Salve Roma!

Salve Roma!

Kater Francis macht sich Sorgen um Gustav. Wer macht ihm wohl die Dosen mit Katzenfutter auf, wenn Gustav seinen Plan wahr macht und sich den Strick nimmt? Zum Glück kommt es nicht so weit. Ein Anruf verhindert das Schlimmste und sorgt bei Gustav für neuen Lebensmut. Gustav wird nach Rom gerufen, um Ausgrabungen von gerade entdeckten Katakomben zu überwachen.
Rom, da beginnt Francis zu träumen. Doch Gustav will Francis gar nicht mitnehmen, sondern ihn in eine Tierpension stecken. Das lässt sich Francis nicht gefallen, mit Hilfe eines genialen Plans und ganz ohne das Wissen von Gustav, reist er mit nach Rom.
Der Traum vom Urlaub zerplatzt wie eine Seifenblase. Francis muss erfahren, dass seit einiger Zeit auf grausame Weise Katzen ermordet werden, ohne das dem Einhalt geboten werden kann. Francis kann da natürlich nicht zusehen. Mit Hilfe seines kriminalistischen Spürsinns will er den Fall lösen. Doch so einfach ist es nicht. Francis ist schließlich fremd in der Stadt. So macht er einen Fehler, vertraut den falschen Artgenossen, tappt in eine Falle und wird getäuscht. Francis lässt sich davon jedoch nicht entmutigen, er macht weiter. Er will die Frage beantwortet wissen, warum so viele seiner Artgenossen sterben mussten und vor allem, warum ihnen die Ohren entfernt wurden. Die späte Liebe zu Katzendame Sancta beflügelt ihn. Die Spur, die Francis verfolgt, führt schließlich zu Unglaublichem. Kann es wirklich sein, dass ein Tüftler mit Hilfe des Gleichgewichtsorgans aus Katzenohren eine intelligente Mordwaffe entwickeln will?

Francis ist nun schon 16 Jahre alt. Doch geändert hat sich nichts. Er ist der beliebte Katzendetektiv geblieben, klärt einen spannenden Fall, diesmal vor der Kulisse Roms, auf gewohnte Art und Weise. So manche Erkenntnis kommt ihm sogar im Traum. Seinen philosophisch angehauchten, spitzfindigen Gedanken zu folgen, macht einfach Spaß, auch wenn er manchmal übertreibt. Und auch der Fall, der wieder sehr utopisch anmutet, ist spannend. Allerdings könnte es ein klein wenig schneller vorwärts gehen. Immer wieder muss man sich durch Passagen kämpfen, die den Fall nicht so recht vorwärts bringen. Francis lässt sich oft ablenken und fabuliert. Das ist sicher nur für eingefleischte Katzenfans interessant, die das Buch vor allem wegen Francis lesen. So gibt es immer wieder Hintergrundinformationen aus der Katzenwelt, die teilweise auch noch mal ausführlich im Anhang geschildert werden.

Über den Autor:
Akif Pirinçci ist Jahrgang 1959. 1974 erschien im Bayerischen Rundfunk sein erster professioneller Kurzfilm. 1976 gewann er bei einem Hörspielwettbewerb des Hessischen Rundfunks den 1. Preis. Nach dem Studium an der Wiener Akademie für Film und Fernsehen arbeitete er zunächst als Drehbuchautor. Heute lebt Pirinçci als freier Autor in Bonn.
Nach dem Romandebüt „Tränen sind immer das Ende“, erschien 1989 sein erster Katzenkrimi „Felidae“, für den er 1990 mit dem „Mimi“-Krimipreis in den Kategorien „bestes Buch“ und „bestes Debüt“ ausgezeichnet wurde. „Salve Roma!“ ist nun der mittlerweile 5. Roman um den Katzendetektiv Francis.

Rezension von Heike Rau

Akif Pirinçci
Salve Roma!
Ein Felidae-Roman
273 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-0956-6
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Knief oder Des großen schwarzen Vogels Schwingen

Knief oder Des großen schwarzen Vogels Schwingen

Wolfgang Beutin schreibt mit seinem fünften Roman ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Geschichte: die dramatischen Ereignisse der Jahre 1918/19, als aus einem verlorenen Krieg heimkehrende Soldaten, Arbeiter und Intellektuelle, revoltierten und eine sozialistische Räterepublik errichten wollten, in Berlin, in München, in Bremen, im Ruhrgebiet. Er beschreibt – dies ist das Besondere an dem Roman – aus der Sicht der Revolutionäre und mit der Feder einer Frau den am Ende vergeblichen Kampf für eine, heute nennen wir es: basisdemokratische Gesellschaft.

Im Mittelpunkt Johannes Knief, unabhängiger Sozialdemokrat wie seine junge Geliebte und Chronistin Charlotte Kornfeld. Er, der von Krieg und Krankheit gezeichnete Pazifist, Journalist und Motor der Bremer Arbeiterbewegung, ein „Linksradikaler“, der das besitzbürgerliche Regime und das Berliner „Bonzentum“ regierender Sozialdemokraten (Ebert, Noske und Genossen) bekämpft und den in der Pickelhaubenzeit geschundenen, oftmals zusammengeschlagenen und weg gesperrten Proletariern zu ihrem Recht verhelfen will. Sie, Kurierin und Geschäftsführerin einer Arbeiterzeitung, Johanns Lebens- und Kampfgefährtin, die mit ihm Verfolgung und Gefängnis, Krankenhaus und Asyl bei Heinrich Vogeler in Worpswede teilt, bis Johann Knief nach mehreren Operationen stirbt, am 6. April 1919, einen Tag bevor in München eine Räterepublik entsteht.

Die Bremer Räterepublik, nach trickreichen Schachzügen der Arbeiterführer am 10. Januar 19 ausgerufen, scheiterte keine vier Wochen danach an der Übermacht der „Weißgardisten“, Freikorps völkisch-deutsch-nationaler Couleur, die ein sozialdemokratischer Reichswehrminister in Bremen einmarschieren ließ.

Es ist die tragische Geschichte eines Matrosen- und Arbeiteraufstandes, die Geschichte seiner Hauptakteure, allen voran Johannes Knief, ein Idealist wie die vielen anderen „Linksintellektuellen“, die an der bitteren Realität scheitern mussten. Der Autor macht aus seinen Sympathien für sie keinen Hehl. Und es ist eine Liebesgeschichte, die ebenso tragisch endet.

Beutin gelingt es, uns am Geschehen hautnah teilnehmen zu lassen und der offiziellen Historiografie, wie sie in den Schulbüchern angeboten wird, andere Aspekte hinzuzufügen. Wir können davon ausgehen, dass der vielseitige Wissenschaftler von der Geschichte seiner Heimatstadt Bremen viel Staub abklopfen musste, damit darunter Verborgenes sichtbar wird.

Sein Stil ist zupackend und analytisch distanziert zugleich. Beutin liebt das Detail; er sieht und beschreibt alles, was das Leben ausmacht, und wie es man es von einem Germanisten erwarten sollte: Er entfaltet den ganzen Reichtum unserer Sprache.

Dietrich Stahlbaum

Wolfgang Beutin: Knief oder Des großen schwarzen Vogels Schwingen Verlag Königshausen und Neumann, Würzburg 1/2004
249 Seiten, 19,80€

Wolfgang Beutin
Knief oder Des großen schwarzen Vogels Schwingen
Von deutscher Revolution – Roman über die dramatischen Ereignisse 18/19 in Bremen, Berlin,,,
ISBN:3826026373
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Cook

Cook

James Cook gilt als größter Entdecker aller Zeiten. Im Jahr 1768 brach er zu seiner ersten großen Reise auf. Zu dieser Zeit waren erst zwei Drittels unserer Welt erforscht. Zwei weitere große Forschungsreisen folgten. 11 Jahre, über 200.000 Seemeilen, Tahiti, Bora Bora, Neuseeland, Botany Bay, Great Barrier Reef, von Arktis bis Antarktis, von der Nordwestküste Amerikas bis zur nordöstlichsten Küste Sibiriens. Eine unvorstellbare Leistung, die allerdings den Tod von Cook zur Folge hatte. Der Captain wurde 1779 auf Hawaii erschlagen.

Zusammen mit Tony Horwitz kann der Leser nun den Spuren Cooks ganz gemütlich vom Sessel aus folgen. Der Autor hat sich auf den Weg gemacht, den Entdecker zu entdecken. Er orientiert sich dabei an der vierbändigen Ausgabe der Logbücher Captain Cooks, herausgegeben von John Cawte Beaglehole, und verwendet immer wieder Zitate daraus.
Die Faszination Cooks für ferne Länder und fremde Kulturen wird lebendig und steckt an. Cooks Eindrücke seiner Entdeckungsreisen vermischen sich mit denen des Autors, der nachzuvollziehen versucht, was Cook sah und wie er sich gefühlt haben muss. Denn aus den Logbücher allein, ist das nicht immer herauszulesen. Die Einträge sind etwas nüchtern, knapp gehalten, eben nur von Tatsachen geprägt, nicht aber von wahren Gefühlen.
Was Tony Horwitz auch mit eigenen Augen betrachtet, sind die Folgen, die durch den Entdecker Cook entstanden sind. Eins steht fest. Cook hat Teile der Welt nicht nur neu entdeckt, sondern auch drastisch verändert. Einfache Kulturen bzw. Ureinwohner hatten oft einen hohen Preis zu zahlen. Cook und seine Mannschaft brachten nicht nur Handelsgüter, sondern oftmals ansteckende Krankheiten und den Tod.
Tony Horwitz entzaubert auch die Person, die hinter Captain Cook steckt. Er folgt Gerüchten, Cooks Stammbaum und Einschätzungen anderer Menschen, versucht zu ergründen, wie Cook wirklich dachte und was seine Begleiter auf den Schiffen von ihm hielten. James Cook war immer um die Gesundheit seiner Mannschaft besorgt, sagte der von Seeleuten gefürchteten Krankheit Skorbut den Kampf an.
Viel Platz im Buch räumt der Autor Cooks Tod ein. Er versucht nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte und welche Fehler Cook und seine Mannschaft gemacht haben könnten.
Auf seinen Reisen wird Tony Horwitz von Roger Williamson begleitet, der mit seiner „unkonventionellen“ Art Leben ins Buch bringt, auch oder gerade weil er manchmal lieber im Kneipensumpf versank, als weiter Cooks Spuren zu folgen.

Fazit: Nicht nur vom äußerlichen ist das Buch mit seinen 700 Seiten und dem gelungenen Cover beeindruckend. Es liest sich auch fantastisch und weckt Fernweh.

Über den Autor:
Tony Horwitz, geboren in Washington D.C., hat als Auslandskorrespondent
für das „Wall Street Journal“ aus Krisengebieten der Welt berichtet und war Autor des „New Yorker“. 1995 wurde er mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Nach zehn Jahren in Sydney lebt der Autor heute mit seiner Familie in Virginia.

Über die Übersetzerin:
Heike Steffen ist Jahrgang 1968. Sie studierte Literaturübersetzung in Düsseldorf und Spanien. Für den marebuchverlag hat sie beispielsweise den Roman „Der Unmensch“ von Arabella Edge ins Deutsche übersetzt. Heike Steffen lebt in Hamburg.

Rezension von Heike Rau

Tony Horwitz
Cook
Die Entdeckung eines Entdeckers
Aus dem Amerikanischen von Heike Steffen
704 Seiten, gebunden
mit 8 Karten
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-89-4
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100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper

100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper

Im diesem farbig illustrierten Buch gibt es für Kinder viel zu entdecken. Alles Wissenswerte rund um den menschlichen Körper wird in kleinen, für Kinder leicht zu bewältigenden Texten erklärt. Dabei tragen die anschaulichen Bilder sehr zum Verständnis bei. Die Themen sind vielfältig. Das Buch beginnt mit der Entstehung des menschlichen Lebens und seiner Entwicklung. Weitere Themen sind die Haut, Haare und Nägel, das Knochengerüst, Gelenke, Muskeln, das Herz, das Blut und viele mehr. Auch unsere Sinne finden Beachtung. So ist ein Kapitel dem Sehen und Hören gewidmet ein anderes dem Riechen und Schmecken. Das Buch beschäftigt sich aber auch mit gesunder Ernährung oder Zahnpflege.
Gut gefallen haben die Zusatzinformationen in den kleinen Kästchen, die jeden zum Staunen bringen. Es werden aber auch spannende Quizfragen angeboten und leicht nachvollziehbare Experimente vorgeschlagen. So können Kinder einmal austesten, wie empfindlich die Haut ist oder wie Licht auf die Augen wirkt.
Damit gesuchte Informationen auch mal schnell nachgeschlagen werden können, gibt es ein Register.
Der Spaß am Lernen und Informieren kommt nicht zu kurz. Die kleinen Cartoons oben auf den Seiten sind ein Hingucker.

Rezension von Heike Rau

Steve Parker
100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Kristina Routh
Übersetzt von Wiebke Krabbe
48 Seiten, Hardcover, farbig illustriert
ab 8 Jahren
Xenos Verlagsgesellschaft, Hamburg
ISBN: 3-8212-2690-0
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Die kopierte Frau

Die kopierte Frau

Je älter Ada wird, um so deutlicher spürt sie, dass etwas nicht stimmt, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Es liegt nicht nur daran, dass sie genauso aussieht wie ihre Mutter, sondern mehr am Umgang zwischen Mutter und Tochter. Die Mutter will Ada nichts über ihren Vater erzählen, aber auch nichts über ihre Großeltern oder ihre Tante. Nicht mal einen Blick ins Fotoalbum darf Ada werfen. Dass sie in die Schule gehen darf, verdankt sie der Überredungskunst einer Dame, die sich dafür eingesetzt hat.
Adas Gefühl, das etwas nicht so ist, wie es sein sollte, verstärkt sich immer mehr. Sie fühlt sich anders als andere und versteht das nicht. Als Ada 17 ist, hält sie die Ungewissheit nicht mehr aus. Sie beginnt in den Sachen ihrer Mutter zu spionieren, hofft irgendetwas herauszubekommen, dass ihr weiterhelfen könnte.
Schließlich stöß sie auf ihre Geburtsurkunde. Ein Vater ist nicht angeben, sondern ein Labor in Manhattan. Ada ist die Kopie ihrer Mutter.

Das Buch fesselt unglaublich. Das liegt aber nicht nur am brisanten Thema, sondern an der Art und Weise, wie es angepackt wurde. Die Autorin versucht zu ergründen, wie sich ein menschlicher Klon in unserer zukünftigen Welt fühlen würde. Sie erzählt die spannende Geschichte von Ada, die eigentlich nichts über ihre Zeugung wissen kann und trotzdem fühlt, dass sie anders ist, als andere Menschen. Dabei geht die Autorin in die Tiefe, wagt Gedankenspiele, hält daran fest oder verwirft sie wieder. Es ist ein Prozess, den der Leser miterleben kann. Ada ist ein Mensch, der sich mit seinem Seelenleben beschäftigt und auseinandersetzt, der nach Gründen sucht, nach Antworten und dem Sinn des Lebens und nach dem, was einen Menschen ausmacht. Der Leser wird angeregt, sich selbst Gedanken zu machen, sich eine eigenen Meinung zu einem Thema zu bilden, welches wohl lieber in weite Ferne geschoben wird und dazu noch sehr umstritten ist.

Eva Hoffman wurde in Krakau, Polen, geboren. 1959 wanderte sie mit ihren Eltern nach Kanada aus. Sie studierte in Harvard und arbeitete bei der „New York Times Book Review“.

Rezension von Heike Rau

Eva Hoffman
Die kopierte Frau
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann
256 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 3-552-05293-3
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Mein erster Tag im Kindergarten

Mein erster Tag im Kindergarten

Marie feiert ihren 3. Geburtstag. Geschenkt bekommt sie auch eine knallrote Kindergartentasche. Sie freut sich, nun endlich in den Kindergarten gehen zu dürfen.
In die rote Tasche kommen ein Käsebrötchen und ein Apfel. Dann geht Marie zusammen mit ihrer Mutter zum Kindergarten. Marie sieht sich zuerst einmal gründlich um, lernt andere Kinder kennen und fühlt sich sofort wohl. Schnell gliedert sie sich ein, erlebt das erste gemeinsame Frühstück, putzt mit Zähne, geht mit raus zum Spielen, hört eine Geschichte und malt mit Wasserfarben.
Der Tag ist viel zu schnell zu Ende. Zum Glück kann Marie am nächsten Tag wieder in den Kindergarten kommen. Darauf freut sie sich schon.

Die kleine Geschichte um Maries ersten Kindergartentag wird sehr einfühlsam und anregend erzählt. Kinder lernen so den Alltag im Kindergarten kennen. Sie erfahren, was den Tag über gemacht wird und womit die Kinder sich beschäftigen. Die ansprechenden Illustrationen sind sehr farbenfroh und kindgerecht. Auf jeder Seite gibt es viel zu sehen und Interessantes zu entdecken. Mit liebevoll gezeichneten Details wir nicht gespart. So merken aufmerksame Kinder beispielsweise schnell, dass Marie ihre Kuschelkatze mit in den Kindergarten genommen hat und suchen auf den folgenden Seiten danach.

Rezension von Heike Rau

Antje Bones / Eva Spanjardt
Mein erster Tag im Kindergarten
32 Seiten, Hardcover, farbig illustriert
für Kinder ab 4 Jahren
Xenos Verlagsgesellschaft, Hamburg
ISBN: 3-8212-2744-3
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Wintergärten – planen, bepflanzen, genießen

Wintergärten – planen, bepflanzen, genießen

Viele Hausbesitzer wünschen sich eine grüne Oase, die ein wenig vom Alltag ablenkt und Urlaubsstimmung vermittelt. In einem Wintergarten kann man viele schöne Stunden verbringen, ganz egal, wie draußen das Wetter ist.

Vor dem Bau des Wintergartens steht die Planung. Hier muss einiges beachtet werden. Zu bestimmen sind Standort, Bautyp und Größe. Hierzu gibt es zahlreiche Ratschläge im Buch, damit der Wintergarten dann auch tatsächlich so genutzt werden kann, wie man es sich vorgestellt hat. Wichtige Punkte sind die Art der Verglasung, die Belüftung und das Heizsystem. Nicht zuletzt müssen auch bestimmte Bauvorschriften beachtet werden. Eine Checkliste hilft hier, den Überblick zu behalten. Auch bei der Auswahl der Bodenbeläge oder der Möblierung des Wintergartens findet man Unterstützung im Buch.

Unterschieden werden drei Typen von Wintergärten: Der kalte Wintergarten, der temperierte Wintergarten und der warme Wintergarten.

Der kalte Wintergarten bleibt unbeheizt. Trotzdem bieten sich hier vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Wie wäre es mit einer australischen, neuseeländischen oder asiatischen Gartenlandschaft unter Glas? Kalte Wintergärten mit Hitze im Sommer und Kälte im Winter können gut in einem mediterranen Stil gestaltet werden. Infrage kommen beispielsweise Feige, Olive, Lorbeer oder Myrte mit passenden Accessoires aus Naturmaterialien wie Terrakotta. Besonders beliebt sind auch Zitrusfrüchte, die gar nicht so schwierig zu pflegen sind, wie man glaubt. Gestaltet kann der kalte Wintergarten aber auch mit Pflanzen ganz in Blau. Hier bieten sich beispielsweise Palisadenbaum, Schmucklilie, Rosmarin oder Lavendel an. Fernöstliche Pflanzenwelten gestaltet man mit Kamelien, Bambus oder kältetoleranten Palmen. Auch Kakteenliebhaber kommen auf ihre Kosten. Eine Reihe von Kakteen eignen sich auch für kalte Wintergärten.

Für den temperierten Wintergarten, dem Bindeglied zwischen kalten und warmen Wintergärten, bieten sich Pflanzen aus Südamerika oder Südafrika an. Hier hat man die Wahl zwischen blühenden und schnell wachsenden Pflanzen. Als Beispiele wären hier Fruchtgehölze aus Südamerika wie Guave zu nennen. Zu den wohlriechenden Gewächsen zählt der tropische Oleander. Beliebt sind auch die Passionsblumen von denen zahlreiche Arten auch essbare Früchte hervorbringen. Zur Flora Südafrikas gehört auch die eindrucksvolle Paradiesvogelblume. Aber auch Gestaltungen mit duftenden Pflanzen wie Orangenjasmin oder Gardenie bieten sich an. Im temperierten Wintergarten können auch verschiedene Orchideenarten gezüchtet werden.

Im warmen Wintergarten finden tropische Pflanzen ein Zuhause. Die Temperatur sollte allerdings auch im Winter nicht unter 18°C sinken. Sehr faszinierend sind Blütenbäume wie Flammenbaum oder afrikanischer Tulpenbaum. Aber auch die Auswahl an Sträuchern ist groß, vom Wandelröschen bis zum gelben Trompetenstrauch. Mitten im Winter blühen Goldähre oder brasilianischer Federbusch. Der kleine Hibiskus vom Fensterbrett kann leicht mannshoch werden. Auch Blattpflanzen wie Schraubenbaum, Elefantenohr oder Gummibaum haben ihre Reize. Der Wintergarten wird so zum Dschungel. Sehr beliebt sind Pflanzen die Früchte hervorbringen. Dazu gehören beispielsweise Banane oder Litschi. Manchmal ist weniger aber auch mehr. Schön gestaltet werden kann ein Wintergarten auch mit Solitärs wie Palmen.

Das Buch beeindruckt durch seine klare Gliederung in die drei Wintergartentypen. So kann man sich sehr schnell einen Überblick verschaffen und feststellen, welche Wünsche überhaupt realisierbar sind und viel genauer planen. Schließlich müssen die Pflanzen zusammen und zum Wintergartentyp passen. Die verschiedenen Vorschläge gefallen. Zu vielen Arrangements finden sich Specials mit allem Wissenswerten im Zusammenhang, von den geeigneten Pflanzen im Porträt bis hin zu Gestaltungsideen und Accessoires. Dazu gibt es zahlreiche Tipps. Auch Wasser oder Tiere im Wintergarten finden Beachtung.
Mit im Buch sind auch Informationen zur neuen Energieeinsparverordnung vom 1. Februar 2002. Dazu wird Wissenswertes rund um Erde, Dünger und Pflanzenneuheiten vermittelt. Natürlich geht es auch um Schädlinge und ihre Bekämpfung. Abgerundet wird das Angebot durch Bezugsquellen und einen Pflegekalender.

Rezension von Heike Rau

Tanja Ratsch
Wintergärten
Planen, bepflanzen, genießen
160 Seiten, gebunden
mit Farbfotos, Zeichnungen und Tabellen
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-4180-9
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Der Quereinsteiger

Der Quereinsteiger

An seinem Stuhl wird schon gesägt. Er, der Quereinsteiger, hat seine Schuldigkeit wohl getan. Noch ist er damit betraut, für ein großes deutsches Industrieunternehmen lukrative Geschäftsfelder in China aufzubauen.
Bei der Gelegenheit hat er die großen Bosse beobachtet, um nicht zu sagen, studiert. Die treten beherzt von einem Fettnäpfchen ins andere, interessieren sich nicht für die chinesische Kultur. Sie führen die Geschäfte auf ganz besondere Art, reisen von einem großen Fressen zum nächsten, leben auf Firmenkosten wie die Made im Speck und leisten sich ordentlich was. Repräsentieren nennt man das. Der Quereinsteiger nimmt Teil an diesem Spiel, doch das man ihm nun so frech an den Kragen will, nimmt er nicht hin. Er kann auch anders!

Zunächst liest man das Buch wohl mit Befremden. Nach dem Motte: Das gibt es doch gar nicht! Doch nach und nach kann man sich das Grinsen einfach nicht mehr verkneifen. Man wird gut unterhalten. Das Buch ist schon eine Frechheit. So was aufzuschreiben! Die ganzen Peinlichkeiten der Unternehmensvertreter, ihre Engstirnigkeit, ihre Ignoranz. Die Art und Weise, wie hier integriert wird, wie unliebsame Kollegen aus dem Weg geräumt werden, wie schmierig verhandelt wird. Wann wird eigentlich mal richtig gearbeitet? Für was kriegen diese Manager ihr Geld? Sagenhaft und eben sehr amüsant für den Leser, auch wenn keine Geschichte im eigentlichen Sinn erzählt wird, sondern Begebenheiten aneinandergereiht werden. Am Ende bleibt man jedoch auf ein paar Fragen sitzen: Um welche Firma geht es da eigentlich? Und wie viel Wahres ist dran? Das große Rätselraten kann beginnen.

Über den Autor:
Rainer Kloubert ist Jahrgang 1944. Er studierte Rechtswissenschaften und Sinologie in Freiburg, Tübingen, Hongkong und Taiwan. Der Autor war u. a. Sprachlehrer an der Militärakademie Taiwan, Dolmetscher bei einem chinesischen Wanderzirkus und Anwalt in Taipeh. Rainer Kloubert lebt seit 1979 in Peking, zunächst als Universitätslektor, als Repräsentant eines deutschen Unternehmens und heute als Berater.

Rezension von Heike Rau

Rainer Kloubert
Der Quereinsteiger
232 Seiten, gebunden
Elfenbein Verlag, Berlin
ISBN: 3-932245-61-X
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Tricky Business

Tricky Business

„Die Melodie der Meere“ ist ein beliebtes Casinoschiff – wenn man nicht scharf aufs Büfett ist. Aber schließlich wollen die Leute spielen und nicht essen!
Mit an Bord sind an einem grauenvoll stürmischen Abend, an dem mit Sicherheit kein anders Schiff ausläuft, Arnie und Phil. Diese ausgekochten Schlitzohren sind aus dem „Seniorenheim der Schönen Künste“ oder besser gesagt dem „Senilenheim der schnöden Dünste“ ausgebüxt, um ihrem Stubenarrest zu entgehen. Mit dabei ist auch die Kellnerin Fay, die ihre Tochter in der Obhut ihrer übertrieben gesundheitsbewussten Mutter lassen musste. Zu nennen wäre auch noch Croupier Tina. Sie ist unglaublich attraktiv, aber leider übelriechend. Auch die Band „Jonny und die Prellungen“ sind mit an Bord. Aber keineswegs, um die Leute zu unterhalten.
Was sich hinter den Kulissen abspielt, ahnen diese Personen zunächst nicht. Dabei sind höchst dunkle Geschäfte angelaufen, welche kein Wetter der Welt verhindern kann. Initiator der üblen Machenschaften ist Lou Tarant, ein wirklich erschreckend brutaler Typ. Kapitän Eddie und auch Bobby Kemp, ein erfinderischer „Unternehmer“ und Besitzer des Schiffes, werden von ihm kurzerhand zur Mitarbeit erpresst.
Nicht nur Arnie und Phil werden Zeuge des angelaufenen Drogengeschäfts. Doch Mitwisser, egal ob angeheuert oder nicht, kann Lou Tarant nicht gebrauchen. So wird es gefährlich und für den einen oder anderen tödlich enden.

Es geht ordentlich turbulent zu in diesem Thriller und es gibt viel zu lachen. Der Autor schreibt sagenhaft komisch. Die Akteure sind gut gewählt und alle ziemlich schräg. Jeder scheint hier irgendeine Meise zu haben. Dazu spielt die gut ausgedachte Handlung auf stürmischer See, da entscheidet auch die Seekrankheit über den Verlauf der Geschichte.
Das Buch liest sich gut. Man kann gar nicht mehr aufhören. Unerwartete Wendungen und das konfuse Verhalten der Akteure, hält die Spannung hoch und die Lachmuskeln am arbeiten. Man staunt über den Ideereichtum des Autors, seinen unschlagbaren Humor und die gut dargestellte Situationskomik.

Über den Autor:
Dave Barry ist Pulitzer-Preis-Träger und einer der bekanntesten amerikanischen Kolumnisten und Satiriker.

Rezension von Heike Rau

Dave Barry
Tricky Business
Aus dem Amerikanischen von Edith Beleites
296 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-0938-8
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Kakteen & andere Sukkulenten

Kakteen & andere Sukkulenten

Keine Frage, Kakteen und Sukkulenten sind faszinierend und auffallend. Sie begegnen uns als hochaufragende Säulen, kleine stachelige Kugeln oder lebende Steine. Ihre Blüten sind oft ein wahrer Hingucker.
Sie gedeihen im Zimmer, im Wintergarten oder im Gewächshaus. Viele Arten sind sehr robust, so dass auch Anfänger ihre Freude damit haben werden. Das Buch ist aber nicht nur für diese Gruppe geeignet, auch fortgeschrittene Kakteenliebhaber werden nützliche Informationen finden. Denn ganz schnell kann dieses schöne Hobby zur Leidenschaft werden.

Im ersten Kapitel geht es zunächst um die Frage, was Kakteen und Sukkulenten eigentlich sind. Berichtet wird über ihre natürlichen Lebensräume: Wüsten, Gebirgswüsten und Urwälder. Interessant ist es auch, über ihre Entdeckung und Verbreitung zu lesen. Bevor Seefahrer und Entdecker wie Kolumbus auf Kakteen und Sukkulenten stießen, waren sie in der Alten Welt völlig unbekannt.
Kakteen und Sukkulenten sehen aber nicht nur ungewöhnlich aus, auch ihre Verwendung überrascht. Ihre Früchte werden z.B. zur Herstellung von Arzneimitteln oder Kosmetika verwendet. Aber auch für praktische Zwecke lassen sich Kakteen oder Sukkulenten nutzen, beispielsweise für stachelige Einzäunungen.

Im zweiten Kapitel werden die verschiedenen Kakteen- und Sukkulentenformen in ihrer Vielfalt vorgestellt. Besonders beeindruckend sind die Blüten mit ihren wunderschönen Farben.
Wichtig, um eine gute Wirkung oder anregende Kontraste zu erzielen, ist außerdem die Wahl der Pflanzgefäße. Eine Reihe schöner Gestaltungsideen fürs Zimmer, Innenhöfe, Terrassen und Gartenanlagen ist deshalb im Ratgeber zu finden.

Im nun folgenden Pflanzenkatalog wir die ganze Vielfalt der Kakteen und Sukkulenten vorgestellt. Dazu gibt es Angaben über Namen, Herkunft, Größe, Form, Blüten und Früchte, Dornen, Wachstum und Wuchsform. Besondere Merkmale und Ansprüche werden aufgezeigt.

Im letzten Kapitel geht es um Pflege und Kultur, damit das schöne Aussehen und die Wuchskraft der Pflanzen erhalten bleiben. Erklärt wird, welche Gartengeräte und Materialien gebraucht werden, worauf man beim Kauf der Kakteen und Sukkulenten achten muss, welche Pflanzgefäße in Frage kommen, wie man auf die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen eingeht. Erläutert wird, wie man Kakteen und Sukkulenten vermehrt, wie man Stecklinge schneidet, bzw. Pflanzen teilt. Und natürlich wird auch eventuell auftretendem Schädlingsbefall und anderen Krankheiten der Kampf angesagt.

Zum guten Schluss werden Pflanzempfehlungen gegeben: Pflanzen für Anfänger, Pflanzen für den Enthusiasten, auffallende Pflanzen, Bodendecker, Kletter- und Hängepflanzen usw. Eine Sammlung mit wichtigen Adressen, ein Glossar und ein Register sind ebenfalls vorhanden.

Fazit:
„Kakteen & andere Sukkulenten“ ist ein interessanter Ratgeber. So sollte die richtige Auswahl, Pflege und Vermehrung der Pflanzen auch Anfängern gelingen. Besonders beeindruckend sind die Porträts der 200 Kakteen und Sukkulenten mit den unvergleichlichen Farbfotografien.

Rezension von Heike Rau

Terry Hewitt
Kakteen & andere Sukkulenten
Kultur, Pflege, Vermehrung
176 Seiten, gebunden
Über 500 Farbfotografien
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0619-9
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