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Autor: hera

Bodytalk

Bodytalk

Jeder will schön sein, fit und schlank. Besonders Jugendliche betrachten sich kritisch, wollen sich mit ihrem Aussehen nicht abfinden. Kaum einer ist mehr zufrieden mit sich. Und tatsächlich kann heutzutage einiges getan werden, um das eigene Aussehen zu verbessern.

Doch was ist Schönheit überhaupt? Was empfinden wir als schön? Im Buch sind perfekt aussehende Menschen dargestellt. Doch sind sie am Computer entstanden. Auch in den Medien wird uns die perfekte Schönheit nur vorgegaukelt. Ein Fotoprogramm sorgt dafür, dass alle Pickel und Falten verschwinden. Vergleicht man sich selbst mit den Schönheiten der Hochglanzmagazine, könnte man verzweifeln. Natürlichkeit ist nicht mehr gefragt.

Der Schönheitswahn hat Folgen. Etwas an sich machen zu lassen, scheint normal zu werden. Oftmals schon bei jungen Mädchen. Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie nehmen zu. Die jungen Frauen machen ihr Leben am eigenen Gewicht fest. Die jungen Männer dagegen strampeln sich im Fitnessstudio ab, um männlicher zu erscheinen. Der Waschbrettbauch ist ein Muss. Bald reicht einfaches Training nicht mehr aus. Mit fraglichen Nahrungsergänzungsmitteln, Hormonen und Amphetaminen wird nachgelegt.

Andrea Hauner und Elke Reichart haben sich einem sehr ernsten Thema angenommen. Im Buch gibt es Beiträge von Ärzten, Psychologen, Wissenschaftlern und Künstlern, die sich mit dem Schlankheitswahn, der Pubertät, der Liebe, Schönheitsoperationen usw. auseinandersetzen. Aber auch die Jugendlichen selbst kommen zu Wort. Die einzelnen Beiträge sind leicht verständlich. Schwierige Begriffe werden gleich im Text erklärt. Das Buch konfrontiert den Leser mit dem Schönheitskult und seinen Folgen und rückt damit die oftmals verschobene Körperwahrnehmung wieder ins rechte Licht. Bleibt zu hoffen, dass einige nach dem Lesen des Buches ihren Körper mit seinen Schwächen wieder besser akzeptieren können, den Kampf gegen den eigenen Körper aufgeben und wieder lernen, andere Schwerpunkte in ihrem Leben zu setzen.

Über die Autorinnen:

Andrea Hauner, Jahrgang 1959, studierte Germanistik und Geschichte. Sie arbeitete als Autorin und Fernsehjournalistin für das ZDF, ARD und ARTE. Andrea Hauner lebt in der Schweiz.

Elke Reichert, Absolventin der Deutschen Journalistikschule in München, arbeitet unter anderem bei Tageszeitungen, beim ZDF und als freie Journalistin in Südafrika. Sie lebt bei München und schreibt als Autorin mit dem Schwerpunkt Medizin.

Rezension von Heike Rau

Andrea Hauner & Elke Reichart
Bodytalk
Der riskante Kult um Körper und Schönheit
206 Seiten, broschiert
Reihe Hanser
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN: 3-423-62203-2
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Miststück

Miststück

Privatdetektivin Casey Jones ist einigermaßen überraschst, als ihr Exehemann Jeff, den sie als menschliches Gegenstück zu Herpes bezeichnet, nach so vielen Jahren bei ihr im Büro auftaucht und sie ganz unverfroren um Mithilfe bei einem Kokaindeal bittet. Kaum hat sie ihn vergrault, taucht Tawny Bledsoe, übel zusammengeschlagen, bei ihr auf. Angeblich hat ihr Ehemann ihr das angetan. Und er hat auch noch die 4jährige Tochter entführt, obwohl Tawny das Sorgerecht zugesprochen wurde. So etwas ist dem Commissioner für das Wake County Robert Price eigentlich nicht zuzutrauen. Tawny Bledsoe nutzt ihr schauspielerisches Talent, um Casey zu überreden, den Fall zu übernehmen. Und da von irgendwas schließlich die Miete bezahlt werden muss, macht sie es.
Casey braucht nicht lange, um herauszufinden, wo Robert Price sich mit dem Kind aufhält. Bei der Übergabe des Kindes an seine Mutter geht es aber dann sehr brutal zu. Tawny hat einen Schlägertyp im Schlepptau, der Robert Price unnötigerweise übel zurichtet. Casey, die sich im Hintergrund hält, ahnt, dass hier etwas nicht stimmt. Ihre Ahnung bestätigt sich, als der Scheck platzt, mit dem sie bezahlt wurde. Einige Tage später wird Boomer Cockshutt, der besagte Schlägertyp, tot aufgefunden und Robert Price wird verdächtigt, der Mörder gewesen zu sein. Tawny taucht mit ihrer Tochter unter, angeblich aus Angst vor ihrem, wie sie behauptet, brutalen Mann. Casey Jones denkt nicht daran, die Vorkommnisse auf sich beruhen zu lassen. Sie ist neugierig geworden. Der ganze Fall stinkt zum Himmel. Außerdem lässt sie sich nicht gern verarschen, sie will ihr Geld.

Die Figur Casey Jones ist unglaublich. Sie ist direkt, sarkastisch und richtig bissig. Ihren Beobachtungen und Kommentaren zu folgen, macht einfach Spaß „Er saß mir gegenüber, stopfte sich Käsekräcker in die Luke rein und schlappte an seiner Cola.“ Ihre Gefühle stellen sich sehr nachvollziehbar dar. „Innerlich fühlte ich mich, als hätte ich eine Ladung mexikanische Springbohnen verschluckt.“ Obwohl sie sich so rotzfrech und respektlos darstellt, hat sie das Herz auf dem rechten Fleck. Sie lebt ihr Leben und setzt sich durch, obwohl sie Knasterfahrung hat, ihre Lizenz gefälscht ist und sie eigentlich keine Waffe bei sich tragen dürfte.
Der Fall zeigt sich zunächst recht unkompliziert. Hier wird der Leser genauso aufs Glatteis geführt wie die Ermittlerin. Doch die Spannung steigt stetig, der Fall wird immer undurchsichtiger und bald ist klar, dass viel mehr dahinter steckt. Als der Mord an Cockshut geschieht wird es ernst. Doch Casey Jones, das muss man ihr lassen, beißt sich regelrecht fest an dem Fall. Sie zieht alle Register und lässt ihre Kontakte spielen, um den Mörder und dem hinterhältigen Spiel Tawnys auf die Spur zu kommen.

Fazit: Flotter Krimi mit einer sehr unkonventionellen Ermittlerin. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Kathy Munger, 1956 auf Hawaii geboren, wuchs in Raleigh, North Carolina, auf. Nach einigen Jahren in New York lebt sie heute wieder dort. Ihre Romane um Casey Jones wurden verfilmt. Die Autorin ist Mitglied der respektlosen neo-feministischen Schriftstellerinnen-Gruppe „Tart Noir“.

Rezension von Heike Rau

Katy Munger
Miststück
Ein Fall für Casey Jones
Aus dem Englischen von Tom Appleton
380 Seiten, broschiert
Reihe: metro
Unionsverlag, Zürich
ISBN: 3-293-20311-6
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Flora Garten Kalender 2005

Flora Garten Kalender 2005

In erster Linie sind dem Kalender alle anstehenden Gartenarbeiten im Verlauf des Jahres zu entnehmen. Jeweils zu Beginn eines neuen Monats werden die Monatsarbeiten für Ziergarten, Gemüsegarten, Obstgarten oder Wassergarten zusammengefasst. Im Wetterkalender können eigene Beobachtungen Tag für Tag aufgezeichnet und die Mondphasen beobachtet werden. Platz für weitere eigene Notizen ist vorhanden, wenn auch sehr knapp bemessen.
Neue und alte Obstsorten, aber auch interessante, recht unbekannte Gemüsesorten werden vorgestellt. Es gibt interessante Tipps, mit denen man Kinder spielerisch in die Gartenarbeit einbinden kann, Buchtipps, Ratschläge für intelligente Faule, Rezepte, floristische Ideen zum Nachmachen, Pflanzenporträts und vieles mehr. Vorhanden sind wichtige Saat-, Pflanz- und Erntetabellen, ein Kulturkalender der wichtigsten Gemüsearten, eine Tabelle mit Kombinationsmöglichkeiten für Mischkultur und eine Tabelle mit giftigen Pflanzen. Wichtige Daten zu Messen, Ausstellungen und Blumenfesten sind ebenso aufgelistet und dem Kalender zu entnehmen, wie Adressen zu Pflanzenschutzfragen, Informationsmöglichkeiten und Fortbildung, Adressen zur Bodenuntersuchung oder Bezugsquellen von Saatgut, Nützlingen bzw. biologischem Pflanzenschutz, Gartenbauverbänden und mehr.

Beispiel: Monat Januar
Auch im Monat Januar gibt es schon einiges zu tun. Lauch- und Grünkohl können geerntet werden, die Vögel werden mit Samen und Getreide versorgt, Lagerräume hin und wieder gelüftet, eingelagertes Gemüse kontrolliert. Bei über 4 Grad und zunehmendem Mond werden Obstbäume auf Fruchtansatz geschnitten. Auf der Fensterbank lassen sich Radieschen, Kerbel oder Kresse ziehen. Im Pflanzenporträt wird der Seidelbast vorgestellt. In den Monatsarbeiten für den Ziergarten wird beispielsweise daran erinnert, die Saatgutvorräte zu kontrollieren und neues Saatgut zu bestellen. Überwinternde Blumenzwiebeln- und Knollen müssen begutachtet werden. An frostfreien Tagen besteht die Möglichkeit Ziergehölze und Hecken auszulichten. Im Tipp wird erklärt, wie Holzasche als Düngerergänzung verwendet werde kann. Als Rezept gibt es leckere Käse-Kartoffel-Laibchen. Vorgestellt werden zudem Teekräuter und verschiedene empfehlenswerte Mischungen.

Mit diesem informativen und sehr abwechslungsreichen Kalender kommt man gut durchs Gartenjahr. Er beinhaltet einen umfassenden Ratgeber für jeden Gartenfreund und bietet unzählige Tipps und Tricks von Gartenprofis. Die gute Übersichtlichkeit sorgt dafür, dass man nicht den Überblick verliert. Die Texte sind leicht verständlich und gut nachvollziehbar. Die vielen ansprechenden Fotos erfreuen das Auge und machen Lust auf die bevorstehende neue Gartensaison.

Fazit: Kalender und Ratgeber in einem. Für Hobbygärten eine Quelle zahlreicher Anleitungen, Tipps und Tricks.

Rezension von Heike Rau

Flora Garten
Kalender 2005
208 Seiten, Spiralbindung, 120 Fotos, 25 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer
Österreichischer Agrarverlag
ISBN: 3-8001-4605-3
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Das Zwergenbuch

Das Zwergenbuch

Wer kennt sie nicht, die Zwerge, Kobolde, Heinzelmännchen, die Wichtel, die Trolle und die Klabautermänner. Ditte und Giovanni Bandini haben sich auf ihre Spuren begeben. Sie haben ihre Charaktereigenschaften, ihr Aussehen, ihre Eigenheiten und ihre Vorlieben ergründet. Sie erforschten die Herkunft der Zwerge, fassen zusammen, was ihnen nachgesagt wird und geben Antwort auf die Frage, warum die Zwerge verschwunden sind, bzw. nur noch als Gartenzwerge in den Vorgärten zu sehen sind.

Doch wie sehen die Zwerge überhaupt aus. Stimmt das Bild vom kleinwüchsigen Mann mit roter Zipfelmütze und langem Bart? Nachgesagt wird ihnen oft auch, hässlich zu sein, kurzbeinig, dickleibig und alt. Von Region zu Region werden sie unterschiedlich beschrieben. Auch ihre Kleidung variiert. Besonders interessant ist es natürlich zu erfahren, inwieweit sich Zwerge, Kobolde und Heinzelmännchen überhaupt voneinander unterscheiden. Auch den Unterschieden zwischen Märchen- und Sagenzwerg nehmen die Autoren sich an. Ein eigenes Kapitel ist zwei Zwergenkönigen gewidmet, Alberich und Laurin. Auch die Darstellung der Zwerge im Kinderbuch wird behandelt. Und die Gartenzwerge haben ebenfalls ein eigenes Kapitel. Sehr spannend ist die Frage nach dem Verbleib der Zwerge. Die Autoren stellen hier die wenigen Theorien vor, die es gibt.

Ditte und Giovanni Bandini erzählen auf lockere und sehr unterhaltsame Weise und mit viel Witz und Charme über die Zwerge. Sie haben ausführlich recherchiert, so gibt sehr viel Interessantes zu erfahren. Bekanntes und wenig Bekanntes wird in Zusammenhang gebracht, Schlüsse daraus gezogen und Thesen aufgestellt. Erzählt werden zudem eine Reihe von bedeutenden Sagen. Das Buch ist ansprechend mit schwarz-weißen Zeichnungen illustriert. In der Mitte des Buches ist eine Reihe mit farbigen Abbildungen zu sehen. Mit im Buch ist ein kleines Zwergenglossar und zum schnellen Nachschlagen ein Register.

Fazit: Ein spannendes, sehr unterhaltsames Buch für alle, die sich für die Geschichte der kleinwüchsigen Wesen interessieren, mit jeder Menge Informationen und Hintergrundwissen, tollen Abbildungen und vielen Sagen.

Über die Autoren:
Ditte Bandini, Jahrgang 1956, studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.
Giovanni Bandini, Jahrgang 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet als freier Übersetzer.

Rezension von Heike Rau

Ditte und Giovanni Bandini
Das Zwergenbuch
238 Seiten, Klappenbroschur
dtv premium
Deutscher Taschenbuchverlag, München
ISBN: 3-423-24441-0

Kleiner Hinweis: Auch in unserer Datenbank zu finden: Ditte und Giovanni Bandini mit „Das Buch der Elfen und Feen“.
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Heim

Heim

Sie wird von Heim zu Heim geschoben. Sie will sich nicht unterordnen, nicht erziehen lassen. Sie ist misstrauisch gegenüber jedem Erwachsenen, lässt sich nichts sagen, will keine Hilfe annehmen. Die aufgestellten Regeln sind für sie nicht nachvollziehbar und somit nicht einzuhalten. Nicht rauchen, zur Schule gehen, aufräumen, angemessenes Verhalten zeigen, das alles schafft sie nicht.
Es dauert nie lange, bis sie alle Erzieher gegen sich hat. Sie denkt nicht an die Konsequenzen ihres Handelns. Immer wieder verliert sie den Boden unter den Füßen. Sie stiehlt, sie prügelt sich, sie randaliert, sie bricht aus. Jede Chance auf Veränderung lässt sie ungenutzt. Halt findet sie nur bei ihren Freunden. Die denken genauso wie sie.

Mirijam Günter hat einen schonungslosen, aber ehrlichen Roman geschrieben. Einigermaßen fassungslos folgt man der Ich-Erzählerin, spürt Hilflosigkeit. Kein Weg scheint hinauszuführen aus der Situation. Zwischendurch auftretende Hoffnung wird sofort wieder im Keim erstickt. Dabei ist die Protagonistin keineswegs unsympathisch. Sie ist überraschend schlagfertig. Was sie tut, mag aus ihrer Sicht richtig, ja sogar normal sein. Sie kennt es nicht anders. Es geht um ein Leben, das nicht der Norm entspricht. Es geht ums Überleben in einer Welt ohne Familie. Manche bleiben auf der Strecke, schaffen es nicht. Einziger Halt ist die Clique, ein wackeliger Halt. Die Autorin schreibt sehr realistisch und glaubwürdig. Trotz allem, was das Mädchen erlebt hat, scheint kaum eine Möglichkeit für sie zu geben, die eingefahrene Bahn zu verlassen. So ist der Anfang des Buches auch das Ende. Wieder kommt das Mädchen in ein neues Heim. „Du wirst sehen, du wirst dich hier wohlfühlen.“

Über die Autorin:
Mirijam Günter ist in Köln aufgewachsen. Sie hat bis zu ihrem 16. Lebensjahr in sieben verschiedenen Heimen gelebt und mehrere Schulen besucht. Autobiographisch ist ihr Roman „Heim“, der mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2003 ausgezeichnet wurde, jedoch nicht. Die Autorin lebt heute in Köln-Ehrenfeld.

Rezension von Heike Rau

Mirijam Günter
Heim
302 Seiten, Klappenbroschur
dtv extra
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN: 3-423-70884-0
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Die unheimliche Villa

Die unheimliche Villa

Irgendetwas geht vor in der verlassenen Villa. Lara und Tim glauben, dass jemand in dem alten Haus mit einer Taschenlampe herumschleicht. Doch dann ist der Lichtschein wieder verschwunden. Unheimlich! Die beiden Hobbydetektive versuchen herauszufinden, was das vorgeht. Tatsächlich können sie am nächsten Abend beobachten, wie jemand vom Seiteneingang aus das Haus betritt. Ist das etwa der Bankräuber, der letzte Woche 100.000 Euro erbeutet hat? Versteckt er hier das Geld?

Zum Detektiv-Club „Top Secret“ gehören die 11jährige Lara, der 12jährige Tim und ein Minischwein namens Erdmann. Wenn es zu gefährlich wird, hilft Herr Immich, ein pensionierter Hauptkommissar. Alle Fälle spielen im Umfeld der Kinder, ihrem Wohngebiet oder der Schule.
Die Rätselkrimis sind in vier verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt. Eine gute Auffassungsgabe und Kombinationsvermögen sind gefragt. Oft helfen Bilder bei der Aufklärung der Fälle.

Erzählt werden 18 spannende Geschichten. Sobald der Fall eigentlich klar sein müsste, wird die Geschichte unterbrochen und der Leser kann versuchen, die gestellten Fragen zu beantworten. Wo steckt der Dieb? Wer war der Unfallfahrer und woran hatten Lara und Tim es erkannt? Überprüfen lassen sich die Antworten, in dem man die Geschichten im Lösungsteil einfach weiterliest.

Alle Fälle machen Spaß. Besonders lustig ist es, die Ermittlungsarbeit von Minischwein Erdmann zu beobachten. Fallen dem Leser Ungereimtheiten in den Aussagen der Zeugen oder ähnliches auf, können diese gleich im Buch notiert werden. Genügend Platz für Notizen ist vorhanden. Oft ist es nur ein kleiner Hinweis, der zur Lösung des Falls führt. Lara und Tim sind blitzgescheit und sie erklären immer ganz genau, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie daraus gezogen haben. Genaues Lesen wird spielerisch trainiert und so das Leseverständnis gefördert.

Über die Autoren:

Corinna Harder, alias Mrs. X, gründete, bevor sie mit dem Schreiben von Detektivbüchern begann, 1996 eine Vereinigung für Kinder: „UNDERGROUND – Der Junior-Detektive-Klub“, ausgezeichnet 2002 mit dem Deutschen Kinderkulturpreis des Deutschen Kinderhilfswerks.
Corinna Harder lebt in Frankfurt am Main und ist dort als Detektivin im Einsatz. Sie gilt als Expertin für alles, was mit geheimen Ermittlern zu tun hat.

Jens Schumacher studierte Literaturwissenschaft und arbeitete mehrere Jahre als Lektor und Übersetzer. Seit Ende der neunziger Jahre ist er als freier Autor, Übersetzer, Herausgeber und Leiter von Workshops für kreatives Schreiben tätig.

Rezension von Heike Rau

Corinna Harder & Jens Schumacher
Die unheimliche Villa
und 17 weitere Rätsel Krimis
127 Seiten, gebunden, mit zweifarbigen Illustrationen
ab 8 Jahren
moses. Verlag, Kempen

Corinna Harder & Jens Schumacher
Die unheimliche Villa
18 Krimis zum Rätseln, Tüfteln & Mitraten
ISBN:3897772132
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7 Zwerge – Männer allein im Wald

7 Zwerge – Männer allein im Wald

Von Frauen haben sie genug, deswegen leben die 7 Männer versteckt hinter den 7 Bergen im Märchenwald. Ganz allein. Doch das gemeinschaftliche Leben wird gestört. Von Schneewittchen, die auf der Flucht vor der bösen Königin Schutz bei den 7 Zwergen sucht.

Otto Waalkes hat sich zusammen mit Bernd Eilert dem Märchen von den 7 Zwergen angenommen. „Die Überlegung bei ‚7 Zwerge’ war, dass dieser Stoff ideal ist, um Komikern die Möglichkeit zu geben, das Kind im Manne rauszulassen“, so Eilert.

Im Buch kann man alles Wissenswerte zur Produktion des Films nachlesen. Wie das Studio in einen Märchenwald verwandelt wurde, wer alles hinter den 7 Zwergen und dem 8. Zwerg steckt, wer Schneewittchen darstellt und wer die böse Königin, wer den Haus- und Hofnarr, den Jäger und die vielen anderen Figuren. Bei so vielen Komikern auf einem Haufen, ist es besonders interessant nachzulesen, warum sie eigentlich beim Film mitmachten, wie sie ihre Rolle und den Dreh einschätzen und wie sie mit ihren Kollegen zurechtkamen. Ernst ist beim Erzählen jedoch keiner geblieben. So sind Komiker nun mal. Es gibt viel zu lachen.

Mit im Buch ist auch ein Zwerg-ärgere-dich-nicht-Spiel. Zudem werden leckere, sehr kreative Rezepte vorgestellt, von „Gefüllter Zipfelmütze“ über „7 Zwerge Grütze“ bis zu „Zwergengeschnetzeltes“. Es folgt Kulturgeschichtliches über Zwerge, Interessantes über die Zipfelmütze und ein paar gute Tipps von Zwerg zu Mann zum Thema Frauen.

Natürlich sind in „7 Zwerge“ jede Menge Fotos. Das Begleitbuch zum Film hat etwa A4-Format, so kommen die Fotos besonders gut zur Geltung.
Beim Betrachten der Bilder wird eins klar: Kleinwüchsig sind die Zwerge nicht. Lange Bärte haben sie auch nicht. Sie sehen fast aus wie halbwegs normale Männer. Zwerge sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren.

Rezension von Heike Rau

Emanuel Bergmann und Detlef Overmann
Sieben Zwerge
Männer allein im Wald
Das Buch zum Film
96 Seiten, broschiert
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-1633-8
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Mondgischt

Mondgischt

Im kleinen, beschaulichen Fischerdorf Westport Point an der Küste von Massachusetts lebt Elisabeth, eine seltsame alte Dame, mit ihrer Enkelin Eve in einem großen Haus am Meer, umsorgt von der Bediensteten Maggie, die in einem Rübenkeller haust. Sie gehören zu den Dauerbewohnern. Sie sind auch dann noch da, wenn die Sommergäste längst wieder abgereist sind. Sie verfolgen die Jahreszeiten, das Kommen und Gehen, ordnen sich unter.
Doch die Ruhe im Dorf gerät ins Wanken. Eve ist unglücklich verheiratet, Maggie lässt sich mit einem Rumschmuggler ein und Elisabeth, vom Alter gezeichnet, wird immer verwirrter. Es beginnt unter der Oberfläche zu brodeln. Ein Sturm wird kommen der viel vernichtet, aber auch Hoffnung auf einen Neuanfang macht.

„Mondgischt“ ist ein poetischer Roman um drei Frauen unterschiedlicher Generationen. Wortgewaltig, trotzdem leise und mit einer gewissen Gelassenheit spürt die Autorin dem alltäglichen Leben der unterschiedlichen Frauen zwischen den Jahren 1913 und 1938 nach. Sie verknüpft Emotionen, Erinnerungen und Empfindungen, folgenschwere Ereignisse und scheinbar belanglose. Es geht um Sorgen, Ängste, Sehnsüchte, die Liebe und große Gefühle. Die Autorin schreibt unglaublich bildhaft. Man fühlt sich an die Küste versetzt, spürt den Wind, die Gischt, riecht das Meer. Man spürt das Leben im Fischerdorf , ahnt, dass etwas Großes kommen muss, etwas passieren muss und ist doch überrascht von der Kraft und der Gewalt des Sturms, der über das Dorf fegt, der auslöscht oder verschont und der, so unglaublich es klingen mag, von manchen sogar willkommen geheißen wird. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das nachdenklich und melancholisch stimmt.

Über die Autorin:
Die Biographie von Dawn Clifton Tipp ist eng verbunden mit dem Schauplatz ihres Romans. In Westport Point verbrachte die Autorin ihre Kindheit und lebt dort heute mit ihrer Familie.

Rezension von Heike Rau

Dawn Clifton Tripp
Mondgischt
Übersetzt von Andrea Fischer
320 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-45-2
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Katzenkinder aufziehen

Katzenkinder aufziehen

Katzen sind sehr beliebte Haustiere. Zwischen Katzenkind und Halter entsteht oft eine tiefe Freundschaft. Doch natürlich sind einige Punkte zu beachten, wenn man ein Katzenkind großziehen will. Zunächst vermittelt der Autor einiges Wissenswertes zur Geschichte der Hauskatze und ihrer Herkunft. Dann folgen ausführliche Informationen zur Paarung, zur Trächtigkeit, zur Geburt und zum Leben der kleinen Kätzchen in den ersten Wochen ihres Daseins. Woche für Woche wird die Entwicklung der kleinen Katzen beobachtet und in Wort und Bild gezeigt.

Doch was zeichnet gute Katzeneltern aus? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden, damit das Kätzchen sich rundherum wohlfühlen kann? Der vorliegende Ratgeber gibt darüber genau Auskunft. Zunächst muss sich der zukünftige Katzenhalter überlegen, welche Katze sich für ihn am besten eignet. Soll es eine Hauskatze sein oder eine Rassekatze? Und wo bekommt man eigentlich eine Katze her? Haus und Garten müssen katzensicher gemacht werden. Und natürlich müssen verschiedene Dinge angeschafft werden, von Futternapf bis hin zur Bürste. Auch was die Ernährung betrifft, müssen einige Überlegungen angestellt werden.

Ist der neue Mitbewohner dann da, ist man froh, gut vorbereitet zu sein. Jetzt muss das Katzenkind an seine neue Umgebung gewöhnt werden und die Familie kennen lernen. Von Anfang an ist der richtige Umgang mit dem Tier sehr wichtig. Über die Lebensweise eines Kätzchens kann man sich im Buch genau informieren. Darauf kann die Erziehung ausgerichtet werden und der Katze die entsprechenden geistigen und körperlichen Anreize gegeben werden, die es braucht. Der Leser lernt, seine Katze zu verstehen und sie angemessen zu versogen. Dabei geht der Autor auf Wohnungskatzen und Freigänger ein. Abschließend gibt der Autor Hinweise zur Gesundheitsvorsorge. Schwerpunkte sind Fellpflege, Zahnpflege, Parasitenbekämpfung und Impfungen.

Mit diesem Ratgeber wird der Leser umfassen informiert. Die Texte lassen sich gut lesen und sind leicht verständlich. Der Autor erzählt mit viel Einfühlungsvermögen. Seine Liebe zu Katzen wird deutlich. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet und mit vielen Fotos, die man sich gerne länger anschaut, versehen. Ein Register zum gezielten Nachschlagen ist vorhanden. Das Buch eignet sich hervorragend für alle, die sich eine Katze zulegen wollen oder bereits ein Katzenkind besitzen.

Über den Autor:
Mark Evans ist ein erfahrener Tierarzt, international bekannter Autor und Fernseh- und Rundfunkmoderator.

Rezension von Heike Rau

Mark Evans
Katzenkinder aufziehen
Aus dem Englischen von Antje Husk
128 Seiten, broschiert, 200 Farbfotos
2.Auflage
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-4657-6
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Der Alchimist von Krumau

Der Alchimist von Krumau

Don Julius sollte schon lange nach Krumau abgeschoben werden. Doch glaubte er bis jetzt seinen Platz in Prag. Die Vorhersage eines Sternguckers, der Julius Zukunft ebenfalls in Krumau sieht, macht ihn nachdenklich. Doch auf die Sprünge hilft ihm erst der Tod der Hure Mariandl. Er kann sich nicht erinnern, sie umgebracht zu haben, und doch lag sie tot neben seinem Bett. Ein grausiger Anblick.
Begleitet wird der Bastardsohn des Habsburger Monarchen Rudolf II. von seinem Ziehvater Maître d’Alambert.
Kaum hinter den hohen Mauern der Burg verschwunden, erfüllt sich eine weitere Vorhersage des Sternenguckers. Markéta Pichlerovà, die bald die Mätresse Don Julius wird, und ihr Vater, der Bader von Krumau, treten vor ihn, um ihm sein Eigentum zurückzubringen. Es ist ein Knabe ohne Bauchnabel, also ein Kind, das nicht von einer Mutter geboren sein kann. Erschaffen hat ihn der Alchimist Jurij Hezilow, auch Puppenmacher genannt. Und dieser behauptet, und damit bewahrheitet sich wieder ein Teil der Vorhersage des Sternenguckers, Gold machen zu können.
Kein Wunder, dass sich Rudolf II. vom Können des Alchimisten überzeugen will und Hezilow überzeugt ihn auch mit einer spektakulären Vorführung. Daraufhin befielt er den Puppenmacher nach Prag. Doch der Bastardsohn denkt gar nicht daran, Hezilow gehen zu lassen. Er erfindet eine Pestepidemie und lässt die Tore schließen. Niemand kommt mehr herein und vor allem niemand raus. Doch das ist erst der Anfang vom Ende.

„Der Alchimist von Krumau“ ist wunderbar zu lesen. Don Julius, der um Macht und Reichtum kämpft, und dabei immer mehr dem Wahnsinn verfällt; der eitle Maître d’Alambert mit den Schnabelschuhen, der den Bastardsohn lenken und führen soll; Markéta, die Schöne, die Julius unverständlicherweise in Liebe zugetan ist und Jurij Hezilow, der Blender und Betrüger, fesseln den Leser an eine Geschichte, die nur aus Intrigen zu bestehen scheint. Der Autor zeigt Sinn für Details, egal ob es sich um Beschreibungen der weitläufigen Burg an der Moldau, des makaberen unterirdischen Laboratoriums, der damaligen Mode oder des quirligen höfischen Lebens handelt. Er erzählt voller Enthusiasmus, spart nicht mit Spott und Seitenhieben gegen gesellschaftliche Zwänge, und verleiht der Geschichte damit eine ungeheure Lebendigkeit. Die Geschichte ist amüsant, verrückt, tragisch und schaurig. Eine tolle Mischung. Vor allem aber bringt der Autor den Leser zum Staunen. Und er überrascht. Denn so fantastisch und unglaublich die Geschichte auch wirkt, ganz und gar erfunden ist sie nicht. Von 1602 – 1622 war das historische böhmische Krumau tatsächlich im Besitz des Kaisers Rudolf II. von Habsburg und sein Sohn, Don Julius d’Austria, hielt sich mehrere Jahre dort im Schloss auf, bevor er seine Geliebte Markéta Pichlerová in einem Tobsuchtsanfall ermordete.
Dieses Buch begeistert von der ersten bis zur letzten Seite und ist damit sehr zu empfehlen.

Über den Autor:
Andreas Gößling, Jahrgang 1958, studierte Literatur- und Politikwissenschaft und gilt heute als Experte für phantastische, mythen- und kulturgeschichtliche Themen.

Rezension von Heike Rau

Andreas Gößling
Der Alchimist von Krumau
430 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-0944-2
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