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Kategorie: Belletristik

Nicole C.Vosseler: Jenseits des Nils

Nicole C.Vosseler: Jenseits des Nils

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Liebe, Lust, Herz und Schmerz…

Fünf Kadetten des Royal Military College in Sandhurst sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Jeremy, Stephen, Leonard, Royston und Simon sind enge Freunde, die ihre Ferien im Kreise ihrer Familien auf den diversen Landgütern miteinander verbringen. Das ist das Leben des Landadels, der seine eigenen Gesetze des Umgangs mit einander pflegt. Die Schwestern der Kadetten bringen Lebenslust und amouröse Saiten zum Klingen. Man feiert, amüsiert sich und verliebt sich nicht immer zur Freude der dazu gehörenden Elternpaare. Wir schreiben das Jahr 1881 und bald schon müssen die jungen Burschen, die zur Elite des Landes gehören, in den Krieg ziehen. In Ägypten tobt der Aufruhr und im Sudan gibt es ebenfalls Rebellionen. Die Herrschaft über den Suezkanal, einer strategisch wichtigen Wasserstrasse, bestimmt die Mächte der jeweiligen Länder zum Eingreifen. Die politischen Verhältnisse sind konfus. Der Mahdi-Aufstand in Ägypten gegen die anglo–ägyptische Herrschaft führt zum Eingreifen Englands gegen die Aufständischen. Die jungen Offiziere ziehen für Königin Victoria und das englische Empire in den Krieg. Mit aller Härte werden sie in die grausame Realität des Krieges gestoßen.

Zurückgelassen haben sie Erinnerungen an lauschiges Liebesgeflüster, schönste Ballabende und so manches mehr…

Die jungen Frauen warten voller unerfüllter Sehnsüchte auf ihre Liebsten. Doch müssen sie vier lange Jahre auf die Rückkehr warten. Nichts bleibt in dieser langen Zeit ohne Spuren.

In einem schwelgerischen Ton mit vielen Worten und bunten Ausmalungen der Gärten, Kleider und des allgemeinen Ambientes überrascht dieser opulente Roman. Die Landadeligen haben ihre eigenen Formen und Regeln, an die man sich zu halten hat. Scharf sind die Augen der Erwachsenen auf das Tun und Treiben ihrer jungen Heranwachsenden gerichtet. So mancher Konflikt zwischen Alt und Jung blitzt dabei auf.

Zuweilen recht breit und in einem betont einfachen Stil geschrieben wird hier das Szenario einer verwöhnten englischen Gesellschaftsschicht aufgestellt. Da herrschten noch die Männer der Zeit gemäß in rauer Manier, und Frauen sind liebevolle, anschmiegsame Kätzchen ganz auf Heirat, Familie und Kinder programmiert. Konflikte deuten sich erst in den älter werdenden Ehen an. Doch gilt es im Laufe der langen Geschichte auch so manche Bewährungsprobe für alle Beteiligten zu meistern. Einst hatten sie nur fröhlich in den Tag hinein gelebt, nun reißt sie die brutale Wirklichkeit in den Strudel der Ereignisse.

Ein breites Gesellschaftsepos mit viel Herz, Schmerz, Abenteuer und Liebe wartet auf den Leser.

Der Roman gehört in die Kategorie der leichten Unterhaltung für kühle Ferientage. Er ist im besten Sinne ein Schmöker mit hohem Unterhaltungswert.

Nicole C.Vosseler
Jenseits des Nils
576 Seiten, gebunden
Bastei Lübbe, Juni 2012
ISBN-10: 3785724470
ISBN-13: 978-3785724477
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Stefan Merrill Block: Aufziehendes Gewitter

Stefan Merrill Block: Aufziehendes Gewitter

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Psychogramm einer desolaten Paarbeziehung.

Der siebenjähriger Stefan Merrill Block will Lastwagenfahrer werden! Das beschließt er nach einer Fahrt und Unterhaltung mit einem Lastwagenfahrer, der die Familie zum Haus der Großmutter fährt.
Was erwartet ihn dort?
Das verrottete Haus der Großmutter liegt an einem See im Wald. Dort verbrennt die Großmutter gerade die Briefe ihres Mannes Frederick.
So beginnt eine irrwitzige Familiengeschichte, die von einer starken Großmutter und einem ziemlich verrückten Großvater handelt.

Was war passiert?
Frederick hat angetrunken an einer viel befahrenen Straße exhibiert und ist dafür in eine Heilanstalt für Geisteskranke eingewiesen worden. Was er nicht weiß: weil er von der Polizei eingewiesen wurde, hat er nicht die Selbsteinweisung unterschrieben. Er kann so nur mit Einwilligung des leitenden Psychiaters entlassen werden. Dieser ist nicht gewillt, die Entlassung zu befürworten.

Ähnlich wie in der Geschichte „.. Einer flog über das Kuckucksnest“ wird hier von einem Fall berichtet, der durch das Labyrinth einer Institution der Psychiatrie führt.

Frederick ist manisch- depressiv. Seine Frau Katharine hat früh bemerkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Doch sie hat es bisher immer verstanden, die Ausfälle ihres Mannes zu entschuldigen oder zu vertuschen. Jetzt, anlässlich eines gemeinsamen Wochenendes mit Freunden, muss sie sich der Wahrheit stellen, dass Frederick krank ist und der Hilfe bedarf.

Damit beginnt der Bericht einer unglaublichen Geschichte. Still gestellt und der Willkür eines ehrgeizigen Anstaltsleiters ausgesetzt erfährt Frederick die ganzen Schrecknisse der Institution „Psychiatrie“. In dieser Einrichtung wird dem Patienten die letzte Würde geraubt, und er fühlt sich der infamen Behandlung von Ärzten ausgesetzt, die zuweilen selber nicht frei sind von psychischen Störungen.

Ihres Willens beraubt gehört ein hohes Maß von Intelligenz der Patienten dazu, sich in die Strukturen der Institution hineinzuversetzen, um einen Ausweg aus der Kasernierung zu finden. In großartigen Szenen stellt uns der Bericht vor die Wahl: sich auf die Seite des eitlen und ehrgeizigen Dr. Canon zu stellen oder mit Wut und Empörung auf die Zumutung der Behandlung zu reagieren.

Äußerst feinsinnig und tiefenscharf werden die psycho-dynamischen Beziehungsmuster zwischen Gesunden und Kranken analysiert. Die Trennlinie zwischen beiden ist selten klar sondern eher fließend in ihrer Unergründlichkeit.

Stefan Block versteht etwas von den zwischenmenschlichen Abartigkeiten und ihren Abgründen. Sein Roman ist der wahren Familiengeschichte seiner Großeltern entnommen und wirkt überzeugend und eindringlich in ihrem Wahrheitsgehalt. Intelligent, witzig und mit der nötigen Distanz vermag er Zusammenhänge aufzuzeigen, die den Leser stark anrühren. Eine Familiengeschichte wird in der Rückschau lebendig, in der es Liebe, Hass, Krankheit,  menschliches Versagen und immer wieder auch Hoffnung gab.

Einmal mehr zeigt ein amerikanischer Erzähler seine herausragende Fähigkeit, aus dem wahren Leben eine faszinierende Studie zu machen. Stefan Merrill Block steht mit diesem Roman in der Tradition anderer bekannter amerikanischer Autoren wie Jeffrey Eugenides, Jonathan Franzen, Richard Powers, Elizabeth Strout und noch vielen anderen. Ein gelungenes Meisterwerk von poetischer Aussagekraft mit sachlichem Hintergrundwissen ist dem Autor Stefan Merrill Block gelungen.

Stefan Merrill Block
Aufziehendes Gewitter
384 Seiten, gebunden
Piper, März 2012
ISBN-10: 3492054536
ISBN-13: 978-3492054539
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Louise de Vilmorin: Madame de

Louise de Vilmorin: Madame de

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Man sieht die beiden verführerisch und lasziv in eleganter Aufmachung beim Tanz. Verführerisch und lasziv ist die ganze Geschichte, die uns hinter die Kulissen des Adels in Frankreich Mitte der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entführt, und die von Max Ophüls 1953 verfilmt wurde.

Madame de ist eine adelige Dame, elegant und anziehend und das Schmuckstück einer jeden Gesellschaft. Stilvoll und berückend scheut sie keine Ausgaben, um ihr Äußeres zu verbessern. Ihr verschwenderischer Lebensstil hat sie in hohe Schulden getrieben. Sie verkauft in ihrer Not Ohrringe in Herzform aus Diamanten an einen Juwelier, der ihr Stillschweigen über den Ankauf verspricht. Die Ohrringe waren das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes! Wie die Dinge so laufen, kommt dieses Schmuckstück auf Umwegen an die Verkäuferin zurück, die sich inzwischen unsterblich in einen Diplomaten verliebt hat.

Louise de Vilmorin kennt die Kreise, in denen Madame verkehrt und weiß um die Gelüste, die ein langweiliges Gesellschaftsleben in den Teilnehmern dieser Kreise auslösen. Leidenschaften, die vielleicht gar keine sind, befallen die angeödeten Damen auf der Jagd nach Abwechslung. Gekonnt spielt die Autorin auf der Klaviatur der gesellschaftlichen Geflogenheiten und entwirft das Bild einer Epoche, in der Umgang und Beziehungen alles waren. Madame de versteckt ihre Amouren geschickt vor den Augen ihres Mannes, ist aber innerlich zerrissen von dem missglückten Spiel, dass sie mit ihrem Ehemann und dem geliebten Diplomaten spielt. Liebe und Eifersucht sind die Triebfedern für ein Geschehen, in dem sich am Ende alle verfangen.

Mit wenigen Skizzen nur zeichnet Louise de Vilmorin ein Gesellschaftsbild, in dem neben der Geselligkeit Fantasien freisetzt werden, die nur zum Unglück führen können.

De Vilmorin erinnert mit ihrer Geschichte an die großen Vorbilder Maupassant, Flaubert und Balzac. Gibt es doch von Maupassant die Geschichte „Der Schmuck“, in der wie hier ein Schmuckstück zur Überführung einer ungetreuen Ehefrau führt.

Liebesschmachten, Herzgeschichten, Langeweile und die stolze Gesellschaft einer verwöhnten Klasse bilden den Hintergrund für die Geschichte. Die Raffinesse, mit der die Autorin Gefühle aufzeigt und die Not der verbotenen Liebe beschreibt, ist unübertroffen.

Man liest die Geschichte mit nostalgischen Gedanken an eine Zeit, in der romantische, leidenschaftliche und in ihren Auswüchsen zuweilen tragisch endende Liebesehnsüchte den Alltag bestimmten. Konventionen und Haltung galten viel und waren die Voraussetzung dafür, dass man weiterhin „dazu gehörte“.

Es handelt sich bei der Novelle um eine hübsch inszenierte und fein ausgesponnene Geschichte, die durch die äußere Aufmachung des Büchleins aus dem Dörlemann Verlag noch den Geschmack des kultivierten Lesers anspricht. Die Übersetzung von Patricia Klobusiczky krönt das kleine Meisterwerk.

Louise de Vilmorin war selber mit berühmten Männern ihrer Zeit liiert und gehörte zu Klasse des Adels. Sie starb 1969.

Louise de Vilmorin
Madame de
128 Seiten, gebunden
Dörlemann, Februar 2012
ISBN-10: 3908777747
ISBN-13: 978-3908777748
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Milena Michiko Flasar: Ich nannte ihn Krawatte

Milena Michiko Flasar: Ich nannte ihn Krawatte

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Fremd in der eigenen Haut.

Geheimnisvoll und beunruhigend beginnt der vorliegende Roman von Milena M. Flasar, der uns in die Weisheit, das Leben und die Mentalität japanischen Lebens einführt.

Jeder kennt die Bilder der schweigenden Duldsamkeit, mit denen Japaner Naturkatastrophen und das bekannte Atomunglück in Fukushima hingenommen haben.

Hier begegnen wir zwei Männern, der eine jung, der andere alt, die sich täglich auf einer Parkbank begegnen. Sie schweigen. Erst nach und nach beginnen sie in wenigen Worten, später auch Sätzen, ein Gespräch mit einander.

Wie sind sie in ihre jetzige Lage gekommen?

Zwei Gescheiterte scheinen sich hier einander anzunähern. Stumm und in ihren eigenen Gedanken gefangen erfährt man erst allmählich von ihrem Schicksal. Mit assoziativen Einfällen und langsam sich öffnenden Herzen erfahren die beiden Männer, wie sie an den Rand der Gesellschaft geraten sind. Bei dem einen war der Tod eines Mitschülers die schockierende Ursache, beim anderen der Verlust der Arbeitsstelle.

Ohara Tetsu unterbricht als erster das lange Schweigen. Sein Gegenüber ist Taguchi Hiro. Letzterer ist ein verstörter Schüler, der die Schule abgebrochen hat und sein Leben in der Höhle seines Zimmers fristet. Hikikomori heißen diese Schüler, die der Welt den Rücken kehren und sich im Elternhaus verstecken. Sie bilden eine schwere Prüfung für Väter und Mütter, die nach außen den Schein wahren möchten und von einer langen „Auslandreise“ sprechen, wenn Angehörige oder Nachbarn nach dem Verschwundenen fragen.

Der „Salaryman“, ein ehemaliger Firmenangestellter, zeichnet sich durch korrekte Arbeitskleidung und eine Krawatte aus. Seine Frau soll nicht wissen, dass er arbeitslos geworden ist. Er ist ein liebevoller Ehemann, der jedoch dem Leistungsdruck der nachrückenden jüngeren Generation in der Firma nicht mehr gewachsen war.

Man weiß, dass Japaner in der Tat schweigsam sind, höflich und korrekt. Diese Männer, der alte und der junge, klagen und zetern nicht: sie nehmen stillschweigend ihr Unglück hin, dass jeden von ihnen zum einsamen Außenseiter gemacht hat. Erst allmählich lösen sich die Zungen, und die trostlosen Erfahrungen, von denen man hört, wollen schier kein Ende nehmen.

Der Leser bekommt ein Bild von dem Arbeitsdruck in den Firmen und erfährt von der öffentlichen Schande, die das Herausfallen aus allen Lebensmustern mit sich bringt. Geheimnisvoll und vielsagend beschreibt die Autorin, wie die beiden Außenseiter Konfliktsituationen und Schicksalsschläge vergeblich in den Griff zu bekommen trachten. Vor uns breitet sich ein fremde Mentalität und innere Verschlossenheit aus.

Besinnlich, nachdenklich und zart gesponnen entwickelt die Autorin ihren Romanstoff, der doch einen Teil japanischer Realität widerspiegelt.

Die Geschichten der beiden Hauptprotagonisten verdichten sich zu einer empfindsamen und traurigen Erzählung, in der sehr viel inneres Leid steckt. Mit poetischen Bildern untermauert M. M. Flasar noch die äußere Schönheit der Welt mit dem inneren Zerfall der Unglücksraben.

Eine stille, ruhige  und nachdenklich gestaltete Erzählung erwartet den Leser, der auf diese Weise ein Bild vom japanischen Leben bekommt.

Milena Michiko Flasar
Ich nannte ihn Krawatte
144 Seiten, gebunden
Verlag Klaus Wagenbach, Januar 2012
ISBN-10: 380313241X
ISBN-13: 978-3803132413
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Dawn Tripp: Das Liebesspiel

Dawn Tripp: Das Liebesspiel

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Endlich mal wieder ein Buch über Menschen! Leider nur über eine bestimmte Sorte: über diffus leidende in sich Verstrickte. Alles beginnt 1957 damit, dass Ada Varick und Luce Weld ein Verhältnis haben. Beide sind verheiratet, Adas Mann offenbar jähzornig. Dann springt das Buch ins Jahr 2004 und man erfährt, dass irgendwann damals Luce erschossen worden war. Adas Mann gilt unter der Hand als der Täter, offiziell ist das aber nicht. Luce Tochter Jane hat inzwischen Familie und ausgerechnet ihre Tochter Marne verliebt sich in Ray, den jüngsten Sohn von Ada. Jane selbst hat – warum und wann auch immer – eine gewisse Freundschaft mit Ada geschlossen, sie treffen sich jeden Freitag zu Scrabble-Spielen.

Nun wird es bruchstückhaft: Die Autorin Dawn Tripp erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln Episoden aus verschiedenen Jahren. Janes Passagen spielen im Jahr 2004, Marnes Erleben mit Ray ebenfalls. Erinnerungen sind eingewoben. Eine andere Erzählebene entfaltet sich 1962 aus der Sicht von Huck, einem Sohn Adas, der damals 14 ist. Brockenweise erfährt man von gestorbenen Kindern, irgendeinem Ingenieur, von schwierigen Mutter-Kind-Beziehungen, von alten Verbindungen, von Lebensweisen, Wohnverhältnissen, Gefühlslagen… Alles ist sorgsam konstruiert, angemessen komplex gebaut und in sich weitgehend logisch. Aber es wird nicht erzählt. Es fühlt sich an wie ein Detailgerüst, um dessen Streben irgendwas literarisch klingen Sollendes gepappt wurde, um die Infos mitteilen zu können. Dass es dabei manchmal schwierig ist, die Übersicht über die Personen zu behalten, ist ein unangenehmer Nebeneffekt. Nur die Ereignisse zwischen Marne und Ray – es „Geschichte“ zu nennen wäre angesichts der spärlichen Handlung übertrieben – folgen einem gewissen Fluss, bilden so etwas wie einen Plot.

Die Konstruktion der Welt, in der diese Figuren existieren (von leben kann kaum die Rede sein), ist durchaus gekonnt und spannungsreich. Nur die Darstellung ist quälend. Einmal quälend, weil über allem so eine dicke Decke aus Bedeutungsschwere und aus diffusem Leiden liegt; jede maßgebliche Figur scheint gefangen, gebrochen, abrundtief traurig – irgendwie kaputt eben. Und überall wabern Geheimnisse, unaussprechbare Dinge und nur vage erahnbare Fettnäpfchen. Immer, wenn etwas Schönes gezeigt wird – irgendwas aus der Natur zumeist –, dann dient selbst das scheinbar nur zum Erzeugen einer herzabdrückenden Wehmut. Quälend empfand ich auch die Sprache an sich. Massenhaft lyrische Bilder von Traurigkeiten oder voller vorgeblicher Bedeutungshaftigkeit haben daran ihren inhaltlichen Anteil; Sätze, deren Überladung, Bezugsunsauberkeiten und Flussbrüche in jeder Schreibwerkstatt moniert würden, verlangen deutlich mehr guten Willen ab, als sie zum Ausgleich an Sprach- oder Inhaltsentdeckungen bieten. Zum Glück ist es kein unlesbares Kauderwelsch.

Trotzdem: Abraten würde ich von dem Buch nicht. Man muss einen gewissen Hang mitbringen, sich in bitter-schmerzhafter Melancholie zu suhlen, nicht viel Wert auf Handlung legen und mit einer „dekorierten Auflistung“ von mehr oder (meist) weniger überraschenden Wendungen zufrieden sein. Auch sollte man sich nicht daran stören, dass an manchem ganz schön kaugummiartig herumgeheimnist wird, während anderes substanzlos in der Luft gehalten wird, um dieses gewisse, oben schon erwähnte Wabern aufrecht zu erhalten. Wenn man diese Voraussetzungen also mitbringt, dann erhascht man einen Blick auf eine nicht ganz gewöhnliche Konstruktion aus Verstrickungen von Menschen untereinander und in sich selbst, man kann die darin liegende Spannung spüren und deren Nicht-Lösen erleben. Facetten- und detailreich ist zwar auch anders, aber dafür kann man sich im Deuten von allerlei Symbolen und Neben-Botschaften üben.

Das Buch endet mit einer wirklich überraschenden, literarisch feigen und nicht ganz logischen Wendung in Bezug auf Janes und Adas Scrabble-Spiel. Und mit einer Versöhnung. Ach ja: Wer Luce Weld erschossen hat, das erfährt man natürlich auch.

Dawn Tripp
Das Liebesspiel
313 Seiten, gebunden
Arche Verlag
ISBN-10: 3716026638
ISBN-13: 978-3-7160-2663-2
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Sigrid Damm: Wohin mit mir

Sigrid Damm: Wohin mit mir

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Rom: Ziel eines ungewöhnlichen Studienaufenthalts.

Sigrid Damm bekommt für das letzte Jahr des 20. Jahrhunderts eine Einladung zu einem Stipendium in die Casa di Goethe in Rom. Sie war zuerst nicht besonders erbaut davon. Aber kann man ein solches Angebot überhaupt ausschlagen? Gerade hatte sie die Weite des Nordens für sich entdeckt, wo sie Ruhe und die Unendlichkeit spüren konnte. Nun also Rom!

Wir folgen ihr auf eine Reise, die sie auf einer längeren Autotour in den fernen Süden entführt. Sie durchquert mit ihrem Sohn die Alpen und erlebt die herrliche Landschaft der Toskana. Als die beiden Rom erreichen, wird ihr sehr bald bewusst, dass sie in einer heißen und hektischen Stadt leben wird. Die Abgase und der unerträgliche Lärm stören, so dass sie nahe daran ist, den Aufenthalt abzubrechen. Doch überall trifft sie auf Goethes Spuren, hört seine Texte im Geist und besucht den Friedhof, wo August Goethe begraben liegt, der schon früh, im Alter von vierzig Jahren, dahin gerafft wurde. Dann trifft sie eine deutsche Buchhändlerin und das alte Ehepaar Fulio und Anna. Sie sieht die Bilder von Caravaggio und entdeckt bei ihren Besuchen in den zahlreichen Kirchen den sakralen Bilderreichtum und die antiken Schätze in der ewigen Stadt.

Ihre Eindrücke zeugen von feiner Wahrnehmung und neugieriger Erkundung einer für sie nur aus den Schriften Goethes bisher erfahrenen fremdländischen Welt. Es fällt ihr sichtlich schwer, sich auf die Landschaft und die Menschen mit ihrem lärmenden Leben einzulassen. Doch hat sie eine fast sinnliche Vorgehensweise, sich den Bildern und Menschen zu nähern. Nachdenklich, den Düften und Spuren der Vergangenheit nachsinnend, nähert sie sich allmählich der Schönheit und dem Fluidum dieser lauten und überwältigenden Stadt. Zwischendrin sehnt sie die Weite und Kühle des Nordens herbei, ihrer Wahlheimat in Nordschweden!

Unausbleiblich erfährt sie die Annäherung an Menschen, die sie zu Freunden gewinnt.

Mit diesem Buch bietet sie zum ersten Mal Einblicke in ihr Leben und ihre persönlichsten Erfahrungen. Diskret und scheu auch bei diesen Bekenntnissen offenbart sie den Charakter einer offenen und sensiblen Kennerin von Kunst, Literatur und Menschen.

Wer noch nicht in Rom war, kann dieses Buch durchaus als Reiseführer benutzen. Wer schon dort war, wird vieles wieder erkennen und womöglich mit neuen Blicken anschauen, denn die Intensität, mit der sich Sigrid Damm in die Kunstwerke vertieft, ist enorm.

Sie ist eine in sich eingesponnene Erzählerin. Die Öffentlichkeit meidet sie, und die zahlreichen anstrengenden Lesereisen sieht sie als notwendiges Übel an. Doch wie sie, die ausgewiesene Goethekennerin, sich die Stadt Rom erobert und in die Gegebenheiten der italienischen Lebensart eintaucht, das zeugt von einer bemerkenswerten Einfühlungsgabe und dem Geist einer wachen Beobachterin. Wie mit allen ihren Büchern, vorwiegend über die Frauen und Männer der Weimarer Klassik, wird sie auch mit diesem Buch hohes Interesse bei ihren Leserinnen und Lesern finden.

Sigrid Damm
Wohin mit mir
286 Seiten, gebunden
Insel Verlag, März 2012
ISBN-10: 3458175296
ISBN-13: 978-3458175292
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Maxence Fermine: Am Ende der Teestraße

Maxence Fermine: Am Ende der Teestraße

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Charles Stowe hat die Faszination für Tee von seinem Vater, einem Londoner Teehändler, der seinem Sohn all sein Wissen vermittelt hat. Doch das Geheimnis der Herstellung der Teesorten kann er ihm nicht mitgeben. Chinas Teeplantagen hat der Vater nie gesehen. Und so nimmt sich der Sohn vor, die Reise zu machen, um das Geheimnis der Herstellung der Teesorten, insbesondere des weißen Tees, der nicht außerhalb Chinas zu bekommen ist, zu erkunden.

Im Jahre 1838 im Alter von einunddreißig Jahren verlässt Charles Stowe London und macht sich auf den Weg in eine fremde Welt und bereist die bekannte Handelsroute.
Der Weg ins Landesinnere Chinas wird ihm jedoch verwehrt, auch weil ein Krieg bevorsteht. Der Handel mit weißem Tee, der dem Kaiser vorbehalten ist, ist verboten.

Mr. Pearle, Vorsitzender des Teekomitees, könnte Charles Stowe den Weg ebnen und seinen Traum möglich machen. Also schließt er mit ihm einen Blutspakt, der es erlaubt, ihn in die letzten Geheimnisse einzuweihen. So kann er die Teeplantagen doch noch sehen und den Teepflückerinnen bei ihrer Arbeit zuschauen.

Doch Lu Chen kennenzulernen, den wahren Meister des Tees, ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, scheint ein unerfüllbarer Wunsch zu sein. In dessen Gattin Loan verliebt Charles Stowe sich Hals über Kopf. Sieben Tage und sieben Nächte darf er mit ihr verbringen. Wenn er dann nicht geht, wird er sterben.

Es ist ein Buch, das von der Faszination für Tee erzählt, einem geheimnisvollen und anregenden Getränk. Nur wer Tee liebt, wird diese Begeisterung nachvollziehen können, die der Autor mit sehr passend gesetzten Worten unterstützt.

Charles Stowe ist ein leidenschaftlicher und risikofreudiger Mensch. Grenzen kann er nicht akzeptieren. Auch nicht, was die Frau betrifft, die er kennenlernt. Im Opiumrausch lebt er diese zeitlich begrenzte Liebe aus.
So kommt er noch ganz anderen Geheimnissen auf die Spur, den Tee- und den Opiumhandel betreffend, für die er einen hohen Preis zahlt.

Es ist nur eine kurze, sparsam erzählte Geschichte, aber es steckt so viel darin. Gerade diese Knappheit ist es, die Eindringlichkeit bringt. Belangloses hat keinen Platz. Lebenszeit ist begrenzt. Man wird nachdenklich gestimmt, kann vieles in die Erzählung hineininterpretieren.

Das Buch ist schön gestaltet. Es hat einen aufwändig gearbeiteten Leineneinband. Damit ist es auch gut als Geschenk geeignet.

Rezension von Heike Rau

Maxence Fermine
Am Ende der Teestraße
Aus dem Französischen von Georges Hausemer
120 Seiten, gebunden
Unionsverlag
ISBN-10: 329300444X
ISBN-13: 978-3293004443
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John Burnside: In hellen Sommernächten

John Burnside: In hellen Sommernächten

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Leben zwischen zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Es ist eine kühle, ferne Welt, in die es den Leser in diesem Roman verschlägt. Lange dunkle Winter und helle Sommernächte geben der Insel in Nordnorwegen eine intensive Färbung. In die Einsamkeit der abgelegenen Gegend ist die Mutter von Liv mit ihrer Tochter gezogen, um sich ganz ihrer Malerei und Bildhauerei zu widmen. Sie gilt als schön, geheimnisvoll und anziehend. Seltene Besucher, hier Freier genannt, und einige wenige Nachbarn bieten gelegentlich Kontakte zur übrigen Welt. Aus Livs Perspektive geschrieben erfährt man etwas von der Einsamkeit und der Fantasiewelt, in der sie lebt. Sie mag kaum mit Menschen zusammen sein hört aber genau hin, wenn der alte Kyrre seine Geschichten erzählt. Sie verbinden eine unheimliche Sagenwelt mit der Wirklichkeit.

Zu Beginn gibt es zwei ertrunkene Nachbarjungen, deren Tod ebenso mysteriös bleibt wie die übrigen Gestalten, denen wir in der Erzählung begegnen.

Liv ist die zarte, empfindsame und sich selbst als Spionin beschreibende Hautprotagonistin, die mit sensiblen und wachen Gefühlen ein Gespür für das Absonderliche hat. Sie beobachtet genau und macht sich ihre Gedanken, die zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu oszillieren scheinen. Ahnungsvoll meint sie einen Voyeur entdeckt zu haben, der zuletzt sehr lebendig erscheint, um dann wie einige andere Gestalten im Meer zu versinken.

Die schöne Mutter bleibt der Angelpunkt von Livs Dasein. Sie beobachtet ihre Mutter jedoch ebenso verwundert wie alle anderen Erscheinungsbilder auf der fernen nordischen Insel.

Machtvoll, sprachgewandt und poetisch kommt die Erzählung daher, mit der John Burnside der Gratwanderung des jungen Mädchens in ihre Märchen- und Fantasiewelt folgt.

Menschliche Verstrickungen werden umrankt von erhabenen Naturerscheinungen und der lichten Weite des nordischen Sommerhimmels. Einsamkeit gepaart mit Ängsten und der Suche nach Lösungen für die geheimnisvollen Beobachtungen machen das Buch zu einem Thriller zwischen Mysterie und Hoffnung. John Burnside vermag seiner Erzählung zwischen Schattenreich und wahren Lebensahnungen beredt Ausdruck zu geben.

John Burnside
In hellen Sommernächten
384 Seiten, gebunden
Albrecht Knaus Verlag, März 2012
ISBN-10: 3813504603
ISBN-13: 978-3813504606
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Julia Stagg: Monsieur Papon oder ein Dorf steht kopf

Julia Stagg: Monsieur Papon oder ein Dorf steht kopf

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Angefüttert durch Alex Capus’ „Leon und Louise“ und dem darin enthaltenen Flair bin ich auf das hier besprochene Buch von Julia Stagg aufmerksam geworden. Zugegeben, das Auto auf dem Umschlagbild war auch nicht ganz unschuldig, wie das ganze Umschlagbild an einige schöne Tage im Périgore erinnerte.

Nun ist das Flair in diesem Buch nicht mit der Besinnlichkeit bei Capus zu vergleichen, aber Flair, französischen Charme und ausgelassene Fröhlichkeit bringt es trotz aller Katastrophen ins Spiel. Die Schriftstellerin hat den französischen Nerv sehr gut getroffen, und das obwohl, oder gerade weil?, sie eine Britin ist. Das wird daran liegen, dass sie ähnliche Erlebnisse wie die des englischen Ehepaares Lorna und Paul Webster in dem Buch hatte erfahren müssen. Genau wie diese hat Stagg mit ihrem Mann eine Pension auf dem französischen Lande eröffnet und betrieben. Für die Websters geht es in dem Pyrinäendörfchen Fogas nicht gerade lustig zu. Als sie sich im Sommer die „Auberge de Deux Vallées“ anschauten und sich in sie verliebten, wohnten dort noch die Inhaber mit ihrer Familie, das Restaurant war in Betrieb, die Betten bezogen, in der Küche hatte es nach Gewürzen geduftet. Doch nun, als sie im Winter endlich die Möbelwagen ausladen, ist die Herberge nichts weiter als eine dreckige und heruntergekommene Herberge, deren Möbel und Fußböden von Mauseköttel übersät sind. Doch dies ist nicht das einzige Ungemach, welches sie erwartet. Viel schlimmer soll der Ärger werden, den Serge Papon, Bürgermeister des Örtchens, ihnen bereitet. Denn dass das Restaurant in einem französischen Dorf von Engländern, die noch nie etwas vom Kochen verstanden hätten, seinem Schwager vor der Nase weggeschnappt wurde, ist ein unverzeihlicher Affront.

Mit leicht süffisantem Humor hat Julia Stagg diesen Roman verfasst. Hin und wieder musste ich in lauteres Lachen ausbrechen. Der Streit zwischen den „geschmacklosen“ Engländern und den „Froschschenkelfressern“ bildet die Grundlage dafür und für ein heilloses Chaos in den Bergen Frankreichs. Zahlreiche Begebenheiten, wie die von Jaques, der dem Bürgermeister eine Flamme an dessen Hinterteil hält, worauf der in Flammen aufgeht, der Raum nach geschmortem Fleisch riecht und Jaques sich vor Lachen nicht mehr einkriegt, geben Anlass, so manche Traurigkeit schnell zu vergessen. Denn immer wieder neue Intrigen des Bürgermeisters lassen die Websters nicht zur Ruhe kommen. Manche Szenen haben etwas von Situationskomik an sich und man liest sie gern ein zweites Mal.

Einfühlsam und gut gelungen ist die Einführung eines Geistes in die reale Welt dieser Dorfgemeinschaft. Aber dieser Geist macht keinesfalls eine Fantasy-Geschichte aus dem Roman. Es ist der verstorbene Ehemann einer Dorfbewohnerin, die mit ihm gerne noch Zwiesprache hält.

Die sprachliche Umsetzung des Humors wird zweifellos auch das Verdienst der Übersetzerin Angelika Naujokat sein. Sie hat hervorragend die sprachlichen Schwierigkeiten (die Websters sprechen anfangs mit deutlichem, später mit weniger ausgeprägtem Akzent) für den deutschen Leser gemeistert. Und auch Annie mit ihrem losen Gebischkommtbeschonderschgutrüber.

Das Buch ist äußerst unterhaltend, bannt den Leser in einem ständigen Auf und Ab von Gefühlen und ist deshalb sehr zu empfehlen.

Stagg, Julia
Monsieur Papon oder ein Dorf steht kopf
Übersetzt von Angelika Naujokat
349 Seiten, gebunden
Hoffmann & Campe
ISBN-10: 3455403433
ISBN-13: 978-3455403435

© Detlef Knut, Düsseldorf 2012
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Sigrid Combüchen: Was übrig bleibt – Ein Damenroman

Sigrid Combüchen: Was übrig bleibt – Ein Damenroman

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Hedwig Langmark, geborene Carlsson, glaubt sich wiederzuerkennen, als sie ein Buch von Sigrid Combüchen liest. Die Autorin beschreibt ein altes Familienfoto aus dem Jahre 1937 in ihrem Roman. Es ist die Zeit kurz bevor Hedwig, genannt Hedda, ihr Abitur machte. Sie möchte Gewissheit haben und schreibt die Autorin an. Daraus entwickelt sich ein Briefwechsel, denn Frau Combüchen ist neugierig geworden. Sie gibt sogar vor, im ehemaligen Elternhaus der Familie Carlsson zu leben und Fotos auf dem Dachboden gefunden zu haben, obwohl sie nur im selben Viertel lebt, um den Kontakt zu halten. Und so erzählt Hedwig von damals, als sie jung war. Parallel dazu recherchiert die Autorin und lässt zusätzlich ihre Fantasie spielen. Langsam entsteht ein Buch, dieses Buch.

Nichts davon ist real. Alles ist fiktiv. Personen und Orte. Selbst die Autorin erfindet sich eine eigene Rolle für das Buch. Aber alles könnte sich so abgespielt haben. Mit jeder Zeile mehr wird Heddas Schicksal lebendig.
Beschrieben werden vor allem die Jahre um das Abitur herum. Also die Jahre, in denen Hedda sich versucht loszulösen von ihrem Elternhaus, obwohl anderes von ihr erwartet wird. Doch die junge Frau plant einen eigenen Weg, und versucht diesen, im Rahmen streng gesetzter Grenzen zu beschreiten. Sie muss sich entscheiden zwischen ihrer Familie und der eigenen Vorstellung ihrer Zukunft. Hedwig Langmark taucht in Briefen in ihre eigene Vergangenheit ein, die in der Gegenwart nur noch Erinnerungen sind, mit der Unterstützung der Autorin aber wieder lebendig werden.

Das Buch in diesen Rahmen zu stellen, hat eine ganz besondere Wirkung. Die Sprache ist von Melancholie gezeichnet. Das Leben ist nun mal nicht einfach und von Schicksalsschlägen gezeichnet. Der Blick richtet sich auf das Alltagsleben Heddas. Gefühlvoll zeichnet die Autorin dieses nach, lässt Hedda viel Raum, lässt sich Zeit beim erzählen. Ganz Persönliches, Intimes hat Platz. Das bedeutet allerdings auch, dass Hedda keine Privatsphäre bleibt. Dass diese Grenze überschritten wird, erwartet man sicherlich nicht von einem Damenroman.

Rezension von Heike Rau

Sigrid Combüchen
Was übrig bleibt
Ein Damenroman
448 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 3888977479
ISBN-13: 978-3888977473
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