Charlie Bone und die magische Zeitkugel

Charlie Bone und die magische Zeitkugel

Als ein uraltes Familienfoto von der Wand fällt, kommt Charlies außergewöhnliche Begabung, Bilder sprechen zu hören, wieder zum Vorschein. Auf dem Foto ist ein Junge zu sehen, der Charlie verblüffend ähnlich sieht. Charlies Onkel Paton weiß, wer der Junge ist. Er ist Henry Darkwood. Doch Henry ist vor vielen Jahrzehnten auf mysteriöse Weise mitten in einem Murmelspiel, welches er mit seinem Bruder spielte, verschwunden.

Am nächsten Tag, als Charlie wieder im Internat ist, taucht auf gespenstige Art und Weise ein Junge auf. Charlie erkennt ihn sofort. Es ist der lang vermisste Henry. Sein bösartiger Cousin Ezekiel hatte ihn Mithilfe einer Zeitkugel in die Zukunft geschickt. Doch auch hier in der Zukunft hat Henry keine Ruhe. Ezekiel Bloor kann nicht fassen, dass der Junge, den er damals verbannt hat, wieder da ist und sein ganzes Leben noch vor sich hat, während er uralt ist. So ist er Henry schon bald wieder auf den Fersen. Charlie muss ihn an einem sicheren Ort verstecken. Dabei bekommt er Hilfe von seinen Freunden, die bis auf Benjamin wie er Nachfahren eines Magiers, dem „Roten König“, und damit sonderbegabt sind. Aber auch die Köchin hilft. Sie bietet Henry Unterschlupf in ihren verborgenen Räumen. Doch alles ist vergebens, die Bloors erwischen Henry und sperren ihn in ein altes Verlies in den Ruinen.
Charlie muss alle Kräfte mobilisieren, um zusammen mit seinen Freunden die Geschichte doch noch zum Guten wenden zu können. Dabei erlebt er unglaubliche Abenteuer. Auch seine außergewöhnliche Begabung verstärkt sich. Charlie vermag nicht nur Stimmen aus Bildern zu hören, er kann sogar in die Bilder hineingehen. Das ist ein Wagnis mit ungewissem Ausgang, jedoch der einzige Weg, um Henry zu retten.

Nach „Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ ist nun endlich der zweite Band erschienen. Auch in diesem Buch erlebt Charlie zusammen mit seinen Freunden faszinierende Abenteuer. Jenny Nimmo schafft es, mit ihrer Art zu erzählen, eine unglaublich spannungsgeladene Atmosphäre zu schaffen. Wieder wächst Charlie, der bis seine Sonderbegabung entdeckt wurde ein ganz normaler Junge war, über sich hinaus. Er nimmt all seinen Mut zusammen, um Henry zu helfen.
Viele alte Bekannte aus dem ersten Band sind wieder zu erleben. Die fiese Großmutter, die unheimlichen Tanten mit ihren Familiengeheimnissen, Onkel Paton oder Benjamin und sein Hund. Natürlich sind auch wieder die sonderbegabten Schüler und die Lehrer der Bloor-Akademie dabei. Der Handlung lässt sich leicht folgen, aber vorhersehbar ist sie nicht. Dazu ist sie zu vielschichtig und Charlies Gegenspieler zu wenig einschätzbar. Auch das Internat als gruselig-schauriger Schauplatz der Geschehnisse ist wieder für einige Überraschungen gut.
Die Andeutungen zum Verbleib von Charlies Vater reißen auch im zweiten Band nicht ab. Alle Leseratten können sich also Hoffnungen auf ein drittes Buch machen.

Über die Autorin:
Jenny Nimmo spielte nach ihrem Schauspielstudium Kindertheater und arbeitete beim Rundfunk. Ihr erste Kinderbuch erschien 1975. Ihre Bücher wurden mehrfach mit dem britischen „Smartie-Award“ für Kinderliteratur ausgezeichnet und teilweise fürs Fernsehen verfilmt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in einer alten Wassermühle in Wales.

Rezension von Heike Rau

Jenny Nimmo
Charlie Bone und die magische Zeitkugel
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder von der Tann
320 Seiten, gebunden
ab 10 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-34443-5

Kleiner Hinweis: Eine Besprechung zum ersten Band „Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ befindet sich ebenfalls in unserem Rezensionspool. Einfach den Titel in die Suchmaske eingeben!
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Cherry Whytock: Angel

Cherry Whytock: Angel

Angel ist eine Wucht, jedenfalls was ihre Körpermaße betrifft. Als Fan von Jamie Oliver kocht sie auch selbst gern. Und was gekocht wurde, muss natürlich auch gegessen werden. Doch neben ihren superschlanken Freundinnen und ihrer Mutter, einem Ex-Model, fühlt sich Angel wie ein dicker runder Moppelwal. Trotz ihrer Leibesfülle, scheint sie jedoch von ihrem Schwarm Adam nicht bemerkt zu werden. Angel beschließt, sich in eine Diät zu stürzen. Schließlich steht die Valentinsparty bevor und bis dahin will Angel ihren Schwabbelfaktor verringern, um für Adam umwerfend auszusehen.

Eine vergnüglich Geschichte. Angel reduziert ihre Probleme auf ihr Übergewicht. Dabei verliert sie Dinge, die wirklich wichtig für Menschen sind, aus den Augen. Sie hat nur noch Jamie Olivers Kochkünste im Kopf und Adam. Sie muss die Erfahrung machen, dass eine radikale Kohl-Diät nicht zum erhofften Erfolg führt. Trotzdem gibt es nach vielen turbulenten Szenen ein glückliches Ende. Geschrieben ist das Buch in einem sehr leicht lesbaren Stil. Angel erzählt selbst in einem recht flapsigen Ton und nimmt sich ordentlich auf die Schippe. Die Illustrationen machen Spaß und sprechen Bände.
Mit im Buch sind die Lieblingsrezepte von Angel. Und wer Lust hat kann die leckeren Rezepte in den Lesepausen gleich ausprobieren.

Über die Autorin:
Cherry Whytock ist in West Sussex, England geboren und aufgewachsen. Sie hat Kunst- und Textildesign studiert. Bekannt ist sie aber nicht nur als Autorin, sie hat auch als Künstlerin in London und Umgebung immer wieder ausgestellt. Cherry Whytock lebt mit ihren zwei erwachsenen Töchtern in England.

Rezension von Heike Rau

Cherry Whytock
Angel
Klamotten, Küsse, Katastrophen!
Aus dem Englischen von Yvonne Hergane
184 Seiten, Klappenbroschur
ab 10 Jahren
arsEdition, München
ISBN: 3-7607-3985-7
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Das Schwarzbuch der Rache

Das Schwarzbuch der Rache

Rachegelüste hat wohl jeder Mensch. Da sind der tratschende Nachbar, der hochmütige Chef, der nervige Ex-Partner oder der anmaßende Vermieter, welche die Galle hoch kochen lassen. Die Gefahr ist jedoch groß, bei Rache übers Ziel hinauszuschießen. Hier kann der Schuss wirklich leicht nach hinten losgehen.
Ganz gefahrlos ist es, „Das Schwarzbuch der Rache“ zu lesen und an den Rachefeldzügen der anderen teilzunehmen. Das gute Gefühl der Schadenfreude kann auch so genüsslich ausgekostet werden. Und das tut unendlich gut.
So werden Fernsehgeräte ferngesteuert, Autos von Geisterhand abgemeldet, Wohnungen ahnungsloser Mieter gekündigt, Postsendungen umgeleitet, Limonade durch Essig ersetzt, Schaben ausgesetzt usw. Auch auf die Idee Enthaarungscreme in die Shampooflasche abzufüllen, muss man erst einmal kommen. Der Phantasie sind eben keine Grenzen gesetzt.

Das Buch ist originell, bösartig, witzig und es liest sich einfach gut. Man kann nur hoffen, dass die Rachsucht der Leser nach der Lektüre wirklich gestillt ist und eine Nachahmung nicht erfolgt. Es sind aber auch wirklich gute Streiche dabei. Wer gar nicht an sich halten kann, für den hat der Autor die 21 goldenen Racheregeln verfasst. Niemand sollte zu weit gehen.
Und einen kleinen Nebeneffekt hat das Buch auch noch. So manchem Racheopfer könnte unter Umständen ein Licht aufgehen.

Über den Autor:
John Punisher – hinter diesem Namen verbirgt sich der 1970 geborene Autor, Gastronom und Event-Manager Christian Riesen. „Das Schwarzbuch der Rache“ ist zunächst für einige Wochen im Selbstverlag erschienen.

Rezension von Heike Rau

John Punisher
Das Schwarzbuch der Rache
208 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-4901-0
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Und wann schläfst du?

Und wann schläfst du?

Die Sonne geht unter und es wird Nacht. Nicht nur kleine Kinder müssen jetzt schlafen. Auch der Bär, die Schlange, der Elch, die Hexe, der Tintenfisch und das Murmeltier sind müde und schlafen ein. Sogar der Vampir reibt sich die Augen, aber der wird wohl eher gerade munter. Der Sandmann ist nun müde und die Augen fallen ihm zu.

„Und wann schläfst du?“ ist ein beruhigendes Einschlaf-Buch für Kinder. In kleinen, einfachen Reimen wird erzählt, was passiert. Die Bilder sind in nächtlichen Blautönen gehalten, was für eine ganz besondere Stimmung sorgt. Die Tiere sind beim Einschlafen dargestellt, dabei kuschelt sich die Ente in ihr Nest, die Schlange wickelt sich um einen Ast. Aber auch andere geheimnisvolle Geschöpfe schlummern schon. Die Elfe schläft im Blütenkelch. Die Hexe liegt auf ihrem Besen, wie in einem gemütlichen Bett, die Katze auf ihrem Rücken. Auf den lustigen Bildern gibt es viele Details zu entdecken. Sehr zu empfehlen!

Gaby Neumayer
ist Jahrgang 1962. Sie studierte Linguistik in Köln, wo sie auch heute noch lebt. Sie ist selbstständige Autorin für sprachliche Themen, Lektorin und Redakteurin.

Wilfried Gebhard
ist Jahrgang 1944. Er studierte Grafik an der Grafischen Schule und Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Er arbeitet u.a. für die ZDF-Kindersendung „Siebenstein“ und veröffentlichte mehrere Kinderbücher bei Lappan. Wilfried Gebhard lebt im schwäbischen Maulbronn.

Rezension von Heike Rau

Gaby Neumayer / Wilfried Gebhard
Und wann schläfst du?
32 farbige Seiten, Hardcover
ab 4 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-1076-5
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Auf Traumpfaden unterwegs

Auf Traumpfaden unterwegs

Doro ist schon in Zentral-Afrika, Indien und Nordamerika gewesen. Doch diesmal reist sie mit ihrem Vater, der Reisejournalist ist, nach Australien. Sie interessiert sich für das Schicksal der Aborigines und ihre Geschichte.
Was sie alles erlebt und erfährt, schildert die fast Fünfzehnjährige ihrem Freund Jo in langen Emails. Außerdem führt sie ein Gedankentagebuch. Zusammen mit ihrem Vater geht sie auf Erkundungstouren, besucht Museen und Kunstgalerien und lernt Menschen kennen. Der Höhepunkt der Reise ist der Ausflug zum Uluru, auch Ayers Rock genannt. An diesem heiligen Ort darf Doro eine halbe Stunde allein sein. Die Stille ist magisch und Doro genießt ihr Glück in vollen Zügen, tankt Kraft und Energie.
Am Ende der Reise wartet noch eine ganz besondere Überraschung auf Doro, die sie die Sehnsucht nach ihrem Freund Jo vergessen lässt.

Doro ist ein sehr offenes und neugieriges Mädchen. Sie lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben. Besonders interessant sind die Emails an ihren Freund Jo. Doro schildert ihre persönlichen Eindrücke mit sehr viel Gefühl und Aufrichtigkeit. Die Geschichte Australiens und das Schicksal der Aborigines wird so verständlich dargestellt. Doros Reise ist sehr spannend und aufschlussreich. Über ihren unstillbaren Wissensdurst kann man so manches Mal schmunzeln. Für junge Leser ist das Buch deshalb so gut zu lesen, weil die Autorin aus der Ich-Perspektive erzählt und vom Schreibstil her, den Geschmack vieler junger Leser gut trifft. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Marie Thérèse Schins wurde in den Niederlanden geboren. Sie leitete die Kinder- und Jugendbibliothek in Nijmegen und Hannover. Marie Thérèse Schins lebt seit 1974 als Autorin, frei Journalistin und Malerin in Hamburg.

Rezension von Heike Rau

Marie Thérèse Schins
Auf Traumpfaden unterwegs
Doro in Australien
Mit Zeichnungen von Wiebke Oeser
Reihe: Gecko
Ab 12 Jahre
128 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0002-7
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Erfolgreich Kinderbücher schreiben

Erfolgreich Kinderbücher schreiben

Heidemarie Brosche hat es geschafft. Sie schreibt erfolgreich Kinderbücher. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Die Autorin erzählt über ihre Erfahrungen, ihre Rückschläge und Erfolge. Dabei beantwortet sie Fragen, die jeden, der Kindergeschichten schreibt und diese veröffentlichen möchte, interessieren.

Wie findet man den richtigen Verlag?
Sollte man mehrere Verlage auf einmal anschreiben?
Wie soll das Manuskript aussehen, wie eine Vita?
Warum dauert es so lange, bis Antwort vom Verlag eintrifft?
Wie geht man mit Absagen um?

Heidemarie Brosche macht Hoffnung, dass Autoren mit viel Hartnäckigkeit durchaus Erfolg haben können. Sie erzählt, was sie weitergebracht hat. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Schreibwerkstätten und erzählt, was Literaturwettbewerbe oder Fortbildungsveranstaltungen bringen können.

Wie man erfolgreich Kinderbücher schreibt, erfährt man im Buch aber nicht. Der Titel ist irreführend. Konkrete Tipps zum Schreiben von Kinderbüchern sucht man vergebens. Es geht tatsächlich nur um die Erfahrungen, die Heidemarie Brosche gemacht hat, wobei die Autorin sehr kurzweilig und mit viel Humor erzählt.
Besonders hilfreich sind Beispiele von Vita mit Veröffentlichungsliste, Probekapitel, Exposee und Verlagsanschreiben. Die Autorin erklärt auch, was von Selbstverlag, Druckkostenzuschussverlag und Books on Demand zu halten ist.

Für alle, die einer ersten Veröffentlichung entgegensehen, sind die folgenden nun Hinweise von Interesse. Heidemarie Brosche erklärt, wie ein Verlag arbeitet, wie ein Vertrag aussieht und mit welchem Honorar man rechnen kann.

Im Serviceteil gibt es Hinweise auf Zeitschriften, die weiterhelfen können, Hinweise zu Fortbildungsveranstaltungen, Internetadressen rund um Kinder- und Jugendliteratur, Internetadressen rund ums Schreiben, Schreibübungen und vieles mehr. Illustriert ist das Buch mit lustigen Zeichnungen von Detlef Kersten.

Über die Autorin:
Heidemarie Brosche ist Jahrgang 1955. Nachdem sie mehrere Jahre als Lehrerin tätig war, begann sie 1988 für Kinder zu schreiben. Bisher erschienen zahlreiche Bücher von ihr, vor allem für Kinder. 1991 erhielt die Autorin zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Hauptschule“ einen Lehrauftrag an der Universität in München. In zwei der Zeitschriften, für die sie auch schreibt, hatte sie jahrelang feste Kolumnen. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Friedberg bei Augsburg.

Rezension von Heike Rau

Heidemarie Brosche
Erfolgreich Kinderbücher schreiben
Von der Idee bis zum gedruckten Buch
Mit Illustrationen von Detlef Kersten
192 Seiten, Klappenbroschur
moses. Verlag
ISBN: 3-89777-135-7
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Cola Cola Jazz

Cola Cola Jazz

Heloise ist die Tochter einer Französin und eines Afrikaners. Seit sie Architektur studiert, und deswegen im Studentenheim lebt, hat ihre Mutter schon den einen oder anderen Selbstmordversuch unternommen. Das Leben ist nicht leicht. Von ihrem Vater weiß Heloise so gut wie nichts. Seine Existenz erscheint ihr unwirklich. Die Mutter erzählt zu viele verschiedene Versionen ihres Zusammenseins mit ihm. Doch eines Tages meldet sich der Vater und Heloise macht sich auf die Reise nach TiBrava.
Heloise trifft auf die andere Familie des Vaters, so auch auf ihre Halbschwester Parisette, deren Lebensumstände ihr zunächst völlig fremd erscheinen.
Ihren Vater lernt Heloise kennen und auch wieder nicht. Sie wird ihre von Sehnsüchten geprägten Kindheitserinnerungen nicht los. Zu viele Fragen bleiben offen.

Im Buch kommen Heloise und Parisette in wechselnden Kapiteln zu Wort. Ganz unterschiedliche junge Frauen, die auf verschiedenen Kontinenten aufgewachsen sind, treffen hier aufeinander. Sie kommen einander näher. Dennoch erscheint es überraschend, vielleicht sogar befremdlich, dass Heloise und Parisette sich ineinander verlieben. Die an Dramatik ständig zunehmende Geschichte, die der „Erzähler ohne Eigenschaften“ Heloise und Parisette erzählen lässt, wirkt zweifelhaft und irgendwie verrückt. Und sie ist alles andere als leicht zu lesen. Dazu kommt die derbe Sprache, die oft respektlos oder verwirrend erscheint.

Über den Autor:
Kangni Alem wurde 1966 in Lomé/Togo geboren. Der Autor lebt im französischen Exil. Er arbeitet als Stückeschreiber, Theaterregisseur und Übersetzer. Zur Zeit ist er Dozent für Literaturwissenschaft an der Universität in Bordeaux. Kangni Alem wurde für seine dramaturgische Arbeit mit dem Tchicaya-U’Tamsi-Preis von Radio France International und für seinen ersten Roman „Cola Cola Jazz“ mit dem Grand Prix Littéraire de l’Afrique noire 2003 ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Kangni Alem
Cola Cola Jazz
Aus dem Französischen von Gudrun und Otto Honke
265 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0001-9
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Mary Hooper: Die Schwester der Zuckermacherin

Mary Hooper: Die Schwester der Zuckermacherin

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Endlich ist der ersehnte Brief da. Hannah, die bisher in einem Dorf gelebt hat, wird von ihrer Schwester, der Zuckerbäckerin, nach London gerufen. Voller Vorfreude und gespannt auf die große Stadt, macht Hannah sich auf die Reise.
Doch in London ist die Pest ausgebrochen. Noch berührt die Seuche Hannah und ihre Schwester Sarah nicht. Zusammen stellen sie köstliches Zuckerwerk her: Miniaturfrüchte aus Marzipan, kandierte Veilchen und Zuckermandeln.
Hannah lernt den Apothekerlehrling Tom kennen und verliebt sich. Das Glück ist trügerisch. Immer mehr Menschen sterben. Noch scheint die Pest in einiger Entfernung zu wüten, doch täglich rückt sie näher. In der Nachbarschaft sterben die ersten Leute. Die Pest ist unaufhaltsam.

Der Leser wird in eine Zeit versetzt, in der in London die Pest wütete und der Tod allgegenwärtig wurde. Hannah ist eine Träumerin, doch sie kommt nicht umhin, die Gefahr zur Kenntnis zu nehmen. Auch sie wird von der Angst erfasst.
Dargestellt wird, wie die Menschen damals lebten, wie sie mit der Pest umgingen, was sie über die Krankheit zu wissen glaubten. Den größten Schrecken brachte eine wöchentliche Liste mit sich. Hier wurde die Zahl der Todesopfer genannt und das wahre Ausmaß deutlich.
Das Buch ist spannend geschrieben und fesselt. Hat man einmal angefangen zu lesen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen.
Interessant ist auch das Glossar mit wichtigen Begriffserklärungen. Dazu kommt ein Anmerkungsteil. Hier werden historische Tatsachen der Pest, die im Jahr 1665 in London wütete, zusammengefasst. Es wird auch darüber informiert, was inzwischen über die Pest bekannt ist, beispielsweise wie sie übertragen wurde.
Ein empfehlenswertes Buch für Leser ab 12, die sich für historische Romane interessieren.

Über die Autorin:
Mary Hooper begann zu schreiben, als ihre Kinder noch klein waren. Seitdem sind zahlreiche Kurzgeschichten und über 30 Kinder- und Jugendbücher verfasst. Mary Hooper gibt auch Kurse in Kreativem Schreiben. 2001 wurde sie für das Jugendbuch „Megan 2“ mit dem North East Book Award ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Hampshire, England.

Rezension von Heike Rau

Mary Hooper
Die Schwester der Zuckermacherin
256 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Berlin Verlag
Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher
ISBN: 3-8270-5015-4

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Song Reader

Song Reader

Leeann lebt mit ihrer älteren Schwester Mary Beth und deren Adoptivsohn Tommy in einer kleinen Stadt im Süden der USA. Mary Beth hat eine ganz besondere Gabe. Sie ist Songdeuterin. Aus den Songs, die ihre Mitmenschen beschäftigen, liest sie verdeckte Probleme, Wünsche und Ängste heraus. Sie hilft mit viel Mitgefühl und guten Ratschlägen.
Leeann, die zwölf Jahre alt ist, als die Geschichte beginnt, bewundert ihre Schwester und hilft beim Führen der Kundenkartei. Seit dem Verschwinden des Vaters und dem Tod der Mutter ist Mary Beth diejenige, die sich um Leeann kümmert.
Mary Beth hilft vielen Kundinnen. Sie hat jedoch keine psychologische Ausbildung, verlässt sich ganz auf ihre Intuition. Doch eines Tages geht sie zu weit. Ihr fehlt der nötige Weitblick und sie bedenkt die Konsequenzen nicht. Es ist, als wäre sie in ein Wespennest getreten. So schlägt die Stimmung in der Stadt um und Hassgefühle schlagen der kleinen Familie entgegen, an denen sie zu zerbrechen droht.

Die Geschichte wird aus der Perspektive Leeanns erzählt. Sie wird mit dem Zusammenbruch ihrer Schwester nicht fertig. Verzweifelt versucht sie, ihre Familie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So macht sie sich auch auf die Suche nach dem lang vermissten Vater und holt ihn zurück. Immer mehr muss sie erkennen, dass in der Vergangenheit, als sie noch klein war, sich nicht alles so abgespielt hat, wie Mary Beth es erzählt hat.

Die tragische Geschichte über die beiden Schwestern ist sehr fesseln. Die Charaktere sind so glaubwürdig beschrieben, dass man als Leser den Eindruck hat, in der Tür zu stehen oder mit im Auto zu sitzen, und die Handlung direkt beobachten kann. Anfangs glaubt man noch, dass Mary Beth eine wirklich sehr faszinierende Gabe besitzt, doch schon bald machen sich erste Zweifel breit. Aus Hilfestellungen und guten Ratschlägen werden Handlungsvorschriften. Am unglaublichsten ist Leeann. Ihre Entwicklung verfolgt man mit Spannung. Sie hat nicht die Erfahrung Erwachsener und trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie ist eine Kämpfernatur. Die Autorin erzählt sehr einfühlsam. Trotz der dramatischen Handlung, hat man das Gefühl, sie geht ganz behutsam mit ihren Akteuren um. Auch wenn man beim Lesen oft lächeln muss, so hat man doch immer eine Träne im Augenwinkel, weil man mitfühlt und hofft, dass alles gut ausgeht.

Über die Autorin:
Lisa Tucker ist in Missouri aufgewachsen. Sie war Sängerin einer Jazzband, hat als Kellnerin und Putzfrau gearbeitet und Mathematik unterrichtet. Die Autorin lebt heute in New Mexico.

Rezension von Heike Rau

Lisa Tucker
Song Reader
Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Aeckerle
330 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-5740-4
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Lisabeth und die knallharten Piraten

Lisabeth und die knallharten Piraten

Dem Kapitän und seinen knallharten Piraten steht der Sinn nach Gold und Juwelen. Doch bei ihren Angriffen darf kein Blut vergossen werden, der Kapitän kann es nicht sehen. Die Piraten haben eine andere Strategie entwickelt. Dabei sind sie sehr phantasievoll. Sie drohen, schreien und brüllen, dass jedem Angst und Bange wird. Für Piraten sind Schätze das Allerwichtigste. Doch so richtiges Glück hatten die Männer noch nicht. Dann entern sie ein einsam treibendes Geisterschiff. Scheinbar sind schon andere Piraten drüber hergefallen, denn nur die Ratten sind noch auf dem Schiff. In einer Kabine finden die Männer doch noch etwas. Kaum zu glauben, auf einem Bett sitzt ein Baby. Die kleine Lisabeth ist ein ganz besonderer Schatz und sie wird das Leben der Piraten verändern.

Die Geschichte um Lisabeth und die knallharten Piraten ist ausgesprochen vergnüglich. Dazu kommen die lustigen Zeichnungen. Die Piraten sind gar nicht so knallhart, sonder gutmütig. Und der stotternde Piratenkapitän warnt vor jedem Überfall, dass ja kein B… B… B… vergossen werden darf. Auch Saufgelage gibt es auf der „Schnittigen Sally“ nicht. Die Piraten trinken Tee. Um die kleine Lisabeth kümmern sie sich liebevoll. Schnell wird der Leser merken, dass er es hier nicht mit einer blutrünstigen, gruseligen Piratengeschichte zu tun hat. Es ist wohl eher eine Satire, die schon für ganz junge Leser gut geeignet ist. Der Lesespaß kommt auf keiner Seite zu kurz.

Rezension von Heike Rau

Richard Hamilton
Lisabeth und die knallharten Piraten
Aus dem Englischen von Monika Schmalz
Illustriert von Sam Hearn
140 Seiten, gebunden
ab 8 Jahren
Berlin Verlag / Bloomsbury Kinder & Jugendbücher
ISBN: 3-8270-5013-8
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