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Autor: hera

Mary Hooper: Totenmädchen

Mary Hooper: Totenmädchen

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Anne Green kann ihren derzeitigen Zustand nicht begreifen. Sie fühlt sich, als wäre sie in der Dunkelheit lebendig begraben. Vielleicht fühlt es sich so an, tot zu sein? Zu keiner Bewegung fähig, sind ihr nur ihre Gedanken geblieben.
So ruft sie sich ihr bisheriges Leben ins Gedächtnis. Rekapituliert noch einmal die Geschehnisse bis zur Hinrichtung.

Wie konnte Anne, das einfache Dienstmädchen, nur so dumm sein und Master Geoffreys falsche Versprechen glauben? Sie hoffte, dass er sie zu seiner Frau machen würde, bis sie erfährt, dass er beabsichtigt eine andere zu heiraten. Doch da ist es bereits zu spät. Anne ist schwanger. Master Geoffrey will davon natürlich nichts wissen. Längst hat er sich von Anne abgewendet. So schweigt sie, bis das Kind viel zu früh und nicht lebensfähig auf die Welt kommt. Sir Thomas Reader, der Dienstherr Annes versucht zu vertuschen, dass sein Enkel damit etwas zu tun hat. Anne wird wegen Kindstötung zum Tode verurteilt und gehängt. Ihre Leiche wird vom medizinischen Labor der Universität beansprucht.

Die Sektion der Leiche findet im Hause des Apothekers Clarke in Oxford statt. Namhafte Mediziner sind anwesend und auch einige Studenten des New College, darunter Robert Matthews. Er ist es auch, der ein erstes Lebenszeichen an Anne entdeckt. Lebendig ist sie aber keinesfalls. Vielleicht in einem Zustand zwischen Leben und Tod. Den Umständen ist es zuzuschreiben, dass es noch eine ganze Zeit dauert, bis die Ärzte handeln. Robert Matthews dokumentiert, wie die Ärzte versuchen, Anne ein echtes und glaubwürdiges Lebenszeichen abzuringen.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Anne Green wurde 1650 wegen Kindstötung gehängt und hat überlebt. Mit dem Buch hat die Autorin dem „Totenmädchen“ eine Stimme gegeben. Denn sie schildert die Geschehnisse aus der Sicht des jungen Mädchens, die sich in einem Zustand zwischen Leben und Tod zurückerinnert, während die die Sektion vorbereitet wird. Mehr zu den geschichtlichen Hintergründen kann man im Nachwort nachlesen.

Es ist eine beeindruckende, sehr bewegende Geschichte entstanden, von der man von vorne herein weiß, wie sie ausgehen wird. Diese Tatsache nimmt aber nicht die Spannung weg. Man möchte in aller Ausführlichkeit wissen, wie Annes kurzes schicksalhaftes Leben als einfaches Dienstmädchen bisher verlief und wie es schließlich zu diesem erschreckenden Todesurteil kommen konnte.
Die Autorin hat sehr einfühlsame Worte gefunden, um zu beschreiben, was geschah. Auch wie Anne wieder ins Leben findet, wird sehr feinfühlig dargestellt. Hier spielt Student Robert Matthews eine wichtige Rolle, der die Lebenszeichen richtig deutet und sich über alles wünscht, dass Anne ins Leben zurückfindet.
„Totenmädchen“ ist ein wirklich überzeugender historischer Roman, den Fans dieses Genres sich nicht entgehen lassen sollten.

Rezension von Heike Rau

Mary Hooper
Totenmädchen
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
320 Seiten, broschiert
cbj, München
ISBN-10: 3570400727
ISBN-13: 978-3570400722
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Yvonne Ginsberg: Fastenwandern mit Leib und Seele

Yvonne Ginsberg: Fastenwandern mit Leib und Seele

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Gründe für das Fasten gibt es verschiedene. Man verspricht sich Vorteile für die Gesundheit oder beginnt eine Ernährungsumstellung auf diese Weise, verabschiedet sich also von alten Gewohnheiten. Manche wollen den Alltag hinter sich lassen und eine Auszeit nehmen. Andere brauchen eine Zeit ohne Ablenkung, um gedanklich Klarheit zu schaffen und um ungestört an der Bewältigung von Konflikten zu arbeiten. Das Fastenwandern kann auch spirituell-religiös orientiert sein.

Wichtig ist es aber auf alle Fälle, gut informiert zu sein. Das genau ist das Anliegen der Autorin Yvonne Ginsberg, die Heilpraktikerin ist. Sie leitet seit vielen Jahren hauptberuflich Fastenwandergruppen an.
Zunächst werden die Hintergründe zum Fastenwandern erklärt. Es geht darum, das Fasten als etwas Natürliches darzustellen, als eine Fähigkeit, die der Mensch besitzt um Notzeiten zu überbrücken. Heute steht Nahrung ganz selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Nur hat das auch Nachteile, wie jeder weiß. Wohlstandskrankheiten breiten sich aus.

Favorisiert wird im Buch die Fastenmethode nach Dr. Otto Buchinger in Verbindung mit dem Fastenwandern. Diese wird genau umschrieben. Man erfährt dabei auch, was im Körper vorgeht. Gesundheitliche Aspekte sind zu bedenken. Hierauf wird eingegangen. Auch andere Methoden werden aufgezeigt.
Das Fastenwandern sollte den eigenen Neigungen, Bedürfnissen und Interessen entsprechen. Auch hierzu findet man Ausführungen im Buch und kann dann genau planen.

Beim Fastenwandern geht es um Verzicht und Rückbesinnung. Die Motive sind unterschiedlich. Mit ihren Zeilen hilft die Autorin Klarheit in die Gedanken zu bringen, Ziele zu definieren, Halt zu finden. Es gibt nicht nur Passagen im Buch, die man vor dem Fasten lesen sollte, sondern auch solche, die währenddessen hilfreich sind. Diese Denkanstöße sind sehr motivierend, auch weil diese beim Durchhalten helfen. So findet man im Buch Achtsamkeitsübungen, Meditationsübungen und erfährt etwas über die heilende Kraft des Singens oder die Wirkung von Gebeten.

Am Ende des Buches wird gezeigt, wie eine Fastenwanderwoche oder ein Fastenwanderwochenende aussehen könnten. Im Anhang findet man hilfreiche Adressen, Checklisten, Reisetipps und Vorschläge zu weiterführender Literatur.

Rezension von Heike Rau

Yvonne Ginsberg
Fastenwandern mit Leib und Seele
163 Seiten, broschiert
Patmos Verlag
ISBN-10: 3843600201
ISBN-13: 978-3843600200
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Emilio Salgari: Sandokan – Die Tiger von Mompracem

Emilio Salgari: Sandokan – Die Tiger von Mompracem

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Um Sandokan, den gefürchteten Anführer der todesmutigen Piraten von Mompracem, ist es geschehen, als er von seinem Gefährten Yanez von einer jungen Frau mit goldenem Haar erfährt. Man nennt sie auch die Perle von Labuan. Eine Engländerin soll sie sein.
Sandokan wählt die besten Männer unter seinen ihm blind folgenden Tigerchen aus. Er will nach Labuan segeln und sich seinem erbittertsten Feind entgegenstellen, auch wenn es sein Untergang sein sollte. Er hat nur ein Ziel. Er will die junge Frau sehen.

Unterwegs überfällt der Tiger von Malaysia noch schnell ein Handelsschiff. Es trägt die Flagge des Engländers James Brooke, dem „Vernichter der Piraten“.
Später, während eines Erkundungsganges auf der Insel, an der auch Sandokan teilnimmt, werden seine Segelschiffe angegriffen. Eilig kehren die Männer an Bord zurück.
Allerdings wird das Gefecht verloren. Vorerst bleibt nur der Rückzug. Die Rache muss auf später verschoben werden. So viel Vernunft muss sein. Doch dann wird das Feuer noch einmal eröffnet. Sandokan, der dabei viele seiner Männer verliert, springt schwer verletzt ins Wasser. Er schafft es bis an die feindliche Küste. Doch er droht dem Fieberwahn zu erliegen.

Als er gefunden wird, ist er nicht mehr Herr seiner Sinne. Erst bei Lord James Guillonk kommt er wieder zu sich. Er gibt vor, sich nicht an die Geschehnisse zu erinnern. Er, der malaiische Prinz, muss von Piraten überfallen worden sein, so die Erklärung für seinen Zustand, die ihm der gutgläubige Lord natürlich abnimmt.

Was Sandokan aber sofort wieder belebt, ist der Anblick der Nichte Lord Guillonks. Lady Marianna, die Perle von Labuan. Ihr Liebreiz ist nicht in Worte zu fassen.
Sandokan genießt die Gastfreundschaft des Hauses. Aber als er, endlich wieder gesund, an einer Tigerjagd teilnimmt, weckt er das Misstrauen eines Marineoffiziers, der unangenehme Fragen stellt.
Sandokan weiß, dass er gehen muss. Er offenbart Marianna seine Liebe, die von ihr natürlich längst erwidert wird. Seine Vergangenheit erschreckt sie nicht. Überall hin würde sie ihm folgen. So verlässt er sie mit dem Versprechen, sie später zu sich zu holen.

Sandokan ist den Lesern sicherlich durch den Film bekannt, mit Kabir Bedi in der Hauptrolle. Die originalgetreue Übersetzung zu lesen, ist allerdings etwas anderes. Hier kommt der Held manchmal gar nicht so gut weg. Die Handlung ist einigermaßen fragwürdig dargestellt. Heutige Maßstäbe anzulegen, wäre aber sicherlich verkehrt. Der Geschmack der Leser hat sich verändert.

Den Abenteuerroman zu lesen, macht trotzdem Spaß. Zuzusehen wie den mächtigen und blutrünstigen Piraten mit dem feurigen Blick die Liebe überrollt, so dass er vollends den Kopf verliert, ist sehr unterhaltsam.

Alles kommt, wie es kommen muss. Oder auch wie man es sich wünscht. Die Fantasie macht alles möglich. Und die bringt der Autor in vollen Zügen ein.
Eine leidenschaftliche Liebe nimmt ihren Weg. Denn selbstverständlich erwidert Marianna die Liebe Sandokans. Welche Frau könnte sich seinen feurigen Blick entziehen? Welche Frau wäre nicht beeindruckt von seiner Stärke, seinem Kampfgeist, seinem Stolz, seiner Männlichkeit, seinen Muskeln, seiner Kühnheit, seiner Wildheit und seinem Mut?

Keine Sekunde langweilt man sich mit diesem Buch. Auch wenn der Abenteuerroman manchmal ins Komische abgleitet, besonders auch wegen der Selbstgespräche, die Sandokan immer wieder führt.
Der Autor erzählt ausschweifend und wortreich, nimmt sich viel Platz zum Erzählen.
Interessant sind auch die Einführung zum Buch von Ann Lawson Lucas und das Nachwort von Michele Mari mit Hintergrundinformationen zum Buch.

Rezension von Heike Rau

Emilio Salgari
Sandokan – Die Tiger von Mompracem
Aus dem Italienischen von Jutta Wurm
464 Seiten, broschiert
Unionsverlag Zürich
ISBN-10: 3293205283
ISBN-13: 978-3293205284
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Wieland Freund: Falsches Spiel in Silver City

Wieland Freund: Falsches Spiel in Silver City

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Es ist eine Menge Geld, mit der Dave Kellen da unterwegs ist. Er hütet es gut, aber wohl ist ihm nicht bei der Sache. Von dem Geld, so haben seine Brüder beschlossen, sollen in Virginia City Anteile an einer Silbermine gekauft werden.
Vor Silver City passiert es dann. Die Postkutsche wird überfallen. Er und seine Mitreisenden Edmund Curry und Penny Dreadful sind einem dreisten Dieb ausgeliefert. Edmund erweist sich nicht gerade als Held. Zwar versucht er gegen den einarmigen Räuber vorzugehen, aber ein von ihm abgefeuerter Schuss streift Dave. Dann wird Edmund niedergeschlagen und der Räuber macht weiter Beute. Auch Daves Geldkatze gerät ins Visier des skrupellosen Diebes.
In Silver City sucht man sofort den Sheriff Sam Finney auf. Dave hat sich als Erklärung für seine Reise eine Lüge ausgedacht. Er erzählt, nach Salt Lake zu wollen, wo sein Onkel ihn mit dem Geld zur Begleichung von Schulden erwartet.
Im Büro des Sheriffs erfahren die drei, dass der Einarmige nicht zum ersten Mal zugeschlagen hat. Dave und die zwei Erwachsenen wollen vorerst in der Stadt bleiben. Sie haben Hoffnung, dass der Dieb geschnappt wird.
Allerdings hat niemand mehr Geld. Als sie Hiram McLoud von den „Argent News“ treffen, scheint sich eine Möglichkeit zu ergeben. Edmund Curry gibt vor, Autor zu sein. Er wäre bereit über den Überfall in der Zeitung zu berichten. So nimmt Hiram die Reisenden auf.

Unversehens strandet die kleine Reisegruppe in Silver City, ohne einen Cent in der Tasche. Edmund Curry hat ohnehin nicht viel besessen. Penny Dreadful hat etwas mehr zu verlieren, darunter auch einen Schmuckstein, einen schwarzen Karfunkel. Für Dave steht schon etwas mehr auf dem Spiel.
Und weil die drei wiederhaben wollen, was gestohlen wurde und der einarmige Bandit nicht einfach so davonkommen soll, bilden sie ein Team. In Hiram McLoud finden sie einen Verbündeten. Es ist spannend zu beobachten, wie diese ungleichen Personen zu einem Team zusammenwachsen.

Die Hintergründe zum Roman sind also für sich genommen schon mal sehr spannend. Der Autor bedient dazu die üblichen Klieschees, so wie man es von einem ordentlichen Wildwest-Krimi erwartet. Da stimmt einfach alles.
Der Buchtitel sagt aber schon einmal aus, dass es nicht einfach sein wird, den Fall zu lösen. Dem entsprechend abenteuerlich geht es bei der Suche nach dem Räuber zu. Vor Überraschungen im Verlauf der Handlung kann man nie sicher sein. Sehr unterhaltsam sind auch die eingebauten lustigen Szenen.

Sehr gut gefallen die Figuren. Allen voran der 12-jährige Dave, dem seine Rolle als Kind auch gelassen wird. Bei Edmund Curry und Penny Dreadful kann man nur spekulieren. Sie haben ihre Geheimnisse. Man interessiert sich für sie. Aber auch alle Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet. Die Geschichte wirkt dadurch sehr lebendig. Der Schreibstil tut ein Übriges. Das Buch liest sich sehr flüssig.

Der Sheriff zeigt sich wenig engagiert, so dass die Dinge vor allem von den anderen in die Hände genommen werden müssen. Doch gerade Edmund Curry ist ein aufmerksamer und wissbegieriger Zuhörer. Er geht auf die Menschen zu und weckt umgehend ihr Vertrauen, selbst wenn er Lügen erzählt. So kommt er an Informationen, die wichtig sind. Es macht sehr viel Spaß zu lesen, wie die Geschichte sich entwickelt, wie ganz langsam Licht ins Dunkel kommt. Die Handlung bleibt abenteuerlich bis zum Schluss und wird mit einer Überraschung aufgelöst. Ein wirklich wunderbares Buch!

Rezension von Heike Rau

Wieland Freund
Falsches Spiel in Silver City
Eine Wildwest-Geschichte
152 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407799853
ISBN-13: 978-3407799852
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Katharina Bodenstein u.a.: Landleben zwischen Schafen und Bauerngärten

Katharina Bodenstein u.a.: Landleben zwischen Schafen und Bauerngärten

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Aufs Land zu ziehen oder den Garten ländlich anzulegen, eine kleine Idylle zu schaffen, altes Handwerk wiederzuentdecken, selbst Obst und Gemüse anzubauen, vielleicht sogar Tiere zu halten, sind schöne Vorstellungen. Wer also mit derartigen Gedanken spielt, findet Inspiration im vorliegenden Buch.

Zunächst wird das Wohnumfeld näher betrachtet. Manchmal gibt es im eigenen Haus etwas zu entdecken, alte Holzdielen unter Fußbodenbelag, Fliesenmosaike unter Wandverkleidungen oder alte Anstriche unter Tapeten. Man kann auch selbst gestalterisch tätig werden, indem man sich hier auf alte Handwerkstechniken besinnt. Wie man früher Wände und Fußböden gestaltete, wird im Buch beschrieben. Auch altes Mobiliar kann aufgearbeitet werden. Neueres kann man künstlich altern lassen. Für Vorhänge, Kissen, Decken usw. werden Naturtextilien verwendet. Was an Stoffen und Mustern typisch ist für den Landhausstil wird gezeigt. Man kann sich selbst betätigen und filzen und färben und damit für ganz besondere ländliche Dekorationselemente sorgen.
Besondere Aufmerksamkeit kommt der ländlichen Küche zu. Hier findet Altes und Neues zusammen. Man verzichtet nicht auf modernen Komfort, setzt aber mit alten Öfen, Möbeln und Dekorationen gezielt Akzente für Gemütlichkeit. So kommen auch in der Küche alte Techniken wie das Braten im Römertopf, das Brotbacken, Bierbrauen oder das Einkochen von Obst und Gemüse wieder zum Einsatz.

Unter „Leben im Freien“ findet man Anregungen zu einer Freiluftküche oder dem Bau eines Steinbackofens. Kleine gemütliche Sitzecken werden auf der Terrasse und im Garten eingerichtet. Nach diesem Kapitel wird der Blick direkt auf den ländlich umzugestaltenden Garten gerichtet. Obst, Gemüse und Kräuter werden angebaut. Auch für üppigen Blumenschmuck wird gesorgt. Es gibt direkt Vorschläge, was angepflanzt werden kann. Zäune und Wege geben Struktur. Naturmaterialen werden bevorzugt. Natürlich ist der Bauerngarten auch ein Paradies für wild lebende Tiere wie etwa Vögel oder Schmetterlinge
Wer Tiere wie Enten, Gänse, Hühner, Schafe, Schweine, Ziegen oder Esel halten möchte, kann den Vorschlägen folgen. Wie man sich die Haltung vorstellen muss, wird beschrieben. Geeignete Rassen der verschiedenen Tierarten werden vorgestellt.

Mit dem Buch wird das, was das Landleben ausmacht in einem kleinen überschaubaren Rahmen präsentiert. Die Natur, im Laufe der Jahreszeiten, wird ganz bewusst zum Lebensraum. Das spiegelt sich in Haus und Garten wider.
Das Buch soll als Inspiration dienen, sich hier ein Stückchen zu verwirklichen. Man muss nicht alles umsetzen, sondern kann auch ganz klein anfangen oder durch Umgestaltung des vorhandenen neue Akzente setzen.
Man kann umstellen auf biologisches Gärtnern und beim Anbau auf Regionales setzen und sich wieder die alten Obst- und Gemüsesorten in den Garten holen. Hier gibt es auch gleich die passenden Rezepte beispielsweise zu Kornelkirschenkonfitüre, Milchsaurem Rotkraut oder Beerenlikör.

Es ist spannend, sich mit dem Buch zu beschäftigen und Anregungen zu entnehmen. Blättern macht Spaß, denn das Buch ist auch schön gestaltet und mit vielen inspirierenden Fotos versehen. Ganz zum Schluss gibt es noch eine Liste mit hilfreichen Adressen, so dass man erfährt, wo man historisches Baumaterial herbekommen, sich nach alten Haustierrassen erkundigen oder Pflanzen bestellen kann.

Rezension von Heike Rau

Katharina Bodenstein
Jutta Schneider
Michael Will
Landleben zwischen Schafen und Bauerngärten
157 Seiten, gebunden
Thorbecke Verlag
ISBN-10: 3799535691
ISBN-13: 978-3799535694
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Andreas Laudan: Das weiße Mädchen

Andreas Laudan: Das weiße Mädchen

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Immer auf der Suche nach einer Story fällt Lea Petersen, der Redakteurin eines Lokalblattes, eine ganz bestimmte E-Mail auf. Die anonymen Hinweise machen sie neugierig. Es geht um einen lange zurückliegenden Mord, der immer noch Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wobei man von Mord eigentlich nicht sprechen kann, geht es doch um ein 16-jähriges Mädchen, das vor über 20 Jahren aus Verchow verschwunden ist.

Autofahrer berichten aber immer wieder von beängstigenden Geisterscheinungen in eben dieser Gegend abends am Straßenrand. Weil ihr Chefredakteur sich nicht für diesen Fall interessiert, nutzt Lea ihren Urlaub, um nachzuforschen. Ihr Sohn ist ohnehin auf einer Klassenfahrt. Einem längeren Aufenthalt in Verchow steht also nichts im Wege.

Lea sucht sich ein Zimmer und lernt neben ihrem Vermieter, Rudolf Zirner, der die alte Geschichte kennt, auch dessen Neffen Kai Zirner kennen, in den sie sich verliebt. Lea geht den Hinweisen nach und befragt die Dorfbewohner, die sich abweisend geben. Lea glaubt selbst bald nicht mehr an eine Story, bis sie den Geist des Mädchens sieht. Sie fühlt sich in den Wald gelockt. Aber alles, was sie hier findet, ist ein altes verfallenes Haus. Und dennoch, auch wenn es nicht offensichtlich ist, geschah hier ein schreckliches Verbrechen.

Für Lea ist der Fall um das vermisste Mädchen von großem Interesse, hatte sie doch selbst eine Freundin, die vor langer Zeit spurlos verschwand.
So ist zu erklären, dass Lea auch dann nicht aufgibt, als die Sache gefährlich für sie wird. Sie legt sich praktisch mit einem ganzen Dorf an. Misstrauen schlägt ihr entgegen, weil sie aufdecken könnte, was ein Geheimnis bleiben soll.

Als Leser kann man beobachten, wie Lea Puzzleteil für Puzzleteil sammelt. Nur zieht sie nicht selten in ihrem Enthusiasmus beim Zusammensetzen die falschen Schlüsse. Und auch als Leser wird man immer wieder auf die falsche Fährte geführt. Man wird gefesselt vom Verlauf der Geschichte, rätselt mit und fiebert mit. Teilweise wird es richtig gruselig und unheimlich. Da spielt auch die Kulisse, ein abgelegenes und von Wald umgebenes Dorf, eine nicht unwesentliche Rolle.

Lea ist die meiste Zeit auf sich alleine gestellt, teilt aber ihr erlangtes Wissen mit ihrem Kollegen Jörg Hausmann, der eher als Lea sieht, wie gefährlich ihre Ermittlungsarbeiten werden und mit ihrem Sohn David, der auf ungewöhnliche Weise den Fall vorantreibt.

Der Krimi ist gut gemacht. Am Schreibstil des Autors und wie es ihm gelingt, in die Handlung hineinzuführen, merkt man sofort, dass man ein gut geschriebenes Buch in den Händen hält. Bis zum perfekt aufgelösten Ende hin bleibt dieser erste Eindruck dann auch bestehen.

Rezension von Heike Rau

Andreas Laudan
Das weiße Mädchen
Kriminalroman
336 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212802
ISBN-13: 978-3423212809
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Rose Marie Donhauser: Draußen Genießen – Sommerfeste, Grillen & Picknick

Rose Marie Donhauser: Draußen Genießen – Sommerfeste, Grillen & Picknick

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Im Sommer bietet es sich an, Mahlzeiten nach draußen zu verlegen. Das Frühstück kann auf den Balkon serviert werden, das Sommerfest findet im Garten statt und auch ein Picknick in der Natur ist etwas ganz Besonderes. Die passenden Rezeptvorschläge gibt es im Buch.

Den Anfang macht das Kapitel „Endlich Sommer“. Vorgestellt wird eine schnelle Sommerküche. Dafür wird der Tisch im Grünen gedeckt. Je nach Anlasse kann man zum Beispiel Herzhaftes wie „Gefüllte Zucchini mit Tomaten“ oder Süßes wie „Kleine Brioche mit Himbeerquark“ zubereiten und an Getränken „Ingwertee“ oder „Sekt mit Erdbeeren“ servieren.

Ein Gartenfest muss gut geplant werden. Alles was man bedenken muss, wird von der Autorin aufgelistet. Soll sich jeder selbst bedienen, bietet sich ein Büffet an. Häppchen, Salate und kleine Gerichte, die sich gut vorbereiten lassen eigenen sich besonders gut. Für Brot gibt es verschiedenen Aufstriche wie „Paprika-Creme mit Tomate“ oder „Ziegenkäse-Aufstrich“ und an Salaten „Bulgursalat mit Tomaten und Paprika“ oder „Kartoffelsalat mit Salatgurke“. Weiterhin könnte man eine „Lauchtarte mit Olivenragout backen“ oder einen „Pfifferlingskuchen vom Blech“. An Getränken könnte man verschiedene Bowlen wie „Rosenbowle“ oder Erdbeerbowle“ anbieten.

Rezeptvorschläge für ein Picknick im Grünen gibt es ebenfalls. Auch wie dieses vorbereitet wird, wird beschrieben. Vorbereiten kann man gut „Mini-Frikadellen mit rotem Pesto“ oder „Gemüsesticks mit feinen Dips“. Wer Süßes mag, nimmt „Pfirsisch-Muffins mit Mandeln“ mit. An Getränken gibt es beispielsweise „Minz-Limonade“ oder „Eistee“.

Selbstverständlich gibt es auch Grill-Rezepte. Auch hier findet man vorweg wieder allgemeine Ratschläge. Vom Grill direkt auf den Tisch kommen die „Kabeljaufilets mit Spinatpäckchen“ und das „Schweinefilet mit Champignons“. Wer lieber Gemüse mag, bereitet „Grillgemüse mit Artischocken-Dip“ zu. Selbst „Süße Früchte vom Grill“ gibt es. Auch ein Rezept für Stockbrot ist vorhanden.

Das Buch ist sehr umfangreich, was die Rezepte anbelangt. Für Abwechslung wird also gesorgt. Viele der Gerichte sind völlig unkompliziert zuzubereiten. Aber auch bei Aufwändigerem wird es dank der Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht zu kompliziert. Zumal auch immer noch einmal dargestellt wird, was besonders wichtig beim Kochen ist. Die gute Übersichtlichkeit der Zubereitungsschritte macht sich hier ebenfalls bezahlt.
Viele Rezepte lassen sich nach eignen Vorstellungen abwandeln. Indem man Zutaten wie beschrieben austauscht, entstehen geschmacklich veränderte Gerichte.

Besonders praktisch ist das Buch, wenn man größere Sommer- und Grillfeste ausrichten will. Es gibt viele Rezepte im Buch zu Speisen die sich vorbereiten lassen und auch einiges, was man am Tag vorher fix und fertig zubereiten und dann kalt servieren kann. So kann man sich als Gastgeber ein kleines zeitliches Polster schaffen und etwas mehr Zeit mit seinen Gästen verbringen, statt pausenlos in der Küche oder am Grill zu stehen.

Bei der Fülle an Rezepten fällt die Auswahl nicht leicht. In einem kleinen Zweizeiler wird immer auf die entsprechende Speise eingestimmt. Daran kann man sich gut orientieren. Natürlich kann man eine Auswahl auch anhand der Bilder treffen. Das sind wahre Kunstwerke. Man kann sich hier gut, auch was die Gestaltung des Esstisches und die Präsentation der Speisen angeht, inspirieren lassen.

Rezension von Heike Rau

Rose Marie Donhauser
Draußen Genießen – Sommerfeste, Grillen & Picknick
Fotos von Alexander Walter
157 Seiten, gebunden
Franckh-Kosmos Verlag
ISBN-10: 3440125882
ISBN-13: 978-3440125885
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Annette Kretzschmar: Die Wildfrüchteküche

Annette Kretzschmar: Die Wildfrüchteküche

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Beim Thema Wildfrüchte muss man sofort an Waldheidelbeeren, Holunder oder Hagebutten denken. Aber natürlich gibt es viel mehr Früchte, denen man Beachtung schenken sollte, können diese doch unseren Speiseplan bereichern. Im Buch werden siebzehn davon vorgestellt. Das mag wenig erscheinen. Aber dafür werden diese Wildfrüchte in aller Ausführlichkeit beschrieben.

Man bekommt also nicht nur einen kurzen Steckbrief der Pflanzen, sondern einen ausführlichen Text geboten. Das ist das Besondere am Buch. Und so sieht man Wildfrüchte, an denen man bisher vielleicht vorübergegangen ist, bald mit anderen Augen. Dazu gehören Berberitze, Felsenbirne, Kornelkirsche und Maulbeere.

Man erfährt alles über Aussehen und Anbau (vieles lässt sich ja auch im Garten kultivieren) der Pflanze, die Verwendung in der Küche und der Naturheilkunde. Dazu kommt noch ein Abschnitt mit Wissenswertem. Der Schreibstil der Autorin gefällt ausgesprochen gut. Sie weckt Interesse, sich näher mit den Pflanzen zu beschäftigen. Ihre Begeisterung für die Natur und die Schätze die diese zu bieten hat, springt auf den Leser über.
Die Anleitungen zu den Rezepten sind gut nachvollziehbar, wirken aber doch etwas beengt dargestellt auf den Seiten.

Die Rezepte sind nicht alltäglich. Gerade wer Lust hat Neues zu probieren, kommt hier voll auf seine Kosten. So gibt es Rezepte für Brombeerketchup, Hagebuttenlikör, Kandierte Kornelkirschen, Feine Biskuittorte mit Quittencreme oder Sanddornsahne und viele mehr. Selbst althergebrachte Rezepte zeigt die Autorin in interessanten Variationen. So findet man im Buch also auch Himbeeressig, hier mit Apfelessig, Balsamico und Kräutern. Oder Holunderbeerensirup, aromatisiert unter anderem mit Sternanis, Koriander, Kardamon, Zimt und Ingwer. Man darf sich also auf geschmacklich Außergewöhnliches freuen.

Das Buch ist mit Fotos der Autorin geschmückt, mache davon nehmen eine ganze Seite ein. Selbst die Vor- und Nachsatzblätter sind aufwändig gestaltet. Das ist ein schöner Anblick.
Im Anhang gibt es noch Sammel- und Küchentipps und eine praktische Erntetabelle für Wildfrüchte. Außerdem Webadressen zur weiteren Information und Bezugsquellen für Saat- und Pflanzgut.

Rezension von Heike Rau

Annette Kretzschmar
Die Wildfrüchteküche
109 Seiten, gebunden
Thorbecke Verlag
ISBN-10: 978-3799535687
ISBN-13: 3799535683
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Justine Larbalestier: Lügnerin!

Justine Larbalestier: Lügnerin!

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Sie waren Freunde. Zach und Micah. Doch nur außerhalb der Schule. Deswegen gibt Micah die Freundschaft auch im Nachhinein nicht zu. Wozu auch? Zach ist tot. Auch als alle Schüler verhört werden, bleibt Micah dabei. Sie behauptet weiter, Zach kaum gekannt zu haben. Dabei sind die beiden so oft zusammen im Central Park gelaufen. Micah trauert. Heimlich. Sie vermisst Zach so sehr, dass sie an der Feuerleiter in sein Zimmer hinauf klettert. Aus der verlassenen Wohnung nimmt sie ein schmutziges Trikot mit als Erinnerung.

Offiziell war Zach mit Sarah zusammen. Auch deswegen möchte Micah nicht über sich und ihren Freund sprechen. Doch Gerüchte kommen auf. Fragen werden gestellt. Micah fühlt sich in die Enge getrieben. Sie hat noch viel mehr Geheimnisse. Ihre Familie verbirgt eines davon. In diesem Buch erzählt Micah davon. Doch wie sie selbst von sich sagt, ist sie eine Lügnerin. Anfangs glaubt man ihr, dass sie diesmal die Wahrheit sagt. Dann beginnt man zu zweifeln. Und bald weiß man sicher, dass sie zumindest in einer Sache lügt. Wie kann sie glauben, dass man ihr diese Geschichte abnimmt?

Es ist ein Buch, das betroffen macht. Die Autorin lässt Micah ihre Geschichte selbst erzählen. Sie will die Wahrheit erzählen, einmal das Lügen sein lassen. Ihr Freund ist ermordet worden. So etwas behauptet man nicht einfach. Es muss die Wahrheit sein. Man spürt, wie Micah leidet.
Doch sie bleibt nicht bei ihrer Geschichte. Bald werden dem Leser verschiedene Versionen angeboten. Eine davon ist so abenteuerlich, dass diese nur ausgedacht sein kann. Oder nicht?

Das Buch wird aus der Gegenwart heraus erzählt, durchmischt mit Rückblenden. Alles dreht sich um die eine Frage, ob Micah eine Mörderin ist. Ob sie etwas mit dem Mord an Zach zu tun hat. Möchte man eine Antwort darauf, muss man versuchen, die Lügen zu durchschauen bis nur noch die Wahrheit bleibt. Das zerrt an den Nerven. Das macht den Psychothriller aus. Hier ist sogar Platz für Übersinnliches.

Manchmal ist das Buch spannend, dann auch wieder nicht. Wenn man genervt ist, von den Lügen. Wenn jedes bisschen Realität auf der Strecke bleibt. Und doch wird man gefesselt. Glaubt sich in der Lage, die Wahrheit zu erkennen. Doch was wirklich Wahrheit und was Lüge ist, weiß nur Micah selbst.

Und so ist das Ende enttäuschend. Man wird allein gelassen. Was gerade für ein Jugendbuch nicht schön ist. Welche Schlüsse soll man ziehen? Was hat man gelernt? Was ist mit Micah wirklich los? Fragen über Fragen bleiben. Es ist eine wirklich undurchschaubare Geschichte. Bis zum Schluss.

Rezension von Heike Rau

Justine Larbalestier
Lügnerin!
Thriller
Aus dem amerikanischen Englisch von Kattrin Stier
400 Seiten, gebunden
cbt, München
ISBN-10: 3570160777
ISBN-13: 978-3570160770
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Fiona Hunter und Heather Whinney: Das Kochbuch für Diabetiker – Rezepte aus aller Welt

Fiona Hunter und Heather Whinney: Das Kochbuch für Diabetiker – Rezepte aus aller Welt

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Die Empfehlungen für die Ernährung von Diabetikern Typ 2 hat sich verändert. Längst sind die Diätvorschriften nicht mehr so streng. Ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel ist nicht mehr nötig. Vielmehr gilt, was im Grunde für jeden ratsam ist: Die Ernährung sollte gesund, ausgewogen und abwechslungsreich sein.

Der Informationsbedarf, wenn man erkrankt ist, ist hoch. Das vorliegende Buch ist daher nicht ausschließlich ein Kochbuch, sondern auch ein Ratgeber. Zunächst wird erklärt, worauf man beim Essen achten sollte. Hier wird gezeigt, wie die Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflussen und welche daher bevorzugt werden sollten.

Aufgestellt werden vier Gesundheitsziele, darunter ein akzeptables Gewicht zu erreichen und den Blutzuckerspiegel in einem gesunden Bereich zu stabilisieren.
Der Speiseplan beruht auf fünf wichtigen Punkten. Zum Beispiel mehr Obst und Gemüse zu essen und die Zuckerzufuhr zu reduzieren.

In den Rezepten spiegelt sich eine Ernährung mit Vollkornprodukten, Kohlenhydraten mit niedrigem Glykämischen Index, magerem Fleisch, fettarmen Milchprodukten und viel Gemüse und Obst wider.
Man erfährt, was man beim Einkauf beachten sollte und auch was wichtig ist, wenn man unterwegs isst. Um zu kontrollieren, was man zu sich nimmt, kann man ein Ernährungstagebuch führen. Ein entsprechender Vordruck ist vorhanden.

Zu jedem Rezept im Buch gibt es dann eine kleine Übersicht. Hier kann man auf einen Blick sehen, ob eine Speise hinsichtlich GI, Kalorien, gesättigten Fettsäuren, Zucker- und Salzgehalt in Ordnung ist.

Die Rezepte im Buch sind vielfältig. Zum Frühstück könnte es beispielweise einmal „Müsli-Pfannkuchen mit Beerenkompott“ geben. Wer eine Zwischenmahlzeit braucht, sollte einen Vorrat an Sesam-Hafer-Keksen haben. Wenn eine Suppe zum Mittagessen gekocht werden soll, könnte es die „Marokkanische Hähnchen-Kichererbsen-Suppe“ sein. Man kann aber auch einen Salat zum Mittagessen servieren. Vielleicht den „Salat von zweierlei Bohnen und Ziegenkäse“. Wer ein vegetarisches Abendessen bevorzugt, sollte „Gefüllte Paprika auf türkische Art“ probieren und wer etwas mit Fisch bevorzugt, „Würzige Makrele und Rote Bete aus dem Ofen“. Wer Fleisch mag, kann „Rindfleisch mit Zimt, Ingwer und Nudeln“ oder „Cajun-Hähnchen mit Mais-Salsa“ probieren. Auch Desserts fehlen nicht, wobei dann, wenn etwas mehr Süße gebraucht wird, der Zucker gegen Süßstoff, Ahornsirup oder Fruchtzucker ausgetauscht wird. Rezepte findet man unter anderem zu „Zuckerfreiem Pfirsichsorbet“ oder „Apfel-Walnuss-Strudel“.

Man hat also Kochbuch und Ratgeber zugleich. Das macht sich gut, weil man so alles über gesunde Ernährung erfährt, insbesondere hinsichtlich Diabetes 2, und sein Essverhalten dann sofort, indem man die Ratschläge und Rezepte nutzt, umstellen und verbessern kann. Der Text ist sehr verständlich gehalten und mit übersichtlichen Tabellen und Grafiken versehen.
Die Rezepte sind international. Man kann sich hier herrlich ausprobieren und auch einmal noch unbekannte Gerichte testen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind gut nachvollziehbar. Zu vielen Gerichten gibt es ein Foto. Diese Fotos sind ausgesprochen schön anzusehen. Da bekommt man direkt Appetit.

Es fällt allerdings auf, dass es keine Angaben zu den Broteinheiten, wie in Deutschland üblich, gibt. Man muss also selbst die angegeben Kohlenhydrate umrechnen. Bei der Zusammenstellung des Tagesplans muss man darauf achten, welche Speisen man auswählt. Die Kohlenhydrate variieren doch stark. Frühstücksgerichte beispielsweise liegen nach Umrechnung zwischen 0,3 und 4,3 BE. Es entstehen also auch noch Kommastellen, die die Berechnung der gesamten BE, die für den Tag erlaubt sind, komplizierter machen. Somit muss man an jedem Tag neu mit den Kohlenhydraten jonglieren, damit die Rechnung zum Schluss aufgeht.

Rezension von Heike Rau

Fiona Hunter und Heather Whinney
Das Kochbuch für Diabetiker – Rezepte aus aller Welt
256 Seiten, gebunden
DK – Dorling Kindersley Verlag
ISBN-10: 3831018421
ISBN-13: 978-3831018420
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