Flammender Stern

Flammender Stern

Als Jenny mit ihrem Vater während eines schlimmen Gewitters nach den Tieren der kleinen Ranch im Indianergebiet sehen will, traut sie ihren Augen nicht. Blinzelnd entdeckt sie im Regen zwischen den Felsen ein fremdes Pferd. Es ist eine prachtvolle Stute, die bald ein Fohlen zur Welt bringt. Jenny nennt den kleinen Hengst Flammender Stern. Da sich der Besitzer der Pferde nicht findet, bleiben sie auf der Ranch. Flammender Stern wird Jennys Pferd und er wächst heran. Aber so ein stattlicher Mustang sollte eher einem Mann gehören. So denkt jedenfalls Lupe, der Apachenhäuptling. Er will das Pferd um jeden Preis. Auch der Besitzer der Pferde taucht noch auf und er bezeichnet Jennys Vater als Pferdedieb. Es nützt nicht, die Schuld zu bestreiten und so stehen schwierige Zeiten an.

Die Autorin versteht es gekonnt, Spannung zu erzeugen. Die Handlung ist mitreißend und sehr stimmungsvoll. Man fiebert mit Jenny und ihrem Pferd Flammender Stern mit, verfolgt die Abenteuer, die das Schicksal für sie bereit hält. Und wenn das Buch zu Ende ist, würde man am liebsten wieder von vorne anfangen, sich einzelne atemberaubende Szenen noch einmal ins Gedächtnis rufen.

Altersempfehlung: ab 11 Jahren

Rezension von Heike Rau

Frederica de Cesco
Flammender Stern
Über die Freundschaft eines mutigen Mädchens zu einem ganz besonderen Pferd
ISBN:3473520608
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Die Tagebücher einer Nanny

Die Tagebücher einer Nanny

Um ihr Pädagogikstudium in New York zu finanzieren, arbeitet Nan nebenher als Nanny bei Mrs. und Mr. X., einem reichen Ehepaar aus bevorzugter Wohngegend. Am Anfang sieht die Betreuung des 4-jährigen Grayer nach einem Traumjob aus. Doch bald bleibt die Erziehung des Jungen fast ausschließlich an Nanny hängen, die neben dem vernachlässigten Studium und Grayer einen Spagat hinlegt, der auf Kosten ihres Privatlebens geht.
Mr. X glänzt mit ständiger Abwesenheit und Mrs. X hetzt von einer Einkaufstour zur nächsten.
So ist es Nanny allein überlassen, mit dem völlig geschafften und restlos überforderten Grayer von der Musikstunde zum Schwimmen und vom Französischunterricht zu diversen Spielterminen zu rennen. Zwischendurch macht sie auch noch alltägliche Besorgungen für Mrs. X, die ständig vergisst, dass Nanny studiert und nicht 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht. Als Dankeschön lässt sich Nanny fehlendes Engagement und eine unprofessionelle Berufsauffassung nachsagen.
Wie viel wird Nanny sich noch gefallen lassen? Eigentlich wäre es höchste Zeit den Job hinzuschmeißen.

Eine flotte und kurzweilige Geschichte um die Sorgen und Nöte eines Kindermädchens, geschrieben mit viel Witz und Ironie.
Das gekonnte Zusammenspiel zwischen dramatischen und urkomischen Momenten macht das Buch spannend bis zur letzten Seite.

Rezension von Heike Rau

Emma McLaughlin, Nicola Kraus
Die Tagebücher einer Nanny
Über die Sorgen und Nöte eines Kindermädchens
ISBN:3442545536
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Martin R. Dean: Meine Väter

Martin R. Dean: Meine Väter

Als Roberts Stiefvater Neil gestorben ist, beschließt er mit der Vaterlüge ein Ende zu machen. 40jährig und nun selbst schon Vater will er herausfinden, wer sein leiblicher Vater ist. So viele Jahre hat er dessen Existenz verleugnet, nicht zuletzt weil seine Familie ihn dazu gezwungen hat. Nun will er Licht in das Dunkel seiner Kindheit bringen. Verdrängte Gedanken und Selbstverleugnung haben dazu geführt, dass Robert immer wieder von Krankheiten geplagt wird, denn der fehlende Vater hat in seiner Seele eine Wunde entstehen lassen, die nicht heilen will und ihn immer wieder an Bett fesselt.
Doch Roberts Euphorie wird gebremst, als er seinen Vater in einem Pflegeheim vorfindet, in schlechter Verfassung, der Sprache nicht mehr mächtig.
Es ist wie in einem Alptraum. Roberts Wunsch endlich mehr über seinen Vater und sich selbst zu erfahren, läuft ins Leere.
Aber es gibt noch andere Wege, einen Menschen kennen zu lernen. Und so begibt sich Robert mit seinem Vater auf eine Reise in die Vergangenheit, an Schauplätze, die Erinnerungen wach rufen sollen.

Eine bewegende und aufwühlende Vater-Sohn-Geschichte, in die der Leser sofort hineingezogen wird. Der Autor erzählt sehr ausführlich und mit Feingefühl, so dass die inneren Konflikte der Hauptperson Robert, der nicht länger Sohn eines unbekannten Vaters sein will, sehr gut nachvollziehbar sind.

Rezension von Heike Rau

Martin R. Dean
Meine Väter
Ein Beziehungsdrama zwischen Vater und Sohn
ISBN:3446202668
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Das sterbende Tier

Das sterbende Tier

In einer stillen und mitreißenden Art und Weise läßt uns Philip Roth teilnehmen am Leben eines alternder Professors der Literaturwissenschaften.
Der Icherzähler legt Rechenschaft ab über sein Leben, vor allem sein Sexualleben, das er neben seinem intellektuellen und arrivierten Leben als Kulturkritiker und Radiokommentator lebt. Seine Affäre mit einer um 38 Jahre jüngeren Studentin nimmt breiten Raum ein; sie scheint seine letzte große Liebe gewesen zu sein . Seine Besessenheit von ihr wird in realistischen aber auch zarten Tönen beschrieben.

Wir hätten es nicht mit einem Autor wie Philip Roth zu tun, wenn er uns nicht mit subtilen Beschreibungen eine Kuturkritik mitlieferte.
So erinnert sich der Professor an seine Ehe und an die Gewöhnung, die alle Beweglichkeit zunichte macht; an seinen Sohn, der ihn lange Zeit abgelehnt hat und an die Zeitläufte, mit denen das Sexualleben, auch das seiner etablierten Freunden, auf der Strecke bleibt.
Daß es nach der zwangsläufigen Trennung von Consuela , seiner letzten Liebe, zu Trauer und Verlusterscheinungen kommt, macht das Buch menschlich und den Protagonisten liebenswert. Die Welt ist ohne Altwerden, Auflehnung, Verlustängste und immerwährende Trennungen nicht vorstellbar!
Wer Philip Roth schätzt, wird in diesem Buch den verstehenden, selbstkritischen aber auch menschlich – anteilnehmenden Autor wiederfinden, den wir bereits aus anderen seiner Bücher kennen. Ich mag ihn, weil er Zeitströmungen auf besondere Art und Weise reflektierend wiederzugeben vermag.
Claudine Borries

Philip Roth
Das sterbende Tier
Eine Geschichte über Alter, Sexualtät und Verlust
ISBN:3446202730
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PISA-ALARM!

PISA-ALARM!

Die Ergebnisse der PISA-Studie liegen uns wohl allen noch schwer im Magen.
Uli Stein hat noch mal „nachrescherschiert“, was da genau in die Hosen gegangen ist.
Es ist unfassbar, es ist schlimm – aber es ist auch urkomisch und die Lachkrämpfe, die den Leser angesichts der Comics schütteln werden, lassen garantiert die Magenschmerzen vergessen.

Rezension von Heike Rau

Uli Stein
PISA-ALARM!
Zum Brüllen komisch!
ISBN:3830360339
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Blinky Boots – Das Katzentestament

Blinky Boots – Das Katzentestament

Der zehnjährige Petja ist traurig. Tante Bronski, die Hausbesitzerin, wird seit einem Sturm in ihrem Urlaubsdomizil auf Mallorca vermisst.
Zurückgeblieben in ihrer Wohnung sind die Katzen Lukrezia und Aladin, vor denen Petja sich gehörig fürchtet.
Laut Tante Bronskis Testament soll sich nun ihr Sohn samt Familie um die Katzen kümmern. Die Bronskis ziehen zähneknirschend in die Wohnung ein. Petja findet schnell heraus, dass sie das nur wegen dem Geld gemacht haben und die Katzen gar nicht mögen. Er sich sicher, dass die Bronskis Lukrezia und Aladin auf dem schnellsten Weg loswerden wollen.
Petja bleibt nichts anderes übrig, als seine Katzenangst zu überwinden und zu handeln. Er muss sich mit der nervigen Möchtegernfreundin Amber, die angeblich die selben ausgefallenen Blinky Boots besitzt wie er, verbünden. Und auch der dicke Berti muss in den Plan eingeweiht werden.
Ob das funktioniert, ist fraglich. Aber zum Glück gibt es auch noch Kasimir, den Obdachlosen, mit dem man über alles reden kann.

Eine spannende Geschichte um einen aufgeschlossenen, sympathischen Jungen, der sich seiner Angst vor Tieren stellt. Er lernt, wie wichtig Freunde im Leben sind, auf die man sich in jeder Situation verlassen kann.
Die Autorin schreibt lebensnah und einfühlsam, aber auch mit viel Witz und Humor, so dass der Spaß am Lesen nicht zu kurz kommt.
Das Buch ist illustriert von Karoline Kehr.

Altersempfehlung: Für Kinder ab 10 Jahren

Rezension von Heike Rau

Martina Dierks
Blinky Boots – Das Katzentestament
Petja wird zum Katzenretter
ISBN:3357005166
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Dunkler als die Nacht

Dunkler als die Nacht

Terry McCaleb, Ex-Polizist des FBI, lebt nach Herztransplantation zurückgezogen mit seiner Familie.
Eines Tages wird er auf Grund seiner Erfahrungen von Detektive Jaye Winston
zum Mordfall Edward Gunn hinzugezogen, um ein Täterprofil zu erstellen.
Mit Feuereifer beginnt er seine Arbeit, doch es kommt Unglaubliches ans Licht. Das Verbrechen wurde nach einem Gemälde von Hieronymus Bosch inszeniert, was wiederum einen Hinweis auf Harry Bosch ergibt, einem Kollegen, der Zeuge der Anklage in einem Serienmörder-Prozess gegen den bekannten Regisseur David Storey ist.
Die Parallelen zwischen den beiden Fällen sind nicht zu übersehen und Verdacht gegen Harry Bosch nicht von der Hand zu weisen. Terry McCaleb beißt sich fest an diesem Fall, der ihm immer mehr Rätsel aufgibt und seine ganze Erfahrung fordert.

Immer wieder wird der Leser in die Irre geführt und nur häppchenweise mit überraschenden Erkenntnissen gefüttert. Das erzeugt eine ungeheure Spannung.
Dazu kommen die besonderen Lebensumstände der Hauptpersonen. Terry McCaleb, bei dem man immer Angst um seine Gesundheit haben muss und Harry Bosch, der viel zu viel trinkt und an einem Abgrund zu stehen scheint.
Die Handlung selbst ist gut durchdacht. Die beiden Erzählstränge, die am Anfang nicht gemeinsam zu haben scheinen, werden geschickt zusammengeführt.

Rezension von Heike Rau

Michael Connelly
Dunkler als die Nacht
Ein spannender und gut durchdachter Krimi
ISBN:3453864158
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Von Scharlatanen, Schurken und Schamanen

Von Scharlatanen, Schurken und Schamanen

Dem Zeitgeist ins Gesicht

Zwischen den Werken von Celestine bis Castaneda ist noch Platz für eine abgefahrene und höchst illuminierte Geschichte.

Mann wird krank, moderne Medizin kann nicht helfen. Fährt man also nach Asien und trifft Wunderheiler. Gähn!

Kennt man ja alles schon. Was man aber nicht kennt, ist, dass der Roman bis zum Schluss eine sich selbst parodierende Distanz bewahrt, dass er uns eben nicht glauben machen, sondern, ganz im Gegenteil, Zweifel erzeugen will Zweifel an unserem eingefleischten Weltbild, uns aufrufend zu kritischer Selbstprüfung.
Der Autor Tobias Tripler verkauft uns seine Geschichte, die zwischen Köln, Peking und dem tiefsten Indien pendelt, als angeblich autobiografische Wiedergabe eines Lebensabschnitts. Und wahrhaftig, ungeheuer konkrete Detailkenntnisse legen nahe, dass eben genau dies der Fall sein muss in seinem Prefix (und nicht nur dort) distanziert sich der Autor gleichzeitig von allem, was er beschreibt. Und genau das ist es, was das Buch ausmacht. Es zwingt zum Denken und zum eigenständigen Entscheiden. Denn, so der Autor: Du bist der Schöpfer deines Universums.
Kraftvoll lässt Tripler Bilder entstehen. Wir sehen den Eremiten in seiner Höhle, einem Steinzeitmenschen gleich, der sich dann entpuppt als hängen gebliebener Hippie aus den Sechzigern. Oder ist doch mehr an ihm? Doch noch ehe dem Leser ausreichend Bedenkzeit gegeben wird, befinden wir uns schon im Hardrock Cafe in Peking, begegnen der schönen und klugen Japanerin Maiko, verlieben uns und sind schon wieder in Indien in eben jener Höhle. Diesmal mit dieser fröhlichen Japanerin, die all das, was sie von Tobias zuvor vernommen hat, nun ihrer eigenen skeptischen Prüfung unterzieht. Einschließlich jener legendären Technoparties in Goa, von denen Tobias glaubt, dass sie eher die Funktion von Initiationsriten haben, als kommerziellen Interessen zu dienen.
Zu den beiden Reisenden gesellen sich dann zwei liebevoll portraitierte Tschechen, Stepan und Isabella, die mit auf den Trip gehen und zwar im doppelten Wortsinn. Zum einen auf Maikos ersten Ausflug ins Acidland, in Mitten Jahrhunderte alter Tempelruinen im tiefsten Südindien, zum anderen aber ziehen sie mit auf Tobias´ Odysse auf der Suche nach Heilung.
Die findet Tobias zu guter Letzt auch, an einem Ort, den der Leser als ganz unmöglich und abstrus empfinden würde, hätte man es ihm schon zu Beginn des vierhundertzwanzig Seiten starken Buches verraten. Und da ist sie, die bannende Kraft der Erzählung, denn wenn wir schließlich mitgehen an jenen unvorstellbaren Ort, freuen wir uns gemeinsam mit Tobias und seinen Gefährten, sind gleichsam zum Teil seiner Welt geworden.
Tripler entwirft bei seinen pixelhaften Sprüngen durch Raum und Zeit ein in sich schlüssiges, grandioses Weltgebäude, in dessen Ecken und Nischen sich immer wieder die eine Wahrheit findet: Dass, wer näher zum Kern vordringt, sich automatisch weiter entfernen muss von Be- und somit von Verurteilungen. In einer Zeit, in der wieder Schuldige gesucht und gefunden, ganze Bevölkerungsschichten, ja ganze Völker verteufelt werden, ist gerade diese Distanz, die demütige Erkenntnis, dass wir eben nichts objektiv erfassen können, ein erfrischender Gegenwind dem Zeitgeist ins Gesicht.

Tobias Tripler
Von Scharlatanen, Schurken und Schamanen
Reisebericht, Szeneliteratur, Esoterisches Machwerk, ich weiss nicht, was es ist. Ausser faszinierend!
ISBN:3890943756
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Linux, Zug um Zug

Linux, Zug um Zug

Linux klingt nicht nur wie ein Zauberwort, es ist Magie. Ein grosses Stück
davon kann man empfinden, wenn man dieses Buch liest. Sein Inhalt reicht
von der einfachen Installation über das Betreiben eines eigenen und doch
sehr professionellen Webservers bis zum Supercomputing. Trotzdem ist es
voller praktischer Tips und Hinweise, sei es auf Webseiten oder auf Tricks,
die man wirklich nicht überall findet. Denn wer weiß schon, wie man das
Linux-Passwort ausschaltet, sollte man es wirklich einmal vergessen haben?
Kurz gesagt: Einfach lesenswert!

Gottfried Wolmeringer
Linux, Zug um Zug
Ein lesenswertes Handbuch für den Umstieg vom … zu Linux
ISBN:3800726173
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Der große XENOS – Tieratlas für Kinder

Der große XENOS – Tieratlas für Kinder

Manche Tiere sieht man bei uns in Deutschland nur im Zoo oder im Zirkus. Aber wo sind sie wirklich zu Hause? Wie leben sie?
Was macht ein Elefant den ganzen Tag und was fressen Krokodile? Warum erfriert der Eisbär nicht? Und wieso halten Dromedare in der Wüste so lange ohne Wasser aus?

Ein Sachbuch für Kinder, das übersichtlich nach Erdteilen und Lebensräumen der Tiere gegliedert ist. Es vermittelt kindgerecht Basiswissen über mehr als 60 Tiere vom Adler bis zum Zwergesel.
Leicht verständliche Erklärungen, zahlreiche Illustrationen und anschauliche Landkarten zur besseren Orientierung machen es zu einem spannenden Nachschlagewerk.

Altersempfehlung: für Kinder ab sechs Jahren

Rezension von Heike Rau

Maren von Klitzing (Text), Hans G. Schellenberger (Illustrationen)
Der große XENOS – Tieratlas für Kinder
Tiere – vom einheimischen Waldbewohner bis zum tropischen Exoten
ISBN:3821225564
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