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Autor: hera

Die 13 Gartenplagen

Die 13 Gartenplagen

Zu den dreizehn Gartenplagen gehören außerdem Dickmaulrüssler, Maulwurf, Blattkäfer & Co., Raupen, Spinn- und Gallmilben, Nematoden, Insektenlarven im Boden, Ameisen, Maulwurfsgrillen und Feuerwanzen. Manchmal treten sie in gehäufter Form auf und aus dem Ärgernis wird ein echtes Problem, das die Pflanzen im Garten im Übermaß schädigt. Guter Rat ist dann gefragt.

Der Autor stellt die Plagegeister zunächst in Wort und Bild vor, damit jeder Gartenbesitzer weiß, mit was er es überhaupt zu tun hat. Es ist natürlich wichtig, die Schädlinge sicher zu bestimmen und die Schäden, die sie verursachen richtig einschätzen zu können. Feuerwanzen sind zum Beispiel viel harmloser, als man glaubt, so imposant sie auch aussehen. Bei der Jagd auf vermeintliche Gartenplagen wie den Maulwurf kann man sich sogar strafbar machen, denn der ist nach Bundesartenschutz-Verordnung in Deutschland geschützt.

Dargestellt werden im Buch nun vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen. Zu den bekämpfenden Maßnahmen gehört dort, wo es geht auch ein mechanische Bekämpfung wie das Absammeln oder der Bau einer Barriere. Erwogen wird zunächst auch immer eine biologische Bekämpfung zum Beispiel durch den Einsatz von Nützlingen, wo immer es möglich ist. So ist der Igel ein Schneckenjäger und er kommt gerne in den Garten, wenn man die Vorrausetzungen dafür schafft. Immer beliebter werden auch die Indischen Laufenten. Auch die chemische Bekämpfung will gut überlegt sein. Der Autor schildert Vor- und Nachteile einiger sehr drastischer Methoden, die aber manchmal unumgänglich scheinen, um den Garten vor großem Schaden zu bewahren.

Das Buch, so dünn es auf den ersten Blick scheinen mag, ist ein sehr umfassender Ratgeber. Schnecke, Wühlmaus & Co. werden in ausführlichen Porträts mit den genauen Schadbildanalysen vorgestellt. Man lernt also auch die Biologie und Lebensweise der Schädlinge kennen, was sehr wichtig ist. Zum Rundumschlag wird nicht ausgeholt. Zunächst wird die Situation im Garten umfassend und vor allem realistisch bewertet.
Man erhält eine echte Entscheidungshilfe, was bei welchen Schädlingsbefall zu tun ist und kann so mit Vorbeugemaßnahmen, mechanischen, biologischen oder chemischen Mitteln und Maßnahmen gegensteuern. Als Leser fühlt man sich mit den vielen Ratschlägen im Buch sehr gut unterstützt.

Über den Autor:
Thomas Lohrer ist Diplom Gartenbauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau, Institut für Botanik und Pflanzenschutz in Weihenstephan.

Rezension von Heike Rau

Thomas Lohrer:
Die 13 Gartenplagen. Schnecke, Wühlmaus, Blattlaus & Co.
128 Seiten, broschiert, 87 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5082-3
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Der Isabell-Faktor

Der Isabell-Faktor

Wie jedes Jahr wollte Anna zusammen mit Zoe ins Ferienlager fahren. Dieses Jahr sollte es etwas anderes werden. Die Mädchen würden Betreuerinnen in Ausbildung sein. Doch Zoe bricht sich bei der Rettung eines Kätzchens, so die beschönigte Version, den Arm.
Anna kann sich die Ferien nicht ohne ihre Freundin vorstellen. Sie springt aber über ihren eigenen Schatten und fährt trotzdem. Sie trifft auf bekannte Gesichter wie Jennifer, Benita und Charmaine, aber auch auf neue. Die Mädchen verstehen sich ganz gut. Nur Jennifer ist skeptisch, sie meint, dass Isabell keinen Teamgeist hat und Ärger machen könnte. Die unterschiedlichen Mädchengruppen werden nämlich durch ein Punktesystem in ihrem Verhalten, ihrem Auftreten, ihrem Sportsgeist und ihrer Teamfähigkeit bewertet.

Ins Camp Stillwater kommen die Kinder um Kajak zu fahren zu schwimmen, zu tauchen und zu segeln. Karim, der früher selbst als Kind hier die Ferien verbracht hat, kümmert sich nun als Schwimmtrainer um den Nachwuchs. Ihn sieht Anna dieses Jahr mit anderen Augen. Sie wird seine Assistentin. Unter den Kindern, die schwimmen lernen wollen, ist auch Isabell. Sie, die nun auch Betreuerin ist, will ihre Angst vor dem Wasser überwinden.
Jennifer ist weiter beunruhigt. Sie glaubt, ihre Gruppe würde bei den Wettkämpfen am Ende des Ferienlagers verlieren. Annas Einwände lässt sie nicht gelten. Sie sieht den Isabell-Faktor als Grund für ein mögliches Scheitern.

Im Buch geht es ums Erwachsenwerden, einer Zeit in der sich viele Mädchen umorientieren, sich Freundschaften verlieren und neue entstehen. Der Aufenthalt im Ferienlager ist als Wendepunkt anzusehen, das streicht die Autorin heraus. Sie beschreibt das zeitlich befristete Zusammenleben der jugendlichen Mädchen sehr genau, streicht ihre Gefühle sehr behutsam heraus. Es ist eine Art Selbstfindung, die man hier miterleben darf. Dabei nimmt die Autorin Jugendliche sehr ernst und trotzdem hat das Buch auch Humor. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Man fühlt sich direkt mit hineinversetzt in die Mädchengruppe. Die auftretenden Probleme kennt wohl jeder im Alter der Zielgruppe, die die Autorin mit ihrem Buch anspricht. Das Buch bietet, mit seiner Botschaft, ein Stück weit Orientierung. Und es liest sich ganz wunderbar.

Rezension von Heike Rau

Gayle Friesen
Der Isabell-Faktor
273 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN: 978-3827052018
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Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation

Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation

Rosenberg erzählt in diesem Gespräch wie er dazu kam, sich mit Gewalt und Aggressionen auseinander zu setzen. Seine von ihm daraufhin entwickelte Konfliktklärungsmethode wird genau erklärt. Nach seiner Meinung entsteht Gewalt immer dann, wenn Menschen sich in ihren Grundbedürfnissen eingeschränkt fühlen.
Rosenberg zeigt, wie man im Falle von Problemen handeln sollte. Dabei kommt es darauf an, das eigene Verhalten und die Bedürfnisse genau zu hinterfragen. Rosenberg zeigt, wie man Gefühle, wie Wut, Ärger und Frust in den Griff bekommt, nachdem man die Ursachen dafür erkannt hat. Dabei werden die üblichen Denkprozesse bewusst gemacht, hinterfragt und die daraus resultierende Handlungsmuster unterbrochen. Der Blick für die eigene Wahrnehmung wird geschärft.
Im Gespräch werden Aspekte wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Menschlichkeit und Sozialverhalten, Recht und Unrecht genau analysiert. Die Gesprächspartnerin Gabriele Seils fragt immer wieder nach und stellt ihre Meinung dar, auf die dann Rosenberg entsprechend seinem Konzept reagiert.
Rosenberg spricht aber auch über seine Erfahrungen. Er nennt viele Beispiele und erzählt Geschichten.

Man kann dem Autor, Psychologen und Konfliktmediator sicher nicht in jedem einzelnen Aspekt den Methoden der Gewaltfreien Kommunikation zustimmen. Aber im Großen und Ganzen ist das Hörbuch doch eine große Hilfe im täglichen Miteinander. Die Gewaltfreie Kommunikation bezieht sich ja schon auf Alltagsprobleme beispielsweise in der Ehe oder bei der Kindererziehung. Der Autor fordert vom Zuhörer Mitarbeit ab. Aber wenn man etwas verändern will, dann sind bestimmte Denkprozesse und Einsichten nötig und die bringt Rosenberg in Gang. Er zeigt sehr genau, wie seine Konfliktklärungsmethode funktioniert. Dabei berichtet er von Erfahrungen, die er beispielsweise in Workshops gemacht hat, wie er Menschen überzeugt hat, durch Respekt, Neugier und Mitgefühl, sich der Gewaltfreie Kommunikation zu verschreiben und sie in die Gesprächsführung zu integrieren.
Im Dialog mit der Journalistin und Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation Gabriele Seils kristallisieren sich seine Botschaften noch ein wenig deutlicher heraus.

Rezensionen von Heike Rau

Marshall B. Rosenberg
Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation
Im Gespräch mit Gabriele Seils
Sprecher: Ulrike Hübschmann und Thomas Hollaender
4 CDs, 331 Minunten
Herder und steinbach sprechende bücher
ISBN: 978-3886989232
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Andrea Göpel: Mein Garten – Kleine Gärten ganz groß

Andrea Göpel: Mein Garten – Kleine Gärten ganz groß

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Kleine Gärten ganz groß“ ist das Begleitbuch zur Ratgebersendung „Mein Garten“ bei RTL. Hier wird der Beweis angetreten, dass ein kleiner Garten keineswegs beengt oder langweilig sein muss. Mit der richtigen Planung wird auch aus Gärten, die weniger als 200 Quadratmeter haben ein kleines persönliches Paradies. Natürlich finden die entsprechenden Vorlieben der Besitzer Beachtung.

Wie man den kleinen Garten plant, wird im Buch genau erklärt. Die Wünsche aller Familienmitglieder stehen dabei im Vordergrund. Im Buch werden entsprechende Vorstellungen umgesetzt. Damit man sich ein Bild davon machen kann, wie das aussieht, werden Bilder gegenübergestellt, die den Garten vor und nach den Umbaumaßnahmen zeigen. Dann geht es auch schon ins Detail. Der neu anzulegende Garten wird genau beschrieben und anhand eines Gartenplanes gezeigt. Nun geht es an die Umsetzung, die Schritt für Schritt erklärt wird. So kann man sich ein genaues Bild von den anstehenden Arbeiten machen und abschätzen, wie weit das eigene handwerkliche Geschick reicht, um die Arbeitsanleitungen ausführen zu können.

Gut gefällt an dem Buch, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist, ob man nun einen Spielplatz für die Kinder haben möchte, einen schönen Platz zum draußen sitzen, ob man es lieber bunt mag oder eher pflegeleicht, ob man lieber einen Küchengarten möchte oder einen Garten mit Wasserbecken für Goldfische und Wasserpflanzen.
Die Erklärungen sind sehr ausführlich gehalten, gehen aber gerade bei den handwerklichen Arbeiten nicht ins Detail, auch wenn es viele Tipps gibt. Es geht um die Vermittlung von Ideen. Als Hobbyhandwerker ist man klar im Vorteil und wird kaum Probleme bei der Umsetzung haben. Aber genau für diese Zielgruppe ist das Buch ja auch gedacht.
Gut ist auch, dass immer beschrieben wird, wie bestimmte Gartengestaltungen wirken und welche Pflanzen für verschiedene Ansprüche man setzen muss oder wie man für schöne Blickfänge sorgen kann. Für sich entdecken kann man auch viele Details, wie etwa das Bett im Freien, das Spielhäuschen, die Rasenfläche, die man nicht mähen muss oder auch den Glücksbrunnen. Dazu gibt es viel Tipps zu Deko-Elementen oder Lichtakzenten für den Abend.
Gestaltet ist das Buch sehr ansprechend und übersichtlich. Es gibt viele Fotos, Zeichnungen und Pläne. Dazu kommt, dass das „Mein Garten“-Team mit seinen Gartenideen wirklich überzeugt und auch motiviert, den eigenen Garten umzugestalten.

Rezension von Heike Rau

Andrea Göpel
Bernd Franzen
Michael Penners
Mein Garten – Kleine Gärten ganz groß
144 Seiten, broschiert
Egmont vgs
ISBN: 978-3802536083
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Die geheime Königin

Die geheime Königin

Mitten in der Nacht wird Isabelle von ihrem Vater Antoine Bohier aus dem Bett gerissen. Er verspricht ihr eine weite Reise in ein anderes Land und damit ein Abenteuer, das ihr gefallen würde. Die Kleine will nicht fort, liegt doch hier ihre Mutter begraben. Aber es geht um Leben oder Tod.

Zwölf Jahre später, Isabelles Herkunft ist nicht mehr nachvollziehbar. Sie gilt nun als Witwe des Diplomaten Michel de Valmy. Aus der jungen Frau ist eine Spionin geworden, die ihren wahren Glauben verleugnen muss, aus der Protestantin ist zum Schein eine Katholikin geworden. Für die Favoritin des Königs hat sie sich unentbehrlich gemacht. Diane de Poitier, die Mätresse Heinrich des II, hat gefallen an ihr gefunden. Sie ahnt nicht, dass Isabelle auf Rache sinnt, denn Diane war es, die für die Vertreibung der Familie Bohier von Schloss Chenonceau gesorgt hat.
Dennoch ist es für Isabelle nicht leicht, die Pläne des Königs auszuspionieren, auch wenn sie sich im Schloss, aufgrund ihrer Vergangenheit wie keine andere auskennt.
Eines nachts trifft sie auf ihren Streifzügen in der Bibliothek, auf der Suche nach einem wichtigen Dokument, auf einen Fremden. In der Dunkelheit kann sie ihn nicht erkennen und auch ihm entgeht, dass er nicht die erwartete Frau vor sich hat. Das wird ihm erst später klar. Um die Situation zu retten, spielt Isabella das Spiel ein Stück weit mit und gibt sich für die andere aus. Später erfährt sie, dass es sich um den Comte de Montgommery handelt, der ausgerechnet ein treuer Ritter des Königs ist. Er kommt sehr schnell hinter das Geheimnis ihrer Herkunft und glaubt, dass sie möglicherweise eine Agentin der Reformationsbewegung ist. Eigentlich müsste er sie schon auf den Verdacht hin der Inquisition übergeben. Doch er hat sich in die junge Frau verliebt.

„Die geheime Königin“ ist ein spannender historischer Roman. Schwierige politische und gesellschaftliche Hintergründe werden hier sehr anschaulich dargestellt. Die Geschichte gewinnt dadurch. Im Vordergrund steht die Spionagetätigkeit Isabelles, die aber sehr naiv und blauäugig versucht, ihre Arbeit zu machen und dadurch auch bald entdeckt wird. Zu ihrem Glück vom Comte de Montgommery, der sich Hals über Kopf in sie verliebt und ihre wahre Identität nie preisgeben würde. Außerdem hütet er selbst ein Geheimnis.
Die bewegende Liebesgeschichte wird sehr romantisch bis hin ins Kitschige dargestellt und erweicht damit sicherlich die Herzen der Leserinnen. Diese hat die Autorin sicherlich auch eher als Leser als Zielgruppe im Sinn.
Das Buch liest sich gut. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Längen gibt es fast keine, so dass man wunderbar unterhalten wird.

Rezension von Heike Rau

Michaela Jary
Die geheime Königin
459 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746622927
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Es war einmal ein Schiff

Es war einmal ein Schiff

Archäologische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse zusammengenommen lassen interessante Einblicke in die Vergangenheit zu. Mit ein bisschen Fantasie werden sie zu interessanten Geschichten. Von solchen Geschichten, dem Weg dahin und vielen Hintergrundinformationen erzählen die Autoren, Archäologen und Wissenschaftler, in diesem Buch.

Rekonstruiert wird beispielsweise der Tagesablauf einer Ertebøllerfamilie 4472 v. Chr. an der Ostseeküste bei Neustadt in Holstein.
Interessant ist auch die Geschichte um den Goldfund von Schwesing. Er wurde um 1940 bei der Anlage eines Militärflughafens gefunden, nachdem neun urgeschichtliche Grabhügel entdeckt worden. Datiert wurde der Goldring um 3000 v. Chr. Allerdings waren die steinzeitlichen Bauern jener Zeit nicht in der Lagen einen solchen Ring herzustellen, noch verfügten sie über das Material.
Eine bedeutende Entdeckung ist auch der Fund, der auf der dänischen Insel Alsen bei Hjortspring gemacht wurde. Obwohl schon viel eher entdeckt, wurde mit der Grabung im Moor erst 1921 begonnen. Im Buch kann man sich die Rekonstruktionszeichnung des prähistorischen, gut 2300 Jahre alten Paddelbootes genau ansehen, das als wichtigster Bestandteil des Fundes gilt.
Gezeigt wird auch ein Foto aus dem Nationalmuseum Kopenhagen. Bewundern kann man aber auch die Fotos eines Nachbaus.
Im Schifffahrtmuseum Bremerhafen kann man eine Bremer Kogge bestaunen. Diese Schiff konnte auf das Jahr 1380 datiert werden. Auch hier werden Bergung und Wiederaufbau beschrieben.
Das Cover des Buches schmückt das königliche Schiff „Vasa“, das man heute im Vasa-Museum in Stockholm besichtigen kann. Hier werden Neuigkeiten aus der Forschung präsentiert.
Interessant ist auch die Vitus-Bering-Expedition von 1991. Dänische und russische Forscher wandelten auf den Spuren von Vitus Bering. Rekonstruiert wird dessen letzte Forschungsreise.

Die Autoren des Buches zeigen, wie spannend Archäologie sein kann. Dementsprechend gut liest sich das Buch. Forschungsergebnisse, die sich auf den nordeuropäischen Raum beziehen, werden auf interessante Art und Weise präsentiert, die daraus gezogenen Schlüsse in Form von spannenden Geschichten erzählt. Dazu gibt es viele Fotos und auch Zeichnungen zur Ansicht.
Das Buch ist so geschrieben, dass auch Laien es gut lesen können. Vorwissen ist nicht nötig, Interesse genügt.
Die Artikel sind chronologisch angeordnet. Es ist, als würde man eine Zeitreise machen, die vor Tausenden von Jahren beginnt und zurück in unsere Zeit führt. Das ist ausgesprochen faszinierend. Als Leser wird man in die Lage versetzt, nachvollziehen zu können, wie Meeresarchäologen arbeiten, wie sie anhand von spektakulären, aber auch kleinen, zunächst unscheinbar wirkenden, Funden ihre Schlüsse ziehen, ihren Wissenstand stetig erweitern und so manches mysteriöse Geheimnis lösen.

Rezension von Heike Rau

Claus von Carnap-Bornheim / Christian Radtke (Hg.)
Es war einmal ein Schiff
Archäologische Expedition zum Meer
360 Seiten, gebunden, 100 Abbildungen und Karten
Marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 978-3866480537
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Steinbachs Naturführer für die Familie

Steinbachs Naturführer für die Familie

Wenn man auf einer Wanderung oder einem Spaziergang mal genau hinsieht, gibt es viel zu entdecken. Kinder erleben die Natur mit Neugier. Aber nicht jedes Tier und jede Pflanze ist so bekannt, dass man sie sofort benennen kann. Der Naturführer hilft hier weiter. Er ist so konzipiert, dass alle Kinderfragen beantwortet werden können.

Zunächst werden im Buch aber erst einmal die Grundlagen der Tierbestimmung erklärt. Wie in einem Lexikon findet man Begriffe wie Insekten, Spinnen, Schnecken, Amphibien. Genauso geht es mit Grundsätzlichem zur Pflanzenbestimmung weiter. Erklärt wird, auf welche Merkmale man achten muss.

Im Buch werden interessante Aktionen vorgeschlagen. So findet man beispielsweise die Anleitung für den Bau eines Wildbienen-Nisthäuschens. Bei einem Spaziergang kann man Wildkräuter sammeln und Zuhause weiterverarbeiten. Man kann aber auch Interessantes über den Marienkäfer nachlesen. Expeditionen an einen Teich oder auch den eigenen Gartenteich sind spannend. Wer möchte kann sich nach der Anleitung aber auch ein eigenes Tümpelaquarium einrichten und Tiere, natürlich nur solche, die nicht unter Naturschutz stehen, ganz genau beobachten.
Für Kinder ist es wichtig, die Giftpflanzen ihrer Heimat zu kennen. Deswegen werden im Buch Pfaffenhütchen, Eibe und andere giftige Pflanzen vorgestellt. Eine besondere Anziehungskraft für Kinder hat auch der Herbst mit seinem bunten Blättern. Im Buch wird erklärt, warum die Blätter sich verfärben und dann abfallen. Dazu gibt es tolle Bastelvorschläge mit Herbstlaub.
Wer wissen will, was die Tiere im Winter machen, kann auch das in der entsprechenden Rubrik nachlesen.

Nach diesem Aktionsteil geht es mit dem Tier- und Pflanzenführer weiter. Anhand von kleinen Steckbriefen mit aussagekräftigen Fotos kann man die häufig vorkommenden Tiere und Pflanzen sicher bestimmen und viel Informationen nachlesen.

Das Buch ist äußert handlich und auch sehr praktisch. Man kann es mitnehmen und ist bestens gerüstet. Es werden viele Möglichkeiten für Familien vorgestellt, die Natur aktiv zu erleben. Die Fragen, die Kinder häufig stellen, werden alle beantwortet, egal ob sie wissen wollen, welche Tiere sich unter einem Stein verstecken, ob man das Alter eines Marienkäfers tatsächlich an seinen Punkten abzählen kann, was ein „Froschregen“ ist oder ob man tatsächlich an drei Hornissenstichen sterben kann.

Rezension von Heike Rau

Heiko Bellmann u.a.
Steinbachs Naturführer für die Familie
mit 11 Naturabenteuern
190 Seiten, broschiert, 413 Farbfotos, 102 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3800153633
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Tod vor der Morgenmesse

Tod vor der Morgenmesse

Irland im Jahre 688. Die Äbtissin Faife und ihre Begleiterinnen vom Kloster Ard Fhearta finden auf dem Rückweg ihrer Pilgerreise zur Kapelle des Gründers ihrer Abtei einen Seemann am Strand. Kapitän Esumaro stammt von einem Handelsschiff, das unter Einwirkung von Piraten an den Klippen zerschellt ist. Er wird zu einer Schutzhütte gebracht und versorgt. Hier werden sie von einem Trupp Krieger überrascht. Es sind jene Strandräuber, die Esumaro niedergeschlagen haben. Der Kapitän, nun im Mönchsgewand, wird nicht erkannt. Die Äbtissin bezahlt die Begegnung allerdings mit ihrem Leben, während ihre Begleiterinnen und auch Esumaro verschleppt werden.

Abt Erc in der Abtei von Ard Fhearta macht im Bethaus eine erschreckende Entdeckung. Hinter dem Altar entdeckt er eine Leiche. Dem Ehrwürdigen Cináed, einem Gelehrten mit umstrittenen Ansichten, wurde offenbar der Schädel eingeschlagen. Das ist nun schon der zweite tragische Vorfall, nachdem die Leiche von Äbtissin Faife gefunden worden ist.
Zum Glück kehrt Conrí „König der Wölfe“ und Kriegsherr der Uí Fidgente gerade zurück. Mit ihm reisen Ordensschwester Fidelma, eine irische Nonne von königlichem Geblüt, und Anwältin bei Gericht und ihr Begleiter Bruder Eadulf.

Die Theorie, dass die Kapelle ausgeraubt werden sollte, wird von Fidelma widerlegt. Schnell kommt sie auch der Idendiät des Schiffbrüchigen auf die Spur. Dass zwischen den Toten eine freundschaftliche Beziehung geherrscht hat, bleibt ihr auch nicht verborgen. Eadulf glaubt, den entscheidenden Hinweis gefunden zu haben, als er zwei blutbefleckte Kutten im Waschhaus entdeckt. Allerdings sind Fidelma und Eadulf auf dem Holzweg. Die Kutten gehören dem Metzger und der heilkundigen Schwester, die sich um die Toten gekümmert hat.
Der Fall gestaltet sich also schwieriger, als zunächst vermutet. Doch Fidelma lässt nicht locker.

Schwester Fidelma ermittelt wieder mit gewohnter Hartnäckigkeit. Der Autor zeichnet sie als strenge Ermittlerin. Dem entsprechend interessant sind die Verhördialoge, manchmal leider auch etwas kompliziert, zum Beispiel wenn es um die politischen Anschauungen des Gelehrten Cináed geht. Hartnäckig und beharrlich verfolgt Fidelma die Aufklärung der Morde, lässt sich nicht von Anschuldigungen beeinflussen, sondern setzt nur auf Beweise. Eadulf dagegen verrennt sich gern. Dennoch bleibt er in diesem Krimi leider sehr im Hintergrund. Zwischen Fidelma und Eadulf herrscht ohnehin ein merkwürdig steifes Miteinander, dabei befinden sich die beiden, wie man nachlesen kann, zur Probe in einem zeitlich befristeten Ehebündnis.
Der Krimi selbst ist kompliziert, aber perfekt aufgebaut. Der Schreibstil des Autors macht die Zeitreise aber sehr realistisch. Was wirklich hinter den Morden steckt, offenbart der Autor geschickt Stück für Stück, so dass der Spannungsbogen des Buches perfekt ausgearbeitet wirkt und man bei der Lektüre des Buches gut unterhalten wird.

Über den Autor:
Peter Tremayne ist ein Pseudonym. Der anerkannte Historiker hat sich auf die versunkene Kultur der Kelten spezialisiert. 2002 wurde der Autor zum Ehrenmitglied der Irish Literary Society auf Lebenszeit ernannt.

Rezension von Heike Rau

Peter Tremayne
Tod vor der Morgenmesse
Historischer Kriminalroman
458 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746622989
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Die Nudel

Die Nudel

Die Nudeln haben möglicherweise ihren Anfang im heutigen Irak, in Syrien oder vielleicht in Afghanistan genommen. Aber das ist nur eine Hypothese, eine umstrittene dazu. Dass sie schnell ins Innere Asiens gelangten, steht aber fest. Vermutlich war die Nudel das erste verarbeitete Grundnahrungsmittel mit dem im großen Stiele Fernhandel betrieben wurde. Der Autor versucht den Weg der Nudel über die Welt zu verfolgen und ihrer Ausbreitung nachzugehen. Schon das kommt einem Abenteuer gleich. Der Autor verweist auf Erwiesenes und Vermutetes.

Jede Kultur hat ihre eigenen Nudelspezialitäten entwickelt. Es gibt unglaublich viele Sorten die in verschiedenen Variationen gegessen werden. Der Autor macht Station in Italien, China und anderen Ländern, schaut tief in die Töpfe und probiert was gegessen wird. Dabei wirft er auch einen Blick auf die Herstellungsarten der Nudel. Auch Deutschland gilt sein Interesse. Die Maultaschen sollen ja die Mönche von Maulbronn zu Zeiten Luthers erfunden haben. Vielleicht war aber auch alles ganz anders. Legenden gibt es genug. Die Beweislage ist schwierig. Möglicherweise sind die Maultaschen gar russische Pelmeni. Der Autor geht trotzdem der Frage nach, woher der Begriff kommt und wie genau sie zubereitet werden und wie man sie isst.

Die Herkunft von Rezepten zu erforschen, ist keine leichte Aufgabe. Die Vielfalt der Nudeltypen und Gerichte ist riesengroß. 320 Seiten braucht der Autor um die Geschichte der Nudel zu erzählen. Er tut dies auf eine sehr humorvolle und ausschweifende Art und Weise. Als Nudelliebhaber wird man damit sehr gut unterhalten. Vor der Lektüre des Buches sollte man sich aber einen Vorrat an Nudeln oder den Zutaten zum Nudelteig bereitstellen. Denn das schön gestaltete Buch hat eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung. Es macht großen Appetit.

Rezension von Heike Rau

Christoph Neidhart
Die Nudel
Eine Kulturgeschichte mit Biss
Gestaltet und illustriert von Günter Mattei
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien
320 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3552060425
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Gran Sol

Gran Sol

Nach dem Abschied von den Familien geht es an Bord. Die Leinen werden losgemacht und die „Aril“ sticht in See, gerade als das Gewitter beginnt und es die ersten Tropfen regnet. Es verläuft alles normal, auch wenn das Meer aufgewühlt ist und die Brecher das Schiff erzittern lässt.
Gran Sol ist das Ziel der Fischer. Die lange Fahrt dorthin verbringen die Männer mit Routinearbeiten und Gesprächen. Paulino Castro schreibt in sein Logbuch „Keine weiteren Vorkommnisse,…“
Dann endlich kommt Bewegung in den eintönigen Alltag. Das Netz wird zu Wasser gelassen, die „Aril“ und ihr Schwesterschiff die „Uro“ beginnen zu schleppen. Der Ton unter den Männern wird härter. Die anstrengende Arbeit zermürbt, zumal der Fang gering ausfällt. Schleppgang um Schleppgang müssen die Männer bewältigen.
Die Bank von Gran Sol liegt noch siebzig Meilen entfernt. In den Nachrichten wird noch schlechteres Wetter vorhergesagt. Trotzdem geht die Arbeit weiter, weil Kapitän Orozco es so will. Eine Havarie lässt nicht lange auf sich warten. Das Netzt verhakt sich in der Schraube der „Uro“. Der Fang geht verloren. Für die „Uro“ besteht nur eine Chance, wenn es gelingt mit Hilfe der „Aril“ das Schiff trotzt Schlechtwetterfront in einen sicheren Hafen zu ziehen.

Ignacio Aldecoa nimmt seine Leser direkt mit an Bord eines Hochseekutters und lässt ihn teilhaben am Arbeitsalltag der dreizehn kantabrischen Fischer, die unterwegs zur Fischbank Gran Sol westlich von Irland sind. Ihre Gespräche, Rangeleien und derben Scherze untereinander kann man so hautnah miterleben. Es ist, als hätte man Anteil an ihren Sorgen, Nöten und Hoffnungen. Der Autor beschreibt ihr Leben an Bord akribisch genau, lässt verschiedene Stimmungen deutlich werden. Seine Schilderungen des unberechenbaren Meeres bei Wind und Wetter sind so gut, dass man dem nachspüren kann. Die Gefahr, der sich die Männer aussetzten, ist stets präsent.
Die Charaktere werden so lebendig beschrieben, dass man eine echte Chance hat, sie kennen zu lernen. Die Fischer, denen ihre Sterblichkeit praktisch angesichts des Unwetters jede Minute vor Augen geführt wird, sind die Helden des Buches. Sie werden vom Autor mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben und genau beobachtet. Der Roman besticht durch seine deutliche Sprache, so dass sehr eindringliche Bilder bei der Lektüre des Romans entstehen.

Über den Autor:
Ignacio Aldecoa lebte von 1925-1968. Er studierte an der Universität von Madrid. Er gilt als einer der Wegbereiter der spanischen Literatur und ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Rezension von Heike Rau

Ignacio Aldecoa
Gran Sol
Übersetzt von Willi Zurbrüggen
300 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3866480575
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