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    Matthias Brandt: Blackbird

    Von Claudine Borries | 23.August 2019

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    Matthias Brandt zeigt uns in seinem neuen Roman, wie es aussieht, wenn Jugend langsam ins Erwachsenenalter wechselt.

    Morton ist 15 Jahr alt. Man hat in diesem Alter in der Schule häufig Spitznamen. Er heißt Motte und bekommt eines Tages einen Anruf vom Vater seines guten Freundes Bogi, eigentlich Manfred Schnellstieg. Er hört, dass Bogi krank ist, sehr krank sogar. Bogi liegt im Krankenhaus und hat eine Angst erregende Therapie vor sich. Motte ist noch gar nicht bereit, sich auf dieses Neue in seinem Leben einzulassen. Er will weiterleben wie bisher, aber so geht das nicht, denn auch seine Eltern planen Veränderungen; Trennung, Wohnungssuche und so vieles mehr.

    Matthias Brandt erzählt so, als wäre er dieser Junge. Er wählt die Ichform beim Erzählen. Die Gedanken und Sätze seines Denkens, seine Beobachtungen und die Sprache sind echt dem nachempfunden, was einen Fünfzehnjährigen so umtreibt. Da gibt es Mitschüler und Mitschülerinnen, über die er sich auslässt. Und er sieht Jaqueline an sich vorbeirauschen. Die erste Liebe scheint sich anzubahnen!
    Seine Aussagen sind ganz dem Sprachgebrauch und etwas schnodderigen Aussprüchen eines Jungen von 15 Jahren abgeschaut.

    Gelungen folgt man den verschlungenen Wegen eines Jungen, der auf der Suche ist nach dem, was für ihn in seinem Leben wichtig ist. Nicht der Welt der Eltern und Lehrer gilt sein Augenmerk. Sie sollen ihr eigenes Ding drehen und ihn damit in Ruhe lassen.
    Erste Berührung mit Alkohol und den entsprechenden Folgen als Ausdruck der Initiation zur Erwachsenenwelt findet statt.
    Die Sprache bleibt die ganze Zeit rau, “cool“ würde die heutige Jugend sagen. Man zeigt keine Gefühle und will auch keine entgegennehmen. Doch sie schauen in bestimmten Situationen um die Ecke und sind gerade in ihrer unterdrückten Form sehr ausdrucksstark.

    Motte wechselt mit wachen Augen seine Standorte, feiert Erfolge und erlebt die Unsicherheit der ersten Liebe. Im Hintergrund lauert immer der nahende Tod in Gestalt seines Freundes Bogi. Wie er sich windet, dessen Leben auszuweichen und doch ergriffen wird von der Unausweichlichkeit der fortschreitenden Krankheit des Freundes, das wird sehr real in den Fokus genommen.

    Ein wenig gemahnt die Diktion dieses Romans an den ersten Geschichtsband von Matthias Brandt,„Raumpatrouille“, mit dem er Furore machte. Waren es doch die Erinnerungen eines Jungen, der sich neben den Aufregungen und öffentlichen Auftritten seiner Eltern, dem ehemaligen Kanzler Willy Brandt und seiner Frau Ruth, einen eigenen Weg im Abseits suchte, wo er aufwachsen und gedeihen konnte.

    Auch dieser Roman ist ansprechend, wenn sich auch gewisse Längen zeigen. Man kann ihn dennoch guten Herzens empfehlen.

    Matthias Brandt
    Blackbird
    288 Seiten, gebunden
    Kiepenheuer & Witsch, August 2019
    ISBN-10: 3462053132
    ISBN-13: 978-3462053135
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