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    Jean Luc Seigle: Der Gedanke an das Glück und an das Ende

    Von Claudine Borries | 24.Juli 2014

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    In diesem Roman geht es um Erinnern und Durchhalten.

    Dem Leser wird ein Blick in eine Familiengeschichte in Frankreich im Jahr 1961 gestattet. Die Familie Chassaing erwartet den ersten Fernseher im Dorf! Alle werden sich um das Gerät versammeln, um eine Reportage über die Soldaten im Algerienkrieg zu sehen. Der älteste Sohn von Suzanne und Albert ist als Soldat in diesem Krieg. Bei Albert weckt die Reportage Erinnerungen an seine eigene Kriegsgeschichte im Zweiten Weltkrieg.

    Henri ist Suzannes Lieblingssohn, und er soll in dieser Sendung zu sehen sein. Das Paar hat noch einen jüngeren Sohn, der sich an der Grenze zur Pubertät befindet. Er ist ein Büchernarr und Einzelgänger.

    Die Familie lebt in einem Industriegebiet. Das Land wurde früher von Bauern bewirtschaftet. Albert geht seiner Arbeit in einer Reifenfabrik nach, und Suzanne führt den Haushalt und kümmert sich um Alberts alte und demenzkranke Mutter. Freudige Ereignisse sind rar. Das Feuer in der Ehe von Suzanne und Albert ist schon lange erloschen. Suzanne ist hübsch und lebenslustig und verliebt sich in einen anderen.

    In zahlreichen Szenen aus dem Alltag der Familie kristallisiert sich ihr tägliches Leben heraus. Albert findet mit seinem Sohn Gilles Kontakt zu dem pensionierten Lehrer Antoine, der in der Nachbarschaft wohnt und dem Jungen die Bücherwelt erschließt. Vielleicht kann er ihm auch bei seiner Rechtschreibschwäche helfen!

    Nachdenklich und tiefschürfend geht Jean-Luc Seigle den Gedanken der Protagonisten nach, und man erfährt, wie es innerlich um sie bestellt ist. Der intime Umgang mit dem Körper seiner Mutter löst bei Albert eine besondere Traurigkeit aus“ sie erlaubte für den Bruchteil einer Sekunde den Schleier zu zerreißen, hinter dem sich eine Wahrheit versteckt, die uns zwingt, die kleine Welt um uns herum mit einem schonungslosen Blick zu betrachten“.

    Alberts Traurigkeit überschattet das Ehe- und Familienleben. Er hat im Zweiten Weltkrieg viel gelitten. Seine Erfahrungen verdunkeln sein gesamtes Leben. Häufig denkt er an das „Schlussmachen“, und man muss besorgt sein um diesen Mann.

    Es geht um das Glück und um das Ende derer, die im Leben schwer Fuss fassen.

    Jean-Luc Seigle hat einen wunderbaren, leicht melancholischen Familienroman geschrieben. Das Ende überrascht, und war wohl ursprünglich nicht diesem Roman zugeordnet. Es verdeutlicht noch einmal den Zeitenwandel im Rückblick auf einen Krieg, den die Franzosen nicht gewinnen konnten. Das Trauma des Verlierens bleibt bei jenen, die diesen Krieg überlebt haben.

    Jean Luc Seigle
    Der Gedanke an das Glück und an das Ende
    224 Seiten, gebunden
    C.H.Beck, 2014
    ISBN-10: 3406667554
    ISBN-13: 978-3406667558
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