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Schlagwort: Künstliche Intelligenz

S. K. Tremayne: Die Stimme

S. K. Tremayne: Die Stimme

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Jo Ferguson arbeitet als freiberufliche Journalistin vor allem von zu Hause aus. Seit ihrer Scheidung lebt sie bei einer guten Freundin. Tabitha ist mehr bei ihrem Freund, sodass Jo meist ungestört ist. Die luxuriöse Wohnung ist mit dem digitalen Sprachassistenten Electra ausgestattet. Jedes Zimmer ist vernetzt. Die Stimme hilft Jo gegen die Einsamkeit.

Doch plötzlich entwickeln die Geräte ein Eigenleben. Sie konfrontieren Jo mit einer schlimmen Begebenheit aus der Vergangenheit, die nie in ihrer ganzen Wahrheit an die Öffentlichkeit kam. Das verstört die junge Frau sehr. Die Ursache sucht sie zunächst bei sich selbst. Sie glaubt, genau wie ihr Vater damals, eine psychische Erkrankung zu entwickeln.

S. K. Tremayne schreibt auf eine sehr fesselnde Weise und er erhöht die Spannung wohldosiert. Jo ist eine intelligente junge Frau und ich nehme ihr nicht ab, dass sie sich von ihren Ängsten leiten lässt. Und doch wird es so dargestellt. So kommt es, dass Electra sie immer mehr in die Verzweiflung treibt. Sie hat Macht über die gesamte Elektronik im Haus und spukt herum. Ihre Freundin Tabitha ist eher misstrauisch als hilfreich. Sie glaubt, dass Jo mit der Technik, die nun wirklich auf dem neusten Stand ist, nicht zurechtkommt.

Diese Rundumkontrolle durch die Home Assistants ist äußerst beängstigend dargestellt. Ihr Einfluss wird stetig größer und bezieht alle Lebensbereiche mit ein. Da zieht sich spürbar eine Schlinge zu und Jo wird immer drastischer in ihrer Reaktion. Der Autor geht ganz tief rein in ihre Gefühlswelt und lässt aus all ihren Zweifeln irgendwann ganz langsam Gegenwehr wachsen.

Es wird ein ordentliches Tempo vorgelegt. Die Situation droht zu eskalieren. Es ist die Frage, ob tatsächlich Electra hinter diesem Psychoterror steckt oder jemand im Hintergrund mit gezielter Manipulation die Fäden zieht. Was geschehen wird, lässt sich kaum vorhersagen. Das Ende ist dementsprechend überraschend.

Rezension von Heike Rau

S. K. Tremayne
Die Stimme
aus dem Englischen von Susanne Wallbaum
400 Seiten, Klappenbroschur
Knaur Verlag
ISBN-10: 342622738X
ISBN-13: 978-3426227381
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Andreas Dohmen: Wie digital wollen wir leben? – Die wichtigste Entscheidung für unsere Zukunft

Andreas Dohmen: Wie digital wollen wir leben? – Die wichtigste Entscheidung für unsere Zukunft

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Es geht spürbar voran mit der Digitalisierung, auch wenn es hin und wieder Kritik an der Vorgehensweise gibt. Vieles ist leichter geworden oder komplizierter. Es kommt auf die Meinung des Einzelnen an und seine Fähigkeiten. Wie auch immer, „Wie digital wollen leben?“ ist für jeden zu empfehlen. Es ist wichtig, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen und das nötige Wissen aufzubauen.

Die Unterüberschriften zu den einzelnen Kapiteln sind als Fragen formuliert. So ist schnell herausgefiltert, was persönlich interessiert. Nun, bei mir waren es keine einzelnen Fragen, sondern das ganze Buch. Ich habe es mit großem Interesse von vorn bis hinten durchgelesen. Selbst wer bereits ein Verständnis für die verschiedenen Aspekte entwickelt hat, kann hier noch mal in die Tiefe gehen und seine Vorstellungen mit Fakten unterlegen. Was bedeutet Künstliche Intelligenz? Was ist 3D-Druck? Was versteht man unter Kryptowährung? Wo steht Deutschland mit der Digitalisierung im internationalen Vergleich? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Wie wird sich die Digitalisierung weiterentwickeln? Das sind durchweg spannende Fragen!

Andreas Dohmen weiß, wovon er spricht. Dafür steht sein beeindruckender beruflicher Werdegang. Es gelingt ihm ausgesprochen gut, selbst komplizierte Sachverhalte anschaulich darzustellen und verständlich zu erklären. Das geschieht ab und an auch mal mit einem Augenzwinkern. So überträgt sich seine Interesse für das Thema leicht auf den Leser. Vorwissen ist nicht nötig, auch wenn sicher jeder schon auf die eine oder andere Weise Bekanntschaft mit der Digitalisierung gemacht hat, und sei es nur bei der Nutzung eines PCs oder Smartphones. Deshalb gibt es viele zusätzliche Ratschläge zur Verbesserung der eigenen Datensicherheit. Sehr gut gefallen haben mir zudem die Impulse zum Nachdenken. Es geht hier um Zukunftsaussichten, Möglichkeiten und Herausforderungen, die mit der Digitalisierung zu bewältigen sind. Es ist spannend, sich damit zu beschäftigen!

Rezension von Heike Rau

Andreas Dohmen
Wie digital wollen wir leben? – Die wichtigste Entscheidung für unsere Zukunft
272 Seiten, gebunden
Patmos Verlag
ISBN-10: 3843611513
ISBN-13: 978-3843611510
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Artur Dziuk: Das Ting

Artur Dziuk: Das Ting

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Im Laufe eines Lebens sind viele Entscheidungen zu treffen. Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, lässt sich erst im Nachhinein sagen und manchmal selbst dann nicht. Was wäre, wenn es eine App gäbe, die Entscheidungsempfehlungen ausgibt, die direkt auf die eigene Person zugeschnitten sind. Linus, er ist Entwickler, hat ein Programm entwickelt, das in diese Richtung geht. So hat er seine Promotion abgebrochen, weil das Ting es so wollte. Seine Bewerbung bei Strindholm Consulting wird zum Desaster, obwohl das Ting wollte, dass er sich dort bewirbt. Aber er trifft Adam Strzela hier wieder, der durch einen Vorfall im Bewerbungsverfahren zum ehemaligen Mitarbeiter wird. Am Ting hat er seinen Anteil. Das Navigationssystem war seine Idee gewesen. Dass er diese Idee, zu seinem Vorteil und ohne Rücksicht auf Linus zu nehmen, nutzte, hat zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden geführt. Aber nun ist aus der Idee durch Linus eine App geworden, die man benutzen kann und die Linus ihn ausprobieren lässt.

Adam ist begeistert und schlägt vor ein Start-Up zu gründen mit ihm selbst als Geschäftsführer. Beide holen Nui mit ins Boot. Die introvertierte Programmiererin vervollständigt das Team. Die Anschubfinanzierung leistet ausgerechnet Kasper Strindholm, der sich von Strindholm Consulting verabschiedet hat, nachdem sein Vater ihm eröffnet hat, dass er nach seiner Pensionierung nicht ihn, sondern seine Schwester in die Geschäftsführung beruft. Der erste ernsthafte Testdurchlauf startet und Linus, Adam, Nui und Kaper verpflichten sich, jeder Aufforderung des Tings Folge zu leisten.

Es ist schon einigermaßen befremdlich, sich vorzustellen, dass eine künstliche Intelligenz Entscheidungen trifft, die man einzuhalten hat. Wo würde das hinführen, wenn man tatsächlich daran gebunden wäre? Artur Dziuk geht dieser Vorstellung nach und zeigt am Lebensweg der vier Testpersonen, was das mit den Menschen macht. Man kommt nicht umhin, zu überlegen, wie eigentlich der heutige Datensammelwahnsinn genutzt wird und wie wir beeinflusst werden, ohne es zu merken. Dahin soll ja auch das Ting gebracht werden. Der Mensch soll nicht mehr unterscheiden können, ob er selbst eine Entscheidung trifft oder das Ting.

Das Buch ist extrem spannend! Auch, weil die vier Gründer des Start-Ups so unterschiedlich sind. Nicht jeder von Ihnen wird nur vom Profitdenken gelenkt. Ich hatte aber bald den unheimlichen Eindruck, dass das Ting auch seine eigenen Interessen mit ins Spiel bringt. Mögliches und Unvorstellbares kommt zusammen. Die Persönlichkeit wird auf groteske Weise vom Ting beeinflusst. Und man beginnt zu hoffen, dass die vier Unternehmer das erkennen und noch die Kurve kriegen!

Rezension von Heike Rau

Artur Dziuk
Das Ting
464 Seiten, gebunden
Deutsche Verlagsgesellschaft, bold
ISBN-10: 3423230061
ISBN-13: 978-3423230063
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