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Autor: hera

Indras Traum

Indras Traum

Es tut Indra gut, sich nach all der Aufregung an Simons Brust
auszuheulen. So spürt sie die Hilflosigkeit nicht mehr ganz so sehr. Dass Indra Simon eigentlich gar nicht mag, ist in diesem Moment nebensächlich. Der beinahe geglückte Überfall auf Indra im Park, ist für das Mädchen eben nicht so leicht zu verkraften. Ihre Nerven liegen so schon blank, wegen der schrecklichen Albträume, die sie hat. Nur weil sie sportlich ist und gut durchtrainiert, entkommt sie dem Mann mit der Strumpfmaske.
Wenig später, beim Konzert der Devil’s Slaves, welches Indra mit ihrer Freundin Jasmine und deren Cousin Simon besucht, begegnet sie dem Mann aus ihren Albträumen. Es ist der charismatische Leadsänger Than. Und ausgerechnet in den verliebt sich ihre Freundin Jasmine Hals über Kopf. Die Freundinnen trennen sich, und so erfahren Indra und Simon erst am nächsten Tag, dass Jasmin nicht nach Hause gekommen ist. Nun bricht Hektik aus. Doch was Indra auch tut, die Geschichte scheint längst geschrieben, das Schicksal vorbestimmt.

Keine Frage, das Buch ist spannend geschrieben. Die Geschichte ist unheimlich. Mit wachsender Unruhe stellt man fest, dass die bedrohlichen Albträume von Indra sich erfüllen. Die 16jährige wird aus ihrem ganz normalen Teenagerleben herausgerissen und muss zeigen, was sie drauf hat. Dabei stehen ihr die Sorgen und die Fürsorglichkeiten der Eltern nur im Weg. Und dennoch braucht sie die und auch ihre Freunde. Wobei sie Jasmines Cousin Simon gar nicht erst zu ihren Freunden zählen mag. Doch Indra tut ihm Unrecht und muss erkennen, dass sie ihn unterschätzt hat.
Sehr beeindruckend sind die in die Geschichte eingewobenen Fantasy- und Mysteryelemente. Sie ziehen den Leser mit ihrer Bedrohlichkeit zusätzlich in den Bann, sorgen dafür, dass die Spannung sich das ganze Buch über hält.

Über die Autorin:
Rebecca Hohlbein ist die Tochter von Deutschlands bekanntestem Fantasy-Autor. Sie hat bereits mehrere Kurzgeschichten und Kinderbücher unter Pseudonym veröffentlicht.

Rezension von Heike Rau

Rebecca Hohlbein
Indras Traum
Für Jugendliche
144 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft
ISBN: 3-8025-3328-3
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Erhöhter Blauanteil

Erhöhter Blauanteil

Andreas Steindorf ist von Beruf Schriftsteller. Er wohnt als Untermieter bei Frau Ambach. So ist er recht gut versorgt, könnte sich also voll auf seinen Beruf konzentrieren. Doch er nutzt die Zeit lieber zum Lesen. Fasziniert ist er von den Büchern Peter Handkes. So möchte er auch schreiben können. Eifrig studiert er Handkes Humor, den außer ihm niemand zu bemerken scheint. Überhaupt versteht seine übermäßige Faszination niemand so recht. Steindorf liest, liest und liest, um Handkes Schreibstil zu verinnerlichen. Dabei bringt er selbst kaum noch eine Zeile zustande. Aber das liegt für ihn eher an Frau Ambachs Violinenspiel. Mit dieser Musik im Hintergrund lässt es sich nicht schreiben, aber gut lesen. Und dann kommt ihm eine geniale Idee. Steindorf will sich ganz Handkes Werken widmen, und eins davon abschreiben. Seite für Seite, Satz für Satz, Wort für Wort. Was für ein Gefühl muss das sein, genauso schreiben zu können wie Handke?

Es ist schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Manche der ellenlangen Schachtelsätze muss man mehrmals lesen, um halbwegs eine Gliederung hineinzubekommen. Und doch muss man unwillkürlich staunen über diesen mehr als seltsamen Schriftsteller Steindorf, der der Faszination eines anderen Autors zu erliegen scheint. Der aufgeht in den Werken eines anderen, sich gefangen halten lässt. Steindorf verstrickt sich im Alltag und droht darin unterzugehen. Als Leser wird man verunsichert und irritiert. Es entsteht der Eindruck Bruno Steiger macht sich über Steindorf lustig, über seine Hirngespinste, über sein durch und durch biederes Leben. Dabei gibt es nichts zu lachen, wenn man so Seite für Seite liest. Das Geschriebene wirkt eher melancholisch. Hier bleibt nur Verwunderung zurück.

Über den Autor:
Bruno Steiger ist Jahrgang 1946. Er lebt in Zürich. Die Romane und Erzählungen des Schriftstellers, Kritikers und Essayisten wurden vielfach ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Bruno Steiger
Erhöhter Blauanteil
127 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
ISBN: 3-312-00337-7
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Weiberwirtschaft

Weiberwirtschaft

1482. Um die Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und Magdeburg zu festigen, wird die Ehe zwischen Richard Alemann, Sohn einer Magdeburger Patrizierfamilie und Regina Jessen, Tochter eines Hamburger Kaufmanns, arrangiert. Gebildet soll sie sein, diese Regina. Singen, tanzen und musizieren könne sie. Wahrscheinlich ist sie hässlich. Doch Richards Befürchtungen bestätigen sich nicht. Seine anverlobte Braut ist eine Schönheit. Er freut sich schon aufs Brautbett. Doch es kommt etwas dazwischen. Als er sich nach einer Feier mit zuviel Zerbster Bitterbier am Ufer der Elbe erleichtern will, findet er zu seinem Schrecken die Leiche des Kaiserlichen Rats Wulffenstein. In seinem Rachen steckt ein blutverschmiertes Dokument, welches an die Hansestadt Hamburg gerichtet ist. Und in der Hand hält der Ermordete einen gut gefüllten Geldbeutel. Das ist ein ungewöhnliches Zeichen – nur für was? In diesen abscheulichen Mordfall will der junge Stadtschreiber Richard sich nicht verwickeln lassen. So geht er nicht zum Stadthaus und alarmiert die Wache, sondern nach Haus in sein Bett.
Doch so leicht kommt er nicht davon. Schon am nächsten Morgen stehen zwei grimmig dreinschauende Angehörige der Stadtwache vor seinem Bett. Als Mörder scheint Richard überführt, denn er hat am Elbufer etwas zurückgelassen. Und seine blutverschmierten Hände sind ebenfalls sehr aussagekräftig.

Das Buch beginnt überaus turbulent und geht auch so weiter bis zum Schluss. Es ist das reinste Vergnügen, den Zeilen zu folgen und vor mittelalterlicher Kulisse zu beobachten wie Intrigen gesponnen, Pläne geschmiedet und wenn alles schief läuft, eben improvisiert wird. Die Akteure sind herrlich lebendig, schlagfertig und einfallsreich, auch wenn so machen Schuss nach hinten losgeht. Es geht hoch her, hauptsächlich dann, wenn die Frauen, die ja eigentlich in dieser Zeit nicht viel zu sagen haben, sich einmischen. Besonders aufregend gezeichnet ist die Figur der Regina Jessen, die ihren Bräutigam auch lieb gewonnen hat und ihn nicht im Kerker verrotten lassen will. Sie ist die treibende Kraft, nutzt ihre Bildung und ihren wachen Verstand und unternimmt etwas, um den Mord aufzuklären und ihren Verlobten reinzuwaschen.
Das Lachen kann man sich beim Lesen des Krimis kaum verbeißen, so herrlich ironisch und witzig ist das Buch geschrieben. Eine Katastrophe jagt die nächste und so mancher Akteur stellt sich sagenhaft blöd an. Immer wieder kommt völlig Unerwartetes dazwischen.
Kurz – dieser Krimi hat ordentlich Feuer. Den muss man einfach lesen!

Rezension von Heike Rau

Waltraud Lewin / Miriam Margraf
Weiberwirtschaft
Ein Hansekrimi
205 Seiten, Taschenbuch
Die Hanse / Sabine Groenewold Verlage, Hamburg
ISBN: 3-434-52810-5
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Schwarzes Wasser

Schwarzes Wasser

Eine große Party soll es geben. Elisabeth wird Zwanzig. Und nun muss es auch endlich passieren. Elisabeth ist nämlich immer noch Jungfrau. Gefeiert wird bei Wolodja. Er ist nach seinem russischen Großvater benannt, der mit hier im Haus wohnt, jedoch wegen seiner hohen Alters und seiner damit verbundenen Gebrechlichkeit ans Bett gefesselt ist. Auf Wolodja hat es Elisabeth nicht abgesehen. Aber sein Freund Albert kommt in Frage. Der ist bekannt dafür, dass er nichts anbrennen lässt.
Doch Albert verschwindet bei Wolodjas Großvater. Er hört die Geschichte seiner Liebe. Die will der Großvater nun, wo es bald zu Ende geht, unbedingt seinem Enkel erzählen. Das hier Albert anstelle von Wolodja sitzt, bemerkt er nicht. Aber das spielt auch keine Rolle.

Die Erinnerungen des Großvaters liegen eingebettet in der Geschichte Elisabeths. So ganz will das nicht zusammenpassen. Da ist Wolodjas Großvater, der sich damals in die blutjunge Katja verliebte, sie zu sich und seiner Ehefrau ins Haus holte und die doch tatsächlich schwanger von ihm wird.
Ausgerechnet Albert hört sich die Geschichte an, wo doch Elisabeth draußen sehnsüchtig auf ihn wartet. Sie will unbeschwert die Liebe genießen. Doch wer weiß schon, ob alles so unbeschwert wird. Es kann auch anders kommen, wie bei Wolodjas Großvater. Ob es das ist, was der Autor dem Leser vermitteln will? Dass man auch versinken kann in der Liebe, wie in einem „Schwarzen Wasser“ oder in einem Morast?

Der Roman ist einfühlsam geschrieben und lebendig. Gefühle werden intensiv geschildert. Der Autor beobachtet aufmerksam, schildert Gedankengänge seiner Protagonisten oft akribisch genau. Es ist ein Roman, über den man sich lange Gedanken machen wird.

Über den Autor:
Maximilian Steinbeis ist Jahrgang 1970. Er studierte Jura und ist seit 1999 Politredakteur. Der Autor lebt in Köln.

Rezension von Heike Rau

Maximilian Steinbeis
Schwarzes Wasser
141 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag C.H. Beck
ISBN: 3-406-50969-X
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Fremde Gedanken – Fantastische Erzählungen

Fremde Gedanken – Fantastische Erzählungen

Eine Kriegerin und ein Zauberer, ein verliebter Außerirdischer, ein Wissenschaftler mit fremden Gedanken im Kopf oder eine mutige Drachenführerin, sie alle füllen die neun Geschichten mit Leben. Geschichten die in verschiedenen Zeiten spielen oder in fernen Welten oder scheinbar hier in unserer Nähe. Es geht um das Leben, das Überleben, unsere Träume und Sehnsüchte und natürlich die Liebe.

Den Einstand macht die Story „Geistesmacht“, die sich auf so faszinierende Art und Weise mit unserer Willenskraft und den dadurch erfüllbaren Träumen befasst. Sie zieht den Leser magisch hinein in das Buch. Sehr spannend ist „Fremde Gedanken“. Die Möglichkeit menschliches Wissen von einem Gehirn in ein anderes kopieren zu können, ist utopisch. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. „Die Nacht im Park“ liest man wohl mit einen Schmunzeln. Was wäre, wenn der eigene Partner, den man eigentlich für durch und durch menschlich hält, sich in einen Außerirdischen verwandeln würde? Eine abwegige Vorstellung? Und trotzdem wird dieses Szenario einmal durchgespielt. „Hallen aus Stahl“ dagegen stimmt nachdenklich. Die Menschen leben hier unterirdisch in Kuppelstädten auf dem Meeresboden, werden beherrscht von einer diktatorischen Regierung. Vor dieser Kulisse sucht ein Bruder seine ohne Wissen der Regierung geborene Zwillingsschwester, die nach dem Gesetz eigentlich kein Recht hat zu leben. Den gelungenen Abschluss bildet die eher heitere Geschichte „Verflixter Montag“, die unsere Einstellung zu eben diesem Wochentag durch einen vielsagenden Blick in die Zukunft ändern könnte.

Beeindruckend ist die Vielfalt der Geschichten, der gelungene Mix aus Science-Fiction und Fantasy. Die Autorin schreibt sehr flüssig und behält einen einheitlichen Stil bei. Sie setzt der Phantasie des Lesers keine Grenzen. Kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung wird so garantiert.

Heike Wolff ist Jahrgang 1973. Die Mitherausgeberin des LEseSTOFFs lebt in Leipzig. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften liegt nun mit „Fremde Gedanken“ ihr erstes Buch vor. www.wolffheike.de

Rezension von Heike Rau

Heike Wolff
Fremde Gedanken – Fantastische Erzählungen
148 Seiten, broschiert
Engelsdorfer Verlagsgesellschaft
ISBN: 3-937290-58-3

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Mutter & Sohn

Mutter & Sohn

Endlich darf er wieder im Stehen pinkeln. Lisa ist weg. Nach vier Jahren. Johannes Seidel fühlt sich eigentlich gut. Doch dann kommt der Brief, überrascht ihn in seinem wohlverdienten Urlaub. Die Firma will ihn abschieben nach Brasilien, will Platz machen für einen jüngeren Kollegen. Eine tolle Chance für ihn, er sei ja schließlich jetzt ohne familiäre Bande, ohne Lebensabschnittsgefährtin. Dabei riecht das Bett noch nach ihr. Es war ein Fehler, sich der Sekretärin Frau Zumgibel anzuvertrauen.
Brasilien. Er weiß von einem Kollegen, wie es dort ist. Nur im zugedröhnten Zustand kann man es dort aushalten. So ein Abenteuer auf die alten Tage will er sich sparen.
Dann kommt der Anruf. Von seiner Mutter, zu der er lieber Abstand hält. Sie ruft immer an, wenn er ein Tief hat. Sie hat ein Gespür dafür. Er erzählt ihr von dem Angebot, nach Brasilien zu gehen. Sie hält es für Abschiebung. Und wenn er dennoch zusagt? Den Gedanken ihren Sohn so weit weg wissen zu müssen, erträgt sie nicht. Sie will ihn sofort sehen. Und er kommt. Es ist für ihn völlig überraschend, seine Mutter im Rollstuhl sitzend vorzufinden. Und da sind sie wieder da, die familiären Bande. Sie wollen seinen Karrieresprung nach Brasilien verhindern. Er ist nicht mehr frei in seiner Entscheidung, auch wenn die Mutter ihm etwas anderes zu verstehen gibt – scheinbar zu verstehen gibt.

Auf der einen Seite steht Martin Seidel. 57 Jahre alt. Nun, wo Lisa ihn verlassen hat oder besser, seit er sie vertrieben hat, ein alleinstehender Mann. Er ist erfolglos, bald glatzköpfig und von so manchen Wehwehchen geplagt. Wie soll er wieder eine Frau finden? Doch so ganz allein ist er ja nicht. Er hat seine rechthaberische Mutter, mit der er es nie länger aushält. Krankhaft klammert sie sich an die vor 30 Jahren verstorbene Tochter, hält sie lebendig, lebt mit ihr zusammen. Das erträgt er nicht. Als die Mutter von Martins Brasilien-Plänen hört, klammert sie sich auch noch an einen Rollstuhl. Muss Martin sie nun pflegen? Er, der bildlich gesprochen ja eigentlich auch schon an Krücken geht? Das rückt die Abschiebung nach Brasilien in ein ganz anderes, in ein verlockendes Licht. Nur weg, alle Verpflichtungen hinter sich lassen! Doch da ist noch sein Gewissen, das ihm keine Ruhe lassen will.

Der Autor stellt eine Mutter-Sohn-Beziehung auf den Prüfstand und analysiert sie akribisch. Jeder von den beiden versucht mit allen Mitteln seine Interessen durchzusetzen. Keiner ist bereit von alten Gewohnheiten abzurücken oder Fehler der Vergangenheit einzuräumen. Auch wenn der Sohn den natürlichen Vorteil hat jünger zu sein als seine Mutter, er ist genauso unbeweglich und eingefahren in seinen Gedanken wie sie. Doch die Mutter will es nicht darauf ankommen lassen, dass der Sohn doch nach Brasilien gehen könnte. Vorsorglich übertreibt sie das Spiel und verhält sich ganz mies und unfair. Als Leser erwartet man das Ende mit Spannung und fragt sich, ob sie damit durchkommt.

Der Autor hat eine präzise Beobachtungsgabe und psychologisches Gespür für Stimmungen. Mit seinem Buch löst er widersprüchliche Gefühle aus. Mal bringt man Verständnis für die Situation auf, dann wieder nicht. Mal ist es urkomisch mal bitterernst und Verzweiflung kommt durch. Die Geschichte wirkt ernüchternd, aber sie ist nicht ohne Hoffnung.

Über den Autor:
Bernd Schroeder ist Jahrgang 1944. Der Autor und Regisseur zahlreicher Hör- und Fernsehspiele lebt in Köln. 1992 wurde er mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Bernd Schroeder ist Mitglied des PEN.

Rezension von Heike Rau

Bernd Schroeder
Mutter & Sohn
Erzählung
164 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN: 3-446-20466-0
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Vögel richtig füttern

Vögel richtig füttern

Damit Vögel wie Papageien, Finken oder Exoten gesund bleiben, muss besonderes Augenmerk auf die Fütterung gelegt werden. Das Grundwissen dazu bietet das hier vorgestellte Buch.

Am Äußeren des Vogels kann man erkennen, was er frisst. Es ist also notwendig, Schnabel, Hintergliedmaßen, Flügel und die Gefiederfarbe genau zu betrachten. Und auch die fünf Hauptsinne Sehen, Hören, Geschmack, Geruch und Tastsinn wirken bei der Suche, der Erkennung und so dem Verzehr von Nahrung zusammen. Das muss beachtet werden.

Anhand der Erläuterungen im Buch kann man leicht feststellen, was welcher Vogel frisst, was also in sein angeborenes Nahrungsschema passen würde.
Vermittelt wird aber auch, wie der Verdauungsapparat und der Stoffwechsel von Vögeln funktionieren.

Die Bestandteile des Futters werden genau unter die Lupe genommen, damit man weiß, was der Vogel in welcher Menge braucht. Das Füttern mit im Handel angebotenen Saatenmischungen reicht nicht aus, um den Vogel mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Verfügbare pflanzliche Futtermittel wie Getreide werden vorgestellt, aber auch geeignetes Grünfutter, Keimfutter, Futtermittel tierischer Herkunft, Lebendfutter und industriell hergestellte Futtermittel.

Auch ernährungsbedingte Krankheiten und Probleme finden in einem Kapitel Beachtung. Dazu gehören beispielsweise Überversorgung, Mangelerscheinungen, Ungleichgewicht in der Darmflora oder Vergiftungen.

„Vögel richtig füttern“ bietet kompakte Informationen zu allen wichtigen Themen rund um das Füttern. Tipps und Ratschläge sind verständlich formuliert und können in der Praxis leicht umgesetzt werden. Für alle, die schnell eine bestimmte Information suchen, gibt es ein Register. Gefallen haben auch die zahlreichen Fotos und die informativen Zeichnungen.

Über die Autoren:
Dr. Wolfgang Aeckerlein ist Fachtierarzt für Geflügel. Er ist anerkannter Spezialist für Geflügelkrankheiten und Vogelernährung.
Dr. Dietmar Steinmetz ist praktizierender Tierarzt und Fachtierarzt für Vögel.

Rezension von Heike Rau

Wolfgan Aeckerlein / Dietmar Steinmetz
Vögel richtig füttern
96 Seiten, gebunden
mit 49 Farbfotos und 21 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-3545-0
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Fanny & Willy – Zwei Mäuse retten die Stadt

Fanny & Willy – Zwei Mäuse retten die Stadt

Willys Zuhause ist ein Müllplatz. Eines Tages wird hier eine Blechtonne abgeladen. Willy wird neugierig, weil ein Klopfgeräusch aus der Tonne zu hören ist. Mit einem Stemmeisen befreit er schließlich Oskar, den Kater. Der sieht zum Glück davon ab, Willy auf seinen Speiseplan zu setzten, weil dieser ihn soeben gerettet hat. Oskar ist ein Katzendetektiv und jagt angeblich sowieso lieber Verbrecher als Mäuse. In die Tonne hatte ihn eine Bande Ratten gelockt.
Als Oskar sich den vielen Dreck auf dem Müllplatz ansieht, kommt die Stadtmaus Fanny dazu. Sie ist auf der Flucht vor Eduard von Rattenschwanz und seiner Bande. Sie hat beobachtet, wie diese Giftdosen umhergetragen haben. Damit wollen sie die Herrschaft über die Stadt gewinnen. Dieser Plan muss unbedingt vereitelt werden.

Die kleine Geschichte ist sehr spannend und beschäftigt sich mit einem ernsten Thema, unserer Umwelt. Die Problematik wird Kindern auf spielerische Art und Weise sehr anschaulich näher gebracht. Sie werden angeregt, ihr eigenes Verhalten und das der anderen gegenüber der Natur einmal zu analysieren.
Gefallen haben auch die kunterbunten, liebevoll gezeichneten Illustrationen, die Kinder sicher sehr gerne länger betrachten werden.

Auf der CD ist die Geschichte aus dem Buch als Musical zu hören. Lieder und Texte wechseln sich ab. Es wird deutlich und verständlich gesprochen und gesungen. Die Stimmen passen hervorragend zu den einzelnen Figuren. Gelungene Soundeffekte sorgen zusätzlich für Abwechslung. Einigen Lieder sind so flott und unterhaltsam, dass manches Kind sicher aufspringen wird, um mitzutanzen. Dazu gehört beispielsweise das „Wegwerf-Lied“. Hitverdächtig ist auch das Lied „Ich bin ein kleiner Vogel“ über Anette, die Amsel. Manche Lieder dagegen sind passend zum Thema eher traurig gehalten und machen nachdenklich. Dazu gehören die Lieder „Was giftig ist“ und „Behüte die Natur“.

Buch und CD sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Die Liedtexte und Noten finden sich mit Akkordbezifferung für die Gitarre und den Griffbildern im Buch. Auch die gesprochenen Dialoge sind vorhanden. So kann das Musical auch mit der Unterstützung von Erwachsenen beispielsweise in Schulen aufgeführt werden.

Rezension von Heike Rau

Das Buch:
Hermann Schulze-Berndt / Marion Thielen
Fanny & Willy
Zwei Mäuse retten die Stadt
64 Seiten, gebunden
Musikverlag Eifelkrone Musik und Buch
ISBN: 3-9809028-3-8

Die CD:
Hermann Schulze-Berndt / Werner Totzauer
Fanny & Willy
Zwei Mäuse retten die Stadt
Ein Musical für Kinder
Kinder-Musical-CD, Spielzeit 56:20 Minuten
Musikverlag Eifelkrone Musik und Buch
ISBN: 3-9809028-0-3
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SpongeBob SCHWAMMKOPF – Ein echt nasses Vergnügen

SpongeBob SCHWAMMKOPF – Ein echt nasses Vergnügen

Bekannt ist den Kindern der kleine Karate kämpfende Schwamm SpongeBob aus dem Fernsehen. Jetzt gibt es die spannenden Geschichten auch im Taschenbuchformat zum Lesen.

SpongeBob lebt im Ozean, weil es hier so schön nass ist. Eines Tages trifft er unter wirklich gefährlichen Umständen einen Außerirdischen. Der Außerirdische entpuppt sich als Eichhörnchen im Taucheranzug. Schwamm und Eichhörnchen Sandy werden Freude. Und um diese Freundschaft zu besiegeln, lädt Sandy SpongeBob zu sich nach Hause ein. SpongeBob muss durch eine Schleuse gehen, denn Eichhörnchen brauchen Luft zum Atmen. Bisher wusste SpongeBob nichts von Luft und diese hat eine wirklich seltsame Wirkung auf ihn. Sie lässt den Schwamm völlig austrocknen. SpongeBob dreht fast durch. Er stürzt sich in die Vogeltränke und auf das eiskalte Blumenwasser. Doch das reicht nicht aus, um seine Lebensgeister wieder zu wecken. Es sieht aus, als wäre es schlecht bestellt um die Freundschaft von Schwamm und Eichhörnchen.

Die kleine Geschichte um SpongeBob Schwammkopf und das Eichhörnchen Sandy ist sehr unterhaltsam für Kinder. Der Schwamm mit dem lustigen Aussehen gerät in eine wirklich missliche Lage. Doch SpongeBob ist einfallsreich und um eine rettende Idee nie verlegen. Zahlreiche Zeichnungen erhöhen das Lesevergnügen zusätzlich.

Rezension von Heike Rau

Terry Collins
SpongeBob SCHWAMMKOPF
Ein echt nasses Vergnügen
Mit Zeichnungen von Mark O’Hare
Basierend auf der Fernsehserie von Peter Burns,
Mr Laurence und Paul Tibitt
Aus dem Amerikanischen von Almuth Behrens
60 Seiten, broschiert
für Kinder von 7-11 Jahren
Egmont VGS Verlagsgesellschaft
ISBN: 3-8025-3330-5
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SpongeBob SCHWAMMKOPF – Mission Impossible unter Wasser

SpongeBob SCHWAMMKOPF – Mission Impossible unter Wasser

Bekannt ist den Kindern der kleine Karate kämpfende Schwamm SpongeBob aus dem Fernsehen. Jetzt gibt es die spannenden Geschichten auch im Taschenbuchformat zum Lesen.

SpongeBob absolviert Mrs Puffs Kurs an der Bootsfahrschule nun schon zum siebenundvierzigsten Mal. Mittlerweile kennt er alle Fragen und Antworten auswendig. Doch wenn der Praxisteil der Prüfung ansteht, packt ihn die Panik.
Als die Aufsichtsperson des Tages zu wählen ist, bleibt nur SpongeBob. Alle anderen Schüler waren schon dran. Der gelbe Schwamm ist ganz versessen auf diese Position, vertut die Zeit allerdings erst einmal mit dem Halten einer ellenlangen Rede, die keiner hören will. Wertvolle Zeit geht so verloren.
Trotzdem will SpongeBob den restlichen Tag nutzen und seinen Pflichten als Aufsichtsperson nun außerhalb der Schule in Bikini Bottom akribisch genau nachgehen. Dabei schießt er übers Ziel hinaus und erlebt eine höchst unangenehme Überraschung.

Auch diese Geschichte ist kurzweilig, lustig und spannend. SpongeBob verbreitet mit seiner Übereifrigkeit Angst und Schrecken und merkt nicht, dass alles schief läuft und völlig aus der Bahn gerät.

Rezension von Heike Rau

Annie Auerbach
SpongeBob SCHWAMMKOPF
Mission Impossible unter Wasser
Mit Zeichnungen von Mark O’Hare
Basierend auf der Fernsehserie von Peter Burns,
Mr Laurence und Jai Lender
Aus dem Amerikanischen von Almuth Behrens
56 Seiten, broschiert
für Kinder von 7-11 Jahren
Egmont VGS Verlagsgesellschaft
ISBN: 3-8025-3332-1
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