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    Jean-Philippe Blondel: Ein Winter in Paris

    Von hera | 31.Oktober 2018

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    Victor studiert am Lycée D. Paris in der Vorbereitungsklasse. Er stammt aus einfachen Verhältnissen und ist froh, nun ein eigenes Leben zu haben. Doch es fällt ihm nicht leicht, dem Druck standzuhalten. Das Studium überfordert in. Dazu kommt, dass er kaum wahrgenommen wird. Freunde findet er nicht, dabei sehnt er sich nach Halt und Austausch. Aber vielleicht lässt sich mit Mathieu etwas aufbauen. Hin und wieder eine Zigarette zusammen zu rauchen, könnte der Anfang einer Freundschaft sein, auch wenn Mathieu einen Kurs unter ihm ist. Victor nimmt sich vor, ihn zu seinem Geburtstag einzuladen.

    Doch soweit kommt es nicht. Mathieu stürmt nach einem Vorfall aus dem Klassenraum und springt über das Geländer. Victor sieht ihn am Boden liegen und kann es nicht fassen. Nur langsam realisiert er, was geschehen ist.
    Auch wenn beide sich kaum kannten, wird er nun als Freund des Opfers für die anderen sichtbar. Mathieus Vater kommt nach Paris. Er will wissen, was geschehen ist und hofft darauf, dass Victor ihm helfen kann.

    Das Buch ist sehr ergreifend. Es geht nicht so sehr um Mathieu und die Gründe für seinen Selbstmord, auch wenn das starre Schulsystem zusammen mit dem tyrannischen Lehrer Clauzet zur Sprache kommt. Vielmehr ist Victor die Hauptperson. Er lernt Mathieu erst nach dessen Tod besser kennen. Er wird erst jetzt zu einem Freund, so seltsam das klingt. Victor ist verstört und angreifbar, wie sollte es auch anders sein? Dadurch gelingt es Mathieus Vater Patrick Lestaing ihn für sich zu instrumentalisieren. Vielleicht geschieht das nicht bewusst. Aber Victor ist der Einzige, der ihn seinem Sohn noch einmal näher bringen kann. Er hat viel versäumt als Vater.

    Die Geschichte wird im Rückblick erzählt. 30 Jahre sind vergangen, aber nichts ist vergessen. Das bietet viel Raum für Interpretationsmöglichkeiten. Der Schluss im Buch ist kein Ende. Es lässt den Leser zurück mit seinen Gedanken über das eigene Leben. Die melancholische Atmosphäre bleibt. Die Geister der Vergangenheit bleiben. Das Buch ist sehr traurig und doch auch melancholisch schön und anrührend.

    Rezension von Heike Rau

    Jean-Philippe Blondel
    Ein Winter in Paris
    Aus dem Französischen von Anne Braun
    192 Seiten, gebunden
    Deuticke Verlag
    ISBN-13: 978-3552063778
    ISBN-10: 3552063773
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