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    Lukas Hartmann: Die Deutsche im Dorf

    Von hera | 14.Februar 2005

    Es ist das Jahr 1967 als eine Fremde im kleinen Dörfchen Tannwiler im Emmental ankommt. Eine Deutsche, genau wie die Witwe Stucki, bei der sie von nun an wohnen wird. Den drei Jungen Simon, Christian und Otto kommt sie von Anfang an unheimlich vor. Es ist schnell klar, dass diese seltsame Alte irgendetwas zu verbergen hat. Die Kinder ergehen sich in wilden Spekulationen. Ihre Beobachtungen geben ihnen Anlass zu der Vermutung, die Görres sei gar keine Frau, sondern ein verkleideter Mann. Christian glaubt gar in Görres Hitler wiedererkannt zu haben, über den die Jungen gerade einen Dokumentarfilm gesehen haben. Der Gedanke lässt sie nicht wieder los. Simon, Christian und Otto wollen die wahre Identität der Görres um jeden Preis aufklären. Ihr Jagdeifer lässt sich nicht mehr bremsen, ihre Wahrnehmung verschiebt sich. Mit unglaublichen Mitteln treiben die Jungen die alte Frau immer weiter in die Enge, bis es schließlich zur Katastrophe kommt.

    Die unglaubliche Geschichte wird aus der Perspektive Simons erzählt. Er erinnert sich als Erwachsener an die Geschehnisse von damals, als er noch ein halbes Kind war. Schon von der ersten Seite an wird der Leser gefesselt. Fasziniert spürt man das Unfassbare nahen, weiß vom Klappentext, dass die Geschichte nicht gut ausgehen wird. Mit Spannung verfolgt man, wie die drei Jungen, zwischen denen eine seltsame Verbundenheit herrscht, immer mehr aus einem Hirngespinst heraus, folgenschwere Fehler begehen. Wie vernagelt halten sie an ihrem Plan fest, blenden aus, was sie nicht hören und sehen wollen. Sie finden keinen Weg zurück in ein normales Alltagsleben. Und aufgehalten werden sie auch nicht. Die Erwachsenen mit ihrer Einstellung schüren eher noch die Neugier der Kinder. Doch niemals würde man diesen bis dahin unauffälligen Kindern so etwas zutrauen. Und auch die Jungen selbst, sind zuletzt überrascht von ihrem Tun, hatten sie sich doch „nur“ ein Abenteuer erhofft und etwas mehr Spannung im Alltag. Helden wollten sie werden.
    Der Autor schreibt mit unglaublicher Intensität und großer Ernsthaftigkeit, gewährt tiefe Einblicke in die Psyche der Kinder und ihr Verhalten in der kleinen Gruppe. Er überlässt es jedoch dem Leser, zu urteilen. „Die Deutsche im Dorf“ ist ein Buch, das hängen bleibt, das man nicht einfach nach dem Lesen ins Regal stellen kann, so packend, ergreifend und vor allem beunruhigend ist die Geschichte.

    Über den Autor:
    Lukas Hartmann ist Jahrgang 1944. Er studierte Germanistik, Psychologie und Musik, ist Schriftsteller, Journalist und Medienberater und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet. Lukas Hartmann lebt in der Nähe von Bern.

    Rezension von Heike Rau

    Lukas Hartmann
    Die Deutsche im Dorf
    302 Seiten, gebunden
    Nagel & Kimche
    ISBN: 3-312-00350-4
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