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    Graham Swift: Das helle Licht des Tages

    Von hera | 11.September 2003

    Sarah Nash hat sich zurechtgemacht. Auf dem Herd kocht das Abendessen, verströmt einen angenehmen Duft. Sie zündet eine Kerze an, wartet auf ihn, hört ihn schließlich kommen.
    Ihr Ehemann und vielleicht auch sie selbst ahnen nichts von dem, was gleich passieren wird. Doch wenig später liegt das Küchenmesser rot von Bob Nashs Blut und grün von Petersiliespuren da, wo es hingehört auf dem Küchenbrett.

    Hätte Privatdetektiv George Webb es wissen müssen? Hätte er es verhindern können? Er wusste wie es um das Ehepaar stand. Er kennt sich aus mit solchen Geschichten, es ist sein Job. Er wusste, das Bob Nash eine Affäre mit einer kroatischen Studentin hatte. Er wusste auch, dass vorbei war. Wie konnte alles nach Plan gehen und dann so aus dem Ruder laufen. Wie konnte sie zur Mörderin werden?

    Aber da wo Sarah Nash jetzt ist, nämlich im Gefängnis, ist sie wenigsten sicher, außer vor George Webb, der sich in seine ehemalige Klientin verliebt hat. Er wird warten, sie muss warten.

    „Das helle Licht des Tages“ ist eine Überraschung. Ganz langsam, fast langweilig und zu ausführlich zieht der Autor in die Geschichte, nervt mit den Gedankengängen des melancholischen Privatdetektivs George Webb, mit seinen Befindlichkeiten und Sorgen im Leben und im Job. Das Blatt wendet sich jedoch sehr schnell, plötzlich kann es gar nicht mehr ausführlich genug sein. Denn es ist faszinierend zu beobachten, wie minimale Entscheidungen ein Leben aus der Bahn werfen können, wann das Gute und wann das Schlechte im Menschen die Übermacht gewinnt, wie das Schicksal mitspielt. Der Mord selbst gerät dabei sogar in den Hintergrund. Das Drumherum interessiert. Dass es passiert ist. Eine Sekunde, in der Sarah Webb die Beherrschung verloren hat, in der sie ausgerastet ist, falsch entschieden hat und nun mit den Konsequenzen leben muss. Und George Webb hat es nicht aufgehalten, hat es nicht aufhalten können. Obwohl ihn doch so bestimmte Ahnungen gekommen sind. Aber hätte er es tatsächlich aufgehalten, wo stände er jetzt? Wäre er glücklich ohne Sarah Nash? Hätte sie seine Liebe erwidert, wenn ihr Mann nicht tot und sie nicht im Gefängnis wäre?
    Fragen über Fragen lässt das Buch offen. Viel Stoff zum Nachdenken. Diese Buch stellt man nicht einfach zurück ins Bücherregal und fängt das nächste an.

    Rezension von Heike Rau

    Graham Swift
    Das helle Licht des Tages
    Aus dem Englischen von Barbara Rojahn-Deyk
    328 Seiten gebunden
    Carl Hanser Verlag München Wien
    ISBN: 3-446-20358-3

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