäftsmann und viel unterwegs. Es geht der Familie wirtschaftlich gut. Sie bewohnt ein hübsches großes Haus. Im Verwandtenkreis nimmt man Anteil an einander und hilft sich gegenseitig. Morayo und ihre kleine Schwester Eniayo sind zwei fröhliche Kinder, die erfolgreich die Schule besuchen. Später werden sie sogar studieren.

Die Ereignisse umfassen den Zeitraum zwischen 1982 bis 2007.

Das unbeschwerte Leben für Morayo endet sehr plötzlich, als der Cousin Tayo, genannt Bros T, in die Familie aufgenommen wird. Seine Mutter, eine von vielen Verwandten, hat um Hilfe gebeten, weil sie mit ihrem verzogenen Sohn nicht mehr fertig wurde.

Er stellt den Frauen nach, lügt, ist ein Flegel und nicht sehr erfolgreich in seinen schulischen Leistungen.

Morayo wächst inzwischen zum Teenager heran. Sie ist hübsch und gut mit ihrem Schulfreund Kachi befreundet. Ist nicht sogar erste Liebe mit im Spiel?

Wie bei allen Völkern der Erde ist die Pubertät eine aufregende Zeit. Morayo und Kachi pflegen eine zugleich zärtliche aber zurückhaltende Beziehung. Kachi zieht eines Tages mit seiner Familie fort aus Ibadan. Er und Morayo erleben die erste schmerzliche Trennung ihres Lebens.

Als Bros T in der Schule bessere Leistungen erbringt, versöhnt sich Morayos Vater mit ihm und erkennt ihn zunehmend an. Außerhalb des Hauses verkehrt er jedoch in anrüchigen Kneipen mit ebenso anrüchigen Freunden. Dann beginnt er Morayo nachzustellen und wird zudringlich. Morayo findet sich daraufhin verfemt und abseits der Familie wieder. Das glückliche Familienleben ist zu Ende. Sie trägt ihr Leid lange alleine, bis sie bei einer älteren Cousine mit ähnlichen Erfahrungen Unterstützung findet.

Die Annäherung des brutalen Cousins an Morayo zeigt in ihren tragischen Auswirkungen das ganze Maß weiblicher Unterdrückung, von dem Frauen hier wie anderswo betroffen sind. Man glaubt nicht dem Opfer sondern misst diesem eine Mitschuld zu. Morayo hat einen langen Irrweg vor sich. Ihre Beziehungen zu Männern bleiben lange gestört.

Yejide Kilanko ist eine feinsinnige und sensible Beobachterin. Sie ist selbst in Nigeria geboren und aufgewachsen. Ihre Geschichte zeugt von ausdrücklicher Kenntnis über des Leben, Lieben und Aufwachsen in Nigeria.

Mit ihrer aufrüttelnden Erzählung macht sie sich zur Sprecherin der unterdrückten Frauenwelt in ihrem Heimatland. Atemlos folgt man dem Schicksal Morayos, das erst über Umwege und zahlreiche Stolpersteine zu einem guten Ende führt. Wütend begreift man, wie verstörend für ein Mädchen die Verständnislosigkeit der Eltern sein muss. Aus dem verschreckten jungen Mädchen wird später eine kämpferische Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

In ihrem breit angelegten Familienepos einer nigerianischen Familie erfährt man viel über die Riten und Geflogenheiten in dem Land.

Heiraten und Kinderkriegen sind auch hier noch erstrebenswerte Ziele für Eltern mit ihren Kindern. In den aufgeklärten und gebildeten Kreisen aber ist Berufstätigkeit durchaus erwünscht.

Die Autorin gewährt uns mit ihrer Familiengeschichte einen umfassenden Blick in ihr Land. Hier kämpfen Aufklärung und Vergangenheit noch um die Vormacht mit einander.

Yejide Kilanko
Der Weg der Töchter
384 Seiten, gebunden
Graf Verlag, März 2013
ISBN-10: 386220037X
ISBN-13: 978-3862200375
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Eberhard Rathgeb: Kein Paar wie wir

Eberhard Rathgeb: Kein Paar wie wir

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Schwestern auf gemeinsamen Lebenspfaden.

Die Schwestern Vika und Ruth sind aus Hitlerdeutschland mit den Eltern Mitte bis Ende der dreißiger Jahre nach Argentinien geflüchtet. Hier hat der Vater seine Lebensgrundlage als Brückenbauer gefunden und führt in der Familie ein eisernes Regiment, während die Mutter im Haushaltsalltag untergeht. Sie hat den Abschied aus ihrem Dorf irgendwo in Deutschland nie verwunden.

Beide Mädchen haben eine triste und belastende Kindheit mit dem von der schwermütigen Mutter geprägten Kinderalltag hinter sich. Sie können sich mit etwa dreißig Jahren aus den Zwängen des herrschsüchtigen Vaters und der depressiven Mutter befreien. Zuerst wandert Ruth nach New York aus. Später folgt Vika der Schwester, und beide leben glücklich wie in ihrer Kindheit eng zusammen. Sie sprechen  fließend drei Sprachen und sind beruflich gut etabliert. Hier in New York geht es ihnen gut, und sie genießen das Leben ihrer Zweisamkeit. Sie sind wahrlich ein ungewöhnliches Paar!

Jetzt sind sie alt und in ihren Gesprächen ziehen die Jahre noch einmal an ihnen vorbei. Teils melancholisch und teilweise trotzig bekräftigen sie ihre Entscheidung, keinen Mann und keine Kinder gewollt zu haben. Gewiss gab es da den einen oder anderen Verehrer. Doch sie sind sich sicher, dass ihrer beider Beziehung sie vor unnötigen Enttäuschungen oder Irrtümern bewahrt hat. Kein Mann und keine Kinder: das ist nach ihrer Meinung die wahre Freiheit, die sie sich erhalten haben. In ihrer beinahe symbiotischen Zweisamkeit scheinen sie das Glück ihres Lebens gefunden zu haben.

In geradezu zärtlicher und rührender Weise veranschaulicht uns Eberhard Rathgeb die Wohnung, das Behagen und die täglichen Verrichtungen der beiden Schwestern. Ihre Reflexionen bewegen sich in ruhigen Bahnen. Da gibt es keine unnötigen Aufregungen oder gar Streitereien. Sie sind sich so zugetan wie nur möglich. Das Leben ihrer Kindheit erleben sie in der Rückschau allerdings als niederdrückende, sprachlose und freudlose Hölle. In ihrem Lebensrückblick erfährt man hautnah, wie traurig das Leben im Elternhaus war. Erst spät lernten sie mit dem Abschied aus dem Elternhaus ihr Leben selbständig zu gestalten. Die Trennung durch den Tod befreite sie  schließlich von den eher bedrückenden Eltern. Große Reisen boten ihnen den Blick auf die Welt außerhalb ihrer engen Grenzen. Als aber Ruth, die ältere der beiden Schwestern, nach dem Tod von Vika übrig bleibt, kommt einem das ganze Elend des Alters und Alleinseins zu Bewusstsein. „Ich werde die Welt nicht mehr sehen. Mir bleiben nur die kleinen Dinge. Ein Teller, eine Gabel, ein Tisch, ein Stuhl, ein Fenster…..“ Kann man besser nachempfinden, wie leer das Leben zum Ende hin sein kann?

Abschied, Heimatlosigkeit und Einsamkeit sind die Begleiter der überlebenden Schwester Ruth.

Eberhard Rathgeb hat ein großartiges in einer bilderreichen Sprache erdichtetes Lebensbild zweier ungewöhnlicher Schwestern gezeichnet, das lange im Gedächtnis haften bleibt.

Eberhard Rathgeb
Kein Paar wie wir
192 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag, Februar 2013
ISBN-10: 3446241310
ISBN-13: 978-3446241312
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Delphine de Vigan: Das Lächeln meiner Mutter

Delphine de Vigan: Das Lächeln meiner Mutter

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Ein Leben voller Emotionen und gravierender Einbrüche.

Die wunderschöne Mutter der Autorin Delphine de Vigan umgibt eine geheimnisvolle Aura aus Schönheit, Sensibilität und Geheimnis.

Delphine möchte Näheres über ihre Mutter in Erfahrung bringen.
Wer und wie war diese Person, die sie einst tot aufgefunden hat?

In ihrem Buch befasst sie sich intensiv mit der Herkunftsfamilie, in der es zahlreiche Kinder und Anverwandte gab. Ihre Mutter Lucile gehörte zu den älteren Schwestern einer großen Geschwisterschar. Man erlebt ein lautes, munteres und selten intensives Familienleben. Jedes Jahr kommt ein neues Kind dazu, und Lucile kann sich nicht vorstellen, dass die Fruchtbarkeit der Mutter womöglich einmal enden könnte. Gesellige Runden und ein lebhaftes Miteinander bestimmen den Familienalltag. Der tragische Tod eines kleinen Bruders, der in einem Brunnenschacht ertrunken ist, wirft einen ersten Schatten von Tod und Verzweiflung auf das Leben Luciles.

Es ist das Geheimnis um ihre Mutter, das die Autorin antreibt, sich intensiver mit dem Leben dieser Frau zu befassen.

Sie wechselt erst im zweiten Teil zur Icherzählung, um ihre eigene Eingebundenheit in den Familienclan zu dokumentieren.

Herausgekommen ist mit ihrer Geschichte das Psychogramm einer Familie, in der es alles gab: Schönheit, Vitalität, Lebendigkeit, inzestuöse Bedrängungen, Zusammenhalt, Unglück und vieles andere mehr, das zum Bild dieser Großfamilie gehörte.

Die Autorin verstand erst nach und nach, dass das runde und gute Bild nicht dem wahren Kern der Familie entsprach. Die freie und offene Erziehung imponiert der Erzählerin. Erst spät merkt die Autorin, welche Tücken in dieser Erziehungsform lauerten.

Delphine de Vigan zeigt sich als einfühlsame Schriftstellerin. Sie bringt mit feinem Gespür für das Hintergründige die Licht- und Schattenseiten ihrer Herkunftsfamilie zur Entfaltung.

Die Erinnerungen an ihre Mutter Lucile, die sehr früh schon Mutter geworden war, sind durchzogen von Angst um deren seelische Gesundheit. Lucile hatte einen fragilen Charakter, zahlreiche Liebhaber und immer wieder Schübe von manisch-depressiven Phasen. Sie musste schließlich in die Psychiatrie eingewiesen werden und war von nervöser Zerrissenheit, die sich ihrer Umwelt massiv mitteilte. Ihre Töchter wuchsen zeitweise beim Vater und immer wieder auch bei der Mutter auf.

Delphine de Vigan kann in ausdrucksstarken Bildern über die Labilität ihrer Mutter reflektieren. In ihnen zeigt sie ihre eigene unruhige und beängstigende Kindheit.

Durch alle Familiengeschichten hindurch zieht sich das Interesse Delphines am Schicksal ihrer Mutter. Sie hat dieser schönen, interessanten und von Emotionen unterschiedlichster Qualität gebeutelten Frau ein humanes und mitreißendes Denkmal gesetzt. Bei allen schrecklichen Erfahrungen, die sie mit ihrer Mutter durchstehen mussten, haben sie und ihre Schwester in unergründlicher Weise einen tiefen Zugang zu ihr gesucht und kaum wirklich gefunden. Geblieben ist eine innere Zuneigung, die sich erst bei ihrem Tod wirklich zeigt.

Die gesamte Familiengeschichte ist in ungewöhnlicherweise lebendig, bunt und erlebnisreich. Zahlreiche psychische Störungen findet man bei einzelnen Familienmitgliedern, so dass sie alle von immer währenden neuen Schrecknissen bedroht zu sein scheinen.

Das Buch der Erinnerung über eine psychisch labile Frau und ihren Lebenskampf ist ergreifend und anrührend. Man legt es nachdenklich und berührt über die wechselnden Gefühlsausbrüche aller Beteiligten aus der Hand.

Delphine de Vigan lebt mit ihren beiden Kindern in Paris.

Delphine de Vigan
Das Lächeln meiner Mutter
384 Seiten, gebunden
Droemer, März 2013
ISBN-10: 3426199467
ISBN-13: 978-3426199466
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Susann Pásztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

Susann Pásztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

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Heilslehre und Liebessehnsucht als seltsame Symbiose.

Etwas mokant eröffnet die Teilnehmerin eines Meditationswochenendes ihren Bericht mit Eindrücken über die „Mitspieler“ und den Seminarleiter dieses Kurses.

Es geht um stundenlanges Stillsitzen und Schweigen im Wechsel mit Haus- und Gartenarbeit und erklärenden Worten des Seminarleiters Gerald. Mila, unsere Hauptprotagonistin, ist leicht amüsiert bis angeödet von einer schnarchenden Mitbewohnerin und von den malerisch-buddhistisch sich gerierenden Teilnehmern dieses Meditationskurses. Das „Nicht mehr denken Wollen“ macht wohl allen zu schaffen, und auch Mila kann sich häufig nicht wirklich dem „Nichts“ und der Gedankenleere in diesen Sitzungen überlassen. Zwischen Transzendenz und Gegenwart mäandern ihre Gedanken hin und her. Zuletzt ist sie froh, als der Kurs sein Ende findet.

Ist es Scharlatanerie oder besitzt die Lehre von der Meditation eine ernsthafte Heilwirkung?

Just hier aber beginnt eine neue Episode!

Susann Pásztor stellt uns einen neuen Protagonisten vor. Dieser beginnt eine heilig-unheilige Affäre mit Mila, den zwei Teilnehmern unter vielen anderen in der Gruppe.
Eine Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, die traurig, ernst, heiter, verliebt endlich und unendlich zu sein scheint.

Meditation und Selbstfindung, Liebe, Vergangenheit und geliebt werden, Schicksal und Endsagen sind die Kernpunkte dieses Romans, in dem es neben der Heiterkeit und der Liebe auch um die Lebensformen geht, die ein jeder für sich wählt, und die immer die Gegenpole von Glück und Unglück sein können. Es handelt sich um einen netten, weise, klug und leicht zu lesenden Roman mit Tiefgang und Wahrheitsgehalt. Susann Pásztor erzählt witzig und genau, wie das Leben so spielt, und nicht immer haben wir Menschen alles in der Hand!

Schon mit dem Roman „Ein fabelhafter Lügner“ hat sich Susann Pasztor hervorgetan. Sie kann wirklich schreiben!

Susann Pásztor
Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts
256 Seiten, broschiert
KiWi-Paperback, März 2013
ISBN-10: 3462045261
ISBN-13: 978-3462045260
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Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde

Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde

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„Meine 500 besten Freunde“, das sind mehr oder weniger wichtige oder anerkannte Größen im Berliner Polit- und Showgeschäft. „Dazu zu gehören“ ist alles, dafür würde man womöglich sogar die eigene Seele verkaufen. So jedenfalls lesen sich die Geschichten von Damen, Herren, Journalisten und solchen, die es sein möchten. Wer im Restaurant „Borchardt“ in Berlin verkehrt, hat es zu etwas gebracht. Aber natürlich nicht alle! Zuweilen möchte man nur gesehen werden, sich in der Gunst der Stunde sonnen und schlicht gesagt „mehr scheinen als sein“. Die Eitelsten der Eitlen, die Angeber, Gernegroße und wer sie nun alle sein mögen: Filmsternchen, Journalisten, Politiker und Theaterleute kommen dort zusammen. Auch der Dirigent Daniel Barenboim ist hier schon gesehen worden. Er gehört zu den hoch geachteten Honoratioren der Stadt.

Johanna Adorján benutzt zum Einstieg in ihr Buch mit Porträts ihrer besten Freunde das Treffen zweier Freundinnen. Klatsch und Tratsch bieten den Hintergrund, mit dem sich auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten „tout Berlin“ trifft, um sich zu zeigen, gelegentlich anzugeben, sich im Ruhm des Gegenübers zu sonnen, hintergründige Affären zu offenbaren oder mit dem eitlen Gehabe einer  wichtigtuerischen Gemeinde das Treffen dort zur Show hoch zu stilisieren.

Dennoch: Klatsch regiert die Welt, und so ist das Buch eine unterhaltsame Studie über die eingebildeten oder vorhandenen Fähigkeiten und das Gebaren einiger, die das Gesellschaftsbild der Hauptstadt Berlin mit prägen.

Freundinnen sind oft geheime Rivalinnen um die Ehemänner oder Liebsten ihrer getäuschten Partnerinnen.

Mit einem ebenfalls enttäuschten Journalisten, der sich vergeblich einen Preis gewünscht hat, empfindet man Mitleid. Seine Ehe ist ein Desaster, nur er hat das bisher nicht erkannt.

Doch gibt es in Berlin auch die Drogenabhängigen und die Lebeleute, die sich einfach das Leben schön machen wollen. Ob sie alle glücklich sind? Man darf daran zweifeln.

Die Autorin kann Witz mit trockenem Humor verbinden und auf eine ernste und komische Weise dieses Panoptikum unserer Berliner Gesellschaft karikieren. Sie schreibt mit der nötigen Distanz, die einem die Gesellschaft am Ende nahe bringt.

Eine unterhaltsame Lektüre ist ihr mit ihrem zweiten Buch gelungen, die allerdings nicht ganz an die erste mit dem Titel „Eine exklusive Liebe“ heranreicht, in der sie sich mit dem Schicksal ihrer Großeltern auseinander gesetzt hat.

Johanna Adorján ist eine hervorragende Feuilletonistin, deren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fast immer mit besonderer Freude zu lesen sind.

Johanna Adorján
Meine 500 besten Freunde
256 Seiten, gebunden
Luchterhand Literaturverlag, Februar 2013
ISBN-10: 3630873545
ISBN-13: 978-3630873541
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Tomas Gonzalez: Das spröde Licht

Tomas Gonzalez: Das spröde Licht

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Eine Geschichte von Liebe, Schmerz und Verlust…

Die Familie von David aus Kolumbien ist glücklich und zufrieden, bis sie ein unvorhergesehenes tragisches Unglück trifft: Jacobo, der älteste Sohn, wird bei einem Autounfall schwer verletzt, und es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Er ist vom Hals ab gelähmt und kämpft einen verzweifelten Kampf um die Rückkehr ins Leben.

Früher hat die Familie in Miami gelebt und zuletzt in New York, wo David als Maler Erfolg hat. Die drei Söhne gehen ihren Studien– und Schulbesuchen nach. Wir schreiben das Jahr 1999.

Die Familiengeschichte mit den charaktervollen Söhnen und der hübschen und tatkräftigen Mutter Sara ist eingebettet in ein lebhaftes Familienleben, in dem es bis dahin keine Betrübnis gab. David hat einen grünen Daumen, so dass er hübsche Gewächse in den Räumen und auf den Balkonen gepflanzt hat. Ein Papagei und der Kater Cristóbal ergänzen das Leben in dieser Oase des Friedens.

Nach Jacobos Unfall ändert sich das Leben der Familie komplett.

Über längere Zeit muss der Sohn mit den heftigsten Schmerzen leben, bis er und seine Familie zu einer schweren Entscheidung finden.

Jacobo beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil er die Schmerzen nicht mehr ertragen kann. In Gedanken und Taten begleiten ihn Familienmitglieder und Freunde, und diese Zeit des Abschieds ist dramatisch und packend in ihrer Dynamik.

David ist zuletzt alt und bereits Witwer als ihn die Erinnerung an Sara und die Söhne noch einmal tief in die Vergangenheit blicken lässt.

Tomas Gonzalez schreibt emphatisch, tief verbunden mit seinen Figuren und mit Leidenschaft und Verve. Vor uns entfaltet er in einer blumigen  Sprache das Familienleben einer Latinofamilie von gehobenem Stand in Amerika. Seine Protagonisten mit ihrem Leid der Unheilbarkeit und der Verzweiflung bieten die eine Seite der Geschichte. Die andere zeigt das Leben in Miami und New York und später das in Kolumbien. Die Geräusche der Straße, der Duft der Blumen und die Pracht der Bäume im Central Park sind äußerst gegenwärtig.

In einer so innigen und zugleich sachlichen Weise hat man selten über Freundschaft, Liebe, Altern, Tod und Vergänglichkeit gelesen. Hier liegen Glück und Schmerz, Freude und Verlust nahe beieinander. Im Ton überzeugend und echt erlebt man jeden einzelnen mit den Gefühlen von Abschied und Erinnerung. Doch bleibt der Rahmen immer einer der verstehenden Zuwendung mit zärtlichen Familienbindungen.

Die Übersetzer haben sich in das fremde Leben eingefühlt und sind bemüht, auch in der Übersetzung die gleichen Effekte zu erzielen, wie im Original. Mir scheint das sehr gelungen.

Es ist ein kurzer aber inhaltsvoller kleiner Roman, in dem man sich den Menschen und den Hauptdarstellern eng verbunden fühlt.

Tomas Gonzalez ist ein bemerkenswerter latein-amerikanischer Dichter, dessen Entdeckung sich lohnt.

Tomas Gonzalez
Das spröde Licht
176 Seiten, gebunden
S. FISCHER, 2.Auflage, September 2012
ISBN-10: 3100266056
ISBN-13: 978-3100266057
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Pierre Bost: Ein Sonntag auf dem Lande

Pierre Bost: Ein Sonntag auf dem Lande

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Liebenswertes Landleben.

Monsieur Ladmiral lebt ein ruhiges und beschauliches Leben auf dem Lande nicht weit von Paris entfernt.

Seine Haushälterin Mercédès hält alles so weit in Ordnung. Der Alte ist schon ein wenig schrullig, und man meint, ihn vor sich hinknurren zu hören. Zuerst hält man ihn für einen kleinen Angestellten, der seinen Lebensabend genießt. Doch weit gefehlt davon ist er ein passabler Maler, nicht besonders ambitioniert aber mit nicht geringen Auszeichnungen versehen. Er lebt ein glückliches Leben.

Jeden Sonntag kommt sein Sohn Gonzague, auch Edouard genannt, mit Frau und drei Kindern zu Besuch. Auch dieser hat sich an der Malerei versucht, ist jedoch daran gescheitert,–zum Glück für Monsieur Ladmiral, der die Kunst als sein Metier betrachtet. Dass Edouard Kaufmann wurde, passt aber auch nicht so recht in das Weltbild seines Vaters. „Ins Büro gehen war für Monsieur Ladmiral ein Zeichen von Knechtschaft und Armseligkeit“.  Gonzague lässt keine Anzeichen von Weltläufigkeit erkennen und ist mit sich und dem Dasein im Kolonialwarenhandel zufrieden.

Dieser Sohn, dessen drei Kinder und die Schwiegertochter sind eher ein Ärgernis als eine Freude für Monsieur Ladmiral. Gonzague ist zu geflissentlich, die Schwiegertochter nervig und die drei Kinder sind ganz nett werden aber ständig zur Ordnung gerufen.

Erst als Irène, die Tochter des Hauses, zur Tür hereinschneit, wird der alte Herr munter. Sie ist so ganz das Gegenteil von der spießigen und anbiedernden Sohnesfamilie. Ein frischer Wind scheint mit ihr aufzukommen, denn sie ist offen, zu Scherzen aufgelegt und einfach eine große Freude für ihren Vater. Er weiß nicht viel von ihr, kann sich nur vorstellen, dass sie ein sehr anderes Leben lebt, als er es gewohnt war. Ob sie ein wenig damit seine eigenen verdrängten Träume auslebt? Zwischen Bruder und Schwester steht es nicht gerade zum Besten.

Der 1945 zum ersten Mal veröffentlichte Roman von Pierre Bost ist ein poetisches und ruhiges kleines Meisterwerk, in dem der Provinzalltag seine Urständ feiert. Wie ein impressionistisches Bild mutet einen die Erzählung an. Pointillistisch dahin getupft erstrahlen die ländlichen Farben, an denen der alte Maler seine Freude hat. Landluft, Mittagsruhe und die ewig gleichen Gespräche zu jedem Sonntagsbesuch sind einerseits Ritual andererseits aber auch Anlass für Ärgernisse. Monsieur Ladmiral ist schon lange Witwer und liebt die freundliche und malerische Kulisse seines Landlebens. Da bieten die Sonntagbesucher zwar Abwechslung und sind doch zugleich auch ein wenig störend.

Pierre Bost hat diesen Roman zwischen den beiden Weltkriegen verfasst. Es weht noch der Zauber der untergegangenen guten alten Zeit durch seine Zeilen, ohne dass sich zukünftiges Ungemach schon am Horizont zeigt.

In der Übersetzung von Rainer Moritz und in der feinen in Leinen gebundenen Aufmachung liegt hiermit ein wunderschöner kleiner Roman aus dem Dörlemann Verlag vor, der Herz und Sinne erfreut.

Pierre Bost
Ein Sonntag auf dem Lande
160 Seiten, gebunden
Dörlemann, 14. Februar 2013
ISBN-10: 3908777852
ISBN-13: 978-3908777854
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Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

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Glückliche Kindheit trotz Widrigkeiten aller Art.

Joachim Meyerhoff hat ein Erinnerungsbuch der ganz besonderen Art geschrieben.
Er ist als Sohn des Anstaltsdirektors eines Landeskrankenhauses für Kinder –und Jugendpsychiatrie in Schleswig aufgewachsen.
Das Krankenhaus war Mitte der siebziger Jahre noch neu und wurde vom damaligen Schleswig – Holsteinischen Ministerpräsidenten Stoltenberg besucht. Alleine die Schilderung dieses Besuchs ist eine zum Lachen komische Geschichte.
Der muntere Icherzähler, zu Beginn ein kleiner Junge, weiß die schönsten und sehr anrührenden Geschichten von den Kranken, von seinem Vater, den zwei Brüdern und sich selbst zu erzählen. Die Mutter gilt als Medium ausgleichender Gerechtigkeit und Güte und spielt eine ebenso große Rolle wie der freundliche Vater, der an seinem eigenen Gewicht und seinen Gesundheitsbemühungen im buchstäblichen Sinne schwer zu tragen hat.

Die ganze Geschichte wird in einem drolligen Tonfall mit vielen skurrilen Einzelheiten erzählt.
Bubenstreiche, Querelen unter den drei Brüdern und der liebenswerte Hund der Familie bieten in ihrem lockeren Umgangston Anlass, sich wirklich zu amüsieren. Auch die selbstironischen Betrachtungen sind allemal ein Schmunzeln wert. Die beiden älteren Jungs sind immer schon ein Stück voraus und lassen den Kleinen zuweilen frustriert zurück. Letzterer allerdings neigt zu unwahrscheinlichen Wutausbrüchen, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht.

Vier Jugendlich Anstaltsbewohner dürfen zum Geburtstag des Vaters erscheinen. Das enttäuscht die Mutter sehr, die überhaupt reichlich zurückstecken muss hinter den Wünschen ihres Mannes. Sie hätte doch so gerne einmal „richtigen“ Besuch! Aber man macht das Beste draus, spielt, amüsiert sich und neckt einander.

Eine nette Familie ist da notgedrungen Mitbewohner in der psychiatrischen Anstalt. Der Vater ist ganz offensichtlich ein guter Anstaltsdirektors und zu Hause auch ein liebevoller Vater. Dass er es mit der Treue zu seiner Frau nicht so ganz genau nimmt, spielt erst im Verlauf der Geschichte eine ernsthafte Bedrohung für das glückliche Familienleben.
Über weite Teile ist die Geschichte locker und leicht erzählt und immer eine Spur humorvoll verbrämt. Erst zuletzt wechseln die fröhlichen Zeiten, und heftige Familienereignisse führen zur Auflösung einer in Ansätzen glücklichen Kindheit und Jugend.

Während der längere erste Teil des Romans durchaus als Jugendbuch durchgehen könnte, wird es im zweiten und ernsten Teil schicksalhaft bis traurig. Es folgen Einbrüche in den Familienalltag, die nicht zu erwarten waren. Sie haben tragische Folgen und zeigen, wie das Leben mit zunehmendem Alter und mit den Wechselfällen des Lebens seine Unbeschwertheit und die heitere Zuversicht verliert. Joachim Meyerhoff kann die Fröhlichkeit und den Ernst in einer unnachahmlich natürlichen Weise zum Klingen bringen. Sehr deutlich, Anteil nehmend und betroffen beschreibt er den Tod seines Vaters. Der in weitem Bogen ausholende Lebenskreis erschließt sich einem witzig, fröhlich, traurig, melancholisch und liebevoll zugleich.

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war!“
Damit ist treffend beschrieben, wie es wohl so manchem in der Rückerinnerung vorkommen mag: denn oft täuscht die Erinnerung und blendet aus, was schon viel früher hätte spürbar sein können!

Joachim Meyerhoff ist Schauspieler und wurde mit zahlreichen Preisen bedacht.

Joachim Meyerhoff
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Alle Toten fliegen hoch
Tei II
352 Seiten, gebunden
Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013
ISBN-10: 3462045164
ISBN-13: 978-3462045161

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Dave Eggers: Ein Hologramm für den König

Dave Eggers: Ein Hologramm für den König

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Neue Technologien und ihre Auswirkungen auf unser Leben.

Dem armen Alan Clay geht es schlecht. Ihn drücken Schulden, und er muss die Studiengebühren für seine Tochter aufbringen. Jetzt ist er 54 Jahre alt, geschieden und beruflich am Ende. Da ereilt ihn ein Auftrag, von dem er sich viel verspricht. Er soll für eine entstehende Stadt in der saudischen Wüste ein IT Zentrum erbauen. So reist er dort hin und muss feststellen, dass seine Leute in einem Zelt untergebracht sind. Es gibt keine ordentlichen technischen Verbindungen und der König, dem sie ihr Programm vorstellen sollen, lässt sich nicht blicken.

Traurig, melancholisch und recht hoffnungslos sieht Alan seine Chancen für eine positive berufliche Entwicklung schwinden.

Man stelle sich die Hitze und die Sandwüste vor, die sicher für Abenteuerreisende ihren Reiz haben mögen; doch die beruflichen Vorstellungen über ein Hightechzentrum in dieser öden, trockenen Gegend sind absolut gering einzuschätzen.

In einem Zustand rechter Verzweiflung schaut ihn ein Kollege an, wie er meint, dass seine Tochter ihn anschauen würde, wenn er alt und klapprig sein wird…

„ …mit dem Blick auf einen Menschen, der mehr Last als Segen war, mehr Schaden als Nutzen, irrelevant und überflüssig für den Fortgang der Welt.“ S.84

Doch noch kämpft Alan um seinen Erfolg und muss so allerhand Abenteuer und Liebesannäherungen, nicht nur zu seiner Freude, durchstehen. Dass er am Ende einen traurigen Helden gibt zeigt einmal mehr, wie sich persönliche Lebensgeschichten immer auch im Kontext von Wahrheit und Fiktion abspielen.

Dave Eggers kennt sich aus in neuen Technologien mit rabiaten Wirtschaftsmethoden und zeigt uns, wie unter der Willkür wie auch immer gearteter Potentaten alle jene ausgebootet werden, die mit der Preisentwicklung heutiger Niedriglohnländer nicht mithalten können.

Dave Eggers ist ein begnadeter Erzähler, der Realität mit Fantasie kombiniert und uns auf diese Weise vermittelt, wie die heutige Arbeits – und Wirtschaftswelt funktioniert. Wie in seinen früheren Romanen erleben wir erneut seine Fähigkeit, gesellschaftlich relevante Themen zu spannenden Romanen zu entwickeln. Sehr lesenswert!

Dave Eggers
Ein Hologramm für den König
352 Seiten, gebunden
Kiepenheuer & Witsch, 14. Februar 2013
ISBN-10: 3462045180
ISBN-13: 978-3462045185
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David Grossman: Aus der Zeit gefallen

David Grossman: Aus der Zeit gefallen

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Todesvisionen und Schicksal…

Einer Art taumelnden und wehklagenden Gesangs gleich erinnern sich eine Frau und ein Mann ihres im Krieg gefallenen Sohnes.

Mit schweren Schritten, beinahe wie in einer unwirklichen Welt erleben beide das neue Leben. Denn es gibt eines vor und eines nach dem Tod des geliebten Kindes.

„…manchmal, wenn wir zusammen sind, klammert sich dein Leid an meinem fest, mein Schmerz ergießt sich in dein Blut, und plötzlich steigt aus uns das Echo eines unversehrten Körpers auf, des geheilten, und einen Augenblick lang meinen wir, er wäre hier.“

Es ist das Unsagbare, das hier in tastender Sprache nach einer Form sucht, in die man die Trauer kleiden könnte. Doch es geht nicht. Immer wieder stoßen die Worte an Grenzen, die einem bedeuten, dass hier unsagbares Leid geschehen ist. Ein Sohn in der Blüte seines Lebens ist fort, ausgelöscht für immer. Es gibt eine Vergangenheit, in der man sich noch an Gerüche und Geräusche des Kleinen erinnert, doch alle Erinnerung ist nur noch im Unwirklichen verankert. Mit schwebendem Stift, in einem vagen und hoffnungslosen Sprechgesang beschwört David Grossman das Unfassbare: sein Sohn ist tot!

Die Form des Geschriebenen findet nicht ihres gleichen. Im Wechsel kommen ein Chronist der Stadt und ein Zentaur zu Wort. Sie berichten und der gehende Mann sinniert über das Unsägliche. Hier die Erinnerung, dort das Festhalten, und wieder an anderer Stelle die fliehenden Gedanken, die im Unglauben verharren.

Einen vergleichbar tiefen Klang und einen klagenderen Gesang kann man sich nur in der griechischen Tragödie vorstellen. Mythisch und fern sind die Worte, die um immer den gleichen Gedanken zu kreisen scheinen: das Kind ist tot und der Vater lebt. Wie soll man weiterleben mit diesem Bewusstsein?

Der israelische Autor David Grossman hat im Libanonkrieg von 2006 seinen Sohn Uri an einem der letzten Kriegstage verloren. Wer vermag den Schmerz über einen solchen Verlust zu lindern? Wie soll man dem Sprache und Ausdruck geben?

Der Autor hat schon in seinem Buch „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ einen Versuch gewagt, mit der Bürde dieses Verlustes umzugehen. Es gelingt nicht und kann nicht gelingen, wenn man sich die Sinnlosigkeit des Krieges und dessen Folgen vor Augen führt. Uri Grossman  wurde nur 20 Jahre alt.

Sprachlosigkeit in Sprache zu fassen: das ist in eine Kurzformel gebracht, was einem zu diesem Text am Ende einfällt. Sensibel, hoch emotional und tränenlos kommt der Text daher.

Die Übersetzerin beschreibt in einem kurzen Nachwort, wie schwer es war, den Text zu übersetzen. Anne Birkenhauer, die in Israel lebt und arbeitet, hat in einem Seminar mit zahlreichen Übersetzern in verschiedene Sprachen am Klang und am Ausdruck des Textes gearbeitet. Sie hat David Grossman die Stimme gegeben, die dem Text am ehesten gerecht wurde. Jedes weitere Wort darüber hinaus verbietet sich!

David Grossman
Aus der Zeit gefallen
128 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag, Januar 2013
ISBN-10: 3446241264
ISBN-13: 978-3446241268
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