„Der Atem Gottes“ und andere Visionen 2004

„Der Atem Gottes“ und andere Visionen 2004

»Der Atem Gottes« und andere Visionen 2004
Phantastische Ausblicke in die Welt der Zukunft von den besten deutschen Science Fiction Autoren der Gegenwart, herausgegeben von Helmuth W. Mommers

Deutsche Erstveröffentlichungen
Paperback • ca. 250 Seiten • Euro 14,90
Erscheint im November 2004 • ISBN 3-926126-42-6
Infos und Bestellung: www.visionen.shayol.net

Andreas Eschbach: Quantenmüll
Wie praktisch ein Müllschlucker wäre, der allen Abfall auf Nimmerwiedersehen verschwinden lässt…

Sehr unterhaltsame Geschichte mit einem nicht zu überhörenden ironischen Unterton, Eschbach in Bestform.

Thorsten Küper: Der Atem Gottes
Wie man, auch ohne himmlische Offenbarung, göttliche Erleuchtung erfahren kann, eine Fahrkarte in die Hölle inklusive…

Sehr gute Idee, allerdings ein wenig langatmig geschrieben. Insgesamt leicht verbesserungswürdig, aber gut und lesenswert. Ein wenig mehr Flair wie in „Hayun“ und die Geschichte wäre perfekt gewesen.

Ralph Doege
Womit ein Zeitreisender zu rechnen hat, wenn er versucht, seine eigene Vergangenheit zu ändern…

Fängt ein wenig wirr und umständlich an, wird dann aber immer brillanter und mitreißender. Bis auf den Anfang eine wirklich tolle Geschichte, die zu den Highlights der Sammlung gehört.

Myra Çakan
Wie abgefuckt unsere Welt aussehen mag, wenn wir uns elektronische Drogen reinziehen und auf virtuellen Flügeln abheben…

Inhaltlich wirkt es etwas belanglos und hat auch nur am Rande mit SF zu tun, ist aber andererseits ein tolles Stimmungsbild. Die Geschichte ist nicht sonderlich überragend, bleibt aber dafür im Gedächtnis haften.

Erik Simon
Wozu ein ›Erdling‹ taugt, der auf einem Souvenirmarkt erstanden und in die Dienste von außerirdischen Missionaren gestellt wird …

Ich fand die Geschichte farblos, fade und langweilig, das Relikt einer vergangenen Zeit, dass gar nicht so zu dem Thema VISIONEN passt, die bis hierhin die schwächste Story.

Andreas Gruber
Was für Folgen es haben kann, wenn Nanomediziner das Leben verlängern und Unsterblichkeit versprechen…

Eine solide Erzählung. Spannend erzählt, aber mit vorhersehbarer Storyline. Insgesamt etwas wenig. Nennt man gemein hin Lückenfüller.

Michael Marrak
Was für dunkle Abgründe sich dem nichts ahnenden Besucher im virtuellen Archiv des Vatikan auftun…

Wer Imagon mag, wird auch diese Geschichte mögen. Da ich Imagon sterbenslangweilig fand, enthalte ich mich einer weiteren Stellungsnahme.

Herbert W. Franke
Wie uns die Wissenschaft unserer liebsten Illusion beraubt hat und sie dennoch nicht keimfrei ersticken kann…

Ein anrührendes Statement über die Liebe.

Jan Gardemann
Was einem Computerfreak hässliches widerfahren kann, wenn er so zum Spaß an seinem PC herumbastelt…

Bis dato neben „Quantenmüll“ die beste Geschichte. Spannend, interessant aufgebaut mit einem bitterbösen Ende. Leserherz, was willst du mehr.

Rainer Erler
Was es mit der unbefleckten Empfängnis auf sich hat, wenn Gott oder Seinesgleichen im Spiel sind…

Lebendige Charaktere, toll erzählt, eine interessante Variante der unbefleckten Empfängnis. Klasse!

Uwe Hermann
Was für Konsequenzen es haben kann, wenn ein Potentat sein Kuriositätenkabinett um den ›Weihnachtsmann‹ bereichern will…

Scheint am Thema zu liegen, gefiel mir überhaupt nicht.

Jörg Isenberg
Was für ein Schicksal uns bevorsteht, wenn wir uns der Elektronik mit Haut und Haaren ausliefern…

Eine interessante Variante der Maschinenherrschaft. Gefiel mir.

Robert Kerber
Wie einer veränderten Umwelt zum Trotz die Menschen alten Leidenschaften erliegen…

Eine wunderschöne Zukunftsstudie. Nichts zu meckern.

Helmuth W. Mommers
Worin ein Soldat den Sinn des Lebens sieht, wenn er tausend Tode stirbt, um als Klon immer wieder aufzuerstehen…

Eine mitreißend geschriebene Geschichte, wobei die Entscheidungskriterien des Soldaten ein wenig kurz kamen. Eine der besseren Geschichten.

Malte S. Sembten
Welche Trophäe außerirdische Jäger von der Erde mitbringen wollen, wenn sie auf das ›Königstier‹ Jagd machen…

Fängt ganz witzig an, lässt dann aber nach. War in Ordnung, aber insgesamt doch eher durchschnittlich.

Karl Michael Armer
Wenn als Antwort auf islamischen Terror der Papst zum heiligen Kreuzzug gegen die Heiden aufruft …

Ein wirklich beeindruckendes Comeback. Spannend, anregend und im Thema aktuell

Marcus Hammerschmitt
Wie ein Überlebender sich in einer Welt zurechtfindet, die sich in einen surrealen Albtraum verwandelt hat…

Eine interessantes Stimmungsbild eines „Nach der Katastrophe-Szenario“ mit viel Witz.

Fazit: Insgesamt sehr unterschiedliche Geschichten, die mir nicht alle gefallen. Aber die meisten auf einem recht hohen Niveau. Auch ist die inhaltliche und stilistische Bandbreite beeindruckend, den ein oder anderen „Lückenfüller“ hätte man sich sparen können. Allerdings ist das „Jammern auf hohem Niveau“.
Bin beeindruckt, einziger Wermutstropfen, es dauert 12 Monate, bis der Nachfolger erscheint.

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Die Wasser der Zukunft. Anthologie .

Die Wasser der Zukunft. Anthologie .

Das Wasser – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2004 und machen uns Gedanken.
Wie unendlich ist das Wasser? Was ist Wasser?

Die Edition Ponte Novu veröffentlich keine gewöhnlichen Anthologien. Bereits „GENpest“ beschäftigte sich mit ethischen und ökologischen Problemen. Der Erlös wurde und wird Gruppen und Organisationen zur Verfügung gestellt, die den Kampf gegen die »Genpest« aufgenommen haben.
Der Erlös von „Die Wasser der Zukunft“ fließt der Umweltschutzorganisation Robin Wood zu. Nach dem Lesen des Buches ist diese Verbindung auch klar. Geht es doch um die Substanz unseres Lebens, eines der gefährdetesten Bestandteile, das wir mit einer Selbstverständlichkeit nutzen, mit einer Sorglosigkeit, die nur wenigen bewusst wird. Unseren Blick auf das nasse Element zu schärfen, sind 19 Autoren aufgebrochen, über Wasser zu erzählen.

Irina Grothues versetzt sich in ihrem Vorwort des Wassers in die Rolle des Wassers als ein Ankläger. Das personifizierte Wasser erzählt seine Geschichte, vom Werden und Scheitern der Beziehung mit den Menschen. Eine mahnende Vision, die das Buch eindringlich eröffnet.

Dann folgt auch schon eine der besten Geschichten der Anthologie: Das Lilienballspiel von Udo Mörschbach. Der Fensterputzer Lilienball gerät in die Intrigen einer korrupten Gesellschaft, die an sich selbst krankt. Eine zynische Dystopie, die den Leser in einer Sprache fesselt, der er sich nicht entziehen kann. Lilienball ist nicht nur ein Spielball, er ist die eine Blume in der Öde. Durch die Konzentrierung auf diesen einsamen Farbtupfer, wird das Grauen hinter der Handlung plastisch. Ein herausragender Text.

Ebenfalls mit dem Grauen spielt Matthias Nawrat in seinem Die Männer vom Energiekonzern.
Wenn Wasser so kostbar wird, dass jeder fehlende Tropfen vermisst wird, wird ein kleines Mädchen, das ein Glas Wasser wie einen Schatz hütet zum Verbrecher. Dieser ungewöhnliche Plot bringt zwei grundsätzliche Fragen in Beziehung zu einander. Wie kostbar ist Wasser? und Darf Wasser jemandem gehören? Der Autor zwingt seine Leser durch das Bedrohliche der Handlung, nachzudenken und Furcht zu verspüren, Angst vor den Folgen der heutigen Entwicklung. Dabei führt der Autor keine Wertung durch. Der Leser ist Ziel und Ort einer Entscheidung.

In Die Hallen des Wassers von Corinna Jedamzik geht es um eine Zukunftswelt, in der Wasser durch die Dummheit des Menschen zur knappen Ressource geworden ist und der Wasserspeicher Mensch eine neue Bedeutung erlangt. Zwar weist die Autorin auf eine Welt mit negativen Zügen hin, dennoch bleibt die Geschichte farblos, hat man das Gefühl eine mit Soylent Green aufgepeppte Ökostory zu lesen.

Ein kleiner lyrischer Einschub stellt Der Ritt auf dem Wal von Mechthilde Vahsen dar. Es ist zwar kein Gedicht, aber der Ritt auf dem Wal ist eine kleine treibende Insel zwischen den schweren SF-Texten, eine ganz eigene Liebeserklärung an das Meer, die in Tausendblau von Veronika Aydin sogar noch weiter geführt wird. Eine einfache Tauchergeschichte über das Wunderbare am Leben im Wasser.

Meer der Meduse von Ernst-Edmund Keil ist ein Manifest gegen die Umweltverschmutzung, leider wenig mehr.

Mit Aquaviva aber gelingt Edgar Güttge das Highlight des Buches. Güttkes Stil nähert sich der Realität immer von einer darüberliegenden Dimension. Sein Blick auf das Geschehen flimmert, springt in einem fröhlichen Tanz hin und her. Ist man zunächst verwirrt, steckt man auch schon mittendrin. Die Figuren und ihre Motivationen sind nach wenigen Absätzen kilometertief ausgeleuchtet. Es ist ein Fest des Erzählens. Immer natürlich in seinem eigenen spezifischen Kontinuum. Aquaviva, das lebende Wasser, lenkt den Leser spielerisch zu den Verschmutzungsproblemen, bleibt die Lage zwar Ernst, aber haben die Hauptpersonen Möglichkeiten zu agieren. Aquaviva ist die bei weitem ausgebauteste Erzählung der Anthologie, sowohl qualitativ als auch quantitativ.

Weg von einer ökologischen Bedeutung führt uns Boris Schneider in seinen Feuchten Träumen. Nein, auch eine sexuelle Bedeutung ist trotz des Titels nicht gemeint. Der Text ist eine beklemmende Geschichte über die Realität von Träumen. Wenig überraschend allerdings.

Timo Baders Die Flut stellt den Leser auf eine harte Probe. Die letzte Insel der Welt wird durch das Bersten eines Staudammes bedroht. Wo aber steht aber dieser Staudamm? Nach diesem einleitenden Plotproblem wird es leider nicht besser. Der Konflikt Ober- gegen Unterwelt wird in einem oberflächlichen Geplänkel dargelegt, ohne Figuren oder Hintergründe näher zu beleuchten, oder eine interessante Idee zu präsentieren. Der Text lässt so viele Fragen übrig, die man aber gar nicht gelöst haben möchte. Für mich die schwächste Story der Anthologie.

Eine typische Geschichte über die Geister, die man rief und nicht wieder los wird ist Als Mr. Hyde aufhörte Durst zu haben von Rüdiger Bartsch. Der geniale Wissenschaftler, der Laborunfall und die unkontrollierbare Natur – alle sind sie vertreten. Nichts wirklich Neues, zum Teil behäbig erzählt aber durchaus spannend.

Gut für dich, gut für mich von Torsten Scheib stellt uns eine Welt vor, in der ähnlich wie im Lilienballspiel über das Wasser den Menschen Substanzen verabreicht werden, um sie dem Staatswesen genehm zu manipulieren. Zwar beschreibt Scheib ausführlich die Umstände seines doktrinären Staatswesens, aber es gelingt ihm nicht, daraus eine spannende Geschichte zu stricken, zu bekannt und vorhersehbar fügt sich die Handlung.

So ganz anders ist Winter im Park. Frauke Schuster widmet sich leise einer ungewöhnlichen Ambivalenz. Füttern verboten! weist ein alter Mann eine ebenfalls alte Frau zurecht. Das Entenfutter verschmutzt das Wasser, weiß er. Aber sie hat nur das Entenfüttern.
Nichts auf dieser Welt ist einfach. Man kann es wohl kaum besser ausdrücken, als in dieser kleinen, wunderbaren Parabel.

Nach Indien führt uns Wasser aus der Wand von Traudel Schmidt. Neben Güttges Aquaviva die rundeste Erzählung des Buches. Die Geschichte der kleinen Sweta, deren Leben von Wasser abhängig ist und für das Wasser in entscheidenden Momenten die Zukunft bestimmt, ist unbenommen eine anrührende und sorgfältig erzählte Episode aus einer Welt, die uns ferner scheinen mag, als etwa die Wasser des Mars.

In ein Märchen gewandet ist Als das Wasser fortging von Christina Priplata-Harand. Die Ähnlichkeiten zum Vorwort des Wassers sind verblüffend, denn auch hier wird aus der Perspektive des Wassers geschrieben und wie dort erfahren wir eine Zusammenfassung des bisherigen Lebens mit den Menschen. Es ist ein schönes Märchen, ohne belehrend zu sein, der Stil lässt auf südliche, vielleicht orientalische Einflüsse schließen, auf jeden Fall eine glitzernde Fassette am Kleid dieser Anthologie.

Um die Vielfalt zu unterstreichen, folgt eine Sage über Corsica. Beim Sinnieren über Einen Brunnen voller Gold zeigt Ina Schimpf, wie Gier und Macht das Inselparadies zerstörten. Es kommt jedoch beim Lesen keine rechte Begeisterung auf. Die Autorin vermag es nicht, Spannung oder Mitgefühl zu erzeugen, zu sehr ähnelt ihre Geschichte den bekannten Inselgeschichten.

Mit einem normalen Sintflutszenario beginnt Als der Regen kam von Sunil Mann. Allerdings bricht der Autor daraus aus, als er die Fastertrinkenden ihre Träume in das Wasser fallen lässt. Welche Allegorie! Mit unerwarteter Plötzlichkeit wendet sich der Text der Hoffnung zu. Ein heller Schein inmitten der vielen Untergänge.

Auch eine Fantasygeschichte findet ihren Platz in dieser Anthologie: Der Ruf des Wassers von Stefani Hübner-Raddatz erzählt vom geheimnisvollen Kampf des Wassers als graue Krieger und von Demut und ist letztendlich auch eher eine Parabel, eine Geschichte, die die alten Schamanen an Lagerfeuern des Nachts erzählen.

Den Abschluss bildet Asylum von Andreas Erdmann. Ein Text, der wie das Meer anbrandet, sich mal zurückzieht, mal stürmt. Eine Umkehr der Schöpfungsgeschichte. Sie endet im Wasser und mit dem Wort. Ein nachdenkliches Ende.

Die Anthologie hat Höhen und Tiefen und ist auf keinem Fall eine qualitativ plane Sammlung, aber sie ist voller Wasser. Ernst und mahnend, fröhlich und aberwitzig. Auf jeden Fall beste Unterhaltung.

Mir lag nur eine pdf-Datei für die Rezension vor, so muss eine Betrachtung des realen Buches entfallen, aber zum Cover lässt sich soviel sagen, dass Susanne Jaja, die 2004 mehreren Anthologien ein schönes Deckchen verpasste, auch hier eine gute Synthese aus optischer Prägnanz und individueller Vielfalt gelungen ist. Gerade die Details vom verknoteten Wasserhahn bis hin zur aufploppenden Erde, passen zu Titel und Buch und fügen darüber hinaus sogar noch etwas hinzu.
Dieses Buch sollte man kaufen, denn es dient dem Umweltschutz (ich hoffe, dass auch auf umweltfreundlichem Papier gedruckt wird) und es macht nur trunken von guten Geschichten.

Beate Schütz (Hrsg.).
Die Wasser der Zukunft. Anthologie .
19 Geschichten über Wasser, sein Leben und Schwinden in der Zukunft oder schon jetzt.
ISBN:3000143211
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Heim

Heim

Sie wird von Heim zu Heim geschoben. Sie will sich nicht unterordnen, nicht erziehen lassen. Sie ist misstrauisch gegenüber jedem Erwachsenen, lässt sich nichts sagen, will keine Hilfe annehmen. Die aufgestellten Regeln sind für sie nicht nachvollziehbar und somit nicht einzuhalten. Nicht rauchen, zur Schule gehen, aufräumen, angemessenes Verhalten zeigen, das alles schafft sie nicht.
Es dauert nie lange, bis sie alle Erzieher gegen sich hat. Sie denkt nicht an die Konsequenzen ihres Handelns. Immer wieder verliert sie den Boden unter den Füßen. Sie stiehlt, sie prügelt sich, sie randaliert, sie bricht aus. Jede Chance auf Veränderung lässt sie ungenutzt. Halt findet sie nur bei ihren Freunden. Die denken genauso wie sie.

Mirijam Günter hat einen schonungslosen, aber ehrlichen Roman geschrieben. Einigermaßen fassungslos folgt man der Ich-Erzählerin, spürt Hilflosigkeit. Kein Weg scheint hinauszuführen aus der Situation. Zwischendurch auftretende Hoffnung wird sofort wieder im Keim erstickt. Dabei ist die Protagonistin keineswegs unsympathisch. Sie ist überraschend schlagfertig. Was sie tut, mag aus ihrer Sicht richtig, ja sogar normal sein. Sie kennt es nicht anders. Es geht um ein Leben, das nicht der Norm entspricht. Es geht ums Überleben in einer Welt ohne Familie. Manche bleiben auf der Strecke, schaffen es nicht. Einziger Halt ist die Clique, ein wackeliger Halt. Die Autorin schreibt sehr realistisch und glaubwürdig. Trotz allem, was das Mädchen erlebt hat, scheint kaum eine Möglichkeit für sie zu geben, die eingefahrene Bahn zu verlassen. So ist der Anfang des Buches auch das Ende. Wieder kommt das Mädchen in ein neues Heim. „Du wirst sehen, du wirst dich hier wohlfühlen.“

Über die Autorin:
Mirijam Günter ist in Köln aufgewachsen. Sie hat bis zu ihrem 16. Lebensjahr in sieben verschiedenen Heimen gelebt und mehrere Schulen besucht. Autobiographisch ist ihr Roman „Heim“, der mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2003 ausgezeichnet wurde, jedoch nicht. Die Autorin lebt heute in Köln-Ehrenfeld.

Rezension von Heike Rau

Mirijam Günter
Heim
302 Seiten, Klappenbroschur
dtv extra
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN: 3-423-70884-0
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Die unheimliche Villa

Die unheimliche Villa

Irgendetwas geht vor in der verlassenen Villa. Lara und Tim glauben, dass jemand in dem alten Haus mit einer Taschenlampe herumschleicht. Doch dann ist der Lichtschein wieder verschwunden. Unheimlich! Die beiden Hobbydetektive versuchen herauszufinden, was das vorgeht. Tatsächlich können sie am nächsten Abend beobachten, wie jemand vom Seiteneingang aus das Haus betritt. Ist das etwa der Bankräuber, der letzte Woche 100.000 Euro erbeutet hat? Versteckt er hier das Geld?

Zum Detektiv-Club „Top Secret“ gehören die 11jährige Lara, der 12jährige Tim und ein Minischwein namens Erdmann. Wenn es zu gefährlich wird, hilft Herr Immich, ein pensionierter Hauptkommissar. Alle Fälle spielen im Umfeld der Kinder, ihrem Wohngebiet oder der Schule.
Die Rätselkrimis sind in vier verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt. Eine gute Auffassungsgabe und Kombinationsvermögen sind gefragt. Oft helfen Bilder bei der Aufklärung der Fälle.

Erzählt werden 18 spannende Geschichten. Sobald der Fall eigentlich klar sein müsste, wird die Geschichte unterbrochen und der Leser kann versuchen, die gestellten Fragen zu beantworten. Wo steckt der Dieb? Wer war der Unfallfahrer und woran hatten Lara und Tim es erkannt? Überprüfen lassen sich die Antworten, in dem man die Geschichten im Lösungsteil einfach weiterliest.

Alle Fälle machen Spaß. Besonders lustig ist es, die Ermittlungsarbeit von Minischwein Erdmann zu beobachten. Fallen dem Leser Ungereimtheiten in den Aussagen der Zeugen oder ähnliches auf, können diese gleich im Buch notiert werden. Genügend Platz für Notizen ist vorhanden. Oft ist es nur ein kleiner Hinweis, der zur Lösung des Falls führt. Lara und Tim sind blitzgescheit und sie erklären immer ganz genau, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie daraus gezogen haben. Genaues Lesen wird spielerisch trainiert und so das Leseverständnis gefördert.

Über die Autoren:

Corinna Harder, alias Mrs. X, gründete, bevor sie mit dem Schreiben von Detektivbüchern begann, 1996 eine Vereinigung für Kinder: „UNDERGROUND – Der Junior-Detektive-Klub“, ausgezeichnet 2002 mit dem Deutschen Kinderkulturpreis des Deutschen Kinderhilfswerks.
Corinna Harder lebt in Frankfurt am Main und ist dort als Detektivin im Einsatz. Sie gilt als Expertin für alles, was mit geheimen Ermittlern zu tun hat.

Jens Schumacher studierte Literaturwissenschaft und arbeitete mehrere Jahre als Lektor und Übersetzer. Seit Ende der neunziger Jahre ist er als freier Autor, Übersetzer, Herausgeber und Leiter von Workshops für kreatives Schreiben tätig.

Rezension von Heike Rau

Corinna Harder & Jens Schumacher
Die unheimliche Villa
und 17 weitere Rätsel Krimis
127 Seiten, gebunden, mit zweifarbigen Illustrationen
ab 8 Jahren
moses. Verlag, Kempen

Corinna Harder & Jens Schumacher
Die unheimliche Villa
18 Krimis zum Rätseln, Tüfteln & Mitraten
ISBN:3897772132
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7 Zwerge – Männer allein im Wald

7 Zwerge – Männer allein im Wald

Von Frauen haben sie genug, deswegen leben die 7 Männer versteckt hinter den 7 Bergen im Märchenwald. Ganz allein. Doch das gemeinschaftliche Leben wird gestört. Von Schneewittchen, die auf der Flucht vor der bösen Königin Schutz bei den 7 Zwergen sucht.

Otto Waalkes hat sich zusammen mit Bernd Eilert dem Märchen von den 7 Zwergen angenommen. „Die Überlegung bei ‚7 Zwerge’ war, dass dieser Stoff ideal ist, um Komikern die Möglichkeit zu geben, das Kind im Manne rauszulassen“, so Eilert.

Im Buch kann man alles Wissenswerte zur Produktion des Films nachlesen. Wie das Studio in einen Märchenwald verwandelt wurde, wer alles hinter den 7 Zwergen und dem 8. Zwerg steckt, wer Schneewittchen darstellt und wer die böse Königin, wer den Haus- und Hofnarr, den Jäger und die vielen anderen Figuren. Bei so vielen Komikern auf einem Haufen, ist es besonders interessant nachzulesen, warum sie eigentlich beim Film mitmachten, wie sie ihre Rolle und den Dreh einschätzen und wie sie mit ihren Kollegen zurechtkamen. Ernst ist beim Erzählen jedoch keiner geblieben. So sind Komiker nun mal. Es gibt viel zu lachen.

Mit im Buch ist auch ein Zwerg-ärgere-dich-nicht-Spiel. Zudem werden leckere, sehr kreative Rezepte vorgestellt, von „Gefüllter Zipfelmütze“ über „7 Zwerge Grütze“ bis zu „Zwergengeschnetzeltes“. Es folgt Kulturgeschichtliches über Zwerge, Interessantes über die Zipfelmütze und ein paar gute Tipps von Zwerg zu Mann zum Thema Frauen.

Natürlich sind in „7 Zwerge“ jede Menge Fotos. Das Begleitbuch zum Film hat etwa A4-Format, so kommen die Fotos besonders gut zur Geltung.
Beim Betrachten der Bilder wird eins klar: Kleinwüchsig sind die Zwerge nicht. Lange Bärte haben sie auch nicht. Sie sehen fast aus wie halbwegs normale Männer. Zwerge sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren.

Rezension von Heike Rau

Emanuel Bergmann und Detlef Overmann
Sieben Zwerge
Männer allein im Wald
Das Buch zum Film
96 Seiten, broschiert
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-1633-8
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Tartan und Schwert

Tartan und Schwert

Schottland im Jahr 79 n. Chr.:
Nur die Heirat zwischen der schottischen Druidin Rhiann und dem irischen Krieger Eremon kann die zerstrittenen keltischen Stämme für den Kampf gegen die Römer einen.
Doch Rhiann – mutig, temperamentvoll und unabhängig – ,
ist gezeichnet von ihrer blutigen Vergangenheit. Nur aus Pflichtgefühl stimmt sie der Ehe mit dem frmeden Krieger zu. Eremon gelingt es, Rhianns Stamm für sich zu gewinnen – und insgeheim ihr Herz zu erobern.
Doch inmitten von Chaos, Krieg und Verwüstung ist es schon fast zu spät für die Liebenden …

Für all jene, die Herzschmerz, gepaart mit einem wahren historischen Hintergrund und fantastischer Spannung mögen.
Ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Teil der „Dalriada- Saga“,
an dem die junge Schriftstellerin Jules Watson bereits arbeitet.

Jules Watson hat sich einen Lebenstraum erfüllt, nachdem sie durch ihren Mann, einen Schotten, auf die ereignissreiche Vergangenheit der Scoten und Pikten gestoßen ist.

Jules Watson
Tartan und Schwert
Große historische Saga über den schottischen Freiheitskampf
ISBN:344236129X
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Mondgischt

Mondgischt

Im kleinen, beschaulichen Fischerdorf Westport Point an der Küste von Massachusetts lebt Elisabeth, eine seltsame alte Dame, mit ihrer Enkelin Eve in einem großen Haus am Meer, umsorgt von der Bediensteten Maggie, die in einem Rübenkeller haust. Sie gehören zu den Dauerbewohnern. Sie sind auch dann noch da, wenn die Sommergäste längst wieder abgereist sind. Sie verfolgen die Jahreszeiten, das Kommen und Gehen, ordnen sich unter.
Doch die Ruhe im Dorf gerät ins Wanken. Eve ist unglücklich verheiratet, Maggie lässt sich mit einem Rumschmuggler ein und Elisabeth, vom Alter gezeichnet, wird immer verwirrter. Es beginnt unter der Oberfläche zu brodeln. Ein Sturm wird kommen der viel vernichtet, aber auch Hoffnung auf einen Neuanfang macht.

„Mondgischt“ ist ein poetischer Roman um drei Frauen unterschiedlicher Generationen. Wortgewaltig, trotzdem leise und mit einer gewissen Gelassenheit spürt die Autorin dem alltäglichen Leben der unterschiedlichen Frauen zwischen den Jahren 1913 und 1938 nach. Sie verknüpft Emotionen, Erinnerungen und Empfindungen, folgenschwere Ereignisse und scheinbar belanglose. Es geht um Sorgen, Ängste, Sehnsüchte, die Liebe und große Gefühle. Die Autorin schreibt unglaublich bildhaft. Man fühlt sich an die Küste versetzt, spürt den Wind, die Gischt, riecht das Meer. Man spürt das Leben im Fischerdorf , ahnt, dass etwas Großes kommen muss, etwas passieren muss und ist doch überrascht von der Kraft und der Gewalt des Sturms, der über das Dorf fegt, der auslöscht oder verschont und der, so unglaublich es klingen mag, von manchen sogar willkommen geheißen wird. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das nachdenklich und melancholisch stimmt.

Über die Autorin:
Die Biographie von Dawn Clifton Tipp ist eng verbunden mit dem Schauplatz ihres Romans. In Westport Point verbrachte die Autorin ihre Kindheit und lebt dort heute mit ihrer Familie.

Rezension von Heike Rau

Dawn Clifton Tripp
Mondgischt
Übersetzt von Andrea Fischer
320 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-45-2
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Katzenkinder aufziehen

Katzenkinder aufziehen

Katzen sind sehr beliebte Haustiere. Zwischen Katzenkind und Halter entsteht oft eine tiefe Freundschaft. Doch natürlich sind einige Punkte zu beachten, wenn man ein Katzenkind großziehen will. Zunächst vermittelt der Autor einiges Wissenswertes zur Geschichte der Hauskatze und ihrer Herkunft. Dann folgen ausführliche Informationen zur Paarung, zur Trächtigkeit, zur Geburt und zum Leben der kleinen Kätzchen in den ersten Wochen ihres Daseins. Woche für Woche wird die Entwicklung der kleinen Katzen beobachtet und in Wort und Bild gezeigt.

Doch was zeichnet gute Katzeneltern aus? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden, damit das Kätzchen sich rundherum wohlfühlen kann? Der vorliegende Ratgeber gibt darüber genau Auskunft. Zunächst muss sich der zukünftige Katzenhalter überlegen, welche Katze sich für ihn am besten eignet. Soll es eine Hauskatze sein oder eine Rassekatze? Und wo bekommt man eigentlich eine Katze her? Haus und Garten müssen katzensicher gemacht werden. Und natürlich müssen verschiedene Dinge angeschafft werden, von Futternapf bis hin zur Bürste. Auch was die Ernährung betrifft, müssen einige Überlegungen angestellt werden.

Ist der neue Mitbewohner dann da, ist man froh, gut vorbereitet zu sein. Jetzt muss das Katzenkind an seine neue Umgebung gewöhnt werden und die Familie kennen lernen. Von Anfang an ist der richtige Umgang mit dem Tier sehr wichtig. Über die Lebensweise eines Kätzchens kann man sich im Buch genau informieren. Darauf kann die Erziehung ausgerichtet werden und der Katze die entsprechenden geistigen und körperlichen Anreize gegeben werden, die es braucht. Der Leser lernt, seine Katze zu verstehen und sie angemessen zu versogen. Dabei geht der Autor auf Wohnungskatzen und Freigänger ein. Abschließend gibt der Autor Hinweise zur Gesundheitsvorsorge. Schwerpunkte sind Fellpflege, Zahnpflege, Parasitenbekämpfung und Impfungen.

Mit diesem Ratgeber wird der Leser umfassen informiert. Die Texte lassen sich gut lesen und sind leicht verständlich. Der Autor erzählt mit viel Einfühlungsvermögen. Seine Liebe zu Katzen wird deutlich. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet und mit vielen Fotos, die man sich gerne länger anschaut, versehen. Ein Register zum gezielten Nachschlagen ist vorhanden. Das Buch eignet sich hervorragend für alle, die sich eine Katze zulegen wollen oder bereits ein Katzenkind besitzen.

Über den Autor:
Mark Evans ist ein erfahrener Tierarzt, international bekannter Autor und Fernseh- und Rundfunkmoderator.

Rezension von Heike Rau

Mark Evans
Katzenkinder aufziehen
Aus dem Englischen von Antje Husk
128 Seiten, broschiert, 200 Farbfotos
2.Auflage
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-4657-6
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Der Alchimist von Krumau

Der Alchimist von Krumau

Don Julius sollte schon lange nach Krumau abgeschoben werden. Doch glaubte er bis jetzt seinen Platz in Prag. Die Vorhersage eines Sternguckers, der Julius Zukunft ebenfalls in Krumau sieht, macht ihn nachdenklich. Doch auf die Sprünge hilft ihm erst der Tod der Hure Mariandl. Er kann sich nicht erinnern, sie umgebracht zu haben, und doch lag sie tot neben seinem Bett. Ein grausiger Anblick.
Begleitet wird der Bastardsohn des Habsburger Monarchen Rudolf II. von seinem Ziehvater Maître d’Alambert.
Kaum hinter den hohen Mauern der Burg verschwunden, erfüllt sich eine weitere Vorhersage des Sternenguckers. Markéta Pichlerovà, die bald die Mätresse Don Julius wird, und ihr Vater, der Bader von Krumau, treten vor ihn, um ihm sein Eigentum zurückzubringen. Es ist ein Knabe ohne Bauchnabel, also ein Kind, das nicht von einer Mutter geboren sein kann. Erschaffen hat ihn der Alchimist Jurij Hezilow, auch Puppenmacher genannt. Und dieser behauptet, und damit bewahrheitet sich wieder ein Teil der Vorhersage des Sternenguckers, Gold machen zu können.
Kein Wunder, dass sich Rudolf II. vom Können des Alchimisten überzeugen will und Hezilow überzeugt ihn auch mit einer spektakulären Vorführung. Daraufhin befielt er den Puppenmacher nach Prag. Doch der Bastardsohn denkt gar nicht daran, Hezilow gehen zu lassen. Er erfindet eine Pestepidemie und lässt die Tore schließen. Niemand kommt mehr herein und vor allem niemand raus. Doch das ist erst der Anfang vom Ende.

„Der Alchimist von Krumau“ ist wunderbar zu lesen. Don Julius, der um Macht und Reichtum kämpft, und dabei immer mehr dem Wahnsinn verfällt; der eitle Maître d’Alambert mit den Schnabelschuhen, der den Bastardsohn lenken und führen soll; Markéta, die Schöne, die Julius unverständlicherweise in Liebe zugetan ist und Jurij Hezilow, der Blender und Betrüger, fesseln den Leser an eine Geschichte, die nur aus Intrigen zu bestehen scheint. Der Autor zeigt Sinn für Details, egal ob es sich um Beschreibungen der weitläufigen Burg an der Moldau, des makaberen unterirdischen Laboratoriums, der damaligen Mode oder des quirligen höfischen Lebens handelt. Er erzählt voller Enthusiasmus, spart nicht mit Spott und Seitenhieben gegen gesellschaftliche Zwänge, und verleiht der Geschichte damit eine ungeheure Lebendigkeit. Die Geschichte ist amüsant, verrückt, tragisch und schaurig. Eine tolle Mischung. Vor allem aber bringt der Autor den Leser zum Staunen. Und er überrascht. Denn so fantastisch und unglaublich die Geschichte auch wirkt, ganz und gar erfunden ist sie nicht. Von 1602 – 1622 war das historische böhmische Krumau tatsächlich im Besitz des Kaisers Rudolf II. von Habsburg und sein Sohn, Don Julius d’Austria, hielt sich mehrere Jahre dort im Schloss auf, bevor er seine Geliebte Markéta Pichlerová in einem Tobsuchtsanfall ermordete.
Dieses Buch begeistert von der ersten bis zur letzten Seite und ist damit sehr zu empfehlen.

Über den Autor:
Andreas Gößling, Jahrgang 1958, studierte Literatur- und Politikwissenschaft und gilt heute als Experte für phantastische, mythen- und kulturgeschichtliche Themen.

Rezension von Heike Rau

Andreas Gößling
Der Alchimist von Krumau
430 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-0944-2
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Loni und ihre Kuscheldecke

Loni und ihre Kuscheldecke

Loni liebt ihre weiche, mollige Kuscheldecke über alles. Sie hilft nicht nur beim Einschlafen, mit ihr kann man noch ganz andere Dinge machen. Eine gemütliche Höhle bauen oder auf der Wiese auf ihr liegen und träumen. Beim Kastanien sammeln dient die Decke als Rucksack. Aber auch als Königinnenmantel macht sie sich nicht schlecht. Um keinen Preis würde Loni sich von ihrer Kuscheldecke trennen.

Loni wickelt sogar die Katze Mira in ihre Decke und legt sie in den Puppenwagen. Die mag diese Prozedur gar nicht und flüchtet. Mama erklärt, dass die Katze doch kein Stofftier ist. Außerdem kommen bald kleine Kätzchen, da muss Loni besonders behutsam mit Mira umgehen. Tatsächlich liegen einige Tage später drei Katzenbabys bei Mira im Körbchen. Und dann, ganz heimlich, still und leise verschwindet Lonis Kuscheldecke. Mira hat für ihre Katzenbabys ein warmes Nest damit gebaut. Ob Loni mal eine Weile auf ihre Kuscheldecke verzichten kann?

Eine bezaubernde kleine Geschichte, die sehr einfühlsam geschrieben ist. So ein Lieblingsspielzeug hat sicher jedes Kind, ob es nun ein Teddybär, eine Puppe oder eben eine Kuscheldecke ist. So ist die Geschichte für Kinder auch sehr gut nachvollziehbar. Es macht Spaß die detailreichen, farbenfrohen Illustrationen zu betrachten und zu sehen, was Mira mit ihrer Kuscheldecke so alles macht. So sitzt sie zum Beispiel auf der Decke auf einer Wiese und macht ein Picknick. Sogar die Kuscheltiere sind mit von der Partie, der gefleckte Hund mit den langen Ohren, das dicke Schaf oder das schwarz getupfte Huhn. Die Farbauswahl ist sehr gut gelungen.

Über die Autorin:
Rosemarie Künzler-Behncke, geboren 1926 in Dessau/Anhalt, studierte Philologie in Rom und Frankfurt/Main. Danach arbeitete sie als Universitätsassistentin. Sie lebt seit vielen Jahren als freie Schriftstellerin in München und hat zahlreiche Kinderbücher geschrieben.

Über die Illustratorin:
Sabine Kraushaar, geboren 1972 in Maastricht, wollte schon immer Kinderbücher illustrieren. Ihre Grafikausbildung machte sie an der Academie Beeldende Kunsten in Maastricht. Seit 1995 ist sie freie Illustratorin.

Rezension von Heike Rau

Rosemarie Künzler Behncke
Loni und ihre Kuscheldecke
Bilder von Sabine Kraushaar
22 Seiten, lam. Pappband, durchgehend illustriert
ab 3 Jahren
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11162-9
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