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    Der Bogen des Cellisten

    Von Claudine Borries | 3.Februar 2008

    Andromeda Romano-Lax Der Bogen des Cellisten

    Bloomsbury Berlin ISBN 3827006732

    Im Jahr 1892 wird in dem kleinen Ort Campo Seco in Katalonien ein Junge geboren. Seine Geburt verlief nicht ohne Komplikationen. Zwei seiner Geschwister helfen der Mutter, das Kind zur Welt zu bringen, denn die Amme erweist sich als unfähig bei der Geburtshilfe.

    Wie sich herausstellt, ist sein Vater im Unabhängigkeitskrieg der spanischen Kolonie Kuba gegen die Spanier ums Leben gekommen, und die Mutter schlägt sich fortan mit Näharbeiten durch. Vom gefallenen Vater kommt ein Paket mit Habseligkeiten, u.a. ein Bogen, den sich Feliu als Andenken erbittet. Feliu heißt er irrtümlich, weil bei der Eintragung seines Namens ein Fehler unterlaufen ist; die Mutter wollte ihn Feliz nennen, der Glückliche.

    Früh schon spielte die Musik in Felius’ Leben eine Rolle. Der Vater war Musiklehrer, die Mutter hatte eine schöne Stimme, und unser Held interessiert sich für das Klavier und die Geige. Als er eines Tages ein Konzert hört, in dem ein Cellist auftritt, ist es für ihn ausgemacht: dem Cello gilt seine ganze Liebe.
    Jetzt kommt der vom Vater vererbte Bogen zu voller Geltung!

    Felius Weg führt zunächst nach Barçelona.

    Bei einem originellen aber recht runtergekommenen Cellolehrer findet er mit seiner Mutter Unterkunft.
    Alberto ist Anarchist, und Feliu nimmt bei ihm Geigenunterricht.

    Eine Erzählung nimmt ihren Lauf, die Feliu auf den seltsamsten Spuren und Wegen folgt. Sie stecken voller Abenteuer und führen ihn zunächst in tiefe Armut und zuletzt zu großem Ruhm.

    Feliu verdingt sich als Straßenmusiker, ihm fällt ein Buch über Musikgenies in die Hände, und als Krönung gelangt er an die Partitur der Cellosuiten von Johann Sebastian Bach, damals noch ein unentdecktes Werk. Ihm gelingt der Eintritt ins Liceo, das Opernhaus der Stadt, und an der Decke des Saals entdeckt er den Satz: .

    Die Vorzeichen für seine Karriere als großer Musiker sind gesetzt!

    Er lernt den berühmten Pianisten El-Cerraz kennen.
    Sie konzertieren zusammen, lieben die gleiche Frau und leben in steter Konkurrenz zueinander. Auf diese Weise wird der Liebe gehuldigt, die in keinem Leben fehlen darf.

    Der Held durchläuft ein Leben, das ihn weit entfernt aus dem Dorf seiner Geburt. Es führt zu Weltsicht, Ruhm und politischem Engagement. Sein virtuoses Spiel macht das Cello als Soloinstrument einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

    Diese Passagen kann man als Hommage an den Cellisten Pablo Casals ansehen. Andere Teile gestalten mit Phantasie eine Handlung aus, deren Faden nie reißt.

    Andromeda Ramono-Lax, selber Cellistin, hat ihren Roman in Anlehnung an das Leben von Pablo Casals entworfen.

    In ihrem opulenten Werk wird die spanische Geschichte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts lebendig.
    Das reicht von der ersten zur zweiten Republik bis hin zur Diktatur des Franco Regimes.

    Die Autorin fängt die düsteren Zeiten der spanischen Kolonialkriege originalgetreu ein. Dazu schildert sie Charaktere von außergewöhnlicher Natur.
    Das spanische Königshaus ist mit allen höfischen Finessen vertreten.
    In psychologisch ausgefeilten Passagen findet man eine Parallelität zwischen Machtgehabe in der Liebe und in der Politik.

    Man konnte über A. Romano-Lax lesen, dass sie sich auf Reisen zu den geschichtlichen Orten ein Bild gemacht hat von Spanien und den wechselnden Zeiten, die das Land durchlebt hat. Sie hat die kürzlich erst erfolgten Terroranschläge in Spanien mit den Anschlägen von Terror und Tod in ihrer Erzählung nachempfunden.
    Atmosphärisch kompetent erzählt sie ihre Geschichte.
    Die beschriebene Künstlerkarriere ist untrennbar mit der politischen Entwicklung des Jahrhunderts verbunden und spart auch die vielen Namen von Künstlern nicht aus, die sich auf der Flucht vor den Nazis in Südfrankreich wiederfanden.

    Andromeda Romano – Lax hat sich viel vorgenommen, indem sie fast ein ganzes Jahrhundert um das Porträt des Künstlers politisch mit erstehen ließ. Es ist ihr gelungen!

    Rezension von Claudine Borries

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