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Schlagwort: Fantasie

Ramona Badescu und Amélie Jackowski: Was macht die Fledermaus bei Tag?

Ramona Badescu und Amélie Jackowski: Was macht die Fledermaus bei Tag?

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Die Fledermaus hat eine neue Wohnung bezogen. Sie liegt oben in einem Baum, hat einen schönen Ast, an dem sie sich kopfunter hinhängen kann, und ein rundes Fenster mit einem tollen Ausblick in den Nachthimmel. Im Baum wohnt auch ein Eichhörnchen. Es hat nichts gegen einen späten Besuch. Zusammen nähen sie eine Decke aus Stoffresten.

Das Eichhörnchen hilft der Fledermaus zu einem Tagesrhythmus zu finden, damit sie nicht den ganzen Tag verschläft. Sich an das Licht zu gewöhnen, ist nicht einfach. Aber schließlich kann die Fledermaus, eingehüllt in die handgenähte Decke, mit rausgehen und mitten am Tag den Markt besuchen. Die anderen Tiere sind sehr verwundert. Sie schauen zu, wie die Fledermaus eine Erdbeere, ein Radieschen, ein paar Schildläuse, eine Möhre und mehr kauft.

Wieder zu Hause angekommen, will die Fledermaus die Erdbeere malen. Aber es gelingt nicht. Sie versucht es immer wieder anders, aber ohne Erfolg. Wütend zerdrückt sie die Erdbeere auf dem Papier. Die Möhre lässt sich nicht zerquetschen, aber sie sieht aus wie ein Stift. Das Orange, das die Möhre auf dem Papier hinterlässt, begeistert die Fledermaus. Auch wenn das fertige Bild unvollkommen ist, ist die Fledermaus zufrieden mit ihrer Arbeit.

Die Fledermaus entdeckt in diesem sehr schön illustrierten Buch die Farben! Die Welt ist so ganz anders, wenn es hell ist! Auch findet sie neue Freunde, seit sie sich nicht mehr den ganzen Tag in der Höhle versteckt und schläft. Man kann viel hineininterpretieren in diese skurrile Geschichte, in der eine Fledermaus aus der Reihe tanzt und deren Verlauf deshalb für immer neue Eindrücke sorgt. Ich weiß nicht genau, was ich von dem Buch halten soll! Aber es entspricht der Fantasie von Kindern, die sich gerne überraschen lassen, die außergewöhnliche Geschichten mögen, die Raum für eigene Gedanken und zum Tagträumen brauchen. Fantasiegeschichten sind beliebt bei Kindern und fördern die Vorstellungskraft.

Rezension von Heike Rau

Ramona Badescu und Amélie Jackowski
Was macht die Fledermaus bei Tag?
Ab 6 Jahren
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
Beltz & Gelberg, Februar 2020
ISBN-10: 3407755473
ISBN-13: 978-3407755476
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Caroline Ronnefeldt: Quendel – Windzeit, Wolfszeit

Caroline Ronnefeldt: Quendel – Windzeit, Wolfszeit

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Nach der Schreckensnacht, die in Band 1 ihren Abschluss gefunden hat, geht es nun endlich mit Band 2 weiter. Die Bewohner des Hügellandes kommen nicht zur Ruhe, sosehr man auch versucht, zu vergessen. Kartenschreiber Bullrich Schattenbart ist dem Finster entkommen, aber es geht ihm schlecht. Beda Schattenbarts Schicksal, sie ist Bullrich Schwägerin, scheint nach einem grausigen Vorfall besiegelt zu sein. Odilio Pfiffer sieht weiteres Unheil nahen.

Bei der einberufenen Ratsversammlung wird klar, welches Ausmaß die überaus gruselige Nacht hatte. Alle haben beängstigende Beobachtungen gemacht, die darauf hindeuten, dass die Übergänge zur Anderswelt durchlässig wird. Seit Tagen ist es seltsam neblig. Es braut sich etwas zusammen, glaubt man den alten Legenden. Das anstehende Bäumelburger Maskenfest müsste eigentlich abgesagt werden. Die Bewohner des Hügellandes sollten besser in ihren Häusern bleiben und sich dort verbarrikadieren. Aber andererseits kann der Umzug vielleicht die bösen Geister vertreiben. Die Urahnen glaubten daran.

Und so ziehen sie dann doch gemeinsam los mit ihren Masken: Odilio Pfiffer mit seinem Kater Reizker Fuchsrot, der kaum genesene Bullrich Schattenbart, Hulda Hallimasch, Hortensia Samptfuß-Krempling, Zwentinbold Bitterling mit seiner Frau Tilda und der junge Quendel Karlmann Schattenbart. Die Gruppe ist mutig, aber auch verängstigt und rechnet kaum damit, bis nach Bäumelburg durchzukommen. Jedes Geräusch und jede Wetterveränderung verursacht Angst und Schrecken.

Auch dieser 2. Band gefällt mir ausgesprochen gut! Die Autorin schreibt im gewohnten Stil und schmückt die Geschichte mit vielen fantasievollen und sehr ausführlichen Beschreibungen aus. Es geht sehr langsam voran, weil es der Moment ist, der zählt und der intensiv erlebbar gemacht wird. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch, was nicht einfach ist, denn es wird eine kaum auszuhaltende Spannung aufgebaut. Die Versuchung ist groß, einige Seiten vorzublättern, um zu sehen, wie eine bestimmte Szene ausgeht!

Die zusammengewürfelte Gruppe, jeder Quendel hat so seine Eigenheiten, hat gegen ein unglaublich wildes Wetter und seltsame Phänomene zu kämpfen. Der Autorin gelingt es gut, diese unheimliche Atmosphäre dem Leser zu verdeutlichen. Man hat die Szenen deutlich vor Augen und bangt mit um einen guten Ausgang der Geschichte! Dieser Erzählstrang ist aber nicht der einzige. Es gibt noch einen, der später einsetzt und im Finster spielt. Band 1 ließ hier einige Fragen offen, die nun geklärt werden. Es wartet eine ungeahnte Überraschung auf den Leser!

Rezension von Heike Rau

Caroline Ronnefeldt
Quendel – Windzeit, Wolfszeit
2. Teil der Quendel-Saga
480 Seiten, gebunden
Ueberreuter Buchverlag
ISBN-10: 3764170964
ISBN-13: 978-3764170967
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Jens Rassmus: Das Nachttier

Jens Rassmus: Das Nachttier

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Der Junge liegt allein in seinem Bett und kann nicht einschlafen. An der Tür ist ein Geräusch zu vernehmen. Es ist ein seltsames Tier, das ein bisschen wild und zottelig aussieht, aber sehr freundliche Augen hat. Der Junge bittet es herein und das Nacht-Tier kommt an sein Bett. So steigt der Kleine im Schlafanzug auf und hält sich am Fell fest. Auf seinen Wunsch hin läuft das Nacht-Tier aus dem Fenstern hinaus, den Baum hinunter und in die Nacht hinein. Es folgt den Anweisungen des kleinen Jungen weiter. Es springt über die Straße, schwimmt durch den See, steigt einen steilen Hang hinauf und fliegt schließlich in den nächtlichen Himmel. Der Junge erlebt viel in dieser Nacht, bevor er in sein Bett zurückkehrt und endlich einschläft!

Die kleine gereimte Geschichte ist zauberhaft! Das Nacht-Tier vermag den Jungen mit seiner Anwesenheit zu trösten und ihm die Zeit bis zum Einschlafen zu vertreiben. Ich verstehe es als Symbol eines beginnenden Traumes. Es zeigt die Fantasiewelt eines Kindes zwischen Müdigkeit und Schlaf. Der Junge ist frei von Angst und weiß, dass ihm die Nacht nichts anhaben wird. So vertraut er sich dem Nacht-Tier an. Er kann in dieser Phase mit ihm überall hin. Das Tier ist folgsam und es kritisiert nicht. Es ist wie ein Kuscheltier mit magischen Fähigkeiten, die von den abendlichen Fantasien des Jungen beflügelt werden!

Die Geschichte lebt nicht nur von den poetischen Reimen, die sich sehr gut vorlesen lassen, sondern auch von den nachtzarten Zeichnungen. Pastelltöne in geheimnisvollen Farben und durch Schraffuren dargestellte Schatten überwiegen. Nur das Nachttier ist kräftig blauschwarz.

Was für ein schöner nächtlicher Ausflug! Kein Wunder, dass Jens Rassmus für dieses stille Einschlafbuch den österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2019 erhalten hat. Es hat das Zeug zum abendlichen Lieblingsvorlesebuch!

Rezension von Heike Rau

Jens Rassmus
Das Nacht-Tier
48 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
NILPFERD im G & G Verlag
ISBN-10: 3707452158
ISBN-13: 9783707452150
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Catherine Egan: Schattendiebin Band 2 – Die verbotene Wahrheit

Catherine Egan: Schattendiebin Band 2 – Die verbotene Wahrheit

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Julia besitzt eine ganz besondere Gabe, die sie in Band 1 (Die verborgene Gabe), bereits eingesetzt hat. Sie arbeitete damals für einen geheimnisvollen Auftraggeber als Dienstmädchen bei Frau Och. Im Haus ging Merkwürdiges vor. Da Julia sich unsichtbar machen kann, war es ihr möglich, ungesehen zu spionieren. Doch als eine junge Frau und ihr Baby, die bei Frau Och Schutz suchen, dadurch in Gefahr geraten, wird ihr bewusst, wie gefährlich der Auftrag ist.

Julia hat nun, so kann man es vielleicht sagen, die Seiten gewechselt. Ihr Gewissen belastet sie sehr, hat sie doch die junge Frau und ihr Baby, das nun zu einem Kleinkind herangewachsen ist, in Lebensgefahr gebracht. Das wieder gutzumachen, ist ihr Ziel. Dafür muss sie einem mächtigen Feind entgegentreten. Sie arbeitet nun weiter für Frau Och und versucht, den Mönch Ko Dan ausfindig zu machen. Er könnte den kleinen Teo möglicherweise von dem magischen Artefakt, das er in sich trägt, befreien. Doch niemand kennt seinen Aufenthaltsort.

Julia setzt immer wieder ihre Gabe ein. Doch birgt diese auch Gefahren. Wenn sie sich unsichtbar macht und aus der Welt zu weit hinaustritt, kommt sie in einer Schattenwelt, die ihr unheimlich erscheint und die doch auch etwas mit ihrer Herkunft zu tun haben könnte. Auch weiß Julia nichts über die wahren Beweggründe von Frau Och, die Julia immer auffordert, ihre Gabe zu verwenden, um bestimmte Dinge herauszufinden. Sie nutzt Julia aus. Eine Vertrauensbasis gibt es nicht.

Die Fortsetzung ist sehr spannend. Die Geschichte entwickelt sich auf dramatische Weise fort. Ich bin überrascht davon. Sehr viel mehr fantastische Elemente kommen nun zum Tragen. Und auch Julia entdeckt ihre Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen neu. Die Gefahr, die darin verwurzelt ist, wird ihr immer mehr bewusst. Das ist längst kein Spiel mehr! Die Autorin führt das alles sehr gut aus. Sie gibt der Geschichte Raum, sich zu entwickeln. Ihre wunderbar fließende Ausdrucksweise zieht den Leser durch das Buch. Jeder Satz, so der Eindruck, ist perfekt ausformuliert. Ich erwarte den nächsten Band mit großer Spannung!

Rezension von Heike Rau

Catherine Egan
Schattendiebin Band 2 – Die verbotene Wahrheit
Aus dem amerikanischen Englisch von Katharina Diestelmeier
480 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473401595
ISBN-13: 978-3473401598
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Tommy Wallach: This Love has no End

Tommy Wallach: This Love has no End

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Der 17-jährige Parker hat nach dem Tod seines Vaters den Halt im Leben verloren. Er spricht nicht mehr, sondern verständigt sich, wenn er muss, über sein Notizbuch, denn die Zeichensprache versteht nicht jeder. Parkers Mutter hängt alten Erinnerungen nach und hält diese wach.

In die Schule geht Parker nicht gern. Er hält sich oft in Luxushotels auf, wo er in der Lobby die Leute beobachten kann. Mit der Zeit ist es, als würde er unsichtbar werden. Hier fällt ihm Zelda auf. Er stielt ihr Geld. Es ist sehr viel. Doch Parker muss zurückkommen, weil er sein Notizbuch vergessen hat, in dem sein Name steht. So lernt er Zelda kennen. Sie fasziniert ihn durch ihre Erscheinung, das silberne Haar und ihrer Behauptung, dass sie unsterblich sei.
Parker lässt sich auf eine Wette mit ihr ein. Dabei geht es um Leben oder Tod und noch viel mehr.

Das Buch hat mich begeistert! Es ist fantasievoll und dennoch tiefsinnig. Es geht um das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Der Autor schreibt aus der Perspektive von Parker und lässt ihn die Geschichte aus der Ich-Perspektive auf sehr persönliche Art erzählen. Ich mochte Parker sofort. Er ist unkonventionell und er versucht ehrlich zu sein. Ja, alles nehme ich ihm nicht ab, aber das ist auch nicht nötig. Die Geschichte funktioniert trotzdem.

Parker hat Probleme, die er nur durch eigene Kraft lösen kann. Das versucht Zelda ihm zu vermitteln. Falls sie tatsächlich so unglaublich alt ist, wie sie sagt, müsste sie über genügend Lebenserfahrung verfügen, Parker helfen zu können. Auch dem Leser wird so deutlich gemacht, worum es im Leben geht. So entwickelt sich Parker fast unbemerkt in seiner Persönlichkeit weiter.

Zelda bleibt ein Rätsel. Sie kann für vieles stehen. Ein bisschen Verwirrung stiftet dieses außergewöhnliche Buch also. Vielleicht hat der Autor dies beabsichtigt, um seine Leser zum Nachdenken zu bringen.

Rezension von Heike Rau

Tommy Wallach
This Love has no End
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
320 Seiten, Klappenbroschur
cbj, München
ISBN-10: 3570173968
ISBN-13: 978-3570173961
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Soman Chainani: School for God and Evil – Es kann nur eine geben (Band 1)

Soman Chainani: School for God and Evil – Es kann nur eine geben (Band 1)

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Sophie und Agatha leben in Gavaldon, einem kleinen abgelegenen Dorf, auf dem ein Fluch lastet. Niemand kommt von hier weg, der umliegende Wald ist undurchdringbar. Alle vier Jahr verschwinden zwei Kinder. Ein gutes und ein böses Kind. Man hört, dass sie von einem Schulmeister entführt werden, der eine Schule für Gut und Böse unterhält. Prinzessinnen bzw. Hexen werden hier beispielsweise ausgebildet. Sophie, die gerne eine Prinzessin wäre, würde sich nur zu gern entführen lassen. Eine Gegenspielerin hat sie auch parat. Eine perfekte Hexe sieht sie in Agatha. Nur glaubt dies nicht an den Wahrheitsgehalt von Märchen.

Tatsächlich werden die ungleichen Freundinnen entführt. Doch das Unfassbare geschieht. Sophie landet in der Schule für Böses und Agatha in der für Gutes. Die Rollen sind also vertauscht. Nun könnte man meinen, die beiden Mädchen könnten die Schule einfach wechseln, doch stellt sich das als unmöglich heraus. Dabei träumt Sophie schon von ihrem Traumprinzen, während Agatha einfach nur nach Hause zurück will. Aber es bleibt ihnen nichts übrig, als sich so gut wie geht anzupassen und währenddessen Pläne zu schmieden.

Was für eine verrückte Geschichte! Der Autor beweist eine sehr ausgefallene Fantasie. Hin und her geht es zwischen den Schulen und den beiden Freundinnen. Während Gut und Böse anfangs noch gut zu trennen sind, muss man bald erkennen, dass es enger beieinander liegt, als gedacht. Die beiden Freundinnen, die eigentlich keine mehr sein dürfen, bekommen das knallhart zu spüren. Jede macht ihre eigenen Erfahrungen. Und das wird in verschiedenen Erzählsträngen, die immer wieder ineinanderlaufen, erzählt. Hier muss man allerdings sehr achtgeben, nicht durcheinanderzukommen.

Als Leser kann man nicht erahnen, wohin die Geschichte führen wird. Denn das eigentliche Vorgehen der Schulen, wir nun durch Sophie und Agatha ausgebremst bzw. in eine andere Richtung gelenkt. Man darf sich also überraschen lassen, wer gewinnen wird, also ob das Gute oder das Böse sich durchsetzen kann.

Rezension von Heike Rau

Soman Chainani
School for God and Evil – Es kann nur eine geben (Band 1)
512 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473401277
ISBN-13: 978-3473401277
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Holly Grant: Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief

Holly Grant: Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief

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Von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Anastasia wird von ihren Großtanten von der Schule abgeholt, weil sie nicht nach Hause kann. Ihre Eltern hatten einen Staubsaugerunfall und fallen nun als Erziehungsberechtigte aus. Die Tanten sind allerdings wenig vertrauenerweckend. Tante Prim und Tante Prude erinnern an Dörrpflaumen. Dazu kommt, dass Anastasia von diesen Tanten gar nichts weiß. Sie kennt sie nicht. Mitgehen muss sie trotzdem. Die lange Fahrt mit dem Auto verschläft sie und dann ist die ehemalige Irrenanstalt St. Marter ihr neues Zuhause. Der Aufenthalt in so einer Irrenanstalt ist natürlich sehr riskant für ein Kind, auch wenn sie ehemalig ist. Deshalb wir Anastasia, zu ihrer eigenen Sicherheit selbstverständlich, nachts in ihrem staubigen Zimmer eingeschlossen. Die Tanten legen ein sehr bedenkliches Verhalten an den Tag, sodass Anastasia misstrauisch wird, was die von ihnen erzählten Geschichten betrifft. Die Gemälde von vermissten Kindern an den Wänden geben zu denken.
Und der Junge mit dem Vogelkäfig auf dem Kopf, damit er nicht beißen kann, scheint tatsächlich auch nur halb so gefährlich zu sein. Was er in aller Heimlichkeit zu erzählen hat, lässt an der Glaubwürdigkeit der Tanten zweifeln. Aber was haben die beiden eigentlich wirklich mit Anastasia vor?

Die Autorin schreibt sehr fantasievoll. Ihre groteske Geschichte gefällt mir zunächst richtig gut. Sie ist überraschend im Verlauf und wird von interessanten Zeichnungen begleitet. Die Autorin hat sich wirklich eine Menge einfallen lassen. Man hat viel Spaß am Lesen und eine leicht unheimliche Stimmung macht sich auch breit. Dann allerdings, als die Schattenkinder auf den Plan treten, wird es mir zu fantasievoll. Ich bin bereit, eine Menge zu glauben und mir vorzustellen, aber jetzt wird es zu viel. Anastasias bisheriges Leben wird komplett über den Haufen geworfen. Ihre Vergangenheit ist nichts als Lug und Trug. Die Menschen in ihrem damaligen Umfeld, sind nicht die, die sie bisher zu sein schienen. Das Geschehen wechselt plötzlich komplett in eine Fantasiewelt, die kein bisschen realistisch, dafür aber sehr skurril wirkt. Nur Kindern die hier wirklich mitgehen wollen und nichts in Frage stellen, werden also Freude an den späteren Kapiteln und dem Ende des Buches haben.

Rezension von Heike Rau

Holly Grant
Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief
Illustrationen von Josie Portillo
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
352 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3570163520
ISBN-13: 978-3570163528
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Nicola O’Byrne: Nutze dein Fantasie … aber pass auf, was du dir wünschst!

Nicola O’Byrne: Nutze dein Fantasie … aber pass auf, was du dir wünschst!

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Dem Hasen war langweilig. Er lungerte herum und wünschte sich, dass irgendetwas passieren würde. Und da erschien der Wolf und fragte, ob er helfen könne. Der Hase erzählte von seinem Unmut.

Der Wolf gab vor Buchhändler zu sein und viel über Geschichten zu wissen. So schlug er vor, sich zusammen eine Geschichte auszudenken. Der Hase wunderte sich über die Vorstellung. Er wunderte sich über die großen Ohren des Wolfes, der erklärte, dass er damit besser Geschichten hören könne, und über die großen Augen des Wolfes, mit denen er, wie er sagte, besser lesen könne. Irgendwo hatte der Hase so etwas doch schon gehört?

Der Wolf riet dem Hasen, sich keine Gedanken zu machen und begann schnell mit der Geschichte, die natürlich mit: Es war einmal… beginnen sollte. Dazu brauchte er die Fantasie des Hasen, die kräftig sprudelte und vom Wolf nur noch in die richtigen Bahnen gelenkt werden musste. Bald hatten die beiden einen Bösewicht – den Wolf. Und einen Helden – den Hasen … ein rotes Käppchen und einen Wald.

Das Buch ist ganz wunderbar gemacht. Geschichte und Bilder ergänzen sich perfekt. Und während Kinder bestimmt schnell darauf kommen, welches falsche Spiel der Wolf hier treibt, entwickelt sich das Misstrauen des Hasen sehr viel langsamer. Oder spielt er nur sehr geschickt mit? Dreht er am Ende den Spieß um?

Es dürfte ein riesengroßer Spaß für Kinder sein, die Geschichte zu verfolgen und zu erkunden, wie diese ausgeht. Ganz langsam und Schritt für Schritt wird die Handlung aufgebaut und zu den für die Geschichte relevanten Stellen geführt. Dabei wird auch mit der Schrift gearbeitet, sodass vorlesende Eltern oder Großeltern auch gut mit Geschwindigkeit und Betonung arbeiten können. Man hat direkt eine kleine Theatervorstellung vor Augen. Das erfordert natürlich Fantasie, aber genau darum geht es ja.

Rezension von Heike Rau

Nicola O’Byrne
Nutze dein Fantasie … aber pass auf, was du dir wünschst!
36 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830312253
ISBN-13: 978-3830312253
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Andreas Dierßen und Ralf Butschkow: Trecker fahrn

Andreas Dierßen und Ralf Butschkow: Trecker fahrn

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Florian lebt mit seiner Familie im Dorf Papendiek. Zur Schule geht er in Bruchshausen. Seine Mutter bringt ihn morgens mit dem Auto hin und holt ihn mittags auch wieder ab. Nach dem Mittagessen geht Florian immer zu seinem Opa, der außerhalb des Dorfes auf einem Bauernhof wohnt. Der Opa besitzt einen alten Deutz-Trecker, der auch Florina sehr gut gefällt. Es gibt noch einen roten McCormick. An dem hat der Opa den Winter über herumgebastelt. Den kann von nun an Florian haben. Arthur heißt dieser Trecker und Florian kann nun mit ihm fahren, so oft er möchte. Und so dreht Florian mit dem McCormick Runden um die Weiden. Immer schneller möchte Florian sein. Dabei hat er seinem Opa doch versprechen müssen, immer langsam und vorsichtig zu fahren!

Eines Tages fahren die beiden dann doch ein bisschen schneller, dann so schnell sie können. Auf dem Abhang zur Scheune hinunter, wird ihnen das zum Verhängnis. Sie verlieren die Kontrolle und krachen in die Scheune hinein. Florian beschuldigt Arthur, zu schnell gewesen zu sein. Und Arthur behauptet, dass Florian genau das wollte. Es kommt zum Streit. Von da an besucht Florian seinen Opa nicht mehr und Arthur springt nicht mehr an, obwohl der Opa ihn repariert hat.

Hier ist erlaubt, was in Wirklichkeit nicht geht. Das zeichnet eine schöne Fantasiegeschichte aus. Welcher Junge möchte nicht einmal mit dem Trecker fahren. Einem Trecker, der sprechen kann und wie ein Freund ist. Ein solches Abenteuer wie in einem Traum zu erleben, macht sehr viel Spaß. Und das ist das, was Kinder diesem Buch entnehmen können. In der Fantasie ist alles möglich.

Das Buch ist sehr aufwändig illustriert. Die Zeichnungen sind aussagekräftig und detailreich. Ein Beispiel: Auf dem Weg zu seinem Opa muss Florian durch ein Waldstück fahren. Man sieht wie hinter einem Baum Hase, Igel und Maulwurf Karten spielen. Es lohnt sich also für Kinder, die Bilder genauer anzusehen. Denn auch die Trecker kommen ganz groß raus. Kinder, die sich für diese Landmaschinen interessieren, werden begeistert sein.
Es ist Vorlesebuch, das Vater und Sohn gerne gemeinsam lesen werden.

Rezension von Heike Rau

Andreas Dierßen und Ralf Butschkow
Trecker fahrn
32 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311931
ISBN-13: 978-3830311935
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Jodi Moore: Das war ich nicht – das war der Drache!

Jodi Moore: Das war ich nicht – das war der Drache!

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Leon ist mit seinen Eltern und seiner Schwester am Strand. Es ist ein wunderschöner sonniger Tag. Leon baut also eine Sandburg, um sich die Zeit zu vertreiben. Dann kommt ein Drache mitsamt seinem Gepäck und zieht ein. Er macht es sich gemütlich und bewacht die Burg. Niemand wird es wagen, sie zu zerstören. Und für allerlei Kurzweil kann so ein Drache auch sorgen. Schön ist das!

Andererseits muss Leon natürlich aufpassen, dass der Drache nicht zu viel Feuer spuckt. Den Rauch dürfen die Rettungsschwimmer natürlich nicht sehen. Und auch nicht die großen Drachenspuren. Als Leon seiner Familie mitteilt, dass ein Drache in der Sandburg wohnt, glaubt ihm das keiner. Auch als der Drache die belegten Brote frisst, mit seinem feurigen Schnauben die Limonade zum Sprudeln bringt und den Schokoladenkuchen anknabbert, will niemand hören, dass das der Drache war. Niemand glaubt an seine Existenz. Niemand hat so viel Fantasie wie der kleine Leon.

„Das war ich nicht – das war der Drache!“ ist eine sehr schöne Fantasiegeschichte. In der Vorstellung des kleinen Leon wird sie lebendig. Und da können Kinder, die sich langweilen, etwas abgucken. In der Fantasie ist nämlich alles möglich. Nur übertreiben darf man nicht oder vergessen, dass es auch noch eine Wirklichkeit gibt.

Die Zeichnungen sind traumhaft schön. Die Erlebnisse von Leon zu verfolgen, macht Kindern sehr viel Spaß. Es gibt sehr viel zu sehen und Abenteuerliches zu erleben. Was ist realistisch, was ist Fantasie? Das lernen Kinder sicher schnell zu unterscheiden.
Die Figur des Drachen ist sehr gut gelungen. Dieser „unsichtbare“ Freund ist wirklich ein toller Begleiter, hat er doch allerhand Schabernack im Sinn und sorgt so für Unterhaltung. Auch die Ferienstimmung am Strand wurde richtig gut eingefangen. Geschichte und Zeichnungen gefallen ausgesprochen gut.

Rezensionen von Heike Rau

Jodi Moore
Das war ich nicht – das war der Drache!
Illustriert von Howard McWilliam
40 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311885
ISBN-13: 978-3830311881
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