Verblendung

Verblendung

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Jedes Jahr am 1. November trifft eine andere Blume im gefütterten Umschlag ein, gepresst und auf Aquarellpapier gerahmt. Henrik Vanger glaubt, dass der Mörder von Harriet Vanger, das ist die Enkeltochter seines Bruders Richard, ein übles Spiel mit ihm treibt und ihm einfach keine Ruhe lassen will. Ein letztes Mal, will der alte Mann nun versuchen herauszufinden, was vor Jahrzehnten geschah.

Mikael Blomkvist ist die Wennerström-Affäre zum Verhängnis geworden. Beruflich ist der Herausgeber und Reporter des Magazins „Millennium“ erledigt. Seine Glaubwürdigkeit ist dahin. Er muss aussteigen. Gerade als er sein Büro ausräumt, erreicht in ein Anruf von Henrik Vangers Anwalt Dirch Frode. Nur widerwillig lässt Mikael sich zu einem Hausbesuch überreden. Auf der anderen Seite käme ihm ein freiberuflicher Auftrag nicht ungelegen. Offiziell soll Mikael eine Biografie schreiben. Doch er soll auch herausfinden, wer Harriet Vanger ermordet hat, hier auf der Insel, wo einige Familiemitglieder auch heute noch leben. Niemand weiß, was damals wirklich geschehen ist. Eine Leiche wurde nie gefunden.

Als Täter kommt nur jemand infrage, der an diesem Tag, als ein Familientreffen stattfand, auf der Hedeby-Insel war. Zum Tatzeitpunkt konnte niemand die Insel verlassen oder herüberkommen, die Brücke war wegen eines Unfalls komplett gesperrt. Für Mikael ist das ein interessanter Fall. Er zieht auf die Insel um Nachforschungen anzustellen, obwohl er nicht glaubt, neue Details zutage fördern zu können. Doch bald merkt er, dass er in ein Wespennest getreten ist. Was er nach und nach herausfindet, ist unglaublich grauenhaft. Mikael bringt sich damit selbst in Gefahr und auch seine später hinzugekommene Mitarbeiterin Lisbeth Salander weiß zu viel.

Schon in kurzer Zeit hat man sich an diesem Buch festgelesen und kommt nicht mehr los davon, so spannend ist es. Für Mikael Blomkvist ist das Ganze zunächst ein Zeitvertreib, der ihn nach der Wennerström-Affäre etwas aus der Schusslinie bringt. Außerdem wird die Sache gut bezahlt. Mikael hat einiges auf dem Kasten. Bald fördert er ein paar Details zu Tage, die der Polizei entgangen sind. Doch es sind immer nur Puzzlesteine. Doch so klein diese Steine auch sind, irgendwann ergeben sie ein Bild. In diesem Fall will das jedoch keiner wahrhaben. Die Familie Vanger hat ein Geheimnis, das unglaublich grauenhaft ist und das in die Zukunft hineinreicht. Als Leser stockt einem an einigen Stellen der Atem.
Sehr gut ausgearbeitet sind auch die Figuren, allen voran Mikael Blomkvist, der einen sehr lockeren Lebensstil pflegt, aber sich im entscheidenden Moment ordentlich ins Zeug legt. Interessant ist auch die Figur der Liesbeth Salander, einer genialen Computerexpertin mit photographischem Gedächtnis, die allerdings einige Probleme damit hat, ein normales, unauffälliges Leben zu führen.
Die Geschichte ist sagenhaft gut geschrieben. Vom Plot her ist sie perfekt ausgearbeitet und sie liest sich sehr flüssig. Die knapp siebenhundert Seiten lassen sich leicht bewältigen, so wie man es von einem richtig guten Buch eben erwarten darf.

Über den Autor:
Stieg Larsson wurde 1954 in Umeå, Schweden, geboren. Er war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO und galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. Er starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarktes.

Rezension von Heike Rau

Stieg Larsson
Verblendung
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
688 Seiten, gebunden
Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN: 3-453-01181-3
Bestellen

Das ARD-Buffet Gartenbuch

Das ARD-Buffet Gartenbuch

Der ARD-Buffet-Fernsehgärtner Volker Heß vermittelt Basiswissen rund um den Garten. So gelingt es auch Anfängern, ihren Garten ansprechend und zweckmäßig zu gestalten bzw. zu planen. Unterteilt ist das Buch in sieben Kapitel: „Der Rasen im Garten“, „Ziergehölze im Garten“, „Der Obstgarten“, „Rosen im Garten“, „Der Wassergarten“, „Balkon und Terrasse“, und „Privatsphäre im Garten“. Der Autor spart dabei nicht mit jeder Menge Tipps und Ratschlägen, die man gut umsetzen kann. Das beginnt bei der Anlage eines Gartens bis hin zur Auswahl der Pflanzen und deren Pflege. Sehr nützlich und gut überschaubar sind die vielen Tabellen, die helfen, die perfekte Auswahl an Pflanzen zu treffen, ob es sich um Ziergehölze, Obstgehölze, Pflanzen für den Wassergarten oder Rosen handelt. Auch wie man Balkon und Terrasse bepflanzen kann, bleibt nicht unerwähnt. Was man schon beim Kauf der Pflanzen beachten sollte, wird erklärt. Hier kommt es besonders auf die Qualität an.

Auch zur Pflege der Pflanzen vermittelt der Fernsehgärtner das Basiswissen. Dabei ist auch eine sinnvoll zusammengestellte Grundausstattung an Gartengeräten wichtig. Bei Krankheiten und Schädlingen, die Pflanzen befallen können, wird von Anfang an auf Vorbeugung gesetzt. Wichtige Empfehlungen kann man auch hier wieder übersichtlichen Tabellen entnehmen.

Sehr gut gefallen die stimmungsvollen Fotos, die Lust auf die Gartenarbeit machen und die zeigen, wie ein Garten bei gut überlegter Auswahl an Pflanzen und entsprechender Pflege aussehen könnte. Auch kann man sich so ein Bild machen, wie bestimmte Pflanzen im eigenen Garten wirken werden. Manche Hobbygärtner werden vielleicht den Gemüsegarten vermissen. Sonst überzeugt das Buch inhaltlich aber auf jeden Fall. Es gibt sogar ein Glossar mit Fachbegriffen, ein Register und einen Gartenjahreskalender. Gestaltet ist das Buch sehr übersichtlich. Besonders die vielen erklärenden Zeichnungen, etwa für den Baumschnitt, sind sehr hilfreich. Die Texte sind leicht verständlich und gut nachvollziehbar. Die ganz persönlichen Tipps vom Fernsehgärtner Volker Heß kommen gut an.

Über den Autor:
Volker Heß, selbstständiger Landschaftsgärtner in Bühl, gibt regelmäßig wertvolle Tipps zum richtigen Gärtnern in den Fernsehmagazinen „ARD-Buffet und „Kaffee oder Tee?“ im SWR.

Rezension von Heike Rau

Volker Heß
Das ARD-Buffet Gartenbuch
127 Seiten, 87 Farbfotos, 70 Farbzeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-5094-8
Bestellen

Die schwarze Stadt

Die schwarze Stadt

Das Haus am Black Creek Crossing ist 300 Jahre alt. Einst geschah in diesem Haus ein Mord. So ist der Kaupreis unschlagbar niedrig. Also ziehen Angel und ihre Eltern Myra und Marty Sullivan ein, um einen Neuanfang zu wagen. Angel nimmt das kleinste der drei Zimmer oben, ohne recht zu wissen, warum gerade dieses es sein muss. Beim Einzug entdeckt sie eine Katze im begehbaren Kleiderschrank, ohne sich erklären zu können, wie diese hineingekommen ist. Die Katze ist gesund und hat weder Hunger noch Durst, obwohl Angel das erwartet hätte. Schon in der ersten Nacht beginnen auch diese sehr realistisch wirkenden Albträume, die Angel Angst machen.

Zwar findet Marty eine Arbeit, aber ihm fällt der Neuanfang trotzdem nicht leicht. Das Trinken kann er einfach nicht lassen. Und schon bald handelt er sich wieder Ärger ein. Auch Angel gegenüber beträgt er sich plötzlich ganz anders. Seine merkwürdigen, gar nicht väterlichen Blicke bringen das Mädchen zutiefst durcheinander.

In der Schule kennt Angel nur ihren Cousin Jack. Doch der ignoriert Angel. Auch die anderen Schüler reagieren der Neuen gegenüber ablehnend. Nur Seth Baker, der ebenfalls ein Außenseiter ist, freundet sich mit Angel an. Auch Seth ist von dem alten Haus fasziniert. Er hat es oft fotografiert und seltsame Details auf den Bildern entdeckt, die sich nicht erklären lassen. Als hätte er ein Spukhaus fotografiert. Auf einem Bild sieht man Flammen aus einem Fenster im Obergeschoss lodern. Auch Angel hatte einen überaus realistischen Albtraum von einem Feuer.

Die Katze ist ein merkwürdiges Tier. Sie erscheint oft aus dem Nichts und verschwindet genauso schnell wieder. Auch scheint sie Angel vor ihrem Vater schützen zu können. Die Katze führt Angel und Seth zu einem Versteck unter der Kellertreppe. Die beiden finden ein altes Hexenbuch. Und auch ein Versteck im Wald machen sie dank der Hinweise der Katze ausfindig. Hier versuchen die beiden ihre ersten Zauberrituale. Und so langsam kommen sie dahinter, was wirklich in dem alten Haus geschah. Doch statt die Sache endlich aufzuklären, rutschen sie immer tiefer in die alte mörderische Geschichte hinein, die sich zu wiederholen scheint.

Die Spannung in dieser Geschichte baut sich nach und nach auf. Zuerst scheint alles halbwegs normal, bis schließlich die ersten merkwürdigen Dinge passieren. Dann wird es wirklich unheimlich. Die beiden Jugendlichen Angel und Seth wachsen in die ihnen vorbestimmte Rolle langsam hinein, bis es jedoch kein zurück mehr gibt. Auch die Katze spielt eine ganz besondere Rolle. Sie ist eine Schlüsselfigur der Geschichte und für so manche Gänsehaut verursachende Szene verantwortlich. Von Anfang an glaubt man, die Handlung voraussehen zu können. Aber ungeahnte Wendungen machen diese Hoffnung bald zunichte. Der Horror kennt daraufhin keine Grenzen mehr. Die Geschichte schlägt zum Ende hin regelrecht um und wird ziemlich blutig und dämonisch.
Das Buch ist vom Schreibstil her sehr gut zu lesen. Der Spannungsbogen stimmt und auch die Akteure sind sehr gut dargestellt. Angel und Seth, die ihre Außenseiterrolle nicht selbst gewählt haben, und sich nun rächen, wirken sehr glaubwürdig, zumindest bis zum Schluss, als sie dann scheinbar keinen Einfluss mehr auf ihre Handlungen haben.

Über den Autor:
John Saul, geboren 1942 in Pasadena, Kalifornien, studierte Theaterwissenschaften und Anthropologie. 1977 erschien sein erster Horrorroman, es folgten bisher mehr als dreißig weitere Bücher. Der Autor lebt in Bellevue, Washington.

Rezension von Heike Rau

John Saul
Die schwarze Stadt
Aus dem Amerikanischen von Christine Roth-Drabusenigg
431 Seiten, broschiert
Wilhelm Heyne Verlag München
ISBN: 3-453-43158-4
Bestellen

Das KinderKalenderBuch Sommer

Das KinderKalenderBuch Sommer

Das KinderKalenderBuch lädt Kinder ein, gemeinsam mit dem Eichhörnchen Kosmo und dem Ball Klax, den Sommer zu entdecken. In kleinen unterhaltsamen Geschichten wird erzählt, wie die beiden ungewöhnlichen, aber sehr liebenswerten Freunde ihren Sommer erleben. Sie gehen zusammen baden, feiern mit anderen Tieren ein improvisiertes Sommerfest und ernten Äpfel.

Kinder können sich jeden Tag eine Aktionskarte vom Kalender abreißen. Sie enthalten Anregungen, was sie tun können, um den Tag bewusst zu gestalten. Immer wieder werden kleine Experimente und Basteleien vorgeschlagen. So werden beispielsweise Wiesenblumen gesammelt und gepresst, ein Picknick mit den Kuscheltieren veranstaltet oder auch Sport und Spiele gemacht. Immer passend zu jeweiligen Kalenderthema der Woche.

Die verschiedenen Themen sind: „Blumen und Wiesen“, „…mein Körper“, „Obst und Gemüse“, „Fortbewegung“, „Wasser und Luft“, „In der Küche“ und „Tiere“. Zu jedem Thema gibt es neben der Geschichte ein farbenfrohes Kalenderbild.

Kinder können so spielerisch die Natur entdecken, erleben und Zusammenhänge verstehen lernen. Die einzelnen Aktionen sind sehr abwechslungsreich, unterhaltsam und lehrreich. Langeweile wird garantiert keine aufkommen. Insgesamt gibt es 49 Karten für 7 Wochen. Einem kurzweiligen Sommer steht so nichts mehr im Wege. Aktionskarten, die abgearbeitet sind, kommen in eine kleine Box. Kinder können so gut sehen, wie viel sie schon in diesem Sommer getan haben. Später können die Aktionskarten dann als Kartenspiel genutzt werden.

Der Kalender ist ohne Aktionskarten ein großes Buch mit Geschichten und Illustrationen. Es gefällt gut, dass alle Teile des Kalenders weiter Verwendung finden. Geeignet ist das KinderKalenderBuch für Kinder von drei bis sechs Jahren.

Rezension von Heike Rau

Sebastian Zembol
Das KinderKalenderBuch Sommer
Illustrationen von Christine Haberstock
ab 3 Jahren
mixtvision Verlag
ISBN: 3-939435-00-7
Bestellen

Kakteen

Kakteen

Zunächst wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, Kakteen kennen zu lernen, ihren Aufbau, ihre natürlichen Standorte und auch ihre Verwendung. Dann wird erklärt, wie man Kakteen kultiviert und welche Ansprüche sie haben. Aufgezeigt wird, welche Kakteen sich für die Freilandkultur eignen, welche gut im Gewächshaus aufgehoben sind und welche im Haus stehen dürfen. Informiert wird aber auch welches Substrat für Kakteen geeignet ist, wie man umtopft, gießt und düngt und natürlich auch, was im Winter zu beachten ist. Auch wie man Kakteen vermehrt, wird erläutert.

Es folgen die Pflanzenporträts. Opuntien, Säulenkakteen, epiphytische Kakteen, Kugelkakteen aus Südamerika, Nord- und Mittelamerika werden vorgestellt. Die Steckbriefe umfassen Beschreibung, Kultur und natürliches Verbreitungsgebiet und mehr. Dazu gibt es viele Fotos.

In diesem Buch sind die Informationen über Kakteen zusammengefasst dargestellt. Neben den etwas längeren erläuternden Texten beispielsweise zur Pflege, gibt es immer noch einmal Kästchen mit den wichtigsten Stichpunkten auf einen Blick. Das ist natürlich sehr praktisch, besonders für Anfänger in der Kakteenhaltung. Man kann sich einen sehr guten Überblick verschaffen und erfährt mit diesen Buch, welche Anforderungen Kakteen stellen. Dank der Pflanzenporträts kann man sich dann gezielt Pflanzen aussuchen, die für das eigene Heim, das Gewächshaus oder den Garten geeignet sind. Da gibt es eine große Auswahl. Die Pflanzenporträts sind zwar kurz, aber sehr aussagekräftig, so dass der Leser das Wichtigste über eine Kakteenart auf einen Blick erfassen kann. Auch die Fotos gefallen. Das Buch überzeugt zudem mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Über den Autor:
Yves Delange ist Honorar-Dozent im „Muséum national d’histoire naturelle“ in Paris. Er ist zudem beauftragt mit der Erhaltung der tropischen Sammlungen. Yves Delange ist Gründungsmitglied der französischen Vereinigung „Association internationale des amateurs de plantes succulents“ und Herausgeber von deren Zeitschrift „Succulentes“.

Rezension von Heike Rau

Yves Delange
Kakteen
auswählen und pflegen
94 Seiten, Klappenbroschur, 115 Farbfotos, 3 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer Stuttgart
ISBN: 3-8001-4765-3
Bestellen

Die Bibliothek des Alchemisten

Die Bibliothek des Alchemisten

Seit anderthalb Jahren arbeitet Paul Tomm nun schon beim „Lincoln Carrier“. Das ist eine kleine Gemeindezeitungen. Man kann lesen, wer geheiratet hat, wer ein Geschäft eröffnet hat, wann ein Volksfest stattfindet und weiteres. Also nichts Spektakuläres.

Dann bekommt die Zeitung Nachricht von einem Todesfall. Ein alter Professor ist tot in seinem Haus aufgefunden worden. Paul Tomm will einen Nachruf schreiben und zu diesem Zweck ein paar Daten recherchieren. Aber er scheitert schon daran, den Geburtstag des estnischen Professors herauszufinden. Niemand scheint ihn näher zu kennen. Nur von einem Kollegen hört er, dass Prof. Pühapaev ein komischer Kauz mit aufbrausendem Temperament gewesen sein soll. Aber im Grunde verstrickt sich auch Prof. Jadid nur in Vermutungen. Nur eins ist sicher. Prof. Pühapaev besaß eine Waffe und hat damit sogar einmal auf eine Katze geschossen. Allerdings wurde diese Sache unter den Tisch gekehrt. Schließen könnte man aber daraus, dass der Professor sich verfolgt fühlte und vor irgendetwas Angst hatte.

Paul forscht weiter. Er sieht sich die ehemalige Stammkneipe des verstorbenen Professors an. Hier wird Paul sogar bedroht. Aber er erfährt, dass der Professor scheinbar ein Trinker war. Aber was soll er schon mit dieser Information anfangen. Dann stellt sich heraus, dass es doch jemanden gab, der ihn näher kannte. Es ist eine Nachbarin. Hannah Rowe. Schon das erste Telefongespräch mit ihr weckt Schmetterlinge in Pauls Bauch.

Unterdessen kommt der Pathologe, der mit der Untersuchung des Professors betraut ist, ums Leben. Er wurde überfahren, der Täter ist flüchtig. Paul glaubt nicht an einen Zufall, eher, dass der Pathologe etwas herausgefunden hat. Die Arbeiten waren noch nicht abgeschlossen, aber der Pathologe war erstaunt, in welch gutem Zustand die Organe des alten Mannes waren. Vielleicht war er ja nah dran, noch andere Merkwürdigkeiten festzustellen.

Auch Hannah Rowe gibt sich bedeckt, was ihren Nachbarn betrifft. Paul verliebt sich dennoch Hals über Kopf in sie. Mittlerweile wird die Sache ohnehin unangenehm. Paul findet einen Umschlag mit einem blutigen Zahn vor seiner Tür und nimmt dies als Drohung. Er vertraut sich Hannah an. Doch dann findet er an ihrer Tür das gleiche Zeichen, das er auch an seiner Tür zusammen mit dem Zahn gefunden hat. Was verheimlich Hannah, die möchte, dass Paul die Sache ruhen lässt? Aber das stachelt den jungen Reporter erst recht an, weiterzumachen.

Für Paul Tomm ist es nicht leicht, Licht ins Dunkel zu bringen, zumal er auch noch einer Frau vertraut, die mit in die Sache verstrickt ist und ihn eher hindert, statt weiterbringt. Doch Paul Tomm hat Feuer gefangen und ist nicht bereit aufzugeben. Genauso geht es dem Leser, der schnell von diesem Roman gefangen genommen wird und nicht mehr aufhören kann, zu lesen.
Die Geschichte des Professors ist sehr mysteriös. Und doch steht sie in Zusammenhang mit 15 alchemistischen Gegenständen, die einst aus der Bibliothek eines Alchemisten geraubt worden sind und die offenbar auch einen Mord wert sind. Diese Gegenstände werden in einer zweiten Handlungsebene erklärt. Vielleicht etwas zu detailliert. Denn eigentliche empfindet man die Unterbrechung der Haupthandlung eher als störend und die Spannung anhaltend, zumal man Anfangs keinen Zusammenhang erkennen kann.
Geschrieben ist das Buch sehr spritzig und auch mit viel Humor. Man wird wirklich gut unterhalten. Nur das Ende ist dann doch überraschend unspektakulär. Hier hätte man etwas mehr erwartet.

Über den Autor:
Jon Fasman, geboren 1975 in Chicago, wuchs in Washington auf. Er arbeitete nach dem Studium als Journalist in New York, Oxford und Moskau. Heute ist er Redakteur beim „Economist“ in London. „Die Bibliothek des Alchemisten“ ist sein erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Jon Fasman
Die Bibliothek des Alchemisten
Aus dem Amerikanischen von Birgit Moosmüller
544 Seiten, gebunden
Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN: 3-453-01840-0
Bestellen

Marie hat jetzt Stachelzöpfe

Marie hat jetzt Stachelzöpfe

Marie fliegt zum ersten Mal nach Afrika. Ihre Mama kommt aus einem Land, das Burkina Faso heißt. Dort wohnen viele Verwandte. Endlich landet das Flugzeug. Weiter geht es mit dem Auto. Marie staunt über das, was sie sieht. So entdeckt sie zum Beispiel ein Esel mit einem Karren voller Melonen. Bunt gekleidete Frauen tragen ihrer Kinder auf dem Rücken. Und alle haben die gleiche Hautfarbe wie Maries Mutter. Von den Verwandten werden die Reisenden herzlich aufgenommen. Es gibt viel zu erzählen. Marie gefällt, dass hier viele Tiere leben. Mit den Nachbarskindern schließt das Mädchen schnell Freundschaft.

Zusammen mit seiner Mama und der kleinen Schwester Assia reist Issa von Afrika nach Deutschland. Von Marie und ihren Eltern werden sie vom Flughafen abgeholt. Issa staunt über die Treppen, die scheinbar ganz von alleine fahren. Am liebsten möchte er immer wieder nach oben und dann wieder hinunter fahren. Möglichst bald möchte er ins Einkaufszentrum, denn dort soll es auch Rolltreppen geben. In Deutschland gibt es für den Jungen aber noch mehr Interessantes zu entdecken. Er erlebt eine Geburtstagsfeier in einem Zoo. Bei dieser Gelegenheit lernt er auch Maries Freunde kennen.

Das Buch lässt sich von hinten und von vorn aufschlagen, je nachdem, welche der beiden Geschichten Kinder zuerst lesen möchten. So lässt sich sehr schön vergleichen, was die Kinder auf unterschiedlichen Kontinenten erleben. Mit im Buch sind auch Karten von Europa und Afrika. Weiterhin gibt es jeweils eine Seite mit grundsätzlichen Informationen. Auf der Deutschlandseite kann man beispielsweise nachlesen, welche Nachbarländer Deutschland hat oder wie viele Menschen hier leben. Auch über Burkina Faso, das Land in Afrika, gibt es eine solche Seite. So erfährt man unter anderem, wie groß dieses Land ist, welche Sprache hauptsächlich gesprochen wird und natürlich auch, wie die Menschen dort leben. Die Geschichten eignen sich wunderbar zum Vorlesen. Die Illustrationen gefallen gut. Kindern wird so spielerisch viel Wissenswertes vermittelt.

Über die Autorin:

Sylvia Schopf ist Schriftstellerin und Schauspielerin. Sie schreibt Romane, Erzählungen, Sachgeschichten für Kinder und Jugendliche und Krimis und Lyrik für Erwachsene, Theaterstücke, Hörgeschichten und Beiträge für das Fernsehen. Ihr Wissen gibt sie weiter in Praxisseminaren, Fortbildungen für Pädagogen und in Theater- und Fabulierwerkstätten für Kinder. www.sylvia-schopf.de

Rezension von Heike Rau

Sylvia Schopf / Susanne Smajić
Marie hat jetzt Stachelzöpfe
Von Europa nach Afrika und zurück
48 Seiten, lam. Pappband
ab 5 Jahren
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11245-5
Bestellen

Minze

Minze

Die Pfeffer-Minze kennt sicher jeder. Doch es gibt noch eine Reihe wilde und gezüchtete Minze-Sorten, die man unbedingt kennen lernen sollte. Die Pflanze ist als Teeaufguss bei vielen Beschwerden hilfreich, doch auch als Zutat für die kreative Küche ist sie beliebt.

Zunächst werden die wilden Minzen vorgestellt, wie beispielsweise die Wasser-Minze, die Ross-Minze und die Acker-Minze. Natürlich wird auch die Polei-Minze vorgestellt, die jedoch in größeren Dosen giftig wirkt. Leider findet man kein Foto von der Polei-Minze, dabei kann man sie leicht mit der Acker-Minze verwechseln, wie die Autorin schreibt.
Auch Nicht-Minzen, die dennoch nach Menthol duften und schmecken, wie etwa die Katzen-Minze werden im Buch erwähnt. Im botanischen Sinne sind sie jedoch keine Minzen.
Die am häufigsten verwendeten Minzen sind die Pfeffer-Minzen. Vorgestellt werden auch diese in kleinen Porträts von der Thüringer Minze bis zur Schokoladen-Minze.
Auch die Frucht-Minzen sind interessant. Ein Beispiel wäre hier die Erdbeer-Minze. Die klein gehackten Blättchen passen tatsächlich gut zu Erdbeereis oder Erdbeerbowle.
Es folgen die Teeminzen. Besonders fruchtig schmeckt beispielsweise ein Eistee aus Apfel-Minze.
Interessant sind auch die Schmuckminzen, die unter anderem durch ihr buntes Laub auffallen, wie die Rotblättrige Minze.
Es lohnt sich also in jedem Fall, im Garten ein Beet mit Minze anzulegen oder die duftenden Pflanzen in kleinen Topfen zu ziehen.
Nicht nur für die Gesundheit ist Minze empfehlenswert. Im Buch gibt es Rezepte zu pikanten Gerichten, Salaten und Vorspeisen, Desserts und Getränken.

Das kleine, vielseitige Buch begeistert. In leicht verständlichen Texten, ergänzt mit vielen Fotos und einigen Zeichnungen, kann man alles Wissenswerte rund um die Minze nachlesen. Das macht Lust, sich näher mit diesen Pflanzen zu beschäftigen und sie selbst zu ziehen. Wie man die Minzen in Kräuterbeeten anbaut und welche Bedürfnisse die duftenden Pflanzen haben, all das wird im Buch genau erklärt. Die Rezeptvorschläge sind interessant und leicht nachzuvollziehen. Es gibt sogar Vorschläge für gemischte Kräutertees. Für Kinder gibt es eine Extra-Seite mit tollen Ideen, wie zum Beispiel der Herstellung von Minze-Eiswürfeln für leckeren Eistee.

Über die Autoren:
Brigitte Kleinod ist Biologin und als Ratgeberautorin sehr erfolgreich.
Friedhelm Strickler ist Gärtnermeister. Er besitzt eine Bioland-Gärtnerei.

Rezension von Heike Rau

Brigitte Kleinod / Friedhelm Strickler
Minze
frisch – aromatisch – gesund
66 Seiten, broschiert
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4909-5
Bestellen

Der Ausflug

Der Ausflug

Zur Abschlussfeier der Sonntagsschule am 15. Juni 1904, zu Beginn der Sommersaison, wird von der Gemeinde St. Mark’s ein Dampfschiff gemietet. Diese Jahresfeier hat Tradition. Mary Abendschein, die Vorsitzende des Ausflugskomitees hat sich mächtig in Zeug gelegt und die benötigten Gelder durch Spenden eingetrieben.

Für Kapitän Van Schaick der „General Slocum“, die in ihrer vierzehnten Saison im Einsatz ist, ist diese Fahrt reine Routine. Es gibt nur eine kniffelige Stelle und das ist die fünf Minuten dauernde Passage durch Hell Gate, das Tor zur Hölle. Er wägt sich in Sicherheit, schließlich wurde das Schiff erst durch die Behörden in Augenschein genommen, auch wenn bei dieser Überprüfung das eine oder andere Auge mit überzeugenden Argumenten zugedrückt wurde.

Hunderte Menschen aus Little Germany in New York, fast alle deutsche Einwanderer, gehen gut gelaunt an Bord. Familien, Frauen mit ihren Kindern. Für manche ist es der erste Ausflug dieser Art. Es ist wunderschönes Wetter. Einem heiteren unbeschwerten Tag, steht eigentlich nichts im Weg, bis das Feuer in einem Lagerraum mit Gerümpel zum Leben erwacht und die Panik ausbricht, weil die Besatzung völlig falsch reagiert.

Die Lektüre macht betroffen und fassungslos, angesichts der Tatsache, dass die Katastrophe zu verhindern gewesen wäre, hätte die Besatzung angemessen reagiert oder auch nur die Sicherheitsauflagen eingehalten. Aber diese wurden völlig außer Acht gelassen, neue Schwimmwesten kosten schließlich Geld. Die Mannschaft ist sorglos, unvorbereitet und bald völlig überfordert.
Es ist sicher nicht leicht, eine solche Tragödie in Worte zu fassen. Doch dem Autor gelingt es, zu beschreiben, was eigentlich unbeschreiblich ist. Er beginnt mit der Geschichte der Gemeinde Little Germany, erzählt, wie die Auswanderer sich ihr Leben eingerichtet haben. Dann rekonstruiert er genau, was an diesem schicksalhaften 15. Juni 1904 an Bord des Raddampfers „General Slocum“ passierte. Auch was danach geschah, stellt er dar. Dabei fällt auf, wie genau die Geschichte recherchiert wurde. Es sind besonders die Einzelschicksale von Familien, die so betroffen machen. Die aufgedeckten Hintergründe, die zu dieser Tragödie führten, machen vor allem wütend.

Über den Autor:
Edward T. O´Donnell wurde 1963 geboren. Er lehrt amerikanische Geschichte am College of the Holy Cross in Worchester. Er leitet regelmäßig, als Experte für Stadtgeschichte und Immigration, Führungen durch New York City. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen vier Töchtern in Holden, Massachusetts.

Rezension von Heike Rau

Edward T. O´Donnell
Der Ausflug
Das Ende von Little Germany, New York
Deutsch von Eike Schönfeld
420 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-93-2
Bestellen

Zucker ist nicht immer süß

Zucker ist nicht immer süß

Peter hat Geburtstag. Zu seiner Party lädt er Kinder seiner Klasse ein. Nur Thomas will er nicht dabei haben. Der verhält sich immer so seltsam, hört beim Sport mittendrin auf, trinkt keine Cola und mag keine Schokolade. So ein Spielverderber würde auf der Party nur stören.
Aber Thomas ist durchaus kein Langweiler. Cornelia klärt Peter und seine Freunde auf. Thomas darf nämlich keine Cola trinken oder Schokolade essen. Er ist zuckerkrank, hat Diabetes. Dabei sieht er gar nicht aus, als würde ihm was fehlen.
Was das genau für eine Krankheit ist, erklärt Cornelias Mutter. Sie ist Ärztin. Die Kinder erfahren auch, dass Thomas sich Insulin spritzen muss. Dass passt nicht zu einem Langweiler. Die Kinder sind sich einig. Sich selbst eine Spritze zu geben, erfordert viel Mut.
So lädt Peter Thomas doch zur Geburtstagsparty ein. Die wird ein wenig anders gestaltet als sonst und wird dennoch ein voller Erfolg.

Erich Rauschenbach erklärt in seinem Buch mit einfachen Worten die Krankheit Diabetes. Dabei kommt auf sehr verständliche Weise alles zur Sprache, was Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren diesbezüglich interessiert, also wie die Krankheit sich äußert und wie der Patient behandelt wird. Die Länge der Texte bzw. Dialoge ist knapp bemessen, so dass auch kleiner Kinder nicht überfordert werden.
Das Beste aber ist, dass das Buch ansprechend und detailreich im Comic-Stil gestaltet wurde. Da können Kinder viel entdecken. So gibt beispielsweise ein Nilpferd, dass man immer unten in der Ecke findet, lustige Kommentare von sich.
Ernst Rauschenbach hat somit ein ernstes Thema in einen Comic verpackt.
So lernen Kinder auf spielerische Art und Weise verstehen, wie es Mitschülern geht, die unter der Zuckerkrankheit leiden und warum sie bestimmte Lebensmittel nicht zu sich nehmen dürfen. Das sorgt für mehr Verständnis und verhindert die Ausgrenzung der kranken Kinder.

Über den Autor:
Erich Rauschenbach wurde 1944 geboren. Er lebt seit 1953 in Berlin. Nach dem Abitur folgte eine Banklehre und ein Studium an der PH bis 1969 und bis 1973 an der Hochschule der Künste in Berlin. Erich Rauschenbach ist freiberuflicher Zeichner und Autor. www.erich-rauschenbach.de

Rezension von Heike Rau

Erich Rauschenbach
Zucker ist nicht immer süß
32 Seiten, durchgehend illustriert
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-1105-2
Bestellen