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    Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind

    Von Claudine Borries | 22.März 2016

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    Wie mag es sich anfühlen, wenn man als Kind aus Saudi- Arabien nach Deutschland verpflanzt wird?

    Das ist das Thema des neuen Romans von Rasha Kayat.

    Rasha Khayat nimmt uns mit in eine Saudi-Arabische Familie, in der es zauberhaft, bunt und blumig zugeht. Der große Clan der Familie mit fast unüberschaubaren Familienzweigen bietet einen Eindruck vom Leben in einem Land, das uns fern und fremd ist. Doch die beiden Hauptfiguren, Layla und Basil, müssen sich entscheiden, welchem Leben sie den Vorzug geben wollen.

    Barbara, die Mutter von Layla und Basil, hat als deutsche Krankenschwester den Saudischen Arzt Tarek geheiratet. Zunächst leben sie in seiner Heimat, um dann eines Tages nach Deutschland umzusiedeln. Die Kinder gehen in Hamburg in die Grundschule. Tarek will in Deutschland eine Facharztausbildung machen.

    Gab es womöglich auch politische Gründe für den Umzug nach Deutschland?

    Die Kinder wurden nicht gefragt und sind zunächst einigermaßen sprachlos, als die in der nun neuen Umgebung in die Schule gehen sollen und aus dem Urlaub nicht nach Saudi-Arabien zurückkehren werden.

    Nach dem frühen und unerwarteten Tod des Vaters muss seine Frau Barbara sehr bald schon das Leben der Familie in ihre Hände nehmen.

    Wir erfahren nicht viel über die Vorgeschichte, denn zwanzig Jahre nach der Auswanderung entschließt sich Layla, nach Saudi-Arabien zurückzukehren und einen Saudischen Mann zu heiraten. Basil kommt zur Hochzeit. Weder seine Mutter noch er selbst verstehen so recht, warum sich Layla auf dieses Abenteuer einlässt. Schließlich erwartet sie dort ein Leben nach den strengen Regeln Saudischer Gesetze. Und das, obwohl sie ein Freigeist und ungläubig ist.

    Mit zarten Tönen, einer wunderbar poetischen Erzählweise und dem Nymbus traditionsgebundener Saudis bezaubert uns Rasha Khayat mit ihrer Geschichte, die fast wahr zu sein scheint. Man fühlt sich als Leser fasziniert von den orientalischen Gebräuchen, der Vielfarbigkeit des Lebens und der Landschaft mit ihren Gerüchen und der flimmernden Hitze. Das ferne Deutschland erscheint dagegen zwar politisch freizügig dabei aber ärmlich und nüchtern. Warum aber wagt Layla diesen Spagat aus einer Heimat, in der sie zuletzt wohnte, hin zu den Wurzeln ihrer Geburt?

    Sie hat beide Lebenswelten kennen gelernt und entscheidet sich für die Arabische.

    Die Schilderungen von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft in der großen arabischen Familie ist hinreißend und macht plausibel, warum es jemandem dort gefällt.

    In diesem Roman kann man erfahren, dass die äußere und innere Wärme des Lebens in Saudi-Arabien so bestrickend sein kann, dass man dafür das trübe, oftmals graue und nüchterne Leben in Deutschland aufgeben möchte. Und Layla hat sich dazu entschieden!

    Die Geschichte ist wertfrei und treffend in der feinen Beobachtung der lebhaften Gewohnheiten in Saudi-Arabien.

    Eine wunderschöne Erzählung erwartet den Leser. Das ist kein dumpf verschlossenes Leben hinter Mauern, sondern eines, das von Liebe, Zuwendung, Heiterkeit und Lebensfreude zu berichten weiß.

    Rasha Khayat
    Weil wir längst woanders sind
    192 Seiten, gebunden
    DuMont Buchverlag, März 2016
    ISBN-10: 3832198148
    ISBN-13: 978-3832198145
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