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Monat: Dezember 2003

Der Kräutergarten auf Balkon und Terrasse

Der Kräutergarten auf Balkon und Terrasse

Wer keinen Garten hat, kann Kräuter in Blumentöpfen, auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Fensterbrett ziehen. Wichtig ist die richtige Pflanzenauswahl. Die meisten Kräuter sind sonnenhungrig. Dazu gehören beispielsweise Basilikum, Beifuß und Salbei. Aber es gibt auch Arten die Schatten vertragen: Goldmelisse, Petersilie und Schnittlauch. Passende Gefäße gibt es in allen Formen und Farben. Die Kräuter erfreuen mit ihrem Aussehen, ihrem Duft und ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Küche. Schnell sind ein paar Blättchen Basilikum abgezupft, um den Tomatensalat zu würzen. Auch für eine Kräuterbutter hat man stets die passenden Zutaten. Im Buch werden aber auch ganz besondere Rezepte vorgestellt. Wie wäre es, eine Majoranschnupfensalbe oder Estragonessig, Goldmelissenblütensirup, Bärlauchpesto oder Schafskäse in Oregano einmal selbst herzustellen
Zu finden sind im Buch natürlich auch Tipps für den Kauf der Kräuter oder die Aussaat und die Pflege der Pflanzen. Die Kräuterporträts mit den vielen Fotos umfassen auch exotische Kräuter, Heilkräuter und blühende Kräuter. In einer Tabelle am Ende des Buches werden alle Pflanzen noch einmal aufgelistet. Hier kann man beispielsweise die Wuchshöhe herauslesen oder welche Pflanze nicht mit anderen zusammen in einen Topf gepflanzt werden sollte.

Besonders zu empfehlen, ist das Buch wohl für Anfänger, die zunächst allgemeine Informationen über Kräuter, ihre Aufzucht oder den Kauf und die Pflege suchen. Sie haben die Möglichkeit hier die gängigsten Kräuter und ihre Anwendung kennen zu lernen und eine erste Auswahl, der für sie geeigneten Pflanzen zu treffen. Schöne Fotos und interessante Rezepte bieten genügend Anregungen.

Rezension von Heike Rau

Miriam Wiegele
Der Kräutergarten auf Balkon und Terrasse
96 Seiten, gebunden
Eugen Ulmer Verlag
ISBN: 3-8001-3135-8
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Probleme mit dem Hund – verstehen und vermeiden

Probleme mit dem Hund – verstehen und vermeiden

Es gibt Hunde, die rauben ihrem Herrchen den letzten Nerv. Sie springen hoch, betteln am Tisch, bellen mit unerträglicher Ausdauer, zerren an der Leine oder versetzen den Briefträger in Panik. Unarten gibt es viele. So manches Problem hat allerdings der Hundehalter selbst erst entstehen lassen, ob nun durch Unwissenheit, Missverständnisse oder inkonsequentes Verhalten. Celina del Amo stellt in ihrem Buch gezieltes Training und Übungen vor, damit das Zusammenleben mit dem Hund wieder Spaß macht.

Im ersten Abschnitt des Buches wird das Sozialverhalten des Hundes, seine Entwicklung, Aspekte der Kommunikation und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund unter die Lupe genommen. Die Grundlagen der Erziehung und die dabei angewendeten Methoden werden erläutert.

Im zweiten Teil des Buches werden die einzelnen möglichen Probleme aufgezeigt und anhand von verschiedenen Trainingsprogrammen wird eine Problemlösung angeboten.

Dieser sehr schön und übersichtlich gestaltete Ratgeber ist vom Inhalt sehr umfassend. Unsicherheiten im Umgang mit dem Hund und das Anwenden falscher Erziehungsmethoden können so vermieden werden. Und auch wenn schon Fehler in der Hundeerziehung gemacht worden sind, hilft der Ratgeber, wieder umzulernen und unterstützt den Halter, seinen Hund besser zu verstehen und auch seine Bedürfnisse besser einschätzen zu können. Auf gute Verständigung zwischen Mensch und Hund wird großen Wert gelegt, so wird zum Beispiel die Körpersprache des Hundes anhand von einfachen Zeichnungen erläutert.
Thema sind aber auch Dinge, auf die sich der Hund im Laufe seines Lebens einstellen muss. Was ist zu tun, wenn bald ein Baby mit im Haushalt leben wird. Oder wie geht man am besten vor, wenn ein zweiter Hund oder ein anderes Haustier angeschafft werden soll?
Die einzelnen Trainingsprogramme sind sehr Erfolg versprechend. Der Hundehalter muss natürlich Durchhaltevermögen haben und sehr konsequent sein, um gesetzte Ziele zu erreichen. Erfolg von heute auf morgen wird nicht versprochen. Ausdauerndes Training ist nötig. Aber belohnt wird man mit einem ausgeglichenen Hund, mit dem man Freude hat und vor dem keiner Angst haben muss.

Über die Autorin:
Celina del Amo ist Tierärztin in deiner Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie und Gründerin der Hundeschule „Knochenarbeit“.

Rezension von Heike Rau

Celina del Amo
Probleme mit dem Hund
verstehen und vermeiden
Jetzt mit 13 speziellen Trainingsprogrammen
192 Seiten, gebunden
Eugen Ulmer Verlag
ISBN: 3-8001-4386-0
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Unsichtbar

Unsichtbar

Ein Junge fährt mit einem Fahrrad gegen einen Baum. Zum Glück passiert nichts. Aber wieso hat der Junge den Baum nicht gesehen? Ein Mädchen stolpert über einen Hund. Ist sie etwa blind? Nein, es liegt an den Farben, am Wechsel des Hindergrundes. So verschwinden bestimmte Elemente oder werden sichtbar. Das wird Kinder in Erstaunen versetzen. Vor- und Zurückblättern ist notwendig, um zu verstehen. Aber das macht dieses eigentlich einfach gezeichnete Bilderbuch, welches in sehr grellen Farben gehalten ist, so spannend. Die Autorin zeigt, was passiert, wenn Hintergrund und Vordergrund teilweise dieselbe Farbe haben und erzielt damit interessante Effekte. Eine wirklich tolle Idee!

Katja Kamm ist Jahrgang 1969. Sie studierte Kommunikationsdesign und Illustration in Trier, Hamburg und New York City. Sie arbeitet als Illustratorin und Grafik-Designerin im Hamburger Atelier Amaldi.

Rezension von Heike Rau

Katja Kamm
Unsichtbar
32 Seiten, gebundenes Bilderbuch
ab 5 Jahren
Peter Hammer Verlag
ISBN: 3-87294-913-6

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Richard Rosenfeld: Kräutergärten

Richard Rosenfeld: Kräutergärten

Einen kleinen Kräutergarten anzulegen, zu hegen und zu pflegen ist ein schönes Hobby. Kräutergärten erleben heute ein großes Comeback. Dabei legt man nicht nur Wert auf eine gut durchdachte Auswahl der Pflanzen, sondern auch auf die vielfältigen Gestaltungselemente, wie Einfassungen aus Kies, Steinen, Ziegeln oder Platten. Die Pflanzen selbst werden in verschiedenen Mustern und einer bestimmten Farbauswahl angepflanzt. Unterschiedliche Stilrichtungen können so nachempfunden werden.

Natürlich können die Kräuter, wenn der Platz im Garten fehlt, auch in Töpfen oder Balkonkästen kultiviert werden. Das ist ein schöner duftender Blickfang auf Treppen, Fenstersimsen oder der Balkonbrüstung. Zu beachten sind hier die Anforderungen, die die Pflanze an Licht- und Platzverhältnisse stellt.

Der Pflege der Kräuter kommt besondere Beachtung zu, egal ob man selbst Kräuter aus Samen ziehen will oder welche kauft. Wuchernde Kräuter wie Pfefferminze müssen im Zaum gehalten werden. Lavendel beispielsweise muss zwei Mal im Jahr zurückgeschnitten werden. Beim Basilikum müssen die Knospen entfernt werden, damit die Blätter nicht bitter schmecken.

Ein Kapitel ist dem Konservieren der Kräuter vorbehalten. Viele Kräuter können getrocknet werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Einfrieren. Sehr beliebt ist auch das Einlegen der Kräuter in Essig.
Kräuter können aber auch zur Herstellung von Duftsäckchen, Potpourris oder Kräutersäckchen genommen werden.

In einem kleinen Lexikon sind die beliebtesten Kräuter in Wort und Bild zusammengefasst. Es gibt Hinweise zu den Bedürfnissen der Pflanzen und Tipps zur Verwendung.

Für ein so kleines Büchlein, hat „Kräutergärten“ wirklich allerhand zu bieten. Der Hobbygärtner kann sich schnell einen Überblick über alles Wissenswerte verschaffen. Die vielen Fotos regen geradezu an, das Angebotene auszuprobieren. Die Erklärungen sind leicht verständlich und nachvollziehbar. So ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut.

Rezension von Heike Rau

Richard Rosenfeld
Royal Horticultural Society
Kräutergärten
Expertenwissen für Hobbygärtner
80 Seiten, Taschenbuch
Dorling Kindersley
ISBN: 3-8310-0103-0
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Der Baumkrieger

Der Baumkrieger

Moses Wine ist Privatdetektiv mit politischer Vergangenheit. Als er erfährt, dass sein Sohn von der Polizei gesucht wird, kommt Bewegung in sein eingefahrenes Leben. Sein Sohn hat nicht nur ein Kavaliersdelikt auf dem Kerbholz. Er soll zu einer Gruppe von Umweltaktivisten „Hüter des Waldes“ gehören, die Schuld am Tod eines Holzfällers sein sollen.
Zusammen mit seiner ebenfalls auf den Plan gerufenen Exfrau, reist er nach Nordkalifornien, um seinem Sohn zu helfen.
Doch der will keine Hilfe, gleich welcher Art, von seinen Eltern. Sie sollen dahin gehen, wo sie hergekommen sind, nach Hause.
Moses Wine lässt nicht locker. Er glaubt, auch wenn das zeitweise schwer ist, an die Unschuld seines Sohnes und drängt sich weiter auf, um Licht in diese Sache zu bringen. Zum Glück kann man nur sagen!

Moses Wine ist ein sympathischer Privatdetektiv, der nicht auf den Kopf und schon gar nicht auf den Mund gefallen ist. Geschildert wird der Krimi aus seiner Perspektive. Der Plot ist spannend und immer aktuell. Die Lage wird immer dramatischer. Hilfe bekommt Wine auch noch von der angeblichen Journalistin Samantha Backus, für die er Exfrau und derzeitige Freundin sausen lässt. Sie ist eine interessante Figur, ahnt man doch bald, dass sie mehr sein muss, als eine Journalistin. Zusammen mir ihr muss sich Wine gegen eine Reihe zwielichtiger Gestalten zur Wehr setzen. Und bald ist klar, sie sind einer Sache auf der Spur, die eine Nummer zu groß für sie sein könnte. Wem können sie noch vertrauen?
Neben der Umweltproblematik steht auch der Vater-Sohn Konflikt zur Debatte. Moses Wine kann selbst auf eine politische Vergangenheit zurückblicken. Nun muss er sich fragen, ob seine Erziehung am Ende Schuld an der Sache ist.

Im Anhang befinden sich ausführliche Informationen über den Autor, eine Bibliographie und ein aufschlussreiches Interview, das der Herausgeber der metro-Reihe Thomas Wörtche mit Roger L. Simon führte

Über den Autor:
Roger L. Simon ist Jahrgang 1943. Nach der Yale School of Drama zog er nach Kalifornien. Roger L. Simon ist Autor, Drehbuchautor und Regisseur. 1974 erschien sein erster Moses-Wine-Roman. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Rezension von Heike Rau

Roger L. Simon
Der Baumkrieger
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
255 Seiten, Taschenbuch
Unionsverlag, Zürich
Reihe: metro, herausgegeben von Thomas Wörtche
ISBN: 3-293-20278-0
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Ausgerechnet du

Ausgerechnet du

Berkeloh im Emsland. Um sich hier wohl zu fühlen, muss man eine Kuh sein. Oder ein strunzdoofer Spießer. Und von beiden sind übergenug da. Aber sonst? Katja hat genug von dem öden Kaff. Und nicht nur davon. Nando, ihr Freund, geht ihr auf den Senkel, und Gesa, die Freundin aus Sandkastentagen, wird auch immer komischer, seit sie in diese Umwelt-AG geht. Da bleibt echt nur noch Michel. Der regt sich immer so schön auf, wenn man ihn ärgert. Ist doch bloß Spaß, nur, damit nicht alles so öde ist. Und Michel regt sich schon wieder auf.

Aber Gesa und Michel haben es auch nicht gerade leicht. Eines Tages liegt Gesas Vater mit Herzinfarkt auf der Intensivstation. Und auch Michel landet im Krankenhaus. Dabei hat er seinem Vater noch nicht einmal erzählt, dass er schwul ist. Wie denn auch, wenn der wegen der geringsten Kleinigkeit ausrastet und losprügelt?

Karen-Susan Fessel erzählt in „Ausgerechnet du“ vom Leben und Überleben in der Provinz. Ihre Heldinnen und Helden sind Jugendliche, mitten in der Pubertät. Die Erzählung ist sehr dicht geschrieben, so intensiv, dass man zuweilen die Kühe muhen hört. Dabei ist die Sprache niemals primitiv, sondern schlicht, gerade, und aufs Wesentliche konzentriert.

Mit leichter Hand schickt die Autorin ihre Jugendlichen durch den Tag, ohne Moralappelle, amateurpsychologische Gutachten oder die unerträglich gute Laune von Bessermenschen. Sicher, Katja, Gesa und Michel lernen dazu, werden älter und auch reifer. Aber sie sind trotzdem keine Pappfiguren, sondern ganz normale Jugendliche, die genug damit zu tun haben, sich und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Und dann ist da ja auch immer noch der Alltag. Der ist für Lesende ab 14 Jahren sogar richtig spannend. Selbst in dieser Öden Wüste Berkeloh.

Ausgerechnet du
Karen-Susan Fessel
Oetinger Verlag
240 Seiten, gebunden, EUR 10,90, CHF 19.40, EUR (A) 11,30
Erschienen im Herbst 2003

Eine leider nicht verlinkbare Leseprobe findet sich auf der Homepage des Oetinger Verlags (http://www.oetinger.de).

Karen-Susan Fessel
Ausgerechnet du
Katjas Leben in Berkeloh ist öde. Für Leser ab 14 ist es aber spannend erzählt.
ISBN:3789135097
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Das Lexikon der Wunder

Das Lexikon der Wunder

Werner Fuld hat im „Lexikon der Wunder“ Geschichten zusammengestellt, die geheimnisvoll, rätselhaft, gruslig, haarsträubend, aufregend, aber vor allem unterhaltsam sind. Jedem steht es heute frei, so der Autor im Vorwort, an ein Wunder seiner Wahl zu glauben.

Besonders spannend ist die Geschichte eines ägyptischen Mumiensargs, der aus der Zeit von Amen-Ra stammt. Schon bevor er im Britischen Museum angekommen war, besiegelte er das Schicksal von dreizehn Menschen. Angeblich hat der Fluch, der auf dem Sarg lastet, sogar den Ausbruch des 1. Weltkrieges beeinflusst.

Ausgesprochen merkwürdig ist die Geschichte über ein gerupftes Huhn, welches nachdem sein Herr gestorben war, in der Gegend herumspukte.

Man liest vom bekanntesten Gespenst Irlands, von Feuerspuk und Spukhäusern, von Doppelgängererlebnissen, Elfen, Geisterschiffen, Kugelblitzen, seltsamen Naturerscheinungen, rechnenden Pferde, Fällen von Reinkarnation oder Selbstentzündung.

Beim Lesen, und das macht so mache Geschichte beängstigend glaubwürdig, trifft man immer wieder auf bekannte Persönlichkeiten. Dazu gehören beispielsweise der Schriftsteller Victor Hugo, der Dichter William Butler Yeats, die Autorin Agatha Christie oder Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Doch so manches Wunder wird auch entzaubert und als Schwindel aufgedeckt.

Es macht einfach Spaß, in diesem Buch zu schmökern, sich selbst ein Urteil über Wunder oder Schwindel zu bilden. Bekanntes wechselt sich mit weniger Bekanntem ab. Die Beiträge sind gut geschrieben und sorgen so für viele Stunden kurzweilige Unterhaltung. Interessant zum Thema ist auch das umfassende Vorwort von Werner Fuld.

Über den Autor:
Werner Fuld ist Jahrgang 1947. Er schrieb u.a. Biographien und veröffentlichte Anekdoten. Bereits bei Eichborn erschienen ist sein „Lexikon der Fälschungen“ und sein „Das Lexikon der letzen Worte“. Der Autor und Literaturkritiker lebt in der Nähe von München.

Rezension von Heike Rau

Werner Fuld
Das Lexikon der Wunder
Unerklärliche Phänomene von Auferstehung bis Zwerg
320 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-1617-1
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Future World

Future World

Eine lesenswerte Anthologie mit dem Namen Future World erschien im Hans Udo Mörsch Verlag.
Der Herausgeber und Mitautor hat eine ausgewogene Reihe von Erzählungen und Kurzgeschichten zusammengestellt, die Visionen einer Zukunft offenbaren.
Die Aufmachung ist sehr stimmig und stabil in der Bindung.
Die Geschichten sind auf hohem Niveau mit interessanten und überraschenden Plots.

Mein Favorit ist Menschenjäger von Armin Rößler, eine stark charakterisierende Erzählung, die sehr dicht und plastisch von Outsidern erzählt, eine sehr traditionelles Zukunftsbild, aber überragend in den Details.

Während Maschinengeschöpf von Udo Mörsch etwas expressionistisch daherkommt, wirkt Die letzte BIOFORM sehr sachlich, wodurch der Schluss aber besonders ergreifend wird.
In Happy Birthday von Barbara Jung erscheint eine der sehr seltenen Utopien, die in eine positive Zunkunft führt, ein schönes Zeichen, das die Seiten der Sammlung überstrahlt.
Wasser von Titus Müller ist eine sehr solide Arbeit, die einige Sichtweisen kopfstellt.
Die Soldatin von Udo Mörsch ist ähnlich expressiv wie seine erste Geschichte, aber in seiner Anklage sehr ernst und intensiv.
Auch Torsten Rybkas Short Cuts machen große Freude, ich werde wohl nie wieder unbefangen Kühe jagen oder Regenschirme spannen können.
Winterplanet von Jeannot Bildgen ist eine kurze Space Opera, deren Fortsetzung man sich wünscht.
Einen würdigen Abschluss der Sammlung bietet Udo Mörsch mit der Eiswelt, die zwar eine für Perry Rhodan Leser inakzeptable Entstehung von ES erzählt, aber darüber hinaus in klaren Szenen die Sinnlosigkeit von Macht darstellt.
Mit einer lesenswerten Vorstellung der Autoren endet viel zu früh ein gutes Buch.

Udo Mörsch (Hrsg.)
Future World
Eine niveauvolle Anthologie überraschender und spannender Zukunftsentwürfe.
ISBN:3935953127
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Segel aus Stein

Segel aus Stein

Auf der Suche nach seinem Vater verschwindet Axel Osvald in Schottland spurlos. Seine Tochter Johanna Osvald wendet sich an Kommissar Erik Winter, einem ehemaligen Freund. Axel Osvald wird schließlich gefunden. Hat sein Tod etwas mit den anonymen Briefen und mit dem mysteriösen Verschwinden seines Vaters zu tun? Erik Winter geht den mehr als kärglichen Spuren nach, die bis zurück zum 2. Weltkrieg führen.
Seine Kollegin Aneta Djanali ist zeitgleich mit einem ebenfalls sehr undurchsichtigen Fall beschäftigt. Es geht um eine Frau, die anscheinend von ihrem Ex-Mann misshandelt wurde oder wird. Besorgte Nachbarn hatten der Polizei Mitteilung gemacht. Doch es gestaltet sich für Djanali schwierig, überhaupt Kontakt zu dieser Frau aufzunehmen.

Es fällt schwer, Zugang zu diesem Krimi zu bekommen. Die beiden Fälle werden nebeneinander erzählt. Das hin- und herspringen erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Auch Spannung will nicht so recht aufkommen. Der Autor hält sich oft an Nebensächlichkeiten auf, die die Handlung nicht wirklich voranbringen. Dazu kommt, dass der Autor immer wieder englischsprachige Dialoge einbindet, die auch nicht in einem Anhang übersetzt werden. Das verwirrt.
Erst zum Ende, als endlich etwas Licht in das Dunkel kommt, gewinnt das Buch an Spannung. Positiv aufgefallen sind die tiefen Einblicke in die Gedankenwelt der allerdings etwas schwerfällig wirkenden Ermittler, die dieses verworrene Puzzle mühsam zusammensetzen müssen.
So ist das Buch wohl nur Lesern zu empfehlen, die bewusst auf Action zugunsten von Tiefgründigkeit verzichten wollen.

Über den Autor:
Åke Edwardson ist Jahrgang 1953. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Göteborg. Bevor er sich dem Schreiben von Romanen widmete, arbeitete er als Journalist, schrieb Sachbücher und unterrichtete an der Universität von Göteborg Creative Writing. „Segel aus Stein“ ist sein sechste Krimi um Kommissar Erik Winter.

Rezension von Heike Rau

Åke Edwardson
Segel aus Stein
511 Seiten, gebunden
Claassen Verlag
ISBN: 3-546-00296-2
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Piraten!

Piraten!

Nancy führt ein recht sorgloses Leben als Tochter eines reichen Kaufmanns in Bristol. Bei einem Unwetter verliert ihr Vater seine Schiffe bis auf eins. Die Fracht ist nicht versichert. Er steht vor dem Ruin. Schließlich erleidet er einen Schlaganfall. Sein letzter Wunsch auf dem Sterbebett ist, dass Nancy nach Jamaika auf seine Zuckerrohrplantagen reisen soll. Sie wird nicht nach ihrer Meinung gefragt. Der Vater und die Brüder haben Nancy genauso verkauft wie ihre Sklaven. Sie soll mit dem unsympathischen Bartholome, einem reichen brasilianischen Pflanzer mit bewegter Vergangenheit, verheiratet werden. Doch ewige Treue hat sie William, mittlerweile Marineoffizier, geschworen, besiegelt mit einem Ring, einem Männerring aus schwerem Gold, den sie an einer Kette um den Hals trägt. Nach einem tragischen Vorfall, bleibt ihr keine Wahl. Sie flieht zusammen mit der Sklavin Minerva von der Zuckerrohrplantage. Beide heuern schließlich auf einem Piratenschiff an. Ein abenteuerliches und vor allem gefahrvolles Leben beginnt.

Die Geschichte der zwei jungen Frauen Nancy und Minerva zu verfolgen, ist außerordentlich spannend. Die Autorin erzählt mit Tempo ihre aufwühlende und ergreifende Geschichte. Natürlich kann auch ein Jugendbuch über Piraten nicht ohne das Beschreiben von Brutalität und rauen Sitten auskommen. Schon gar nicht, wenn so junge Frauen sich zwischen harten Männern behaupten müssen. Celia Rees gelingt diese Gratwanderung. Sie erzählt sehr realistisch und glaubwürdig ohne Übertreibung, denn diese Seite gehört nun mal unbedingt dazu.
Aber es ist auch die Geschichte einer Liebe, die fast ohne Hoffnung beginnt. Nancy und William werden immer wieder getrennt. Sie müssen von kurzen Begegnungen lange zehren und dennoch halten sie in ihren Gedanken immer an ihrer Liebe fest.
Und es ist die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Nancy und Minerva schweißt das Schicksal und der Drang nach Freiheit zusammen. Doch sie sind noch durch ein anderes Band verbunden, von dem sie aber zunächst nichts ahnen.
So erfüllt sich wohl jede Erwartung, die man an ein Buch über Piraten stellen könnte. Unbedingt lesen!

Über die Autorin:
Celia Rees wuchs in den West Midlands in England auf. Sie studierte Geschichte und Politik an der Warwick University und war danach 17 Jahre Englischlehrerin. Auf Deutsch erschienen bisher ihre Jugendromane „Der Herr der Stürme“, „Hexenkind“ und „Hexenschwestern“. Heute lebt Celia Rees mit ihrer Familie in Leamington Spa, England.

Rezension von Heike Rau

Celia Rees
Piraten!
Aus dem Englischen von Monika Schmalz
384 Seiten, gebunden
historischer Jugendroman
Berlin Verlag / Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher
ISBN: 38270-5004-9
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