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Autor: hera

Der Flüsterer

Der Flüsterer

Auf einer Schrotthalde am Stadtrand leben zwei verfeindete Katzenbanden. Sie streiten und beschimpfen sich. Die Ratte ist froh darüber. Solange die Katzen ihre Kämpfe austragen, hat sie ihre Ruhe.
Doch dann passiert das Unglaubliche. Die Ratte muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass Sohn und Tochter der verfeindetet Bandenführer sich ineinander verliebt haben. Noch weiß niemand außer der Ratte davon. Doch sie sorgt dafür, dass die Liebelei bekannt wird. Die Ratte wird zum Flüsterer, flüstert ihre Nachricht durch dünne Wände und Abflussrohre.
Die beiden Katzenbanden beschließen, eine Kampfpause einzulegen, um sich mit den zwei verliebten Katzen zu befassen. Die Angelegenheit muss in Ordnung gebracht werden. Doch so leicht lässt sich das Liebespaar nicht auseinanderbringen. Und so muss der Flüsterer doch um seine Ruhe bangen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Ratte. Sie will, das alles bleibt, wie es ist und die Katzenbanden sich weiter streiten und sie dafür in Ruhe lassen. Deshalb gönnt sie dem Katzenpärchen ihre Liebe nicht und verpetzt sie ganz gemein.
Der Autor lässt den Flüsterer in seiner fantasievollen Geschichte in einem legeren Ton erzählen, genau so, wie man es von einer Ratte erwarten würde. Das verleiht der Geschichte das gewisse Etwas, macht sie reizvoll und spannend.
Die Zeichnungen gefallen. Sie sind trotz der nächtlichen Atmosphäre sehr ansprechend, farbenfroh und voller Details. Das Erzählte spiegelt sich in den lebendigen Gesichtausdrücken der Akteure wieder. Es macht viel Spaß, der Geschichte zu folgen und sich an den niedlichen Illustrationen zu erfreuen.
So ist das Buch sicher nicht nur Kindern zu empfehlen, sondern auch erwachsenen Katzenfans und Bilderbuchsammlern.

Über den Autor und Illustrator:
Nick Butterworth, geboren 1946, entwarf Schriften in verschiedenen Druckerei- und Grafikbetrieben, bevor er sich als Autor und Illustrator selbstständig machte. Er moderierte für einen englischen TV-Sender ein Kinderprogramm und produzierte eine regelmäßige Bildergeschichte für das Magazin des Sunday Express. Der weltweit erfolgreiche Bilderbuchkünstler lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im englischen Suffolk.

Rezension von Heike Rau

Nick Butterworth
Der Flüsterer
32 farbige Seiten
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-1089-7
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Alte Liebe rostet nicht

Alte Liebe rostet nicht

Was zeichnet langjährige Beziehungen eigentlich aus? Erich Rauschenbach hat mal hinter die Fassade gesehen. Er zeigt die Eigenheiten, die Langverliebte auszeichnen mit viel Ironie. Dabei macht er sich auf seine unnachahmliche Art und Weise über die im Laufe der Jahre eingeschliffenen Missstände in Alltagssituationen lustig. Die meisten Cartoons dürften lange zusammenlebenden Paaren bekannt vorkommen. Bernd Rauschenbach trifft den Nagel auf den Kopf, auch wenn so manche nachgestellte Situation, nimmt man es genau, eher traurig als lustig ist. Es kommt eben auf die Darstellung an. Und wer sich in all den Ehejahren auch nur ein bisschen Humor bewahrt hat, wird herzlich lachen können.

Vorgeführt werden Ehemänner, die sich absichtlich blöd anstellen, um der leidigen Hausarbeit zu entgehen, aber auch Ehefrauen, denen ihre Männer so gar nichts recht machen können. Es geht um tiefe Tritte ins Fettnäpfchen, um Kommunikation, die nur noch über Notizzettel geführt wird, um dumme Sprüche und ihre Wirkung, um Missverständnisse, um altersbedingte Probleme in Liebesdingen und vieles mehr. Für Langzeitverliebte und Cartoonfans ist dieses sehr schön aufgemachte und großformatige Buch ein Muss.

Erich Rauschenbach, geboren 1944, lebt seit 1953 in Berlin. Nacht dem Abitur machte er eine Banklehre. Danach folgt ein Studium an der PH und an der Hochschule der Künste in Berlin. Seitdem ist Erich Rauchenbach freiberuflicher Zeichner und Autor.

Rezension von Heike Rau

Erich Rauschenbach
Alte Liebe rostet nicht
Cartoons für Langzeitverliebte
64 farbige Seiten, Hardcover
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-3109-6
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Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Im Eurocity aus Rom wird die Leiche einer unbekannten Frau gefunden. Hauptkommissarin Laura Gottberg und ihr Assistent Baumann stehen vor einem Rätsel. Niemand will etwas Relevantes gesehen haben. Nichts deutet auf die Identität der Frau hin. Kein Reisegepäck, nicht einmal der Fahrschein wird gefunden. Genau an diesem Abend, wird auch noch ein Mann neben den Gleisen entdeckt. Es sieht so aus, als wäre er aus dem Zug gestoßen worden. Er könnte etwas wissen, leidet jedoch an einer Amnesie und hat ebenfalls keinen Ausweis bei sich. Die ersten Spuren führen schließlich nach Italien. Es geht um Menschenhandel.

Ein kniffliger Fall. Hauptkommissarin Gottberg hat alle Hände voll zu tun. Die Spurensuche erweist sich als kompliziert. Laura spannt sogar ihren Vater als Undercover-Agenten mit in die Ermittlungen ein, beauftragt ihn, festzustellen, ob der an Amnesie leidende Unbekannte sich wirklich an nichts erinnern kann.
Interessant, dass die Spurensuche Laura Gottberg nach Italien bringt. So kann Laura auch Commissario Angelo Guerrini, wenn auch inoffiziell, mit in die Ermittlungen einbeziehen. Bei ihrem letzten Fall lernte sie den Commissario kennen und verliebte sich in ihn.
Stück für Stück wird das schwierige Puzzle zusammengesetzt. Auch der Leser ahnt lange nichts von den dramatischen Ausmaßen, die der Fall schließlich annimmt.
Doch nicht nur auf den Kriminalfall wird die Aufmerksamkeit des Lesers gelenkt. Laura, alleinerziehende Mutter, hat Probleme, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Was ihre beiden Kinder, während ihren langen Abwesenheitsphasen tun, hat sie nicht immer unter Kontrolle. Auch die komplizierte Liebesbeziehung zu Guerrini beschäftigt sie sehr. So rebelliert schließlich auch ihr Körper. Oft stehen diese Dinge aber zu sehr im Vordergrund, nehmen mehr Platz ein, als man ihnen zugestehen möchte.
Trotzdem liest sich das Buch gut. Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil und zieht den Leser mit.

Über die Autorin:
Felicitas Mayall begann ihre Karriere bei der „Süddeutschen Zeitung“ als Journalistin. Sie lebt heute als freie Autorin in Prien am Chiemsee. Der erste Band der Serie um die Münchner Kommissarin Laura Gottberg heißt „Nacht der Stachelschweine“.

Rezension von Heike Rau

Felicitas Mayall
Wie Krähen im Nebel
Laura Gottbergs zweiter Fall
413 Seiten, gebunden
Kindler im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg
ISBN: 3-463-40451-6

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Spaßschule für Hunde

Spaßschule für Hunde

Um etwas Abwechslung in den Hundealltag zu bringen, ist das vorliegende Buch gut geeignet. Es bietet vielfältige Anregungen, Späße und Tricks, die im Training mit dem Hund erlernt werden können.

Im ersten Kapitel geht es um das Lernen als Vorgang im Allgemeinen und die verschiedenen Trainingsmethoden. Zudem werden Trainingsansätze genau erläutert. Denn ein bestimmtes Wissen über das Verhalten der Hunde ist schon nötig, um effektiv trainieren zu können. Erläutert wird beispielsweise, wie die klassische Konditionierung funktioniert, wie man komplexes Verhalten formen kann, wie man mit Hilfe des Clickertrainings den Hund zu Höchstleistungen bringen kann, wie man Belohnungen gezielt einsetzt, wie man mit einem Kommando den Hund zur Ausführung einer Übung bringen kann und vieles mehr.

Im zweiten Kapitel werden Trainingsgrundsätze und Regeln besprochen. Erläutert wird, in welcher Trainingsatmosphäre man üben sollte. Es geht um den Gehorsam als Ausgangsbasis für das Üben und Vorschläge, wie die tägliche Trainingsroutine aussehen sollte. Es gilt eine ganze Menge von Spielregeln zu beachten, damit das Training Spaß macht und von Erfolg gekrönt wird, statt im Frust zu enden.

Dann folgt der Hauptteil mit Übungen für die Spaßschule: Clickerkünste, Bein- und Hand-, Kopf- und Nasenarbeitarbeit, Turn- und Geschicklichkeitsübungen, Sprünge und richtungsorientierte Übungen. Dabei werden einfache bis schwierige Übungsvarianten aufgezeigt.

Das kleine, praktische Buch hat es in sich. Und in erster Linie bringen die Übungen jede Menge Spaß. Klar gemacht wird aber auch, dass Zeit, Geduld und gewisse Grundvorrausetzungen nötig sind, um mit dem Hund arbeiten und ihm etwas beizubringen zu können. Die Erklärungen im Buch sind sehr gut verständlich. Sie sind so verfasst, dass sie gut umzusetzen sind, wenn man mit seinem Hund zurecht kommt und eine vertrauensvolle Basis besteht, die dann natürlich noch zusätzlich gestärkt wird. Hund und Hundehalter lernen sich zudem besser kennen. Erklärt wird auch immer, welches typische Verhalten in bestimmten Situationen vom Hund zu erwarten ist, wie man es ausnutzt, gegenlenkt, belohnt oder wenn es sein muss, auch angemessen bestraft. Auf mögliche Fehlerquellen im Training auf Seiten des Hundehalters wird ebenfalls hingewiesen, um diese zu vermeiden.
Die vielen Übungen sind sehr nützlich, erleichtern den täglichen Umgang mit dem Hund, fördern die Gehorsamkeit und bringen Spaß und Spannung in den Alltag. Es ist schon erstaunlich, was man einem Hund mit viel Übung und Geduld alles beibringen kann.

Über die Autorin:
Celina del Amo ist Tierärztin in deiner Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie und der Hundeschule „Knochenarbeit“.

Rezension von Heike Rau

Celina del Amo
Spaßschule für Hunde
100 ganz neue Spiele, Tricks und Übungen
128 Seiten, broschiert, 53 Farbfotos, 20 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4397-6

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Das Andersen Märchenbuch

Das Andersen Märchenbuch

Jeder kennt Märchen von Hans Christian Andersen. „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“, „Däumelinchen“ oder „Des Kaisers neue Kleider“. Aber auch weniger bekannte oder mit der Zeit in Vergessenheit geratene Märchen erzählt Friederun Reichenstetter in diesem zauberhaften Märchenbuch nach. Dazu gehören beispielsweise „Der Reisekamerad“ oder „Der Tölpel-Hans“. Eine gute Auswahl an verschiedenen Märchen zeichnet also dieses Buch aus. Märchenfreunde können sich mit auf die Suche nach dem Glück machen und Moral und Sinn hinter den Geschichten aufspüren, in Erinnerungen schwelgen oder Neues entdecken.
Geeignet sind die Märchen für die ganze Familie, zum Vorlesen, aber natürlich auch zum Selberlesen.

Illustriert hat die Märchen Silke Leffler sehr stimmungsvoll. Zarte Farben dominieren. Die Zeichnungen wirken sehr zierlich und anmutig. Ganz allerliebst sind beispielsweise die Elfen im Märchen „Der Reisekamerad“. Zum Schmunzeln dagegen bringen die Hühner auf ihren Stangen im Märchen „Es ist wirklich wahr“. Ganzseitige Bilder wechseln sich mit kleineren Motiven ab. Geschichten und Illustrationen ergänzen sich ganz wunderbar.

Über den Autor:
Hans Christian Andersen, geboren 1805 in Odense/Dänemark, war der Sohn eines Schuhmachers. Dänenkönig Friedrich VI. ermöglichte ihm nicht nur den Besuch einer Lateinschule, auch ein Universitätsstudium finanzierte er teilweise.
Andersen unternahm Reisen durch ganz Europa, nach Nordafrika und in die Türkei. Seine Erlebnisse bezog er in seine Werke mit ein. Andersen versuchte sich auch als Schauspieler, Dramatiker und Zeichner. Er war Meister des Scherenschnitts. Er schrieb rund 170 Märchen. Andersen starb 1875 in Kopenhagen.

Über die Erzählerin:
Friederun Reichenstätter studierte Sprachen in München, Strasbourg und London, arbeitete für internationale Organisationen im In- und Ausland. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptberuflich Kinderbücher.

Über die Illustratorin:
Silke Leffler, Jahrgang 1970, machte nach dem Abitur eine Schneiderlehre, studierte Textildesign und arbeitete für ein Designstudio in England. Seit 1996 ist sie frei schaffende Textildesignerin, seit 1998 arbeitet sie auch als Illustratorin. 2004 wurde im Rahmen des „Kinder- und Jugendbuchpreises der Stadt Wien“ ausgezeichnet.

Rezensionen von Heike Rau

Friederun Reichenstetter/Silke Leffler
Das Andersen Märchenbuch
96 Seiten, lam. Pappband, durchgehend vierfarbig illustriert
ab 4 Jahre
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11177-7
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Die Tochter der Hexe

Die Tochter der Hexe

Marthe-Marie wurde von ihrer Mutter als Baby weggegeben, weil sie kein eheliches Kind war. Doch davon erfährt Marthe Marie erst als junge Frau. Ihre leibliche Mutter hatte den Ruf einer Hexe. Sie wurde 1599 hingerichtet
Doch des Henkers Sohn weiß von seinem Vater von Marthe-Maries wahrer Identität. Er ist hinter ihrer Erbschaft her und will auch sie auf dem Scheiterhaufen brennen sehen.
Marthe-Marie flieht mit ihrer kleinen Tochter, die aus der Ehe mit ihrem verstorbenen Mann Veit stammt, aus der Stadt. Unterstützt wird sie von einer Truppe Gauklern. Ihr Ziel ist Offenburg. Hier vermutet sie ihren leiblichen Vater, der aber längst weitergezogen ist.
In ihrer Not, schließt sie sich den Gauklern an, zieht mit ihnen durch die Lande.
Des Henkers Sohn ist ihr immer dicht auf den Fersen. Doch auch ein anderer Mann folgt ihr. Sehr zu ihrem Glück.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die als Hexe verfolgt wird. Immer auf der Flucht führt sie das entbehrungsreiche Leben der Gaukler, die nie lange an einem Ort bleiben, die oft in Not leben und gerade in den Wintermonaten ums reine Überleben kämpfen müssen. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Marthe-Marie, die nie ihre Hoffnung aufgibt, die sich zwischen zwei Männern hin- und hergerissen fühlt und sich immer um ihre Tochter sorgt. Der wahnsinnig erscheinende Henkerssohn, der sich in seinem Hexenwahn verrannt hat und der vor nichts zurückschreckt. Ihre Freunde die Gaukler, ganz unterschiedliche Menschen, die in jeder noch so schwierigen Situation immer zusammenhalten. Marthe-Marie zieht lange Zeit mit ihnen umher, immer auf der Suche nach Arbeit. Leider wird die Geschichte nicht immer so vorangetrieben, wie man es sich wünschen würde, so hat das Buch doch einige Längen.
Es geht um Liebe, Glück, Verzweiflung und Herzschmerz. Oft rutscht die Geschichte sehr ins Sentimentale ab und drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Aber gerade das sorgt dafür, dass man sich der Geschichte nicht entziehen kann.

Über die Autorin:
Astrid Fritz wurde 1959 geboren. Sie wuchs im nordbadischen Pforzheim auf. Sie studierte in München, Avignon und Freiburg Germanistik und Romanistik.
Nach dem Studium arbeitete sie als Fachredakteurin in Darmstadt und Freiburg, verbrachte drei Jahre in Santiago de Chile. Astrid Fritz lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Rezension von Heike Rau

Astrid Fritz
Die Tochter der Hexe
447 Seiten, broschiert
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-23652-4
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Der verpasste Mann

Der verpasste Mann

Marie findet in einer Schuhschachtel alte Fotos von Paul, ihrer Jugendliebe. Sie fragt sich, was eigentlich gewesen wäre, wenn sie sich damals für Paul und nicht für Hans entschieden hätte. Wäre ihre Ehe jetzt auch am Ende. Würde sie sich ebenso ausgenutzt und verbittert fühlen? Wäre das Leben ebenso mühsam geworden? Oder wäre Paul die große Liebe gewesen? Es macht Marie zu schaffen, dass sie nicht weiß, wie ihr Leben mit Paul verlaufen wäre.
Da kommt Onkel Gregor. Er ist so etwas wie ein Engel. Und er bietet Marie an, in eine Parallelwelt zu reisen, um festzustellen, ob das Leben mit Paul anders als mit Hans gewesen wäre. Marie lässt sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Doch eine schwere Entscheidung steht nun an. Will sie bei Hans bleiben oder von nun an mit Paul zusammen leben?

Die Autorin hat sich mit einem interessanten Thema beschäftigt. Wohl jeder stand in seinem Leben schon mal an einem Scheideweg und musste sich entscheiden. In eine Parallelwelt eintauchen zu können, um zu sehen, was passiert wäre, wenn man sich anders entschieden hätte, ist sehr reizvoll. Marie wird diese Chance gegeben. Und dazu noch die Möglichkeit, ihre damalige Entscheidung zu ändern. Gleichzeitig analysiert sie ihre Ehe mit Paul. Dabei ist sie sehr ehrlich mit sich, spart nicht mit Seitenhieben und Ironie. Der Leser wird die eine oder andere eingefahrene Familiensituation selbst schon erlebt haben. Maries Leben steht praktisch still, ist unglaublich langweilig geworden. Ihr Mann bringt sich nicht mehr in die Beziehung ein. Viel zu lange hat Marie still gehalten. Es geht so nicht weiter, das wird dem Leser mit Eindringlichkeit deutlich gemacht. Das ganze Buch wirkt sehr gut durchdacht. Es ist nicht nur unterhaltsam, es regt auch sehr zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit bestimmten eingefahrenen Situationen in einer Ehe an. Männer kommen dabei allerdings nicht besonders gut weg. So entscheidet sich Marie dann doch ganz anders, als man erwartet hätte.

Über die Autorin:
Elfriede Hammerl studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Wien. Sie ist Kolumnistin beispielsweise bei „Vogue“, „stern“ und „Kurier“. Sie schrieb aber auch Kurzgeschichten und Essays für diverse Magazine. Sie erhielt 1999 den Publizistikpreis der Stadt Wien, den Frauenpreis 2002 und 2004 den Concordia Preis. Elfriede Hammerl lebt in der Nähe von Wien.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Der verpasste Mann
264 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30719-0
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Rabenbraten

Rabenbraten

In ihrem Leben scheint es keine Grenzen zu geben. Ständig spricht sie in Rätseln. Ihre Worte wirken verworren. Wirklichkeit und Traumwelt verschwimmen miteinander. Ihr Bewusstsein ist verzerrt. Ist sie wirklich krank oder nutzt sie ihre Begabung als Journalistin, die Wahrheit hinter Geschichten zu verstecken. Verbirgt sich etwas hinter ihren Wahnvorstellungen? Spielt sie ein Spiel? Steht sie auf der Bühne und rechtfertigt einen Mord? Hat sie ihm Schlafmittel gegeben und den Gashahn aufgedreht oder nicht. Versucht sie den Kopf aus der Schlinge zu ziehen oder existiert am Ende auch der Mord nur in ihrer Fantasie?

Die Geschichte ist unglaublich. Bilder entstehen, auf die man sich nicht einlassen will, die Angst machen und befremdlich wirken. Dennoch kann man dem Buch eine gewisse, fast schon unheimliche Faszination nicht absprechen. Die alles entscheidende Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Hat sie gemordet oder nicht?
Wenig an der Geschichte ist nachvollziehbar, vieles bleibt undurchsichtig. Fest steht nur, dass die Frau auf der Suche ist. Nach sich selbst möglicherweise und einem für sie annehmbaren Leben. Es ist, als liest man sich durch eine verworrene Traumwelt. Es wird und wird nicht besser. Und auch von dem vermeintlichen Psychologen braucht man keine Hilfe zu erwarten. Am Ende ist der vielleicht auch nur ihrer Fantasie entsprungen, immer bereit ihr zuzuhören und zu analysieren, in welcher Gestalt auch immer.
„Rabenbraten“ ist ein Buch, das sich nicht so leicht begreifen lässt, weil es zu verrückt ist. Nach dem Lesen fühlt man sich, als hätte man einen Albtraum gehabt, der noch lange beschäftigt.

Über die Autorin:
Monika Wogrolly wurde 1967 in Graz geboren. Sie studierte Philosophie und Germanistik und hat die erste Grazer Philosophische Praxis eröffnet. Monika Wogrolly erhielt neben Projektstipendien das Staatsstipendium für Literatur und den Förderungspreis der Stadt Wien.

Rezension von Heike Rau

Monika Wogrolly
Rabenbraten
364 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag, Wien-München
ISBN: 3-216-30733-6
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Bauen mit Holz im Garten

Bauen mit Holz im Garten

Holz ist ein vielseitiger und vor allem natürlicher Baustoff, der gerne in der Gartengestaltung eingesetzt wird. Holz ist relativ einfach zu bearbeiten. Besonders kreative und handwerklich begabte Menschen finden hier ein breites Betätigungsfeld.

Gegliedert ist das Buch in drei Kapitel:

„Holz – ein Baustoff zwischen Tradition und Experiment“
Holz hat die Entwicklungsgeschichte des Menschen begleitet. Holz dient als Ausgangsmaterial für Häuser, Geräte und Kunstgegenstände. Es wird schon seit jeher im Außenbereich für Zäune und Bänke verwendet. Doch neue Baustoffe wie Ziegel, Beton, Stahl und Kunststoffe verdrängten den Baustoff Holz immer mehr. Doch das Holz wurde wiederentdeckt. Um es einsetzten zu können, sind natürlich vielfältige Kenntnisse nötig. Hier setzt das Buch an.

„Holzarbeiten – Schritt für Schritt“
In diesem Kapitel werden die Vielfältigkeit und die Besonderheiten des Baustoffs Holz genau erklärt. So werden beispielsweise die wichtigsten Wachstumszonen im Text, in Bildern und in einer Tabelle dargestellt. Auch was man hinsichtlich der Holzfeuchte, Fehlern im Holz, den verschiedenen Güteklassen oder zu Schnittholzarten wissen muss, wird thematisiert. Vorgestellt werden verschieden Holzverbindungen. Erklärt wird aber auch, welche Einflüsse holzzerstörend wirken können und welche Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen werden sollten. Zu beachten sind hierbei auch die verschiedenen Dauerhaftigkeitsklassen von Holz. So wird schnell klar, welches Holz sich für die geplanten Arbeiten am besten eignet. Auch zum Streitthema Tropenholz wird Stellung genommen. Natürlich fehlen auch Tipps zur fachgerechten Verarbeitung von Lasuren oder Lacken nicht.
Im Anschluss werden verschiedene Einzelprojekte wie Terrasse, verschiedene Sicht- und Lärmschutzwände, Pergolen, Palisadenwand, Rankgitter, Lattenzaun und Treppen vorgestellt. Zunächst werden die Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und die benötigten Materialien aufgelistet. Dann wird der Bauablauf genau beschrieben. Die Zeichnungen sind beschriftet und mit Maßen versehen. Dazu kommen eine Reihe von Fotos, die verschiedene Arbeitsschritte zeigen.

„Holzarbeiten – Angebot und Ausschreibung“
Sicher wird nicht jeder Bauherr alle Holzarbeiten selbst durchführen können, wenn es zu kompliziert wird. Aber um Streitigkeiten mit der Ausführungsfirma zu vermeiden, sollten die geplanten Leistungen genau beschrieben werden. Was zu beachten ist bei Angebot und Ausschreibung wird ausführlich erläutert. Zur Verfügung gestellt werden Checklisten und Ausschreibungsbeispiele. Es folgen Adressen zu Fachverbänden und Bezugsquellen von Holzartikeln.

„Bauen mit Holz im Garten“ ist ein interessanter, vielseitiger und umfangreicher Ratgeber. Die Themenvielfalt ist beeindruckend. Die verschiedenen Holzarbeiten werden ganz genau und bis ins Detail erläutert. Aufgezeigt werden auch immer hilfreiche Listen mit Hinweisen, die man vorab überdenken sollte. Die Beiträge zeichnen sich durch gute Übersichtlichkeit aus. Auf dem breiten Rand ist genug Platz für Notizen. Die Fotos zu den Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind nicht gestellt, sondern während der Arbeit entstanden.
Das Buch ist geeignet für handwerklich begabte Laien, egal ob sie die Arbeiten ganz oder nur teilweise ausführen wollen, aber auch für Handwerker, die beruflich mit Holzarbeiten zu tun haben wie etwa im Garten- und Landschaftsbau.

Rezension von Heike Rau

Peter Mair
Bauen mit Holz im Garten
167 Seiten, gebunden, 99 Farbfotos, 39 Zeichnungen, 20 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4489-1
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Keine Paraden mehr

Keine Paraden mehr

Captain Tietjens befindet sich kurz hinter der Front. Hier tut er einen recht ungefährlichen Job. Zwar kämpft er mit einer Reihe von Problemen, doch die meisten Gedanken macht er sich um seine schöne Frau. Ihr gegenüber gibt sich Tietjens äußerst reserviert. Sie hält seine Unnahbarkeit, seine Komplexe und seine Steifheit nicht aus, reagiert darauf mit Männergeschichten und fein gesponnenen Intrigen. Tietjens versucht das Spiel seiner Frau zu durchschauen und er lenkt sich ab mit leidenschaftlichen Gedanken an Valentine Wannop. Obwohl es bei einer Schwärmerei bleibt, glaubt er, an seiner gescheiterten Ehe die alleinige Schuld zu tragen.
Seine Frau Sylvia treibt ihre Intrigen, auch aus unbegründeter Eifersucht, auf die Spitze. Sie stellt ihren Mann bloß. Doch ein Skandal muss um jeden Preis verhindert werden. Aber genau das könnte Tietjens nun das Leben kosten.

Zugegeben, das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen. Aber die Geschichte ist interessant. Heute erscheinen die Moralvorstellungen Tietjens sehr befremdlich. Er ist so geradlinig und ehrlich, dass es fast nicht zu glauben ist. Trotzdem schlittert er geradewegs in eine Katastrophe, lösen seine biederen Wertvorstellungen den folgenschweren Konflikt aus. Seine Frau Sylvia sträubt sich mit Händen und Füßen. Sie, die im Buch in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird, sieht es als ihr gutes Recht an, sich zu wehren. Sie quält Tietjens, macht ihn fertig. Er lässt es sich bieten. Er schützt Sylvia sogar, rechtfertigt ihr Verhalten und wird dennoch nicht Herr der Lage. So werden die damaligen gesellschaftlichen Zwänge regelrecht vorgeführt. Eine dramatische Geschichte, die es zu lesen lohnt.

Über den Autor: Ford Madox Ford, 1873-1939, wurde unter dem Namen Ford Hermann Hueffer als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin geboren, einer Familie von Malern, Schriftstellern und Intellektuellen. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Zusammen mit Joseph Conrad schrieb er zwei Bücher und mit seinen Literaturzeitschriften „The English Review“ und „Transatlantic Review“ wurde er zum Entdecker, Förderer und Freund von Joseph Conrad, Henry James, James Joyce und Ernest Hemingway, um nur einige zu nennen. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er auf englischer Seite teilnahm, legte er seinen deutschen Namen ab, lebte in Frankreich und Amerika.

Das englische Original erschien 1925 unter dem Titel „No More Parades“ bei Duckworth & Co., London.

Rezension von Heike Rau

Ford Madox Ford
Keine Paraden mehr
Aus dem Englischen von Joachim Utz
328 Seiten, gebunden
Eichborn Berlin
ISBN: 3-8218-0711-3
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