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    Idylle der Hyänen

    Von hera | 25.September 2006

    Die Tote wird in einem verstaubten Schrank in der Tiefgarage gefunden. Allerdings sieht es nicht danach aus, dass die Frau auch hier unten gestorben ist. Sie wurde offensichtlich stranguliert und dann hier versteckt. Kinder haben sie durch Zufall gefunden. Polonius Fischer von der Mordkommission und seine Kollegin Liz Sinkel beginnen mit der Befragung der Anwohner. Niemand scheint die Frau zu kennen. Das lässt viel Raum für Spekulationen. Auf ein veröffentlichtes Foto meldet sich dann aber doch jemand. Die Wirtin vom „Blue Dragon“ glaubt die Frau wiederzuerkennen. Es gibt aber noch einen weiteren Anrufer und so kommt endlich Bewegung in die Sache. Die Tote heißt Nele Schubart. Sie hat eine siebenjährige Tochter. Katinka wird jedoch nicht in der Wohnung aufgefunden. Damit gewinnt der Fall an Brisanz. „Die Zwölf Apostel“, so werden die Mitarbeiter rund um Polonius Fischer genannt, legen sich ins Zeug, sortieren was von Belang ist und was nicht, setzen die Puzzlesteine zusammen. Bekannte und Verwandte werden befragt. Ein Zeuge lügt, das weiß Fischer sofort. Offenbar gibt es sogar noch eine weitere Frau, eine ehemalige Nonne, die verschwunden und möglicherweise tot ist.

    Der Krimi kommt ohne spektakuläre, actionreiche Szenen aus. Aber deswegen ist es lange noch kein ruhiger Krimi. Das Buch lebt vor allem durch die interessante Figur des Hauptkommissars Polonius Fischer. Er war einst Mönch. Das ist viele Jahre her und doch hat es ihn geprägt. So kann es schon mal vorkommen, dass er vor einer Befragung einen Psalm rezitiert. Fischer wirkt manchmal dennoch etwas herzlos. Dabei begrenzt er sein Sichtfeld nur auf das Wesentliche. Er begnügt sich nicht mit der Aufklärung eines Falles, er will hinter die Fassade sehen und begreifen, was geschehen ist. Auch andere Figuren in diesem Buch sind beeindruckend gezeichnet. Liz Sinkel zum Beispiel, die sehr naiv dargestellt wird, aber gerade dadurch Dinge hinterfragt, die anderen keine Überlegung wert wären.
    Der Fall selbst ist spannend. Besonders die Zeugenbefragungen haben es in sich. Dennoch gibt es ein paar Längen. Dafür hat der Krimi Tiefgang, was besonders an den philosophischen Überlegungen liegt, die Fischer anstellt. Man kann sich seiner Meinung anschließen oder auch nicht. Interessant ist sie allemal.

    Über den Autor:
    Friedrich Ani, geboren 1959 in Kochel am See, ist Absolvent der Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Er arbeitete als Reporter und Hörfunkautor. Friedrich Ani lebt in München. Er erhielt viele Preise, darunter zweimal den Deutschen Krimipreis für seine Romane um den Ermittler Tabor Süden.

    Rezension von Heike Rau

    Friedrich Ani
    Idylle der Hyänen
    350 Seiten, gebunden
    Paul Zsolnay Verlag, Wien
    ISBN-10: 3-552-05391-3
    ISBN-13: 978-3-552-05391-5
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