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    Ursula Ott: Das Haus meiner Eltern hat viele Räume

    Von Claudine Borries | 23.September 2019

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    In diesem Buch des Abschieds und der Erinnerungen kann sich sicher jeder in irgendeiner Weise wiederfinden, der seine alten Eltern ins betreute Wohnen oder in ein Altersheim verabschieden muss.

    Die Eltern der Autorin gehörten zur Nachkriegsgeneration, in der noch sehr andere gesellschaftliche Vorstellungen über die Regeln des Zusammenlebens herrschten als in der Welt ihrer Kinder, die zu Beginn der sechziger Jahre geboren wurden. 

    Als die Mutter der Autorin nach dem frühen Tod des Vaters zusehends älter wird und zu vereinsamen droht, fassen ihre Töchter und sie selber den Entschluss, in ein betreutes Wohnen umzuziehen. Da die Töchter beruflich und familiär in weit entfernte Städte gezogen sind, ist der Besuch und die Betreuung der Mutter schwierig geworden.

    Sie wird vom Bodensee nach Stuttgart ziehen. Der Entschluss ist gefasst, doch bis der Umzug erfolgen kann, müssen alle das Haus ausräumen. Mit diesem Vorgang befasst sich die Autorin in ihrem vorliegenden Büchlein.
    Jedes Blatt, jedes Bild und jedes Möbelstück, wird auf seine Verwertbarkeit begutachtet. Was will man behalten, was soll entsorgt werden, was kann man verschenken oder verkaufen?

    Und natürlich sind alle Gegenstände mit Erinnerungen verbunden.
    Ursula Ott versteht es vorzüglich, das Design der Dinge, seien es Wohn- oder Küchenmöbel, Teppiche oder praktische Geräte, mit dem Geschmack der sechziger und siebziger Jahre in Verbindung zu bringen, so dass fast eine kleine Geschichte familiären Lebens entstanden ist.
    Melancholie und gelegentlich sogar Tränen lassen den Abschiedsgedanken aufkommen, der das Haus und sein Inneres mit der Aufgabe des Schutzes früherer Jahre in Verbindung bringt. 

    Hoch reflektiert und talentiert zeigt die Autorin, dass es sich so leicht anhört: „ins Heim gehen“, doch in Wahrheit ist das ein langer Prozess. Die Familie löst diesen Konflikt blendend, in dem sie der Mutter ein Jahr für den endgültigen Abschied gewährt. So lange dauert die Auflösung des elterlichen Haushalts, und so lange bleibt Mutter noch die Besitzerin des Hauses.

    Ursula Ott hat ein anrührendes und zu Herzen gehendes Stück eigener und allgemeiner Zeitgeschichte verfasst.
    Es ist ein sehr lesenswertes Erinnerungsbuch für Menschen, die Abschied von den Wurzeln des Zuhauses in irgendeiner Weise ja alle erleben werden. Zu Kriegszeiten gab es keine Muße des Abschieds, alles geschah schnell und überrannte die Menschen. Heute in unserer langen Friedenzeit darf man sich diesem Geschehen mit der notwenigen Zeit und Besinnung überlassen. Ursula Ott hat alles gekonnt in ihren Gedanken und mit ihren Worten zusammengefasst. 

    Sehr lesenswert!

    Ursula Ott
    Das Haus meiner Eltern hat viele Räume
    192 Seiten, gebunden
    btb Verlag, März 2019
    ISBN-10: 3442758246
    ISBN-13: 978-3442758241
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