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Autor: hera

Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Im Eurocity aus Rom wird die Leiche einer unbekannten Frau gefunden. Hauptkommissarin Laura Gottberg und ihr Assistent Baumann stehen vor einem Rätsel. Niemand will etwas Relevantes gesehen haben. Nichts deutet auf die Identität der Frau hin. Kein Reisegepäck, nicht einmal der Fahrschein wird gefunden. Genau an diesem Abend, wird auch noch ein Mann neben den Gleisen entdeckt. Es sieht so aus, als wäre er aus dem Zug gestoßen worden. Er könnte etwas wissen, leidet jedoch an einer Amnesie und hat ebenfalls keinen Ausweis bei sich. Die ersten Spuren führen schließlich nach Italien. Es geht um Menschenhandel.

Ein kniffliger Fall. Hauptkommissarin Gottberg hat alle Hände voll zu tun. Die Spurensuche erweist sich als kompliziert. Laura spannt sogar ihren Vater als Undercover-Agenten mit in die Ermittlungen ein, beauftragt ihn, festzustellen, ob der an Amnesie leidende Unbekannte sich wirklich an nichts erinnern kann.
Interessant, dass die Spurensuche Laura Gottberg nach Italien bringt. So kann Laura auch Commissario Angelo Guerrini, wenn auch inoffiziell, mit in die Ermittlungen einbeziehen. Bei ihrem letzten Fall lernte sie den Commissario kennen und verliebte sich in ihn.
Stück für Stück wird das schwierige Puzzle zusammengesetzt. Auch der Leser ahnt lange nichts von den dramatischen Ausmaßen, die der Fall schließlich annimmt.
Doch nicht nur auf den Kriminalfall wird die Aufmerksamkeit des Lesers gelenkt. Laura, alleinerziehende Mutter, hat Probleme, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Was ihre beiden Kinder, während ihren langen Abwesenheitsphasen tun, hat sie nicht immer unter Kontrolle. Auch die komplizierte Liebesbeziehung zu Guerrini beschäftigt sie sehr. So rebelliert schließlich auch ihr Körper. Oft stehen diese Dinge aber zu sehr im Vordergrund, nehmen mehr Platz ein, als man ihnen zugestehen möchte.
Trotzdem liest sich das Buch gut. Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil und zieht den Leser mit.

Über die Autorin:
Felicitas Mayall begann ihre Karriere bei der „Süddeutschen Zeitung“ als Journalistin. Sie lebt heute als freie Autorin in Prien am Chiemsee. Der erste Band der Serie um die Münchner Kommissarin Laura Gottberg heißt „Nacht der Stachelschweine“.

Rezension von Heike Rau

Felicitas Mayall
Wie Krähen im Nebel
Laura Gottbergs zweiter Fall
413 Seiten, gebunden
Kindler im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg
ISBN: 3-463-40451-6

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Spaßschule für Hunde

Spaßschule für Hunde

Um etwas Abwechslung in den Hundealltag zu bringen, ist das vorliegende Buch gut geeignet. Es bietet vielfältige Anregungen, Späße und Tricks, die im Training mit dem Hund erlernt werden können.

Im ersten Kapitel geht es um das Lernen als Vorgang im Allgemeinen und die verschiedenen Trainingsmethoden. Zudem werden Trainingsansätze genau erläutert. Denn ein bestimmtes Wissen über das Verhalten der Hunde ist schon nötig, um effektiv trainieren zu können. Erläutert wird beispielsweise, wie die klassische Konditionierung funktioniert, wie man komplexes Verhalten formen kann, wie man mit Hilfe des Clickertrainings den Hund zu Höchstleistungen bringen kann, wie man Belohnungen gezielt einsetzt, wie man mit einem Kommando den Hund zur Ausführung einer Übung bringen kann und vieles mehr.

Im zweiten Kapitel werden Trainingsgrundsätze und Regeln besprochen. Erläutert wird, in welcher Trainingsatmosphäre man üben sollte. Es geht um den Gehorsam als Ausgangsbasis für das Üben und Vorschläge, wie die tägliche Trainingsroutine aussehen sollte. Es gilt eine ganze Menge von Spielregeln zu beachten, damit das Training Spaß macht und von Erfolg gekrönt wird, statt im Frust zu enden.

Dann folgt der Hauptteil mit Übungen für die Spaßschule: Clickerkünste, Bein- und Hand-, Kopf- und Nasenarbeitarbeit, Turn- und Geschicklichkeitsübungen, Sprünge und richtungsorientierte Übungen. Dabei werden einfache bis schwierige Übungsvarianten aufgezeigt.

Das kleine, praktische Buch hat es in sich. Und in erster Linie bringen die Übungen jede Menge Spaß. Klar gemacht wird aber auch, dass Zeit, Geduld und gewisse Grundvorrausetzungen nötig sind, um mit dem Hund arbeiten und ihm etwas beizubringen zu können. Die Erklärungen im Buch sind sehr gut verständlich. Sie sind so verfasst, dass sie gut umzusetzen sind, wenn man mit seinem Hund zurecht kommt und eine vertrauensvolle Basis besteht, die dann natürlich noch zusätzlich gestärkt wird. Hund und Hundehalter lernen sich zudem besser kennen. Erklärt wird auch immer, welches typische Verhalten in bestimmten Situationen vom Hund zu erwarten ist, wie man es ausnutzt, gegenlenkt, belohnt oder wenn es sein muss, auch angemessen bestraft. Auf mögliche Fehlerquellen im Training auf Seiten des Hundehalters wird ebenfalls hingewiesen, um diese zu vermeiden.
Die vielen Übungen sind sehr nützlich, erleichtern den täglichen Umgang mit dem Hund, fördern die Gehorsamkeit und bringen Spaß und Spannung in den Alltag. Es ist schon erstaunlich, was man einem Hund mit viel Übung und Geduld alles beibringen kann.

Über die Autorin:
Celina del Amo ist Tierärztin in deiner Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie und der Hundeschule „Knochenarbeit“.

Rezension von Heike Rau

Celina del Amo
Spaßschule für Hunde
100 ganz neue Spiele, Tricks und Übungen
128 Seiten, broschiert, 53 Farbfotos, 20 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4397-6

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Das Andersen Märchenbuch

Das Andersen Märchenbuch

Jeder kennt Märchen von Hans Christian Andersen. „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“, „Däumelinchen“ oder „Des Kaisers neue Kleider“. Aber auch weniger bekannte oder mit der Zeit in Vergessenheit geratene Märchen erzählt Friederun Reichenstetter in diesem zauberhaften Märchenbuch nach. Dazu gehören beispielsweise „Der Reisekamerad“ oder „Der Tölpel-Hans“. Eine gute Auswahl an verschiedenen Märchen zeichnet also dieses Buch aus. Märchenfreunde können sich mit auf die Suche nach dem Glück machen und Moral und Sinn hinter den Geschichten aufspüren, in Erinnerungen schwelgen oder Neues entdecken.
Geeignet sind die Märchen für die ganze Familie, zum Vorlesen, aber natürlich auch zum Selberlesen.

Illustriert hat die Märchen Silke Leffler sehr stimmungsvoll. Zarte Farben dominieren. Die Zeichnungen wirken sehr zierlich und anmutig. Ganz allerliebst sind beispielsweise die Elfen im Märchen „Der Reisekamerad“. Zum Schmunzeln dagegen bringen die Hühner auf ihren Stangen im Märchen „Es ist wirklich wahr“. Ganzseitige Bilder wechseln sich mit kleineren Motiven ab. Geschichten und Illustrationen ergänzen sich ganz wunderbar.

Über den Autor:
Hans Christian Andersen, geboren 1805 in Odense/Dänemark, war der Sohn eines Schuhmachers. Dänenkönig Friedrich VI. ermöglichte ihm nicht nur den Besuch einer Lateinschule, auch ein Universitätsstudium finanzierte er teilweise.
Andersen unternahm Reisen durch ganz Europa, nach Nordafrika und in die Türkei. Seine Erlebnisse bezog er in seine Werke mit ein. Andersen versuchte sich auch als Schauspieler, Dramatiker und Zeichner. Er war Meister des Scherenschnitts. Er schrieb rund 170 Märchen. Andersen starb 1875 in Kopenhagen.

Über die Erzählerin:
Friederun Reichenstätter studierte Sprachen in München, Strasbourg und London, arbeitete für internationale Organisationen im In- und Ausland. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptberuflich Kinderbücher.

Über die Illustratorin:
Silke Leffler, Jahrgang 1970, machte nach dem Abitur eine Schneiderlehre, studierte Textildesign und arbeitete für ein Designstudio in England. Seit 1996 ist sie frei schaffende Textildesignerin, seit 1998 arbeitet sie auch als Illustratorin. 2004 wurde im Rahmen des „Kinder- und Jugendbuchpreises der Stadt Wien“ ausgezeichnet.

Rezensionen von Heike Rau

Friederun Reichenstetter/Silke Leffler
Das Andersen Märchenbuch
96 Seiten, lam. Pappband, durchgehend vierfarbig illustriert
ab 4 Jahre
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11177-7
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Die Tochter der Hexe

Die Tochter der Hexe

Marthe-Marie wurde von ihrer Mutter als Baby weggegeben, weil sie kein eheliches Kind war. Doch davon erfährt Marthe Marie erst als junge Frau. Ihre leibliche Mutter hatte den Ruf einer Hexe. Sie wurde 1599 hingerichtet
Doch des Henkers Sohn weiß von seinem Vater von Marthe-Maries wahrer Identität. Er ist hinter ihrer Erbschaft her und will auch sie auf dem Scheiterhaufen brennen sehen.
Marthe-Marie flieht mit ihrer kleinen Tochter, die aus der Ehe mit ihrem verstorbenen Mann Veit stammt, aus der Stadt. Unterstützt wird sie von einer Truppe Gauklern. Ihr Ziel ist Offenburg. Hier vermutet sie ihren leiblichen Vater, der aber längst weitergezogen ist.
In ihrer Not, schließt sie sich den Gauklern an, zieht mit ihnen durch die Lande.
Des Henkers Sohn ist ihr immer dicht auf den Fersen. Doch auch ein anderer Mann folgt ihr. Sehr zu ihrem Glück.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die als Hexe verfolgt wird. Immer auf der Flucht führt sie das entbehrungsreiche Leben der Gaukler, die nie lange an einem Ort bleiben, die oft in Not leben und gerade in den Wintermonaten ums reine Überleben kämpfen müssen. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Marthe-Marie, die nie ihre Hoffnung aufgibt, die sich zwischen zwei Männern hin- und hergerissen fühlt und sich immer um ihre Tochter sorgt. Der wahnsinnig erscheinende Henkerssohn, der sich in seinem Hexenwahn verrannt hat und der vor nichts zurückschreckt. Ihre Freunde die Gaukler, ganz unterschiedliche Menschen, die in jeder noch so schwierigen Situation immer zusammenhalten. Marthe-Marie zieht lange Zeit mit ihnen umher, immer auf der Suche nach Arbeit. Leider wird die Geschichte nicht immer so vorangetrieben, wie man es sich wünschen würde, so hat das Buch doch einige Längen.
Es geht um Liebe, Glück, Verzweiflung und Herzschmerz. Oft rutscht die Geschichte sehr ins Sentimentale ab und drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Aber gerade das sorgt dafür, dass man sich der Geschichte nicht entziehen kann.

Über die Autorin:
Astrid Fritz wurde 1959 geboren. Sie wuchs im nordbadischen Pforzheim auf. Sie studierte in München, Avignon und Freiburg Germanistik und Romanistik.
Nach dem Studium arbeitete sie als Fachredakteurin in Darmstadt und Freiburg, verbrachte drei Jahre in Santiago de Chile. Astrid Fritz lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Rezension von Heike Rau

Astrid Fritz
Die Tochter der Hexe
447 Seiten, broschiert
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-23652-4
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Der verpasste Mann

Der verpasste Mann

Marie findet in einer Schuhschachtel alte Fotos von Paul, ihrer Jugendliebe. Sie fragt sich, was eigentlich gewesen wäre, wenn sie sich damals für Paul und nicht für Hans entschieden hätte. Wäre ihre Ehe jetzt auch am Ende. Würde sie sich ebenso ausgenutzt und verbittert fühlen? Wäre das Leben ebenso mühsam geworden? Oder wäre Paul die große Liebe gewesen? Es macht Marie zu schaffen, dass sie nicht weiß, wie ihr Leben mit Paul verlaufen wäre.
Da kommt Onkel Gregor. Er ist so etwas wie ein Engel. Und er bietet Marie an, in eine Parallelwelt zu reisen, um festzustellen, ob das Leben mit Paul anders als mit Hans gewesen wäre. Marie lässt sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Doch eine schwere Entscheidung steht nun an. Will sie bei Hans bleiben oder von nun an mit Paul zusammen leben?

Die Autorin hat sich mit einem interessanten Thema beschäftigt. Wohl jeder stand in seinem Leben schon mal an einem Scheideweg und musste sich entscheiden. In eine Parallelwelt eintauchen zu können, um zu sehen, was passiert wäre, wenn man sich anders entschieden hätte, ist sehr reizvoll. Marie wird diese Chance gegeben. Und dazu noch die Möglichkeit, ihre damalige Entscheidung zu ändern. Gleichzeitig analysiert sie ihre Ehe mit Paul. Dabei ist sie sehr ehrlich mit sich, spart nicht mit Seitenhieben und Ironie. Der Leser wird die eine oder andere eingefahrene Familiensituation selbst schon erlebt haben. Maries Leben steht praktisch still, ist unglaublich langweilig geworden. Ihr Mann bringt sich nicht mehr in die Beziehung ein. Viel zu lange hat Marie still gehalten. Es geht so nicht weiter, das wird dem Leser mit Eindringlichkeit deutlich gemacht. Das ganze Buch wirkt sehr gut durchdacht. Es ist nicht nur unterhaltsam, es regt auch sehr zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit bestimmten eingefahrenen Situationen in einer Ehe an. Männer kommen dabei allerdings nicht besonders gut weg. So entscheidet sich Marie dann doch ganz anders, als man erwartet hätte.

Über die Autorin:
Elfriede Hammerl studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Wien. Sie ist Kolumnistin beispielsweise bei „Vogue“, „stern“ und „Kurier“. Sie schrieb aber auch Kurzgeschichten und Essays für diverse Magazine. Sie erhielt 1999 den Publizistikpreis der Stadt Wien, den Frauenpreis 2002 und 2004 den Concordia Preis. Elfriede Hammerl lebt in der Nähe von Wien.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Der verpasste Mann
264 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30719-0
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Rabenbraten

Rabenbraten

In ihrem Leben scheint es keine Grenzen zu geben. Ständig spricht sie in Rätseln. Ihre Worte wirken verworren. Wirklichkeit und Traumwelt verschwimmen miteinander. Ihr Bewusstsein ist verzerrt. Ist sie wirklich krank oder nutzt sie ihre Begabung als Journalistin, die Wahrheit hinter Geschichten zu verstecken. Verbirgt sich etwas hinter ihren Wahnvorstellungen? Spielt sie ein Spiel? Steht sie auf der Bühne und rechtfertigt einen Mord? Hat sie ihm Schlafmittel gegeben und den Gashahn aufgedreht oder nicht. Versucht sie den Kopf aus der Schlinge zu ziehen oder existiert am Ende auch der Mord nur in ihrer Fantasie?

Die Geschichte ist unglaublich. Bilder entstehen, auf die man sich nicht einlassen will, die Angst machen und befremdlich wirken. Dennoch kann man dem Buch eine gewisse, fast schon unheimliche Faszination nicht absprechen. Die alles entscheidende Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Hat sie gemordet oder nicht?
Wenig an der Geschichte ist nachvollziehbar, vieles bleibt undurchsichtig. Fest steht nur, dass die Frau auf der Suche ist. Nach sich selbst möglicherweise und einem für sie annehmbaren Leben. Es ist, als liest man sich durch eine verworrene Traumwelt. Es wird und wird nicht besser. Und auch von dem vermeintlichen Psychologen braucht man keine Hilfe zu erwarten. Am Ende ist der vielleicht auch nur ihrer Fantasie entsprungen, immer bereit ihr zuzuhören und zu analysieren, in welcher Gestalt auch immer.
„Rabenbraten“ ist ein Buch, das sich nicht so leicht begreifen lässt, weil es zu verrückt ist. Nach dem Lesen fühlt man sich, als hätte man einen Albtraum gehabt, der noch lange beschäftigt.

Über die Autorin:
Monika Wogrolly wurde 1967 in Graz geboren. Sie studierte Philosophie und Germanistik und hat die erste Grazer Philosophische Praxis eröffnet. Monika Wogrolly erhielt neben Projektstipendien das Staatsstipendium für Literatur und den Förderungspreis der Stadt Wien.

Rezension von Heike Rau

Monika Wogrolly
Rabenbraten
364 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag, Wien-München
ISBN: 3-216-30733-6
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Bauen mit Holz im Garten

Bauen mit Holz im Garten

Holz ist ein vielseitiger und vor allem natürlicher Baustoff, der gerne in der Gartengestaltung eingesetzt wird. Holz ist relativ einfach zu bearbeiten. Besonders kreative und handwerklich begabte Menschen finden hier ein breites Betätigungsfeld.

Gegliedert ist das Buch in drei Kapitel:

„Holz – ein Baustoff zwischen Tradition und Experiment“
Holz hat die Entwicklungsgeschichte des Menschen begleitet. Holz dient als Ausgangsmaterial für Häuser, Geräte und Kunstgegenstände. Es wird schon seit jeher im Außenbereich für Zäune und Bänke verwendet. Doch neue Baustoffe wie Ziegel, Beton, Stahl und Kunststoffe verdrängten den Baustoff Holz immer mehr. Doch das Holz wurde wiederentdeckt. Um es einsetzten zu können, sind natürlich vielfältige Kenntnisse nötig. Hier setzt das Buch an.

„Holzarbeiten – Schritt für Schritt“
In diesem Kapitel werden die Vielfältigkeit und die Besonderheiten des Baustoffs Holz genau erklärt. So werden beispielsweise die wichtigsten Wachstumszonen im Text, in Bildern und in einer Tabelle dargestellt. Auch was man hinsichtlich der Holzfeuchte, Fehlern im Holz, den verschiedenen Güteklassen oder zu Schnittholzarten wissen muss, wird thematisiert. Vorgestellt werden verschieden Holzverbindungen. Erklärt wird aber auch, welche Einflüsse holzzerstörend wirken können und welche Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen werden sollten. Zu beachten sind hierbei auch die verschiedenen Dauerhaftigkeitsklassen von Holz. So wird schnell klar, welches Holz sich für die geplanten Arbeiten am besten eignet. Auch zum Streitthema Tropenholz wird Stellung genommen. Natürlich fehlen auch Tipps zur fachgerechten Verarbeitung von Lasuren oder Lacken nicht.
Im Anschluss werden verschiedene Einzelprojekte wie Terrasse, verschiedene Sicht- und Lärmschutzwände, Pergolen, Palisadenwand, Rankgitter, Lattenzaun und Treppen vorgestellt. Zunächst werden die Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und die benötigten Materialien aufgelistet. Dann wird der Bauablauf genau beschrieben. Die Zeichnungen sind beschriftet und mit Maßen versehen. Dazu kommen eine Reihe von Fotos, die verschiedene Arbeitsschritte zeigen.

„Holzarbeiten – Angebot und Ausschreibung“
Sicher wird nicht jeder Bauherr alle Holzarbeiten selbst durchführen können, wenn es zu kompliziert wird. Aber um Streitigkeiten mit der Ausführungsfirma zu vermeiden, sollten die geplanten Leistungen genau beschrieben werden. Was zu beachten ist bei Angebot und Ausschreibung wird ausführlich erläutert. Zur Verfügung gestellt werden Checklisten und Ausschreibungsbeispiele. Es folgen Adressen zu Fachverbänden und Bezugsquellen von Holzartikeln.

„Bauen mit Holz im Garten“ ist ein interessanter, vielseitiger und umfangreicher Ratgeber. Die Themenvielfalt ist beeindruckend. Die verschiedenen Holzarbeiten werden ganz genau und bis ins Detail erläutert. Aufgezeigt werden auch immer hilfreiche Listen mit Hinweisen, die man vorab überdenken sollte. Die Beiträge zeichnen sich durch gute Übersichtlichkeit aus. Auf dem breiten Rand ist genug Platz für Notizen. Die Fotos zu den Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind nicht gestellt, sondern während der Arbeit entstanden.
Das Buch ist geeignet für handwerklich begabte Laien, egal ob sie die Arbeiten ganz oder nur teilweise ausführen wollen, aber auch für Handwerker, die beruflich mit Holzarbeiten zu tun haben wie etwa im Garten- und Landschaftsbau.

Rezension von Heike Rau

Peter Mair
Bauen mit Holz im Garten
167 Seiten, gebunden, 99 Farbfotos, 39 Zeichnungen, 20 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4489-1
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Keine Paraden mehr

Keine Paraden mehr

Captain Tietjens befindet sich kurz hinter der Front. Hier tut er einen recht ungefährlichen Job. Zwar kämpft er mit einer Reihe von Problemen, doch die meisten Gedanken macht er sich um seine schöne Frau. Ihr gegenüber gibt sich Tietjens äußerst reserviert. Sie hält seine Unnahbarkeit, seine Komplexe und seine Steifheit nicht aus, reagiert darauf mit Männergeschichten und fein gesponnenen Intrigen. Tietjens versucht das Spiel seiner Frau zu durchschauen und er lenkt sich ab mit leidenschaftlichen Gedanken an Valentine Wannop. Obwohl es bei einer Schwärmerei bleibt, glaubt er, an seiner gescheiterten Ehe die alleinige Schuld zu tragen.
Seine Frau Sylvia treibt ihre Intrigen, auch aus unbegründeter Eifersucht, auf die Spitze. Sie stellt ihren Mann bloß. Doch ein Skandal muss um jeden Preis verhindert werden. Aber genau das könnte Tietjens nun das Leben kosten.

Zugegeben, das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen. Aber die Geschichte ist interessant. Heute erscheinen die Moralvorstellungen Tietjens sehr befremdlich. Er ist so geradlinig und ehrlich, dass es fast nicht zu glauben ist. Trotzdem schlittert er geradewegs in eine Katastrophe, lösen seine biederen Wertvorstellungen den folgenschweren Konflikt aus. Seine Frau Sylvia sträubt sich mit Händen und Füßen. Sie, die im Buch in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird, sieht es als ihr gutes Recht an, sich zu wehren. Sie quält Tietjens, macht ihn fertig. Er lässt es sich bieten. Er schützt Sylvia sogar, rechtfertigt ihr Verhalten und wird dennoch nicht Herr der Lage. So werden die damaligen gesellschaftlichen Zwänge regelrecht vorgeführt. Eine dramatische Geschichte, die es zu lesen lohnt.

Über den Autor: Ford Madox Ford, 1873-1939, wurde unter dem Namen Ford Hermann Hueffer als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin geboren, einer Familie von Malern, Schriftstellern und Intellektuellen. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Zusammen mit Joseph Conrad schrieb er zwei Bücher und mit seinen Literaturzeitschriften „The English Review“ und „Transatlantic Review“ wurde er zum Entdecker, Förderer und Freund von Joseph Conrad, Henry James, James Joyce und Ernest Hemingway, um nur einige zu nennen. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er auf englischer Seite teilnahm, legte er seinen deutschen Namen ab, lebte in Frankreich und Amerika.

Das englische Original erschien 1925 unter dem Titel „No More Parades“ bei Duckworth & Co., London.

Rezension von Heike Rau

Ford Madox Ford
Keine Paraden mehr
Aus dem Englischen von Joachim Utz
328 Seiten, gebunden
Eichborn Berlin
ISBN: 3-8218-0711-3
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Toter Strand

Toter Strand

Was steckt wirklich hinter dem Tankerunglück? War es überhaupt ein Unfall? Oder ging es um die Versicherungssumme oder wirtschaftlicher Interessen? Oder war es gar ein terroristischer Anschlag? Der Auslandskorrespondent und Publizist Pierre Morgan hat sich eine eigene Meinung gebildet und er scheint damit voll ins Schwarze getroffen zu haben. Mit seiner These macht er sich nämlich keine Freunde. Bald muss er feststellen, dass er mit seinen Recherchen irgendjemandem zu Nahe getreten ist. Sein Leben ist nicht mehr sicher. Doch wer will ihn umbringen? Wem kann Pierre Morgan jetzt noch trauen, wem nicht?

Es geht um ein brisantes Thema. Dennoch bevorzugt der Autor eher die leisen Töne und verzichtet auf energiegeladene, atemlose Action. Er legt Wert auf genaue Beschreibungen der einzelnen Szenen und der Details, die aber, das ist oft erst später zu erkennen, überraschend wichtig für die Story sind. Die Hauptfigur, Pierre Morgan, ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er sieht sich auf seinem Weg der Wahrheitsfindung bald rücksichtslosen, undurchschaubaren Gegnern und angeblichen Freunden ausgesetzt. An ein normales Leben ist nicht mehr zu denken, als die ersten Morde geschehen und auch sein Leben bedroht wird. Pierre Morgan wird jedoch als ein sehr besonnener und überlegt handelnder Mensch beschrieben. Er sucht weiter nach einem Zeugen, der seine Version zu den Ursachen des Tankerunfalls bestätigen kann. Dabei versucht er, sich auch in komplizierten Situationen nicht beirren zu lassen. Die Stärke des Romans liegt also in den sehr bildhaften Beschreibungen der Ereignisse und Orte. Den Mangel an Spannung und Tempo vermag das jedoch nicht auszugleichen.

Über den Autor:
Peter Zeindler wurde 1934 in Zürich geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte, Promotion bei Emil Staiger. Der Dozent an Goethe-Instituten, Redakteur beim Schweizer Fernsehen und bei Radio DRS ist seit 1974 freier Schriftsteller und Journalist in Zürich. Er verfasste zahlreicher Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Seine Agenten- und Kriminalromane wurden mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Peter Zeindler
Toter Strand
320 Seiten, gebunden
Arche Verlag, Zürich-Hamburg
ISBN: 3-7160-2334-5
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Füße vom Tisch

Füße vom Tisch

Wer glaubt, dass gutes Benehmen out ist, braucht sich nicht wundern, wenn er /sie unbeliebt ist, seine/ihre Sprüche nicht ankommen, und er/sie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, er/sie bei Familienfeiern schräg angesehen wird oder trotz seiner/ihrer Meinung nach cool gelaufenem Bewerbungsgespräch nicht eingestellt wird.

Ein paar Regeln müssen einfach eingehalten werden. Da kommt niemand drum herum. Doch wie verkauft man solche Regeln an Jugendliche? Wie überzeugt man, dass gutes Benehmen von Vorteil ist?
Die Autoren erheben nicht rechthaberisch den Zeigefinger oder legen starre Benimmregeln fest. Sie erzählen mit Humor und überzeugen mit Beispielen und Begründungen. Sie machen Vorschläge, die man wirklich annehmen kann, damit das tägliche Miteinander einfacher wird und peinliche Situationen vermieden werden können.
Es geht um Image, Outfit und Charakter, um Freude und Bekannte, um Beziehung und Partnerschaft, um Eltern und andere Katastrophen, um das Überleben in Schule und Beruf, um den Umgang mit Lehrern und anderen Chefs, um Kommunikation und Kontaktpflege und anderes.

Damit sind viele Lebenslagen abgedeckt. Schnell wird klar, dass das Leben, hat man ein Einsehen und hält sich an die gemachten Vorschläge und Tipps, leichter wird und man auf so mache Situationen besser vorbereitet ist, weiß man, wie angemessen zu handeln ist. Die Autoren erklären den Sinn und Zweck von Zauberwörtern wie bitte und danke und Entschuldigung, wie man beim Essen im Nobelrestaurant eine gute Figur macht und sich unterhält, wie man besser mit den Eltern klarkommt, wie man bei einem Bewerbungsgespräch am besten auftritt, wer eigentlich bezahlen muss, wenn man mit dem Freund oder der Freundin etwas Essen geht, was man bei Mobbing tun kann, was bei einem Krankenhausbesuch zu beachten ist, wie man Mitgefühl ausdrücken kann, und vieles mehr. Vermittelt wird, wie wichtig Respekt, Freundlichkeit und Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen sind und wie das eigene Verhalten bei anderen ankommt. Nicht unerwähnt bleiben soll das gut gemachte und vielsagende Cover, das zwei junge Leute darstellt, die auf ihre ganz eigene Art und Weise zeigen, dass sie verstanden haben, worum es für sie persönlich geht. Schon das macht Lust auf das Buch.

Fazit: Ein gelungener Ratgeber, der Jugendliche direkt anspricht und sehr überzeugend wirkt.

Über die Autoren:
Gerit Kopietz und Jörg Sommer, beide Jahrgang 1963, sind miteinander verheiratet und haben vier Kinder. Gerit Kopietz ist gelernte Erzieherin und ehemalige Kindergartenleiterin und Jörg Sommer ist Sozialwissenschaftler und Geschäftsführer einer PR-Agentur.

Rezension von Heike Rau

Gerit Kopietz / Jörg Sommer
Füße vom Tisch
Stil in allen Lebenslagen
144 Seiten, laminierter Pappband
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-1593-5
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