30 über Nacht

30 über Nacht

Jenna würde zu gern so aussehen wie die perfekten Models in den Modemagazinen. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, zur coolsten Clique der Schule zu gehören. Deswegen lädt Jenna die sechs Mädels, die durch ihre schicken Klamotten und ihre Beliebtheit auffallen, zu ihrem 13. Geburtstag ein. Jenna will beweisen, dass sie ebenfalls cool ist.
Von ihrem Freund Matt bekommt Jenna ein selbstgebautes Traumhaus geschenkt und eine Tüte Wunschstaub aus der letzten „Hulk“-Ausgabe. Doch als die Geburtstagsgäste kommen, lässt sie das Haus und den Wunschstaub auf einem Regalbrett im Wandschrank verschwinden. Die Party entwickelt sich nicht so, wie von Jenna erhofft. Die Gäste langweilen sich. Dann schlägt eines der Mädchen vor „Sieben Minuten im Himmel“ zu spielen. Jenna ist als erste dran. Die Augen werden ihr verbunden und sie muss in den Wandschrank gehen. Sie darf nun darauf warten, dass ein Junge zu ihr kommt und sie sieben Minuten küssen wird. Jenna hofft auf Chris Crandy, der mit der Mädchenclique mitgekommen ist und den sie insgeheim vergöttert. Doch Jenna wird ausgetrickst. Da wünscht sie sich unter Tränen nur noch eins: 30, sexy und erfolgreich zu sein. Vom Traumhaus fallen einige Krümel Wunschstaub herunter und ihr Wunsch wird wahr.

Die Geschichte um die 13jährige Jenna ist sehr unterhaltsam. Ihre Wünsche, wenn sie auch sehr oberflächlich erscheinen mögen, sind gut nachvollziehbar. Durch den Wunschstaub macht Jenna eine Zeitreise in die Zukunft und kann feststellen, ob ihre Wünsche wirklich das Maß aller Dinge sind. Dass das niemals der Fall sein kann, ist natürlich klar. Das muss auch Jenna schmerzlich erfahren. Doch sie lernt, sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen und in Zukunft ihre Entscheidungen nach anderen Maßstäben zu fällen.
Ein modernes Märchen, das mit Magie Träume wahr werden lässt.

Rezension von Heike Rau

Christa Roberts
30 über Nacht
Nach dem gleichnamigen Kinofilm von Cathy Yuspa & Josh Goldsmith und Niels Mueller
Nach einer Idee von Cathy Yuspa & Josh Goldsmith
Aus dem Amerikanischen von Thomas Ziegler
125 Seiten, broschiert
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3380-1
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Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen

Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen

Mit diesem umfassenden Lexikon können sich Hundeliebhaber ein Bild von den verschiedenen Hunderassen machen. Gerade wer beabsichtigt, sich einen Hund anzuschaffen und noch nicht weiß, welcher Hund für ihn infrage kommt, kann mit dem Buch leichter eine Wahl treffen. Den Leser erwarten 345 Porträts der vom FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannten Rassen. Aber auch einige recht junge, noch nicht anerkannte Hunderassen werden vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise der Markiesje oder der kleine Mi-Ki.
Angaben zu FCI-Nr., Herkunft, Größe, Gewicht und Farbe werden steckbriefartig dargestellt. Ausführliche Auskünfte zur Geschichte des betreffenden Hundes, zum Charakter, zu Besonderheiten und Verwendung folgen. Hinweise zu den sogenannten Kampfhunde-Rassen sind ebenfalls vorhanden. Und natürlich steht auch ein treffendes Farbfoto zur Verfügung.
Mit Hilfe einer Farbleiste am unteren Seitenrand ist es möglich, die vorgestellten Hunderassen den einzelnen Rassengruppen zuzuordnen. So kann man auf einen Blick die Gruppenzugehörigkeit erkennen.

Die Fülle an angebotenen Informationen ist beeindruckend. Dabei kommt die Übersichtlichkeit im Buch nicht zu kurz. Dafür sorgt eine gut erfassbare Gliederung der Texte. Die Rassen sind alphabetisch angeordnet. Im Register sind dann auch die gängigen Synonyme mit aufgelistet.
Besonderen Wert hat die Autorin auf die Beschreibungen der Wesenszüge der Hunde gelegt, ohne diese zu beschönigen. Denn nicht jeder Hund ist für jeden Hundeliebhaber geeignet. So kann der Leser sich spätere Enttäuschungen ersparen. Damit sind die Angaben zu den einzelnen Hunderassen sehr aussagekräftig. Genau richtig, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen.

Über die Autorin:
Die Biologin Dr. Gabriele Lehari ist Autorin, freiberufliche Lektorin und Übersetzerin von Natur-, Umwelt- und Hobby-Sachbüchern. Seit vielen Jahren ist sie Hundehalterin und hat mehrere Hundebücher veröffentlicht.

Rezension von Heike Rau

Gabriele Lehari
Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen
345 Rassen in Wort und Bild
238 Seiten, 350 Farbfotos, gebunden
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4614-2
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Der blaue Kristall

Der blaue Kristall

Dr. Jan Parlor hat seine Faszination für Steine zum Beruf gemacht. Trotz beruflicher Erfolge und auch in sexueller Hinsicht erfüllter Ehe mit Anna, wirkt sein Leben langweilig. Es scheint, als würde die Zeit nur so vor sich hin plätschern, als wäre das Leben eine Belanglosigkeit. Alles ist Schicksal, alles ergibt sich. So war es schon zu DDR-Zeiten, warum sollte es nach der Wende anders sein. Parlor ist kein Kämpfer. Wofür auch, ihm fehlt ja nichts. Dann geschieht das Unfassbare. Parlor verliebt sich in eine verheiratete Frau. Sie erinnert ihn an jemanden, weckt versteckte Gefühle, die niemand in ihm vermutet hätte, am wenigsten er selbst. Seine Fantasie schlägt Purzelbäume, alle Gedanken drehen sich um diese Frau. Doch Parlor kann lange nicht aus sich heraus. Er versucht die Frau mit Zurückhaltung zu erobern, so sind Ostmänner nun mal. Irgendwann ist es genug. Parlor merkt, dass er so nicht ans Ziel kommt und verliert die Geduld. Leidenschaft packt ihn und er begeht eine unerklärliche Tat.

Der Autor erzählt in einem sehr eindringlichen Stil. Dabei arbeitet er mit interessanten Perspektivwechseln. Der Leser erfährt daher auch die Gedanken, die der Ich-Erzähler selbst nicht offenbaren würde. So entsteht eine ungewöhnliche Tiefe. Die Wandlung Parlors vom Langweiler zum leidenschaftlichen Mann ist sehr ausführlich beschrieben. Parlor mit seiner plötzlichen Leidenschaft konfrontiert, lernt Gefühle zuzulassen und nicht mehr alles als gegeben hinzunehmen. Sogar Hassgefühle unterdrückt er nicht länger. Ein schmerzlicher Prozess, der, auch wenn man das hofft, nicht im Glück endet und doch den Grundstein für ein lebenswerteres Leben mit wirklichen Zielen schafft.

Über den Autor
Birk Meinhardt, Jahrgang 1959, arbeitete als Sportjournalist für verschiedene Zeitungen und seit 1996 als Reporter für die Süddeutsche Zeitung. Der in Eichwald bei Berlin lebende Autor erhielt 1999 und 2001 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. „Der blaue Kristall“ ist sein erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Birk Meinhardt
Der blaue Kristall
288 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-5742-0
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Claudia Wolff: Letzte Szenen mit den Eltern

Claudia Wolff: Letzte Szenen mit den Eltern

Das hat man nun vom gesunden Leben, von frisch gepressten Säften und Vollkornbrot. Dazu der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Das Leben wird endlos und Alterskrankheiten schlagen zu.
Bis vor drei Jahren war das Gedächtnis der Mutter noch in Ordnung. Dann starb der Vater und mit der Mutter ging es bergab.
Die Mutter vergisst so vieles, verliert die Orientierung. Die Mutter ist längst im Heim. Das Haus, das Elterhaus, wird nicht verkauft. Die Tochter kann es nicht, ein Verkauf ist für sie zu entgültig. Noch ist die Hoffnung nicht ganz dahin, dass alles noch mal besser wird. Die Mutter muss nur wollen, sich ein klein wenig anstrengen. Aber es wird nichts besser, im Gegenteil.
Die Wandlung des Vaters vor seinem Tod ist unfassbar für die Tochter. Und nun schlägt die Hilflosigkeit erneut zu, denn auch die Krankheit der Mutter lässt sich nicht aufhalten.

Geschrieben ist das Buch in einer sehr eindringlichen Sprache. So wird die Verzweiflung der Tochter, die selbst alt ist, für den Leser begreifbar und nachvollziehbar. Auch mit Vernunft bekommt die Tochter ihre Gefühle kaum in den Griff. Und dennoch verändert sie während des langsamen Abschiednehmens ihre Einstellung zu ihrer Mutter, zum Leben und zum Tod und sie kommt mit sich selbst so weit es geht in Reine. Sie lernt ein Stück weit hinzunehmen, was sich nicht ändern lässt. Das Buch löst Betroffenheit und Traurigkeit aus. Die durchweg bewegenden Kapitel regen den Leser an über sich selbst und seine Auffassungen und Denkweisen zum Alter nachzudenken.

Über die Autorin:
Claudia Wolff ist Jahrgang 1941. Sie studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Seitdem ist sie freie Autorin und schreibt vorwiegend Radiostücke, wie Features, Essays, Kommentare und Glossen für den WDR und andere Sender der ARD. Die in Heidelberg lebende Autorin ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.

Rezension von Heike Rau

Claudia Wolff
Letzte Szenen mit den Eltern
142 Seiten, gebunden
Kunstmann Verlag, München
ISBN: 3-88897-352-X
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Charlie Bone und die magische Zeitkugel

Charlie Bone und die magische Zeitkugel

Als ein uraltes Familienfoto von der Wand fällt, kommt Charlies außergewöhnliche Begabung, Bilder sprechen zu hören, wieder zum Vorschein. Auf dem Foto ist ein Junge zu sehen, der Charlie verblüffend ähnlich sieht. Charlies Onkel Paton weiß, wer der Junge ist. Er ist Henry Darkwood. Doch Henry ist vor vielen Jahrzehnten auf mysteriöse Weise mitten in einem Murmelspiel, welches er mit seinem Bruder spielte, verschwunden.

Am nächsten Tag, als Charlie wieder im Internat ist, taucht auf gespenstige Art und Weise ein Junge auf. Charlie erkennt ihn sofort. Es ist der lang vermisste Henry. Sein bösartiger Cousin Ezekiel hatte ihn Mithilfe einer Zeitkugel in die Zukunft geschickt. Doch auch hier in der Zukunft hat Henry keine Ruhe. Ezekiel Bloor kann nicht fassen, dass der Junge, den er damals verbannt hat, wieder da ist und sein ganzes Leben noch vor sich hat, während er uralt ist. So ist er Henry schon bald wieder auf den Fersen. Charlie muss ihn an einem sicheren Ort verstecken. Dabei bekommt er Hilfe von seinen Freunden, die bis auf Benjamin wie er Nachfahren eines Magiers, dem „Roten König“, und damit sonderbegabt sind. Aber auch die Köchin hilft. Sie bietet Henry Unterschlupf in ihren verborgenen Räumen. Doch alles ist vergebens, die Bloors erwischen Henry und sperren ihn in ein altes Verlies in den Ruinen.
Charlie muss alle Kräfte mobilisieren, um zusammen mit seinen Freunden die Geschichte doch noch zum Guten wenden zu können. Dabei erlebt er unglaubliche Abenteuer. Auch seine außergewöhnliche Begabung verstärkt sich. Charlie vermag nicht nur Stimmen aus Bildern zu hören, er kann sogar in die Bilder hineingehen. Das ist ein Wagnis mit ungewissem Ausgang, jedoch der einzige Weg, um Henry zu retten.

Nach „Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ ist nun endlich der zweite Band erschienen. Auch in diesem Buch erlebt Charlie zusammen mit seinen Freunden faszinierende Abenteuer. Jenny Nimmo schafft es, mit ihrer Art zu erzählen, eine unglaublich spannungsgeladene Atmosphäre zu schaffen. Wieder wächst Charlie, der bis seine Sonderbegabung entdeckt wurde ein ganz normaler Junge war, über sich hinaus. Er nimmt all seinen Mut zusammen, um Henry zu helfen.
Viele alte Bekannte aus dem ersten Band sind wieder zu erleben. Die fiese Großmutter, die unheimlichen Tanten mit ihren Familiengeheimnissen, Onkel Paton oder Benjamin und sein Hund. Natürlich sind auch wieder die sonderbegabten Schüler und die Lehrer der Bloor-Akademie dabei. Der Handlung lässt sich leicht folgen, aber vorhersehbar ist sie nicht. Dazu ist sie zu vielschichtig und Charlies Gegenspieler zu wenig einschätzbar. Auch das Internat als gruselig-schauriger Schauplatz der Geschehnisse ist wieder für einige Überraschungen gut.
Die Andeutungen zum Verbleib von Charlies Vater reißen auch im zweiten Band nicht ab. Alle Leseratten können sich also Hoffnungen auf ein drittes Buch machen.

Über die Autorin:
Jenny Nimmo spielte nach ihrem Schauspielstudium Kindertheater und arbeitete beim Rundfunk. Ihr erste Kinderbuch erschien 1975. Ihre Bücher wurden mehrfach mit dem britischen „Smartie-Award“ für Kinderliteratur ausgezeichnet und teilweise fürs Fernsehen verfilmt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in einer alten Wassermühle in Wales.

Rezension von Heike Rau

Jenny Nimmo
Charlie Bone und die magische Zeitkugel
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder von der Tann
320 Seiten, gebunden
ab 10 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-34443-5

Kleiner Hinweis: Eine Besprechung zum ersten Band „Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ befindet sich ebenfalls in unserem Rezensionspool. Einfach den Titel in die Suchmaske eingeben!
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Cherry Whytock: Angel

Cherry Whytock: Angel

Angel ist eine Wucht, jedenfalls was ihre Körpermaße betrifft. Als Fan von Jamie Oliver kocht sie auch selbst gern. Und was gekocht wurde, muss natürlich auch gegessen werden. Doch neben ihren superschlanken Freundinnen und ihrer Mutter, einem Ex-Model, fühlt sich Angel wie ein dicker runder Moppelwal. Trotz ihrer Leibesfülle, scheint sie jedoch von ihrem Schwarm Adam nicht bemerkt zu werden. Angel beschließt, sich in eine Diät zu stürzen. Schließlich steht die Valentinsparty bevor und bis dahin will Angel ihren Schwabbelfaktor verringern, um für Adam umwerfend auszusehen.

Eine vergnüglich Geschichte. Angel reduziert ihre Probleme auf ihr Übergewicht. Dabei verliert sie Dinge, die wirklich wichtig für Menschen sind, aus den Augen. Sie hat nur noch Jamie Olivers Kochkünste im Kopf und Adam. Sie muss die Erfahrung machen, dass eine radikale Kohl-Diät nicht zum erhofften Erfolg führt. Trotzdem gibt es nach vielen turbulenten Szenen ein glückliches Ende. Geschrieben ist das Buch in einem sehr leicht lesbaren Stil. Angel erzählt selbst in einem recht flapsigen Ton und nimmt sich ordentlich auf die Schippe. Die Illustrationen machen Spaß und sprechen Bände.
Mit im Buch sind die Lieblingsrezepte von Angel. Und wer Lust hat kann die leckeren Rezepte in den Lesepausen gleich ausprobieren.

Über die Autorin:
Cherry Whytock ist in West Sussex, England geboren und aufgewachsen. Sie hat Kunst- und Textildesign studiert. Bekannt ist sie aber nicht nur als Autorin, sie hat auch als Künstlerin in London und Umgebung immer wieder ausgestellt. Cherry Whytock lebt mit ihren zwei erwachsenen Töchtern in England.

Rezension von Heike Rau

Cherry Whytock
Angel
Klamotten, Küsse, Katastrophen!
Aus dem Englischen von Yvonne Hergane
184 Seiten, Klappenbroschur
ab 10 Jahren
arsEdition, München
ISBN: 3-7607-3985-7
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Das Schwarzbuch der Rache

Das Schwarzbuch der Rache

Rachegelüste hat wohl jeder Mensch. Da sind der tratschende Nachbar, der hochmütige Chef, der nervige Ex-Partner oder der anmaßende Vermieter, welche die Galle hoch kochen lassen. Die Gefahr ist jedoch groß, bei Rache übers Ziel hinauszuschießen. Hier kann der Schuss wirklich leicht nach hinten losgehen.
Ganz gefahrlos ist es, „Das Schwarzbuch der Rache“ zu lesen und an den Rachefeldzügen der anderen teilzunehmen. Das gute Gefühl der Schadenfreude kann auch so genüsslich ausgekostet werden. Und das tut unendlich gut.
So werden Fernsehgeräte ferngesteuert, Autos von Geisterhand abgemeldet, Wohnungen ahnungsloser Mieter gekündigt, Postsendungen umgeleitet, Limonade durch Essig ersetzt, Schaben ausgesetzt usw. Auch auf die Idee Enthaarungscreme in die Shampooflasche abzufüllen, muss man erst einmal kommen. Der Phantasie sind eben keine Grenzen gesetzt.

Das Buch ist originell, bösartig, witzig und es liest sich einfach gut. Man kann nur hoffen, dass die Rachsucht der Leser nach der Lektüre wirklich gestillt ist und eine Nachahmung nicht erfolgt. Es sind aber auch wirklich gute Streiche dabei. Wer gar nicht an sich halten kann, für den hat der Autor die 21 goldenen Racheregeln verfasst. Niemand sollte zu weit gehen.
Und einen kleinen Nebeneffekt hat das Buch auch noch. So manchem Racheopfer könnte unter Umständen ein Licht aufgehen.

Über den Autor:
John Punisher – hinter diesem Namen verbirgt sich der 1970 geborene Autor, Gastronom und Event-Manager Christian Riesen. „Das Schwarzbuch der Rache“ ist zunächst für einige Wochen im Selbstverlag erschienen.

Rezension von Heike Rau

John Punisher
Das Schwarzbuch der Rache
208 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-4901-0
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Und wann schläfst du?

Und wann schläfst du?

Die Sonne geht unter und es wird Nacht. Nicht nur kleine Kinder müssen jetzt schlafen. Auch der Bär, die Schlange, der Elch, die Hexe, der Tintenfisch und das Murmeltier sind müde und schlafen ein. Sogar der Vampir reibt sich die Augen, aber der wird wohl eher gerade munter. Der Sandmann ist nun müde und die Augen fallen ihm zu.

„Und wann schläfst du?“ ist ein beruhigendes Einschlaf-Buch für Kinder. In kleinen, einfachen Reimen wird erzählt, was passiert. Die Bilder sind in nächtlichen Blautönen gehalten, was für eine ganz besondere Stimmung sorgt. Die Tiere sind beim Einschlafen dargestellt, dabei kuschelt sich die Ente in ihr Nest, die Schlange wickelt sich um einen Ast. Aber auch andere geheimnisvolle Geschöpfe schlummern schon. Die Elfe schläft im Blütenkelch. Die Hexe liegt auf ihrem Besen, wie in einem gemütlichen Bett, die Katze auf ihrem Rücken. Auf den lustigen Bildern gibt es viele Details zu entdecken. Sehr zu empfehlen!

Gaby Neumayer
ist Jahrgang 1962. Sie studierte Linguistik in Köln, wo sie auch heute noch lebt. Sie ist selbstständige Autorin für sprachliche Themen, Lektorin und Redakteurin.

Wilfried Gebhard
ist Jahrgang 1944. Er studierte Grafik an der Grafischen Schule und Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Er arbeitet u.a. für die ZDF-Kindersendung „Siebenstein“ und veröffentlichte mehrere Kinderbücher bei Lappan. Wilfried Gebhard lebt im schwäbischen Maulbronn.

Rezension von Heike Rau

Gaby Neumayer / Wilfried Gebhard
Und wann schläfst du?
32 farbige Seiten, Hardcover
ab 4 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-1076-5
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Auf Traumpfaden unterwegs

Auf Traumpfaden unterwegs

Doro ist schon in Zentral-Afrika, Indien und Nordamerika gewesen. Doch diesmal reist sie mit ihrem Vater, der Reisejournalist ist, nach Australien. Sie interessiert sich für das Schicksal der Aborigines und ihre Geschichte.
Was sie alles erlebt und erfährt, schildert die fast Fünfzehnjährige ihrem Freund Jo in langen Emails. Außerdem führt sie ein Gedankentagebuch. Zusammen mit ihrem Vater geht sie auf Erkundungstouren, besucht Museen und Kunstgalerien und lernt Menschen kennen. Der Höhepunkt der Reise ist der Ausflug zum Uluru, auch Ayers Rock genannt. An diesem heiligen Ort darf Doro eine halbe Stunde allein sein. Die Stille ist magisch und Doro genießt ihr Glück in vollen Zügen, tankt Kraft und Energie.
Am Ende der Reise wartet noch eine ganz besondere Überraschung auf Doro, die sie die Sehnsucht nach ihrem Freund Jo vergessen lässt.

Doro ist ein sehr offenes und neugieriges Mädchen. Sie lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben. Besonders interessant sind die Emails an ihren Freund Jo. Doro schildert ihre persönlichen Eindrücke mit sehr viel Gefühl und Aufrichtigkeit. Die Geschichte Australiens und das Schicksal der Aborigines wird so verständlich dargestellt. Doros Reise ist sehr spannend und aufschlussreich. Über ihren unstillbaren Wissensdurst kann man so manches Mal schmunzeln. Für junge Leser ist das Buch deshalb so gut zu lesen, weil die Autorin aus der Ich-Perspektive erzählt und vom Schreibstil her, den Geschmack vieler junger Leser gut trifft. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Marie Thérèse Schins wurde in den Niederlanden geboren. Sie leitete die Kinder- und Jugendbibliothek in Nijmegen und Hannover. Marie Thérèse Schins lebt seit 1974 als Autorin, frei Journalistin und Malerin in Hamburg.

Rezension von Heike Rau

Marie Thérèse Schins
Auf Traumpfaden unterwegs
Doro in Australien
Mit Zeichnungen von Wiebke Oeser
Reihe: Gecko
Ab 12 Jahre
128 Seiten, gebunden
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
ISBN: 3-7795-0002-7
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Erfolgreich Kinderbücher schreiben

Erfolgreich Kinderbücher schreiben

Heidemarie Brosche hat es geschafft. Sie schreibt erfolgreich Kinderbücher. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Die Autorin erzählt über ihre Erfahrungen, ihre Rückschläge und Erfolge. Dabei beantwortet sie Fragen, die jeden, der Kindergeschichten schreibt und diese veröffentlichen möchte, interessieren.

Wie findet man den richtigen Verlag?
Sollte man mehrere Verlage auf einmal anschreiben?
Wie soll das Manuskript aussehen, wie eine Vita?
Warum dauert es so lange, bis Antwort vom Verlag eintrifft?
Wie geht man mit Absagen um?

Heidemarie Brosche macht Hoffnung, dass Autoren mit viel Hartnäckigkeit durchaus Erfolg haben können. Sie erzählt, was sie weitergebracht hat. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Schreibwerkstätten und erzählt, was Literaturwettbewerbe oder Fortbildungsveranstaltungen bringen können.

Wie man erfolgreich Kinderbücher schreibt, erfährt man im Buch aber nicht. Der Titel ist irreführend. Konkrete Tipps zum Schreiben von Kinderbüchern sucht man vergebens. Es geht tatsächlich nur um die Erfahrungen, die Heidemarie Brosche gemacht hat, wobei die Autorin sehr kurzweilig und mit viel Humor erzählt.
Besonders hilfreich sind Beispiele von Vita mit Veröffentlichungsliste, Probekapitel, Exposee und Verlagsanschreiben. Die Autorin erklärt auch, was von Selbstverlag, Druckkostenzuschussverlag und Books on Demand zu halten ist.

Für alle, die einer ersten Veröffentlichung entgegensehen, sind die folgenden nun Hinweise von Interesse. Heidemarie Brosche erklärt, wie ein Verlag arbeitet, wie ein Vertrag aussieht und mit welchem Honorar man rechnen kann.

Im Serviceteil gibt es Hinweise auf Zeitschriften, die weiterhelfen können, Hinweise zu Fortbildungsveranstaltungen, Internetadressen rund um Kinder- und Jugendliteratur, Internetadressen rund ums Schreiben, Schreibübungen und vieles mehr. Illustriert ist das Buch mit lustigen Zeichnungen von Detlef Kersten.

Über die Autorin:
Heidemarie Brosche ist Jahrgang 1955. Nachdem sie mehrere Jahre als Lehrerin tätig war, begann sie 1988 für Kinder zu schreiben. Bisher erschienen zahlreiche Bücher von ihr, vor allem für Kinder. 1991 erhielt die Autorin zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Hauptschule“ einen Lehrauftrag an der Universität in München. In zwei der Zeitschriften, für die sie auch schreibt, hatte sie jahrelang feste Kolumnen. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Friedberg bei Augsburg.

Rezension von Heike Rau

Heidemarie Brosche
Erfolgreich Kinderbücher schreiben
Von der Idee bis zum gedruckten Buch
Mit Illustrationen von Detlef Kersten
192 Seiten, Klappenbroschur
moses. Verlag
ISBN: 3-89777-135-7
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