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    Laetitia Colombani: Der Zopf

    Von Claudine Borries | 6.Mai 2018

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    Von drei Frauen soll hier die Rede sein, die es zu unerwarteter Aufmerksamkeit bringen.

    Es geht um Smita aus Indien, Giulia aus Palermo/Italien und Sarah, ashkenasische Jüdin aus Montreal/Kanada.

    Sie leben in sehr unterschiedlichen Welten und Kulturen. Smita gehört der untersten Kaste in Indien an und muss unerhörte Erniedrigungen erdulden und schmutzigste Arbeit verrichten, um sich und ihre kleine Familie mit dem Nötigsten zu versorgen. Giulia gehört zu einer großen Familie in Italien, die fest verankert im Dunstkreis ihrer Großfamilie lebt. Ihre heimliche Liebe zu einem Inder darf nicht bekannt werden. Sie arbeitet in der Fabrik ihres Vaters, in der Perücken hergestellt werden. Sarah ist anerkannte Rechtsanwältin in einer Großkanzlei. Sie ist geschieden, hat drei Kinder zu versorgen und befindet sich im Dauerstress, ohne das je zuzugeben.

    Wie lassen sich diese drei Schicksale miteinander verknüpfen?

    Indem eine jede in ihrem Kampf um ein würdiges, freies Leben geschildert wird. Verbindendes Glied in der Kette sind die Haare der Inderinnen, die in Italien zu Perücken verarbeitet werden, um zuletzt Sarah bei ihrer Krebserkrankung Schutz vor neugierigen Blicken zu gewähren.

    Vom unvorstellbar niedrigsten Stand in Indien geht die Geschichte über Italien mit ihren Großfamilien bis nach Montreal, wo die erfolgreiche Sarah dringend nach einer passenden Perücke sucht.

    Alle drei Frauen sind den Tabus und Regeln ihrer Gesellschaftsordnung ausgesetzt, in denen die Rechte der Frauen erst in jedem Einzelfall erkämpft werden wollen.

    Laetitia Colombani hat eine schlüssige Geschichte verfasst. Mit Einfühlungsvermögen und Sinn für die Einmaligkeit einer jeden Frau, in welcher Gesellschaft auch immer sie leben.

    Der Kampfgeist einer jeden der drei Protagonistinnen gibt Kunde von den Möglichkeiten, sich aus den verschiedensten Kulturen mit ihren einschränkenden Regeln und Tabus als Frau zu befreien. Mit Spannung folgt man der Flucht von Smita mit ihrer kleinen Tochter aus ihrem Dorf in Indien, dem Weg in die Selbstständigkeit und in die Eigenverantwortung von Giulia und der Auflehnung gegenüber den mobbenden Kollegen von Sarah.

    Die Haare der Inderinnen werden zum Verkauf nach Italien in die Perückenfabrik von Giulias Familie gebraucht, und die Endverbraucherin Sarah bildet Schlusspunkt einer Geschichte, die sich mit den Schicksalen der drei Frauen aus verschiedenen Kulturen und Lebensbereichen vollendet.

    Der Debütroman von Laetitia Colombani ist sehr lesenswert, wenngleich der Titel und das Titelbild des Romans zunächst keine große Neugierde bei mir ausgelöst haben! In gutem Sinne ist das ein Emanzipationsroman.

    L.Colombani ist Filmschauspielerin und Regisseurin und lebt in Frankreich.

    Laetitia Colombani
    Der Zopf
    288 Seiten, gebunden
    S. FISCHER, 2. Auflage, März 2018
    ISBN-10: 3103973519
    ISBN-13: 978-3103973518
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