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    Melitta Breznik: Der Sommer hat lange auf sich warten lassen

    Von Claudine Borries | 14.November 2013

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    Rückblicke auf ein langes Leben.

    Der vorliegende Roman von Melitta Breznik beschwört noch einmal Erinnerungen und Gegenwart einer Zeit, in der Kriege das Leben beeinträchtigten, und zahlreiche Familien an den darauf folgenden inneren und äußeren Konflikten zerbrachen.

    Die Erzählung beginnt leicht melancholisch mit der Rückschau der 90-jährigen Margarethe auf eine gemeinsame Wohnkommune in Basel, in der sie sich mit ihrem zweiten Mann und einigen Freunden wohlgefühlt hat. Doch der Herbst des Lebens ist vorbei: nachdem fast alle Mitbewohner gestorben oder zu ihren Kindern gezogen sind, blieben nur Paul und Margarethe übrig. Sie konnten das große Haus nicht halten und mussten ins Altenheim umziehen. Diese Endgültigkeit ohne Zukunft eröffnet den Weg zu den Erinnerungen, in denen Margarethe nun spät noch versuchen will, Klarheit in ihr Leben und das ihrer Tochter Lena zu bringen.

    Die alte Dame beschließt, sich heimlich aus dem Altersheim auf eine Reise zu begeben. Sie will sich mit ihrer Tochter in Frankfurt/ M treffen. Zwischen ihnen schwelten seit Jahren unausgesprochene Konflikte. In ihren Erinnerungen, die nur langsam kommen und dennoch nachdrücklich auf ihrer Reise im Zug nach Frankfurt noch einmal zur Gegenwart werden, kann Margarethe ihrer ersten Ehe mit Max gedenken. Der Zweite Weltkrieg beherrschte ihr gemeinsames Leben über lange Jahre. Die Folgen sowohl des Ersten wie besonders des Zweiten Weltkriegs überschatteten ein Familienglück, von dem sie alle einst geträumt hatten.

    Die Lebenserinnerungen von Margarethe stehen zwar im Fokus. Doch auch Max und Lena kommen zu Wort. Aus verschiedenen Perspektiven werden Geschichten wiedergegeben, deren Kapitel mit Jahreszahlen versehen sind. Aus ihnen kann man ersehen, wessen Geschichte jetzt gerade im Fokus steht. Jede/ jeder hat naturgemäß subjektive Eindrücke, die nicht immer in Überseinstimmung mit denen der anderen sind.

    Nach einer unruhigen Kindheit gab es für Max im Zweiten Weltkrieg Ereignisse in seinem Soldatenleben, die ihn nie mehr wirklich froh werden ließen. Auch Margarethe musste Erfahrungen machen, die sie lieber verdrängt hat als je daran zu rühren. Lena war die Leidtragende, die mit den Hypotheken ihrer Eltern, die unbewusst ihr Leben beschwerten, zurechtkommen musste.

    In dem Bestreben, sich mit ihrer Tochter über Ungesagtes und Kränkendes zu versöhnen, tritt sie ihre Reise an.

    Nicht immer ist einem klar, an welchem Ort die erinnerten Episoden gerade spielen. Einmal befinden wir uns in Deutschland, ein anderes Mal in Österreich oder London und in der Schweiz.

    Melitta Breznik kann mit dem Sichtwechsel ihrer Hauptfiguren jedem gerecht werden. Sie macht auf diese Weise verstehbar, warum der/ die eine oder andere in ihrem Leben so und nicht anders handeln konnte. Kriegserlebnisse durchziehen den Roman von Beginn bis zum Ende. Anhand von M.Brezniks Erzählung werden uns noch einmal die schrecklichen Kriegsereignisse mit ihren Folgen nahegebracht. Familien wurden damals zerrissen, und seelische Wunden blieben ungeheilt. Die allgemeine Bedrückung verhinderte auf Jahre hinaus in zahlreichen Familien ein normales  Familienleben.

    In ihrem neuen Roman zeichnet Melitta Breznik sensibel und empfindsam die Lebenswege ihrer Protagonisten nach. Das Ende war nicht immer gut, doch mit einer versöhnlichen Geste zeigt sie zuletzt, dass Leben sind wie sie sind, und man mit den eigenen Erfahrungen leben lernen muss.

    Melitta Breznik
    Der Sommer hat lange auf sich warten lassen
    256 Seiten, gebunden
    Luchterhand Literaturverlag, September 2013
    ISBN-10: 3630873987
    ISBN-13: 978-3630873985
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