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    Raymond Federman: Eine Liebesgeschichte oder sowas

    Von Claudine Borries | 6.April 2010

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    Emigrantenschicksal einmal anders erzählt.

    Eines Tages im Februar oder März zu Beginn der fünfziger Jahre an einem regnerischen Tag in New York sehen sich zwei Menschen zum ersten Mal: ein zaghaftes Lächeln bringt sie zusammen, den aus Frankreich geflüchteten Juden Moinous, der sich nur mühsam mit Gelegenheitsarbeiten durchschlägt, und die aus einer konservativen alteingesessenen Familie aus Boston stammende Sucette. Sie ist aus ihrer Gesellschaftsklasse ausgebrochen und beteiligt sich an politischen Demonstrationen gegen die Missstände in ihrem Land.

    Nach der ersten Begegnung ist ausgemacht, dass sie sich wieder sehen werden. Gäbe es nicht die Taube Charlie, mit der sich Moinous angefreundet hat, -er wäre ganz alleine auf der Welt!

    Moinous soll schon bald die Familie in Boston kennen lernen. Für das ungleiche Paar bleibt der Besuch unvergesslich.

    Das Haus der Familie, das saturierte Benehmen der Familienmitglieder und das vornehme Ambiente mit Butler und Dienstboten versetzt Moinous in eine Art Trance, in der er alle anwesenden Familienmitglieder von den Nichten bis zur Urgroßmutter visionär entkleidet sieht und sie bei obszönen Handlungen beobachtet. Anders kann er sich diesem prätentiösen Gehabe nicht entziehen, bei dem er sich klein und erbärmlich vorkommt. Zwischen Moinous und Sucette, der er von seinen Visionen erzählt, entbrennt ein heftiger Streit. Auf die Vorhaltungen von Sucette über seine mangelnde geistige Integrität antwortet Moinous mit den treffenden Worten: “wir leben alle wie Küchenschaben in den Winkeln unserer verschrobenen Vorstellungen… schwanken hin und her zwischen Drüsenfunktionen und purer Lüsternheit, zwischen Einsamkeit und geistigem Unwohlsein“. Er fährt fort, ihr seine Ansichten vorzustellen, die von Ironie und Sarkasmus getragen direkt und ehrlich sind. Unabhängig davon treibt ihn die unstillbare Sehnsucht nach Liebe und Heimat zu ihr hin.

    Die Liebesgeschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf : Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zu einem undefinierbaren Ganzen, denn Sucette schreibt einen Roman, der den Leser überraschen wird.

    Nicht die Liebesgeschichte alleine steht im Fokus der Erzählung sondern auch das in den fünfziger Jahren von der McCarthy-Ära und vom Koreakrieg gebeutelte Amerika. Man sieht sich im Verlauf der Handlung mit einer heftigen und kritischen Analyse der amerikanischen Lebensweise konfrontiert. Witzig, immer wieder sarkastisch und mit beißendem Humor zeigt der biographisch gefärbte Roman von Raymond Federmann, wie man sich als Immigrant im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlte.  In der Liebesgeschichte wird von den Hoffnungen und Träumen erzählt, die, wie könnte es anders sein, in Enttäuschungen münden werden.

    Geistreich, witzig und brillant geschrieben, zeigt das Werk ein  ungewöhnliches in New York angesiedeltes Emigrantenschicksal. Raymond Federman ist ein großer Erzähler, der zu den amerikanischen Klassiken zählt. Der Roman wurde 1985 erstmals veröffentlich und 1986 mit dem American Book Award ausgezeichnet.

    Raymond Federman
    Eine Liebesgeschichte oder sowas
    Übersetzt von Peter Torberg
    221 Seiten, gebunden
    Matthes & Seitz Berlin
    ISBN-10: 3882216824
    ISBN-13: 978-3882216820



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    ... 4.115 Aufrufe 3 Kommentare » | Kategorie Belletristik | Tags , , , | Trackback: URL/trackback

    3 Kommentare to “Raymond Federman: Eine Liebesgeschichte oder sowas”

    1. Volker Frick meint:
      6.April 2010 at 12:08

      Weil es in dieser Besprechung auch wieder passiert ist …:
      epc.buffalo.edu/authors/federman/shoes/corrections.html
      (ein paar Worte des Autors zum Thema…:

      “Articles in Die Zeit and in Der Spiegel about author Raymond Federman […] consistently spells his name Federmann.

      When informed of the error concerning the misspelling of his name, Mister Federman shrugged his shoulders and said: The Germans always do that to my name. It’s not serious. More serious, he added, is the error SS Heinrichsohn made, on August 19, 1942, in the telex he addressed to Oberführer Eichmann and to the Commandant of Auschwitz, upon the departure of Convoy 21 from Paris (destination Auschwitz). In that telex, which listed the names and dates of birth of all the children (Convoy 21 left with 373 children under the age of 16 — 162 boys, 199 girls; the sex of 12 children could not be determined according to SS Herinrichsohn’s telex), the date of birth of my sisters were incorrectly given. The date of birth for my sister Sarah was given as 21/10/25, whereas in fact she was born 21/10/26; the date of birth for my sister Jacqueline was given as 30/9/28, whereas in fact she was born 30/8/29.

      When asked if he intended to have these administrative errors corrected, Mister Federman replied: Don’t you think it’s a bit late for that?”

    2. Claudine Borries meint:
      6.April 2010 at 15:32

      Lieber Herr Frick

      so ganz habe ich Ihren Einwand nicht verstanden , was die Geburtsdaten der Schwester betrifft. Das einmal fälschlich verwendete doppelte „nn“ ist meinerseits ein Flüchtigkeitsfehler, den ich bedauere.

      Mit freundlichen Grüßen
      Claudine Borries

    3. peter torberg meint:
      7.Januar 2013 at 19:57

      Bitte fügen Sie auch die Übersetzer der von Ihnen besporchenen übertragenen Bücher ein. Danke. PT

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